Archiv der Kategorie: Komödie

The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel

Armand Goldman (Robin Williams) betreibt mit Liebhaber Albert (Nathan Lane) einen Nachtclub in Miami. Dann aber erfährt er daß sein Sohn Val (Dan Futterman) im Begriff ist Barbara Keely (Calista Flockhart) zu heiraten, die Tochter des spießigen Senators Kevin Keely (Gene Hackman). Armand muß sein Umfeld „vorzeigbar“ machen …

Ich habe den Film zum Zeitpunkt seines Erscheinens gesehen und als nicht erwähnenswert empfunden. Nun, nach gut 25 Jahren sah ich ihn wieder und feierte ihn total ab. Womöglich aus falschen Gründen: es ist aus heutiger Sicht sehr schön nochmal zu sehen wie Robin Williams noch in seinem vollen Element durch die Szenerie springt, einen Film zu sehen in dem keine Handys oder soziale Medien vorkommen und natürlich viele bekannte Gesichter in Nebenrollen zu entdecken. Stars wie Calista Flockhart und Christine Baranski oder mein persönliches Highlight: Hank Azaria. Mit der bunten Farbgebung und dem fröhlichen Grundton sowie sehr viel Komik die rein körperich erzeugt wird machte mir der Film rundweg Spaß und erzeugte ein Dauerlächeln. Irgendwie kam das Gefühl auf: solche Filme kriegt man heute nicht mehr zu sehen, selbst wenn sie zu ihrer Zeit keine Renner waren.

Fazit: Bunt, schrill und zum brüllen komisch – etwas vergessener Exot!

Rating: ★★★★☆

Bill und Ted retten das Universum

Bill (Alex Winter) und Ted (Keanu Reeves) wurde prophezeit daß sie eines Tages die größten Rockstars der Welt wären und sie das Schicksal der Welt beeinflußen werden – allerdings sind sie mittlerweile Väter geworden und kommen mit ihrer Karriere nicht voran. Also planen sie in die Zukunft zu reisen und sich selbst einen Hit zu stehlen …

Für mich ganz persönlich war dies wohl der am meisten herbeigesehnte Film des Jahres 2020 wobei ich weiß daß ich da eine Trennung vornehmen muß. Unter objektiven Gesichtspunkten ist dieser Film dumm, sichtbar billig produziert und überflüssig. Der Versuch zwei Kultfiguren nach einer solch langen Zeit noch einmal auf die Leinwand zu hieven mit einem chaotischen Skript daß eigentlich vorrangig zentrale Motive aus den Vorgängern neu aufbaut kann kaum gut gehen, erst recht wenn das heutige Zielpublikum ein gänzlich anderes ist. Aber man muß auch so ehrlich sein daß die Originalfilme keine Meilensteine waren sondern alberner Stuß den man aber im entsprechenden Alter in sein Herz schließen konnte. Und darum ist es mir egal was man an sachlichen Punkten dagegen anführen kann, es dominiert das Herz: das Wiedersehen mit den zwei gealterten Helden berührt und begeistert (auch wenn Keanu Reeves mit merkwürdiger deutscher Synchronstimme spricht), die Absurdität der Story kann einen ergreifen wenn man sich darauf einläßt und viele kleine Nebengags (wie die Töchter der beiden oder der debile Killerroboter) funktionieren echt gut. Es ist aber etwas anderes was diesen Film geradezu wertvoll amcht: Die Naivität, die Leichtigkeit und der grenzenlose Optimismus der ihm aus jeder Pore quillt. So etwas findet man im heutigen Film einfach nicht mehr.

Fazit: Sicherlich eine Privatveranstaltung für gealterte Fans, aber eine die beim entsprechende Publikum zu Herzen gehen dürte

Rating: ★★★★☆

Die Hochzeit meines besten Freundes

Als Jules (Julia Roberts) erfährt daß ihr bester Freund Michael (Dermot Mulroney) heiratet erkennt sie daß sie ihn liebt und zurückgewinnen möchte. Also reist sie zur Hochzeit und versucht Michael seiner künftigen Braut (Cameron Diaz) auszuspannen …

Ich sah diesen Film als Teenager (in einer Sneakpreview vor Start) und über die Jahre immer mal wieder, nun blinkte er mir aus dem Netflix Angebot nochmal entgegen. Es war spannend ihn nochmal zu sehen, aber nicht wegen des Films an sich. Der ist ein typisches Produkt seiner Zeit, einer Phase in der romantische Komödien laufend herauskamen und einfach nur mit dem Kniff arbeitete daß er Julia Roberts als Intrigantin gegen ihr Image besetzte. Dabei verläuft der Film auf absolut absehbaren bahnen, setzt dabei aber einige echte Hightlights, etwa die Szene in der eine Mittagsgesellschaft beim Essen beginnt zu singen oder eine Sequenz in einer Karaokebar, ebenso weicht zumindest das Ende wage von den Erwartungen ab.  Roberts und Dianz sind in ihren parts perfekt, Rupert Evert setzt einige göttliche Szenen als schwuler bester Freund, lediglich Dermot Mulroney wirkt etwas hölzern und begründet nicht warum er der Mann ist nach dem die beiden Frauen so gieren. Das spannende Element waren aber kleine, ehrliche Szenen, insbesondere die in denen Roberts Figur sich eingesteht daß ich Tun egoistisch ist, der bestre Freund der ihr ehrlich mitteilt daß sie verlieren wird und die Unfähigkeit dieses zu akzeptieren. In einem solchen filmischen Stück Zuckerwatte nach solcher Tiefe zu suchen klappt nicht, aber mich spricht das (weils eben meine Zeit war) trotzdem an und so empfinde ich den Film als mehr als nur eine laue RomCom.

Fazit: Aus einer Flut der RomCOms in den 90ernist dies einer der in Erinnerung bleibt!

Spongebob Schwammkopf – Eine schwammtastische Rettung

Unterwasserkaiser Zeus braucht eine neue Schnecke um sein gutes Aussehen zu erhalten und entführt Gerry, die Hausschnecke von Spongebob. Also zieht dieser mit seinem Freund Patrrick los um Gerry zu retten …

Die ganze Spongebob Thematik gehört zu den Dingen die ich zwar niocht selber aktiv gesehen habe und die mich nicht in totale Begeisterung versetzt, bei der ich aber sehr gut verstehen kann warum es so beliebt ist. So habe ich auch die bisherigen Filme und einzelne Folgen geschaut und halte in gewissen Abständen eine Prise davon aus – und wenn dies so ausfällt wie in diesem Falle nehme ich gerne mehr davon. Die Story ist schlicht und dient einfach nur dazu Spongebob und seinen Kumpel Patrick einmal quer durch eine bunt animierte Welt zu schicken und zahlreiche schräge Figuren und Situationen zu erleben. Dabei sticht natürlich als Begleiter der reale Keanu Reeves heraus, aber er ist nicht der einzige „echte“ Star der sich hier die Ehre gibt. Im letzten Drittel verharrt der Film in einer „Position“ bzw. Situation wodurch das Tempo verloren geht, aber der Spaß bleibt. Wer Spongebob soweit nicht mochte wird auch hier nicht seine Liebe dafür entdecken, für Leute die das Franchise lieben ist dies sicherlich großartiger neuer Stoff der in der quietbunten Animationauch bestens herüberkommt. Man merkt daß dies groß fürs Kino produziert wurde – dessen Verlust ist nun Netflix‘ Gewinn.

Fazit: Bunt, laut, hysterisch und herzerwärmend – großartiges und albernes weiteres Kapitel!

Rating: ★★★★☆

Holidate – Die perfekte Begleitung

Sloane (Emma Roberts) und Jackson (Luke Bracey) sind Singles und ernten insbesondere in den Ferien dafür ständige Kritik. Also planen sie im kommenden Urlaub das „Date“ des jeweils anderen zu sein …

Das filmische Gegenstück zu einer Tiefkühlpizza: eine RomCom von der Art in der eben ein paar einen vernünftigen Deal eingeht der scheinbar beiden Vorteile einbringt, dann aber durch die aufkeimenden Gefühle kompliziert wird. Von diesem Schema weicht „Holidate“ kein Stück ab, bringt aber reihenweise maue Komponenten mit: die beiden Hauptfiguren sind nur leidlich liebenswert, die nach Schema F zusammengebastelten Komponenten völlig uncharmant (etwa einen Streit an Weihnachten vor den Eltern über einen BlowJob) und abgesehen von manchen kleinen Schmunzelmomenten stimmt auch der Humor kaum. Der Anfang und das Ende umreißen zwar sehr passend das Weihnachtsthema, das ist aber zu wenig da sich der Film im Marketing etwas zu gezielt als Weihnachtsfilm verkauft. Letztlich eben ein unbedeutendes Fertigprodukt für den durchschnittssuchenden Netflix-Schauer.

Fazit: Solide Schema F Romanze ohne nennenswerte Zutaten.
Rating: ★★☆☆☆

Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht

Teenagerin Alice (Natalia Dyer) wächst in einem ländlichen Teil der USA auf in dem ihr beigebracht wird das Sex ausschließlich zur Fortpflanzung diene. Als sie gegen die dortigen Regeln verstößt landet sie in einem Footballcamp …

Ein junges Mädchen entdeckt Ender der 90er Jahre ihre Sexualität, leider in einem sehr gläubigen und „anstrengenden“ Umfeld … das ist ein Plot aus dem man vom Porno über Drama bis hin zur Komödie alles machen könnte. Dieser Film fällt dabei aber stark zwischen die Genres und hat mich vorrangig wütend gemacht. Wütend über die gezeigte Welt und den dort propagierten Glauben der den Personen mit Gewalt ins Gesicht gedrückt wird und den Folgen die es hat, wenn die Hauptfigur wegen trivialer Dinge stetig glaubt in die Hölle zu kommen. Obendrein wird dann entlarvt daß die vermeintlich „ehrbaren“ Gestalten keinen Deut besser sind. Das alles wird in knappen 77 Minuten erledigt in denen zwar nicht viel passiert, man aber einer liebenswerten Figur folgt in die man sich bestens reinversetzen kann. Kleiner, unscheinbarer und harmloser als dieser Film geht zwar kaum, aber wenn man es versucht kann man sicher was daran finden. Gerde als Kind der 90er wie ich, wenn man nochmal den AOL Messenger zu hören kriegt.

Fazit: Natalie Dyer empfielt sich für größere Rollen in einem herzlichen, kleinen Film!

Rating: ★★★★☆

Borat 2

14 Jahre nach seinem peinlichen Trip in die USA bricht Reporter Borat (Sacha Baron Cohen) ein weiteres Mal dorthin auf um die Schande für Kasachstan zu tilgen. In den USA ist allerdings ein Virus ausgebrochen …

Was diesen Film wohl so spannend macht ist vorrangig seine Existenz. Ohne großes Marketing, ohne große Vorankündigung erscheint er wie aus dem Nichts im Angebot von Amazon. Wobei ich damals schon mit dem Erstling nichts anfangen konnte und deswegen auch diesem nicht gerade entgegengefiebert habe. Ich respektiere daß der Film einen gewissen Kultstatus hat, ich akzeptiere auch daß darin so manches enttarnt und enthüllt wird, fand es aber nie wirklich lustig. Außerdem erscheint es mir unsinnig die gleiche Ausgangslage noch einmal abzufeuern, aber das fällt dann doch etwas anders aus. Borat reist mit seiner Tochter durch Amerika und statt ständigen Alltagsmomenten in denen Borat auf Amerikaner trifft geht es vorrangig um das sexistische Weltbild daß er seiner Tochter entgegen stellt. Eigentlich ist es nur diese einfache Running Gag der sich in etlichen Szenen entlädt, Sacha Baron Coen hat zwar wieder großen Spaß daran und zeigt eine unfassbare Schmerzfreiheit, aber trotzdem wirkt dies wie ein aneinander tackern von Szenen. Man weiß auch nicht wo die Szenen echt sind und wo mit Schauspielern nachgeholfen wurden, Allerdings gibt es immer ma wieder Highlights, so führt der Film z.B. eine Anti-Corona Demo vor. Letztlich hat dies alles keiner gebraucht, Fans des ersten Films werden aber sicher ein paar zufriedene Lacher herausbekommen.

Fazit: Interessant und speziell, aber ebenso günstig produziert und merkwürdig gehetzt.

Videoreview von mir: https://youtu.be/BwPURgeCDso

Mein Liebhaber, der Esel und Ich

Die Lehrerin Antoinette (Laure Calamy) hat ein Verhältnis mit Vladimir (Benjamin Lavernhe) der auch der Vater einer Schülerin ist. Als dieser ihr den gemeinsamen Sommerurlaub verweigert und statt dessen mit seiner Familie verreist folgt Antoinette einfach der Familie …

Ein Film der zahlreiche Möglichkeiten ha, aber sich zu jeder Zeit Genre und Richtung verweigert und nichts was er anfängt wirklich zu Ende bringt. Es geht um eine Frau die ihrm Liebhaber und dessen Familie in den Urlaub folgt – das könnte Stoff für einen Psychothriller sein. Dann hat man die Dame wie sie auf der Wiese steht und mit einem störrischen Esel nicht klarkommt – könnte Komödie sein. Dann trifft sie auf den Mann und ihre Familie – könnte eine Eifersuchtsklamotte werden. Aber letztlich spielt der Film damit alle Richtungen kurz anzudeuten und dann in andere fortzuschreiten. Das gilt insbesondere bei den zahlreichen Nebencharakteren die ihr im Wandertrubel begegnen. Manche kehren wieder, manche verschwinden ohne etwas zur Handlung beizusteuern. Aber letztlich ist das wohl die Stärke: es gibt viele, kleine Einzelmomente mit netten Begegnungen, sympathischen Dialogen und wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Ebenso verzichtet der Film auf eben jene Hysterie die in vielen anderen französischen Film mit Humor verwechselt wurde.

Fazit: Wanderfilm der quer durch Aspekte diverser Genres stapft, aber irgendwie Herz hat!
Rating: ★★★☆☆

Hubie Halloween

Hubie Dubois (Adam Sandler) ist zwar ein lieber Mensch, aber ein verlachter Außenseiter in seiner Heimatstadt Salem. Als es an Halloween zu merkwürdigen Vorfällen kommt kann Hubiue sich beweisen …

Einfach nur „der Nächste“: Adam Sandler haut weiterhin jährlich einen Film für Netflix raus in dem alle vertrauten Elemente enthalten sind, die Überraschung besteht wohl darin wie stark sie ausgeprägt sind. Vorrangig besteht das in Sandlers Figur der wieder mal der spleenige, komische Außenseiter mit dem Herzen aus Gold sit der in einer unheimlichen Halloween Nacht zum Helden für alle wird. Sandler kann durchaus Figuren geben die Warmherzigkeit besitzen oder aber absurde Chaoten die außer Slapstick nichts bringen – und dieser Hubie ist wieder mal die letzte Variante. Bereits in der Eröffnungsszene darf er übermenschliche Kräfte zeigen, beim Fahrradfahren aus seiner Suppe trinken und unmenschlich kotzen – und ebenso gibt es zahlreiche andere Sequenzen die jede Möglichkeit zum Klamauk bis aufs äußerste ausreizen. Wie so oft kommen ihm verbandelte Darsteller in Nebenrollen ins Bild (Kevin James, Steve Buscemi, Rob Schneider); wie immer darf er natürlich seine Traumfrau kriegen und natürlich kriegen all die bösen Leute die den armen Hubie triezen zum Ende hin eine Strafe. Der Grusel bleibt dabei auf familientauglichem Ghostbusters Niveau, leider äuft der Film die meiste Zeit über recht „zerfasert“ und liefert nebeneinander ablaufende Szenarien bevor sie immerhin in einer netten Schlußpointe enden. Aber auch dort wird eine eigentlich sehr schöne Szene direkt in den Gaga Modus verwandelt … Sandler Fans kriegen wohl was sie wollen, wer einen „guten Film erwartet macht wohl generell etwas falsch.

Fazit: Trotz ein paar passenden Witzen ist die chaotische Halloween Nummer insbesondere durch den übersteigerten Adam Sandler meist unlustig!

Rating: ★★☆☆☆

Being John Malkovich

Craig (John Cusack) ist ein erfolgloser Puppenspieler und seine Frau Lotte (Cameron Diaz) plant aus der Wohnung ein Tierasyl zu machen- So sucht sich Craig einen Bürojob und landet in einem Gebäude welches eine unglaubliche Eigenschaft hat: wenn man durch eine bestimmte Tür schreitet befindet man sich im Bewußtsein von John Malkovich …

Mein versuch mit Charlie Kaufmann Frieden zu schließen: ich sah diesen Film vor 20 Jahren im Kino und kam mit einem langen Gesicht wieder raus weil mir die abgedrehte Nummer einfach zu viel war. Nun schaute ich es nochmal und komme zum Fazit: Liebe werde ich für dieses Werk nicht empfinden, aber sehr viel Respekt. Es gehört schon etwas dazu sich eine solche absurde Welt aufzubauen, bestehend aus komischen Kauzen und eben der völlig verrückten Idee daß man durch die Tür in einem Büroraum in das Bewußtsein einer anderen eprson reisen kann. Dabei ist der Film nicht auf schnelle Lacher aus sondern schwelgt in der Absurdität seiner Figuren und schafft es die gezeigten Dinge wie „normal“ wirken zu lassen. Hinzu kommen vier tolle Hauptdarsteller die ein wunderbares Quartett ergeben. Auch die Entwicklungen, bis hin zum untypischen Ende, sind etwas anderes als man das normalerweise zu sehen bekommt. Mich packt das alles nicht wirklich, aber ich sehe die Kreativität die nötig ist um ein derartiges Skript zu verfassen und auch noch so umzusetzen. Kaufmann Fan werde ich nicht mehr, aber meine Wertschätzung hat er trotzdem.

Fazit: Absurdes Spiel mit unfassbar schrägen Situationen!