Archiv der Kategorie: Horror

Mary Shelleys Frankenstein

Victor Frankenstein (Kenneth Branagh) ist besessen davon künstliches Leben zu erschaffen. Durch ein grausames Experiment erschafft er so eine untote Kreatur (Robert DeNiro) deren Erschaffung aber bald furchtbare Folgen hat …

Zu diesem Film habe ich ein unsachliches Verhältnis: als ich jung war und anfing mich für Film zu interessieren konnte ich diese meist nicht sehen, ich besaß aber eine Cinema in der über diesen sehr aufwendig berichtet wurde. Den Artikel konnte ich fast auswendig aufsprechen, den Film sah ich Jahre später, mit einer solchen Erwartungshaltung der er nicht gerecht werden konnte. Nun, nach einem Rewatch bin ich etwas gnädiger da ich verstehe was Kenneth Brannagh als Regisseur und Hauptdarsteller vorhatte. Zwei Jahre vorher war mit „Dracula“ bereits ein Horrorklassiker ins Kino gebracht worden der diesen als epischen Augenschmaus aufbereitet hatte, das Gleiche war wohl hier vorgesehen. Vorrangig sollte es aber auch um die Person Frankenstein gehen und weniger um den damit verbundendn Horror: es ist im Kerne eine Drama um einen Mann der das Sterben von geliebten Menschen nicht ertragen kann und aus diesem Grund versucht Leben zu erschaffen – mit eben furchtbaren Folgen. Die so erschaffene Kreatur wird von Robert DeNiro eindrucksvoll und bedrohlich gegeben, trotzdem dürften Zuschauer die hier auf Horror hofen eher enttäuscht werden. Es ist wie eine Oper, eine groß ausgestattete Gruselnummer mit hohem Dramaanteil daß aus heutiger Sicht fast schon unter „Kostümschinken“ zu verbuchen ist.

Fazit: Sehr bemüht und sehr dicht am Buch mit großem Aufwand und Getöse!

Countdown

Krankenschwester Quinn (Elizabeth Lail) installiert eine App die angeblich ihren Todestag voraussagen kann. Als ihr nur noch wenige Tage prophezeit werden und merkwürdiges in ihrem Umfeld passiert begibt sie sich auf die Suche …

Ich habe in meiner eigenen Jugendzeit Teenagerhorror sehr gemocht, stelle aber fest daß das Genre heute kaum mehr mit Vertretern präsent ist. Die wenigen Filme die es gibt (Werke wie „Polaroid“ oder „Wahrheit oder Pflicht“) fallen dann auch entsprechend austauschbar und nicht erwähnenswert aus. Leider gehört „Countdown“ in diese Liste der Banalität. Die Grundidee ist noch ok, sie ergibt eine nette Partyunterhaltung ob man sich diese App wirklich herunterladen würde. Abgesehen davon kriegt man unblutigen Mysterygrusel in der ein paar seichte Charaktere durch die Gegend rennen und vor einem mystische Monster fliehen. Das ist banal, langweilig und baut auf eine so endlose Serie an Jumpscares daß es geradezu dreist ist. Ebenso wird die übersinnliche Komponente genutzt um die unoriginellen Gruselmomente noch etwas unberechenbarer zu machen, was auch an kreativer Armut liegen mag … für ein junges Publikum oder dem Streaminggucker sollte sowas reichen, im Kino hat das eigentlich kaum mehr was zu suchen.

Fazit: Völlig verzichtbare Klischeepackung die sich in endlosen Jumpscares ergeht!Rating: ★★☆☆☆

Bloodrayne 3 – The Third Reich

Im Zweiten Weltkrieg möcten die Widerstandskämpfer Nathaniel (Brendan Fletcher), Vasyl (Willam Belli) und Magda (Annett Culp) gegen deutsche Soldaten unter der Leitung von Brandt (Michael Paré) angehen. Dabei kommt ihnen allerdings Halbvampirin Rayne (Natassia Malthe) überraschend zu Hilfe …

Bei diesem Film finde ich die Entstehungsgeschichte interessanter als den Film selbst. Boll war nämlich dabei die Darsteller, die Kostüme und alles andere für gleich zwei Filme zu verwenden und drehte diese simultan: einerseits eben diesen, auf der anderen Seite die Parodie „Blubberella“. Den logistischen Kraftakt dahinter finde ich viel beeindruckender als das Werk selbst. Ansonsten ist es eben das was es ist: einer der Boll Filme für die er seinen Ruf weg hat. Bei denen er aber auch offen dahintersteht und zugibt daß er sowas nur fürs Geld gemacht hat mit dem er sich dann eben andere Werke ermöglicht hat. Immerhin bedient er sich bei sich selber: er setzt seine tapfere Vampirin die er schon in den anderen Filmen gezeigt hat wieder ins Zentrum, ändert aber eben das Setting: nachdem Teil 1 im Mittelalter spielte und Teil 2 im Wilden Westen erfolgt der dritte Teil während des Zweiten Weltkrieges. Das bringt aber nur ein neues Umfeld mit sich, ansonsten sind alle bekannten Daten wieder da: die gleichen Darsteller, die gleiche holprige Darstellungsweise, einige Gewaltexzesse … und ein absurdes Schauen das sowas wirklich gemacht wurde.

Fazit: Albernes Vampirgemetzel in Nazi-Optik!

 

Bloodrayne 2 – Deliverance

Rayne (Natassia Malthe) ist eine Mischung aus Mensch und Vampir und damit ein Daywalker. Ihr Ziel ist es aber den Untoten den Garaus zu machen. Daher sucht sie im Wilden Western nach Vampir-Boss Billy the Kid (Zack Ward) – und erhält Hilf von Sheriff Pat Garret (Michael Pare) und seiner Getreuen …

Uwe Boll hat daraus nie einen Hehl gemacht: Filme wie diesen hat er nicht wegen „Kunst“, sondern nur des Geldes wegen gemacht. Und mit ihrem kleinen Budget haben sie dennoch ein gewisses Maß an Umsatz erreicht, daher schob er hier seiner Videospielverfilmung „Bloodrayne“ noch einen Teil hinterher. Die halbwegs prominente Kristanna Loken stand ihm dabei als Darstellerin nicht mehr zur Verfügung, daher springt Natassia Malthe ein und gibt die schnetzelnde Vampiri. Ebenso neu ist das Umfeld in dem es spielt: war Teil 1 n einer Art Mittelalter und Fantasywelt geht Teil 2 in den Wilden Westen. Und dort hetzt Boll dann die vertrauten Nasen aufeinander: wer sich ein wenig mit dem Schaffen von Boll auskennt erkennt reihenweise Darsteller die immer in seinen Filmen erscheinen (wie Zack Ward und Michael Pare). Und die liefern eben die Leistungen die man von ihnen gewohnt ist: eine ganz simple Gut gegen Böse Story mit ein paar Schießereien, ein paar blutigen Szenen und keinerlei Überraschungen. Eben genau die Form von billigen Videothekenschnetzlern die man so mit einem Auge wegschaut, aber schon beim Abspann im Kopf löscht.

Fazit: In jeder Hinsicht billiger Metzelfilm dem man seine zahlreichen Macken irgendwie nicht vorwerfen mag!

Underwater – Es ist erwacht

Eine mehrköpfige Crew zu der auch Norah (Kristen Stewart) gehört wird auf eine Unterwasserstation verlegt um dort die Tiefseeforschung voran zu treiben. Durch ein Seebeben gerät die Mannschaft schnell in tödliche Gefahr – doch ebenso scheint ein unheimliches Wesen zum Leben erwacht zu sein …

Wenn der Untertitel zum Spoiler wird: eigentlich würde die im Trailer präsentierte Grundsituation schon für einen spannenden Film reichen: eine Bohrstation in 11 km Tiefe erleidet einen Zwischenfall und schweren Schaden und die wenigen Überlebenden sind nun bemüht irgendwie zu überleben und an die Oberfläche zu gelangen. Allerdings gibt es anscheinend draußen auf dem Meeresboden übersinnliche Wesen die ihnen nach dem Leben trachten … gut, da ist nichts dran was man nicht schon kennt, man fragt sich halt nur welches der vielen bekannten Szenarien hier gewählt wurde. Schade eigentlich da der Survivalpart sehr gut beginnt: der Crash passiert gleich in Minute zwei oder drei, das Tempo ist hoch … leider verliert man dann schnell den Überblick. Die armen Säue müssen einen schwierigen Weg gehen und hinter sich bringen,leider ist man sowohl überfragt was den Weg an sich geht noch kann man bei der düsteren und hektischen Inszenierung irgendwie folgen. Man ist genau so ratlos wie die Hauptfiguren. Ratlos war ich auch bei der Rolle von T.J Miller der als Witzbold das Szenario auflockern soll und gänzlich scheitert. Und was den Monsterpart angeht … der ist ebenso solide, aber ebenso unnütz. Wie der ganze Film: simpel und solide auf ausgelatschten Pfaden.

Fazit: Hoch spannend, aber ohne nennenswerte Charaktere und mit allen Wendungen von der Schablone!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=f7iwJNv7WdU&t=33s

Cujo

Donnas Trenton (Dee Wallace) steckt ohnehin in großen Eheproblemen, aber dann gerät sie mit ihrem Sohn Tad (Danny Pintauro) in eine lebensgefährliche Lage: der eigentlich liebenswürdige Hund Cujo hat sich Tollwut eingefangen und mutiert zur rasenden Bestie – und setzt sie beide hilflos in einem liegengebliebenen Auto fest …

Stephen King Geschichten sind nicht nur Horror, sehr oft nimmt Kleinstadtleben und die Betrachtung der Lebensumstände einen großen Teil ein. Hier kommt für mich der Horror erst im letzten Drittel wenn Muter und Tochter von dem bösen Hund belagert werden, vorher war es mehr ein Ehedrama in dem eine Frau fremdgegangen ist und die Ehe kriselt … und dann kommt eben die Extremlage mit dem Hund. Eigentlich ist das alles kaum mehr gruselig, die Vorstellung selbst in dieser Lage zu stecken ist natürlich schlimm, aber ein Szenario in dem die Figuren bei hellem Sonnenschein von einem Hund angekläfft werden bring eigentlich keinen mehr ins Schwitzen. Daher geht der Film trotz einiger blutiger Momente eben als kleiner, namentlich populärer Klassiker durch den man als Stephen King Fan kennen sollte, ansonsten wohl auch heute als netten Spannungsfilm sehen kann.

Fazit: Mehr die Betrachtung einer kriselnden Familie als blutiger Hundehorror!

House of the Dead

Auf der „Isla del Morte“ findet die größte Raver Party der Welt statt. Auch eine Gruppe College Studenten mit Liberty (Kira Clavell), Greg (Will Sanderson), Karma (Enuka Okuma) und Alicia (Ona Graue) werden vom Fährmann Kirk (Jürgen Prochnow) zur Insel gebracht. Allerdings gibt es auf der Insel blutgierige Zombies die ein Massaker unter den Jugendlichen anrichten …

Da ist mir wohl ein Fehler passiert der aber dann nichts machte: ich habe versehentlich die „Funny Version“ beim DVD Verleih bestellt. Das heißt dies war zwar schon der Film, aber mit albernen, kindlichen Effekten, Furzgeräuschen, dümmlichen Einblendungen oder extra unpassenden Dialekten versehen. Das macht zwar Spaß, aber der Film an sich ist schon ein solches Trashfest daß es nur zum Lachen ist. Uwe Boll selbst hat nie einen Hehl draus gemacht daß er die Nummer nur fürs Geld gemacht hat, diese absolut billige, alberne Zombieschlachtplatte an der so gesehen nichts stimmt. Die Story ist dümmlich, die Darstellung ein Krampf und die Effekte sehen aus wie aus der Portokasse bezahlt, von inhaltlichen Absurditäten ect. Ganz zu schweigen. Aber trotzdem: irgendiwe strömte da so ein leichter Charme von 90er Jahre Billigfilm durch welches mich persönlich irgendwie angesprochen hat. Langweilig wars nicht und ls spaßiger Trashfilm hats sicherlich schon machen lustigen Filmabend ergeben.

Fazit: Unfassabr schlecht, aber auf seine Weise auch kurzweilig und amüsant!

Between Worlds

Truckerfahrer Joe (Nicolas Cage) hat Frau und Kind verloren und trauert. Da rettet er Julie (Franka Potente) scheinbar das Leben – allerdings ist sie spirituell veranlagt und versucht durch ein Ritual Kontakt zu ihrer Tochter zu bekommen. Allerdings steckt dort noch mehr dahinter …

Das man an Nicolas Cage File keine hohen Erwartungen setzen sollte ist kein Geheimnis, ein wenig Neugier kommt aber dennoch vor. In diesem Fall vorrangig durch die Besetzung, da die weibliche Hauptrolle von Franka Potente gespielt wird. Das Cover auf dem Cage vor einem Flammenhintergrund steht und die Story daß es sich um eine Geschichte zwischen Diesseits und Jenseits handelt erweckt zumindest kurzzeitig den Eindruck daß der Film etwas mehr Budget hatte … was sich aber schnell erledigt. Dies ist wieder einmal ein günstig produzierter Cage Streifen in mülligem, trashigen Look der vorrangig in einem Haus und einem Krankenhaus spielt. Die Story ist simpler Mysterymüll der allerdings in der ersten haben Stunde sehr interessant ist weil man da noch nicht weiß worauf die Fantasygrütze hinauslaufen soll. Ab der Enthüllung wird’s dann immer abgedrehter, aber nicht besser oder spannender. Auf dem Level einer kleinen, unscheinbaren Direct to DVD Premiere geht es wohl völlig in Ordnung.

Fazit: Alberner Gruseltrash mit Cage in amüsanter, prolliger Hauptrolle!

Doctor Sleep

Danny Torrance (Ewan McGregor) ist inzwischen erwachsen, aht ein Problem mit dem Alkohol und ebenso die besondere Fähigkeit des Shinings. Dies nutzt er um in einem Hospiz um die Patienten zu trösten – schon bald wird es aber gebraucht um gegen die Sekte „Der Wahre Knoten“ anzugehen …

Ich hatte nie eine besondere Anbindung an „Shining“, respektiere aber seinen Stellenwert als Klassiker. Trotzdem hätte e sfür mich keinen weiteren Teil gebraucht, auch wenn es ein Buch dazu gibt. Immerhin ist dieser Film kein Neuaufguss sondern eine ganz eigene Story die eben nur auf bekannte Elemente setzt. Bein einer Lauflänge von 152 Minuten werden dabei drei verschiedene Handlungsstränge angesetzt die sich lange Zeit nicht berühren. Die Story ist ok, aber sehr speziell, erklärt nicht alles und dürfte sich einem Mainstreampublikum eher entziehen. Die Aufzählung zum Horrorfilm paßt auch nicht völlig; aes gibt zwar ein paar Elemente, aber am Ende fällt der Film wohl mehr unter Mystery mit ein paar Gruselmomenten. Es funktioniert aber, vorrangig auch durch die gute Besetzung und eine entsprechende Atmosphäre. An das Original kommts nicht ran, aber das war nicht zu erwarten.

Fazit: Überlange Gruselnummer mit extrem dichtem Showdown!
Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Ji1OUupQL5o

The Silence

Bei  New Jersey attackieren parasitäre Insekten eine Kolonie von Fledermäusen wodurch diese blutrünstig werden. Die taube Teenagerin Ally (Kiernan Shipka) und ihre Familie werden angegriffen und fliehen in einen Wald wo sie verzweifelt einen Weg in Sicherheit suchen …

Ich verstehe das nicht: der Film ist in den meisten Ländern direkt auf Netflix erschienen, in Deutschland hat man sich an einer Kinoauswertung versucht. War man darauf aus bei der fast identischen Story noch ein paar Zuschauer aus dem Fährwasser von „A Quiet Place“ abzufischen? Dürfte kaum funktioniert haben. Grundlegend verkehrt ist der Film dann zwar nicht, arbeitet aber eben mit dem bekannten Motiv daß ein paar Menschen in furchtbaren Umständen überleben müssen und dabei keinen Laut von sich geben dürfen. Das auffälligste dabei ist der kalte, ausgewaschene und farbarme Look der fast wie Sepia erscheint. Ansonsten bleibt es bei banalen, harmlosen und braven Erschreckern die fürs heimische Spfa aber ausreichen.

Fazit: Kleine Horrornummer ohne nennenswerte Figuren und im Fährwassereines anderen dümpelnd!

Rating: ★★☆☆☆