Archiv der Kategorie: Filme

Filme

Das krumme Haus

Privatdetektiv Charles (Max Irons) kehrt aus dem Zweiten Weltkrieg zurück und hört von seiner Verlobten Sophia (Stefanie Martini) das deren Großvater umgekommen ist. Da Sphia erst heiraten mag wenn der Fall geklärt ist beginnt Charles mit den Ermittlungen …

Ich habe mich nie entscheidend mit den Werken von Agatha Christie befasst; ebenso wenig mit den Verfilmungen. Lediglich „Mord im Polarexpress“ ist mir untergekommen, aber wohl auch nur dadurch daß der Film zu einem entsprechenden Hit hochstilisiert wurde. Das mag der Grund sein warum dieser hier nun für die Leinwand verarbeitet wurde der mir wie eine sehr gebremste Version des Zugkrimis erscheint: ein freundlicher und aufrichtiger Detektiv ermittelt in einem Haus voller schräger Charaktere und sucht dort einen Mörder. Es werden in langen, ruhigen Dialogen mehr und mehr exzentrische Charaktere aufgebaut, Hinweise gestreut und so fügt sich nach und nach ein Gesamtbild. Das erschien mir oftmals eher langweilig weil mir die Figuren trotz populärer Darsteller eher unangenehm vorkamen, mag aber durchaus sein Publikum finden. Christies Geschichten scheinen zwar nicht nennenswert aktuell zu sein, kommen aber solide konstruiert und durchdacht daher.

Fazit: Passabler Krimi mit exzentrischen Figuren und krassem Ende.

Climax

Eine Tanzgruppe macht eine große Feier bevor es auf große Tour gehen soll – dann entdeckt Selva (Sofia Boutella) daß die ganze Gruppe heimlich unter Drogen gesetzt wurde. Dadurch entwickelt sich die Nacht zu einem Wahnsinn aus Begierde und Gewalt …

Das ist dann wohl ein Kunstfilm? Erklärt mir warum ich nichts damit anfangen kann, wenngleich ich ihn trennen möchte: einerseits wegen dem erzählten Stoff der einfach nur daraus besteht daß eine Party aus dem Ruder läuft und eine Menge tanzender Leute durchdrehen. Das funktioniert für mich nahezu gar nicht weil ich ihnen vorher lange beim tanzen zusehe, dann aufgrund einiger hektischer Dialoge aber keine wirkliche Figuren habe mit denen ich mich identifizieren könnte. Dafür ist der Film dann bei seiner schrittweisen Reise in den Wahnsinn eine Wucht: man kann ihn wie ein langes Musikvideo sehen und empfinden, man kann auch versuchen sich von der Stimmung mitreißen zu lassen oder nach wenigen Minuten entnervt ausmachen. Geht alles. Für mich hat das eigentliche halt nicht gut funktioniert

Fazit: Eigensinniger Spezialtitel der nur wenigen zugänglich ist!

The Hole in the Ground

Sarah O’Neill (Seána Kerslake) zieht mit ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey) in eine Kleinstadt. Nach einem Streit verschwindet Chris im Wald – und kehrt verändert zurück. Sarah erahnt eine unfassbare Bedrohung …

Kinderhorror arbeitet mit einer gewissen Grundangst, nämlich daß das eigene Kind sich irgendwie verändert, daß sich schlimme Erziehungsfehler manifestieren und daß man isoliert ist und sich dazu nicht mitteilen kann. Diese Elemente und auch einige andere sehr bekannte Versatzstücke finden sich allesamt in diesem Film wieder; doch obwohl eigentlich alles altbekannt ist funktioniert es ungemein gut. Weniger ist mehr; das zeigt dieser hier auf großartige Weise: die zwei isolierten Hauptfiguren, der eher dezente Einsatz von Jump Scares und anderen Horrorklischees, all das wird aufrecht erhalten durch eine unfassbar gut getroffene und Stimmige Atmosphäre. Ob man das Ende dann so akzeptieren mag sei jedem selbst überlassen – mit der großartigen Seana Kerslake hat der Film bis dahin eine überragende und restlos überzeugende Hauptfigur.

Fazit: Dämonenkindhorror wie man ihn kennt, ist aber trotz vieler bekannter Elemente ungemein effektiv!

Rating: ★★★☆☆

Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile

Ted Bundy (Zac Efron) ist nach außen hin ein netter Kerl; führt aber ein Doppelleben in dem er reihenweise Frauen ermordet. Seine Freundin Elizabeth Kloepfer bekommt zwar eine böse Ahnung, findet aber kein Gehört …

Ist es falsch einen Serienmörder menschlich darzustellen? Nein, finde ich nicht. Im Gegenteil: indem er „normal“ und menschlich präsentiert wird kommt für mich die Glaubwürdigkeit dazu. Und auch der Film mag Zac Efron in der Hauptrolle mögenswert zeigen – wahre Sympathie kommt dabei nicht auf. Eher ein glaubwürdiges Bild davon wie der Mann auf seine Umgebung gewirkt haben mag und warum keiner darauf kam was für ein bösartiges Monstrum er war. Im Film werden die Gewalttaten ausgespart; die Geschichte Bundys wird sprunghaft in wesentlichen Punkten zusammengefasst – aber auch ohne ausufernde Gewaltakte zu präsentieren funktioniert das Grauen bestens. Mir selber geht die Ernsthaftigkeit etwas verloren wenn ich Jim Parsons als Ankläger sehe, aber das ist wohl nur nebensächlich: diese Ausarbeitung des Themas ist einen Blick wert.

Fazit: Erschreckend freundliche Darstellung eines grausamen Täters!
8rating: 4]

Under the Silver Lake

Sam (Andrew Garfield) lernt die eigenartige Sarah (Riley Keough) kennen – nach einer gemeinsamen Nacht ist sie aber verschwunden. Doch sie hat ihm Hinweise hinterlassen so daß er auf eine merkwürdige Reise durch Los Angeles geht um sie zu finden …

Ein junger Mann sucht eine Frau, streicht durch die Gegend, sammelt Hinweise und kommt einem absurden Geheimnis auf die Spur. Das ist kein wirklicher Thriller, kein wirklicher Krimi, es ist eher eine Stimmung – und zwar eine die mich nicht wirklich erreicht hat. Ich war überrascht darüber wie viele Szenen draußen im sonnendurchfluteten hellen Setting spielen, das hätte ich mir dunkler erwartet, ansonsten hat mir Andrew Garfield sehr gut gefallen. Dies ist wieder ein Kunstfilm der nicht für die breite Masse taugt, aber ein eingeschränktes, spezielles Publikum. Ich gehöre nicht dazu.

Fazit: Eigensinniger Kunstfilm der sich nicht jedem auftut!

Hellboy – Call of Darkness

Hellboy (David Harbour) ist ein halber Dämon der seine Fähigkeiten aber hat im Kampf gegen das Böse einsetzt. So soll er sich der Hexe Nimue (Milla Jovovich) entgegenstellen – doch die braucht gerade ihn für ihren finsteren Plan …

Es ist zwar unfair, aber unvermeidlich wenn man diesen Film mit den beiden Ron Perlman Versionen vergleicht; und in dieser Gegenüberstellung kommt die neue Fassung definitiv nicht sonderlich gut weg. Für sich alleine genommen ist man mit dem Werk zwar nicht restlos zufrieden, aber vielleicht doch passabel bedient. Der Held hat nicht wirkliche Tiefe, es reicht aber ihn als sprüchekloppenden Monsterjäger mit einigen guten Onelinern zu begleiten. Die Story ist eine reine Blaupause um die zahlreichen Actionszenarien aneinander zu reihen, die Actionszenen sind brachial, aber mit bescheidenen Spezialeffekten, die Nebenfiguren bleiben Nebenfiguren und gehen nicht über Abziehfiguren hinaus und Milla Jovovich gibt eine unfassbar langweilige Antagonistin ab. Daß der Film deutlich zu lang ist dürfte ebenso außer Frage stehen, trotzdem kann man ihn als lauten und simplen Actionkracher durchaus erträglich finden. Aber eben keinen Deut mehr.

Fazit: Kein Vergleich zu den früheren Werken, sondern einfach nur laute Comicaction mit zuweilen guten Sprüchen!

Niemandsland – The Aftermath

1946 zieht der britische Colonel Lewis Morgan (Jason Clarke) mit seiner Frau Rachael (Keira Knightley) und seinem kleinen Sohn nach Hamburg um. Aus Mitleid läßt er den Vormieter Stefan Lubert (Alexander Skarsgård) und dessen traumatisierte Tochter ebenso dort wohnen. So kommen sich zwei Familien mit unterschiedlichem Kriegserleben langsam näher …

Mich stört es nur bedingt wenn ein Film keine sehr aufwendige Story hat. Dieser hier hat eigentlich nur eine Situation: kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges leben eine deutsche und eine britische Familie in einem Haus zusammen, beide von dem was passiert ist schwer getroffen und traumatisiert. Eigentlich wäre das schon spannend genug zu sehen wie diese Menschen Wege finden und beschreiten müssen um sich näher zu kommen, leider ergänzt der Film dies ab der Hälfte um einen altbekannten Plot der dem Film zwar nicht das Genick bricht, aber eben doch in eine sehr routinierte Richtung führt. Da sist schade weil die drei Hauptfiguren dabei wunderbar gezeichnet sind und man ein glaubhaftes Bild davon bekommt welche Vorgeschichten und welches Leid und Kummer diese mit sich rumschleppen. Dazu gibt’s noch diverse kleine Nebenplots die aber unerheblich für das Finale sind. Einziges Manko: Keira Knightley nehme ichs nicht ab daß sie eine Person ist die in der damaligen Zeit leben soll, dazu wirkt soe zu modern.

Fazit: Schmerzhaftes Drama dessen Twist nach 50 Minuten den Film in eine zu gewöhnliche Richtung zieht!
Rating: ★★★☆☆

 

Unicorn Store

Malerin Kit muß gegen ihren Willen einen Bürojob annehmen. Ein dort erteilter Job führt sie in einen merkwürdigen Job in dem ein in Pink gekleideter Verkäufer (Samuel L. Jackson) ihr anbietet einen Traum zu erfüllen und ihr ein Einhorn zu geben …

Der Film erscheint zwei Jahre nach seiner Herstellung auf Netflix: ich nehme an das kommt weil er von Brie Larsson ist und sie die Hauptrolle spielt – zusammen mit Samuel L. Jackson. Damit ist das Team aus „Kong Skull Island“ und „Captain Marvel“ wieder vereint und natürlich ein optimales Werbeaushängeschild. Der Film der dann dabei rumkommt fällt eben genau in die Netflixkategorie „ein kleiner, harmloser Film“ über eine Frau die mit ihrer verträumten Art nicht in diese sachliche Welt passt, dann aber durch mysteriöse Weise etwas unglaubliches geboten bekommt, nämlich die Aussicht auf ein eigenes Einhorn, und durch das was sie dafür tun muß langsam doch erwachsen wird. Das hätte man alls etwas lustiger und fröhlicher machen können, gerät aber hier zu einem Mischwesen aus Drama und Fantasy dem etwas die Leichtigkeit fehlt. Anständig gespielt und inszeniert ist das alles und man merkt eben auch daß es kein Titel für die große Leinwand war sondern eine kleine Fingerübung von Brie Larsson als Regisseurin. Und als Netflixtitel der Woche geht das in Ordnung.

Fazit: Unscheinbare kleine Regiearbeit der es etwas an Magie fehlt, die aber passabel ausfällt.

Rating: ★★★☆☆

Operation Overlord

Während des Zweiten Weltkrieges soll eine Gruppe von amerikanischen Fallschirmjägern einen Funkturm zerstören, stürzen aber mit ihrem Flugzeug ab. Doch als ihr Flugzeug abstürzt, finden sie sich tief hinter feindlichen Linien wieder und machen dort eine unfassbar grausame Entdeckung …

Ein dreckig-häßlicher Kriegsfilm in dem US Soldaten in einem Lager landen in dem Nazis arme Opfer zu Zombies umwandeln – das klingt nach unfassbarem Trash. Obendrein erscheint es noch schlimmer wenn man hört daß diese Geschichte nahezu vollkommen ernst und finster vermittelt wird; dabei bietet es sich doch an hier Witz und Übersteigerung einzubringen. Tut man aber nicht und es funktioniert dennoch auf großartige Weise: eben dadurch daß es wie ein typischer Kriegsfilm anfängt und der Übergang ins absurde ganz langsam vorgeht bleibt es hart, spannend und heftig, so daß wahrfe Spannung und nicht mülliger Spaß dabei rum kommt. Mit sehr viel Action, Gewalt und hohem Splatteranteil ist dies einer dieser „Männerabend“ Filme die dann einen großen Spaßfaktor bieten.

Fazit: Zwar humorlos, aber trotzdem ein spannender und blutiger Kriegsstreifen der immer absurder wird!

[rating. $]

Friedhof der Kuscheltiere

Der Arzt Louis Creed (Jason Clarke) zieht mit Frau Rachel (Amy Seimetz) und ihren beiden Kinder Gage (Hugo und Lucas Lavoie) und Ellie (Jeté Laurence) in ein Kleinstädtchen wo er recht schnell erfährt daß ein geheimnisvoller Friedhof existiert von dem die dort begrabenen lebend zurückkehren. Als Ellie ums Leben kommt fasst Louis einen folgenschweren Entschluss …

Dieser Film hat mich durchaus überrascht: die Originalverfilmung und das Buch sind mir bekannt; ich sah allerdings keinen Anlaß die Nummer noch ein weiteres Mal auf einer Leinwand zu sehen. Und ich sah mich bestätigt: die ersten fünfzig Minuten sind relativ identisch, wenngleich manche Plotpunkte anders angegangen werden (im Buch entdeckt die Familie Creed den Friedhof bei einem Ausflug, im Film rennt das Mädchen alleine raus). Ebenso verrücken sich Schwerpunkte, so ist der gute Geist Pascow hier nur auf geringste Auftritte reduziert. Dann kommt es zum fatalen Zwischenfall und ab hier schlägt der Film eine komplett neue Richtung ein: in der letzten halben Stunde ist man auch wenn man die Vorlage kennt in einem neuen, unbekannten Horrorfilm. Daran ist auch nichts verkehrt, man muß es eben nur für sich entscheiden wie man es findet daß sich alle so weit von der Vorlage entfernt. Als solches funktioniert das alles ganz gut, es ist spannend, brutal und mit ein paar fiesen Erschreckern versehen, bleibt aber im Nachhinein nicht lange im Kopf. Und auch wenn es schön ist ein unerwartetes, neues Ende zu sehen – manchmal ist die Orientierung an den Vorlagen besser.

Fazit: Effektiver Horrorfilm der sich mit weiterem Verlauf immer mehr von der Vorlage entfernt!

Rating: ★★★☆☆