Archiv der Kategorie: Horror

Der Schacht

Goreng (Ivan Massagué) landet in einem futuristischen Gefängnis bei dem er in einer Zelle sitzt durch die täglich eine Plattform mit Essen fährt – und je weiter er unten sit desto weniger wird er davon bekommen. Er sucht nach Möglichkeiten das unmenschliche System zu unterwandern …

Ein eigentlich sehr spezieller Film der sich zur Netflix-Sentsation entwickelt hat. Das mag damit zu tun haben daß dieser Festival-Titel bei „kinoplus“, einer namhaften deutschen Kinosendung besprochen wurde, zum zweiten daß er zu Zeiten der Coronakrise auf Netflix erschien und sich irgendwie zum Hit mauserte. Nach anschauen kann ich das zwar logisch verstehen, aber nicht so ganz teilen. Der Film hat eine hässliche Umgebung, unangenehme Figuren und ein komplett entmenschlichtes Szenario. Dies ist kein typischer Horrorfilm sondern immerhin eine Kopfnuss an der man als Zuschauer ein paar sehr spannende Denkansätze über gesellschaftliche Klassen bekommt und wie die Oberschicht mit der Unterschicht umgeht. Das führt zu langen, manchmal scharfzüngigen Dialogen die sioch dann in ein blutiges Szenario steigen. Durch die einfache Verfügbarkeit kann man es durchaus mal damit versuchen, das Risiko daß man den Film dann aber schnell ausmacht und nichts damit anfangen kann ist gegeben. Zumal die tiefergehenden Ansätze zum Ende hin recht strikt erklärt werden und damit einiges von der Faszination einbüßen.

Fazit: Ein kleines Festivalhighlight daß wohl ungewollt zum Mainstream Hit geworden ist!

Rating: ★★★☆☆

47 Meters Down 2 – Uncaged

Mehrere Frauen reisen nach Brasilien um an der Küste von Recife zu tauchen. Insbesondere fasziniert sie eine Unterwasserruine – allerdings wissen sie nicht daß genau dort eine bösartige Hai Spezies beheimatet ist …

Der Film betitelt sich zwar als Sequel, hat aber mit dem ersten Teil nur das Thema gemein: Menschen die im Wasser hilflos einer Haiattacke ausgeliefert sind. Dabei wird etwas variiert: es sind diesmal ein paar Personen mehr, statt im offenen Meer sind diese in einer Art Höhle unterwegs … und das wars dann auch schon fast. Es kommen die Haie, es bricht Panik aus und die Figuren werden schrittweise dezimiert in den unglücklichsten Momenten und Szenarien. Das läßt einen eher kalt weil die Figuren an sich uninteressant und ohne Kanten oder Ecken sind, als reines „Dramaturgiefutter“ kann man sie aber dann doch nehmen und mitfiebern. Das alles ist dabei solide und spannend inszeniert, aber ohne Tiefe: man hofft eben daß die Mädels irgendwie durchkommen, es tut aber auch nicht weh wenns nicht so kommt.

Fazit: Standard Hai Thriller mit bleichen Figuren, aber ungewöhnlichem Umfeld und einer gewissen Härte!

Brahms – The Boy 2

Liza (Katie Holmes), Joseph (Ralph ineson) und Jude (Christopher Convery) ziehen in das Heelshire Mansion auf dem englischen Land, ohne die furchtbare Vorgeschichte zu kennen. So denken sie sich nichts als Jude eine alte, weiße Puppe dort findet …

Auf dieses Sequel hat wohl keiner gewartet und gehofft: der erste Teil des Puppenhorrors war ein solider Film ohne nennenswerte Besonderheiten der lediglich mit einer passablen Schlußpointe was reißen konnte. Dieses Ende von Folge 1 macht es aber eigentlich schwierig der ganzen Kiste noch etwas anzuhängen – trotzdem wird es hier versucht. Eine neue Familie zieht nach einem traumatischen Erlebnis zufällig in das Haus in dem die Vorfälle passierten und stößt auf die Reste, in dem Falle ist es eben dass der traumatisierte Junge ein Verhältnis mit der bösen Puppe beginnt. Und da man als Zuschauer weiß was es mit der Puppe einst auf sich hatte, dieser Punkt aber nicht hinter den Vorfällen steckte sitzt man nochmal 80 Minuten interessiert ab um zu wissen was denn nun diesmal mit der Puppe nicht stimmte. Auf dem Weg dahin hakt man wirklich jedes noch zu kleine Klischee des Puppenhorrors ab ohne zu irgendeinem Zeitpunkt in Gefahr zu geraten etwas originelles zu entdecken. Das gilt dann auch für das große Finale – abgesehen von den schlechten Effekten ist der inhaltliche Teist absolut lächerlich. Deswegen: wer den Erstling mochte kann mal einen Blick riskieren, aber nur vertrautes in kaum neuem Gewand vorfinden, wer mehr als drei Horrorfilme kennt kann diesen hier getrost auslassen.

Fazit: Durchweg solide Abarbeitung aller typischen Horrorklischees ohne irgendwelche eigenen Impulse!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=lOiLI1IX3lE&t=1s

One Cut of the Dead

Nachwuchsregisseur Higurashi (Takayuki Hamatsu) reist mit seinem Crew in eine Fabrikanlage aus dem Zweiten Weltkrieg um einen Zombiefilm zu schauen. Das wird jedoch zu einer blutigen Angelegenheit als echte Zombies auftauchen …

Dieser Film wurde mir stets wärmstens empfohlen, allerdings immer mit dem Zusatz: die ersten dreißig Minuten muss man durchhalten, aber dann lohnt es sich … ich verstehe was gemeint ist. Dieser Film hat eine beeindruckende Eröffnungssequenz die im Grunde eine halbe Stunde lang ist, erzählt eben den Angriff von Zombies auf ein Filmteam in Echtzeit und mittels einer einzigen, ewig langen Kamerafahrt. Danach macht es in der Tat Klick und man ist in einem restlos anderen Film. Ich möchte hier aber nicht ausführen worin. Sagen wirs aber so: ich selber teile die Liebe für koreanische Filme nicht, kann aber die Begeisterung hierfür im wesentlichen Verstehen. Es ist eine Liebeserklärung ans Filmemachen und in dem Sinne keine direkte Komödie, bringt aber viele spannende Aspekte wie es hinter den Kulissen läuft auf den Punkt. Daher muß man schon ein wenig Offenheit an den Tag legen, aber wer durchhält bekommt in der Tat ein lohnendes Ergebnis.

Fazit: Im Grunde mehrere Filme in einem – und ergibt im Gesamten einen sehr spaßigen Film!

The Lodge

Richard (Richard Armitage) verlässt seine Frau Laura (Alicia Silverstone) für seine neue jüngere Freundin Grace (Riley Keough), worunter deren Kinder Mia (Lia McHugh) und der ältere Aidan (Jaeden Martell) leiden. Als diese mit Grace alleine sind haben sie einen furchtbaren Plan …

Atmosphäre kann sich sehr gut in einen Kinosaal verlagern, daß geschieht hier auch sehr exzellent … allerdings in unangenehmer Form. Drei Menschen sitzen dort isolier tin der Eiseskälte aufeinander und das schneegepeitschte Umfeld strahlt eine Kälte und einen Frost aus daß man als Zuschauer ebenso anfängt zu frösteln. Wobei hier nichts die menschliche Kälte toppt: wie hier die besagten Personen sich belauern und gegenseitig kalt behandeln ist ultrahart. Dabei ist man als Zuschauer leider relativ orientierungslos: sind dies zwei Kinder die einer Frau einen gemeinen Streich spielen; oder ist dies eine gestörte Person der zwei Kinder hilflos ausgeliefert sind? Daraus mag der Film eine Menge Spannung gewinnen, man weiß aber auch nicht wo man eventuelle Sympathien hinpacken kann. Trotzdem folgt man dem ereignisarmen Verlauf bis es im letzten Drittel dann zu einem knochenharten Showdown kommt der einem die Schuhe auszieht. Darstellerisch ist das alles erste Klasse;ebenso dicht ist die Atmosphäre nd auch wenn der Film im Mittelteil etwas durchhängt rettet das krasse Finish alles. Da verzeiht man auch daß die optische Aufmachung sehr stark von „Hereditary“ abgekupfert ist.

Fazit: Irgendwo zwischen Horror und brutalem Psychothrill arbeitender Film mit Durchhänger in der Mitte, aber ultrahartem Abschluß!
4 Punkte

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=l_4fGG5ZgwE

Mary Shelleys Frankenstein

Victor Frankenstein (Kenneth Branagh) ist besessen davon künstliches Leben zu erschaffen. Durch ein grausames Experiment erschafft er so eine untote Kreatur (Robert DeNiro) deren Erschaffung aber bald furchtbare Folgen hat …

Zu diesem Film habe ich ein unsachliches Verhältnis: als ich jung war und anfing mich für Film zu interessieren konnte ich diese meist nicht sehen, ich besaß aber eine Cinema in der über diesen sehr aufwendig berichtet wurde. Den Artikel konnte ich fast auswendig aufsprechen, den Film sah ich Jahre später, mit einer solchen Erwartungshaltung der er nicht gerecht werden konnte. Nun, nach einem Rewatch bin ich etwas gnädiger da ich verstehe was Kenneth Brannagh als Regisseur und Hauptdarsteller vorhatte. Zwei Jahre vorher war mit „Dracula“ bereits ein Horrorklassiker ins Kino gebracht worden der diesen als epischen Augenschmaus aufbereitet hatte, das Gleiche war wohl hier vorgesehen. Vorrangig sollte es aber auch um die Person Frankenstein gehen und weniger um den damit verbundendn Horror: es ist im Kerne eine Drama um einen Mann der das Sterben von geliebten Menschen nicht ertragen kann und aus diesem Grund versucht Leben zu erschaffen – mit eben furchtbaren Folgen. Die so erschaffene Kreatur wird von Robert DeNiro eindrucksvoll und bedrohlich gegeben, trotzdem dürften Zuschauer die hier auf Horror hofen eher enttäuscht werden. Es ist wie eine Oper, eine groß ausgestattete Gruselnummer mit hohem Dramaanteil daß aus heutiger Sicht fast schon unter „Kostümschinken“ zu verbuchen ist.

Fazit: Sehr bemüht und sehr dicht am Buch mit großem Aufwand und Getöse!

Countdown

Krankenschwester Quinn (Elizabeth Lail) installiert eine App die angeblich ihren Todestag voraussagen kann. Als ihr nur noch wenige Tage prophezeit werden und merkwürdiges in ihrem Umfeld passiert begibt sie sich auf die Suche …

Ich habe in meiner eigenen Jugendzeit Teenagerhorror sehr gemocht, stelle aber fest daß das Genre heute kaum mehr mit Vertretern präsent ist. Die wenigen Filme die es gibt (Werke wie „Polaroid“ oder „Wahrheit oder Pflicht“) fallen dann auch entsprechend austauschbar und nicht erwähnenswert aus. Leider gehört „Countdown“ in diese Liste der Banalität. Die Grundidee ist noch ok, sie ergibt eine nette Partyunterhaltung ob man sich diese App wirklich herunterladen würde. Abgesehen davon kriegt man unblutigen Mysterygrusel in der ein paar seichte Charaktere durch die Gegend rennen und vor einem mystische Monster fliehen. Das ist banal, langweilig und baut auf eine so endlose Serie an Jumpscares daß es geradezu dreist ist. Ebenso wird die übersinnliche Komponente genutzt um die unoriginellen Gruselmomente noch etwas unberechenbarer zu machen, was auch an kreativer Armut liegen mag … für ein junges Publikum oder dem Streaminggucker sollte sowas reichen, im Kino hat das eigentlich kaum mehr was zu suchen.

Fazit: Völlig verzichtbare Klischeepackung die sich in endlosen Jumpscares ergeht!Rating: ★★☆☆☆

Bloodrayne 3 – The Third Reich

Im Zweiten Weltkrieg möcten die Widerstandskämpfer Nathaniel (Brendan Fletcher), Vasyl (Willam Belli) und Magda (Annett Culp) gegen deutsche Soldaten unter der Leitung von Brandt (Michael Paré) angehen. Dabei kommt ihnen allerdings Halbvampirin Rayne (Natassia Malthe) überraschend zu Hilfe …

Bei diesem Film finde ich die Entstehungsgeschichte interessanter als den Film selbst. Boll war nämlich dabei die Darsteller, die Kostüme und alles andere für gleich zwei Filme zu verwenden und drehte diese simultan: einerseits eben diesen, auf der anderen Seite die Parodie „Blubberella“. Den logistischen Kraftakt dahinter finde ich viel beeindruckender als das Werk selbst. Ansonsten ist es eben das was es ist: einer der Boll Filme für die er seinen Ruf weg hat. Bei denen er aber auch offen dahintersteht und zugibt daß er sowas nur fürs Geld gemacht hat mit dem er sich dann eben andere Werke ermöglicht hat. Immerhin bedient er sich bei sich selber: er setzt seine tapfere Vampirin die er schon in den anderen Filmen gezeigt hat wieder ins Zentrum, ändert aber eben das Setting: nachdem Teil 1 im Mittelalter spielte und Teil 2 im Wilden Westen erfolgt der dritte Teil während des Zweiten Weltkrieges. Das bringt aber nur ein neues Umfeld mit sich, ansonsten sind alle bekannten Daten wieder da: die gleichen Darsteller, die gleiche holprige Darstellungsweise, einige Gewaltexzesse … und ein absurdes Schauen das sowas wirklich gemacht wurde.

Fazit: Albernes Vampirgemetzel in Nazi-Optik!

 

Bloodrayne 2 – Deliverance

Rayne (Natassia Malthe) ist eine Mischung aus Mensch und Vampir und damit ein Daywalker. Ihr Ziel ist es aber den Untoten den Garaus zu machen. Daher sucht sie im Wilden Western nach Vampir-Boss Billy the Kid (Zack Ward) – und erhält Hilf von Sheriff Pat Garret (Michael Pare) und seiner Getreuen …

Uwe Boll hat daraus nie einen Hehl gemacht: Filme wie diesen hat er nicht wegen „Kunst“, sondern nur des Geldes wegen gemacht. Und mit ihrem kleinen Budget haben sie dennoch ein gewisses Maß an Umsatz erreicht, daher schob er hier seiner Videospielverfilmung „Bloodrayne“ noch einen Teil hinterher. Die halbwegs prominente Kristanna Loken stand ihm dabei als Darstellerin nicht mehr zur Verfügung, daher springt Natassia Malthe ein und gibt die schnetzelnde Vampiri. Ebenso neu ist das Umfeld in dem es spielt: war Teil 1 n einer Art Mittelalter und Fantasywelt geht Teil 2 in den Wilden Westen. Und dort hetzt Boll dann die vertrauten Nasen aufeinander: wer sich ein wenig mit dem Schaffen von Boll auskennt erkennt reihenweise Darsteller die immer in seinen Filmen erscheinen (wie Zack Ward und Michael Pare). Und die liefern eben die Leistungen die man von ihnen gewohnt ist: eine ganz simple Gut gegen Böse Story mit ein paar Schießereien, ein paar blutigen Szenen und keinerlei Überraschungen. Eben genau die Form von billigen Videothekenschnetzlern die man so mit einem Auge wegschaut, aber schon beim Abspann im Kopf löscht.

Fazit: In jeder Hinsicht billiger Metzelfilm dem man seine zahlreichen Macken irgendwie nicht vorwerfen mag!

Underwater – Es ist erwacht

Eine mehrköpfige Crew zu der auch Norah (Kristen Stewart) gehört wird auf eine Unterwasserstation verlegt um dort die Tiefseeforschung voran zu treiben. Durch ein Seebeben gerät die Mannschaft schnell in tödliche Gefahr – doch ebenso scheint ein unheimliches Wesen zum Leben erwacht zu sein …

Wenn der Untertitel zum Spoiler wird: eigentlich würde die im Trailer präsentierte Grundsituation schon für einen spannenden Film reichen: eine Bohrstation in 11 km Tiefe erleidet einen Zwischenfall und schweren Schaden und die wenigen Überlebenden sind nun bemüht irgendwie zu überleben und an die Oberfläche zu gelangen. Allerdings gibt es anscheinend draußen auf dem Meeresboden übersinnliche Wesen die ihnen nach dem Leben trachten … gut, da ist nichts dran was man nicht schon kennt, man fragt sich halt nur welches der vielen bekannten Szenarien hier gewählt wurde. Schade eigentlich da der Survivalpart sehr gut beginnt: der Crash passiert gleich in Minute zwei oder drei, das Tempo ist hoch … leider verliert man dann schnell den Überblick. Die armen Säue müssen einen schwierigen Weg gehen und hinter sich bringen,leider ist man sowohl überfragt was den Weg an sich geht noch kann man bei der düsteren und hektischen Inszenierung irgendwie folgen. Man ist genau so ratlos wie die Hauptfiguren. Ratlos war ich auch bei der Rolle von T.J Miller der als Witzbold das Szenario auflockern soll und gänzlich scheitert. Und was den Monsterpart angeht … der ist ebenso solide, aber ebenso unnütz. Wie der ganze Film: simpel und solide auf ausgelatschten Pfaden.

Fazit: Hoch spannend, aber ohne nennenswerte Charaktere und mit allen Wendungen von der Schablone!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=f7iwJNv7WdU&t=33s