Archiv der Kategorie: Horror

New Mutants

Magik (Anya Taylor-Joy), Wolfsbane (Maisie Williams), Mirage (Blu Hunt), Cannonball (Charlie Heaton) und Sunspot (Henry Zaga) sowie einige andere Jugendliche werden in ein Krankenhaus gebracht. Dort merken sie recht schnell daß sie Mutanten sind und das Krankenhaus in Wirklichkeit darauf aus ist ihre besonderen Fähigkeiten zu erkennen und für sich zu nutzen …

Eigentlich steckt hier ein interessanter Ansatz hinter: der Film gehört zur X-Men Serie und spielt auch im X-Men Universum, ist aber ebenso eigenständig und unabhängig von den bisherigen Filmen und begibt sich auf völlig neues Genre-Terrain: es ist der erste Horrofilm der Serie. Eigentlich sollte er der Auftakt einer Trilogie sein, eigentlich sollte er mit „Dark Phoenix“ zusammen erscheinen – aber all das zerschlug sich. Der Film wurde zwei Jahre lang immer wieder aufgeschoben, weiter vertagt … mittlerweile gehört das X-Men Franchise wieder Disney die daran eigentlich kein Interesse haben und diesen Film für sich einfach nur verramschen wollen. Schade, aber nicht ganz unverständlich da dieser Probleme hat seine Schwerpunkte zu setzen. Es geht um junge Mutanten die schlimme Schicksale erlebt haben und darüber reden, habt also etwas vom „Frühstücksclub“ an sich, dann gibt es die übliche Mutantenaction in abgespeckter Form und es gibt zahlreiche Ausflüge in Horrorszenarien die aber kaum so krass oder schlimm ausfallen daß jemand wirklich davon erschreckt wird. Die zum Teil großartige Besetzung reißt es solide raus, ein paar Spannungsmomente sind drin und alles in allem ist der Film für sich genommen solide – aber zu keinem Zeitpunkt überragend, überraschend oder sonstwie erwähnenswert. Als Ende der X-Men Serie jedenfalls weniger geeignet als es „Logan“ war.

Fazit: Merkwürdiger Mix aus mehreren Genres bei dem keines so richtig bedient wird.

Rating: ★★★☆☆

Follow Me

Die Reise nach Moskau wird für einen Influencer und seine Begleiter zum puren Horror. Beim spaßigen Trip werden grenzen Überschritten zwischen den sozialen Medien und der Realität …

Eigentlich ist dies ein typischer, kleiner, 90 Minuten langer Horrorfilm der wohl unter normalen Umständen direkt ins Heimkino abgewandert wäre. Unter den Umständen zu denen er erscheint, in einer Zeit in der viele Blockbuster auf unbestimmt verschoben sind stellt er aber doch gutes Material dar um halbwegs im Kino anzukommen. Allerdings wird man darin nichts neues entdecken können: der Film klaubt sich Aspekte aus diversen anderen Vorbildern zusammen und montiert sie einfach neu aneinander: dabei sind „Stirb langsam“, „Hostel“, Saw und „Escape Room“, ergänzt durch sehr viel Social Media Kritik. Dabei ist die Spannung gegeben und der Gewaltfaktor ist sehr hoch – auf der anderen Seite läßt es einen kalt weil man mit keiner der Hauptfiguren wirklich mitfiebern kann. Trotzdem ist der kleine und dreckige Film zumindest für Genrefans einen Blick wert.

Fazit: Solider Sampler aus bekannten Ideen mit einer Holzhammer-Schlußpointe!

Rating: ★★★☆☆

Candyman 3 – Der Tag der Toten

Caroline McKeever (Donna D’Errico) hört die Saga des Candymans den man angeblich rufen kann indem man seinen Namen fünfmal in einen Spiegel spricht. Als sie dies tut passieren furchtbare Bluttaten in ihrer Umgebung – und sie scheint den Alptraum nur mit Hilfe einer Wahrsagerin besiegen zu können …

Die Candyman Reihe hat zwar nicht den Stellenwert und Kultfaktor erreicht den ein „Freddy Krüger“ oder Michael Myers geschafft hat, aber immerhin gibt’s drei Filme und ein Remake. Obendrein ist der Film „treu“ bei seiner Hauptfigur bzw. dem Darsteller Tony Todd, der das feste Gesicht der Figur ist. Weniger fest ist die Reihe bei den sonstigen Figuren, daher rückt im dritten Film erneut eine neue Person bzw. Frau in den Fokus. Diesmal ist es „Baywatch“ Nixe Donna D’Ericco die mit dem Hakenmann verwandet ist und eher durch Zufall das ganze Gematsche von vorne lostritt. Damit ist alles in trockenen Tüchern und auf der alten Bahn: die Story ist totaler Käse und führt nirgendwo hin, sie reiht einfach nur gruselige und blutige Szenen aneinander in denen eben Tony Todd auftreten und meucheln darf. Das ist stellenweise spannend, hier und da erschreckend und ebenso an vielen Stellen einfach nur absurd. Aus heutiger Sicht kann man an die Nummer wohl nur mit etwas Nostalgie herangehen.

Fazit: Blutiger Quatsch der in manchen Momenten immerhin stark atmosphärisch ausfällt.

Rating: ★★☆☆☆

Darkman III – Die Darkman Die

Peyton Westlake (Arnold Vooslo) attackiert und zerschlägt Gangsterbanden um deren Finanzen für seine Forschung nach einem dauerhaften Hauttransplantat zu nutzen. So gerät er auch mir dem brutalen Peter Rooker (Jeff Fahey) aneinander. Im Laufe dieses Kampfes gerät Westlake an Rookers Familie …

Der erste Darkman Film ist ein Klassiker meiner Jugend gewesen den ich endlos oft angeschaut habe weil ich ihn als TV-Aufzeichnung vorliegen hatte – dort spielte noch Liam Neeson den Titelhelden. Die zwei Fortsetzungen die direkt für den Videomarkt produziert wurden habe ich damals nur einmal geschaut und kaum in Erinnerung behalten. Nun habe ich nach über 20 Jahren mal einen zweiten Blick drauf geworfen und muß natürlich zugeben: ein wirklich guter Film ist dies nicht. Aber ein sehr zeitgemäßer und einer der einen absurden Charme besitzt. Daß der Film ab 18 ist kann man bei dem bestehenden Gewaltfaktor nur müde belächeln, die Story ist ein simples Gut gegen Böse Szenario vom Reißbrett. Es ist obendrein etwas irritierend daß Arnold Vosloo als Held auftritt da er eigentlich nur für Schurkenrollen bekannt ist. Aber trotz allem hat der Film mir aus heutiger Sciht gefallen, einfach weil die Musik, die Farbgebung und die Stimmung mich kurzweilig in meine Jugend versetzt haben.

Fazit: Trashiger Unsinn mit düsterer Stimmung und klischeetriefenden Zutaten!

Color out of Space – Die FARbe aus dem Weltall

Nathan (Nicolas Cage) und Theresa Gardner Joely Richardson) wollen ein ruhigeres Leben auf einer Farm beginnen. Während der Anfangsarbeiten dort schlägt ein Meteorit ein. Die Folgen sind merkwürdige Farbereignisse die auf Menschen eine bedrohliche Wirkung haben …

Ganz offen gestanden habe ich keien Ahnung von Lovecraft, seiner Gedankenwelt und seinen Werken, mir ist bislang unr der Name, aber kaum ein Werk bewußt untergekommen. Dieser hier ist mir wohl auch in erster Linie wegen des Hauptdarstellers aufgefallen: Nicolas Cage. Die Story ist dabei gleichermaßen sehr schlicht wie auch sehr effektiv: eine außerirdische Macht die wie eine Farbe erscheint lande auf einer Farm und verbreitet etwas nicht greifbares, daß eine Familie und einige andere Leute befällt und dann den ultimativen, puren Wahnsinn auslöst. Dabei ist überraschend welche Haken und Wendungen der Film schlägt, was die inhaltliche Richtung angeht: aus ein wenig Fantasy wird, Grusel, Msytery, Body-Horror bis hin zum puren, effektlastigen Wahnsinn. Das ist ungemein atmosphärisch, effektiv und auch sehr hässlich. Zusammengehalten wird das von einem wie eh und je absolut überdrehten Nicolas Cage der dem ganzen seine typische, trashiges Performance draufdrückt.

Fazit: Volles Paket an vielseitigen Horroraspekten mit einem überragenden Nicolas Cage und viel 80er Jahre Trash!

Black Christmas

An Weihachten ist der Campus des Hawthorne College fast leer, nur Riley (Imogen Poots) und ein paar Freundinnen bleiben in ihrem Verbindungshaus. Dier Feierlichkeiten nehmen ein abruptes Ende als sie von einem unbekannten Killer attackiert werden …

Als Teenager wäre ich an diesen Film sicherlich hibbelig und voller Begeisterung herangegangen. Ich liebte damals die ganzen Slasherfilme der 80er und 80er und das stetige Suchen nach „Wer steckt unter der Maske“ – das Original von „Black Christmas“ habe ich allerdings nie gesehen. Was ich jedoch geschaut habe ist das Remake daß es ein paar Jahre später gab, dieses mißfiel mir aber völlig. Wer hätte gedacht daß dieser hier da noch „drunter“ kommt … vielleicht lag es aber an den Erwartungen. Generell war der Film durchaus brauchbar im Ansatz, insbesondere daß er eine Hauptfigur mit Vergewaltigungsbackground ins Zentrum setzt. Dieser Ansatz bringt aber nicht viel, da der Film gähnend langweilig bleibt – und bei gerade mal 88 Minuten Laufzeit fast eine Stunde braucht um so etwas wie eine spannende Situation zu erzeugen. Diese aber nützt dann auch nichts da dann ein fieser Twist einsetzt der den Film in eine ganz andere, absolut lächerliche Richtung schiebt – mit dem war ich dann restlos raus. Und da der Film auch noch jugendfrei inszeniert ist kann man sich nicht mal an entsprechenden Kills erfreuen.

Fazit: Für den Spaß an diesem Film sehe ich schwarz – nicht nur an Weihnachten!
Rating: ★☆☆☆☆

Der Leuchtturm

In den 1890er Jahren treten Leuchtturmwärter Thomas Wake (Willem Dafoe) und sein neuer Gehilfe Ephraim Winslow (Robert Pattinson) eine Schicht auf einer kleinen Insel an. Thomas läßt dabei Ephraim alle niederen Arbeiten verrichten was stetige Spannung erzeugt. Dann droht sich durch Wetterumstände die Schicht zu verlängern …

Ich gebe ja immer gerne zu wenn ich nicht den richtige Zugang in einen Film finde, das trifft hier wohl zu. Aber ich erkenne schon was das Konzept darstellt: es ist ein stimmungsvoller Horrorfilm über zwei Männer die isoliert sind. Dabei wird auf eine Menge Stilmittel zurück gegriffen: der Film ist in schwarz / weiß und das Bildformat ist 4:3 wodurch ein hohes Gefühl der Enge und Klaustrophobie entsteht. Mit zwei Darstellern die nicht mögenswert sind, wenig gesprochenen Worten und einer gruseligen Soundkulisse entwirft der Film zwei fiese Filmstunden die packen, begeistern und faszinieren, aber nicht leicht zugänglich sind und so manchem Zuschauer vielleicht zu sehr von den Schaugewohnheiten abweichen.

Fazit: Faszinierende Stimmung und Inszenierung, aber ebenso mit einer einskalten Austrahlung!

Rating: ★★★★☆

Halloween Haunt

In der Halloweennacht wird Harper (Katie Stevens) von einigen Freunden überredet in ein Horrorhaus zu kommen wo sie einen unheimlichen Parkour absolvieren müssen. Recht schnell wird klar daß der vermeintliche Spaß blutiger Ernst ist …

Der Film kam an Halloween in die Kinos und ich kann es voll verstehen, dies ist exakt der Stoff den man sich zu diesem Anlass geben kann: ein paar Jugendliche geraten in ein Geisterhaus welches Spaß verspricht, die abgezogene Gruselshow scheint aber dann doch ernst und blutig zu werden. Die einzigen Probleme die der Film haben dürfte: einerseits sind sowohl Darsteller wie auch Charaktere kreidebleich und völlig austauschbar, ein Subplot mit einem Stalker verläuft gänzlich im Nichts und insgesamt ist die Nummer nicht nennenswert originell. Auf der anderen Seite ist das Ganze aber durchweg effektiv: die Masken der Bösen sind unangenehm, die Fallen blutig und die Atmosphäre ist dicht und funktioniert. Langfristig hat das zwar keinen Effekt, als unkomplizierter Old-Schoo Spaß taugt das aber bestens.

Fazit: Völlige Horrorblaupause die auf ihren eingeschränkten Pfaden alles richtig macht!

Rating: ★★★☆☆

Der Schacht

Goreng (Ivan Massagué) landet in einem futuristischen Gefängnis bei dem er in einer Zelle sitzt durch die täglich eine Plattform mit Essen fährt – und je weiter er unten sit desto weniger wird er davon bekommen. Er sucht nach Möglichkeiten das unmenschliche System zu unterwandern …

Ein eigentlich sehr spezieller Film der sich zur Netflix-Sentsation entwickelt hat. Das mag damit zu tun haben daß dieser Festival-Titel bei „kinoplus“, einer namhaften deutschen Kinosendung besprochen wurde, zum zweiten daß er zu Zeiten der Coronakrise auf Netflix erschien und sich irgendwie zum Hit mauserte. Nach anschauen kann ich das zwar logisch verstehen, aber nicht so ganz teilen. Der Film hat eine hässliche Umgebung, unangenehme Figuren und ein komplett entmenschlichtes Szenario. Dies ist kein typischer Horrorfilm sondern immerhin eine Kopfnuss an der man als Zuschauer ein paar sehr spannende Denkansätze über gesellschaftliche Klassen bekommt und wie die Oberschicht mit der Unterschicht umgeht. Das führt zu langen, manchmal scharfzüngigen Dialogen die sioch dann in ein blutiges Szenario steigen. Durch die einfache Verfügbarkeit kann man es durchaus mal damit versuchen, das Risiko daß man den Film dann aber schnell ausmacht und nichts damit anfangen kann ist gegeben. Zumal die tiefergehenden Ansätze zum Ende hin recht strikt erklärt werden und damit einiges von der Faszination einbüßen.

Fazit: Ein kleines Festivalhighlight daß wohl ungewollt zum Mainstream Hit geworden ist!

Rating: ★★★☆☆

47 Meters Down 2 – Uncaged

Mehrere Frauen reisen nach Brasilien um an der Küste von Recife zu tauchen. Insbesondere fasziniert sie eine Unterwasserruine – allerdings wissen sie nicht daß genau dort eine bösartige Hai Spezies beheimatet ist …

Der Film betitelt sich zwar als Sequel, hat aber mit dem ersten Teil nur das Thema gemein: Menschen die im Wasser hilflos einer Haiattacke ausgeliefert sind. Dabei wird etwas variiert: es sind diesmal ein paar Personen mehr, statt im offenen Meer sind diese in einer Art Höhle unterwegs … und das wars dann auch schon fast. Es kommen die Haie, es bricht Panik aus und die Figuren werden schrittweise dezimiert in den unglücklichsten Momenten und Szenarien. Das läßt einen eher kalt weil die Figuren an sich uninteressant und ohne Kanten oder Ecken sind, als reines „Dramaturgiefutter“ kann man sie aber dann doch nehmen und mitfiebern. Das alles ist dabei solide und spannend inszeniert, aber ohne Tiefe: man hofft eben daß die Mädels irgendwie durchkommen, es tut aber auch nicht weh wenns nicht so kommt.

Fazit: Standard Hai Thriller mit bleichen Figuren, aber ungewöhnlichem Umfeld und einer gewissen Härte!