Archiv der Kategorie: Komödie

I feel pretty

Renee Bennett (Amy Schumer) sieht recht durchschnittlich aus, kriegt dan aber bei einem Unfall einen Schlag auf dem Kopf. Fortan kommt sie sich wie ein Supermodel vor und tritt so ihrer Umwelt entgegen. Durch das so demonstrierte Selbstvertrauen ändert sie ihr Leben …

Ich habe das Prinzip von Amy Shuler lange kapiert: sie ist eine tolle Komödiantin mit ein paar Kilos mehr drauf und spielt in ihren Filmen sehr gerne Charaktere die Probleme mit ihrem äußeren Erscheinungsbild haben, dann aber alle überraschen. So auch hier, wobei die Botschaft an scih sehr gut und sehr nett ist: eine Frau kommt weiter durch permanente Selbstüberzeugung und läßt sich von niemandem etwas anders sagen – das ist sehr wohl spannend und interessant, reiht aber auch eine endlose Menge an Fremdschämmomenten aneinander. Wenn man das schaut und darüber lachen kann wird man dem Film einiges entnehmen können. Dazu gibt’s eine typische Success Story und eine kleine Liebesgeschichte am Rande, alles solide und unscheinbar inzeniert. Heißt: man kanns mal versuchen, sollte aber die Erwartungen im Rahmen halten.

Fazit: Tolle Grundidee die in einem manchmal anstrengenden Film mündet!
Rating: ★★★☆☆

Juliet, Naked

Songwriter Tucker Crowe (Ethan Hawke) veröffentlicht nach zwanzig Jahren ein neues Album namens „Juliet, Naked“ worüber sich insbesondere sein Fan Duncan (Chris O’Dowd) freut. Der hat aber dadurch einen Streit mit Freundin Annie (Rose Byrne) in den Tucker schon bald persönlich verwickelt wird …

Es wäre nicht zutreffend wenn ich mich wirklich einen Nick Hornby Fan nennen würde, ich habe nichts von dem Mann gelesen; seine Buchverfilmungen haben mir aber meist sehr gefallen, insbesondere natürlich „High Fidelity“. Deswegen habe ich mir diesen auch gegeben und war sehr überrascht. Allerdings davon wie plotarm die Sache sit. Es geht um zwei Menschen die scih begegnen, die miteinander reden und ihre bisherigen Lebensläufe vorstellen und daraus Absichten für die Zukunft entnehmen. Das wird in netten, langsamen und sehr charmanten Dialogen präsenteirt. Die Storyaspekte die im Trailer durchkamen und die auf eine RomCOm o.ä. hingedeutet haben entwickeln sich in andere Richtungen als vorgesehen, wobei ich am Ende des Films unschlüssig war weil mir das Ende zu abrupt daher kam und ich mir dachte: ist doch nur eine Zwischenstation. Allerdings eined ie von charmanten Darstellern und ruhigen, angenehmen Dialogen getragen wird und daher dem Freund von Dialogkino viel Spaß liefern kann.

Fazit: Kleiner und ruhiger Redefilm ohne viel Story, aber sehr viel Herz!

Verpiss dich Schneewittchen

Sammy (Bülent Ceylan) hat einen unschönen Job als Putzkraft im Hamam seines Bruders Momo (Kida Khodr Ramadan) und träumt davon ein Rockstar zu sein. Diesen Traum soll ihm ein Talentwettbewerb erfüllen bei dem er allerdings auf die Hilfe seinerSchwester Jessi (Josefine Preuß) angewiesen ist …

Ich gucke eigentlich sehr gerne die Auftritte von Comedians, von Bülent Ceylan habe ich aber relativ wenig geschaut. Auch wenn ich ihn durchweg sympathisch finde kann ich mit ihm nur wenig anfangen. Und hier ist dann das kleine Dilemma für mich daß ein scheinbar so netter Kerl einen solchen Film verzapft, obendrein einen in dem Josephine Preuss mitspielt, für die ich ja eine Schwäche habe. Das größte Problem am Film ist vielleicht der Zeitpunkt seiner Veröffentlichung: in den 70ern wäre es eine typische, launige Comedy gewesen, im hier und jetzt ist die altbackene Nummer mit Alibihandlung über einen aufsteigenden Musiker zu unlustig, zu bemüht und zu verkrampft. Da helfen auch diverse Cameos deutscher Comedians nicht. Der letztlich einzige Reiz für mach war es die Drehorte zu betrachten da der Film in Köln gedreht ist und ich einige Ecken wiedererkannt habe (eine Szene spielt in einer Kirche in der ich mal auf einer Hochzeit war) … aber das sind keine Gründe sich die Nummer in voller Länge zu geben.

Fazit: Sehr lau, unlustig und kaum zu empfehlen – ob Ceylan Fans da mehr rausziehen können weiß ich nicht.

Rating: ★★☆☆☆

 

Night School

Teddy Walker (Kevin Hart) hat zwar keinen Schulabschluß, ist aber stetig mit seiner schlagfertigen Art durchs Leben gekommen. Nach einem Zwischenfall möchte er jedoch Börsenmakler werden und besucht dazu einen Abendkurs auf seiner früheren Schule wo sein alter Mitschüler Mackenzie (Rob Riggle) ihm als Direktor das Leben schwer macht. Doch es gibt auch die Abendschullehrerin Carrie (Tiffany Haddish) …

Hierbei kann ich wohl nicht wirklich objektiv sein: Kevin Hart funktioniert für mich icht. Der kann machen was er will, ich sehe in ihm immer die gleiche Person und nie einen Charakter, jedesmal nur die gleiche abgerochene Figur mit dem Dauerquasseln und den Grimassen die mich nichtmal ein Lächeln entlocken. Und in diese Reihe reiht sich auch dieser Film ein wobei ich es sehr schade finde daß er ben bei dem ganzen Kalauern durchaus ernsthafte Chancen gehabt hätte: er nimmt sich Zeit und zeigt die Charaktere und deren Lebenswege die dazu geführt haben daß sie als Erwachsene eine Schule besuchen, obendrein setzt er ihnen eine starke Lehrerfigur vor und geht auch auf die Lernschwäche der Hauptfigur ein – doch all das wird nicht erzählt, sondern nur als Aufhänger genommen um so viele flaue Gags wie möglich unterzubringen. Diese mögen bei Hart Fans entsprehend funktionieren – mich nervt so etwas nur grenzenlos.

Fazi: Typisches Kevin Ahrt Vehikel, frei von wirklichem Witz oder guten Ideen.
Rating: ★★☆☆☆

Videoreview von mir:https://www.youtube.com/watch?v=8LwxypVS2jA

Marry Poppins

Im London des Jahres 1910 werden die Kinder Michael (Matthew Garber) und Jane Banks (Karen Dotrice)  von ihren Eltern vernachlässigt, so daß sie aus Frust jedes neue Kindermädchen in di9e Flucht treiben. Dann aber schwebt das magische Kindermädchen Mary Poppins (Julie Andrews) ins Haus…

Ich habe diesen Film nun mit fast vierzig zum ersten Mal gesehen und das eigentlich auch nur um gewappnet zu sein falls mir das anrückende Sequel mal unterkommt. Und auas heutiger Sicht schaut man unweigerlich anders drauf als man es wohl damals getan hätte; ebenso blickt man aus den Augen eines erwachsenen Menschen anders auf die Materie. Kindlichen Zauber kann ich dann für mich nicht damit verbinden, wohl aber einen Film der die Mittel und Möglichkeiten seiner Entstehungszeit vollkommen ausreizt, wenngleich viele der Effekte heute natürlich stark veraltet wirken Dafür beeindrucken die zahlreichen Tanz und Musicaleinlagen auch immer noch und ich war überrascht wie viele Einstellungen ich aus Zusammenschnitten her kannte. Bei der Story finde ichs natürlich witzig daß gerade der große Disneykonzern hier zum Ende hin Geldgier so scharf verurteilt … aber seis drum. Die Musik berührt das Herz und die herlich kindliche Story steckt voller Zauber, unbeschwerter Gelassenheit und Fohsinn. Unterschwellig ist die Nummer dabei auf unfassbare Weise kreuzbrav und bieder.

Fazit: Zu Recht ein Klassiker den man leicht ins Herz schließt!

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Die fünf Freunde George (Allegra Tinnefeld), Julian (Marinus Hohmann), Dick (Ron Antony Renzenbrink), Anne (Amelie Lammers) und Timmy der Hund haben zwar Sommerferien, müssen aber mit Tante Fanny (Bernadette Heerwagen) zu einer Hochzeitsfeier fahren. Dort geraten sie an den kauzigen Marty Bach (Jacob Matschenz) und in einen Fal bei dem es um ein Dinosaurierskelett geht …

Da bin ich am Ende doch relativ versöhnlich: ich mochte den ersten der modernisierten Fassung sehr, die dann folgenden waren mehr und mehr enttäuschend und hier hat man es dann wieder mit einem Reboot zu tun der bei null anfängt. Wobei es nicht das Markenzeichen Fünf Freunde brauchte: man hat eine simple, familienfreundliche Story in der ein paar gutherzige Kiddies einem gutherzigen Kerl zu Hilfe kommen und ihm beistehen, dazu gibt’s reihenweise Schurken und Fieslinge die sie geschickt bezwingen dürfen und bevor der Abspann läuft gibt’s noch ganz viel positive Energie in Form von „Haltet zusammen!“ Botschaften. Das tut aber nicht weh, zumal der Film sich nicht anbiedert oder zu forciert einen auf hibbelig und cool macht. Damit wird er zwar nicht zu einem unverzichtbaren Muß, aber doch zu einer unverkrampften, harmlosen und tolerierbaren Sache.

Fazit: Harmlos und tauglich und ohne große Showeffekte!

Rating: ★★★☆☆

Mamma Mia – Here we go again

Sophie (Amanda Seyfried) hatte eine spektakuläre Hochzeit mit ihrer MutterDonna (Meryl Streep) und ihren drei potentiellen Vätern Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) – und nun gibt sie ihre Schwangerschaft bekannt. Also holt Donna ihre Jugendfreundinnen und Bandkolleginnen Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski) dazu um den Anlaß unter griechischer Sonne gebührend zu feiern …

Da muß ich ja fest einen gewissen Respekt aufbringen wenn ich sage: ich hätte nicht gedacht daß ein so dürftiger Titel bei mir zu einem solchen Hassobjekt wird. In der Tat: ich mochte bereits den ersten Film nicht sonderlich, kann zwar verstehen daß er erfolgreich war, es aber nicht wirklich teilen. Im Sequel jedoch kommt die pure Mechanik raus: sommerliches Umfeld, fade Begründungen um eine Tanzsequenz an die nächste zu reihen und laut Trailer sind alle Stars wieder mit dabei, allerdings stellenweise in so kleinen Auftritten daß sie nicht der Rede wert ist. Obendrein wird bei der Musik zwangsweise auf die B-Seiten verwiesen: klar kommen einige passende ABBA Hits, aber die waren größtenteils ach schon im Vorgänger zu hören, ansonsten wird auf die B-Seiten der Band zurückgegriffen die nicht gezwungen schlecht sind, aber eben nicht dieses Feeling auslösen wie die Klassiker. Lediglich der grandiose Auftritt von Cher gibt diesem Film „Spitze“; ansonsten ist es hohle, hiße Luft ohne Substanz – und leider auch ohne Charme.

Fazit: Laut, bunt und durchweg kalkuliert – höllisch unsympathisch!

Rating: ★★☆☆☆

25 km/h

Christian (Lars Eidinger) und Georg (Bjarne Mädel) sind zwar Brüder, haben aber seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr. Erst auf der Beerdigung ihres Vaters sehen sie sich wieder und beschließen nach einigem Streit eine Reise zu unternehmen die sie schon als Kinder geplant haben: mit zwei Motorrollern vom Schwarzwald bis nach Rügen …

Zwei Mitvierziger die einfach mal eine Auszeit von ihrem gescheiterten Leben brauchen rollen auf zwei alten Mopeds durch die Gegend – das ist schon die ganze Handlung für diesen typischen „Episodes of the Road“ Film. Den Figuren passieren Dinge, sie begegnen Menschen und führen hier und da kleine Dialoge, meist beim Essen – das sind oftmals schöne und gute Momente in sich, aber wie wahllos zusammengesteckte Komponenten wenn es darum geht wirklich eine Geschichte an den Mann zu bringen. Ebenso hat man bei den wahllos zusammengesammelten Gastdarstellern oftmals das Gefühl daß die nur für einen Drehtag am Set waren und so schnell wie möglich so viel wie möglich abgearbeitet haben. Ordentlich gespielt ist das alles, ebenso absolut kinotauglich in Szene gesetzt mit wundervollen Landschaftsaufnahmen und von den beiden Hauptdarstellern auch wunderbar getragen – trotzdem hat man hinterher mitunter das Gefühl ein schickes Nichts geschaut zu haben.

Fazit: Solides Road Movie das viele Fragen offen läßt, aber passabel unterhält!

Johnny English – Man lebt nur dreimal

Johnny English (Rowan Atkinson) hat seine Karriere als Geheimagent beendet und arbeitet nun als Lehrer. Als ein Hacker aber alle britischen Spione enttarnt wird Johnny reaktiviert um die Schuldigen zu finden – verheddert sich aber in seiner üblichen Form an allen möglichen Hindernissen …

Ich hab nicht drauf gewartet: ich hab zu ihren jeweiligen Zeiten die ersten beiden Filme gesehen, jeweils einmal und fands sie nicht nennenswert lustig – weder den britischen Humor noch die Grimassen von Atkinson. Obendrein ist mir die Figur zu undefiniert: in den einen Szenen ist English cleverer als jeder andere und löst ein Problem mit unfassbarer Coolness, in einer anderen ist er so doof daß er nichtmal mitkriegt was er um sich herum auslöst. Dieser stetige Wechsel führt dazu daß ich die Figur nicht wirklich erfasse und chronisch unsympathisch finde, erst Recht wenn diese in der Anfangsszene versehentlich und ihnen Gewissensbisse vier Menschen tötet. Die Handlung an sich ist eine sagenhaft überraschungsfreie Blaupause in der nicht geringste Wenund wartet, die Gags sind stetig zum Schmunzeln, aber von ganz wenigen Ausnahmen nie zum Lachen. Emma Thompson als genervte Chefin hat ein paar gute Momente, aber auch diese sind lediglich kleine, nette Momente. Wer die anderen Filme mochte kann hier sicherlich mal einen Blick riskieren, es kann aber passieren daß man nicht einmal lacht.

Fazit: Alberne Kalauernummer mit selten treffenden Pointen!

Rating: ★★☆☆☆

Der Vorname

Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) laden zu einem Abendessen in ihrem Haus ein zu dem René (Justus von Dohnányi) und Thomas (Florian David Fitz) und dessen schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) erscheinen. Die werdenden Eltern bringen aber Unfrieden in die Runde als sie verkünden daß sie ihr Kind Adolf nennen möchten …

Dies ist wohl ein Remake eines französischen Films der auf einem Theaterstück basiert – das legt schon mal fest daß man keine wirkliche Bilderflut erwarten kann. Es ist wirklich ein Film der nahezu komplett an einem Abend in einer einzigen Wohnung spielt und einen anderthalb stündigen Dauerdialog zwischen fünf Figuren beinhaltet. Dabei ist die titelgebende Namensdiskussion garnicht das einzige Thema, sondern lediglich ein Funke an dem sich all der Frust aller Personen entlädt, und so kommen über den ganzen Film stetig weitere Punkte auf – und jeder hat irgendwas was ihn an den anderen stört und diese Dinge werden dann hemmungslos rausgelassen. Das wird verkörpert von einer ganzen Armada an großartigen Darstellern die mit ansteckender Spielfreude agieren und geschliffene Dialoge ohne Ende bringen. Letztlich ist dies ein Film in dem einfach mal ein paar Hauptfiguren alle Masken fallen lassen und volle Lotte alles rauslassen – ich finde es schade daß das Namensthema nur ein Teil des Ganzen ist, hatte aber bis zur letzten Minute immensen Spaß daran.

Fazit: Pointierte Dialoge, bissige Spitzen und ganz viel Gelächter!
Rating: ★★★★☆