Maria Magdalena

Die junge Maria Magdalena ist Geburtshelferin (Rooney Mara) in einem Fischerdorf und wird von ihrem Vater verstoßen als sie sich weigert sichv erheiraten zu lassen. Statt dessen schließt sie sich der Bewegung von Jesus of Nazareth (Joaquin Phoenix) an mit dessen Gemeinschaft sie auf eine mystische Reise nach Jerusalem geht …

Einerseits ist die Bibel eine Quelle endloser Geschichten, Metaphern, Bedeutungen und Hintersinn und trotzdem ist es selten nennenswert tauglich ausgefallen wenn eine Bibelkiste auf die große Leinwand kam. Selbst bei entsprechender Qualität des Films ist meistens das Publikumsinteresse recht überschaubar und auch bei diesem hier habe ich den Eindruck gehabt daß er im Kino nicht allzu sehr wahr genommen wurde. Das ist allerdings schade da er vor allem Eines ist: ganz großes Darstellerkino. Und dieses fußt auf den zwei Hauptfiguren: einerseits der Jesus Darstellung von Joaquin Phoenix, der in der Tat eine gutherzige Präsenz hat, wobei er mir in manchen Predigten wie ein Fanatiker anhört. Desweiten gibt es Rooney Mara, die das Herzstück darstellt, da der Film ihre Geschichte und die Begegnung und das Anschließen an die Jünger behandelt. Dabei kenne ich die wesentlichsten Punkte aus der Bibel, bekomme aber durch die ungemeine Ausstrahlung von Mara einen immens guten Eindruck. Auch wenn der restliche Film sehr ruhig und langsam und staubig daherkommt lohnt es einen Blick drauf zu werfen.

Fazit: Bibelverfilmung aus einer anderen Perspektive – sehr langsam aber mit immens präsenten Darstellern.

Wie der Vater

Rachel (Kristen Bell) hat ihren Beruf zu lange vorne angestellt und wird als Folge vor dem Altar versetzt. So beschließt sie trotzdem die gebuchten Flitterwochen anzugehen und nimmt als Begleitung ihren Vater (Kelsey Grammer) mit zu dem sie eigentlich die Bindung verloren hat …

Die Netflix Produktion der Woche bei der man inhaltliche Dinge erzählen kann ohne wirklich zu spoilern: was passiert ist klar, wie es jeweils dargestellt wird eine ganz andere Sache. Eine junge Frau wird bei der Hochzeit stehen gelassen – aber nicht als Opfer sondern durchaus als nicht wirklich sympathisch dargestellt. Diese Frau schleift nach einer Sauftour ihren Vater zu dem sie keine Beziehung hat auf eine Kreuzfahrt, allerdings wird auch diese Sauftour nicht gerade als wildes Partyevent präsentiert sondern relativ sachlich, es gibt ein homosexuelles Paar auf der Fahrt die nicht allen gängigen Film-Schwulenklischees entsprechen und ebenso gibt es in Bezug auf den Vater zum Ende hin einen Twist den man so nicht unbedingt geahnt hat. Paßt also alles, man kann sich denken in welche Richtung es geht, nur eben nicht wie die einzelnen Versatzstücke aussehen. Und so kann man eigentlich klarkommen: mit bekannten Gesichtern (Kelsey Grammer und Kirsten Bell sind Gesichter für die man nicht in ein Kino rennen würde, aber sehr wohl gerne unter solchen Umständen anschaut), einem netten Umfeld (insbesondere zum Ende hin wenn die Nummer zeitweise auf Hawaii spielt und man den Eindruck hat die Darsteller haben nur mitgemacht weils so ein schöner Drehort war) und einer zwar zeitweise unausgeglichenen, aber passablen Mischung aus Komik und Tragik. Ein kleines, harmloses Filmchen, eben genau den passablen aber brauchbaren Netflix Standard darstellt

Fazit: Passable Mischung aus Komödie und Drama mit urlaubstauglichem Look!

Rating: ★★★☆☆