Archiv der Kategorie: Komödie

Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft

Felix (Oskar Keymer) kommt mittlerweile amOtto-Leonhard-Gymnasium zurecht obwohl dort der Geist des von Otto (Otto Waalkes) herumspukt, zu dem bald auch die Ex-Direktorin Hulda Stechbarth (Andrea Sawatzki). stößt. Als seine Eltern Peter (Axel Stein) und Sandra (Julia Hartmann) einen Umzug nach Dubai planen kommt es durch Umstände dazu daß Felix sie schrumpft …

Alles auf Anfang und alles in die Tonne: der gute Eindruck den der erste Film bei mir zumindest gemacht hat geht gleich wieder komplett bergab, zu Gunsten eines unnötigen, überflüssigen und schnell runtergekurbelten Sequels daß einfach nur alle Figuren von Teil 1 eins zusammenbringt und im Grunde das gegebene Szenario wiederholt. Hier und da schleichen sich dabei gelungene Momente oder kleine Gags ein, ebenso sind wieder viele Szenen dabei die lustig wirken (etwa wenn die Figuren in Zahnastabechern baden); aber mit einer restlos übersteigerten Antagonistin und gewachsenen, aber kaum mögenswerten Figuren stellt sich der Film selbst ein Bein. Was auch unglaubwürdig ist: der Film kommt gut drei Jahre nach dem ersten, soll aber nur ein Jahr später spielen, was durch die deutlich gewachsenen Kiddies aber nicht glaubhaft erscheint. Kinder dürften sich an alledem kaum stören – wer den ersten mochte kommt auch hiermit bestens klar.

Fazit: Lauer Nachzieher der alle Gags des ersten Films variiert und wiederholt!
Rating: ★★☆☆☆

Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft

Felix (Oskar Keymar) landet nach mehreren Schulen auf der Otto-Leonhard-Schule, wo er einen Disput mit Direktorin und Klassenlehrerin Dr. Schmitt-Gössenwein (Anja Kling) beginnt. Das wandelt sich als die Lehrerin schrumpft und bei Felix in den Rucksack klettert …

Ich beurteile Kinderfilme mittlerweile etwas anders, seit ich selber Vater bin und mich nun immer Frage ob der besagte Film für mein Kind in Ordnung wäre. Bei diesem hier wäre die Antwort ein sehr klares Ja. Die idee daß Menschen geschrumpft werden und das auf komödiantische Weise im Alltag Folgen hat ist nicht neu, bei mir ist wohl „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ als der Maßstab verhaftet und aus diesem Vorbild zieht sich auch der deutsche Film einige Inspirationen. Aber trotzdem wirkt er frisch, neu und stellenweise recht witzig wie eben die geschrumpfte Frau in Schulmäppchen oder sonstigen Gegenständen versteckt wird. Die Bonushandlung in der es um eine Schule und Otto als Schulgeist geht ist aufgesetzt, stört aber nicht sonderlich und die Botschaften sind im Kern altbekannt, aber lobenswert: mögt einander, mögt das Lernen und seit gut zueinander; ebenso findet gute Möglichkeiten und Schulleben lebenswert zu machen. Alles genau richtig und kurzweilig präsentiert.

Fazit: Extrem sympathisch und kurzweilig mit dem Herz am rechten Fleck!

Casino undercover

Das kreuzbrave Ehepaar Scott (Will Ferrell) und Amy (Amy Poehler) möchte ihre Tochter Alex (Ryan Simpkins) aufs College schicken, dann wird ihnen aber das benötigte Stipendium nicht ausgehändigt. Als tun sie sich mit Kumpel Frank (Jason Mantzoukas) zusammen und eröffnen ein illegales Casion …

Die Story für sich ist ja fast schon ein Basisplt: ein braves Ehepaar hat ein finanzielles Problem und greift zu kriminellen Methoden. Das kann man auch in ernsthaft und harten Versionen erzählen, mit Will Ferrell und Amy Poeler hat man eben Darsteller die eher dem Brachialhumor zuzuordnen sind. Und entsprechend ist der Film: die Story ist zu sehr over the top um irgendwie glaubhaft zu sein, die Figuren haben ein paar Szenen und Momente die lustig ausfallen, aber eben Leute die diese Art von Witz nicht abkönnen dürften hierbei echt abgeschreckt werden. Technisch ist das alles solide gemacht und wenn man sich den Film aus einem Streamingangebot raussucht ist es eben ein harmloser kleiner Film zum anschauen, Grinsen und wieder vergessen.

Fazit: Typischer Humor der Hauptdarsteller, eingefasst in ein schlichtes, aber funktionierendes und seichtes Handlungskonstrukt!

Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt

Ein neuer Gesetzesentwurf macht es möglich daß sich fortan jeder der es möchte an der Polizeiakademie bewerben kann. So landet eine bunte Truppe an schrägen Gestalten dort die eine reines Chaos anrichten – während der bösartige Ausbilder Harris (G.W. Bailey) bemüht ist so viele wie möglich loszuwerden und dabei besonders auf den aufmüpfigen Mahoney (Steve Guttenberg) schaut …

Ich habe die Filme dieser Reihe (wie wohl viele aus meiner Generation) in meiner Jugend etliche Male geschaut, Original wie Sequel, und muß mir wohl eingestehen: wirklich gute Filme waren das nie und ebenso wenig kann man damit wohl in der heutigen Zeit noch „bestehen“. Es bleibt bei mir wohl ein fetter Funke an Nostalgie, außerdem ist es schön bekannte Synchronstimmen aus der damaligen Zeit nochmal zu hören. Obendrein hat man hier ja mitunter die Sequels vor Augen und erkennt wie die Reihe von Folge zu Folge bergab ging und wie gut im Erstling eigentlich noch alles ist. Figuren, Humor und der Slapstick funktionieren eigentlich ganz zufriedenstellend, wobei das was besonders zotig wirkt eher harmlos ist. Trotzdem: wer ein paar Erinnerungen auffrschen mag, der kann ganz froh sein diesen Film im Netflixangebot zu finden, wer ihn noch nie gesehen hat sollte mal einen Blick riskieren – und sei es nur um zu verstehen worüber die vorherige Generation gelacht hat.

Fazit: Stark verstaubt, aber insbesondere durch die Brille der Nostalgie ein großer Spaß!
Rating: ★★★★☆

Die Kunst der Nächstenliebe

Isabelle (Agnès Jaoui) hilft Bedürftigen auf jede erdenkliche Weise – bis sie auf die ähnlich engagierte Elke (Claire Sermonne) trifft deren Methoden ebenso erfolgreich sind. Isabelle empfindet Eifersucht und will sie übertreffen indem sie eine kostenlose Fahrschule errichtet …

Das ist die typische Situation die in Sneak Previews öfters mal auftritt: man sieht einen unbekannten französischen Film und innerhalb weniger Momente leert sich das Kino. Manchmal zu Recht, manchmal entgeht dem fliehenden aber auch das ein oder andere lohnende Wer. Das trifft aber nicht auf diesen hier zu. Ich hatte das Gefühl eine verfilmte, früe, unfertige Drehbuchfassung zu schauen: die Hauptfigur engagiert sich sozial und das bringt einiges an Sorgen mit sich. Die türmt der Film auf, entscheidet sich aber nicht welche der genannten Dinge er nun wirklich zum Thema machen will und springt uninspiriert zwischen allen Storys hin und er. Daß da einzelne Momente ganz witzig ausfallen ist nett, sie kollidieren aber mit ungelenken Dramapassagen und dem Umstand daß die Hauptfigur vorrangig unangenehm daherkommt.

Fazit: Nett gemeint, setzt aber keinen Schwerpunkt in irgendeine Richtung!

Late Night

Der TV Talkerin Katherine Newbury (Emma Thompson) wird vorgeworfen frauenfeindlich zu sein. Daher wird die Autorin Molly (Mindy Kaling) engagiert die ihr in der von Männern dominierten Redaktion den Rücken stärken soll …

Schön wenn Verpackung und Inhalt auseinander gehen, zumindest ein wenig: in diesem Falle läßt die Aufmachung vermuten daß man es mit einer einfachen Komödie zu tun hat in der eine junge Frau bei einer alten, grantigen Moderatorin anfängt und dieser mit ihrer frischen Art endlich neue Wege aufzeigt. Das ist zwar im Kern wirklich der Plot, aber es geht doch etwas anders und auch etwas „tiefer“. Die beiden Hauptfiguren werden komplett zerlegt und präsentiert, es sind keine oberflächlichen Comedygestalten sondern nachvollziehbare Personen mit Ängsten und Hintergrund. Ebenso wird das Schreiberleben zwar kurzweilig und mitunter lustig gezeigt, aber man erkennt schon daß Stress und Druck hinter allem steckt und diese Menschen wirklich um ihre Existenz bangen. All das wird entspannt, ohne überdrehte Komik und sympathisch vermittelt. Filme dieser Art gabs zwar durchaus schonmal, aber schön wenn auf diese Weise einer dazukommt.

Fazit: Kleine Komödie mit großen Darstellerleistungen und ohne platten Humor!

Babyspeck und Fleischklößchen

Der schüchterne Rudy Gerner (Chris Makepeace) wird über die Sommerferien in ein Feriencamp geschickt in dem er sich sehr unwohl füht. Lediglich der Aufseher Tripper Harrison (Bill Murray) steht ihm bei und versucht ihm Selbstvertrauen zu vermitteln …

Das hat für mich was ganz irritierendes: mal abgesehen von „Der kleine Horrorladen“ habe ich Bill Murray nie vor „Ghostbusters“ gesehen, somit ist es für mich schon komisch den Mann den ich vorrangig aus den letzten Jahren kenne in so jung zu sehen. Ebenso irritierend ist die deutsche Synchro in der Murray mit der Stimme von Bruce Willis redet, allerdings ist auch die spätere Standardstimme von Arne Elszholz bei einer anderen Figur zu hören. Aber das ist wohl nebensächlich: diesen Film kannst du keinem mehr als lustig verkaufen oder präsentieren, der ist in allen Belangen veraltet: den Frisuren, den Witzen, der Musik, der ganzen Aufmachung eben. Ich denke mal da kommt man nur richtig rein wenn man in einem entsprechenden Alter ist und da mit Nostalgie draufsehen kann – wobei der Handlungsstrang in dem Bill Murray einen Jungen unterstützt durchaus rührend ist.

Fazit: Sonnig, fröhlich und je nachdem etwas nostalgisch – veralteter, überspitzter und doch harmloser Humor!

Rating: ★★★☆☆

Fishermans Friends – Vom Kutter in die Charts

Musikproduzenten Danny (Daniel Mays ) reist in das Fischerdorf Port Isaac in Cornwall werden um dort eine Musikgruppe von zehn Fischern für seinen Chef zusammenzustellen. Dabei handelt es sich zwar um einen Scherz – das ist Danny aber nicht bewußt …

Die Story klingt so als wäre sie ein verspäteter Neuaufguss von Ganz oder gar nicht: eine Truppe Fischer die bei der Arbeit gerne singt wird von einem Musikproduzenten entdeckt der zunächst widerwillig, danach voller Eifer versucht diese entsprechend herauszubringen. Dabei stehen nicht nur die zunächst überschaubaren Erfolgsaussichten im Weg, ebenso haben die kernigen Typen eigentlich gar keine Lust darauf berühmt zu werden. Aber all das lässt isch sicher in anderthalb Filmstunden beheben, ebenso eine kleine Lovestory am Rande und viel Kabbeln zwischen den Hauptfiguren, genauso das typische Bild der Fischer die als ganze Männer erscheinen. Eigentlich ist also alles bekannt, aber ebenso mag man diese Versatzstücke, vor allem wenn sie wie hier solide zusammengebaut werden. Mit guter Musik und dem Background daß dies eine wahre Geschichte ist entstehen hier knapp anderhalb Stunden Wohlfühlkino für ein entsprechendes Publikum.

Fazit: Herzige Story mit sympathischen Figuren und guter Musik (wenn man auf diese Art steht)!

Rating: ★★★☆☆

Traumfabrik

Emil Hellwerk (Dennis Mojen) wird 1961 au der NVA entlassen und kommt zum DEFA-Filmstudio in Potsdam-Babelsberg. Bei einem Statistenjob lernt er am Filmset die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle) kennen – die aufkeimende Beziehung wird jedoch durch die sich schließenden Grenzen behindert …

Ein großer, deutscher Film darüber wie ein großer, deutscher Film gedreht wird … ein nettes Konzept. Der Film taucht ein in große Sets, altmodisches Filmemachen und die Probleme wie junge Filmemacher auf alte Geldgeber stoßen, wie Kreativität und Wirtschaftlichkeit aufeinanderprallt … und dennoch ist dies nur das Nebenthema. Im Kern steht eine große Liebesgeschichte, ein junger Mann der unter schwierigsten Umständen um eine Frau buhlt … beim Trailer wurde mir dezent übel, weil es so unfassbar kitschig erschien. Nach anschauen des Films stelle ich fest: ja, es ist total kitschig, aber in einer vertretbaren Dosierung. Und ich war in der Tat beeindruckt von der „Größe“ des Films, der nicht nur vom großen Filmemachen handelt, sondern wirklich groß erscheint und wirkt. Klar, das ist nicht für jeden was, wer es aber wohl wissend versucht und auf entsprechenden Kitsch eingerichtet ist kann dort viel Spaß raus gewinnen.

Fazit: Kitschdröhnung und gleichermaßen groß inszeniertes deutsches Kino!

Der geheime Roman des Monsieur Pick

Verlegerin Daphné (Alice Isaaz) entdeckt in einer Bibliothek die nicht veröffentlichte Bücher sammelt ein Manuskript des verstorbenen örtlichen Pizzabäckers Pick, welches das Niveau von Weltliteratur hat. Als der Literaturkritiker Jean-Michel (Fabrice Luchini) äußert daß das Buch von jemand anders geschrieben wurde hat das schwere Konsequenzen für ihn. Fortan versucht er den Hintergrund des Romans zu erkunden …

Ich sah diesen Film ohne je irgendwas vorab darüber gehört zu haben, daraus entsprang dann die Möglichkeit sich völlig unvorbelastet darauf einzulassen. Und in diesem Falle war das Resultat durchaus amüsant, auch wenn sich der Film keinem Genre zuordnen lässt: es gibt witzige Momente, als Komödie taugt er trotzdem kaum, es wird so manche tragische Geschichte aus der Vergangenheit enthüllt, trotzdem funktioniert es wohl kaum als Drama … und auch wenn die Story spannend ist und man natürlich wissen will was sich hinter dem ominösen Buch verbirgt, so ist es kein Thriller. Interessant ist wohl das Wort was am ehesten meinen Eindruck beschreibt: der Film ist klein, unauffällig, frei von unnützem oder cholerischem Klamauk – einfach eine nette, ruhige Story die auf eine Auflösung und Pointe hinausläuft die man wissen will, auch wenn das Finale recht unspektakulär ausfällt.

Fazit: Ruhig, sympathisch und amüsant, mit Spannung auf die Auflösung!

Rating: ★★★★☆