Archiv der Kategorie: Komödie

Being John Malkovich

Craig (John Cusack) ist ein erfolgloser Puppenspieler und seine Frau Lotte (Cameron Diaz) plant aus der Wohnung ein Tierasyl zu machen- So sucht sich Craig einen Bürojob und landet in einem Gebäude welches eine unglaubliche Eigenschaft hat: wenn man durch eine bestimmte Tür schreitet befindet man sich im Bewußtsein von John Malkovich …

Mein versuch mit Charlie Kaufmann Frieden zu schließen: ich sah diesen Film vor 20 Jahren im Kino und kam mit einem langen Gesicht wieder raus weil mir die abgedrehte Nummer einfach zu viel war. Nun schaute ich es nochmal und komme zum Fazit: Liebe werde ich für dieses Werk nicht empfinden, aber sehr viel Respekt. Es gehört schon etwas dazu sich eine solche absurde Welt aufzubauen, bestehend aus komischen Kauzen und eben der völlig verrückten Idee daß man durch die Tür in einem Büroraum in das Bewußtsein einer anderen eprson reisen kann. Dabei ist der Film nicht auf schnelle Lacher aus sondern schwelgt in der Absurdität seiner Figuren und schafft es die gezeigten Dinge wie „normal“ wirken zu lassen. Hinzu kommen vier tolle Hauptdarsteller die ein wunderbares Quartett ergeben. Auch die Entwicklungen, bis hin zum untypischen Ende, sind etwas anderes als man das normalerweise zu sehen bekommt. Mich packt das alles nicht wirklich, aber ich sehe die Kreativität die nötig ist um ein derartiges Skript zu verfassen und auch noch so umzusetzen. Kaufmann Fan werde ich nicht mehr, aber meine Wertschätzung hat er trotzdem.

Fazit: Absurdes Spiel mit unfassbar schrägen Situationen!

Nightlife

Barkeeper Milo (Elyas M’Barek) trifft seine Traumfrau Sunny (Palina Rojinski) zbd plant ein Date mit ihr – dann aber taucht sein Freund Renzo (Frederick Lau) auf der ihn auf eine chaotische Jagd durchs nächtliche Berlin schleift …

Ich bin ja auch jemand der sich über fehlende, frische Impulse im deutschen Film beklagt und eigentlich nur laue Komödien sieht die sich kommerziell tragen, ebenso daß eine bestimmte Anzahl an Darstellern wieder und wieder die gleichen Drehbücher durch jagen … da mag eine Menge dran sein, aber ebenso muß man fair sein wenn ein Kandidat wie „Nightlife“ dabei ist. Auch wenn hier nicht das Rad neu erfunden wird mischt der Film bekannte und gute Elemente neu zusammen. Insgesamt sind es zwei Storys: zum einen eine süße Love Story zwischen Barek und Rojinski die miteinander eine beeindruckende Chemie haben, auf der anderen Seite ist es eine typische „eine lange, chaotische Nacht“ Komödien die es in den 80ern und 90er Jahren gab und die damit spielt daß „normale“ Leute in einen Krimiplot geworfen werdne. Und all das geht hier großartig auf, die Story ist kurzweilig, hat Herz und Witz und spielt seine überschaubaren Möglichkeiten bestens auf.

Fazit: Keine Revolution der deutschen Komödie, aber solide Zusammenführung bekannter Parts!

Ronny & Klaid

Die beiden Kumpels Ronny (Franz Dinda) und Klaid (Sahin Eryilmaz) schulden dem Casinobetreiber Bernhard Chipper (Guido Broscheit) 80.000 Euro – obendrein erweist sich Ronnys neue Freundin Emily (Xenia Assenza) als Chipper Tochter. Sie wollen mit einem irrwitzigen Plan aus der Klemme entkommen …

Dieser Film sah für mich aus als sei hier ein Studentenfilm mit professionellen Möglichkeiten inszeniert worden. Bild, Ton, Kamera, Sets … alles war mindestens auf dem Level einer soliden TV Produktion, wenn nicht hochwertiger. Die Story in der zwei Deppen anfangen Menschen zu entführen um ihre Schulden zu begleichen ist auch nur ein Aufhänger für ein endloses Feuerwerk an Gags die teilweise geradezu körperlich wehtun, aber eben dadurch ungemein effektiv sind. Und die Darsteller haben einen Charme dadurch wie sie sich ungehemmt in diese Blödelei werfen dem man sich kaum entziehen kann. Am Ende bleibt eben die Erkenntnis: nein, dies ist kein hochwertiges Kino, aber exzellenter Spaß.

Fazit: Ungemein albern und schmerzfrei, aber mit treffenden Gags und endloser Kreativität!

Rating: ★★★☆☆

Enkel für Anfänger

Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) sind Rentner und haben keine Lust auf einen langweiligen Alltag. Daher bieten sie sich als Leihgroßeltern an – und begeben sich in ein fröhliches und forderndes Chaos …

Hier hatte ich mich beim Trailer wohl in eine falsche Richtung lenken lassen. Ich hatte erwartet daß es um ältere Menschen geht die sich mit Kindern befassen um ihrem tristen Leben als Rentner neue Impusle zu geben. Das ist so zwar auch drin, aber der Comedyanteil fällt doch deutlich geringer aus als es aussah. Ich sah einen Film über sympathische, ältere Herrschaften die versuchen in ihrem Leben nochmal was auf die Kette zu kriegen und eben dabei die Hilfe von Kindern, welche sie in ihr Leben integrieren setzen – trotzdem blieb für mich der Fokus auf den alten Herrschaften und dem ordnen ihres Lebens und weniger auf plumpem Gagahumor. Das fiel letztlich sehr ruhig, aber angenehm entspannt aus; ebenso spielen die Darsteller unverkrampft und freundlich auf und ergeben eine Handvoll Charaktere mit denen man gerne anderthalb Filmstunden verbringt. Ein Highlight ist dies alles wohl nicht, sehr wohl aber kurzweiliges Spaßkino mit emotionalen Anteilen.

Fazit: Weniger auf Comedy ausgerichtet als auf ein paar älterte Herrschaften auf der Suche!

Die Hochzeit

Nach einem ereignisreichen Klassentreffen plant DJ Thomas (Til Schweiger) zu heiraten, sein Kumpel Nils (Samuel Finzi) quält sich mit der Untreue seiner Frau herum und Andreas (Milan Peschel) geht auf die Suche nach einer Frau per Onlineportal …

Man kann es drehen und wenden wie man will: Till Schweiger ist ein Mensch der weiß was sein Publikum sehen will und er hat eine gewisse Formel entwickelt die in fast allem Filmen neu angewandt ist: starker Musikeinsatz, Sepia Filter und schnelle Schnittfolgen sowie der stetige Einsatz von bekannten und wohl befreundeten Darstellern. Diese Daten trafen auch auf „Klassentreffen“ zu der hier eine Fortsetzung findet – und dabei zumindest die Probleme des Vorgängers etwas reduziert: das Schnittmassaker des Erstlings ist hier deutlich geringer und der  Billighumor unter der Gürtellinie fällt sanfter aus. Ändert aber nichts daran daß die Figuren plump, unsympathisch und überdreht sind und zumindest bei mir keinerlei Interesse wecken darnu was mit ihnen geschieht. Ansonsten ist es die 1.000 Variante einer chaotischen Hochzeit und einer Beerdigung bei der eine Misere die Nächste jagt und Fettnäpfchen auf Fettnäpfchen folgt. Sein Stammpublikum stellt Schweiger damit sicherlich zufrieden, wer abseits davon mal einen Blick riskiert könnt damit besser klar kommen als mit anderen Werken.

Fazit: Schlichte Chaoskomödie mit unangenehmen Hauptfiguren – gemessen an anderen Schweiger-Filmen aber ruhiger geschnitten und mit weniger plumpen Gags!

Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt

Die Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol) und das Paar Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe) schieben ihren Dienst in einem kleinen Städtchen in dem eigentlich nie etwas passiert. Als die Beamtin Tina (Sina Tkotsch) deswegen die Wache schließen soll versuchen die Polizisten selbst die Kriminalität in ihrem Ort zu entfachen …

Die Story klang für mich sehr vertraut als ich sie las, da versöhnte mich aber dann der Vorspann des Films in dem direkt darauf hingewiesen wurde daß der Film inspiriert ist von „Kopps“. Die Story ist dann auch im Ansatz identisch, nämlich daß die Polizisten einer kleinen Wache selber anfangen kriminell zu werden um dadurch ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Die direkten Vergleiche kann ich nicht mehr ziehen da es an die 20 Jahre her ist seit ich „Kopps“ sah, ich denke aber schon daß die deutsche Variante sich zum Ende hin in eine andere Richtung weiterentwickelt. Dabei stießen mir allerdings zwei Dinge besonders auf: zum einen die starre Inszenierung der Dialoge, bei denen oft drei oder vier feste Kamerapositionen eingenommen werden zwischen denen der Film dann hin und her zappt, das wirkt ungemein klinisch und steril. Obendrein sind ein paar Darsteller dabei die geradezu laienhaft wirken und durch die manche Szenen sehr anstrengend wirken, gerade wenn sie in Szenen agieren mit anderen die irhren Part gut machen. Das heißt aber am Ende nichts: die Figuren wirken sympathisch, sind zwar schlicht umrissen, wachsen einem aber schnell ans Herz so daß man einfach mit diesen herzlichen Charakteren anderthalb kurzweilie Stunden Spaß hat. Und auch wenn dies nicht episches und großes Kino ist, so ist es dennoch vergnüglich und nett.

Fazit: Stellenweise starr inszeniert, aber mit einigen passenden Lachern und herzerwärmenden Figuren!

Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://youtu.be/H7lG5JWT6J0

Die Waffen der Frauen

Tess McGill (Melanie Griffith) möchte als Geschäftsfrau groß rauskommen, landet aber als Sekretärinfür Katharine (Sigourney Weaver). Als Tess entdeckt daß diese ihre Ideen klaut gibt sie sich selbst als Geschäftsfrau aus und gerät an den Investmentbanker Jack Trainer (Harrison Ford) der auch Katharines Freund ist …

Diese Filme kann man heute wohl kaum mehr richtig sehen. Eigentlich verwässern diverse Punkte die Sicht darauf. Zum Beispiel ist es toll Stars wie Harrison Ford, Melanie Griffith und Sigourney Weaver noch einmal in jungen Jahren zu sehen, man kann auch in Nebenrollen Darsteller wie Davifd Duchovny und Kevin Spacey entdecken. Des weiteren sind die gezeigten Arbeitswelten heute kaum mehr vorstellbar, in denen Großraumbüros ohne  Handys vorkommen. Und das Streben nach beruflichem Erfolg wurde in solchen Titeln auch immer gerne etwas zu sehr glorifiziert. Auf der anderen Seite liefert der Film am Ende dennoch ganz großes Kino: charmante Stars die sich die Bälle zuspielen und eine herzerwärmende Story in der eine schlaue Frau sich nach oben durchkämpft – das zieht auch einige Jahre später. Und sei es nur die berühmte Schlußeinstellung und die dazu gehörende Musik.

Fazit: Zwar deutlich angestaubt, aber dennoch charmant, witzig und voller Herz!

Rating: ★★★★☆

Abikalypse

Die Außenseitere Musti (Reza Brojerdi), Hannah (Lea van Acken), Yannick (Jerry Hoffmann) und Tom (Lucas Reiber) haben einander geholfen durch die für sie schwere Schulzeit zu kommen. Als der Abschlußball ihrer Schule ausfallen soll kündigen die vier an selbst eine Feier zu veranstalten – leider droht ihnen das Porjekt über den Kopf zu wachsen …

Der Film hat im Trailer mal wieder den Schwerpunkt falsch gesetzt. Es sieht dort nämlich aus als sei dies eine Klamotte über ein paar Außenseiter die eigenmächtig einen Abiball organisieren. Das kommt so natürlich im Film vor, ist aber eben nicht der Dreh und Angelpunkt. Es stehen die Außenseiter im Zentrum die wir als Zuschauer recht klar vorgeführt bekommen und eben dieses Dilemma verstehen: sie sind eigentlich sehr in Ordnung, aber trotzdem werden sie von ihrem Umfeld gemieden. Man bekommt mit wie Geltungsdrang und der Wunsch nach Beliebtheit die Szenerie bestimmen und im Zuge dessen wird auch das Thema soziale Medien sehr üppig beleuchtet. Bestes Beispiel ist eine Szene in der bei einer Party ein Wettbewerb abgehalten wird bei dem die Teilnehmer in möglichst kurzer Zeit ein Instagram Bild mit möglichst viel Likes erreichen müssen. Und generell ist der Dramaanteil des Films überraschend hoch, da es eben um Freundschaften geht, eine Beziehung bei welcher der Status ungeklärt ist ob es Freundschaft oder Liebe ist und daraus einige bittere Momente entsprechen. Ich selber habe nur ein Sympathieproblem mit ein paar der Hauptfiguren – das ändert aber am Gesamteindruck nicht. Nämlich daß ein deutscher Film ein übersteigertes Problem aufbauen kann, damit aber sehr wohl eine ernsthafte Geschichte und dramatische Szenen erreicht. Blöd nur wenn jemand den Film unter falscher Voraussetzung schaut.

Fazit: Mehr dem Drama als der Komödie zugewandt – auf diesem Wege aber mit manchen großartigen Momente!
Rating: ★★★☆☆

Emma

Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy) ist hübsch, klug und aus gutem Hause. Obendrein ist sie eine leidenschaftliche Kupplerin – allerdings findet sie für sich selbst die Liebe nicht. Allerdings ist das was sie sducht direkt in ihrer Nähe …

Dieser Film war wohl für eine Sache relevant für die er gar nichts konnte: als die Corona Pandemie begann und die Kinos geschlossen wurden war er gerade angelaufen und wurde zu einem der ersten Filme die man ab sofort auch im VoD nach Hause holen konnte – zu einem höheren Preis. Dies war bei „Trolls 2“ recht erfolgreich, im Falle von Emma blieb ein großér Erfolg bei dieser Ma0nahme wohl aus. Das kann man allerdings verstehen da dies ein Film ist der sich an eine bestimmte Zuschauerschaft richtet: Liebhaber von Literaturverfilmungen und eben Fans der VORlage an sich. Diese wurde ja zahlreich in Serien und Filmform aufgearbeitet – worzu also noch eine Version Nun, immerhin bietet sie einige neue Ideen. Der Plot und die Verstrickungen bleiben soweit gleich, was aber fehlt ist die komplette „Überzuckerung“ bei der Inszenierung. Trotz netten Austattungen und prächtigen Kostümen wirkt es irgendwie geerdet und durch die leicht reduzierten Farben kommt es viel weniger wie ein Hochglanz-Schmalzfilm daher. Obendrein gibt Ana Tylor Joy eine sehr mögenswerte und zeitgmeäßte Version der Figur wieder. Insofern: man kann den Film mit Vorkenntnissen schauen und wird gleichermaßen neues wie vertrautes finden.

Fazit: Solide Verfilmung mit einigen neuen und bewährten, alten Elementen!

The Kissing Booth 2

Nach einem wundervollen Sommer den Elle (Joey King) mit ihrem Freund Noah (Jakob Elordi) verbracht hat geht dieser aufs College. Während sie bemührt ist ihre Zusage fürs College zu erarbeiten trifft sie auf den attraktiven Marco (Taylor Zakhar Perez) …

Über den Film kann ich mit über 40 schnell urteilen: eine banale, mich nicht mehr betreffende oder „erreichende“ High School Nummer. Aber ich muß auch Fairness dazu geben: der erste Film war im Jahre 2018 ein kleiner Sensationshit auf Netflix was wohl darauf fußt daß sich viele davon echt angesprochen gefühlt haben. Besonders beeindruckend ist daß es auf einem Buch fußt welches von einer 17 jährigen geschrieben wurde, man kann also festlegen daß die Sorgen, Gedanken und Dinge die hier von Jugendlichen gezeigt wurden durchaus mit denkbaren, realen Szenarien überein gehen. Nun also gibt’s das Sequel welches alle Bausteine ankarrt die man erwarten kann: die Hauptfigur führt eine Fernbeziehung was aber problematisch ist, fasst kleine Indizien direkt als Katastrophe auf, es geht um Kommunikation mit anderen (etwa daß sie dem besten Freund zur Last fällt), der Frage wo es in ihrer Zukunft hin gehen soll … alles also bekannte Versatzstücke. Diese werden aber ruhig, entspannt und fern von Klamauk präsentiert, leider über eine etwas zu epische Lauflänge von 130 Minuten. Für jemanden wie mich bleibt das alles uninteressant, als spaßiger und leicht emotionaler Film für jüngere Zuschauer kann man nicht klagen.

Fazit: Gar nicht so dumm, sondern mitunter sehr emotionaler Mix aus bekannten Versatzstücken!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=yX823iUrVDM