Archiv der Kategorie: Tragikkomödie

Table 19 – Liebe ist fehl am Platz

Eloise (Anna Kendrick) geht zur Hochzeit einer alten Freundin und landet am dortigen Tisch 19. Sie weiß daß alle dort sitzenden Personen nur aus Höflichkeit eingeladen und eigentlich unerwünscht sind – und trotz anfänglichen Problemen beginnt sie sich ungeöhnlich gut mit ihren Sitznachbarn zu verstehen …

„Der Frühstücksclub“ trifft auf „Vier Hochzeiten und ein Tode3sfall“ – eine sehr merkwürdige Kombination. BEi einer Hochzeit treffen eine Handvoll Leute aufeinander die allesamt aus geringfügigen Gründen eingeladen und an den letzten Tisch drappiert wurden und ausgerechnet dort finden sie ein wenig zueinander – das streift die Genres Drama und Komödie. Leider stimmt das Mischverhältnis nicht so richtig. Einereits hat der FIlm die klassischen Gags und Slapstick MOmente wie sie bei Hochzeitsfilmen gerne genommen werden und wie sie immer wieder vorkommen, auf der anderen Seite traurige und „ernsthafte“ Momente die in den Gesprächen aufkommen, allerdings ist der Wechsel von zu lustig zu viel zu ernst mitunter etwas drastisch. Trotzdem gibt es sympathische Figuren und manche sehr bewegende, emotionale Augenblicke die richtig gut passen. Mit seiner minimalen Lauflänge tut er ohnehin nicht weh.

Fazit: Kleiner, sympathischer Genremix, trotz altbekannter Elemente im weitesten Sinne in Ordnung!Rating: ★★★☆☆

Tschick

Der aus gutem Haus stammende Maik Klingenberg (Tristan Göbel) ist ein Außenseiter in seiner Klasse und lebt relativ isoliert. Dann aber kreuzt Tschick (Anand Batbileg) seinen Weg der gerade ein Auto gestohlen hat – und gemeinsam brechen sie zu einer Fahrt mit unbestimmtem Ziel durch Ostdeutschland auf …

Sei ein gefühlvoller Road Trip! SEI EIN GEFÜHLVOLLER ROAD TRIP! Dieser FIlm wirkte auf mich als hörte ich eben diese Stimme die das gesagte immer wieder laut ausruft. SEI EMOTIONAL, MITREIßEND UND GEFÜHLVOLL! Was ich schade dabei finde ist daß der Film durchaus einige sehr gute Aspekte und Ansichten hat, aber eben zu bemüht ist eben all jene zu erfüllen und sie nicht „natürlich“ wirken. Die beiden Hauptfiguren sind zwar gut gespielt, aber für mich nicht ausreichend aufgebaut (Tschick etwa der sich in wenigen Szenen vom rauhen Proll zum netten Kumpel mausert); Situationen die sich aufbauen und ebenso verpuffen und vieles was am Ende offen bleibt, nicht beleuchtet wird oder unbeantwortet bleibt, außerdem störe ich mich daran daß die Fahrt der beiden eigentlich keinerlei Sinn ergibt bzw. kein reales Ziel hat. Einige Szenen funktionieren trotzdem sehr gut, der Film ist schön anzusehen und geht letztlich auch weitestgehend in Ordnung. Trotzdem ist es eben schade weil hier zuviel erzwungen wird und dabei zuviel ungenutzt auf der Strecke bleibt.

Fazit: Zu bemüht gefühlvoll zu sein so daß das Resultat an vielen Stellen nicht überzeugt

Rating: ★★★☆☆

SMS für dich

Auch zwei Jahre nach dem Tod ihrer großen Liebe ist Clara (Karoline Herfurth) noch nicht darüber hinweg und auch ihre beste Freundin Katja (Nora Tschirner) versucht vergebens ihr neuen Mut zu machen. Ihren Kummer versucht Clara loszuwerden indem sie sms an die alte Nummer ihres Freundes schreibt. Die kommen aber beim Journalisten Mark (Friedrick Mücke) an der von den Nachrichten ungemein fasziniert ist …

Hier spielt bei mir wohl die Sympathie eine unangebracht große Rolle: ich mag Karoline Herfurth sehr gerne und halte sie darstellerisch wie menschlich für eine der erfreulichsten Gestalten des deutschen Kinos, daher finde ich es auch interessant zu sehen wie  eine Regiearbeit von ihr ausfällt; des weiteren find ich auch Nora Tschirner meistens echt Klasse und feiere den Film schon alleine für ihre FIgur ab die als liebenswerte Mitbewohnerin ihrer Freundin mit Herz und Witz zur Seite steht. Ansonsten macht HErfurth hier auch sehr viel richtig: sie macht einen kleinen, gefühlvollen Film der eben einfach nur eine einfache RomCom darstellt, auf diesem genannten Sektor aber alle Ansprüche erfüllt: es ist witzig, aber nie zu albern, wenn es mal traurig wird ist das auch emotional, aber frei von Kitsch und selbst wenn das meiste auf absehbaren Pfaden verläuft ist es stets humorig und unterhaltsam. Das Genre wird dieser Film sicher nicht neu erfinden, aber er belegt sehr wohl das Herfurth sioch durchaus öfters mal auf einen Regiestuhl begeben darf.

Fazit: Geglückter Regieeinstand von Karoline Herfurth mit Herz, Witz und Emotion!
Rating: ★★★★☆

Trainwreck – Datin Queen

Bereits als Kind bekam Amy (Amy Schumer) von ihrem Vater Gordon (Colin Quinn) eingeredet daß Monogmie nicht funktioniert und lebt als Erwachsene auch nach dieser These. Ihr Leben daß von einem One Night Stand zum nächsten verläuft ändert sich als sie den berühmtenAaron Conners (Bill Hader) interviewen muß und sich auch mit ihm einlässt. Nun ist sie im Zwiespalt ob sie ihrer Linie treu bleiben oder doch etwas riskieren soll …

Bei dem Namen Judd Apatow wer dich immer skeptisch: das ist auch so einer der stetig gute Kritiken einfährt obwohl mir seine Filme meist nicht sonderlich zusagen. Ebenso bedenklich: die miten Filme verkaufen sich mittels Trailer als extrem witzig, sind dann aber meistens nur bis zur Mitte unterhaltsam und fröhlich um dann in Ernsthaftigkeit abzudriften. Aber hier wars dann doch irgendwie anders: der Trailer sah zu keinem Zeitpunkt hysterisch aus und ich stellte mich von Anfang an auf einen ernsten Streifen ein. Und genau den bekam ich: auch wenn es immer mal wieder einen Schmunzler oder irgendein Klischee aus einer typischen RomCom gibt, der Film ist im eigentlichen die Beobachtung einer beziehungsgestörten Frau die versucht eine Verbindung zu einem Mann aufzubauen. All das geht genießlich und ruhig, mit der gelungen Balance zwischen Spaß und Ernst von Statten. Insofern: kein Meilenstein, aber mehr als ich von Apatow erwartet hätte.

Fazit: Ruhiger Film mit realistischen Figuren und zum Teil echt krassen Dialogen
4 Punkte

Unfinished Business – Big Business – Außer Spesen nichts gewesen

Dan Trunkman (Vince Vaughn) hatte die Nase voll für die undankbare  Chuck Portnoy (Sienna Miller) zu arbeiten und gründet ein eigenes Unternehmen namens Apex Select. Während sich die privaten Probleme häufen hat er aber die Möglichkeit in Berlin einen Deal abzuwickeln, zusammen mit seinen Kollegen Mike Pancake (Dave Franco) und Timothy McWinters (Tom Wilkinson). Allerdings erweist sich die Reise als restlos chaotischer Trip und der erhoffte Erfolg droht in weite ferne zu rücken … i

Ich gebe zu, ich hatte keine nennenswerten hohen Ansprüche an diesen Film – aber ein wenig mehr hätte es dann doch sein dürfen. Irgendwie hab ich den Grundton des Films nicht kapiert oder falsche Erwartungen: Vince Vaughn ist eigentlich mehr der Botschafter für netten Klamauk, aber eben kaum mehr und einen solchen Film hatte ich erwartet. Irgendwie rutscht das fertige Resultat ein wenig zwischen die Genres. Eine Komödie über ein paar kleine Geschäftsmänner die sich mit einem Geschäftsgiganten anlegen, eine Familienkomödie und alles mit leichtem Dramaanteil: wie ein bunter Genrecocktail dessen Komponenten sehr unstimmig abgemischt sind. Und mich nervt Dave Franco wie die Hölle: warum mußte der zu einem solchen debilen Knaben deklassiert werden der zwar kindlich naiv, aber so nervtötend daherkommt daß man schreien möchte. Einzige sonstige Highlights sind ein ausführlicher Blick auf Berlin welches der Film wundervoll als Kulisse nutzt und ein deutscher Darsteller der zum Ende hin ein nettes Cameo liefert. Aber für einen stimmigen Film reichts hinten und vorne nicht.

Fazit: das war nix: trotz guter Besetzung kann scih der Film nicht festlegen was er sein will und fährt voll gegen die Wand.
2 Punkte

St. Vincent

Die alleinerziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) zieht mit ihrem Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) nach Brooklyn. Da Maggie viel arbeiten muß bittet sie den griesgrämigen Nachbarn Vincent (Bill Murray) auf ihren Sohn achtzugeben. Obwohl dieser sich mit allerhand komischen Leuten herumtreibt und eigentlich völlig ungeeignet erscheint entwickelt sich zwischen Vincent und Oliver eine tiefe Bindung …

Bill Murray alleine gegen einen unbesiegbaren Gegner: seinen Synchronsprecher! Im Ernst, die Stimme des Mannes der ja auch TomHanks spricht hat ja insbesondere bei „Illuminati“ schwer gelitten, aber gerade hier merkt man wieder daß derjenige kaum mehr Power im Sprachorgan hat. Schade, denn es dämpft ein wenig diesen Film, auch wenn der vor originellen Ideen nicht gerade trotzt. Wieder einmal wird ein auf den ersten Blick als untauglich erscheinender alter Sack zum Ersatzvater für einen schüchternen Jungen und letztlich profitieren beide von der Beziehung. Trotzdem funktioniert es hier großartig, die Mischung aus Drama, Gefühl und ein wenig Komik stimmt perfekt und wenn es zum schnulzigen Finish kommt nimmt man auch das dem Film garnicht so furchtbar übel. Vor allem da (trotz der lausigen Synchro) Bill Murray ein weiteres Mal einen ganzen Film großartig dominiert hat.

Fazit: Kleines Juwel, nichts für die Masse abe trotzdem humorige und gefühlvolle Unterhaltung!
Rating: ★★★★☆

Besser als nix – Gestorben ist noch jeder

Tom (François Goeske) hat eine große Leidenschaft zu Gothic und fällt in seinem kleinen Heimatörtchen extrem auf – obendrein kommt er mit seinem Vater (Wotan Wilke Möhring) nicht klar. Ausgerechnet ein Job bei einem Bestattungsunternehmen ordnet sein Leben, zumal er dort  Sarah (Anna Fischer) kennenlernt. Dann aber stirbt ein ihm nahestehender Mensch …

Deutsches Kino erreicht nahezu nie den Geschmack der breiten Masse – hat aber gerade für uns manchmal das Glück extrem lebensnah zu sein. In diesem Falle zwar nicht für mich persönlich, die Geschichte eines Jugendlichen der nicht so richtig weiß wo es mit ihm im Leben hingehen soll und der dann an einem ungewöhnlichen Ort ein wenig Halt und Sicherheit findet kann ich auf meine eigene Lebenssituation nicht anwenden. Trotzdem zeigt der Film das gezeigte Umfeld und Problem gefühlt authentisch und glaubwürdig. Auf pechschwarze Megagags wartet man ebenso vergebens, der Film geht ruhig vor und haut ein paar Lacher raus, alles in allem hat der Film aber einen traurigen Grundton. Aber ebenso durchsetzt von einem Hauch Optimismus. Das ist eben einer dieser Titel den nur wenige zum anschauen bekommen, diejenigen die ihn dann aber schauen wissen so ein Werk meistens sehr zu schätzen.

Fazit: Deutsches Filmwerk das zwar sicherlich keine Blockbusterqualitäten hat, aber sehr viel sehr richtig macht!
Rating: ★★★☆☆

A Long Way Down

Silvesternacht in London. Vier Menschen die vorhaben Selbstmord zu begehen treffen auf den gleichen Hochhausdach aufeinander: Ex Moderator Martin Sharp (Pierce Brosnan), Hausfrau Maureen (Toni Collette), die im Leben verlorene Jess (Imogen Poots) und der todkranke J.J (Aaron Paul). Die vier schließen einen Pakt bis zum Valentinstag weiterzumachen und zu versuchen ihr Leben in den Griff zu kriegen. Dann allerdings wird das Fernsehen auf den Pakt aufmerksam …

Schade, ich bin enttäuscht: die Voraussetzungen waren doch garnicht mal schlecht: zum einen der Cast, bei dem mit Pierce Brosnan, Imogen Poots, „Breaking Bad“Star aaron Paul und Toni Collete eigentlich für jeden ne Identifikationsfigur dabei sein sollte. Das Thema fällt irgendwo zwischen dramatisch und schwarzhumorig und der Umstand daß es aus der Feder von Nick Hornby stammt ist ebenfalls ein Pluspunkt. Und am Ende ist dabei kein wirklich schlechter Film rausgekommen, aber eben ein sehr gefälliger und langweiliger. Irgendwie wird nach der kreativen Eröffnungsszene aus der guten Situation nicht viel gemacht und kaum einer der Beteiligten bekommt eine wirklich erwähnenswerte Charakterentwicklung die man nicht voraussehen kann. Lediglich die Schlußszene regt zum Schmunzeln an, aber das macht wenig. Für Freunde ruhiger Tragikomödien ists sicher nett und lohnend, aber ansonsten wird dieser Film maximal bei diversen VoD Portalen geklickt werden.

Fazit: Nette Idee, aber nur schwache Umsetzung
Rating: ★★☆☆☆

Silver Linings

Pat Solitano (Bradley Cooper) ist Ende dreißig und leidet unter Depressionen, Gründe dafür sind der Verlust seines Jobs und seiner Frau. Daher verkriecht sich Pat bei seiner Mutter (Jacki Weaver) und seinem Vater (Robert de Niro), wobei diese hoffen dass er so bald wie möglich wieder auf eigenen Füßen steht. Da begegnet er Tiffany (Jennifer Lawrence), die vom Tod ihres Mannes belastet ist und vereinbart mit ihr dass sie ihm hilft seine Frau zurück zu holen .dafür soll Pat ihr beizeiten einen speziellen Gefallen tun …

KEIN Fallvon Etiketteschwindel, woh aber ein Fall bei dem man recht schnell falsche Vorstellungen und Erwartungen hat: die Story klingt nach ner simplen RomCom und sowohl das Cover wie auch die Darsteller lassen fluffiges Wohlfühlkino erwarten. Ganz so leicht ist es dann aber doch nicht: der Film stellt anspruchsvolles und hochwertiges Schauspielerkino da. Wenn auch die grobe Rahmenhandlung eine Liebesgeschichte ist liegt der Schwerpunkt doch auf dem Dramaaspekt und den zwei Hauptfiguren, zwei Menschen die schlimme Erlebnisse hinter sich haben und an ihrem Frust und Kummer kaputtgehen. Das wird dann auch sehr ausführlich gezeigt, dass diese beiden nicht nur ein wenig schlecht gelaunt sind oder sonst wie lustig spinnen, sondern wirklich restlos kaputt sind was zu einigen sehr heftigen Situationen und Momenten führt. Ob die Oscarnominierungen dafür wirklich nötig waren ist Ansichtsache, nicht zu bezweifeln ist das hie absolute Könner und Fachmänner am (Schaupiel)werk waren. Der Film selber ist glaube ich an den Kassen nicht so rasend gut weggekommen, aber trotzdem: wer’s mal versucht wird vielleicht nicht die federleichte Unterhaltung rausbekommen die man erwarten könnte, wohl aber brauchbare und gute Unterhaltung.

Fazit: Tragische Lovestory bei welcher der Fokus mehr auf dem Kummer denn auf der Schmonzette liegt!
Rating: ★★★☆☆

Jeff der noch zu Hause wohnt

Den recht durchschnittlichen Pat (Ed Helms) hat die Midlife-Crisis voll erwischt. Als er sich deshalb einen Sportwagen kaufen möchte verbietet ihm seine Frau Linda (Judy Greer) dieses – woraufhin sich Jeff in die fixe Idee verrent dass sie ihn betrügt. Dabei schließt er sich mit seinem  Bruder Jeff (Jason Segel) zusammen, der immer noch bei seiner Mutter Sharon (Susan Sarandon) im Keller lebt.  Gemeinsam beginnen sie die vermeintlich Untreue auszuspionieren …

Merkwürdiger Film: man merkt ja manchmal an der Art und der Inszenierung was möglich ist und kann sich seine Erwartungen danach ein wenig zurechtlegen. In diesem Film hat man eigentlich ein sehr „reales“ Gefühl: wenn hier einer seine Frau beim vermeintlichen Fremdgehen ertappt wird sich keine schräge oder lustige Entwicklung oder slapstickhafte Verwechslung ereignen. Und wenn ein etwas debiler Kerl glaubt auf einer göttlichen Mission zu sein wegen eines Filmes und eines Zufalls … dann ist er einfach nur ein debiler Kerl der spinnt. Oder? Dies ist der schmale Pfad auf dem der Film wandelt und der erst zum Ende hin enthüllt worum es geht. Davor weiß man nicht so richtig was man da eigentlich gerade schaut: einen seltsamen Film der zwischen diversen Genres schwankt und wandelt, keines so richtig bis zum Ende hin ausführt. Die Darsteller kennt man größtenteils aus recht schrägen, bizarren Rollen und Sitcoms und hätte man in einem solchen Film der eher ernsthaft orientiert ist gar nicht so erwartet. Aber das ist in der Tat die Stärke dieses Streifens: weder die Darsteller noch die finale Entwicklung hätte man so erwartet und auch nicht dass man über solch große Strecken mit einem recht herzlichen Lächeln dasitzt. Wobei dies auch eher eine Independentperle ist die eher von weniger Leuten „gepflückt“ wird.

Fazit: Merkwürdiger Mix aus Lächeln und Trauer, durchsetzt von Wehmut und Kummer
Rating: ★★★☆☆