Coco – Lebendiger als das Leben!

Miguel wächst als Sohn eines Schusters auf, hat aber die heimliche Leidenschaft für Musik und In Gestalt des Sängers Ernesto de la Cruz (Benjamin Bratt) ein großes Idol. Durch einen Zufall gelangt Miguel ins Reich der Toten und beginnt dort zusammen mit seiner Urgroßmutter Imelda und dem Skelett Hector nach Ernesto zu suchen …

Hier ist dann meine übliche Rede fällig daß ich immer etwas zurückhaltender bin wenn es um Pixar geht, einfach weil zu oft Filme von dort überschwengliche Wertungen bekommen haben die es so nicht wert waren. Aber gut, jeder muß für sich stehen, und das kann der Neue mit Sicherheit. Es ist eine bunte und fröhliche Komödie mit sehr melancholischem Unterton, schließlich schwingen im Film Themen wie Tod, Sterben und Abschied nehmen mit. Aber trotzdem mit einer funktionierenden Geschichte mit Herz und Hirn sowie sympatischen Figuren und einer tollen Optik sowie ein paar überraschenden Wendungen. Ich finde lediglich das Design der Totenstadt merkwürdig futuristisch und den Hund Dante mehr nervig als witzig – aber das ist schon jammern auf hohem nivau. Als Kinderfilm mit Anspruch und optische Breitseite funktioniert das Ding absolut großartig!

Fazit: Kunterbunte Optik und viel Herz und Hirn!
Rating: ★★★★☆

Lieber leben

Sportler Benjamin (Pablo Pauly) nach einem Unfall gelähmt und kommt in eine Einrichtungfür die nötigen Reha Maßnahmen. Ein JAhr verbringt er dort und erlebt dort Freundschaft und Zusammenhalt mit anderen Betroffenen, aber ebenso die wechselhaften Probleme und Momente des Krankenalltags … bewegend oder schleppend?

Dieser Titel traf mich mal wieder völlig unerwartet in einer Sneak Preview, ohne zu wissen was es ist und worum es geht. Megaspoiler hatte der Film dann zwar wirklich nicht, aber eine Überraschung war er schon: insbesondere weil ein Film mit dieser Thematik am Ende eine so positive Austrahlung hat. Man kriegt nicht nennenswert aufwendig protokolliert wie der Gesundheitsverlauf der Hauptfigur ist, sieht eben nur daß er stets immer weiter und weiter in den Therapien weitermacht, drumherum ist ein stetes Wechselbad der Emotionen, wo Fröhlichkeit und Hoffnung ebenso mit Trauer und Verzweilflung wechseln. Außerdem können zu jederzeit klare und plausible Momente um die Ecke kommen, etwa wenn Ben mit dem Rollstuhl herumfährt, die Batterie leer ist und er in dem Moment hilflos feststeckt. Dazu gibt’s stellenweise bitteren und doch befreienden Humor – und am Ende eben einen Film der nicht sehr viel erzählt, aber immens viel gezeigt hat. Vor alem den Kampf den Rohlstuhlfahrer durchstehen.

Fazit: Von der Handlung her tieftraurig und bitter und in seiner Art doch optimistisch und humorig!

Rating: ★★★★☆

Detroit

An einem hitzigen Sommertag im Jahre 1967 eskaliert die Lage in Detroit und es beginnen fünf Tage andauernde Unruhen mit rassistischen Hintergründen. In diesem Chaos gerät der Wachmann Dismukes (John Boyega) unter Verdacht an einem Verbrechen beteiligt zu sein …

Nach „Boston“ am Jahresanfang oder vor 10 Jahren „München“ also erneut ein Film der ein wahres, furchtbares Ereignis nachstellt und es nach der Stadt ind er es geschah benennt. Im vorliegenden Fall geht es um die Rassenunruhen in Detroit des Jahrs 1967 und einen blutigen Vorfall der in einem Hotel nach einer Banalität entbrennt. Dabei zerfällt der Film in mehrere Parts: einerseits zeigt er sehr lang und auch ohne wirklich verbindende Hauptfigur die Situation in Detroit, präsentiert reihenweise Alltagsmomente bevor es dann zum Kernpart kommt. Dabei ist der Film 140 Minuten lang von denen gut anderthalb Stunden die scheußlichen Vorfälle im Hotel beleuchten, würde man alles davor und dahinter wegeschneiden hätte man einen knappen, aber harten Psychothriller. So hat man ein Gesamtportrait einer Zeit mit spannendem Kernpart in der Mitte, schmerzlich und bewegend in Szene gesetzt. Dabei aber auch nicht gerade leicht und mitunter recht anstrengend. Wer bei dem Namen Kathryn Bigelow auf flotte Action gehofft hat ist hier falsch, wer solche Titel zu schätzen weiß stößt auf eine Goldgrube.

Fazit: Krass, hart, bitter und ungenehm – schockierender Blick auf reale Vorfälle!

Flatliners

Die fünf Medizinstudenten Courtney (Ellen Page), Ray (Diego Luna), Jamie (James Norton), Sophia (Kiersey Clemons) und Marlo (Nina Dobrev) führen in einem abendlichen Test ihr Studium fort: sie stopppen ihre Herzen für kurze Zeit um so den Übergang ins Jenseits zu erforschen. Die unglaublichen Erfahrungen daraus münden recht schnell in einen blanken Alptraum …

Die Maschinerie der Remakes spuckt ein neues Exemplar aus welches in der Vorschau insgesamt sehr gut daher kam und dann in voller Pracht auf der Leinwand zum totalen Rohrkrepierer wird. Die Story ist identisch mit dem Original von 1990 (dem der Film sympathisch Tribut zollt indem Kiefer Sutherland in ein paar Szenen durchs Bild laufen darf), einzelne Nuancen wurden inhaltlich angepasst. Leider hängt die Nummer total durch und gerät sterbenslangweilig: die Figuren sind (außer Ellen Page und vielleicht Diego Luna) uninteressant und nicht wirklich sympathisch oder gar gut gespielt; das Verhalten ändert sich stetig (der kompetente und coole Charakter wandelt sich in Sekunden in ein unfähiges Weichei); die Idee daß den „Gestorbenen“ nachher fast übermenschliche Kräfte inne wohnen ist absurd und das hinterher folgende Gruseln ist ein braves huch und buh spielchen, zwar mitunter ganz atmosphärisch aber stetig so verzweifelt daß wenn garnichts mehr geht einfach der nächste Jumpscare her muß … sehr sehr dürftig. Immerhin liefert der Film nach etwas zwei Drittel einen wirklich krassen Twist – der aber leider den Streifen für die restliche Laufzeit weiter schwächt.

Fazit: In jeder hinsicht sterbenslangweilig!

Justice League

Bruce Wayne (Ben Affleck) bekommt mit daß das auerweltliche Wesen Steppenwolf auf die Erde kommt und wendet sich an Diana Prince (Gal Gadot). Gemeinsam formen sie aus weiteren Superhelden ein Tram dem sich Aquaman (Jason Momoa), Cyborg (Ray Fisher) und The Flash (Ezra Miller) anschließen. Gemeinsam stellen sie sich dem Angriff durch Steppenwolf …

Es war so geplant und wird nun unvermeidlich ausgeführt: Marvel hats vorgemacht indem sie Comicfilme über einzelne Charaktere brachten die dann in einem Kombifilm vereint wurden, nun kriegt auch das DC Universum ihren ersten Crossover Streifen. Allerdings ist hier die Vorfreude und die Erwartung überschaubar da abgesehen vom kürzlich gestarteten „Wonder Woman“ Film die bisherigen DC Produktionen eher bleischwer und nicht sonderlich populär waren. Dies soll dieser nun ändern und geht dazu den einfachsten Weg: er mischt die vertrauten Charaktere zusammen, bringt neue dazu und läßt sie gegen einen sehr eindimensionalen Schurken antreten (der Fiesling hat wohl in den Comics einen stärkeren Background, hier verbleibt er auf dem Stand eines einfach nur bösen Kerls) und läßt die ganze Schlacht vorragig witzig aussehen. Dies ist zwar keine laue Komödie, wohl aber nutzt der Film an jeder Stelle alle Möglichkeiten um herzlich witzig zu sein. Damit unterscheiden sie sich zwar nicht wirklich mehr von Marvel, aber es funktioniert bestens. Und da man auch die Lauflänge mit 2 Stunden human eingestampft hat und dazwischen auch fette Action liefert dürften Comicfans garnicht mal so unzufrieden sein. Ob jetzt reihenweise weitere Filme und Sequels sein müssen sei mal dahin gestellt … für sich genommen geht dieser Einsatz voll in Ordnung.

Fazit: Erste Liga – witzig, actionlastig und mit guter Einbindung der vertrauten Figuren!

Unforgettable

Die Ehe von Tessa Connover (Katherine Heigl) zerbricht und ihr Ex-Mann David (Geoff Stults) heiratet recht schnell danach neu, die attraktive Julia Banks (Rosario Dawson). Tessa kann die Schmach nicht ertragen und beginnt ihrer Kontrahentin das Leben schwer zu machen …

Es ist fast schon überraschend das ein solch unüberraschender Film überhaupt geedreht wird, eine totale Psychothriller Blaupause an der man nahezu garnichts groß verändert hat. Psychpathische Ex terrorisiert die neue Frau ihres stets vermissen Boyfriends, zeigt der Welt ein strahlendes Gesicht und macht ihr armes Opfer bei jeder Gelegenheit fertig und läßt obendrein die andere als verrückt dastehen. Alles altbekannt, alles routiniert und ebenso verzichtbar. Lediglich bei der Wahl der Schurkin trifft der Film natürlich den richtigen Ton bzw. einen Glückstreffer: Katherine Heigl kann ich Miststück Image perfekt anwenden um eben hier die bösartige Irre mit einer hochgradigen Scheußlichkeit darzustellen, Rosario Dawson als armes Opfer mit schlimmer Vergangenheit braucht indes nur in den Automodus zu schalten. Und letztlich bringt der Film niemandem was, tut aber auch nicht weh. Wer eben gerne Thriller knapp über TV Niveau schaut könnte zufrieden sein.

Fazit: Die altbekannte Psycho vs. Normalo Story – keimfrei und ohne Überraschungen!

Rating: ★★☆☆☆

Battle of the Sexes – Gegen jede Regel

Profi-Tennisspielerin Billie Jean King (Emma Stone) hat im Jahre 1973 den ersten Platz der Weltrangliste erreicht – ist aber unglücklich weil sie ihre Vertraute Marilyn Barnett (Andrea Riseborough) heimlich liebt. Als sie mit dem Ex-Champion und Macho Bobby Riggs (Steve Carell) aneinander gerät kommt es zum großen Duell auf dem Platz …

Ob Emma Stine manchmal Sorgen hat daß eine Oscar Party ohne sie steigen könnte? Womöglich, daher sorgt sie lieber vor und reicht einen Film ein der ihr zumindest die Chance auf einen Goldjungen einräumt. Allerdings: einen Guten. Wobei der Film mehrere Bereiche abdeckt: er lädt der sympathischen Hauptfigur drei Problembereiche auf in denen sie sich bewähren muß: das Duell gegen einen Machogegner, die Sorgen und Nöte eine eigene Tennisliga zu gründen und in Fahrt zu halten sowie die privaten Probleme bei denen sie lesbische Ambitionen an sich endteckt und diese mit ihr und ihrem Umfeld vereinen muß. Dabei passiert in der ersten Stunde relativ wenig außer eben daß diese drei Bereiche wechselhaft auftreten, im letzten Drittel gehts dann auf den Platz zur großen Tennisschlacht. Hier ist es allerdings PEch daß der Film so kurz nach „Borg McEnroe“ herauskommt – gegen dessen Psychothriller Spiel kommt das Duell zwischen Stone und Carrell nicht an. Aber er punktet auf vielen Ebenen: mit einer angenehmen Hauptfigur, ruhiger Erzählweise und einer durchweg glaubhaften Nachstellung der 70er Jahre. Das reicht definitiv für einen entsprechenden Blick – obs für einen Oscar reicht weiß ich nicht.

Fazit: Vielschichtiger und ruhiger Film, von Emma Stone grandios getragen!

Suburbicon

In der perfekten 50er Jahre Vorstadtidylle einer Kleinstadt kommt es zum Einbruch ins Haus der Familie Familie Lodge. Dies löst eine Reihe verstörender Ereignisse aus – und obendrein zieht in die Idylle eine schwarze Familie ein …

Dieser Film ist von George Clooney und wird eben auch als ein Film des solchen verkauft, dabei sollte man auf andere Beteiligte mehr hinweisen: das Drehbuch schrieb er zusammen mit den Coen Brüdern und man hat zu jedem Zeitpunkt eben auch das Gefühl einen Coen Film zu schauen. Allerdings einen eher schwachen Streifen der beiden. Dabei erkenne ich klar das Konzept: hier wird eine in jeder Hinsicht vorbildliche schwarze Familie gezeigt die Haß und Ablehnung in ungerechter Form ertragen muß; auf der anderen Seite eine spießige weiße Vorzeigefamilie hinter deren Haustür in Wahrheit Blut, Gewalt und andere fiese Dinge passieren. Leider habe ich keinen emotionalen Anteil an dem präsentierten genommen: Matt Damons Figur ist ein herzloses Monster das fiese Dinge tut, viele andere Figuren werden von unbekannten oder nicht funktionierenden Darstellern gebeben wo stellenweise die geschriebenen Charaktere toll, die Umsetzung aber sehr mangelhaft ist. Ansonsten sind die Hintergründe was hinter allem steckt sehr simpel und banal und das Erzähltempo endlos langsam. Clooney ist zwar ein toller Regisseur, der Film überzeugt durch wunderschöne Bilder und gut eingefangene Atmosphäre, aber erzählerisch ist er einfach nur eine sehr lange und langweilige Angelegenheit.

Fazit: Ist zwar klar als Satire gedacht und gemeint, gerät aber zur längeren Qual mit herzloser Hauptfigur!
Rating: ★★☆☆☆

Mord im Orient Express

Meisterdetektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) reist nach einem Fall mit dem Orient-Express nach Hause und gerät so in einen neuen Fall als der Kunsthändler Edward Ratchett (Johnny Depp) ermordet wird. Poirot beginnt unter den Reisenden, unter anderem der spanischen Missionarin Pilar Estravados (Penélope Cruz), der Gouvernante Mary Debenham (Daisy Ridley), Professor Gerhardt Hardman (Willem Dafoe), der Witwe Caroline Hubbard (Michelle Pfeiffer) oder dem Doktor Arbuthnot (Leslie Odom Jr.) nach dem Täter zu suchen …

Ich bin an diese Geschichte ohne jede Vorkenntnisse rangegangen, kannte natürlich den Titel, aber keinerlei inhaltliche Details und auch nicht die Hauptfigur die ja auch in anderen Werken von Agatha Christie vorkommt. Ebensowenig wußte ich auf das die ganze Geschichte bei der Lösung hinausläuft, aber das war für mich eben der Reiz: einfach ein guter Krimi in dem ein Mord geklärt wird, unter speziellen Umständen. Allerdings kam ich garnicht erst richtig in den Film rein: die Hauptfigur wird gleich zu Beginn als Mischung aus Monk und Sherlock Holmes eingeführt und gibt mir das Gefühl daß es hier um reine Selbstinszenierung Branaghs geht. Die Stars die allesamt im Zug mitfahren sind wechselhaft dabei, kommen mit unter lange Strecken nicht vor und liefern unterschiedliche, aber brauchbare und interessante Darstellungen. Hauptproblem für mich aber ist eigentlich die Armut an Aktionen: ab dem Moment wo die Ermittlungen losgehen ist das alles eigentlich nur eine endlos lange Reihe von Verhören in denen obendrein eine gigantische und sperrige Backgroundstory aufgezogen und aufgebaut wird in deren Details ich mich schnell verloren habe weils irgendwann zu viele Namen und Daten waren. Immerhin konnte der gute Kenneth die Nummer sehr gut bebildern und nostalgisch sowie altmodisch wirken lassen. Wer eben auf solche Nostalgienummer steht kannst ja mal versuchen.

Fazit: Schön bebilderte, aber inhaltlich zu redselige Mörderjagd!
Rating: ★★☆☆☆

Bad Moms 2

Weihnachten steht an, für die ohnehin schon gestressten Mütter Amy (Mila Kunis), Carla (Kathryn Hahn) und Kiki (Kristen Bell) eine unfassbar anstrengende Zeit. Daher beschließen sie in diesem Jahr auf großen Aufwand zu verzichten und es nur klein und nett zu begehen – die Planung erübrigt sich jedoch als die weiterre Verwandtschaft vor der Tür steht …

Runde 2 für Mila Kunis und ihre Chaosgang, die wirklich ein knappes Jahr nach Folge 1 erscheint – und das merkt man. Eigentlich war man wohl darauf aus so gut es alle Figuren wieder zusammen zu trommeln, das hat man geschafft, als Thema nimmt man sich Weihnachten weils gerade so gut paßt und dann taucht der Film ganz tief ab in die Klischeekiste der Weihnachtscomedies und bringt neben ein paar netten Schmunzlern eben auch die altbekannten Familienprobleme hervor die diese Titel seit eh nd je auffahren. Im Grunde meint es halt jeder gut, will keiner irgendwem was böses, es sind eben nur ungünstige Umstände und Mißverständnisse die aber am Schluß ebenso herzlich beigelegt werden können. Dabei habe ich aber nicht den Eindruck eine Geschichte erzählt zu bekommen, sondern daß der Film einfach zwischen den drei Haushalten herumspringt und eben eine Szene an die andere klebt. Unfassbar schlecht ist das Resultat dann auchj nicht, es verströmt nur durchgehend den Eindruck daß hier gezwungen schnell gearbeitet wurde und am Ende ein nicht restlos ausgefeiltes Werk auf die Leinwand gelangt ist. Es hätte schlechter kommen können, gemessen am ersten Film und seinem Thema ist dies aber lediglich eine dürftige Light Version.

Fazit: Altbekannte Familien-Weihnachtskomödie mit bekannten Figuren die wenig zu erzählen hat!
Rating: ★★☆☆☆