Archiv der Kategorie: Komödie

Booksmart

Die strebsamen Schülerinnen Amy (Kaitlyn Dever) und Molly (Beanie Feldstein) stellen kurz vor dem Schulabschluß fest daß sie das Partyleben viel zu sehr vernachlässigt haben – und wollen alles in einer ereignisreichen Nacht nachholen …?

Mich spricht dabei alleine der Name der Regisseurin an: ich kenne Olivia Wilde als Darstellerin in diversen Filmen, nun kann ich mal schauen was sie auf dem Regiestuhl kann. Dafür wählt sie das Genre einer Hogh School Komödie, wofür ich sicherlich nicht das anvisierte Zielpublikum bin. Aber streicht man das High-School weg bleibt eben eine Komödie – und zwar eine verdammt gute. Die Geschichte ist nicht wirklich in der Realität zu verankern, es werden sehr oft Musikeinlagen verwendet und dieses Stilmittel übertreibt der Film stark, außerdem wirkt eine eingebundene Puppensequenz wie eine absurde Cutscene. Auf der anderen Seite macht der Film aber unfassbar viel richtig und gut: die Hauptfiguren sind sympathisch und haben eine ganz tolle Chemie, vor allem in den Dialogen wirkt das Zusammenspiel sehr harmonisch. Der Film zeigt eindimensionale Nebenfiguren und wirft hier und da einen Blick hinter die Fassade, was auch manchen Aha Augenblick zur Folge hat. Unde sgeht um das Gefühl, das trotz manch alberner Momente insbesondere zum Ende hin vorzüglich funktioniert. Ebenso klappen zahlreiche der kalkulierten Gags sehr gut, ich habe in diesem Jahr bei kaum einem Titel so viel gelacht wie hier. Daher: selbst wenn man ein paar Jahre älte rist kann man viel Spaß mitnehmen.

Fazit: Hier und da beim Humor etwas drüber, aber voller sitzender Gags und emotionalen Zwischentönen!

Rating: ★★★★☆

Blubberella

Blubberella (Lindsay Hollister) ist halb Mensch, halb Vampir und liebt ebensosehr den Verzehr von Truthahnsandwiches wie auch das Blut von Nazis. SO kämpft sie gegen einen bösartigen deutschenKommandanten (Michael Paré), einen verrückten Doktor (Clint Howard) und den blutrünstigen Leutnant (Steffen Mennekes) – sowie Hitler (Uwe Boll) persönlich …

Uwe Boll war einst so freundlich mir als Laie ein Interview für meinen youtube Kanal zu geben, daher habe ich mich entschlossen alle Filme von ihm nachzuholen. Und ich bin stets im Zwiespalt: ich sehe ihn als Person und als Mensch auf der einen Seite, als Filmemacher auf der anderen … und das geht nicht so ganz überein. In dieem Falle aber wars leicht: Boll selber deutete schon mal an daß dieser Film hier zwar lustige Momente habe, er diesen selber als nicht gelungen ansieht. Das kann man nur bestätigen: es ist etwas amüsant wenn man die Entstehungsgeschichte kennt (der Film wurde gleichzeitig mit Bloodrayne 3 gedreht) und wenn man ein paar Bollfilme kennt, dann sieht man wie auf einer Strichliste die üblichen, bekannten und stets bei ihm verwendeten Darsteller wieder … ansonsten tut dieser Film weh. Darstellerisch, von der Inszenierung her … eine Story würde ich nichtmal benennen wollen. Alles was sich an bösen Sprüchen über Boll fnden läßt … in dieser strunzdoofen Horrorparodie stimmt es.

Fazit: Als würden kleine Kinder mit einer Kamera rumspielen!
Rating: ★☆☆☆☆

Dolemite is my name

Rudy Ray Moore (Eddie Murphy)macht sich in den 60er Jahren als Sänger und Bühnenkomiker einen Namen. So gelangt er in den siebzigern an ene Filmrolle in der er seine erfolgreiche Figur Dolemite verkörpern darf …

Wieder einmal eine Biographie eines Mannes von dem ich nie gehört habe und die Entstehungsgeschichte eines Films von dem ich noch nie vernommen habe. Das mag aber einigen so gehen. Daher kann ich den Wahrheitsgehalt der Geschichte nicht nachvollziehen, war aber eigentlich schon froh das Eddie Murphy hier mal wieder reine vernünftige Rolle spielen kann. In seinem Spiel und seiner Darstellung war dieser Rudy ein anständiger Kerl der eifrig für seinen Traum gekämpft hat. Dabei stellt der Film viele Auftritte und Bühnenmomente von nach – leider ist der Humor für mich komplett unzugänglich und keine Spur witzig. Dafür geht der Film in der zweriten Hälfte auf die Spuren des „Disaster Artist“ und erzählt wie ein paar sympathische, aber eher unfähige Gestalten ohne wahres Talent mit Gewalt versuchen einen Film hinzukriegen. Und obwohl der Film etwas zu lang ausfällt macht er dann doch am Ende sehr viel Spaß. Schon alleine Weil Eddie Murphy nochmal zu richtiger Hochform aufläuft.

Fazit: Beschwingtes Portrait eines eigentlich sehr gutherzigen Kerles der für seine Träume kämpft!

Rating: ★★★★☆

Frühstück bei Tiffany

Die aus einfachen Verhältnissen stammende Holly Golightley (Audrey Hepburn) gibt sich in der New Yorker Schickeria als Frau vn welt und ist darauf aus reich zu heiraten. Dann aber kommt ihr der mittellose Schriftsteller Paul Varjak (George Peppard) sehr nahe …

Ein Film aus einer anderen Zeit der einen hohen Stellenwert hat in der Filmhistorie. Ich werde gar nicht versuchen das Ding rational zu erfassen und zu versuchen eine Wertung zu formulieren, will aber auch nicht unreflektiert eine Höchstwertung raus hauen und den Film unantastbar nennen. Die Zeit, die Zeitdarstellung, die Farben, die Farbgebung, der Look, die Musik … nichts davon entspricht heutigen Sehgewohnheiten wodurch es schon etwas kniffliger wird sich richtig rein zu verlieren. Obendrein habe ich Probleme mit der männlichen Hauptfigur, die von George Peppard gespielt wird: der Mann ist für mich einfach untrennbar mit seiner Rolle als Hannibal Smith aus dem „A-Team“ verbunden. Aber das ist wohl jammern auf ganz hohem Niveau. Der Dialogwitz funktioniert aber immer noch, ebenso wie das Charisma under Zauber der jungen Audrey Hepburn. Deren Weg als scheinbar selbstbewusstes Partymädchen (die Romanvorlage macht wohl eindeutig eine Prostituierte aus ihr) zu sich selbst hat Gefühl, Charme und Witz. Sicherlich erreicht mich der Film nicht in der Wucht die er zu Zeiten des Erscheinens hatte, aber in diesem Fall kann ich den Klassikerstatus vollständig verstehen.

Fazit: Humorvoll und mit viel Gefühl geliefertes Liebesdrama voller altmodischem Zauber!
4 Punkte

Lieber Antoine als gar keinen Ärger

Die Kommissarin Yvonne (Adèle Haenel) erfährt daß ihr verstorbener Mann Santi (Vincent Elbaz) korrupt war und unter anderem den unschuldigen Antoine (Pio Marmai) für acht Jahre ins Gefängnis gebracht hat. Also heftet sich Yvonne an Antoines Fersen und sucht nach einem Weg die Schande wieder gut zu machen …

In diesem Falle hatte ich das Gefühl einen Film zu schauen der auf einem frühen Drehbuchentwurf basiert in dem noch nichts passend abgewogen und aufeinander abgestimmt ist. Das würde mir zumindest das finale Machwerk irgendwie erklären: die Story in der eine gutmütige Polizistin versucht die Sünden ihres Mannes zu korrigieren könnte für ein Drama, eine Komödie oder einen Thriller herhalten. Dieser Film hat aber Elemente von allem die in keinster Weise ausgeglichen sind: da liefert ein Mörder Körperteile bei der Polizei ab und der Beamte schickt ihn wiederholt weg, da laufen Beamte bei dem Weg zu einem Einsatz wie Idioten durch eine Absperrung, da wird die Backstory einer Figur in Form eines Exploitation Clips geschildert und da bekommt man eine Figur wie den titelgebenden Antoine bei dem man nicht weiß ob man ihn mögen, verachten oder ihm verzeihen soll. Hauptfigur Yvonne ist indes zwar sehr mögenswert, aber während sie im Minutentakt zwischen zwei Figuren pendelt weiß´man obendrein nicht ob sie noch sauber tickt wenn sie Antoine eigentlich helfen will, ihm dann aber bei einem Autodiebstahl und einem Überfall zur Hand geht, ebenso wenig warum eine Frau nicht schreit wenn ihr Ex nachts in einem Teufelskostüm in ihrem Zimmer auftaucht … am Ende habe ich den Film regelrecht beleidigt verlassen. Und versuche garnicht erst sachlich zu schreiben.

Fazit: Absurder Mix aus allen Genres der dem Zuschauer eine regelrechte Tortur beschert.

Glam Girls

Penny (Rebel Wilson) und die Trickbetrügerin Josephine (Anne Hathaway) beschließen zusammen zu arbeiten um Männern ihr Geld abzuluchsen. Nachdem Josephine aber Penny „ausgebildet“ hat beginnen die beiden zu konkurrieren …

Auf dem Papier ist dies ein ultimativer Selbstläufer: es ist ein Remake eines Titels mit Steve Martin und Michael Caine in den Hauptrollen, mit Rebel Wilson und Anne Hathaway sind populäre und bekannte Gesichter für die Nachfolge gefunden; obendrein spielt der Film in der Upper Class und somit in sehr edlen Kulissen. All das stimmt und macht es leicht den Film anzuschauen, weils wirklich edel gedreht ist und eben routinierte Darsteller die Dialoge und Gags abspulen. Allerdings gibt das Material nicht so ultimativ viel her: zwei nicht wirklich sympathische Betrügerinnen duellieren sich darum einen reichen Kerl rum zu kriegen, tricksen und fuschen herum und wann immer man denkt daß jetzt alle Karten auf dem Tisch liegen kommt um die nächste Ecke wieder eine Enthüllung. Das ist alles erfreulich kurzweilig, nicht wirklich übertrieben albern und an manchen Stellen auch durchaus lustig – aber ebensowenig verbleibt der Film nach hinten raus großartig im Gedächtnis.

Fazit: Edel aussehendes Remake das mit Optik und ein paar guten Lachern solide unterhält.

Kalte Füsse

Kleinganove Denis (Emilio Sakraya) bricht wegen seiner Schulden in die Villa von Schlaganfallpatienten Raimund (Heiner Lauterbach) ein – erscheint allerdings dortg wie ein Pfleger und muß den Job ausführen. Das Chaos eskaltiertDenis, Raimund und dessen überforderte Enkelttochter (Sonja Gerhardt) in einem Schneesturm in der Villa isoliert sind …

Bei deutschen Filmen muß man immer in gewisser Weise froh sein dass sie überhaupt gemacht werden und wurden, da hat jeder kleinere Titel wahrscheinlich eine abenteuerliche Geschichte über seine Entstehung hinter sich. Das heißt dann aber nicht dass jeder Film der es bis auf die Leinwand schafft gross und unglaublich gehaltvoll ausfällt. Dieser fällt ganz sicher darunter. Trotzdem ist es nett daß die Produktion geklappt hat: die kleine Komödie kombiniert Aspekte einer kleinen Gangsterstory mit einem Verwechslungsplot und viel Slapstick. Viele der Gags zünden und funktionieren und bei der Lauflänge von rund 90 Minuten ist der Film eh aus bevor er langweilig oder nervig werden kann. Manche Gags sind zwar bereits bekannt, aber klappen dennoch. Der Rest ist kurzweilige Unterhaltung knapp über TV Niveau. Banaler, harmloser Spaß, keinen Deut mehr – aber auch nicht schlechter.

Fazit: Netter, kleiner Film mit einigen guten Gags und kurzweiligem Verlauf!

Ein Gauner und Gentleman

Bankräuber Forrest Tucker (Robert Redford) erhielt zwar lebenslange Haft, schaffte es aber bereits 18 mal auszubrechen. Trotzdem drot ein verpatztes Ding im San Francisco des Jahres 2000 zum Verhängnis zu werden …

Mich hat wohl am meisten überrascht daß dies auf einem wahren Fall fußt: es wirkt wie ein perfekt auf Robert Redford zugeschnittenes Drehbuch. Genau genommen dessen große (und dabei sehr kleine) Abschiedsvorstellung: die Rolle eines Gauners der mit einem Lächeln und ein paar lustigen Sprüchen reihenweise die Banken ausraubt und dabei mit seinem Charme jeden becirct der ihm begegnet ist eine Verbeugung vor der Person Redford. Titel wie dieser werden heute eigentlich auch gar nicht mehr gemacht, es wirkt wie ein Film der in den 70ern gedreht wurde und in der Zeitkapsel bis jetzt gewartet hat. Demzufolge ist nicht viel mit Tempo, Action oder großer Spannung, es ist statt dessen eine filmische Räuberpistole die man fröhlich lächelnd anschaut. Das erreicht zwar nur ein kleines, aber sehr dankbares Publikum.

Fazit: Sympathische und sehr kleine Charmeoffensive mit der sich Robert Redford wohl von der Leinwand verabschiedet . aber wenigstens sehr gelungen!
Rating: ★★★★☆

 

Good Boys

Der 12-jährige Max (Jacob Tremblay) wird zu einer Kussparty eingeladen. Um sich vorzubereiten spioniert er mit seinen Freunden Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) die Nachbarin mittels einer Drohne. Als diese in Mitleidenschaft gezogen wird beginnt ein irrer Trip durch die Stadt um den Schaden zu ersetzen …

Kann man dem Genre „Teenager-Komödie“ eigentlich was Neues abgewinnen? Vermutlich nicht. Aber man kann alte Gags neu zusammenwürfeln und richtig abstimmen wenn man auf gewisse Dinge achtet. In diesem Falle ist auch das wichtigste Detail beachtet worden: das Herz. Worum es eigentlich geht (eine Drohne) ist nebensächlich, es geht nur darum die drei Helden auf eine chaotische Odyssee zu schicken. Diese ist dann mit reihenweise schrägen Momenten und chaotischen Gags gespickt die eine unerwartet gute und hohe Treffsicherheit haben. Dabei geht so einiges unter die Gürtellinie, aber auch nicht so unglaublich viel wie es das Marketing suggerieren möchte. Trotzdem überrascht am Schluß die warmherzige Chemie der drei Hauptfiguren die sigar in einige sitzende emotionale Momente führt. In dramatische Tiefen gleitet das zwar nicht ab, sehr wohl aber in großartige Spaßmomente und 89 ungemein kurzweilige Filmminuten.

Fazit: Weniger zotig als es das Marketing darstellt, statt dessen warmherzig, stimmit und mit emotionalen Augenblicken!
Rating: ★★★★☆

Once upon a time in Hollywood

Im Jahre 1969 gerät die Karriere des Westerndarstellers Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) ins Stocken. Mit seinem Freund und Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) versucht Dalton, den Wechsel zum Spielfilm zu schaffen. Obendrein zieht neben ihm der gefeierte Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) mit seiner Frau, der Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie) ein …

Kein anderer außer Quentin Tarantino könnte wohl diesen Film machen … nicht weil kein anderer so etwas schreiben, inszenieren und ermöglichen könnte, aber keiner sonst käme bei seinen Geldgebern so damit durch. Denn dieser Film ist vorrangig ein filmisches Freiticket: es gibt wenig Story, aber eine endlose Schwelgerei im Moment. Man sieht minutenlang Figuren durch die Stadt gehen, das Zeitgefühl authentisch eingefangen oder sieht endlos beim Dreh der fiktiven Westernserie zu die DiCaprios Figur spielt. Eine Story gibt e skaum, diese läuft aber im Leerlauf und kommt kaum voran – aber das Schwelgen in Nostaglie und das Verweilen in der gezeigten Zeit reicht auch schon. Wir haben eine reihe cooler und mögenswerter Figuren und der Film ist damit zufrieden diese einfach nur eine Weile zu beobachten – und jede noch so kleine inszenierte Szene wirkt unter der Leitung von Tarantino nochmal so gut. Warum das alles so laufen soll enthüllt allerdings erst das Ende in dem es um die wahren Morde an Sharon Tate und deren Freunde geht – und dann wird klar was Quentin eigentlich mit diesem Film beabsichtigt … aber das soll jeder für sich rausfinden. Allerdings könnte der langsame Inszenierungsstil und das lange Ausbleiben von Handlung so einige vor den Kopf stoßen.

Fazit: Fügt sich erst am Ende zu einem Gesamtbild zusammen – dann aber einem genialen, kurzweiligen und vor Spaß Funken sprühendem!

Rating: ★★★★★