Archiv der Kategorie: Horror

The Hole in the Ground

Sarah O’Neill (Seána Kerslake) zieht mit ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey) in eine Kleinstadt. Nach einem Streit verschwindet Chris im Wald – und kehrt verändert zurück. Sarah erahnt eine unfassbare Bedrohung …

Kinderhorror arbeitet mit einer gewissen Grundangst, nämlich daß das eigene Kind sich irgendwie verändert, daß sich schlimme Erziehungsfehler manifestieren und daß man isoliert ist und sich dazu nicht mitteilen kann. Diese Elemente und auch einige andere sehr bekannte Versatzstücke finden sich allesamt in diesem Film wieder; doch obwohl eigentlich alles altbekannt ist funktioniert es ungemein gut. Weniger ist mehr; das zeigt dieser hier auf großartige Weise: die zwei isolierten Hauptfiguren, der eher dezente Einsatz von Jump Scares und anderen Horrorklischees, all das wird aufrecht erhalten durch eine unfassbar gut getroffene und Stimmige Atmosphäre. Ob man das Ende dann so akzeptieren mag sei jedem selbst überlassen – mit der großartigen Seana Kerslake hat der Film bis dahin eine überragende und restlos überzeugende Hauptfigur.

Fazit: Dämonenkindhorror wie man ihn kennt, ist aber trotz vieler bekannter Elemente ungemein effektiv!

Rating: ★★★☆☆

Operation Overlord

Während des Zweiten Weltkrieges soll eine Gruppe von amerikanischen Fallschirmjägern einen Funkturm zerstören, stürzen aber mit ihrem Flugzeug ab. Doch als ihr Flugzeug abstürzt, finden sie sich tief hinter feindlichen Linien wieder und machen dort eine unfassbar grausame Entdeckung …

Ein dreckig-häßlicher Kriegsfilm in dem US Soldaten in einem Lager landen in dem Nazis arme Opfer zu Zombies umwandeln – das klingt nach unfassbarem Trash. Obendrein erscheint es noch schlimmer wenn man hört daß diese Geschichte nahezu vollkommen ernst und finster vermittelt wird; dabei bietet es sich doch an hier Witz und Übersteigerung einzubringen. Tut man aber nicht und es funktioniert dennoch auf großartige Weise: eben dadurch daß es wie ein typischer Kriegsfilm anfängt und der Übergang ins absurde ganz langsam vorgeht bleibt es hart, spannend und heftig, so daß wahrfe Spannung und nicht mülliger Spaß dabei rum kommt. Mit sehr viel Action, Gewalt und hohem Splatteranteil ist dies einer dieser „Männerabend“ Filme die dann einen großen Spaßfaktor bieten.

Fazit: Zwar humorlos, aber trotzdem ein spannender und blutiger Kriegsstreifen der immer absurder wird!

[rating. $]

Friedhof der Kuscheltiere

Der Arzt Louis Creed (Jason Clarke) zieht mit Frau Rachel (Amy Seimetz) und ihren beiden Kinder Gage (Hugo und Lucas Lavoie) und Ellie (Jeté Laurence) in ein Kleinstädtchen wo er recht schnell erfährt daß ein geheimnisvoller Friedhof existiert von dem die dort begrabenen lebend zurückkehren. Als Ellie ums Leben kommt fasst Louis einen folgenschweren Entschluss …

Dieser Film hat mich durchaus überrascht: die Originalverfilmung und das Buch sind mir bekannt; ich sah allerdings keinen Anlaß die Nummer noch ein weiteres Mal auf einer Leinwand zu sehen. Und ich sah mich bestätigt: die ersten fünfzig Minuten sind relativ identisch, wenngleich manche Plotpunkte anders angegangen werden (im Buch entdeckt die Familie Creed den Friedhof bei einem Ausflug, im Film rennt das Mädchen alleine raus). Ebenso verrücken sich Schwerpunkte, so ist der gute Geist Pascow hier nur auf geringste Auftritte reduziert. Dann kommt es zum fatalen Zwischenfall und ab hier schlägt der Film eine komplett neue Richtung ein: in der letzten halben Stunde ist man auch wenn man die Vorlage kennt in einem neuen, unbekannten Horrorfilm. Daran ist auch nichts verkehrt, man muß es eben nur für sich entscheiden wie man es findet daß sich alle so weit von der Vorlage entfernt. Als solches funktioniert das alles ganz gut, es ist spannend, brutal und mit ein paar fiesen Erschreckern versehen, bleibt aber im Nachhinein nicht lange im Kopf. Und auch wenn es schön ist ein unerwartetes, neues Ende zu sehen – manchmal ist die Orientierung an den Vorlagen besser.

Fazit: Effektiver Horrorfilm der sich mit weiterem Verlauf immer mehr von der Vorlage entfernt!

Rating: ★★★☆☆

Suspiria

Tänzerin Susie Bannion (Dakota Johnson) will eine Ausbildung in Berlin beginnen und findet in Sara (Mia Goth) eine Freundin; ebenso fördert Madame Blanc (Tilda Swinton) schnell gute Leistungen bei ihr. Doch Susie merkt daß an der Schule etwas nicht stimmt und kommt einer unfassbren, übersinnlichen Wahrheitauf die Spur …

Bei diesem Film war mir klar daß er mich vermutlich überfordern würde, daher ließ ich ihn in einer angesetzten Mitternachtsvorstellung aus, schon alleine wegen der Laufzeit. Nach dem Anschauen daheim weiß ich daß das eine richtige Entscheidung war, womit ich nicht sagen will daß das Ding schlecht war. Mir fehlt nur der Zugang. Die Handlung ist im ersten Moment ja simpel, eine Tänzerin beginnt an einer Schule und die dortigen Frauen sind Hexen und schrittweise beginnt das Grauen – das könnte auch der Plot einer simplen Videothekenpremiere sein. Aber hier geht’s anders zu: am Besten fand ich die ganze Atmosphäre in der alles passiert. Draußen das triste Berlin der siebziger Jahre ist perfekt eingefangen, bei den Szenen in der Tanzschule herrscht eine ganz eigenartige Atmosphäre die bestens funktioniert. Ebenso gelingen einige extrem passende ud gute Horrormomente, wenngleich auch mit schnellen Schrecksekunden dabei. Insgesamt halte ich den Film für Kunst, für eine ganze eigene Art die mir so nie untergekommen ist (ich habe auch das Original nie gesehen) und auf das man sich mal einlassen kann, allerdings kann es für jeden eine gänzlich andere Erfahrung sein.

Fazit: Sehr spezieller Kunstfilm mit einnehmender Stimmung und zu hoher Laufzeit!

Rating: ★★★☆☆

Poltergeist

Gruselige Vorfälle häufen sich um Hause der Familie Freeling als die TOchter Carol Anne Freeling (Heather O’Rourke) durch das Fernsehen Kontakt mit einer fremdartigen Macht aufnimmt. Die einzige Hoffnung scheint das Medium Tangina (Zelda Rubinstein) zu sein …

Ein ja eigentlich namhafter Titel, mit der Beteiligung von Steven Spielberg und dem stetigen Erwähnen wenn es um Horrorklassiker geht. Ich selber habe den Film seinerzeit nie wirklich geschaut und konnte ihn nun auf Netflix nachholen – und merkte bereits in den ersten paar Minuten daß mich der wahre Horror nicht ereilen wird. Schuld war die Anfangsszene in der ein Nachbar mit dem Rad durch eine Straße fährt und die Kinder ihn mit ferngesteuerten Autos verfolgen – die Aufmachung und insbesondere die Musik gaben mir das Gefühl die Goonies zu schauen, was ja nicht schlecht ist, aber eben auch nicht gerade gruselig. Und hierbei liegen dann ja die Schwerpunkte des Films: mit einem langsam hereinschleichenden Grusel in ein normales Familienhaus der völlig unblutig erscheit und mit Effekten angereichert ist die damals spektakulär waren und heute absolut putzig wirken reißt man so nichtgs mehr. Außer eben dem Retro Charme und der berechtigten Anerkennung als Klassiker.

Fazit: Nicht unsympathische, aber kaum mehr effektive Geisterbahnfahrt!

Rating: ★★★☆☆

Wir

Gabe (Winston Duke) und seine Frau Adelaide (Lupita Nyong’o) wollen eigentlich mit ihren Kindern eine schöne Zeit in einem Strandhaus verbringen – dann aber fallen ungebetene Besucher über sie und das Haus her. Schnell erkennen sie mit Schrecken daß die Angreifer Abbilder ihrerselbst sind …

Mit dem Namen des Regisseur, Jordan Peele sind automatisch sehr hohe und fast schon unrealistische Erwarungshaltungen verbunden da viele Leute sein Werk „Get Out“ so derbe abgefeiert haben daß dieser hier von Anfang an nichts weniger sein darf als ein Meisterwerk. Aber man darf in der Tat zufrieden sein: was Jordan hier abliefert ist ein Film mit einer gewissen Einzigartigkeit. Das heißt: ich selber wüßte keinen anderen Titel, kein Referenzwerk auf den ich deuten könnte um zu sagen „ist wie „Wir“. Allerdings muß man mit ein paar Dingen klarkommen: der Film entwirft ein wunderbar schauerliches Szenario, ist aber im Umkehrschluß recht sparsam mit Erklärungen und Begründungen und diejenigen die gegeben werden sind eigentlich eher dürftig. Im Umkehrschluß funktionieren sie aber ungemein, ebenso hat der stimmige Trailer bewußt zurückgehalten mit den späteren Wendungen so daß man ihn ab einem bestimmten Part wirklich ohne Vorwissen sehen kann. Auf dem Sektor erwischt er einen auch ungemein hart, ungemein passend und als eine wirklich eigene Kinoerfahrung.

Fazit: Nicht wirklich plausibel, aber mit eigenständiger Idee und krasser Wirkung!Rating: ★★★★☆

Victor Crowley

Andrew Yong (Parry Shen) hat seine Begegnung mit dem Bayou Butcher überlebt und versucht erfolglos die Geschichte zu Geld zu machen. Da ihm niemand glaubt fährt er mit einem Kamerateam in die Sümpfe um die Legende von Victor Crowley (Kane Hodder) zu beweisen – was sich blutig bewahrheitet …

Fairerweise muß ich sagen daß ich Schlitzer Horrorfilme eigentlich mag und die Figur des Victor Crowley für sich ganz passabel finde, der Serie aber trotzdem nie viel abgewinnen konnte. Ein entstellter Hüne der im Sumpf die Leute wegschlachtet kann man zehn Filme lang ziehen – hier ist es eben nur Nummer vier. Und keine dies gebraucht hat. Einige echt deftige Splattermomente sind drin, die scheinbar auch nicht digital sondern mit schöner Handwerkskunst gelöst wurden, das rechtfertigt einen Blick. Dagegen steht aber eine unglaubliche Blödheit: nicht nur daß der Schurke durch ein youtube Video belebt wird, ebenso sind die Figuren restlos übersteigerte Comic Charaktere bei denen man oftmals recht froh ist wenn der fiese Hackepeter sie aus dem Film tilgt. Das ist selbst für so eine eher „geringere“ Thematik zu bekloppt.

Fazit: Standard Schlitzerfilm mit restlos übertriebenen verblödeten Figuren!

Darkman

Wissenschaftler Payton Westlake (Liam Neeson) forscht an einer künstlichen Haut, leider bringt er nur eine Version zustande die 99 Minuten hält. Dann bricht der brutale Robert G. Durant (Larry Drake) in sein Labor ein und brennt alles nieder. Peyton überlebt schwer verletzt und entstellt und beginnt einen brutalen Rachefeldzug gegen Durant – und muß obendrein seine Freundin Julie (Frances McDormand) beschützen …

Die erste große Kinorolle von Liam Neeson und einer der Titel die ich als Jugendlicher aus dem Fernsehen aufnahm und unzählige Male abspielte (wenngleich in einer geschnittenen Version). Ihn nun nochmal im Prime Angebot zu finden und anschauen zu können brachte dann ein paar ganz netter Erkenntnisse: wie kreativ die Arbeit von Sam Raimi im Grunde ist, wie viele schräge Ideen Kameramätzchen und sonstigen absurden Einfälle hier verarbeitet sind. Ebenso macht Liam Neeson auch in jünger eine sehr gute Figur und ist der Charakter des Darkman ein großartiger Anti Held. Im Gegensatz dazu stehen eigentlich nur die Spezialeffekte die mit stellenweise grausamen Blue Screen Effekten daherkommen. Das sieht man zwar überdeutlich, als typischer Look seiner Zeit aht es aber auch schon wieder einen gewissen Charme …

Fazit: Rabiater und stellenweise sehr schräger Genremix mit Retro Charme

Rating: ★★★★☆

Candymans Fluch

Studentin Helen Lyle (Virginia Madsen) erforscht urbane Legenden in Chicago und stößt so auf die Legende des Candyman (Tony Todd), einen Mörder mit einer Hakenhand der jemanden tötet wenn man seinen Namen fünfmal in einen Spiegel spricht. Helen probiert dies aus – und wird in der Tat von einem blutrünstigen Dämon gejagt …

Einer der ersten Filme bei denen ich mich mit Horror beschäftigt habe, einer der wohl als kleiner Klassiker anzusehen ist. Dabei gibt’s einiges was für ihn spricht: die Inszenierung und die Stimmung, gerade erzeugt durch extrem passende Musik, dazu eine sehr stimmungsvolle Mörderfigur. Allerdings muß man selbst erstmal wissen ob man den Hakenschlitzer interessant oder ansurd findet. Ich selber finde ihn verstörend, weniger „greifbar“, aber eben dadurch nicht nur eine typische Horror-Schlitzergestalt sondern ein eigener, tiefer Charakter. Und der Film ist ein Alptraum der die Heldin wie auch den Zuschauer durch ein restlos verstörendes Szenario marschieren läßt, mit relativ geringem Blutanteil und untypischem Ende Was man aber aus heutiger Sicht schätzen sollte: in eienr Szene in der unmengen von Bienen über die Körper der Hauptdarsteller laufen kamen echte Bienen zum Einsatz. Das würde heute digital gelöst …

Fazit: Spezielles Horrormärchen, sicherlich nicht jedermanns Sache!

Happy Deathday 2U

Tree Gelbmans (Jessica Rothe) konnte die Zeitschleife durchbrechen durch die sie an ihrem Geburtstag wiede rund wieder ihren Tod erleben mußte. Doch dann beginnt das Grauen erneut und betrifft diesmal auch Ryan (Phi Vu) und Carter (Israel Broussard). Wieder sind sie auf der Suche nach einem Weg aus dem Teufelskreis auszubrechen …

Wieder einmal ein Sequel daß niemand erwartet, gefordert oder gewünscht hat – aber eins das dennochg erne genommen wird da der Erstling zwar auch nicht gerade das filmische Rad neu erfand, denoch zu einem sympathsichen kleinen Hit wurde. Beim Sequel verschiebt man ein wenig das Genre: es gibt zwar auch hier einen maskierten Mörder dessen Identität enthüllt werden mu, aber das passiert völlig beiläufig und nur nebenbei, ansonsten mixt der Film vorrangig die Bereiche Science Fiction und Comedy. Dabei entsteht ein zwar restlos bekloppter, aber über manche Strecken unterhaltsamer Mix. Mit nahezu allen relevanten Darstellern des ersten Teils, einem ähnlichen Look und einigen netten Ideen macht der Film bemerkenswert Spaß, allerdings nur wenn man bereit ist bei dem Quatsch das Hirn entsprechend auszuknispen. Und wie man das Grundszenario findet in dem er ddie ganze Geschichte neu aufrollt … nun, ich war zufrieden, ich kann aber auch verstehen wenn es manch anderem zu blöd ist. Dennoch: Spaß ist vorhanden und mit Jessica Rothe hat der Film einmal mehr eine großartige Heldin von der man mehr sehen mag.

Fazit: Absurder Genremix, erfreulich blutarm, aber irgendwo unentschlossenw as er denn erzählen will!