Archiv der Kategorie: Komödie

Thunder Force

Forscherin Emily (Octavia Spencer) erfindet ein Mittel mit dem sie übermenschliche Kräfte entwickeln kann – leider gerlangt dieses Serum an ihre tollpatschige FrendinLydia (Melissa McCarthy). So bilden die beiden fortan das Duo „Thunder Force“ …

Dies ist der fünfte Film den Melissa McCarthy und ihr Ehemann ben Falcone zusammen machen und die Erwartungshaltung steht fest: vermutlich wird McCarthy als vulgäre Dicke inszeniert mit ekelhaftem Auftreten und derben Pointen unter der Gürtellinie. Daher überraschen die ersten Minuten welche die Freundschaft der beiden hauptfiguren schildert aus der Teeanferzeit heraus, da fällt diese Chemie überraschend nett und warmherzig aus. Auch wenn McCarthy dann als Erwachsene auftritt scheint es zumindest ein Stück weit zu klappen, sie als eher traurige Frau mit einer gewissen Ruhe zu zeigen. All das fliegt aber brachial aus dem Fenster ab dem Moment wo sie im Film Superkräfte bekommt. Bis zur Hälfte des Films dauert es dann diese zu trainieren, da werden dann dämliche Witze von Jenseits der Gürtellinie gerissen und Fleisch roh in Großaufnahme gefuttert – der Film driftet auf das Level ab was man befürchten durfte. Auch mit Octavia Spencer an ihrer Seite kann man wenig retten: deren Figur ist zu unscheinbar und uninteressant, die Story um ein paar Standardfieslinge ist mit der Schablone gemalt und die paar wenigen Actionszenen kriegt jede TV Production ebenso gut hin. Es scheint ja Fans dieser McCarthy / falcone Filme zu geben, sonst bekämen die nicht immer weiter Geld dafür, ich kann mich nicht dazuzählen. Im Meer der trivialen Streaming Titel schwimmt hiermit ein weiterer Vertreter – mit ungewaschenen Anzügen.

Fazit: Die derbe, unlustige und klischeehafte Nummer die darunter zu erwarten war – trotz gelegentlicher tauglicher Ansätze.

Rating: ★★☆☆☆

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft

Durch einen Unfall gerät Wayne Szalinski (Rick Moranis) mit seinem Bruder Gordon in den Strahl seiner eigenen Schrumpfmaschine. Unbemerkt von den Kindern im Haus müssen sie einen Weg finden wieder zur normalen Größe heranzuwachsen …

Ich habe den ersten Film geliebt, wußte auch daß dieser dritte Teil existiert und doch hat es gut 24 Jahre gebraucht daß ich mal einen Blick drauf werfe – und ach, es hätte noch weitere 24 Jahre dauern dürfen. Falls dieser Film der Grund war weshalb sich Rick Moranis aus dem Geschäft zurück gezogen hat kann ichs restlos verstehen: hier stimmt garnichts. Inhaltlich schließt der Film kaum an seine Vorgänger an außer eben dadurch daß Rick Moranis wieder als verschrobener Tüftler auftritt. Die restlichen Mitglieder seiner Familie werden von neuen und komplett nichtssagenden Darstellern verkörpert, hier kommt keinerlei Charme zu den Figuren auf. Das Szenario hätte ein umgedrehter Kniff sein können in dem man den ersten Film spiegelt wenn nun der Erfinder selber geschrumpft ist – es sit aber nur ein aneinanderreihen von Szenen bei denen ich den Eindruck habe daß es nicht verwendete Gedanken für den Erstling waren. Der Look ist der eines billigen TV Films und der bunte Green Screen Look ätzt sich mich seiner Künstlichkeit geradezu ins Auge. Und obendrein spielt Allison Mack mit, die ich zwar in „Smallville“ sehr gemocht habe, um die ich aber weiß was sie sich hat zu Schulden kommen lassen so daß ich sie nicht mehr unbelastet in einem Kinderfilm schauen kann. Am Ende wird dieser Film sein kaum geklicktes Schicksal auf DisneyPlus finden.

 

Fazit: Billigsequel der übelsten Sorte!

Rating: ★☆☆☆☆

Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby

Wayne Szalinski (Rick Moranis) arbeitet mittlerweile in einem Labor an der Perfektionierung seiner Maschine. Als er seinen kleinen Sohn Adam (Daniel / Joshua Shalikar) zur Arbeit mitnimmt und der Junge vom Strahl der Maschine getroffen wird beginnt bei ihm ein unnatürlicher Wachstum – schon bald hat Adam riesige Ausmaße angenommen und wird vom bösartigen Hendrickson (Joh Shea) gejagt …

ch habe den Erstling damals geliebt und fand dieses Sequel daher spannend, aber ebenso enttäuschend. Das lag daran daß die Filmfamilie umgezogen ist und die Nachbarjungs der Thompson Familie nicht mehr dabei sind – ebenso verlässt Tovchter Amy gleich zu Beginn die Geschichte. Damit bleiben nur wenige Figuren übrig die eine komplette Schablonenstory durchleben: statt zu schrumpfen wird hier ein Kind auf epische Größe aufgepustet. Die daraus entstehen Situationen werden mit schlichten Greenscreen Effekten gelöst die zu ihrer Erscheinung angemessen waren, aber mittlerweile derbe gealtert erscheinen. Ansonsten habe ich lediglich ein Lächeln beim Anblick von Lloyd Bridges im Gesicht der als gutmütiger Konzernchef mein heimlicher Star des Films ist. Ansonsten hat man passable Gags und eben ein paar charmante Charaktere aus dem Erstling die ihn am Ende dann doch erträglich machen. Ein gewisser Retrocharme  hilft.

Fazit: Schlichtes Sequel mit schlecht gealterten Effekten deren Hauptfiguren aber durchaus Herz besitzen!

Amos & Andrew – Zwei fast perfekte Chaoten

Schriftsteller Andrew Sterling (Samuel L. Jackson) hat sich ein Ferienhaus in einem Resort in Neuengland gekauft, wird aber von der Polizei für einen Einbrecher gehalten und dort umstellt. Der zuständige Chief Tolliver (Dabney Coleman) schickt daraufhin den Dieb Amos Odell (Nicolas Cage) in das Haus damit sich dieser als Täter ausgeben kann …en.

Mein Vorsatz einmal alle Nicolas Cage Filme nachzuholön führte mich dann auch an dieses Werk ran, welches ich vor Uhrzeiten mal im Fernsehen geschaut und komplett vergessen hatte. Wie alt der Film ist läßt sich schon daran festmachen daß er aus einer Zeit stammt als die Namen Nicolas Cage und Samuel L. Jackson noch nicht wirklich berühmt waren und dieser Film als kleine, klamaukige Komödie vermarktet wurde. Witzig geht’s dabei zwar auch zu, aber dennoch ist der Kern ein anderer: hier geht es um eine Spirale an Missverständnissen und Pannen die eigentlich nur auf einer einige, rassistischen Ansicht fußen. Aus dieser Sache bastelt sich der Film dann eine schöne und chaotische Grundsitation, macht dann aber nicht allzuviel daraus. Action gibt’s keine, nur ein paar sympatische Dialoge und viele bekannte Gesichter in jungen Jahren. Gerade durch das Letztere macht der Film viel Spaß und geht unterm Strich als passable, kleine Comedy durch die in ihrem Ansatz was zum Nachdenken mitgibt.

Fazit: Nicht so chaotisch wie er sich präsentiert, dennoch eine kurzweilige Klamotte mit vielen bekannten Gesichtern!

Der Prinz aus Zamunda 2

Der der König von Zamunda (James Earl Jones) nicht mehr lange zu leben hat wird iPrinz Akeem (Eddie Murphy) ihn bald beerben. Dann aber erfährt er daß er einen Sohn in Amerika hat und reist mit seinem Diener Semmi (Arsenio Hall) zurück in die USA …

In einer Szene reden zwei Figuren über Filme und darüber wie man ein schönes Original mit einem schrottigen Nachzieher verhunzt, damit bringt sich der Film schon in eine nette, selbstironische Lage. Im Grunde ist er nämlich völlig überflüssig: nach über 30 Jahren in denen der Erstling ein Klassiker war kommt nun Runde zwei nach der keiner gefragt hat. Aber generell macht der Film vieles richtig: er verdreht die Ausgangslage indem er einen jungen mann zeigt der in Zamunda die Bräuche und Gewohnheiten erlernen muß, Eddie Murphy spielt zwar die Hauptrolle, tritt aber stetig einen Schritt zurück. Ansonsten gibt es viele Wiedersehen mit Figuren aus dem ersten Film und eine durchweg simple, aber warmherzige Stimmung. Am Ende hat der Film nichts bewirkt außer vergnüglichen anderthalb Stunden, ein wenig mit der Nostalgiekeule schwingen und ein paar kleine Lacher zu produzieren. Er ruiniert den Klassikerstatus des Originals sicher nicht, fügt aber auch nichts entscheidendes Neues hinzu.

Fazit: Bunte, kurzweilige und würdige Komödie mit großer Nostalgiekeule, aber keiner wirklichen emotionalen Tiefe.

[rating 3]

Mrs. Taylors Singing Club

Offiziersgattin Kate Taylor (Kristin Scott Thomas) ist ihrem Mann oftmals in Krisengebiete gefolgt und bewahrte stets die Fassung. Auf einem Stützpunkt tritt sie dem Chor von Lisa (Sharon Horgan) bei – und beginnt damit diese Gesangsgruppe bekannt zu machen …

Regisseur Peter Cattaneo bringt wohl die entsprechende Erfahrung mit, da er schon vor über 20 Jahre eine im Kern ähnliche Sache erzählte: damals waren es Männer die sich zu einer Tanzgruppe formierten, hier sind es Frauen die gemeinsam einen Chor gründen. Dabei sind aber die Hintergründe wahr und eigentlich auch tragisch, weil es Soldatenfrauen sind die versuchen die Sorge um ihre Männer im Einsatz zu überspielen. Mit harmlosem britischem Humor wird dies präsentiert, der Fokus liegt aber auf dem Konflikt der zwei Chorleiterinnen die sich mit ihren unterschiedlichen Methoden aufeinander abstimmen müssen. Der Film fällt zwar in die Sparte Komödie, hat aber nur leise Lacher und kleine Schmunzelmomente. Leider bleiben die sonstigen Charaktere der Chorsängerinnen insgesamt etwas unbeleuchtet, dem Film tut das aber final keinen Abrruch.

Fazit: Routinierter Wohlfühlfilm mit vertrauten, aber funktionierenden Komponenten!

Brave Mädchen tun das nicht

Lucy Neal (Lucy Hale) bekommt von ihrem Ex-Freund die Beschuldigung daß sie verklemmt sei. Also erstellt sie sich eine Liste mit Dingen die sie machen möchte um das Gegenteil zu beweisen …

Manchmal vereinen Filme gewisse Widersprüche in sich. Es gab schon witzig gedachte Komödien die hochgradig unwitzig waren, actionreiche Verfolgungsjagden die grundweg gelangweilt haben und lahm erschienen … und dieser hier bringt das Kunsttück fertig eine zotige und vermutlich frivole Story komplett bieder und spießig zu inszenieren. Im Kern steht eine „reine“, aber verklemmte Seele die sich vornimmt diverse sexuelle Dinge zu erforschen um nicht mehr so verklemmt zu sein. Dazu wird eine sehr absude Liste aufgestellt und in einer endlosen Serie an banalen Szene abgehandelt. Unanständig wird dies zu keinem Zeitpunkt und der Humor ist als würde man kichernden 5klässlern zuhören die sich zotige Witze erzählen. Hier stimmt weder Witz noch Emotion noch Erotik, Hier kommt nur ein Film bei rum der so verklemmt ist wie seine Hauptfigur.

Fazit: Möchtegern frivole Klamotte die zwar schick aufgemacht ist, aber triefend bieder ausfällt.

Rating: ★★☆☆☆

To all the Boys – Always and Forever

Lara Jean (Lana Condor) will mit ihrem Freund Peter (Noah Centineo) aufs College, erhält aber eine Zusage für eine Uni 5.000 Meilen weg. Also muß sie sich ffagen in welche Richtung ihr Weg gehen soll und ws dies über sie sagt …

Ich hatte garnicht vor mir dieses erk anzutun, aber es nagte dann doch an mir: ich habe die ersten beiden Teile geschaut, echt gehasst und war mir sicher daß auch dieser eine filmische Hölle wird. Allerdings möchte ich auch Geschichten komplett schauen und gab mich daher recht erwartungsfrei an diese hier ran. Und wurde soweit doch überrascht. Mit der Hauptfigur werde ich wohl auch weiterhin nicht warm, aber die verträumten Kleinmädchengedanken welche die Vorgänger dominierten und das Rumwühlen in Liebesdingen wird diesmal stark zurückgefahren. Statt dessen Setzt der Film Lara Jean einfach in die Lage in der sie eine sehr schwere Entscheidung zu treffen hat und arbeitet sich recht lange damit ab in welche Richtung sie gehen soll und was das über ihre Beziehung und ihr Umfeld aussagt. Dies kombiniert mit ein paar schönen New York Bildern macht den Film dann am Ende doch solide, angenehm und nicht mehr so kitschtriefend. Gut, ich bin nicht die Zielgruppe, aber stelle doch fest: ach für jemanden wie mich fällt das Finale der Trilogie sehr solide aus.

Fazit: Ein Drama über eine junge Frau und ihre schwere Entscheidung – nicht mehr so auf kitsch ausgerichtete Fortsetzung!

Videoreview von mir: https://youtu.be/iFHvW9UfPFk

The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel

Armand Goldman (Robin Williams) betreibt mit Liebhaber Albert (Nathan Lane) einen Nachtclub in Miami. Dann aber erfährt er daß sein Sohn Val (Dan Futterman) im Begriff ist Barbara Keely (Calista Flockhart) zu heiraten, die Tochter des spießigen Senators Kevin Keely (Gene Hackman). Armand muß sein Umfeld „vorzeigbar“ machen …

Ich habe den Film zum Zeitpunkt seines Erscheinens gesehen und als nicht erwähnenswert empfunden. Nun, nach gut 25 Jahren sah ich ihn wieder und feierte ihn total ab. Womöglich aus falschen Gründen: es ist aus heutiger Sicht sehr schön nochmal zu sehen wie Robin Williams noch in seinem vollen Element durch die Szenerie springt, einen Film zu sehen in dem keine Handys oder soziale Medien vorkommen und natürlich viele bekannte Gesichter in Nebenrollen zu entdecken. Stars wie Calista Flockhart und Christine Baranski oder mein persönliches Highlight: Hank Azaria. Mit der bunten Farbgebung und dem fröhlichen Grundton sowie sehr viel Komik die rein körperich erzeugt wird machte mir der Film rundweg Spaß und erzeugte ein Dauerlächeln. Irgendwie kam das Gefühl auf: solche Filme kriegt man heute nicht mehr zu sehen, selbst wenn sie zu ihrer Zeit keine Renner waren.

Fazit: Bunt, schrill und zum brüllen komisch – etwas vergessener Exot!

Rating: ★★★★☆

Bill und Ted retten das Universum

Bill (Alex Winter) und Ted (Keanu Reeves) wurde prophezeit daß sie eines Tages die größten Rockstars der Welt wären und sie das Schicksal der Welt beeinflußen werden – allerdings sind sie mittlerweile Väter geworden und kommen mit ihrer Karriere nicht voran. Also planen sie in die Zukunft zu reisen und sich selbst einen Hit zu stehlen …

Für mich ganz persönlich war dies wohl der am meisten herbeigesehnte Film des Jahres 2020 wobei ich weiß daß ich da eine Trennung vornehmen muß. Unter objektiven Gesichtspunkten ist dieser Film dumm, sichtbar billig produziert und überflüssig. Der Versuch zwei Kultfiguren nach einer solch langen Zeit noch einmal auf die Leinwand zu hieven mit einem chaotischen Skript daß eigentlich vorrangig zentrale Motive aus den Vorgängern neu aufbaut kann kaum gut gehen, erst recht wenn das heutige Zielpublikum ein gänzlich anderes ist. Aber man muß auch so ehrlich sein daß die Originalfilme keine Meilensteine waren sondern alberner Stuß den man aber im entsprechenden Alter in sein Herz schließen konnte. Und darum ist es mir egal was man an sachlichen Punkten dagegen anführen kann, es dominiert das Herz: das Wiedersehen mit den zwei gealterten Helden berührt und begeistert (auch wenn Keanu Reeves mit merkwürdiger deutscher Synchronstimme spricht), die Absurdität der Story kann einen ergreifen wenn man sich darauf einläßt und viele kleine Nebengags (wie die Töchter der beiden oder der debile Killerroboter) funktionieren echt gut. Es ist aber etwas anderes was diesen Film geradezu wertvoll amcht: Die Naivität, die Leichtigkeit und der grenzenlose Optimismus der ihm aus jeder Pore quillt. So etwas findet man im heutigen Film einfach nicht mehr.

Fazit: Sicherlich eine Privatveranstaltung für gealterte Fans, aber eine die beim entsprechende Publikum zu Herzen gehen dürte

Rating: ★★★★☆