Archiv der Kategorie: Horror

Antebellum

Die erfolgreiche Bestseller-Autorin Veronica Henley (Janelle Monáe) wird in einer für sie schrecklichen Parallelwelt gefangen in der ihre ganze Existenz in Frage gestellt wird. Die einzige Chance auf ein entkommen scheint ein Rätsel zu sein daß sie unter Zeitdruck lösen muß …

Der entscheidende Faktor ist hier wohl mit welchem Vorwissen man an den Film herangeht. Allerdings haben Marketing und Trailer den wesentlichen Punkt der nach etwa 40 Minuten geschieht schon rausgehauen, daher dürften die meisten im Bilde sein über einen, alles entscheidenden Part: dem Spiel des Films auf zwei Zeitebenen. Diese haben augenscheinlich nicht viel miteinander zu tun, aber es läuft natürlich auf eine Enthüllung hinaus die beides verknüpft. Dieses kann man sicherlich spoilern indem man einen speziellen anderen Film als Referenz anfügt, aber warum sollte man das tun – ebenso sei aber die Frage gestellt ob sich diieser hier lohnt. Im Kern sind ein paar gute Ansätze drin und atmosphärisch sowie in manchen Momenten der Inszenierung zeigt der Film eine ganz große Schönheit, aber mit den eher zurückhalrenden Figuren wird man nur wenig warm.

Fazit: Mit der Kameraarbeit und der Atmosphäre definitiv überdurchschnittlich, der inhaltliche Twist ist aber uralt!

Rating: ★★☆☆☆

Hellraiser – Das Tor zur Hölle

Frank (Sean Chapman) kauft in einem orientalischen Laden einen Zauberwürfel mit dem er das Tor in die Welt der Zenobiten öffnen kann. Dort kommt er aber nur schwer entstellt wieder heraus und benötigt Blut zur Regeneration – und seine alte Affäre Julia (Clare Higgins) beginnt damit ihm Opfer zu liefern …

Die Hellraiser Reihe gehört zu jenen Horrorfilmserien die zwar einen populären Namen haben, mir aber nie völlig geläufig waren und die ich nie komplett geschaut habe. Dieser Erstling wurde in meiner Teenagerzeit als sehr krass und speziell angesehen, damals konnte ich ihn auch einmal schauen, aber ohne daß er bemerkenswert im Kopf blieb. Nun also versuchte ich es nach gut zwanzig Jahren nochmal und bleibe hinterher mit einer Mischung zurück. Einer Mischung aus Ratlosigkeit, Respekt und Schmunzeln. Ratlosigkeit weil mir nicht klar wird was diese Horrorwelt ausmachen soll, Respekt für die handgemachten Effekte und wie man es schafft aus den doch recht simplen Produktionsmitteln solch ein Werk hinkriegt und ein gewisses Schmunzeln wie hier Gewalt und eben die Effekte nach all der Zeit wirken. Der Respekt überweiegt aber: mich selber erreicht Werk und Thematik weiterhin nicht, ich sehe aber wo der Reiz herkommt. Und verglichen mit modernem, seelenlosen CGI hat vieles hier echt viel Charme.

Fazit: Sehr spezielle Horrorserie die zwar heutigen Standards nicht mehr entspricht, aber sehr viel Retrocharme liefert!
Rating: ★★★★☆

Body Cam

Während Unruhen in Los Angeles vorherschen wird ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle getötet. Polizistin Renee (Mary J. Blige) erkennt in der Body Cam des Getöteten ungeahnte Botschaften …

Zwei Genres die sich nicht grundlegend ausschließen, aber auch nicht wirklich Hand in Hand gehen: übersinnlicher Mystery Horror und Copthriller. Es gab schon ein paar Versuche in diese Richtung (z.B. „Erlöse uns von dem Bösen“ mit Eric bana), aber es paßt für mich eifnach nicht. Bodenständige, ruppige Figuren die plötzlich auf Gruselgestalten ect. Treffen und in ihrer knüppelharten Art draufballern macht keine stimmige Mischung. Im vorliegenden Fall wird das obendrein dadurch erschwert daß die Hauptfigur geradezu abweisend und in sich gekehrt ist und eigentlich keine sehr mögenswerte Protagonistin abgibt. Die Story um ein paar Geistererscheinungen, eine kaputte Polizistin die denen entgegentritt und natürlich mit korrupten Kollegen ins Gehege kommt hat keine Überraschungen und versucht den Grusel vorrangig dadurch zu ermöglichen daß die Heldin mit Taschenlampe im Anschlag durch dunkle Gebäude schleicht. Obendrein wird die filmische Kapitulationserklärung „Plötzliche Alptraumsequenz“ ausgespielt. Außer einem Endbild welches wie eine Cutscene aus „Freitag der 13.“ Wirkt hat man hinterher nix was im Kopf bleibt.

Fazit: Düster gehalten mit distanzierter Heldin und unattraktiver „Buhh!“ Geisterstory!
Rating: ★☆☆☆☆

Train to Busan

Geschäftsmann  Seok-Woo (Yoo Gong) reist mit  Tochter Su-An (Soo-an Kim) in einem Zug in Richtung Busan um seine Ex-Frau zu besuchen. Als der Zug startet wird er jedoch von einem Heer Zombies angegriffen. Durch eine infizierte Person im Zug bricht auch bald an Bord ein brutaler Kampf ums Überleben aus …

Den Film mußte ich wohl endlich mal nachholen, erst rRecht nachdem mir das Sequel „Peninsula“ unerwartet in einer Sneakpreview präsentiert wurde. Leider hatte ich keine Chance mich objektiv auf den Film einzulssen da er ja mit Vorschusslorbeeren nur so überhäuft wurde und ich mir dachte: wenn mir dieser nicht gefällt stimmt etwas nicht mit mir. Aber am Ende kann auch ich den Film nur empfehlen. Es ist eine typische Geschichte über eine Zombieapokalypse die aber mit guten Versatzstücken versehen ist. Dazu zählt daß der Film komplett in einem Zug spielt und damit eine originelle Komponente hat, die Figuren sind sympathisch und mögenswert und durch die hervorragende Schnittarbeit kommt in der Tat beste Hochspannung auf. AM meisten kriegt mich (vor allem als Vater) aber der Schluß – dieser bricht einem echt das Herz.

Fazit: Ich verstehe den Hype – spannend, blutig und am Ende zu Herzen gehend!

Gretel / Hänsel

Der Hunger treibt die junge Gretel (Sophia Lillis) und ihren Bruder Hänsel (Samuel J. Leakey) aus dem Elternhaus in den Wald. Sie landen bei einer freundlichen, alten Frau (Alice Krige) die sie mit Freuden versorgt – allerdings ist dies nur eine Fassade und es lauert eine tödliche Gefahr …

Sie kamen an ein Häuschen, aus Pfefferkuchen fein … dieses alte Kinderlied wird hier auf 83 Minuten Spielfilm gestreckt. Der ganze Gag daran ist: es ist kein kindgerechter Märchenfilm oder Grusel, sondern blanker Horror. Der ist aber sehr stark auf einen Arthouse Look ausgerichtet und nicht gerade die leichte Horrorkost die es hätte sein können. Der große Pluspunkt ist eben die absolut stimmige Atmosphöre die an andere Titel wie „The Witch“ erinnert – aber außer dem schauerlichen Umfeld und den Darstellern findet man keine Plupunkte. Die Figuren mögen gruselig sein, sie sind einem aber auch egal und ansonsten hat man knapp 80 sehr anstrengende Minuten bei denen jede einzelne extrem unangenehm ist.

Fazit: Atmosphärisch stimmig, läßt einen aber mitunter sehr kalt!

Rating: ★★☆☆☆

House of the Dead 2 – Dead Aim

An einer Universität bricht ein Virus aus und verwandelt die Menschen in Zombies. Nach der Katastrophe soll ein Forscherteam den Schauplatz untersuchen – und gerät in ein Blutiges Chaos …

Auf dem Papier klingt das nach Körperverletzung: die TV Fortsetzung eines Uwe Boll Films. Fällt aber dann nicht so schlimm aus wie man es erwartet. Als Sequel kennzeichnet es eh nur der Umstand daß eine Nebenfigur aus Teil 1 auch hier erscheint, ansonsten ist es ein routinierter Zombie Matscher aus der Fließbandreihe. Einiges an Blut, unterirdische Darstellerleistungen und nicht wirklich großartige Spannungsmomente kennzeichnen das Geschehen. Einen recht sympathischen Pluspunkt kriegt es aber dennoch durch den Umstand das permanent Darsteller durchs Bild renn die man aus diversen TV Produkten kennt und die Nummer aus solidem TV Level inszeniert ist. Und auch wenn es dadurch nicht wirklich zu einem guten Film wird dominiert wohl die Erkenntnis: es ist nicht so schlimm wie man es befürchtet.

Fazit: Solide Zombieklatscherei mit unpopulärem Titel und ohne Innovation!

Rating: ★★☆☆☆

The Turning – Die Besessenen

Kate (Mackenzie Davis) zieht nach Maine um auf die Waisenkinder Miles (Finn Wolfhard) und Flora (Brooklynn Prince) aufzupassen. Schnell merkt sie daß swohl die Kinder wie auch ihr Haus ein düsteres Geheimnis haben …

Die Geschichte fußt auf einer Vorlage die schon vor 1900 geschrieben wurde, das merkt man wohl auch da die Nummer etwas altbacken daher kommt. Allerdings liefert sie exakt das was man sehen möchte und erwartet: die großartige Mackenzie Davies als gutmütige Heldin die ohne eigenes Veschulden an einen Ort gerät an dem ihr zwei Teufelskinder das Leben schwermachen kann diesen Film gut tragen. Dazu gibt’s eine dichte Atmosphäre, auf plumpe Jumpscares wird halbwegs verzichtet und mit einer kompakten Lauflänge von 90 Minuten ist der Film auch durch bevor er richtig nerven kann. Allerdings bekommt ma auch nichts was man nicht schon irgendwo anders her kennt.

Fazit: Eine totale Blaupause für Teufelskinderhorror mit herausragender Hauptfigur!
Rating: ★★★☆☆

His House

Ein junges Paar flieht vor dem Krieg im Sudan und gelangt in eine britische Kleinstadt. Die kulturellen Unterschiede machen es ihnen dort aber sehr schwer …

Altbekannte Kiste in ungewöhnlichem Gewand: die Geschichte eines Paares welches ein neues Haus bezieht in dem dann unheimliche Dinge vor gehen ist alles andere als neu. Besonders daran ist daß die beiden Flüchtlinge sind die eine Chance bekommen haben und sich nicht nur in dem Gruselhaus, sondern insgesamt einem echten Horror stellen müssen. Dieser besteht aus brutalen Alltagssituationen und dem Grauen welches ihnen in der Vergangenheit begegnet ist und sich bis hierhin auswirkt. Das ist eine originelle und neue Auslegung des Themas, auch wenn im weiteren Verlauf relativ gewohnte Schreckeffekte zum Einsatz kommen. Da es ein britischer Film ist der mit überschaubaren Mitteln gedreht wurde ist er dreckig, düster und macht nicht wirklich Spaß – liefert aber suchenden Horrorfans vielleicht eine interessante Alternative.

 

Fazit: Konventionelle Dinge mit ungewöhnlichen Aspekten ergänzt.

Rating: ★★★☆☆

Peninsula

Vier Jahre nach der Zombie Apokalypse soll der Soldat Jung-seok (Gang Dong-won) mit einigen anderen nach Seoul zurückkehren um dort einen LKW mit Geld zu stehlen. Auf der isolierten Halbinsel gibt es jedoch nicht nur Zombies, sondern auch diverse Überlebende die sich untereinander bekriegen …

Train to Busan ist einer der Filme die ich mir immer schon vorgenommen hatte, aber bislang nicht sehen konnte – nun gelangte mir durch Zufall die Fortsetzung vor die Nase. Ich konnte daher den Film nur für sich sehen,was aber gut möglich war: das Szenario einer Welt in der durch Zombies alles zum Stillstand gekommen ist konnte ich mir entsprechend ableiten und auf dieser Basis erzählt der Film eine recht konventionelle Story über eine Stadt in der sich diverse Parteien bekriegen und immer mal wieder Zombies auftauchen. Dabei macht der Film vieles richtig: es gibt zwar keine klare Hauptfigur weil die Story sich auf verschiedene Szenarien verteilt, die entsprechenden Charaktere funktionieren aber bestens, es gibt eine Menge Action (die aber mitunter etwas übertreibt), überraschende Ableben einiger Figuren und stellenweise echt hohe Spannung. Klar, man hat alles hiervon schon mal gesehen, aber mal kann nicht klagen wenn die Komponenten so ordentlich vermischt werden.

Fazit: Solider Zombiehorror mit hohem Actionanteil!
Rating: ★★★★☆

New Mutants

Magik (Anya Taylor-Joy), Wolfsbane (Maisie Williams), Mirage (Blu Hunt), Cannonball (Charlie Heaton) und Sunspot (Henry Zaga) sowie einige andere Jugendliche werden in ein Krankenhaus gebracht. Dort merken sie recht schnell daß sie Mutanten sind und das Krankenhaus in Wirklichkeit darauf aus ist ihre besonderen Fähigkeiten zu erkennen und für sich zu nutzen …

Eigentlich steckt hier ein interessanter Ansatz hinter: der Film gehört zur X-Men Serie und spielt auch im X-Men Universum, ist aber ebenso eigenständig und unabhängig von den bisherigen Filmen und begibt sich auf völlig neues Genre-Terrain: es ist der erste Horrofilm der Serie. Eigentlich sollte er der Auftakt einer Trilogie sein, eigentlich sollte er mit „Dark Phoenix“ zusammen erscheinen – aber all das zerschlug sich. Der Film wurde zwei Jahre lang immer wieder aufgeschoben, weiter vertagt … mittlerweile gehört das X-Men Franchise wieder Disney die daran eigentlich kein Interesse haben und diesen Film für sich einfach nur verramschen wollen. Schade, aber nicht ganz unverständlich da dieser Probleme hat seine Schwerpunkte zu setzen. Es geht um junge Mutanten die schlimme Schicksale erlebt haben und darüber reden, habt also etwas vom „Frühstücksclub“ an sich, dann gibt es die übliche Mutantenaction in abgespeckter Form und es gibt zahlreiche Ausflüge in Horrorszenarien die aber kaum so krass oder schlimm ausfallen daß jemand wirklich davon erschreckt wird. Die zum Teil großartige Besetzung reißt es solide raus, ein paar Spannungsmomente sind drin und alles in allem ist der Film für sich genommen solide – aber zu keinem Zeitpunkt überragend, überraschend oder sonstwie erwähnenswert. Als Ende der X-Men Serie jedenfalls weniger geeignet als es „Logan“ war.

Fazit: Merkwürdiger Mix aus mehreren Genres bei dem keines so richtig bedient wird.

Rating: ★★★☆☆