Mädelstrip

Nachdem Emily Middleton (Amy Schumer) verlassen wird und nimmt sie ihre Mutter Linda (Goldie Hawn) als Begleitung auf eine geplante Reise mit. Der Spaßtrip wird schnell gefährlich als Mutter und Tochter entführt werden und im Knast landen …

Ich habs kapiert! Amy Shumer ist einw enig stattlicher als das typische Hollywood Idealbild einer Frau und spielt darum Komödien in denen eben eine etwas pummeligere Hauptfigur unterwegs ist – das kann ja richtig eingesetzt werden, oder aber es verpufft zu einem nichtigen Nebendetail. Wenn man dieses Merkmal von ihr ausblendet bleibt sie für mich eine sehr passable, aber nicht überragende Darstellerin die mal mehr und mal weniger Pech mit dem Drehbuch hatte und hier scheinbar einen Fehlgriff getan hat. Es werden Reihenweise Versatzstücke aufgefahren die man zwar kennt, die aber trotzdem gut funktionieren können: Großstädter fahren in den Dschungel und sind mit der Umgebung überfordert, obendrein werden sie entführt und kämpfen mit Ganoven und es kommen noch ein paar Witze dazu weil das Frauengespann aus Mutter und Tochter besteht und die spießige Mama im Laufe des Films so richtig aus sich rauskommen darf. Das ist auch das wahre Highlight des Films, Goldie Hawn nach 15 Jahren wieder zu sehen, aber für eine Rückkehr hätte auch sie sich ein schickeres Skript wählen können. Beide Frauen liefern vollen Körpereinsatz und eine gewisse Schmerzfreiheit, das Skript aber in dem an der einen Stelle wild herumgealbert wird und an der anderen Stelle Reihenweise Leute gekillt werden ist für mich total unausgeglcihen, obendrein gibt’s am Ende eine Passage die einen so unfassbar schlechten Green Screen Effekt darstellt daß es restlos rausreißt. Es hätte schlimmer kommen können und mir seiner kurzen Laufzeit von 86 Minuten ist der Film durch bevors richtig nervt – aber er hätte trotzdem etwas geradlinier in seinem Skript sein können.

Fazit: Zuviel verschiedenes ungleich abgestimmt und in den gleichen Film gestopft!

Oceans Eight

Danny Ocean hat eine Schwester namens Debbie (Sandra Bullock) die ihrem Bruder in fast jeder Hinsicht ähnelt. Obendrein hat sie dessen kriminelle Energie und dessen Einfallsreichtum. So sammelt sie sieben Verbündete um sich herum um gemeinaam einen grouen Coup zu begehen und eine wertvolle Hals kette zu stehlen …

Ich war nie ein großer Fan der Oceans Filme, hatte damals zwar bei „Oceans Eleven“ einen echt tollen und lustigen Kinoabend, was aber mehr an der Gesellschaft lag und weniger am Film. Die Filme selber waren für mich gelacktes Star Kino daß zwar Charme, aber auch ne Menge nutzlosen Hochglanz hatten und als Heist Movies in Ordnung gingen. Trotzdem hätte es nach meiner Ansicht nicht diesen Film nicht gebraucht: Sandra Bullock wird als Schwester von Danny Ocean eingeführt und das alleine muß als Charakterisierung ihrer Figur reichen, ebenso werden die anderen Damen wie im Trailer im Schnellverfahren vorgestellt. Die Story dient eh nur dazu einen weiteren Heist Movie durchzuziehen, das gelingt soweit auch, aber ohne irgendeine auch nur ansatzweise originelle Idee dabei. Es bleiben ein paar nette Sprüche und eine Schicke Optik sowie eine große Starbesetzung, ansonsten aber ein fast piefiger Film der händeringend versucht seine Damenriege für weitere Teile zu etablieren, was aber nicht ausreichen sollte.

Fazit: Schicke Optik und eine fette Besetzung, ansonsten aber nur dürftige und altbackene Nummer!

Rating: ★★☆☆☆

Super Troopers 2

Es stellt sich heraus, dass einst eine Grenzmarkierung falsch gesetzt wurde wodurch sich eine ehemals frankokanadische Stadt sich auf einmal auf US-amerikanischem Terrain befindet. Die abgehalfterten Polizisten Thorny (Jay Chandrasekhar), Farva (Kevin Heffernan), Rabbit (Erik Stolhanske), Foster (Paul Soter) und Mac (Steve Lemme) werden von ihrem Vorgesetzten Captain O’Hagan (Brian Cox) eingeteilt um eine neu zugeordnete Polizeiwache zu leiten …

Ich habe mich nie nennenswert aufwendig mit den Werken von Broken Lizzard beschäftigt, kann aber nach Konsum von „Club Dread“, „Super Troopers“ und „Bierfest“ festhalten daß deren Humor mit meinem nicht kompatibel ist. Die Witze und Jokes sind einfach zu laut, zu albern und zu platt, außerdem hat man hier kein Herz oder irgendwas an das man emotional anknüpfen könnte. Es hat schon genug Filme gegeben die zwar mit dümmlichen Figuren gearbeitet haben, diese aber doch irgendwie herzlich präsentiert haben und dieses ist hier nicht gegeben. Statt dessen haben wir alberne, laute Figuren die Sprüche und hysterische Gags jenseits der Schmerzgrenze liefern, dazu eine schnelle Krimihandlung die nicht wirklich mit Wendungen oder Überraschungen daherkommt und außer ein paar netten Szenen mit Rob Lowe restlos nervt. Merkte ich auch an der Stimmung in meinem Kino – selten war es bei einer Komödie so ernsthaft stumm.

Fazit: Lautes Gagfeuerwerk dessen Jokes sich komplett als Rohrkrepierer erweisen!

Im Auftrag des Teufels

Anwalt Kevin Lomax (Keanu Reeves) kommt aus der Provinz und hat eine beeindruckende Bilanz an gewonnenen Fällen. So erhält er ein Angebot einer großen New Yorker Kanzlei die John Milton (Al Pacino) gehört. Während er weiterer Karreire macht bemerkt seine Frau Mary Ann (Charlize Theron) mehr und mehr eine aufziehende Gefahr …

Eine sehr interessante Idee und auch so viele Jahre später eine ungemein spannende Darstellerpaarung: der Film legt fest daß Anwälte wie der Teufel sind und geht nhoch weiter den Teufel eben als Kopf einer solchen Kanzlei zu präsentieren, großartig verkörpert von Al Pacino. Dem gegenüber der ehrgeizige, aber noch irgendwie gute Naivling, von einem jungen Kean Reeves mit viel Eisnatz verkörpert, dahinter hat die zu dem Zeitpunkt noch unbekanntere Charlize Theron einen heftigen Part als Ehefrau die auch so einiges mitmacht. Der Film an scih ist nicht direkt ein schlichter Horrorfilm, hat aber sehr wohl zahlreiche Passagen die dem Horrorgenre entsprechen, dazwischen gibt es viele scharfzüngige Dialoge und trotz der langen Laufzeit keine wirkliche Langeweile. Ich war mir nur immer unschlüssig ob ich die Schlußpointe genial oder zu speziell finden soll – aber wer sie nicht kennt kann es mal mit dem Film versuchen und sich eine eigene Meinung bilden.

Fazit: Spannend, üppig aufgemacht und am Ende glatt von epischen Ausmaßen – ganz eigener Mix aus Justizfilm und Horrorstreifen!

Demolition – Lieben und Leben

Das perfekte Leben des Bankers Davis Mitchell (Jake Gyllenhaal) endet brutal als seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kommt. In diesem Schockzustand kommt niemand mehr an ihn ran, auch sein Schwiegervaters Phil (Chris Cooper) nicht. Davis beginnt damit Beschwerdebriefe an Firmen zu schicken wodurch er an Karen Moreno (Naomi Watts) gerät …

Bei diesem Film habe ich die Verbreitung in Deutschland nicht völlig verstanden: er lief regulär, aber wenig beachtet im Kino und erschien dann nicht in den üblichen Verbreitungswegen (zb: DVD On Demand Diensten); ich konnte ihn nun auf amazon nachholen. War die längere Wartezeit darauf es wert? Durchaus. Weil ich einen Film zu sehen bekam der nicht den zu erwartenden Weg nahm: ein Mann verliert seine Frau und trauert, findet einen merkwürdigen therapeutischen Ansat darin zu zerstören und zerlegt sein glänzendes, aber hohles Leben und seine Umfeld und knüpft eine nette Freundschaft mit einer Frau von einer Beschwerdehotline. Das alles in einem Film der die Stimmungen ständig wechselt, auf tieftraurige Momente folgen unverständlich lustige Augenblicke und manchmal völliger purer Wahnsinn. Gylenhaal trägt das alles, schreitet durch dieses filmische Wechselbad der Gefühle und obwohl man nie wirklich versteht wer er eigentlich ist und was ihn ihm vorgeht berührt einen das was er tut. Als normales Drama würde ich den Film nicht empfehlen, als jemand der mal etwas schauen möchte das vom gewohnten abweicht kann mans definitiv mal probieren.

Fazit: Emotional, absurd lustig und nicht immer griffig – hochemotionaler Film der nicht kalt lässt!

Rating: ★★★★☆

The Comedian

In den siebzigern war Jackie (Robert De Niro) erfolgreicher Star einer Comedyserie, mittlerweile hangelt er sich nur noch von einem drittklassigen Auftritt zum nächste. So trifft er auf Harmony (Leslie Mann) die er zu allen möglichen Anlässen begleitet und zahlreiche chaotische Momente erzeugt …

Manchmal reicht es eben einfach aus Cover Robert DeNiro drucken zu können, das reicht um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Mit Stars wie Harvey Keitel, Danny DeVito und Leslie Mann hat man dann hier gleich auch die sonstigen Rollen soweit ganz brauchbar ausgestattet. Aber leider hätte man ein wenig mehr sorgfalt dem Drehbuch widmen können. Dieses folgt einfach nur dem Leben eines alternden Comedians der zwar auf der Bühne lustig ist, aber im sonstigen Leben eine Katastrophe ist. Dabei profitiert das Drehbuch davon daß deNiro alles spielen kann: mal Drama, mal witzig, mal ernst, mal albern … geht alls. Das Drehbuch verlangt ihm da auch alles ab weils nicht strukturiert erscheint: ich verstehe nicht wer der Kerl eigentlich ist, warum er sich verhält wie er sich verhält und warum der Film mehrfach die Richtung wechselt? Weiß ich echt nicht. Obendrein fand ich die zahlreichen Comedypassagen anstrengend und nicht wirklich lustig. Heißt also: wen man mal über den Titel stolpert kann mans ja mal verscuhen – sollte aber keine großen Erwartungen anbringen.

Fazit: Von alles was drin, aber kaum stimmig abgemischt – DeNiro hälts aber tapfer zusammen!

Rating: ★★★☆☆

Set it up

Die New Yorker Assistentin Harper (Zoey Deutch) und ihr Kollege Charlie (Glen Powell) leiden unter ihren tyrannischen Chefs Kirsten (Lucy Liu) und Rick (Taye Diggs). Schließlich kommen sie auf die Idee ihre Chefs zu verkuppeln – halsen sich damit aber einige Probleme auf …

Der Netflix Film der Woche – dies, genau das und keinen Deut mehr oder weniger. Eine ganz simple RomCom bei der mich schon die Kernidee ärgert: zwei Assistenten beschließen ihre Chefs zu verkuppeln und sich eigene Vorteile daraus auszurechnen – also wird getrickst, gefuscht und manipuliert was das Zeug hält. Das ist zwar niedlich und nett dargestellt und zum schmunzeln, aber aber eigentlich auch ziemlich fies. Bei den Figuren läuft leider eine Sache aus dem Ruder, nämlich Glenn Powel in der männlichen Hauptrolle: der spielt so völlig bleich, charismararm und ohne Ausdruck daß seine Figur einfach nicht greift oder funktioniert, besonders im Zusammenspiel mit Zoey Deutch. Und es ist schade daß der Film zwar in New York spielt, aber die Stadt und die Möglichkeiten so gut wie garnicht aufgreift, nutzt oder einbindet. Als Streaming Film zum beiläufig mal schauen ist die Nummer von Anfang bis Ende in Ordnung, aber belegt für mich eindeutig: ein Film direkt für ein Stgreaming Portal hat keine Kinoqualität.

Fazit: Kleine, unbedeutende aber soweit solide RomCom!

Hereditary – Das Vermächtnis

Galeristin Annie (Toni Collette), ihr Mann Steve (Gabriel Byrne) und die Kinder Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) leben in einem Haus am Waldrand. Nach dem Tod von Annies Mutter beginnen dort rätselhafte und unheimliche Ereignisse konfrontiert und sie kommen einer düsteren Familienvorgeschichte auf die Spur …

Ich gebe gerne und offen zu wenn mich ein Film überfordert und das war bei diesem hier eindeutig der Fall. Ich bin da auch völlig unvorbereitet rangegangen, wußte nicht was kommt und hatte nichtmal einen Trailer geschaut – und ahnte eben wirklich nicht in welche Richtung die Reise geht. Dementsprechend war ich insbesondere in der ersten Stunde sehr aufgeschmissen, da der Film definitiv nicht besonders klassisch ist und an allen Ecken von gängigen Normen abweicht. Hierbei liefert er aber ein sehr gebremstes Erzähltempo bei dem man überhaupt nicht weiß was vorgeht – und dem Gemurmel im Kinosaal entnommen war ich nicht der einzige der recht unbeeindruckt geblieben ist. Dafür läuft das Ganze auf ein unfassbar krasses Finale raus und die letzten zwanzig Minuten stellen ein paar der unangenehmsten Kinominuten 2018 dar die man gesehen haben sollte. Daher kann ich den Film nicht uneingeschränkt empfehlen und ich bin mir sicher daß er seine Zuschauer spalten wird – anber auch einige sehr zufrieden sein werden.

Fazit: Krasses Finish nach der eher langsamen ersten Hälfte – nicht für jedermann geeignet!

Genauso anders wie ich

Kunsthändler Ron Hall (Greg Kinnear) und seine Frau Deborah (Renée Zellweger) scheinen nach außen hin eine wundervolle Beziehung zu führen, in Wirklichkeit haben sie sich nach 19 Jahren Ehe nichts mehr zu sagen weswegen Ron eine Affäre begionnen hat. Deborah träumt indes von einem fremden Mann der ihr eines Tages in Gestalt von Denver Moore (Djimon Hounsou) gegenüber steht …

Ein Ehepaar das sich nach langer Zeit nichts mehr zu sagen hat sucht die Freundschaft eines Obdachlosen der ihr Leben verändert und in positiver Weise durcheinander wirbelt – klingt nach Edelkitsch, hat aber mit der hochkarätigen Besetzung durchaus ein wenig Interesse verdient. Wobei mich eigentlich zwei Dinge sehr fasziniert haben: zum einen eben daß die Story wahr sein soll, zum anderen Rene Zellweger die zwar nicht allzu viel darstellerisch zu tun hat, aber hier irgendwie so optisch umgestaltet wurde daß sie fast garnicht mehr zu erkennen ist. Ansonsten hat man sanftes, ruhiges und geschwätziges Dramakino mit einem Schuß Wohlfühlfaktor, ergänzt durch einen ganz kleinen Funken „Märchen“: nichts was unbedingt geschaut werden muß, aber ebensowenig etwas vor dem man sich „weigern“ braucht sollte man mal in die Lage kommen es zu schauen.

Fazit: Redseliges Drama mit leichtem Humoranteil; nicht gerade unfassabr neu, aber sehr wohl interessant!

Alex Strangelove

Alex Truelove (Daniel Doheny) hat alles was er sich wünschen kann: eine gut laufende Schaulaufbahn, eine wundervolle Freundin (Madeline Weinstein) und eine strahlende Zukunft vor sich. Allerdings ist er noch Jungfrau – und bekommt ausgerechnet beim schwulen Mitschüler Elliot (Antonio Marziale) unerwartete Hilfe …

Eine fast merkwürdig getimte Veröffentlichung: der Film erscheint auf Netflix gut drei Wochen bevor der Film „Love, Simon“ im Kino erscheint, die haben zwar nichts miteinander zu tun, aber eben doch ein im weitesten Sinne ähnliches Thmea; und dadurch wird verdeutlicht worin die Unterschiede zwischen einem füs Kino und einem fürs Streaming gedrehten Film liegen. Bei dieser „unsicherer Junge entdeckt seine Homosexualität“ Story sind keine bekannten Stars dabei und der Film fährt Geschütze auf aus den Untiefen der High-School Komödie; etwa eine epische Kotzszene und überhaupt das erste Mal als Hauptthema, ist aber in einem Punkt herausragend: beim auslassen von Bewertungen. Die Hauptfigur ist im Taumel ob sie hetero, homo oder bisexuel ist, das wird sogar sehr schön mittels einer Frühstücksszene dargestellt, aber es gibt zu keinem Zeitpunkt etwas wertendes, etwa das eines davon falsch wäre (wie es früher sicherlich der Fall gewesen wäre). Insgesamt ist der Film wohl etwas im Mittelfeld: etwas zu lau für ein Drama und nicht wirklich so lustig wie eine Komödie, aber am Ende doch sympathisch und eben das was er ist: ein Streaming Titel der wenn er zur Verfügung steht bedenklos geschaut werden kann, den im Umkehrschluß aber keiner vermisst!

Fazit: Junge sucht seine sexuelle Ausrichtung – trotz Teeniefilm-Klischees im Kern mit viel Gefühl!