Archiv der Kategorie: Horror

Brightburn

Das kinderlose Paar Tori (Elizabeth Banks) und Kyle (David Denman) findet im Wald einen Meteoriten in dem ein kleines Kind liegt. Sie nehmen den kleinen Brandon (Jackson A. Dunn) bei sich auf und ziehen ihn auf. Dann aber zeigen sich merkwürdige Verhalten und Fähigkeiten bei dem Jungen – ebenso beginnt eine grausame Mordserie …

Das Konzept ist großartig und genial: der Film nimmt die typische Superman Grundstory und verdreht sie ins negative: was wäre wenn der Außerirdische böse wäre und seine Kräfte gegen die Menschen einsetzt? Tolle Idee. Aber leider reizt der Film seine Möglichkeiten nicht aus. Die Figuren sind ok, aber man baut keine echte Bindung auf. Die Story ist kaum vorhanden und nutzt diverse Aspekte des Superman Mythos für grausame und extrem blutige Momente was zumindest den Horrorfan begeistern dürfte. Am Ende reihen sich hier einfach ein paar typische „böses Kind“ Aspekte zu einem kurzweiligen und harmlosen, aber ebenso schnell vergessenen Horrorfilm zusammen der zumindest mit seinem 90er Slasherfilm Look zu begeistern weiß.

Fazit: Schade: aus der großartigen Idee wird leider nur eine kleine Gruselnummer!

Rating: ★★★☆☆

Polaroid

Schülerin Bird Fitcher (Kathryn Prescott) liebt die Fotografie und kauft im Antiquitätenladen eine alte Sofortbildkamera, die eine bösartige Fähigkeit hat: Menschen die damit fotografiert werden sterben kurz darauf. Und da Bird ein Gruppenfoto aufgenommen hat bahnt sich eine Katastrophe an …

Eine bösartige Macht, ein bösartiger Geist der einer Polaroidkamera entspringt? Gut, ist totaler Unsinn, aber es hat schon ähnliche Gedankenansätze gegeben die rechts erfolgreich waren. Das beste Beispiel dürften wohl die „Ring“ Filme sein die mit dem Gedanken eines mordenden Videobandes arbeiten, daher darf man diesem hier im Ansatz durchaus eine Chance geben. Meilenweit vom Sektor der Teeniehorror Streifen entfernt es sich allerdings nicht, bringt dabei aber einige Anteile mit die man gerne sieht. Ein paar Erschrecker, ein paar fiese Todesszenen, eine kompakte Laufzeit von gerade mal 89 Minuten, ein Wiedersehen mit „Shocker“ Schurken Mitch Pileggi und eine sehr mögenswerte Hauptfigur. Dagegen kann man natürlich sagen: die Figuren sind bleich und eindimensional, die Story absurd und die Darsteller kaum weiter zu erwähnen. Auf dem Sektor der nicht weiter erwähnenswerten Teenagerstreifen gibt dieser trotzdem ein recht spaßiges, harmloses Einzelstück ab.

Fazit: Banale Horrorkost, in jeder Hinsicht bescheuert und gerade dadurch recht vergnüglich!
Rating: ★★★☆☆

The Hole in the Ground

Sarah O’Neill (Seána Kerslake) zieht mit ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey) in eine Kleinstadt. Nach einem Streit verschwindet Chris im Wald – und kehrt verändert zurück. Sarah erahnt eine unfassbare Bedrohung …

Kinderhorror arbeitet mit einer gewissen Grundangst, nämlich daß das eigene Kind sich irgendwie verändert, daß sich schlimme Erziehungsfehler manifestieren und daß man isoliert ist und sich dazu nicht mitteilen kann. Diese Elemente und auch einige andere sehr bekannte Versatzstücke finden sich allesamt in diesem Film wieder; doch obwohl eigentlich alles altbekannt ist funktioniert es ungemein gut. Weniger ist mehr; das zeigt dieser hier auf großartige Weise: die zwei isolierten Hauptfiguren, der eher dezente Einsatz von Jump Scares und anderen Horrorklischees, all das wird aufrecht erhalten durch eine unfassbar gut getroffene und Stimmige Atmosphäre. Ob man das Ende dann so akzeptieren mag sei jedem selbst überlassen – mit der großartigen Seana Kerslake hat der Film bis dahin eine überragende und restlos überzeugende Hauptfigur.

Fazit: Dämonenkindhorror wie man ihn kennt, ist aber trotz vieler bekannter Elemente ungemein effektiv!

Rating: ★★★☆☆

Operation Overlord

Während des Zweiten Weltkrieges soll eine Gruppe von amerikanischen Fallschirmjägern einen Funkturm zerstören, stürzen aber mit ihrem Flugzeug ab. Doch als ihr Flugzeug abstürzt, finden sie sich tief hinter feindlichen Linien wieder und machen dort eine unfassbar grausame Entdeckung …

Ein dreckig-häßlicher Kriegsfilm in dem US Soldaten in einem Lager landen in dem Nazis arme Opfer zu Zombies umwandeln – das klingt nach unfassbarem Trash. Obendrein erscheint es noch schlimmer wenn man hört daß diese Geschichte nahezu vollkommen ernst und finster vermittelt wird; dabei bietet es sich doch an hier Witz und Übersteigerung einzubringen. Tut man aber nicht und es funktioniert dennoch auf großartige Weise: eben dadurch daß es wie ein typischer Kriegsfilm anfängt und der Übergang ins absurde ganz langsam vorgeht bleibt es hart, spannend und heftig, so daß wahrfe Spannung und nicht mülliger Spaß dabei rum kommt. Mit sehr viel Action, Gewalt und hohem Splatteranteil ist dies einer dieser „Männerabend“ Filme die dann einen großen Spaßfaktor bieten.

Fazit: Zwar humorlos, aber trotzdem ein spannender und blutiger Kriegsstreifen der immer absurder wird!

[rating. $]

Friedhof der Kuscheltiere

Der Arzt Louis Creed (Jason Clarke) zieht mit Frau Rachel (Amy Seimetz) und ihren beiden Kinder Gage (Hugo und Lucas Lavoie) und Ellie (Jeté Laurence) in ein Kleinstädtchen wo er recht schnell erfährt daß ein geheimnisvoller Friedhof existiert von dem die dort begrabenen lebend zurückkehren. Als Ellie ums Leben kommt fasst Louis einen folgenschweren Entschluss …

Dieser Film hat mich durchaus überrascht: die Originalverfilmung und das Buch sind mir bekannt; ich sah allerdings keinen Anlaß die Nummer noch ein weiteres Mal auf einer Leinwand zu sehen. Und ich sah mich bestätigt: die ersten fünfzig Minuten sind relativ identisch, wenngleich manche Plotpunkte anders angegangen werden (im Buch entdeckt die Familie Creed den Friedhof bei einem Ausflug, im Film rennt das Mädchen alleine raus). Ebenso verrücken sich Schwerpunkte, so ist der gute Geist Pascow hier nur auf geringste Auftritte reduziert. Dann kommt es zum fatalen Zwischenfall und ab hier schlägt der Film eine komplett neue Richtung ein: in der letzten halben Stunde ist man auch wenn man die Vorlage kennt in einem neuen, unbekannten Horrorfilm. Daran ist auch nichts verkehrt, man muß es eben nur für sich entscheiden wie man es findet daß sich alle so weit von der Vorlage entfernt. Als solches funktioniert das alles ganz gut, es ist spannend, brutal und mit ein paar fiesen Erschreckern versehen, bleibt aber im Nachhinein nicht lange im Kopf. Und auch wenn es schön ist ein unerwartetes, neues Ende zu sehen – manchmal ist die Orientierung an den Vorlagen besser.

Fazit: Effektiver Horrorfilm der sich mit weiterem Verlauf immer mehr von der Vorlage entfernt!

Rating: ★★★☆☆

Suspiria

Tänzerin Susie Bannion (Dakota Johnson) will eine Ausbildung in Berlin beginnen und findet in Sara (Mia Goth) eine Freundin; ebenso fördert Madame Blanc (Tilda Swinton) schnell gute Leistungen bei ihr. Doch Susie merkt daß an der Schule etwas nicht stimmt und kommt einer unfassbren, übersinnlichen Wahrheitauf die Spur …

Bei diesem Film war mir klar daß er mich vermutlich überfordern würde, daher ließ ich ihn in einer angesetzten Mitternachtsvorstellung aus, schon alleine wegen der Laufzeit. Nach dem Anschauen daheim weiß ich daß das eine richtige Entscheidung war, womit ich nicht sagen will daß das Ding schlecht war. Mir fehlt nur der Zugang. Die Handlung ist im ersten Moment ja simpel, eine Tänzerin beginnt an einer Schule und die dortigen Frauen sind Hexen und schrittweise beginnt das Grauen – das könnte auch der Plot einer simplen Videothekenpremiere sein. Aber hier geht’s anders zu: am Besten fand ich die ganze Atmosphäre in der alles passiert. Draußen das triste Berlin der siebziger Jahre ist perfekt eingefangen, bei den Szenen in der Tanzschule herrscht eine ganz eigenartige Atmosphäre die bestens funktioniert. Ebenso gelingen einige extrem passende ud gute Horrormomente, wenngleich auch mit schnellen Schrecksekunden dabei. Insgesamt halte ich den Film für Kunst, für eine ganze eigene Art die mir so nie untergekommen ist (ich habe auch das Original nie gesehen) und auf das man sich mal einlassen kann, allerdings kann es für jeden eine gänzlich andere Erfahrung sein.

Fazit: Sehr spezieller Kunstfilm mit einnehmender Stimmung und zu hoher Laufzeit!

Rating: ★★★☆☆

Poltergeist

Gruselige Vorfälle häufen sich um Hause der Familie Freeling als die TOchter Carol Anne Freeling (Heather O’Rourke) durch das Fernsehen Kontakt mit einer fremdartigen Macht aufnimmt. Die einzige Hoffnung scheint das Medium Tangina (Zelda Rubinstein) zu sein …

Ein ja eigentlich namhafter Titel, mit der Beteiligung von Steven Spielberg und dem stetigen Erwähnen wenn es um Horrorklassiker geht. Ich selber habe den Film seinerzeit nie wirklich geschaut und konnte ihn nun auf Netflix nachholen – und merkte bereits in den ersten paar Minuten daß mich der wahre Horror nicht ereilen wird. Schuld war die Anfangsszene in der ein Nachbar mit dem Rad durch eine Straße fährt und die Kinder ihn mit ferngesteuerten Autos verfolgen – die Aufmachung und insbesondere die Musik gaben mir das Gefühl die Goonies zu schauen, was ja nicht schlecht ist, aber eben auch nicht gerade gruselig. Und hierbei liegen dann ja die Schwerpunkte des Films: mit einem langsam hereinschleichenden Grusel in ein normales Familienhaus der völlig unblutig erscheit und mit Effekten angereichert ist die damals spektakulär waren und heute absolut putzig wirken reißt man so nichtgs mehr. Außer eben dem Retro Charme und der berechtigten Anerkennung als Klassiker.

Fazit: Nicht unsympathische, aber kaum mehr effektive Geisterbahnfahrt!

Rating: ★★★☆☆

Wir

Gabe (Winston Duke) und seine Frau Adelaide (Lupita Nyong’o) wollen eigentlich mit ihren Kindern eine schöne Zeit in einem Strandhaus verbringen – dann aber fallen ungebetene Besucher über sie und das Haus her. Schnell erkennen sie mit Schrecken daß die Angreifer Abbilder ihrerselbst sind …

Mit dem Namen des Regisseur, Jordan Peele sind automatisch sehr hohe und fast schon unrealistische Erwarungshaltungen verbunden da viele Leute sein Werk „Get Out“ so derbe abgefeiert haben daß dieser hier von Anfang an nichts weniger sein darf als ein Meisterwerk. Aber man darf in der Tat zufrieden sein: was Jordan hier abliefert ist ein Film mit einer gewissen Einzigartigkeit. Das heißt: ich selber wüßte keinen anderen Titel, kein Referenzwerk auf den ich deuten könnte um zu sagen „ist wie „Wir“. Allerdings muß man mit ein paar Dingen klarkommen: der Film entwirft ein wunderbar schauerliches Szenario, ist aber im Umkehrschluß recht sparsam mit Erklärungen und Begründungen und diejenigen die gegeben werden sind eigentlich eher dürftig. Im Umkehrschluß funktionieren sie aber ungemein, ebenso hat der stimmige Trailer bewußt zurückgehalten mit den späteren Wendungen so daß man ihn ab einem bestimmten Part wirklich ohne Vorwissen sehen kann. Auf dem Sektor erwischt er einen auch ungemein hart, ungemein passend und als eine wirklich eigene Kinoerfahrung.

Fazit: Nicht wirklich plausibel, aber mit eigenständiger Idee und krasser Wirkung!Rating: ★★★★☆

Victor Crowley

Andrew Yong (Parry Shen) hat seine Begegnung mit dem Bayou Butcher überlebt und versucht erfolglos die Geschichte zu Geld zu machen. Da ihm niemand glaubt fährt er mit einem Kamerateam in die Sümpfe um die Legende von Victor Crowley (Kane Hodder) zu beweisen – was sich blutig bewahrheitet …

Fairerweise muß ich sagen daß ich Schlitzer Horrorfilme eigentlich mag und die Figur des Victor Crowley für sich ganz passabel finde, der Serie aber trotzdem nie viel abgewinnen konnte. Ein entstellter Hüne der im Sumpf die Leute wegschlachtet kann man zehn Filme lang ziehen – hier ist es eben nur Nummer vier. Und keine dies gebraucht hat. Einige echt deftige Splattermomente sind drin, die scheinbar auch nicht digital sondern mit schöner Handwerkskunst gelöst wurden, das rechtfertigt einen Blick. Dagegen steht aber eine unglaubliche Blödheit: nicht nur daß der Schurke durch ein youtube Video belebt wird, ebenso sind die Figuren restlos übersteigerte Comic Charaktere bei denen man oftmals recht froh ist wenn der fiese Hackepeter sie aus dem Film tilgt. Das ist selbst für so eine eher „geringere“ Thematik zu bekloppt.

Fazit: Standard Schlitzerfilm mit restlos übertriebenen verblödeten Figuren!

Darkman

Wissenschaftler Payton Westlake (Liam Neeson) forscht an einer künstlichen Haut, leider bringt er nur eine Version zustande die 99 Minuten hält. Dann bricht der brutale Robert G. Durant (Larry Drake) in sein Labor ein und brennt alles nieder. Peyton überlebt schwer verletzt und entstellt und beginnt einen brutalen Rachefeldzug gegen Durant – und muß obendrein seine Freundin Julie (Frances McDormand) beschützen …

Die erste große Kinorolle von Liam Neeson und einer der Titel die ich als Jugendlicher aus dem Fernsehen aufnahm und unzählige Male abspielte (wenngleich in einer geschnittenen Version). Ihn nun nochmal im Prime Angebot zu finden und anschauen zu können brachte dann ein paar ganz netter Erkenntnisse: wie kreativ die Arbeit von Sam Raimi im Grunde ist, wie viele schräge Ideen Kameramätzchen und sonstigen absurden Einfälle hier verarbeitet sind. Ebenso macht Liam Neeson auch in jünger eine sehr gute Figur und ist der Charakter des Darkman ein großartiger Anti Held. Im Gegensatz dazu stehen eigentlich nur die Spezialeffekte die mit stellenweise grausamen Blue Screen Effekten daherkommen. Das sieht man zwar überdeutlich, als typischer Look seiner Zeit aht es aber auch schon wieder einen gewissen Charme …

Fazit: Rabiater und stellenweise sehr schräger Genremix mit Retro Charme

Rating: ★★★★☆