Archiv der Kategorie: Komödie

Oceans Eight

Danny Ocean hat eine Schwester namens Debbie (Sandra Bullock) die ihrem Bruder in fast jeder Hinsicht ähnelt. Obendrein hat sie dessen kriminelle Energie und dessen Einfallsreichtum. So sammelt sie sieben Verbündete um sich herum um gemeinaam einen grouen Coup zu begehen und eine wertvolle Hals kette zu stehlen …

Ich war nie ein großer Fan der Oceans Filme, hatte damals zwar bei „Oceans Eleven“ einen echt tollen und lustigen Kinoabend, was aber mehr an der Gesellschaft lag und weniger am Film. Die Filme selber waren für mich gelacktes Star Kino daß zwar Charme, aber auch ne Menge nutzlosen Hochglanz hatten und als Heist Movies in Ordnung gingen. Trotzdem hätte es nach meiner Ansicht nicht diesen Film nicht gebraucht: Sandra Bullock wird als Schwester von Danny Ocean eingeführt und das alleine muß als Charakterisierung ihrer Figur reichen, ebenso werden die anderen Damen wie im Trailer im Schnellverfahren vorgestellt. Die Story dient eh nur dazu einen weiteren Heist Movie durchzuziehen, das gelingt soweit auch, aber ohne irgendeine auch nur ansatzweise originelle Idee dabei. Es bleiben ein paar nette Sprüche und eine Schicke Optik sowie eine große Starbesetzung, ansonsten aber ein fast piefiger Film der händeringend versucht seine Damenriege für weitere Teile zu etablieren, was aber nicht ausreichen sollte.

Fazit: Schicke Optik und eine fette Besetzung, ansonsten aber nur dürftige und altbackene Nummer!

Rating: ★★☆☆☆

Set it up

Die New Yorker Assistentin Harper (Zoey Deutch) und ihr Kollege Charlie (Glen Powell) leiden unter ihren tyrannischen Chefs Kirsten (Lucy Liu) und Rick (Taye Diggs). Schließlich kommen sie auf die Idee ihre Chefs zu verkuppeln – halsen sich damit aber einige Probleme auf …

Der Netflix Film der Woche – dies, genau das und keinen Deut mehr oder weniger. Eine ganz simple RomCom bei der mich schon die Kernidee ärgert: zwei Assistenten beschließen ihre Chefs zu verkuppeln und sich eigene Vorteile daraus auszurechnen – also wird getrickst, gefuscht und manipuliert was das Zeug hält. Das ist zwar niedlich und nett dargestellt und zum schmunzeln, aber aber eigentlich auch ziemlich fies. Bei den Figuren läuft leider eine Sache aus dem Ruder, nämlich Glenn Powel in der männlichen Hauptrolle: der spielt so völlig bleich, charismararm und ohne Ausdruck daß seine Figur einfach nicht greift oder funktioniert, besonders im Zusammenspiel mit Zoey Deutch. Und es ist schade daß der Film zwar in New York spielt, aber die Stadt und die Möglichkeiten so gut wie garnicht aufgreift, nutzt oder einbindet. Als Streaming Film zum beiläufig mal schauen ist die Nummer von Anfang bis Ende in Ordnung, aber belegt für mich eindeutig: ein Film direkt für ein Stgreaming Portal hat keine Kinoqualität.

Fazit: Kleine, unbedeutende aber soweit solide RomCom!

Alex Strangelove

Alex Truelove (Daniel Doheny) hat alles was er sich wünschen kann: eine gut laufende Schaulaufbahn, eine wundervolle Freundin (Madeline Weinstein) und eine strahlende Zukunft vor sich. Allerdings ist er noch Jungfrau – und bekommt ausgerechnet beim schwulen Mitschüler Elliot (Antonio Marziale) unerwartete Hilfe …

Eine fast merkwürdig getimte Veröffentlichung: der Film erscheint auf Netflix gut drei Wochen bevor der Film „Love, Simon“ im Kino erscheint, die haben zwar nichts miteinander zu tun, aber eben doch ein im weitesten Sinne ähnliches Thmea; und dadurch wird verdeutlicht worin die Unterschiede zwischen einem füs Kino und einem fürs Streaming gedrehten Film liegen. Bei dieser „unsicherer Junge entdeckt seine Homosexualität“ Story sind keine bekannten Stars dabei und der Film fährt Geschütze auf aus den Untiefen der High-School Komödie; etwa eine epische Kotzszene und überhaupt das erste Mal als Hauptthema, ist aber in einem Punkt herausragend: beim auslassen von Bewertungen. Die Hauptfigur ist im Taumel ob sie hetero, homo oder bisexuel ist, das wird sogar sehr schön mittels einer Frühstücksszene dargestellt, aber es gibt zu keinem Zeitpunkt etwas wertendes, etwa das eines davon falsch wäre (wie es früher sicherlich der Fall gewesen wäre). Insgesamt ist der Film wohl etwas im Mittelfeld: etwas zu lau für ein Drama und nicht wirklich so lustig wie eine Komödie, aber am Ende doch sympathisch und eben das was er ist: ein Streaming Titel der wenn er zur Verfügung steht bedenklos geschaut werden kann, den im Umkehrschluß aber keiner vermisst!

Fazit: Junge sucht seine sexuelle Ausrichtung – trotz Teeniefilm-Klischees im Kern mit viel Gefühl!

Overboard

Kate (Anna Faris) ist allein erziehend und schuftet sehr hart. Als sie für den mexikanischen Erben Leonardo (Eugenio Derbez) die Yacht reinigt gerät sie mit ihm aneinander – und nach einem Unfall verliert Leonardo das Gedächtnis. Fortan erzählt ihm Kate sie seien verheiratet – und will ihm so eine Lektion erteilen …

Zeit für ein Remake: der Originalfilm ist mit Goldie Hawn und Kurt Russel und stammt aus den achtziger Jahren (worauf im Film sogar scherzhaft Bezug genommen wird), ich selber habe ihn allerdings nie so richtig gesehen und kann daher nicht direkt vergleciuhen ob hier nur der Titel übernommen wurde oder ob es wirklich den Originalstreifen neu aufsezt. Allerdigs kann sogar ich sagen daß die Rollen ausgetauscht wurden: wo es im Original eine reiche Frau und ein armer Mann waren ist es hier eine arbeitende Mutter und ein reicher Schnösel die aufeinander pralle. Letztlich ist die Botschaft dahinter simpel und schlicht: lerne den Wert vonA rbeit und Familie kennen und Reichtum nix ohne die richtigen Menschen an seiner Seite. Irgendwie hat diese simple Botschaft mir hier aber mehr Spaß gemach. Eugenio Derbez hat für mich in siner Rolle zwar von oben bis unten nicht funktioniert, was schade ist da er ja 50% der Hauptrollen ausmach, aber Anna Faris reißt es passabel wieder raus. Ansonsten gibt es wohl dosierten Slapstick und ein soweit ruhige Inszenierung der bekannten Story: Zwar kein Highlight, aber so in der heutigen Zeit schon fast wieder selten.

Fazit: Nettes Remake, klein, harmlos, aber kurzweilig und nett

The Kissing Booth

Elle Evans (Joey King) ist zwar schon länger in der High-School, hat aber noch niemals geküßt. Daher möchte sie eine Knutschkabine auf dem Frühlingsfest ihrer Schule betreiben. Dadurch küsst sie ihren heimlichen Schwarm Noah Flynn (Jacob Elordi) – der aber der Bruder Elles bestem Freund Lee (Joel Courtney) ist was zu einer großen Krise in ihrer Freundschaft führt …

Hier war ich positiv überrascht, nachdem es mit einem Tiefschlag begann: das rasante Intro in dem die Hauptfigur ihre Vorgeschichte erzählt beinhaltet gleichermaßen kindlichen Freundschaftsquatsch wie ein ernstes Sterbedrama – und diese Kombi verwirrt total. Danach gibt eine solide High-School Komödie die auf ihre Hauptfigur ausgerichtet ist und bei der man sich schnell sicher ist: zwei beste Freunde die sich zunächst unabhängig in Beziehungsmist verstricken werden und zum Ende hin zusammen sein müßten. Aber hey, der Film hat was anderes im Ziel. Zwar nichts was man nicht auch erahnen kann, aber eben doch alles etwas anders als die nach klischee aussehende Nummer berfürchten ließ. Mit munteren Figuren und einem kurzweiligen Verlauf ist das zwar immernoch kein Kinomaterial, aber eben ein netter, kleiner und flotter Film den man im Netflix Angebot bedenkenlos anklicken kann.

Fazit: Kleine, launige und kurzweilige Teenieklamotte, trotz plattem Start ab irgendwann richtig vergnüglich!

Rating: ★★★☆☆

Ibiza

Harper (Gillian Jacobs) unternimmt eine Geschäftsreise nach Barcelona und wird dabei von ihren zwei besten Freundinnen Nikki (Vanessa Bayer) und Leah (Phoebe Robinson) begleitet. Die beiden motivieren Harper zu ganz viel Partyaktivitäten wobei sie auch DJ Leo (Richard Madden) kennen lernt. Durch diese Bekanntschaft geht die Reise unvermittelt weiter in Richtung Ibiza …

Ich fand es sehr lustig zu lesen welchen Streß es beiläufig zu diesem Film gab: er heißt Ibiza, gibt vor auf Ibiza zu spielen und das dortige, typische Partyleben einzufangen und wurde in Wahrheit aber in Kroatien gedreht. Ist natürlich blöd, aber gleichermaßen egal, da wirkliche „Aufmerksamkeit“ für diesen Film sicherlich ausbleibt. Mal ehrlich: drei dusselige, bleiche und höchst unsympathische Partynudeln aus New York reisen nach Barcelona wo sie in der dortigen Partyszene versacken und dann eine Weiterreise nach Ibiza anstreben obwohl eigentlich dringende Geschäftliche Termine wichtgier wären – eigentlich braucht man nach durchlesen der Inhaltsangabe garnicht mehr zu schauen da es abseits dieser Reißbrettdramaturgie wenig gibt. Eigentlich nur zwei Komponenten: Partyszenen mit so aufgedrehtem Sound daß einem die Birne raucht, auf der anderen Seite Dialoge in denen den Hauptfiguren möglichst viele unanständige Worte in den Mund gepackt werden. Heißt: plumpes Streamingfilmchen zum angewöhnen.

Fazit: Nett gefilmt, aber dramaturgisch altbacken und ohne interessante Figuren!
Rating: ★★☆☆☆

Das ist erst der Anfang

Duke Diver (Morgan Freeman) leitet ein Altenheim bei dem den Bewohnern die stetige Möglichkeit zu Party gegeben ist. Dann gerät er aber in einen Disput mit dem Neuzugang Leo (Tommy Lee Jones) um die neue Bewohnerin Suzie (Rene Russo) und er wird obendrein von seiner Vergangenheit eingeholt …

Bei den Beteiligten hätte ja eigentlich Hoffnung bestehen können: Morgan Freeman und Tommy Lee Jones als Rentner-Alphatiere die sich um die herrlich reservierte Rene Russo kloppen, das auch noch unter Regie von Sportfilmer Ron Shelton. Aber die Aussicht auf einen netten, kleinen Film wird durch das banale Drehbuch zunichte gemacht. Da springt die Kiste zwischen permanent wechselnden Themen hin und her, bringt einerseits ein wenig AltherrenCharme, auf der anderen Seite ein wenig Mafiakomödie und stopft das noch mit banalen Nebenplots auf. Leider funktioniert dabei auch die Hauptfigur nicht, Freemans Figur ist ein hibbeliger und nerviger Typ mit dem man nicht mitfiebert, sondern von dem man recht schnell total genervt ist. Und außer einer netten Luxusumgebung in der die Nummer spielt ist lediglich die schnelle Laufzeit von 80 Minuten zu betonen.

Fazit: Wie ein schlechter TV Film!

Rating: ★☆☆☆☆

Burg Schreckenstein 2

Die Internate Schreckenstein und Rosenfels am Kapellsee liefern sich weiterhin einen Wettstreit darum wer die besten Streiche hinbekommt. Dabei stürzt jedoch der Zeppelin des Grafen Schreckenstein (Harald Schmidt) stürzt ab und dessen Neffe Kuno (Uwe Ochsenknecht) übernimmt das Ruder – allerdings um die Burg zu verkaufen. Daher versuchen die Schüler den Verkauf zu verhindern …

Das, was ich damals bei Teil 1 sagte gilt wohl auch unvermindert hier: ich hab als Jugendlicher ein paar der Bücher gelesen und mochte sie durchaus, war aber kein großer Fan. Ich habe mir dabei diese Welt auch nicht gerade unfassbar farbenfroh ausgemalt oder explizit vorgestellt wie dort alles ausschauen mag – aber trotzdem komme ich zu dem klaren Schluß daß so wie es hier präsentiert wird für mich nicht kompatibel ist. Dazu ist hier alles zu bunt, zu hip und zu flott und die Schüler einfach zu modern, als das es Internatsschüler von vor 30 Jahren wären. Die Aufmachung ist ok, die Darsteller gehen auch klar und sollte es heutige Kinder geben die sich diese Filme angucken nd Spaß dran haben hat es meinen Segen. Für mich ist es aber nur eine völlig neue Kiste die das Etikett von früher umhängen hat.

Fazit: Als Kinderfilm recht tauglich, als Umsetzung der alten Buchserie furchtbar!

Wohne lieber ungewöhnlich

Die Familienverhältnisse waren für Bastien (Teïlo Azaïs) und seine Geschwister stets kompliziert da sie aus Patchwork Familien stammen. Um endlich geordnete Verhältnisse zu haben ziehen sie in eine eigene Wohnung was aber ein Chaos nach sich zieht …

Die französischen Komödien können zu unglaublichen Highlights führen (man bedenke die Schtis oder „Ziemlich beste Freunde“), oder aber zu relativ unbeachteten kleinen Werken. Dazu dürfte dieser hier zählen der eigentlich it einer großartigen Idee daherkommt, aber nur einer überschaubaren Umsetzung davon. Die Kinder einer Patchwork Familie haben vom ständigen rumziehen und bei einem anderen Elternteil übernachten die Nase voll, gehen in eine Wohnung und verlangen daß die Eltern sich ab sofort nach ihnen richten. Die nette Idee wird aber lediglich dazu genutzt um banale Alltagssituationen aus der Wohn WG zu schildern, teils witzige oder eben kleine Alltagsdramen zwischen den Figuren – das ist alles sympathisch und nicht wirklich langweilig, erreicht aber keine wirkliche Tiefe. Obendrein ist das gezeigte restlos unübersichtlich. Mit über 15 Hauptfiguren ist die Szenerie ebenso unübersichtlich wie die Namen oder Verbindungen der Figuren.

Fazit: Nette Idee und sympathische Figuren, aber in der Thematik wären weniger Handlungsstränge deutlich mehr gewesen!

Paddington 2

Der Bär Paddington lebt mittlerweile fest etabliert bei Familie Brown und ist aus seiner Umgebung nicht mehr wegzudenken. Für den 100. Geburtstag seiner Tante Lucy (Imelda Staunton) möchte er ein einzigartiges Pop-up-Bilderbuch erwerben – dieses wird jedoch vom Dieb Phoenix Buchanan (Hugh Grant) gestohlen der den Verdacht auf Paddington lenkt …

Ein mir bekannter professioneller Filmkritiker nannte diesen Titel seinen Lieblingsfilm aus 2017 – gut, das kann ich so nicht teilen, aber doch verstehen. Dieser Film dessen Vorgänger ich zwar gesehen, aber kaum im Kopf behalten habe macht wirklich im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig: eine putzige Kinderfilmoptik, eine schöne Geschichte mit familientauglicher Spannung und kleinem Krimianteil, überspitztem, aber niemals unter die Gürtellinie wanderndem Humor und natürlich der Hauptfigur: perfekt animiert und herzerwärmend. Das ist eben das was den ganzen Film ausmacht: ein unglaubliche Wärme und Liebenswürdigkeit, die von Geschichte, Look und Figuren ausgeht, dazu noch ein paar passable Actionmomente und ein großes Happy End. Familienkino in Perfektion, auch für jeden sonstigen Anlaß irgendwie tauglich. War nicht zu erwarten.

Fazit: Totale Liebenswürdigkeits Breitseite die in positivster Form ans Herz geht!

Rating: ★★★★☆