Die dunkelste Stunde

Winston Churchill (Gary Oldman) übernimmt 1040 das Amt des britische Premierministers als Nachfolger von Neville Chamberlain (Ronald Pickup) und stgeht gleich vor der Mission, Verhandlungen mit Adolf Hitler zu führen. Schon bald muß er den Einzug der Nazis unterbinden und sich obendrein mit politischen Intrigen herumschlagen …

Hier mußte ich recht schnell feststellen daß mich der Film in seiner Gesamtheit stark überfordert: vor allem der historische Kontext ist für ein schlichtes Gemüt wie das meine deutlich zuviel. Immerhin kam der Film relativ knapp nach „Dunkirk“; wodurch die dort erwähnten Punkte und die Lage in Dünnkirchen einigermaßen präsent war, aber trotzdem ist mir der Gesamtzusammenhang nicht so zugegangen wie es sollte. Also mußte ich den Film auf andere Stärken in betrachten, und das kann ja am Ende nur eine sein: Gary Oldman. Als kauziger, oftmals lustiger Kerl rennt er durch den Film und schnattert sich den Mund fusselig, meist in Szenen wo in fast schwarzweißer Beleuchtung viele gewichtige Männer stehen die er mit seinen feurigen Reden in seinen Bann zieht, wobei ich das wahre Highlight in der Szene sehe in der Churchhill sich in eine normale Bahn setzt und das Volk um seine Meinung bittet. Alleine das, aber vorrangig die energiegeladene Vorstellung Oldmans machen den Film vergnüglich, interessant und selbst wenn man nicht alle Zusammenhänge soweit hinkriegt spannend. Wann kriegt man schonmal einen Kriegsfilm in dem nur geredet wird?

Fazit: Mag für Nicht Historiker etwas anstrengend sein, unterhält aber bestens mit Gary Oldman in redseliger Bestform!

Rating: ★★★★☆

How to party with mom

Deanna (Melissa McCarthy) hat sich stets für ihre Tochter Maddie (Molly Gordon) und Ehemann Dan (Matt Walsh) aufgeopfert. Dann aber verlässt sie Dan für eine Geliebte und Deanna beschließt ihr Leben neu aufzurollen: dazu will sie zunächst ihren Collegeabschluß nachholen. An Maddies Seite schlägt sich Deanna fortran durch das Partyleben der Uni …

Melissa McCarthy ist ein Thema mit dem ich nicht so gut kann: ich möchte sie sehr in GIlmore Girls, konnte sie auch in z.B. „Brautalarm“ ganz gut ab, aber dann kamen Titel wie „Susan Cooper undercover“  und Ghostbusters die nicht dazu da waren daß sie eine Rolle spielt sondern einfach nur sie fett ins Zentrum bringen sollten. Und ebenso ist es hier: das Drehbuch hat sie zusammen mit ihrem Mann geschrieben der auch Regie führt und die düpnne Story nur dazu nutzt Szenen aneinander zu reihen in denen sie imm Zentrum steht. Wenn man sie mag und lustig findet ist das vielleicht ok, wer aber nur eine Komödie schauen will dürfte recht schnell von der aufdringlichen Komik und der unsympathischen Hauptfigur genervt sein. Schade ist auch daß die Randfiguren durchaus charmant sind und nette Momente haben, die aber jedesmal von McCarthy an den Rand gepresst werden und nur als Selbstzweck genutzt werden. Definitiv ein sehr egomaner und unangenehmer Film.

Fazit: Die passable Grundidee wird verheizt zu einer seelenlosen Selbstinszenierung McCarthys!

 

Brain on Fir – Feuer im Kopf

Susannah (Chloë Grace Moretz) arbeitet als Journalistin bei der New York Post hat tolle Kolelgen und ein intaktes privates Umfeld. Dann setzen abrupt Halluzinationen bei ihr ein – und dieser Zustand wird immer schlimmer, ohne daß Ärzte einen Grund benennen können …

Ich frage mich bei manchen Darstellern in bestimmten Rollen warum sie gerade den jeweiligen Film gewählt haben. Im vorliegenden Fall denke ich mal daß Chloe Grace Moretz Lust hatte sich mal so richtig auszubrüllen – der Film enthält unzählige Szenen und Stellen in denen sie toben, rumschreien und ausrasten kann. Allerdings auf dramatische Weise, als eine junge Frau die über sich selbst die Kontrolle verliert und auf nicht nachvollziehbare Weise den Verstand verliert. Das fußt auf einem wahren Fall und zeigt wie eine bestimmte Diagnose bei einer jungen Frau gemacht wurde die dann relevant wurde und auch bei anderen festgestellt wurde, demonstriert am Schicksal einer einzigen betroffenen Frau. Das heißt, man hat anderthalb Stunden unangenehme Szenen in denen die Hauptfigur in immer mehr Alltagsmomente gerät und nicht mehr klarkommt, des weiteren sehr viele Szenen in denen Verwandte verzweifeln, mit Ärzten rede und nach einer Lösung suchen. Das ist alles recht unangenehm, aber durchaus auch bewegend, ergreifend und beunruhigend. Fürs Kino hätte die Sache nicht viel her gegeben, als Netflix Veröffentlichung der Woche ist es ein lohnender Klick.

Fazit: Kleiner Film, unaufdringlich, nett gespielt und mit interessantem Thema!

The Strangers – Opfernacht

Kinsey (Bailee Madison) soll aufs Internat geschickt werden und vorher noch einen Urlaub mit Mutter Cindy (Christina Hendricks), Vater Mike (Martin Henderson) und Bruder Luke (Lewis Pullman) verbringen. Vor Ort erwarten sie jedoch die Psychopathen Dollface (Emma Bellomy), Pin-Up Girl (Lea Enslin) und The Man in the Mask (Damian Maffei) die eiskalt beginnen die Familie zu terrorisieren …

Der este Film ist für mich mit einer ganz kleinen Anekdote verbunden: ich sah ihn damals nachdem ich aus einem Einzimmer Appartement in eine Wohnung mit mehreren Räumen gezogen war und hatte nachts nach Konsum des Films Angst in den benachbarten Schlafraum zu gehen – so intensiv empfand ich ihn. Auch das Grundprinzip daß zwei Menschen den drei Psychopathen wehrlos ausgeliefert sind und sich nicht gemäß der Standardreegeln zur Gegenwehr setzen gefiel mir. Im Sequel geht’s dann doch konventioneller zu: Schauplatz ist ein leerstehender Trailerpark an einem See, eine arme Familie erscheint dort und gerät recht schnell in die Bedrängnis. Ich mag daß man keine aufwendigen Aufbauszenen einfügt, sondern sehr schnell zum Punkt kommt: bei gerade 85 Minuten Laufzeit geht der Alptraum nach knapp 20 Minuten los und setzt bis zum Ende nicht mehr aus. Dabei reicht das Prinzip daß einfach drei Irre durch die Gegend schleichen und jederzeit hinter jeder Ecke hervor springen können komplett aus – die dann folgenden Gewaltmomente, Erschreckszenen und Verfolgungsjagden sind zwar nicht wirklich neu oder originell, aber eben sehr effektiv. Mitdenken sollte man zwar nicht da zahlreiche Dinge strunzdumm sind, aber für einen kurzen, knappen Horrorabend ist die Nummer optimal.

Fazit: Nicht wirklich nötiges Sequel daß aber kurzweilig und effektiv ausfällt!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=gj_A_sHOxmM&t=2s

Mädelstrip

Nachdem Emily Middleton (Amy Schumer) verlassen wird und nimmt sie ihre Mutter Linda (Goldie Hawn) als Begleitung auf eine geplante Reise mit. Der Spaßtrip wird schnell gefährlich als Mutter und Tochter entführt werden und im Knast landen …

Ich habs kapiert! Amy Shumer ist einw enig stattlicher als das typische Hollywood Idealbild einer Frau und spielt darum Komödien in denen eben eine etwas pummeligere Hauptfigur unterwegs ist – das kann ja richtig eingesetzt werden, oder aber es verpufft zu einem nichtigen Nebendetail. Wenn man dieses Merkmal von ihr ausblendet bleibt sie für mich eine sehr passable, aber nicht überragende Darstellerin die mal mehr und mal weniger Pech mit dem Drehbuch hatte und hier scheinbar einen Fehlgriff getan hat. Es werden Reihenweise Versatzstücke aufgefahren die man zwar kennt, die aber trotzdem gut funktionieren können: Großstädter fahren in den Dschungel und sind mit der Umgebung überfordert, obendrein werden sie entführt und kämpfen mit Ganoven und es kommen noch ein paar Witze dazu weil das Frauengespann aus Mutter und Tochter besteht und die spießige Mama im Laufe des Films so richtig aus sich rauskommen darf. Das ist auch das wahre Highlight des Films, Goldie Hawn nach 15 Jahren wieder zu sehen, aber für eine Rückkehr hätte auch sie sich ein schickeres Skript wählen können. Beide Frauen liefern vollen Körpereinsatz und eine gewisse Schmerzfreiheit, das Skript aber in dem an der einen Stelle wild herumgealbert wird und an der anderen Stelle Reihenweise Leute gekillt werden ist für mich total unausgeglcihen, obendrein gibt’s am Ende eine Passage die einen so unfassbar schlechten Green Screen Effekt darstellt daß es restlos rausreißt. Es hätte schlimmer kommen können und mir seiner kurzen Laufzeit von 86 Minuten ist der Film durch bevors richtig nervt – aber er hätte trotzdem etwas geradlinier in seinem Skript sein können.

Fazit: Zuviel verschiedenes ungleich abgestimmt und in den gleichen Film gestopft!

Oceans Eight

Danny Ocean hat eine Schwester namens Debbie (Sandra Bullock) die ihrem Bruder in fast jeder Hinsicht ähnelt. Obendrein hat sie dessen kriminelle Energie und dessen Einfallsreichtum. So sammelt sie sieben Verbündete um sich herum um gemeinaam einen grouen Coup zu begehen und eine wertvolle Hals kette zu stehlen …

Ich war nie ein großer Fan der Oceans Filme, hatte damals zwar bei „Oceans Eleven“ einen echt tollen und lustigen Kinoabend, was aber mehr an der Gesellschaft lag und weniger am Film. Die Filme selber waren für mich gelacktes Star Kino daß zwar Charme, aber auch ne Menge nutzlosen Hochglanz hatten und als Heist Movies in Ordnung gingen. Trotzdem hätte es nach meiner Ansicht nicht diesen Film nicht gebraucht: Sandra Bullock wird als Schwester von Danny Ocean eingeführt und das alleine muß als Charakterisierung ihrer Figur reichen, ebenso werden die anderen Damen wie im Trailer im Schnellverfahren vorgestellt. Die Story dient eh nur dazu einen weiteren Heist Movie durchzuziehen, das gelingt soweit auch, aber ohne irgendeine auch nur ansatzweise originelle Idee dabei. Es bleiben ein paar nette Sprüche und eine Schicke Optik sowie eine große Starbesetzung, ansonsten aber ein fast piefiger Film der händeringend versucht seine Damenriege für weitere Teile zu etablieren, was aber nicht ausreichen sollte.

Fazit: Schicke Optik und eine fette Besetzung, ansonsten aber nur dürftige und altbackene Nummer!

Rating: ★★☆☆☆

Super Troopers 2

Es stellt sich heraus, dass einst eine Grenzmarkierung falsch gesetzt wurde wodurch sich eine ehemals frankokanadische Stadt sich auf einmal auf US-amerikanischem Terrain befindet. Die abgehalfterten Polizisten Thorny (Jay Chandrasekhar), Farva (Kevin Heffernan), Rabbit (Erik Stolhanske), Foster (Paul Soter) und Mac (Steve Lemme) werden von ihrem Vorgesetzten Captain O’Hagan (Brian Cox) eingeteilt um eine neu zugeordnete Polizeiwache zu leiten …

Ich habe mich nie nennenswert aufwendig mit den Werken von Broken Lizzard beschäftigt, kann aber nach Konsum von „Club Dread“, „Super Troopers“ und „Bierfest“ festhalten daß deren Humor mit meinem nicht kompatibel ist. Die Witze und Jokes sind einfach zu laut, zu albern und zu platt, außerdem hat man hier kein Herz oder irgendwas an das man emotional anknüpfen könnte. Es hat schon genug Filme gegeben die zwar mit dümmlichen Figuren gearbeitet haben, diese aber doch irgendwie herzlich präsentiert haben und dieses ist hier nicht gegeben. Statt dessen haben wir alberne, laute Figuren die Sprüche und hysterische Gags jenseits der Schmerzgrenze liefern, dazu eine schnelle Krimihandlung die nicht wirklich mit Wendungen oder Überraschungen daherkommt und außer ein paar netten Szenen mit Rob Lowe restlos nervt. Merkte ich auch an der Stimmung in meinem Kino – selten war es bei einer Komödie so ernsthaft stumm.

Fazit: Lautes Gagfeuerwerk dessen Jokes sich komplett als Rohrkrepierer erweisen!

Im Auftrag des Teufels

Anwalt Kevin Lomax (Keanu Reeves) kommt aus der Provinz und hat eine beeindruckende Bilanz an gewonnenen Fällen. So erhält er ein Angebot einer großen New Yorker Kanzlei die John Milton (Al Pacino) gehört. Während er weiterer Karreire macht bemerkt seine Frau Mary Ann (Charlize Theron) mehr und mehr eine aufziehende Gefahr …

Eine sehr interessante Idee und auch so viele Jahre später eine ungemein spannende Darstellerpaarung: der Film legt fest daß Anwälte wie der Teufel sind und geht nhoch weiter den Teufel eben als Kopf einer solchen Kanzlei zu präsentieren, großartig verkörpert von Al Pacino. Dem gegenüber der ehrgeizige, aber noch irgendwie gute Naivling, von einem jungen Kean Reeves mit viel Eisnatz verkörpert, dahinter hat die zu dem Zeitpunkt noch unbekanntere Charlize Theron einen heftigen Part als Ehefrau die auch so einiges mitmacht. Der Film an scih ist nicht direkt ein schlichter Horrorfilm, hat aber sehr wohl zahlreiche Passagen die dem Horrorgenre entsprechen, dazwischen gibt es viele scharfzüngige Dialoge und trotz der langen Laufzeit keine wirkliche Langeweile. Ich war mir nur immer unschlüssig ob ich die Schlußpointe genial oder zu speziell finden soll – aber wer sie nicht kennt kann es mal mit dem Film versuchen und sich eine eigene Meinung bilden.

Fazit: Spannend, üppig aufgemacht und am Ende glatt von epischen Ausmaßen – ganz eigener Mix aus Justizfilm und Horrorstreifen!

Demolition – Lieben und Leben

Das perfekte Leben des Bankers Davis Mitchell (Jake Gyllenhaal) endet brutal als seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kommt. In diesem Schockzustand kommt niemand mehr an ihn ran, auch sein Schwiegervaters Phil (Chris Cooper) nicht. Davis beginnt damit Beschwerdebriefe an Firmen zu schicken wodurch er an Karen Moreno (Naomi Watts) gerät …

Bei diesem Film habe ich die Verbreitung in Deutschland nicht völlig verstanden: er lief regulär, aber wenig beachtet im Kino und erschien dann nicht in den üblichen Verbreitungswegen (zb: DVD On Demand Diensten); ich konnte ihn nun auf amazon nachholen. War die längere Wartezeit darauf es wert? Durchaus. Weil ich einen Film zu sehen bekam der nicht den zu erwartenden Weg nahm: ein Mann verliert seine Frau und trauert, findet einen merkwürdigen therapeutischen Ansat darin zu zerstören und zerlegt sein glänzendes, aber hohles Leben und seine Umfeld und knüpft eine nette Freundschaft mit einer Frau von einer Beschwerdehotline. Das alles in einem Film der die Stimmungen ständig wechselt, auf tieftraurige Momente folgen unverständlich lustige Augenblicke und manchmal völliger purer Wahnsinn. Gylenhaal trägt das alles, schreitet durch dieses filmische Wechselbad der Gefühle und obwohl man nie wirklich versteht wer er eigentlich ist und was ihn ihm vorgeht berührt einen das was er tut. Als normales Drama würde ich den Film nicht empfehlen, als jemand der mal etwas schauen möchte das vom gewohnten abweicht kann mans definitiv mal probieren.

Fazit: Emotional, absurd lustig und nicht immer griffig – hochemotionaler Film der nicht kalt lässt!

Rating: ★★★★☆

The Comedian

In den siebzigern war Jackie (Robert De Niro) erfolgreicher Star einer Comedyserie, mittlerweile hangelt er sich nur noch von einem drittklassigen Auftritt zum nächste. So trifft er auf Harmony (Leslie Mann) die er zu allen möglichen Anlässen begleitet und zahlreiche chaotische Momente erzeugt …

Manchmal reicht es eben einfach aus Cover Robert DeNiro drucken zu können, das reicht um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Mit Stars wie Harvey Keitel, Danny DeVito und Leslie Mann hat man dann hier gleich auch die sonstigen Rollen soweit ganz brauchbar ausgestattet. Aber leider hätte man ein wenig mehr sorgfalt dem Drehbuch widmen können. Dieses folgt einfach nur dem Leben eines alternden Comedians der zwar auf der Bühne lustig ist, aber im sonstigen Leben eine Katastrophe ist. Dabei profitiert das Drehbuch davon daß deNiro alles spielen kann: mal Drama, mal witzig, mal ernst, mal albern … geht alls. Das Drehbuch verlangt ihm da auch alles ab weils nicht strukturiert erscheint: ich verstehe nicht wer der Kerl eigentlich ist, warum er sich verhält wie er sich verhält und warum der Film mehrfach die Richtung wechselt? Weiß ich echt nicht. Obendrein fand ich die zahlreichen Comedypassagen anstrengend und nicht wirklich lustig. Heißt also: wen man mal über den Titel stolpert kann mans ja mal verscuhen – sollte aber keine großen Erwartungen anbringen.

Fazit: Von alles was drin, aber kaum stimmig abgemischt – DeNiro hälts aber tapfer zusammen!

Rating: ★★★☆☆