Archiv der Kategorie: Thriller

Run

Die Beziehung von Chloe (Kiera Allen) und ihrer Mutter Diane (Sarah Paulson) ist unnatürlich eng – so sehr daß es an Obession klingt. Irgendwann beginnt Chloe die Dinge zu hinterfragen …

Der Feind in meinem Haus, in diesem Fall sogar noch schlimmer: wenn die eigene,fürsorgliche Muter sich als pure Bedrohung erweist. Mit einer solchen Grundprämisse haben schon einige Filme sehr gut gearbeitet, warum nicht auch dieser? Sarah Paulson spielt eine Rolle die ihr sehr liegtm aber ihr Image als Teifelsfrau so sehr zementieren könnte daß sie kaum mehr eine „nette“ Rolle abkriegen könnte. Der Fokus liegt trotzdem auf Kiera Allen welche das unschuldige Opfer spielt die in ihrem geordneten Leben langsam Risse entdeckt und nach und nach enthüllt daß sie in den Händen einer Wahnsinnigen ist. Daraus entstehen zahllose Spannungssituationen die oftmals mit wenig auskommen, etwa einer Klettersituation auf einem Dach oder der reinen Konfrontation bei der eben die eine Person im Rollstuhl sitzt. Leider baut der Film in diese clevere und spannende Geschichte einige Wendungen und Momente ein die arg konstruiert wirken – da sinkt es dann auf TV Thriller Niveau. Trotzdem ist dies am Ende ein hervorragender,kurzweiliger und effektiver Spannungsfilm.

Fazit: Teilweise auf bewährten Pfaden, aber dennoch hoch spannend!

Rating: ★★★★☆

Semper Fi

Cal (Jai Courtney) ist vorbildlicher Polizist der auch ein Reservist der Marine ist. Während er jedoch in einen furchtbaren Kriegseinsatz ziehen muß landet sein Bruder Oyster (Nat Wolff) im Gefängnis …

Ich habe nichts gegen Jay Courtney, der Mann hat es nur drauf sehr durchschnittliche Filme anzuliefern und obendrein hat er mit „Terminator Genysis“ sowie „Stirb langsam 5“ in zwei von mir sehr geschätzten Franchises eher unrühmliche Auftritte abgeliefert. Daher bin ich von Anfang an skeptisch einen Film mit ihm als Protagonist zu schauen, obendrein einen Film bei dem mir schlechte Kommentare vorarb um die Ohren flogen. Eine Weile lang konnte ich dies aber nicht verstehen, da der Film einfach eine Handvoll Soldaten zeigt die hr Leben miteinander verbringen, ein paar Konflikte untereinander zeigt und ans sich recht kurweilig ausfällt. Dann merkte ich aber nach einiger Zeit daß mir ganricht bewußt ist worauf die Nummer überhaupt hinauslaufen soll und zum Ende hin hatte ich einen Film gesehen der wieder mal diverse Plots und auch Genres anreißt, aber sich für keinen festen Weg entscheidet und dabei auch nichts ans Ende packt für das man sich die Laufzeit antun muß. Ein bißchen Soldatenfilm, ein wenig Thriller und einen Actionanteil der gegen Null geht (auch wenn man Courtney mit der Wumme aufs Cover packt) ergeben hier einen Titel den man als Stream-Fülltitel nehmen kann – aber nicht als wirklich Highlight daß einen Kinostart brauchte.

Fazit: Streckenweise unterhaltsam, aber letztlich ein Mix aus diversen Richtungen ohne konkretes (Story) Ziel!

Rating: ★★☆☆☆

Der weiße Hai

Im Badeort Amity Island kommen mehrere Menschen am Stand ums Leben. Während der Bürgermeister (Murray Hamilton) aus Angst vor finanziellen Verlusten den Betrieb weiterlaufen läßt glaubt Polizeichef, Martin Brody (Roy Scheider) an Angriffe eines Hais …

Mir ist aufgefallen daß ich den Film nie ganz und am Stück gesehen habe und obendrein las ich in einer Zeitung einen Artikel darüber wie katastrophal hier die Dreharbeiten verlaufen sind – daher wollte ich ihn mir doch mal anschauen. Und ich stelle fest: ja, man kann den Film nach 45 Jahren wohl nicht mehr als restlos gruselig ansehen. Alleine die letzten vierzig Minuten in denen drei Männer auf eine lange, langsame Haijagd gehen dürfte heute eher als langweilig abgestempelt werden. Trotzdem sah ich den Film mit Spaß und Respekt: die Musik, die Regie und vieles was hier Original ist, aber später oft nachgemacht wurde beigeistern, ebenso wie Roy Scheider als Held. Klar, der Haizahn der Zeit hat ganz schön dran genagt, trotzdem steht dieem Film sein hoher Rang in der Filmgeschichte nicht zu Unrecht zu.

Fazit: Mit recht ein stets aufs neue zitierter Film!

Unhinged – Außer Kontrolle

In totaler Eile gerät Rachel (Caren Pistorius) an einer Ampel in einen Konflikt mit einem Fremden (Russell Crowe). Allerdings ist dies erst der Beginn eines Alptruams: der Fremde beginnt sie und ihr Umfeld zu terrorisieren um endlich „wahrgenommen“ zu werden …

Diesem Film kam eine kleine Sonderbedeutung zu die aus den Umständen seiner Veröffentlichung entsprang: in der Phase der Pandemie, nachdem die Kinos im Sommer 2020 nur schrittweise wieder öffneten war dies einer der ersten Filme die mit etwas mehr Aufwand produziert warenund in dieser Zeit rauskamen. Besonders erwähnenswert fällt er nicht aus, aber ebensowenig kann man klagen. Eine junge Mutter die wegen einer Nichtigkeit mit einem Psychopathen aneinander gerät, ein paar Verfolgungsjagden und kleine Gewaltspitzen und Russel Crowe als fette Mördersau sind aber scon Komponenten mit denen man was anfangen kann. Obendrein geht der Film soweit daß er den Straßenverkehr als Streßauslöser benennt was auch ein spannender Ansatz ist. Am Ende ist spannend wohl das passenste Wort für diese Film. Ein kleiner Thriller mit soliden Komponenten, extrem kurzweilig und passabel, aber ohne lange Verweildauer im Kopf.

Fazit: Konventioneller, kleiner Thriller – nicht mehr oder weniger!

Rebecca

Mrs. de Winter (Lily James) beginnt in Manderley ein neues Leben an der Seite von Witwer Maxim de Winter (Armie Hammer) – allerdings bieten die neue Umgebung und die finstere
Haushälterin Mrs. Danvers (Kristin Scott Thomas) einige Unsicherheiten …

Ich bin nicht grundlegend gegen Remakes (vor allem nicht in einem Falle wie hier bei dem 80 Jahre vergangen sind). Ich schätze es wenn ein guter Stoff s in eine zeitgemäße Umsetzung geformt wird und so einem neuen Publikum zugänglich gemacht wird welches sonst nie damit in Berührung gekommen wäre. Im Falle von Rebecca heißt dies: es ist eine Buchverfilmung die bereits im Jahre 1940 durch Alfred Hitchcock umgesetzt wurde, jetzt kann man die Geschichte mit populären Gesichtern wie Armie Hammer, Lilly James und Dame Kristin Scott Thomas neu anschauen. Allerdings ist der Film dabei wohl an der Vorlage orientiert, d.h. es passiert nicht viel und es wird sehr langsam vorgegangen. Inhaltlich setzt sich das Ganze dann zwischen die Genres, hat Anteile von Krimi, Psychothriller und Drama an sich und geht einfach um eine junge Frau die sich in einer feindseligen, unangenehmen Atmosphäre wiederfindet. Dies führt dann zu ein paar passablen Twists, vielen Landschaftsaufnahmen und einem soliden Ende. Einfach dein Film den es so nicht gebraucht hätte, der aber auf seinem Sektor nichts groß falsch macht.

Fazit: Solides Netflix-Füllprodukt, meilenweit vom Klassikerpotential entfernt!

Videoreview von mir: https://youtu.be/7_7UvdZpZog

Eine Frau mit berauschenden Talenten

Patience Portefeux (Isabelle Huppert) arbeitet als Dolmetscherin für die Polizei. Bei einem Einsatz in dem ein Drogenlieferant festgenommen werden soll übersetzt sie bewußt falsch um die Ware selbst in die Finger zu bekommen. Fortan beginnt sie in der Pariser Drogenszene ihren Stoff zu verbreiten und dabei ihr eingeschlafenes Privatleben aufzupäppeln …

Die Geschichte von der einfachen, braven Person welche plötzlich in den Drogenhandel gerät – das hats schon einige Male gegeben wobei „Breaking Bad“ und „How to sell drugs online (fast)“ wohl die Referenzwerke sind. Hier ist eine französische Variante die sich aber etwas ungalant zwischen die Genres setzt: der Film hat leichte Krimianteile, ein wenig Komödie und ganz selten verstreut liegen auch Dramamomente. Eigentlich ist es aber eine Isabelle Huppert Film, der die Kamera einfach folgt und die gefühlt einfach über allem steht. Das hat aber oftmals dem Nachteil daß man ihre Figur nicht versteht: ist sie cool und steht über allem? Oder hat sie mal wirklich Angst? Immerhin macht es zwar nicht immer Sinn, sehr wohl aber durchgehend Spaß ihr bei ihrer Odysee durch die Unterwelt zuzuschauen.

Fazit: Irgendwo zwischen den Genres verortet macht der Film bemerkenswert viel Kurzweil, ist aber nicht stimmig in seinen Emotionswechseln!

Rating: ★★★☆☆

Motherless Brooklyn

Detektiv Lionel Essrog (Edward Norton) erhält im Jahre 1954 die unerfreuliche Aufgabe den Mord am Gangsterboss Frank Minna (Bruce Willis) aufzuklären, wobei nicht nur der Umstand daß er selbst für Minna gearbeitet hat zum Problem wird sondern auch seine Tourette Erkrankung …

Edward Norton mag im wahren Leben nicht wirklich der angenehmste Mensch sein, auf seinem filmischen Sektor macht ihm aber kaum jemand etwas vor. Darstellerisch hat er sich schon einige Male sehr hervorgetan, als Regisseur war er auch solide – nun kombiniert er dies und gibt gleichermaßen Regisseur und Hauptdarsteller., sowie den Drehbuchschreuber Und dies bei einem sehr speziellen Film: Bruce Willis, der zwar dick auf dem Plakat angekündigt ist, scheidet nach sehr kurzer Zeit aus dem Film und Edward Norton gibt den ermittelnden Protagonisten. Das besondere Markenzeichen ist dessen Behinderung die sich im ständigen Fluchen zeigt, was aber etwas unpassend zur restlichen Umgebung wirkt: der Film wirkt alt, altmodisch und ist unglaublich ruhig erzählt – und dann brüllt die Hauptfigur ständig Schimpfworte rein. Trotzdem paßt das alles irgendwie: es ist eine Kriminalgeschichte die lang, langsam und sehr ruhig erzählt wird, viele Stars in den Nebenrollen hat und durchaus ein gewisses Maß an Konzentration erfordert. Forderndes Kino für diejenigen die auch ein weilchen „Durchhalten“ können – das mag nicht ür jeden passen, aber das richtige Publikum weiß es zu schätzen.

Fazit: Etwas lang, aber atmosphärisch dicht und ruhig erzählt!

Primal

Der Jäger Frank Walsh (Nicolas Jage) transportiert auf einem Frachter einige gefährliche Tiere und ebenso den Auftragskiller Richard Loffler (Kevin Durand). Dieser kann jedoch entkommen und lässt dabei die Tiere frei …

Die Story klang nach so wundervollem Trash: Nicolas Cage auf einem Schiff voller wilden Tiere auf dem sich obendrein ein Verrückter herumtreibt. Leider verschenkt der Film all sein Trashpotential und wird zu einem kleinen, trivialen Thriller. Cage wirkt für seinre Verhältnisse relativ ruhig und ohne seine Besonderheiten, die Tiere kommen wenig zum Einsatz, Famke Janssen gibt in einer Nebenrolle ur zum Besten wie weit bei ihr das Botox gewirkt hat und der Schurke ist ein uninteressanter Filmkiller von der Stange. Wirklich schade, aber kaum zu ändern: dieser Thriller ist nur ein handzahmes Kätzchen.

Fazit: Trivialer Thrillermurks mit gebremst agierendem Cage!

Rating: ★★☆☆☆

The Gentlemen

Der amerikanische Drogenbaron Mickey Pearson (Matthew McConaughey hat sich eine gut laufende Marihuana Sparte in Lonon errichtet – will aber künftig nur noch fpr seine Frau Rosalind (Michelle Dockery) da sein. Die Suche nach einem Käufer für seine Plantagen gestaltet sich als schwierig …

Guy Ritchie kehrt zurück auf das „Niveau“ und das Level seiner frühesten Filme, eben diesen kleinen, pfiffigen und flotten Gangsterstreifen. Gemessen an seinen alten Filmen ist dieser hier eine Art light Version, aber durchaus in zufriedenstellender Form. Es wird sehr ausführlich eine sehr verschachtelte Gangsterstory erzählt, es treten überraschende Wendungen auf, ein paar sehr gute Gags und ebenso einige Twists. Einen Haken sehe ich in der Besetzung: der Film zeigt zwar eine ganze Handvoll Stars in extrem coolen Rollen, im Grunde hat man aber keine rechte Hauptfigur und so ist bei manchen der Anteil am Film überschaubar (z.B. Colin Farrell). Wer sich hiermit aber eine Art Retrofeeling und Erinnerung an alte Titel des Machers zurückholen mag dürfte dies hinbekommen, als harmloser Unterhaltungsfilm geht dieser wohl soweit klar. Es könnte nur stören daß dieser Film außer einigen Twists nichts zu erzählen hat.

Fazit: Solider Film mit coolen Figuren und verschachtelter Erzählweise!

Rating: ★★★☆☆

Sanctimony – Auf mörderischem Kurs

Tom Turner(Casper van Dien) scheint alles zu besitzen: gutes Aussehen, einen Schlag bei Frauen und einen einträglichen Job an der Wall Street. Doch unter der Oberfläche ist er ein eiskalter, brutaler Mörde rund begeht furchtbare Bluttaten – wobei er mehr und mehr ein Spiel mit der Polizei spielt …

Die Absicht hinter diesem Film ist wohl klar: Boll versuchte im Kinomarkt mit seiner eigenen Produktionsfirma einen Fuß in die Tür zu kriegen. Dazu kratzte er ein Budget zusammen sowie eine ganze Handvoll solider B-Filmstars (die er teilweise eh in jedem Film weiter verwendete) und schrieb ein Skript welches sich diverse Anleihen aus anderen Teilen zusammensucht: da sind ein paar Referenzen zu „American Psycho“ drin, ein wenig „Sieben“ und sogar etwas von „Eyes Wide Shut“. Das montiert er zu einem Großstadtthriller zusammen in dem es im Kern wiedermal um den Polizisten geht der einen Serienmörder jagt. Dabei funktionieren einige Dinge aber ganz gut: gerade Michael Pare gibt einen stabilen Helden ab (auch wenn er zu Beginn in einer Szene in der er sich entblößen muß geradezu demontiert); Casper van Dien als brutaler Killer ist zwar nur ein Schmierlappen, aber eben einer der funktioniert. Wie auch der ganze restliche Film der zwar auf dem Niveau einer durchschnittlichen TV Produktion passiert, aberwenn man die Nummer  eben ohne gesteigerte Ansprüche angeht könnte es (gerade bei der knappen Laufzeit) schlimmer kommen.

Fazit: Kleiner Thriller auf TV Niveau der hohen Vorbildern nacheifert!