Archiv der Kategorie: Thriller

Sweet Girl

Familienvater Ray Cooper (Jason Momoa) muß hilflos den Krebstod seiner Frau (Adria Arjona) mit ansehen. Als er beginnt einem Pharmaunternehmen unangenehme Fragen dazu zu stellen geraten er und Tochter Rachel (Isabela Merced) in Gefahr …

Eine Netflix Neuveröffentlichung bei der schnell alles klar ist: eine simple Rächerstory über einen Vater der nach erlittenem Unrecht gegen einen Pharmakonzern vorgeht, Jason Momoa als wuchtiger Held der sicherlich die ein oder andere passende Bemerkung parat hat und dazu „Dora The Explorer“ Isabela Merced die wahrscheinlich die niedliche „Damsel in Distress“ gibt … passt also alles. Stimmt nur leider nicht. Der Film erweist scih als ein trauriger Mix aus Drama und Thriller, liefert mit Momoa (der wirklich ergreifend spielt) einen armen Helden der alles was passiert nicht will und hat zwar Actionpassagen drin, doch ergeben sich diese aus den Umständen und sind nicht locker flockig oder spaßig inszeniert. Die Story von Konzernmachenschaften durch die „kleine Leute“ in die Enge geratgen ist dabei nicht neu, aber stetig interessant und ergreifend. Obendrein feuert der Film nach zwei Dritteln einen heftigen Twist raus den man so nicht erwartet hat. Insofern: es ist ein einfacher Netflix Film, dort aber definitiv in der „gehobenen“ Klasse.

Fazit: Trauriger Thriller mit hohem Dramaanteil und verblüffendem letzten Drittel!
Rating: ★★★★☆

Brawl in Cell Block 99

Boxer Bradley (Vince Vaughn) verliert seinen Job als Auto-Mechaniker und liegt in den letzten Zügen seiner Ehe. Ein Job als Drogenkurier bringt ihn schließlich ins Gefängnis – dort soll er eine Reihe gefährlicher Aufträge ausführen …

Manchmal haben Regisseure einen vollständig eigenen, unverwechselbaren Stil. S. Craig Zahler ist wohl so jemand, da dieser Film bei jedem anders ausgesehen hätte. Die Story könnte auch aus einem plumpen Actionfilm stammen und Vince Vaughn einen tumben Schläger spielen der sich durchprügelt – aber das ist meilenweit vom Resultat entfernt. Der Film ist zwar lang, wirkt aber extrem kurzweilig und mit Vince Vaughn hat man eine zwar unterkühlte, aber strike Figur die sich nüchtern und zielstrebig voran bewegt. Die Härte und Burtalität einiger Kampfsequenzen fordert alles ab und das krasse Ende setzt da noch einen entsprechenden Pluspunkt.

Fazit: Etwas speziell und fordernd, aber ebenso knallhart und krass. Kein simpler Actionfilm …

Rating: ★★★★☆

Cortex

Als Hagen (Moritz Bleibtreu) entsetzliche Albträume bekommt wirkt sich daß auf sein Umfeld aus.Seine Frau Karoline (Nadja Uhl) geht mit dem Kleinkriminellen Niko (Jannis Niewöhner) eine Affäre ein die alles verändert …

Ein wahrer Mindfuckfuckfuck … den ich mir vorrangig aus Neugier und Sympathie gegeben habe. Ich bin kein Fan von Moritz Bleibtreu, habe aber Respekt vor ihm und seiner Art und fand es darum spannend was er rausholt wenn er auf dem Regiestuhl sitzt. Eigentlich sollte ich es nicht sachlich bewerten da ich nach nicht allzu langer Zeit aus dem Film geflogen bin. Der stetige Perspektivwechsel, inklusive Zeitsprünge und Traummomente haben mich schlichtweg überfordert so daß ich ab einem bestimmten Twist nur noch ratlos zugeschaut habe. Das wurde zwar am Ende besser wenn die Stories wieder zusammen finden, aber über die meiste Zeit war ich ebenso unverständig wie interessiert. All das wird aber von dichter Atmosphäre und solidem Schauspiel zusammengehalten, wie auch dem fehlen falscher Schaueffekte. Insofern: Bleibtreu auf dem Regiestuhl ist hochinteressant.

Fazit: Inhaltlch sehr fordern, atmosphärisch überaus dich!

The Courier – Der Spion

Oleg Penkovsky (Merab Ninidze) ist ein Geheimdienstoffizier in der Sowjetunion und nimmt Kontakt zur CIA-Agentin Emily Donovan (Rachel Brosnahan) auf um einen Ausbruch des Kalten Krieges zu verhindern. Dabei wird Vertreter Greville Wynne (Benedict Cumberbatch) zur wichtigsten Figur des Austauschs …

Es gibt Helden in der Geschichte von denen man nie etwas hört oder die man nie als solche erkennt Auch ich habe von den beiden Hauptfiguren so nie etwas gehört, daher war mir deren reales Schicksal nicht bekannt und ich konnte den Film wie einen Thriller anschauen. Dabei geht’s langsam los, mit der sich aufbauenden Freundschaft zwischen Regierungsmann und Geschäftsmann, dem langsamen Schmuggeln von Daten was sich dann in eine immer größere Risikolage wandelt. Dabei ist die Stimmung zu beginn noch recht locker, nimmt aber dann zunehmend zu und mündet in ein brutales Dramafinish. Die Hauptfiguren stehen dabei unter stetiger Spannung,auch wenn dies nur gezeigt werden kann durch Szenen in denen jemand bibbernd in seinem Büro sitzt o.ä. Cumberbatch legt bei seinem Spiel auch seine typischen Marotten ab und spielt eine angemessene, sachliche Figur deren Erlebnisse im letzten Drittel schocken können. Insbesondere weil man beide sehr mögen lernt und ihnen einen anderen Weg wünschen würde. An dem was diese beiden Männer ertragen haben ändert der Film nichts, schön aber daß deren Leistungen so immerhin eine Art Denkmal gesetzt wird.

Fazit: Krasses Drama und ein dezentes Hohelied auf zwei wichtige Männer die unglaubliches geleistet haben!

Rating: ★★★★☆

The Woman in the Window

Dr. Anna Fox (Amy Adams) lebt gerne zurückgezogen und für sich alleine – und ntzt doch jede Gelegenheit um ihre Nachbarn auszuspionieren. So beobachtet sie allerdings auch einen gewaltsamen Vorgang in einem Nachbarhaus. Allerdings zweifelt sie selsbt an ihrer Wahrnehmung …

Hier wird ein einfaches, altbekanntes Prinzio auf Filmlänge gezogen: wir haben eine unzuverlässige Hauptfigur und erleben die Dinge wie sie diese wahrnimmt. Dabei können wir aber keinen Funken Vertrauen aufbringend a die Figur labil ist, halluziniert und wir somit dem erlebten keinen Glauben schenken dürfen. Dieses Verwirrspiel, was ist wahr, was ist falsch, was nehmen wir durch die Figur anders auf ect. Ist das Herzstück womit sich der Film auf seine Lauflänge zieht. Mit einer starken Amy Adams in der Hauptrolle und ein paar prominenten Nebenfiguren (Gary Oldman, Julianne Mooore, Anthony Mackie) kommt somit schon ein solider Film raus, aber eben auch nichts was lange im Kopf bleibt. Zumal durch das kammerspielartige Umfeld keinerlei Schauwerte bietet.

Fazit: Solides Zusammenrühren bekannter Versatzstücke!

 

Grand Isle

Ein junger Mann (Luke Benward) findet bei einem Sturm Obdach im Hause von Walter (Nicolas Cage) und Fancy (KaDee Strickland). Dabei kommt er jedoch den düsteren Geheimnissen des Paares auf die Spur …

In meinem stetigen Versuch alle Nicolas Cage Filme einmal gesehen zu haben gab ich mich auch an diesen hier ran, zum Glück war ich durch die zahllosen Nieten die ich schon abbekommen hatte soweit vorbereitet daß ich nicht den Hauch von Erwartungen an den Streifen setzte. Eigentlich fragt man sich doch immer nur: ist Cage gut oder böse, die Frage erklärt der Film aber recht schnell. Und man wundert sich: wie irre darf er aufspielen? In diesem Falle wohl eher wenig, seine Figur hier ist ein unsympathischer Widerling der vereinzelt mal aufdrehen darf, aber die richtigen Ausraster felhlen. Ebenso wie sonstige Darsteller die nennenswert wären oder eine lohnende Story. Die Geschichte in der ein Handwerker von einem Ehepaar in fiese Versuchungen geführt wird krankt an lohnenden Anteilen. Letztlich also: Cage Billigware von einem endlos langen Fließband.

Fazit: Wie auf TV Niveau produzierter Minithriller mit kaum nennenswerten Anteilen!

Rating: ★☆☆☆☆

Outbreak – Lautlose Killer

Der Virologie Daniels (Dustin Hoffman) wird nach Zaire gerufen um einen Ausbruch eines tödlichen Virus zu untersuchen. Er stellt schnell fest daß es sich um ein gefährliches, schnell übertragbares und absolut tödliches Virus handelt – und dies bereits bis in eine amerikanische Kleinstadt vorgedrungen ist …

Ich sah diesen Film 1995 im Kino, dann ein paar Jahre später nochmal im Fernsehen und nun über 20 Jahre lang garnicht. Ihn nun nochmal mit der Kenntnis der Coronasituation anzusehen gibt ihm natürlich eine ganz andere Dimension. Wobei man hier kein Werk das unfassbar viel prophezeit hat schaut, sondern einfach einen sehr aufwendigen und gut gemachten Thriller: unter der begabten Regie von Wolfgang Petersen  läuft hier eine Riege an Stars auf, beginnend mit Dustin Hoffmanm Cuba Gooding Jr., Donald Sutherland, Morgan Freeman, Kevin Spacey und Rene Russo. Die Story um den Stopp einer sich verbreitenden Krankheit, der Rettung einer betroffenen Stadt und ein paar militärischen Intrigen welche in heftigen Actionsequenzen gipfelt ist guter, solider Standard den man heute vielleicht etwas zu wehmütig sieht weil sich der ganze Film anders anschaut, anfühlt und aussieht als er in einem heutigen Titel wirken würde. Ebenso erkennt man in einzelnen Sequenzen die Greenscreen Effekte. Trotzdem kriegt der ganze Film einen ganz fiesen Beigeschmack: eine Szene in der ein paar Rednecks aus den Sicherheitsbeschränkungen ausbrechen lässt einen ungewollt an Querdenker denken, ebenso sind die Abläufe wie die Krankheit sich hier verbreitet und Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden unglaublich nah an einem realen Verlauf. Das gibt diesem für sich nur gut unterhaltsamen Film eine ganz andere, fiese Dimension.

 

Fazit: Spannender Thriller mit Top Cast dem die realen Umstände nach langer Zeit einen echt fiesen Beigeschmack verleihen.

Fatman

Chris Cringle (Mel Gibson) arbeitet mittlerweile sogar fürs Militär um irgendwie über die Runden zu kommen – und der enttäuschte 12-jährige Billy (Chance Hurstfield) hetzt einen Profikiller namens Skinny Man (Walton Goggins) auf ihn …

Die Story klang nach einer abgedrehten Komödie: ein Junge wird vom Weihnachtsmann enttäuscht und engagiert einen Auftragsmörder um Santa zur Strecke zu bringen. Obendrein spielt ein sichtlich gealterter Mel Gibson den Weihnachtsmann, der ja durchaus das Potential hat eine solche Rolle mit Charisma und Humor auszfüllen. Aber von diesen Erwartungen erfüllt sich nichts: der Film nimmt sich und seine komische Handlung bierernst und ist am Ende kaum mehr als ein generischer Gangsterfilm mit bleihaltigen Einlagen bei der zwar ein paar nette Shootouts vorkommen, aber kaum charismatische Figuren oder eine nennenswerte Handlung. Schade, da der Gedanke daß der Weihnachtsmann seine Logistik fürs Militär bereitstellt durchaus ein paar nette Ansätze inne hat.

Fazit: Nette Idee, aber ein blutleerer, bleicher und nicht fokussierter Film!

Running with the Devil

Drogenkönig The Boss (Barry Pepper) engagiert The Cook (Nicolas Cage) um zu ermitteln was mit einer verschwundenden Kokainlieferung passiert ist. Dabei hilft ihm sein Partner The Man (Laurence Fishburne) …

In der Verpackung sieht es ganz gut aus mit Gesichtern wie Cage und Fishburne auf dem Cover – sobald man reinschaut erkennt man aber was man für eine Mogelpackung gezogen hat. Der Film wirft eine große Anzahl an Figuren auf von denen keine interessant ausfällt und, wenn Fishburne direkt mit einer Masturbationsszene beginnt und nachher mit ein paar Prostitutierten loslegt sieht man daß hier Figuren aus der übelsten Schreibsorte hat. Dabei nimmt Cage auch in der ersten Hälfte nichtmal viel Screentime ein sondern kommt erst in der zweiten Hälfte richtig auf – allerdings nimmt ihm der Film die Chance sein typisches Overacting auszuleben. So bleibt ein simpler Gangsterfilm in dem reihenweise unsympathische Schmutzfüsse beschäftigt sind sich über den Tisch zu ziehen und sich blutig wegzumurksen. Spannung kommt nicht auf und nutzlos aufgetürmte Leichenberge sind auch kein Grund dies hier anzuschauen. Höchstens daß man viele bekannte B Darsteller sieht die sich hier versuchen über wasser zu halten.

Fazit: Bitterschlechter Gangsterfilm auf billigem Level und Darstellern in nervtötenden Rollen!

Rating: ★☆☆☆☆

Run

Die Beziehung von Chloe (Kiera Allen) und ihrer Mutter Diane (Sarah Paulson) ist unnatürlich eng – so sehr daß es an Obession klingt. Irgendwann beginnt Chloe die Dinge zu hinterfragen …

Der Feind in meinem Haus, in diesem Fall sogar noch schlimmer: wenn die eigene,fürsorgliche Muter sich als pure Bedrohung erweist. Mit einer solchen Grundprämisse haben schon einige Filme sehr gut gearbeitet, warum nicht auch dieser? Sarah Paulson spielt eine Rolle die ihr sehr liegtm aber ihr Image als Teifelsfrau so sehr zementieren könnte daß sie kaum mehr eine „nette“ Rolle abkriegen könnte. Der Fokus liegt trotzdem auf Kiera Allen welche das unschuldige Opfer spielt die in ihrem geordneten Leben langsam Risse entdeckt und nach und nach enthüllt daß sie in den Händen einer Wahnsinnigen ist. Daraus entstehen zahllose Spannungssituationen die oftmals mit wenig auskommen, etwa einer Klettersituation auf einem Dach oder der reinen Konfrontation bei der eben die eine Person im Rollstuhl sitzt. Leider baut der Film in diese clevere und spannende Geschichte einige Wendungen und Momente ein die arg konstruiert wirken – da sinkt es dann auf TV Thriller Niveau. Trotzdem ist dies am Ende ein hervorragender,kurzweiliger und effektiver Spannungsfilm.

Fazit: Teilweise auf bewährten Pfaden, aber dennoch hoch spannend!

Rating: ★★★★☆