Der wunderbare Garten der Bella Brown

Bella Brown (Jessica Brown Findlay) wuchs in einem Waisenhaus auf und wird als Erwachsene Bibliothekarin. Als ihr grantiger Nachbar Alfie Stephenson (Tom Wilkinson) ihr Ärger macht wegen ihrem vernachlässigten Garten muß sie wohl oder übel unter dessen Anleitung den Garten wieder herrichten …

Keine sonderlich neue Sache: kauzige, eigensinnige junge Frau die mit der ganzen Welt nicht klarkommt wird gezwungen etwas zu tun was sie nicht will oder kann, in diesem Falle eben das Instandsetzen eines Gartens, findet dabei einen väterlichen Mentor und auch irgendwo zu sich selbst. Ein kleiner, feiner britischer Film der eben denjenigen die genau sowas sehen wollen auch entsprechendes Material liefert, mit nettem Humor, liebenswerten und schrulligen Figuren und einer dosierten Mischung aus Herz, Humor und Tragik. Eigentlich also nichts dran zu beklagen, mir hats trotzdem nicht sonderlich gefallen oder zugesagt, vielleicht weil sich der Film auf diesen vertrauten Bahnen und Pfaden viel zu erzwungen angefühlt hat? Keine Ahnung, sollte jeder den es interessieren mag mal einen Blick drauf werden. Mit 88 Minuten ist er dabei auch angenehm kurz.

Fazit: Frau findet sich bei Gartenarbeit wieder – harmlos, gefühlvoll und irgendwie sehr bekannt!

Rating: ★★★☆☆

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Die stumme Elisa (Sally Hawkins) arbeitet in den sechziger Jahren mit Zelda (Octavia Spencer) als Putzfrau in einem Labor. Dort wird eines Tages ein ominöses Fischwesen eingesperrt und von dem kaltherzigen Agenten Strickland (Michael Shannon) gequält. Elisa fühl schon bald eine starke Verbindung zum Fischmenschen …

Die Story klingt als habe man einen alten Notizblock von Stephen Spielberg wiedergefunden: schöne, unschuldige Frau trifft auf mysteriöses Fabelwesen und es entwickelt sich was zwischen ihnen. Es gibt dabei zahlreiche Möglichkeiten in die Sicht so eine Handlung entwickeln kann: kommen die beiden zusammen oder bleiben sie nur freunde? Wird es zu einer großen Befreiungsaktion kommen? Wenn ja, stellt diese den Showdown dar oder passiert viel früher? Happy End oder Tränenzieher? Es gibt genug Möglichkeiten so etwas ansprechend zu zeigen, die Frage auf welchem Weg es geht macht den Unterschied aus. Aber das bewältigt der Streifen ganz wunderbar. Seine stärken ligen eh woanders: Sally Hawkins liefert hier eine Leistung ab die oscarwürdig ist, zeigt dabei vollen Körpereinsatz und scheut auch nicht mehrere Nackt und Masturbationsszenen. Das Zusammenspiel mit Octavia Spencer, Richard Jenkins und Michael Shannon ist adbei wunderbar, und sogar Doug Jones kann durch die Effekte die seine Figur umgeben eine wirklich lebhafte und glaubwürdige Figur abliefern. Obendrein ist der Film optisch unfassbar brilliant: wie ein Gemälde, mit einer ganz eigenen Bildersprache entführt der Film in eine ganz eigene Welt. Vielleicht nicht für jeden geeignetes Blockbusterkino, wohl aber emotionales, spannendes und begeisterndes Flmerlebnis das etwas sehr seltenes auf die Leinwand bringt: Magie!

Fazit: Überragend inszeniert und gespielt – eine gänzlich andere, nur etwas zu lange Liebesgeschichte!