Archiv der Kategorie: Horror

Eli

Bei Eli (Charlie Shotwell) wird eine furchtbare Krankheit entdeckt wegen der er in eine Spezialklinik gebracht wird. Dort stellt er aber schnell fest daß es nicht um die Gesundung der Patienten geht …

Dieser Film wurde mir bereits vor einem knappen Jahr für einen Kinostart angekündigt, nun erscheint er doch direkt auf Netflix. Das löst bei mir ja immer als erstes den Verdacht auf mangelnde Qualität aus, in diesem Falle kann ich aber wenig schlechtes sagen. Klar, es ist ein Horrorfilm de rletztlich mit bekannten Versatzstücken arbeitet und nichts liefert was man nicht schon kennt, aber die spannende Frage ist eben welche der zahlreichen Optionen hinter allem steckt. Das bleibt auch gekonnt verwahrt, der Film läßt bis zur Auflösung alle Optionen auf dem Tisch. Bis dahin nimmt die Story einen hohen Gruselanteil mit, hat viele Szenen in denen eher auf Geisterhausgrusel denn auf fetten und blutigen Terror gesetzt wird und überzeugt mit Atmosphäre und einem soliden Hauptdarsteller. Das hätte durchaus fürs Kino gereicht, auf Netflix stellt es aber dann definitiv mal einen lohnenden Titel dar.

Fazi: Sehr routinierter, stimmungsvoller Grusel der alle falschen Fährten bis zum Ende hin „ermöglicht“

Rating: ★★☆☆☆

Im hohen Gras

Als die Geschwister Cal (Avery Whitted) und Becky DeMuth (Laysla De Oliveira) an einem Feld i Kansas vorbei fahren hören sie Kinderschreie. Als sie in das Gras rennen verlieren sie schnell komplett die Orientierung – und merken daß ihnen eine unerklärliche Gefahr dort droht …

Ein Netflix Film der auf Stehen King basiert? Das kann Fluch wie Segen zugleich sein, bedenke man den durchaus gelungenen 1922 oder den unfassbar schwachen „Das Spiel“. Dieser hier muss solche Vergleiche aber wohl nicht fürchten da er zu eigenständig ist. Und man muss sich selbst fragen ob man mit einem solchen Titel etwas anfangen kann der bereits sehr früh klarmacht dass hier rationales Vorgehen und Logik ausgehebelt werden. Eine Handvoll Figuren gelangen in ein hohes Feld in dem Zeit, Raum und einiges andere ganz anders laufen und damit beginnt ein wirres Verwirrspiel. Das kann man sehr leicht für absoluten Quatsch und Schwachsinn halten, zumal die Vorgänge auch nur leidlich erklärt werden. Oder aber man mag das Gedankenspiel und läßt sich darauf ein, zumal das ständige Gras mit einer ganz speziellen Gruselatmopshäre daherkommt. Da der Film ein schlichter Streamingtitel ist kann mans einfach mal versuchen … und entsprechend schnell auschalten wenns nicht paßt.

Fazit. Dicht am Mindfuck gebauter Thriller mit sperriger Thematik und ohne nennenswerte Charaktere!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Wi48S40dboI

Lloronas Fluch

Während eine Sozialarbeiterin (Linda Cardellini) das merkwürdige Verschwinden zweier Kinder untersucht entdeckt sie Verbindungen die zu ihrer eigenen Familie führen und auf ein altes Volksmärchen hinweisen …

Willkommen zurück im Conjuring Universum, zumindest quasi. Die Llorona Legende ist wohl ein altes Volksmärchen, daher wollte man den Film als Titel für sich selbst stehend bewerben denn als Spin-Off zur Serie. Die Verbindung ist ohnehin minimal und beschränkt sich auf einen Auftritt einer Figur. Daher, wer den Film zur „Vollständigkeit“ sehen möchte kann dies tun, als eigenständiger Film geht’s aber auch. Aber warum sollte man? Ansprüche sind nicht angebracht. Es wird eine Geschichte entfacht in der eine Frau zum Monster wird und eine Familie in den siebzigern Jahren belästigt und „begruselt“. Dabei gibt’s das übliche Spiel aus Bangemangen, Jumpscares und ein paar Erschreckern … handwerklich solide gemacht, mit vereinzelten Schockern und viel Geschrei. Gute Serienware wenn man solche Titel öfter guckt, aber kaum mehr als ein filmisches Fertiggericht, insbesondere wenn man öfters solche Filme schaut. Mir selber ist noch mit Linda Cardellini ein Bonus gegeben da ich die Frau sehr gerne sehe – aber ich kann ebenso jeden verstehen der die Nummer lieber auslassen will,

Fazit: Solide Horrornummer ohne Kanten und Ecken und mit stetigem Jumpscare Einsatz!

Midsommar

Alle 90 Jahre wird in einem schwedischen Dorf für neun Tage lang die Sommersonnenwende gefeiert. Christian (Jack Reynor) reist dazu mit seiner Freundin Dani (Florence Pugh) an. Vor Ort erwarten sie jedoch furchtbare Rituale und der blanke Horror …

Dies ist einer der Fälle in denen man zwar den Film beschrieben kann, bei dem es aber letztlich restlos individuell ist wie weit man etwas damit anfangen kann. Die Story geht nur um ein paar Studenten die eher zufällig an einer kultischen Veranstaltung in Schweden teilnehmen nd bald bemerken daß die dortigen Rituale blutige Ausmaße annehmen. Das könnte auch der Plot eines schlichten Videothekenfilms sein den man sich so beiläufig anschaut, aber so ist der Film dann gar nicht gedacht oder zu verstehen. Es geht nicht um die Handlung, es geht um die Inszenierung. Die Farben, der Aufbau, die Stimmung – das erzeugt eine unheimliche Faszination und Spannung. Allerdings nimmt sich der Film für das was er da macht extrem viel Zeit und die entsprechende Geduld muß man erstmal auf bringen können. Eine Stunde lang passiert dabei nämlich gar nichts, danach brechen plötzlich unerwartete Schocks und Splattermomente über die Figuren herein. Wer sich darauf entsprechend einlassen kann kann ein wundervolles Kinoerlebnis genießen, ebenso sehr könnte dies auch von vielen als absolut langweilig gesehen werden, was auch an den mitunter etwas bleich wirkenden Figuren liegen kann Letztlich ist es den Versuch aber wert.

Fazit: Sehr spezielle Geschichte die einen unheimlichen Ruashc entfesselt.
Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=A1uVkkipoCU

47 Meters Down

Die Schwestern Lisa (Mandy Moore) und Kate (Claire Holt) machen Urlaub in Mexiko. Abenteuerlustig lassen Sie sich auf eine riskante Sache ein: sie tauchen mit einem Käfig um Haie zu schauen. Leider reisst dabei das Seil – und die Frauen sind gefangen auf dem Meeresgrund, umgeben von Haien …

Eigentlich bewegt sich der Film aus ausgelatschten Pfaden: es ist ein Haifilm, eine typische Geschichte in der zwei recht normale Menschen bei einem Tauchgang in die Misere geraten und von einem Hai attackiert werden. Das hat es schon in zahlreichen Varianten gegeben, mal teuer, mal billig, mal blutig und mal albern. Dieser hier baut sein Szenario schleppend auf und macht einem die Hauptfiguren auch nicht gerade sagenhaft schmackhaft: zwei bleiche Partygirls, eine mit Liebeskummer, die jetzt nicht furchtbar unsympathisch daherkommen, aber eben auch nicht gerade Begeisterung auslösen. Wenn es dann unter Wassert geht wird es aber spannend: der Film bleibt sich an den beiden dran und versucht ein realistisches Szenario zu entwerfen in dem sich die betroffenen irgendwie herauswinden können. Das fllt optisch nicht so irre aus, weils eben einfach nur dauerhaft blau ist, kann aber durchaus die ein oder andere Schweißperle erzeugen. Ob man das leicht unkonventionelle Ende mag oder nicht muß man für sich selsbt entscheiden.

Fazit: Seichte Figuren in spannender Hai-Bredouille!

Es – Kapitel 2

27 Jahre nachdem der Club der Verlierer sich gegen den bösartigen Clown Pennywise stellte beginnt in Derry erneut eine grausame Mordserie. Da außer Mike alle die Stadt verlassen haben ruft Mike seine Freunde zurück um das Grauen erneut zu bekämpfen – allerdings haben alle zunächst die Vergangenheit vergessen …

Hier ist es wohl elementar entscheidend aus welcher Sicht man an den Film ran geht: es ist ein ganz anderes Erlebnis wenn man das Buch kennt, den alten TV Film, beides oder gar nichts davon. Letztlich steht wohl fest daß das man das Buch nicht wirklich verfilmen kann weils zu episch und sprunghaft ist, man kann sich aber sehr wohl davon wie von einem Buffet bedienen und aus den richtigen Versatzstücken einen entsprechenden Titel machen. Das scheitert hier allerdings komplett: der Film reiht einfach eine lange Reihe an Szenen aneinander in denen die Figuren sich an früher erinnern oder eben im hier und jetzt eine Clownattacke überstehen müssen – diese werden aber als absurde CGI Effektszenen inszeniert die eigentlich nie entscheidend gruselig sind, aber immer sehr künstlich und ohne Wirkung. Bei den menschlichen Darstellern besteht keine Chemie, die Figuren wirken relativ bleich und der Clown Pennywise wird nur in den nötigsten Momenten zum Einsatz gebracht. Dieses und der absurde Showdown der nicht wirklich dem Buch entspricht, gepaart mit einer unfassbaren Laufzeit von 169 Minuten hinterlassen einen restlos faden Geschmack und die bittere Erkenntnis daß nach dem tollen Erstling ein unglaublicher Abfall stattgefunden hat.

Fazit: Überlange Enttäuschung auf ganzer Strecke mit absurden CGI Szenen!Rating: ★★☆☆☆

Crawl

Haley Keller (Kaya Scodelario) reist an die Küste von Kalifornieren um ihren in einem Sturm vermissten Vater Dave (Barry Pepper). Sie findet ihn im Keller seines überfluteten Hauses – ebenso wie einige Alligatoren …

So ein guter Beginn, so ein derber Absturz: der Film baut in wenigen Minuten ein einfaches, aber extrem funktionales Szenario auf: eine junge Frau und ihr schwer verletzter Vater sind in einem Haus in dem langsam der Wasserpegel steigt und durch das Alligatoren schwimmen. Leider versaut sich der Film den großartigen Aufbau durch eine endlose Abfolge an unglaubwürdigen Momenten: extreme Verletzungen die sich scheinbar folgenlos abbinden lassen und nicht weiter stören, ein extrem verwinkeltes und unübersichtliches Umfeld, keine klare Information darüber wie viele Alligatoren sich dort befinden und extrem schlechte Charakterentscheidungen die wohl auf einem lausigen Skript basieren … jede einzelne dieser Tropen wäre wohl zu ertragen und nicht weiter erwähnenswert, allerdings treten sie hier in einer Heftigkeit auf die den Film stark schadet. Was eben schade ist: als kleiner, dreckiger Horrorfilm taugt er, hat ein paar gute Jumpscares und ist kurzweilig – wenn man das Hirn ausgeschaltet läßt geht es wohl klar.

Fazit: Atmosphärisch dichtes Minimalszenario mit scheußlichem Skript!Rating: ★★★☆☆

Der Werwolf von Tarker Mills

In der Kleinstadt Tarker Mills werden nach einer Vollmondnacht mehrere Leichen gefunden. Rollstuhlfahrer Marty Coslaw (Corey Haim) glaubt daß es ein Werwolf war, findet aber niemand der ihm glaubt. Also versucht er dies mit seiner Schwester Jane (Megan Follows) zu beweisen …

Ich liebe Filme der 80er Jahre und habe diesen hier vorher nie gesehen. Nun, mit 33 Jahren auf dem Tacho, erreicht mich dieser Titel als ganz besondere Nostalgiebombe: die grottigen Puppeneffekte und Verwandlungsszenen, die Frisuren, die Musik und die Darsteller … alleine das begeistert mein Herz. Inhaltlich gibt es da nicht so viel; aber eben auch nicht so viel was man ankreiden kann: eine komplett standartisierte 08/15 Horrorstory über einen Werwolf der ein Kaff terrorisiert. Die Besonderheit ist lediglich daß die Hauptfigur dabei im Rollstuhl sitzt – ansonsten reiht der Film brav eine Attacke an die nächste, wirft hier und da mal ganz schön amtlich das Kunstblut auf die Leinwand und interssiert sich insbesondere für die wachsende Angst unter den hilflosen Dorfbewohnern. Das ist aus heutiger sich wohl eher putzig als bedrohlich, aber trotzdem durchweg vergnüglich.

Fazit: Schlichte Standard-Gruselstory mit hohem Charmeanteil!

Stephen King’s The Shining

Jack Torrance (Jsteven Weber) übernimmt die Stelle des Hausverwalters in einem abgelegenen Hotel in Colorado und hofft in der Ruhe ein Buch zu beenden. Für seine Frau Wendy (Rebecca DeMornay) und den sechsjährigen Sohn Danny (Courtland Mead) häufen sich schnell die Anzeichen daß im Hotel etwas nicht stimmt – und in der Tat scheint Jack mehr und mehr den Verstand zu verlieren …

Die gute Nachricht: es ist wirklich ein komplett anderer Film. Ich habe die Buchvorlage nie gesehen, lediglich den Kubrik Film. Stephen King konnte Kubricks Version nie leiden, daher war er wohl auch eine der treibenden Kräfte als es um die Realisierung dieses Films ging. Ich kann respektieren daß eine Lauflänge von drei Teilen und gut viereinhalb Stunden genug Fläche ist um eine Vision entsprechend auszuführen – leider bekomme ich trotzdem keinen Kopf in die Thematik. Es ist nicht uninteressant die Hauptfigur ausgebaut zu bekommen, mit einer entsprechenden Vorgeschichte was Alkoholismus angeht, aber für mich vereint sich der Film bei einem altbekannten Thema: ein paar Menschen sitzen isoliert in einem Hotel und werden langsam irre. Dabei wird auf TV Niveau langsam Gruselaufgebaut, es gibt ein paar Mystery Momente und es wird niemals wirlich „hart“. Deswegen: ich hoffe Stephen King (der auch einen Cameo Auftritt hat) ist hiermit zufrieden und ich denke daß derjenige der ein wenig kurzweiligen Grusel sucht hier zufrieden ist.

Fazit: TV Version die wohl inhaltlich deutlich nöher an der Buchvorlage agiert!

The Shining

Jack Torrance (Jack Nicholson) übernimmt die Stelle des Hausverwalters in einem abgelegenen Hotel in Colorado und hofft in der Ruhe ein Buch zu beenden. Für seine Frau Wendy (Shelley Duvall) und den sechsjährigen Sohn Danny (Danny Llloyd) häufen sich schnell die Anzeichen daß im Hotel etwas nicht stimmt – und in der Tat scheint Jack mehr und mehr den Verstand zu verlieren …

Ich schaute diesen Film einmal im Teenageralter und war damals nicht nenneswert beeindruckt. Nun, über 20 Jahre später habe ich es mit einem Reatch probiert und bin zumindest ein Stück weiter: ich kann verstehen warum dieser Film mich damals kalt ließ, das sind die kaum vorhandenen inhaltlichen Geschehnisse: eine Familie überwintert in einem Hotel, der Vater wird irre und attackiert seine Familie – mehr ist es nicht. Aber der Film ist natürlich ein Meisterwerk der Inszenierung: wie hier mit langen, ausgiebigen Kamerafahrten und großen Sets das Hotel zum Leben ereckt und abgefilmt wird und wie insbesondere durch die Musik eine unglaubliche Hochspannung erzeugt wird ist atemberaubend. Nicht zuletzt sei das sagenhafte Spiel von Jack Nicholson erwähnt. Trotzdem könnte ich mir vorstellen: wenn nun jemand versucht diesen Film nue zu entdecken könnte er sich mit heutigen Sehgewohnheiten beißen.

Fazit: Atmosphärisch dicht und von den Darstellungen her absolut an die Substanz gehend.

Rating: ★★★★☆