Archiv der Kategorie: Komödie

Small Town Killers

Die sexgeilen Handwerker Edward (Ulrich Thomsen) und Ib (Nicolas Bro) haben ihre Ehefrauen Ingrid (Lene Maria Christensen) und Gritt (Mia Lyhne) satt und wollen sie loswerden. Wegen den immensen Kosten einer Scheidung beschließen sie die beiden umzubringen und heuern dazu einen Auftragsmörder aus Rußland an. Als die Frauen das mitkriegen engagieren sie ihrerseits eine Auftragsmörderin …

Mir begegnete der Film unerwartet in einer Sneak-Preview, aber schon alleine wegen den Namen zweier Mitwirkender wollte ich ihm eine Chance geben: zum einen wegen Regisseur Ole Bornedal dessen „Nightwatch“ mir vor 20 Jahren in die Knochen gefahren ist, zum anderen wegen Hauptdarsteller Ulrich Thomsen den ich noch als Skinhead aus „Adams Äpfel“ in sehr guter Erinnerung habe. Hier war ich allerdings erstmal aufgeschmissen was mir der Film sagen bzw. geben wollte: ich bekam eine Handvoll relativ unsympathischer Figuren die erstmal lange über Sex quatschen als würde ich eine alte Folge „Sex and the City“ anschauen, nur daß dies hier stellenweise extrem peinlich und unangenehm daher kam; dann wurde es zu einer vereinfachten Tarantino Version in der überzeichnete Killer auf Normalos treffen. Immerhin versucht der Film garnicht auf Teufel komm raus wie ein amerikanisches Vorbild zu wirken sondern fährt seine eigene Schiene, ich weiß halt nur nicht wo und in welcher Weise das dänischen Humor widerspiegelt den ich nicht kapiere oder wo die Nummer einfach schlappmund dürftig ist. Über den mitunter blutigen und makaberen Humor kann man diskutieren, aber da muß jeder für sich entscheiden ob er drüber lachen mag. Am Ende bleibt ein kleiner Film an dem einige Dinge und Szenen gut funktionieren, aber auch viele Rohrkrepierer drin hat. Schade daß man durch die relativ unangenehmen Figuren nicht wirklich Interesse an ihrem Schicksal hat.

Fazit: Brauchbare Gags die auf relativ altbackene Elemente treffen und eine passende, aber nicht wirklich überragende Mischung ergeben!

Rating: ★★★☆☆

Schubert in Love

Olaf (Olaf Schubert) ist ein Mann der Tat und setzt jeden Plan auf jedem Gebiet mehr oder weniger sinnvoll um. Dann aber fordert sein Vater (Mario Adorf) endlich Nachwuchs und für den eher Frauen-unkompatiblen Olaf beginnt eine problematische Suche nach der richtigen Partnerin die auf  Pamela (Marie Leuenberger) hinzulaufen scheint …

Es muß nicht so sein, ist aber oftmals so: wenn Komiker oder sonstige Gestalten die eigentlich nicht auf der Leinwand agieren sich mal dahin verirren ist das Resultat für Fans. In manchen Fällen weniger, in diesem ganz extrem. Ich selber bin kein wirklicher Fan Schuberts, hab nur wenige Auftritte von ihm gesehen, dabei den Mann aber zu schätzen gelernt. Trotzdem ist es eine Sache sich hin und wieder mal einen Auftritt auf youtube für 5 Minuten anzusehen und eine ganze andere einen ganzen neunzig Minuten Film durchzustehen. Da sind zwar einige Flosskeln dabei die ein Schmunzeln wert sind, aber alles in allem ist dies keine Komödie die sich jeder so locker anschaut. Das Drehbuch wirkt so altbacken wie die Hauptfigur, die Gags kreisen mitunter zwar um Sex und sind doch durchweg spießig und man hat insgesamt das Gefühl ein Drehbuch aus den siebziger Jahren mit modernen, aber billigen Mitteln verfilmt zu sehen. Wer wirklich ein großer Fan Schuberts ist kanns ja doch mal versuchen, jeder andere dürfte dies als ziemliche Torur empfinden.

Fazit: Ziemlich hüftlahmer Versuch den wohl nur Hardcore Fans wirklich fRating: ★★☆☆☆

Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie

Der mittellose Künster John Hollar (John Krasinski) wird bald Vater und lebt mit seiner schwangeren Freundin Rebecca (Anna Kendrick) in New York. Die Nachricht von der Erkrankung seiner Mutter Sally (Margo Martindale) zwingt ihn in seine Heimatstadt zurück zu fahren wo er recht schnell unter den Macken und Eigenheiten der Provinzler zu leiden hat …

Ein fast schon filmischer Prototyp und Rückgrat vieler Independent Filmer: der Sohn der irgendwann von zu Hause getürmt ist kehrt  notgedrungen in seine Heimat zurück und findet das blanke Unglück wieder. Dabei ist stets der gleiche Balanceakt vonnöten: es ist eigentlich alles schlimm, tragisch und furchtbar, trotzdem kommt stetig ein rotziger Humor hindurch der viele Momente erträglich macht. Diese Formel wendet John Krassinski auch hier an, in seiner Funktion als Hauptdarsteller und Regisseur. Eine richtige Handlung hab ich dabei allerdings nicht gefunden sondern eine Aneinanderreihung von Szenen, Situationen und Momenten. Teils lustig, teils bewegend, aber insgesamt durchweg glaubwürdig und ehrlich. Vieles kann man zwar erahnen und das Ende überrascht auch nicht möglich, aber wer einen solchen Titel schaut oder generell einen Hang für Independent Filme hat sollte zufrieden sein. Es ist als würde man mal wieder eine vertraute Speise in einem altbekannten Restaurant wieder essen: zwar nichts Neues, aber sehr wohl annehmbar.

Fazit: Wenig Story, dafür gefühlvolle Familienszenen mit leisem Humor!
Rating: ★★★☆☆

Mein neues bestes Stück

Die allein erziehende Jeanne (Audrey Dana) ist irgendwann zu der Erkenntnis gekommen daß man einen richtigen Schwanz braucht um sich in der Welt zu behaupten. Nach einem heftigen Gewitter erwacht sie und hat einen – und damit jede Menge Probleme. Alelrdings erkennt sie schnell daß ihr dadurch neue Vorteile entstehen …

Französische Komödien können durchaus was: ich habe mit „Ziemlich beste Freunde“ oder auch den Schtis sehr lustige und auch emotionale Filme gesehen bei denen ich herzlich lachen konnte. Wenns aber albern, cholerisch oder sonstwie überdreht wird scheitern diee Filme leider restlos für mich. Vielleicht liegt das daran daß ich den lokalen Humor so nicht erfassen oder witzig finden kann? Keine Ahnung. Im vorliegenden Fall habe ich jedenfalls das Gefühl eine steinalte, verfilmte alte Drehbuchfassung zu sehen: eine Frau hat einen Schwanz, lernt die Vorteile daran zu entdecken, nutzt diese und findet aber nachher wieder zur normalität zurück: mit diesem Skript gewinnt man keinen Blumentopf, aber trotzdem läßt man dabei die Hauptfigur in irgendeiner Form eine Entwicklung durchmachen. Dieser hier macht das kaum, reiht einfach alberne und dusselige Szenen aneinander die mit dem Gag „Frau mit Penis“ hoffentlich von alleine funktionieren. Das mag in manchen Momenten sogar stimmen und sein, doch sind diese klar die Ausnahme: der hysterische, viel zu beschleunigte Humor und eine uncharismatische, alberne Hauptfigur ruinieren jedweden Sehspaß im Keim. Es bleiben ein paar vereinzelte, nette Pointen die aber im Nichts verpuffen – außer einem Supergag in der Schlußsekunde.

Fazit: Banale Gags und eine uninteressante Hauptfigur ruinieren einzelne ganz nette Gags!

Rating: ★★☆☆☆

Robbi, Tobbi und das Fliewahtüt

Der kleine Tobbi Findteisen (Arsseni Bultmann) ist ein begabter und leidenschaftlicher Erfinder. Eines Tages trifft er auf den gestrandeten Roboter Robbi und öchte ihm helfen zurück zu seinen Eltern zu kommen. Dazu erfindet er ein Fahrzeug das fahren, fliegen und schwimmen kann. So brechen die beiden zu einer Reise auf bei der sie allerdings von finsteren Gestalten verfolgt werden …

Ich habe als Kind die Fernsehserie geschaut, wenngleich ich keine wirklichen Erinnerungen daran hatte. Trotzdem bekam ich einen wütenden Schub als ich den Trailer das erste Mal sah: den unfassbar flachen Furzwitz der da schon angekündigt wurde fand ich so grausam daß ich deng anzen Film meiden wollte. Nun hab ich mich doch mal dran getraut und bin positiv überrascht: ich weiß nicht ob der Film die Buchvorlage ordentlich umsetzt, für sich genommen geht die Nummer aber durchaus in Ordnung: als herzerwärmender Kinderfilm der seine simplen Botschaften unverkrampft vermittelt, technisch ordentlich umgesetzt ist und mit charmanten Figuren zu begeistern weiß. Manches ist zwar albern und dumm (insbesondere die bösen Agenten); doch diesen unsäglichen Furzwitz kann man restlos verzeichen.

Fazit: Friedlicher Kinderfilm, simpel, aber lustig und durchweg herzerwärmend!
4 Punkte

Burg Schreckenstein

Stephan (Maurizio Magno) hat ständige Probleme auf seiner Schule und wird daher auf ein Internat geschickt: der Burg Schreckenstein. Diese liegt an einem See und die Schüler von Schreckenstein liefern sich einen ständigen Wettstreit mit dem Mädcheninternat Schloß Rosenfels welches auf der der anderen Seite liegt. Dieser Konflikt führt zu permanenten beiderseitigen Streichen …

Das ist dann wieder mal so ein Titel wo ich regelrechte Aggressionen verspüre: ich habe die Buchserie nicht komplett gelesen und fand sie auch nicht unfassbar gut, sehr wohl aber solide und verbinde ein paar nostalgische Erinnerungen mit manchen Figuren und Momenten. Dies wird nun neu und „hip“ fürs aktuelle Publikum aufbereitet, auch das mag ich an sich und finde es ok. Hier aber war das Experiment für mich in den ersten paar Sekunden schon gescheitert, wenn die Hauptfigur zu Hip-Hop Musik und Comiceffekten eine Straße entlang skatet. Einen richtigen Einbruch hatte das Ganze dann kurze Zeit später als die Jungen sich für einen Streich rechtfertigen müssen und versuchen sich aus der Geschichte herauszumogeln, was den totalen Gegensatz zu den Büchern darstellt wo totale Ehrlichkeit und Ritterlichkeit im Vordergrund steht. Aber man muß schon so ein Pedant sein wie ich um sich an sowas zu stören. Der Film ist für heutige Jugendliche gestaltet und macht im Rahmen dessens eine Sache ganz gut: albern, lustig, gewaltfrei und mit netten Darstellern. Zwar kein großer Wurf und auch kein Auftakt eines Franchises – aber als Jugendfilm wohl nicht weiter zu beanstanden.

Fazit: Gemessen an der Buchvorlage eine ziemnliche Katastrophe, als Kinderfilm für sich wohl ganz brauchbar.
Rating: ★★☆☆☆

Männertag

Chris (Tom Beck), Stevie (Milan Peschel), Klaus-Maria (Axel Stein) und Peter (Oliver Wnuk) treffen sich zwanzig Jahre nach dem Schulabschluß zur Beerdigung eines altes Freundes wieder. Sie nutzen die Gelegenheit um alte Zeiten aufleben zu lassen und sich mit ihrem Erzfeind Andi Mauz (Hannes Jaenicke) anzulegen …

Ich fand mehrere Dinge bemerkenswert: zum einen daß hier eine doch großartig zusammengewürfelte Riege an bekannten deutschen Darstellern zusammenkommt (Milan Peschel, Hannes Jaenecke, Axel Stein, Tom Beck, Lavinia Wilson, Oliver Wnuk) die dann doch so brav und klein in ihren Rollen bleiben, keiner stellt sich irgendwie bewußt hervor. Des weiteren ist der Film irgendwie bemüht alle denkbaren Zielgruppen zu bedienen: es sind überdrehte Gags im Ballermann 6 Stil dabei, absurde Actionmomente wie auch dramatische Parts in denen über Vergänglichkeit und den Verlust von Freundschaft nachgedacht wird. Trotzdem, Tiefe wird dabei nicht erreicht – Langeweile aber ebensowenig. Der Film ist eben eine kurzweilige deutsche Komödie, genau das Material daß man Zuschauern in Sneak Previews vorsetzt und in den später eher weniger Leute reingehen. Aber vielleicht picken sich die Leute diesen bald aus einem entsprechenden Video on Demand angebot heraus – dazu tautgt er allemal.

Fazit: Nette Komödie ohne wirkliche Tiefe oder Nachwirkung, taugt als kurzweiliger Zeitvertreib!
Rating: ★★★☆☆

Swiss Army Man

Hank (Paul Dano) strandet auf einer einsamen Insel und versucht zu überleben bis seinD rang nach Selbstmord immer stärker wird. Dann aber wird eine Leiche (Daniel Radcliffe) angespült den Hank einfach Manny nennt. In Hanks Phantasie wird Manny zu einem lebenden Menschen der sogar beim Versuch die Insel zu verlassen zur unschätzbaren Hilfe wird …

An diesem Film scheiden sich echt die Geister – ich habe Reviews und Kritiken gehört bei denen er auf die Höchstwertung kam, bei anderen ganz in den Keller ging. Ich selber würde imich am liebsten einer Beurteilung enthalten, ich hab den Film zwar geschaut, starre aber letztlich nur ungläubig mit einem „Was habe ich da gesehen?“ Blick. Ich mag Radcliffe und ich mag Dano, generell wie auch gerade in diesem Film und ich bin mir sicher daß im Konzept für diesen Film etwas vorgesehen war das auch Sinn ergab – aber es erreichte mich einfach nicht. So starte ich mehr und mehr rat und fassungslos drein, konnte nicht über die Witze lachen und den extremen Ton einfach nicht einordnen oder kapieren. Darum mach ichs kurz: ich kann jeden verstehen der der Titel als ein verschrobenes Meisterwerk feiert, ebenso sehr jeden der die Nummer als kranken Quatsch abtut und ablehnt. Ich tue letzteres.

Fazit: Habs nicht kapiert was ich hier gesehen habe – es wird aber sicherlich einige geben die heirin ein Meisterwerk erkennen können.
Rating: ★☆☆☆☆

Alles unter Kontrolle!

Grenzpolizisten José Fernandez (Ary Abittan) hat endlich die langersehnte Beförderung ergattert, was nur duch seine privaten Sorgen überschattet wird. Trotzdem läßt er sich auf seinen letzten Auftrag ein: er soll den Ganoven Karzaoui (Medi Sadoun) nach Kabul geleiten. Durch einen Stopp auf Malta und den stets fluchtbereiten Gauner wachsen Jose die Dinge schnell über den Kopf …

Im Grunde hat dieser Film hohes Potential für eine ernsthafte Geschichte: die Hauptfigur ist ein Polizist mit privaten Problemen, sein „Schützling“ im Film ein Krimineller dem ein Justizirrtum zum Verhängnis wurde und es geht auch um die ganze Abschiebe und Flüchtlingsthematik. Trotzdem verpufft all das und reduziert sich auf simple Gags und fröhliches Lachen: wenn die Polizisten sich lieber an den Pool legen als den Gefangenen zu bewachen oder wenn sie später mit ihm hemmungslos saufen gehen wird klar daß man hier nicht in einem Realitätsbezug sondern reiner Komödie unterwegs ist. Als solche funktioniert der Film dann auch ganz gut, nicht durchgehend da einiges zu anstrengend und zu hysterisch ist, aber trotzdem kommen reihenweise Momente und Lacher mit die echt zünden. Zumal der Film zum großen Teil auf Malta und an anderen sonnigen Orten gefilmt ist und schon alleine dadurch schön zum angucken. Französische Filme sind eine Gattunf für sich die nicht unbedingt jeder mag – aber wer es mit der Nummer hier mal versucht könnte ganz gut amüsiert werden.

Fazit: Mitunter etwas überdrehte Komödie, reicht aber für kurzweiliges Vergnügen!

T2: Trainspotting

Vor 20 Jahren betrog Mark Renton (Ewan McGregor) seine Partner bei einem Drogendeal und setze sich ab, nun kehrt er in seine Heimat Leith zurück. Er trifft auf seine alten Freunde Spud (Ewen Bremner) und Sick Boy (Jonny Lee Miller) die ihr Leben ebenfalls nicht im Griff haben – gleichzeitig ist der aus dem Gefängnis entlassene Choleriker Begbie (Robert Carlyle) auf der Suche nach Mark …

20 Jahre warten auf ein Sequel – gut, ich habe eigentlich nicht darauf gewartet. Ich sah den ersten damals im Kino und respektiere ihn bis heute, für die Machart, die kreativen Einfälle, die jungen und großartigen Darsteller und dem Kultfilmpotential, trotzdem habe ich ihn nie so abgefeiert wie manche andere das tun. Und eine Fortsetzung halte ich nicht für nötig, aber nun hat man sie halt. Immerhin ist das Grundthema interessant: die vier Hauptfiguren kommen zwanzig Jahre später wieder zusammen und man bekommt ausfühlrich gezeigt wie diese in all der Zeit ihr Leben versemmelt haben und versuchen nun wieder auf die Füße zu kommen. Dabei reißt der Film zwar diverse Handlungsstränge an, folgt aber keinem richtig, sondern verläßt sich einfach nur auf den Nostalgiefaktor und der Wiedersehensfreude mit den geschätzten und beliebten Figuren. Das funktioniert auch ganz gut, zumal der Film ohnehin von Danny Boyles Eigensinnigem Regiestil geprägt ist. Damit komm ich selber zwar kaum klar, erkenne aber das er alles in allem sehr gut funktioniert und einen fiebrigen, atmosphärischen Sog erzeugt. Fans des Originals werden sicher eine gute Zeit haben und ihn zu schätzen wissen – jeder andere kann hiermit nichts anfangen.

Fazit: Anders als Teil 1, aber atmosphärisch gelungen und trotz geringer Handlung mit einigen Großen Szenen und Wucht versehen!