Archiv der Kategorie: Komödie

Womit haben wir das verdient?

Wanda (Caroline Peters) erfährt daß ihre Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher) Muslima werden will. Also beginnt Wanda damit sich mit der Thematik außeinander zu setzen im ihre Tochter so gut es geht dabei zu unterstützen und den Schritt überhaupt zu verstehen …

Immer schön wenn man ein schwieriges Thema in einen leichten Film packen kann: eine Schülerin aus Wien beschließt ab sofort Muslima zu werden und beginnt mit totaler Radikalität deren Bräuche und Praktiken im Alltag anzuwenden. Deren Mutter jedoch ist hin und her gerissen: natürlich möchte sie die Tochter unterstützen, gleichzeitig aber auch wieder zur Vernunft bringen – und in dem gleichen Dilemma wie die Hauptfigur befindet man sich als Zuschauer weil man irgendwie alle beteiligten Personen auf ihre Art verstehen kann. Wertvoll dabei: der Film urteilt und bewertet nicht. Er zeigt einfach eine lange Reihe an Alltagssituationen in denen eben die neuen, muslimischen Praktiken angewendet werden – teils ist das sehr witzig, teils absurd, teilweise ernsthaft. Man muß nur entsprechend starke Nerven haben da das ganze sehr wohl fordert: Caroline Peters als Obermutti will zwar nur das Gute, ist als stetig genervte Frau ebenso für den Zuschauer anstrengend zu ertragen und der Streß mancher Hauptfiguren überträgt sich auf den Zuschauer. Trotzdem lohnt der Film durchaus – weil er keinen der Lächerlichkeit preisgibt.

Fazit: Harmloser, kleiner Film der seine Thematik erfreulich wertungsfrei vermittelt!

Rating: ★★★☆☆

Manhattan Queen

Maya Davilla (Jennifer Lopez) ist stellvertretende Filialleiterin eines Supermarkts in Queens hochgearbeitet, wegen eines fehlenden Schulabschlusses bleibt ihr aber eine Beförderung vorenthalten. Dann aber erhält sie einen hoch angesehenen Managerposten da der Sohn ihrer Freundin Joan (Leah Remini) ihren Lebenslauf aufgebessert hat. Während sie einerseits mit ihrer Art in der neuen Firma gut ankommt droht das Spiel aufzufliegen …

Dieser Film wirkt als habe Jennfier Lopez das Drehbuch nach „Manhattan Love Story“ beiseite gelegt, sich vorgenommen „Das mache ich beizeiten noch“ und nun hats etwas zu lange gelegen. Daher macht sie sich im Film wohl auch zehn Jahre jünger. Das Resultat triggert zumindest mich an ganz überraschenden Punkten: der Film filmt New York wundervoll ab und wirkt wie ein Relikt aus den 90er Jahren, d.. ich hab an etlichen Stellen das Gefühl wirklich Darsteller zu sehen die an den gezeigten Orten herumgelaufen sind. Allerdings verschweigt der Trailer was den Film dann letztlich zum Einsturz bringt: neben d r obligatorischen Story der Frau von der Straße die sich in der arroganten Geschäftswelt durchboxt hat der Film noch einen weiteren, separaten Subplot der eher in die dramatische und traurige Richtung geht – und den neben all das andere zu setzen ergibt dann eine höchst unausgewogene Mischung. Mit dem oftmals überlagerten „Larger Than Life“ Look den diese Filme sehr oft haben kann man den Dramapart eh nicht sonderlich ernst nehmen – und so bleibt ein schick gefilmter Girliefilm für den Mädelsabend der zwar nicht weh tut, aber auf ganzer Linie verzichtbar ausfällt.

Fazit: Mit Gewalt auf Jennifer Lopez zugeschnittene Romantic Comedy die durch einen Drama-Subplot ausgebremst wird!

Rating: ★★☆☆☆

Kevin – Allein in New York

Als die Familie McCallister in den Urlaub nach Miami fliegt landet Sohn Kevin (Macauley Culkin) im falschen Flugzeug und reist alleine nach New York. Dort nistet er sich in einem Luxushotel ein und macht erstmal ausgiebig Urlaub – dann aber trifft er auf die Ganoven Harry (Joe Pecsi) und Marv (Daniel Stern) die ihm nach dem Leben trachten …

Auch diesen hier sah ich viele Jahre lang gar nicht, nun aber doch nochmal zu Weihnachten 2018 weil er einem auf Netflix so entgegengeschleudert wird. Und muß überrascht feststellen daß mich alleine die Titelmelodie irgendwie herzlich berührt. Beim Film selber ist es faszinierend anzuschauen was man hier als Zuschauer alles glauben soll: die absurden Zufälle durch die der Film ein nahezu identisches Szenario wie in Teil 1 nochmal erschafft um es dann wie mit einer Strichliste Punkt für Punkt durchrecycelt … selten war ein Film so unglaubwürdig. Aber eben auch effektiv: das Comicfinale ist diesmal krasser, heftiger und brutaler, der Film hat wundervolle Aufnahmen von New York und den üblichen Extraschuß Zuckerguß auf allem drauf. Obendrein wirkte er auf michg geradezu naiv und verströmte ein unverfälschtes Gefühl daß heutige Titel so wohl nicht mehr unbedingt hinkriegen.

Fazit: Natürlich totaler Quatsch, aber als Weihnachtsfilm weiterhin sehr effektiv und stimmig!

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Die Insel Lummerland mitten im Heer erhält ein falsch adressiertes Paket in dem ein kleiner Junge geliefert wurde. Jahre später arbeitet Jim (Solomon Gordon) mit Lokomotivführer Lukas (Henning Baum) zusammen. Mit diesem verläßt er bald die Insel zu einem unglaublichen Abenteuer …

Ich habe die Puppenserie als Kind geliebt und eifrig geschaut, aber es sind kaum große Erinnungen bei mir verblieben. Somit ging ich recht entspannt an diesen Film ran, ohne sorge daß mir hier ein Stück Jugend mißhandelt würde. Ebenso fand ich ein anderes Element sehr spannend, nämlich wie groß und aufwendig eine deutsche Produktion dieser Größenordnung aussehen würde. Und zunächst war ich auch sehr abgeschreckt: der synchronisierte und manchmal nicht wirklich lippensynchron sprechende Jim hat es mir schwer gemacht, und das zwar farbenfrohe, aber überdeutlich digitale Lummerland kam mir zwar als eine eigene Welt, aber eben doch sehr künstlich vor. Doch sobald die Hauptfiguren die Insel verlassen und eine ereignisreiche Reise beginnt macht der Film unglaublichen Spaß: klar, die Aufmachung ist nicht so episch als sei dies ein Hollywoodfilm, aber kratzt alle Möglichkeiten zusammen die gegeben waren. Die Handlung ist kindergerecht gehalten und reiht so viele bunte, lustige und für Kinder spannende Momente aneinander. Funktioniert für beide: wer sich an die Serie erinnert merkt daß die hier mit Herzblut transportiert wurde, wer es neu entdecken mag könnte sehr wohl sehr zufrieden sein.

Fazit: Etwas digital und künstlich, aber trotzdem ein charmanter und herziger Kinderfilm!

Plötzlich Familie

Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) möchten eine Familie gründen und suchen eine Adoptionsagentur auf welche ihnen die 15-Jährige Lizzy (Isabela Moner), der Juan (Gustavo Quiroz) und die kleine Lita (Julianna Gamiz) vermitteln. Die drei stellen sich als chaotische Problemkinder heraus …

Das Leben schreibt die schönsten Geschichten, trotzdem muß man sie für eine Leinwandauswertung mitunter etwas aufstocken. Das ist hier wohl passiert: die Geschichte ist die des Regisseur der drei Kinder adoptiert hat (wobei die Hauptfigur im Film Handwerker ist) und erzählt im Grunde die sich daraus ergebenden Banalitäten des Alltags.  Dabei sind eigentlich zwei Eckdaten gegeben: am Anfang können Sie sich nicht leiden, am Ende sind sie beste Freunde – und der Weg dahin verläuft mit ständigen Auf und abs. Das ist es was mir am besten gefallen hat: es gibt „Passagen“ in denen sich die Figuren annähern, dann wieder welche in der es Rückschläge gibt und so wie das Leben ist keine klare Linie. Ich gebe den einzelnen Kapiteln dabei durchaus eine gewisse Existenzberechtigung und glaube sie auch, aber nicht unbedingt daß sie sich genau so zugetragen haben. Von den Darstellern und der Inszenierung her ist dabei alles Bestens und auf gewohntem Terrain: Wahlberg gibt den guten Kumpel, Byrne die Kontrollzicke die dadurch daß sie alles richtig machen will erst recht alles falsch macht – und der Film schwenkt zwischen ernsten Momenten und purer Comedy, kratzt am Ende aber nur an der Oberfläche. Einer dieser Filme die halt „nett“ sind, nicht weh tun – genau das und keinen Deut mehr.

Fazit: Harmloser Film, kurzweilig und nett, aber auch ohne Nachwirkung!

 

100 Dinge

Paul (Florian David Fitz) und Toni (Matthias Schweighöfer) liefern sich stets ein Duell bei dem es um materielle Dinge geht. Dann lassen sie sich auf eine folgenschwere Wette ein: sie schließen ihre Gegenstände in eine Lagerhalle und müssen 100 Tage ohne sie auskommen …

Hier ist wieder mal das Marketing bewußt etwas falsch angesetzt: es verkauft soch natürlich als der nächste Schweighöfer / Fitz Film und läßt in der Vorschau ein paar Gags andeuten, natürlich solche die auf Schweighöfers eitlte Art abzielen. Aber im Film bekommt man weit mehr als das – und mitunter zu viel. Die Handlung daß zwei Typen ihr ganzes Hab und Gut aufgrund einer Wette einlagern ist nur der Ausgangspunkt, die Wette und die genaue Durchführung sind nur Nebensache und der Film setzt seinen Fokus auf andere Themen: Geschäftspraktiken, Marketing, die Frage ob Wohlstand wirklich zum Glück führt und eine sehr eigensinnige und spezielle Love Story die in einer echt berührenden Szene mit einem Seelenstriptease endet. Ich hätte mir dann aber doch gewünscht daß sich der Film auf eine Thematik festlegt und dabei bleibt anstatt alle anzuführen, aber keine auszuführen. Handwerklich ist das alles trotzdem vorzüglich gefilmt, nur eben unausgewogenen mit den Wechseln zwischen Spaß und Ernst.

Fazit: Etwas zu vollgestopfter Film mit einigen sehr starken Momenten!

Rating: ★★★☆☆

The Christmas Chronicles

Der Tod ihres Vaters hat die Geschwister Teddy (Judah Lewi) und Kate (Darby Camp) entzweit – in der Weihnachtsnacht versuchen sie dennoch zusammen Santa Claus (Kurt Russel) zu sehen. Das gelingt ihnen auch, allerdings stürzt dabei dessen Schlitten ab. Also müssen die beiden mit Santa zusammen arbeiten umd die Weihnachtsnacht zu einem guten Ende zu bringen …

Netflix eröffnet die Weihnachtsplaylist, mit dieser Eigenproduktion eines Weihnachtsfilms. Für mich zeigt sich hier wieder der Unterschied zwischen einer Netflix und einer Kinoproduktion: auf einer großen Leinwand hätte dieser Film nichts verloren. Er wirkt wie ein gehobener TV Film, eine kleine, harmlose Geschichte in der außer Aushängeschild Kurt Russel kaum jemand auftaucht der bekannt ist oder dem Marketing zuträglich wäre. Und er unterscheidet für mich einen Weihnachtsfilm von einem Weihnachtsklassiker: klar, dieser Film hat definitiv Weihnachten als Thema und eine gewisse weihnachtliche Stimmung, dafür besitzt er für mich keinerlei Magie oder irgendwas daß ihn zum Klassiker machen könnte, oder gar den Wunsch wecken könnte daß ich ihn mir jährlich wieder und wieder ansehen würde. Es ist ein Familienfilm it 08/15 Klamauk, unausgewogen in seiner Richtung da in der zweiten Hälfte die Hauptfiguren getrennt werden und die Handlung ab da nur sehr trübe dahin pläschert, obendrein sehen die Effekte aus wie aus den 80er Jahren und ob man feiern muß wenn der Weihnachtsmann Star Wars Spielzeug aus dem Mantel zieht sei auch angezweifelt. Aber am Ende tuts seinen Zweck: ein paar gut gemeinte Running Gags, ein schönes Cameo zum Abschluß und ein vor zucker klebender Abschluß ergeben einen passablen Film, auch wenn die Lohikfehler durch die Decke gehen.

Fazit: Der Film lebt von Kurt Russels Charme, funktioniert aber durch Stimmung und ein paar gute Running Gags – trotz Längen!
3 Punkte

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=zEBVoXhr9yg

I feel pretty

Renee Bennett (Amy Schumer) sieht recht durchschnittlich aus, kriegt dan aber bei einem Unfall einen Schlag auf dem Kopf. Fortan kommt sie sich wie ein Supermodel vor und tritt so ihrer Umwelt entgegen. Durch das so demonstrierte Selbstvertrauen ändert sie ihr Leben …

Ich habe das Prinzip von Amy Shuler lange kapiert: sie ist eine tolle Komödiantin mit ein paar Kilos mehr drauf und spielt in ihren Filmen sehr gerne Charaktere die Probleme mit ihrem äußeren Erscheinungsbild haben, dann aber alle überraschen. So auch hier, wobei die Botschaft an scih sehr gut und sehr nett ist: eine Frau kommt weiter durch permanente Selbstüberzeugung und läßt sich von niemandem etwas anders sagen – das ist sehr wohl spannend und interessant, reiht aber auch eine endlose Menge an Fremdschämmomenten aneinander. Wenn man das schaut und darüber lachen kann wird man dem Film einiges entnehmen können. Dazu gibt’s eine typische Success Story und eine kleine Liebesgeschichte am Rande, alles solide und unscheinbar inzeniert. Heißt: man kanns mal versuchen, sollte aber die Erwartungen im Rahmen halten.

Fazit: Tolle Grundidee die in einem manchmal anstrengenden Film mündet!
Rating: ★★★☆☆

Juliet, Naked

Songwriter Tucker Crowe (Ethan Hawke) veröffentlicht nach zwanzig Jahren ein neues Album namens „Juliet, Naked“ worüber sich insbesondere sein Fan Duncan (Chris O’Dowd) freut. Der hat aber dadurch einen Streit mit Freundin Annie (Rose Byrne) in den Tucker schon bald persönlich verwickelt wird …

Es wäre nicht zutreffend wenn ich mich wirklich einen Nick Hornby Fan nennen würde, ich habe nichts von dem Mann gelesen; seine Buchverfilmungen haben mir aber meist sehr gefallen, insbesondere natürlich „High Fidelity“. Deswegen habe ich mir diesen auch gegeben und war sehr überrascht. Allerdings davon wie plotarm die Sache sit. Es geht um zwei Menschen die scih begegnen, die miteinander reden und ihre bisherigen Lebensläufe vorstellen und daraus Absichten für die Zukunft entnehmen. Das wird in netten, langsamen und sehr charmanten Dialogen präsenteirt. Die Storyaspekte die im Trailer durchkamen und die auf eine RomCOm o.ä. hingedeutet haben entwickeln sich in andere Richtungen als vorgesehen, wobei ich am Ende des Films unschlüssig war weil mir das Ende zu abrupt daher kam und ich mir dachte: ist doch nur eine Zwischenstation. Allerdings eined ie von charmanten Darstellern und ruhigen, angenehmen Dialogen getragen wird und daher dem Freund von Dialogkino viel Spaß liefern kann.

Fazit: Kleiner und ruhiger Redefilm ohne viel Story, aber sehr viel Herz!

Verpiss dich Schneewittchen

Sammy (Bülent Ceylan) hat einen unschönen Job als Putzkraft im Hamam seines Bruders Momo (Kida Khodr Ramadan) und träumt davon ein Rockstar zu sein. Diesen Traum soll ihm ein Talentwettbewerb erfüllen bei dem er allerdings auf die Hilfe seinerSchwester Jessi (Josefine Preuß) angewiesen ist …

Ich gucke eigentlich sehr gerne die Auftritte von Comedians, von Bülent Ceylan habe ich aber relativ wenig geschaut. Auch wenn ich ihn durchweg sympathisch finde kann ich mit ihm nur wenig anfangen. Und hier ist dann das kleine Dilemma für mich daß ein scheinbar so netter Kerl einen solchen Film verzapft, obendrein einen in dem Josephine Preuss mitspielt, für die ich ja eine Schwäche habe. Das größte Problem am Film ist vielleicht der Zeitpunkt seiner Veröffentlichung: in den 70ern wäre es eine typische, launige Comedy gewesen, im hier und jetzt ist die altbackene Nummer mit Alibihandlung über einen aufsteigenden Musiker zu unlustig, zu bemüht und zu verkrampft. Da helfen auch diverse Cameos deutscher Comedians nicht. Der letztlich einzige Reiz für mach war es die Drehorte zu betrachten da der Film in Köln gedreht ist und ich einige Ecken wiedererkannt habe (eine Szene spielt in einer Kirche in der ich mal auf einer Hochzeit war) … aber das sind keine Gründe sich die Nummer in voller Länge zu geben.

Fazit: Sehr lau, unlustig und kaum zu empfehlen – ob Ceylan Fans da mehr rausziehen können weiß ich nicht.

Rating: ★★☆☆☆