Archiv der Kategorie: Thriller

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Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) fliegt einen Airbus A319 und gerät während eines Routineflugs in eine brenzlige Lage: der achtzehnjährige Terrorist Vedat (Omid Memar) entführt mit seinen Leuten das Flugzeug. Tobias verschließt sich im Cockpit während die Angreifer zu ihm durchdringen wollen …

Minimalistischer geht es kaum: der Film setzt eine Flugzeugentführung ins Zentrum, ein Thema daß in filmischer Form schon einige Male aufgearbeitet wurde. Diese neue Fassung hat als Gag daß es zu 100% im Cockpit spielt und jenes nie verläßt: Jospeh Gordon Levitt spielt einen Piloten der sich während einer Flugzeugentführung im Cockpit verschanzt und aus seinem eingeschränkten Blick die Ereignisse beobachtet und zum Eingreifen gezwungen wird. Leider gelten bei den Figuren auch Einschränkungen: Levitts Figur ist ein solider, blitzsauberer Pilot den ich mir zwar an der Stelle wünschen würde wenn ich selber im Flugzeug sitze, als Held einer solchen Geschichte ist er aber etwas zu unterkühlt und zu steril. Ebenso sind die Terroristen sehr einseitig und klischeehaft dargestellt, ohne daß bei denjenigen in die Tiefe gegangen wird. Die Handlung garantiert zwar atemlose Spannung, ist aber mit ein paar zu konstruiert wirkenden Wendungen versehen. Trotzdem: auch wenn die Geschichte an manchen Stellen das Potential nicht ausschöpft, mit dem originellen Twist alles aus einer so eingeschränkten Sicht zu zeigen geht der Film durchaus ein Wagnis ein und dürfte so manche zufrieden stellen.

Fazit: Hart und brutal und stellenweise unangenehm, trotzdem fehlen wahre Schauwerte!

Rating: ★★★☆☆

The Irishman

Der Ex-Soldat Frank Sheeran (Robert DeNiro) gelangt in die Kreise des Mafiabosses Russell Bufalino (Joe Pesci) und arbeitet als Geldeintreiber und Auftragsmöder. So wird er auch zum Beschützer des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino) – bis dieser seine Lage unterschätzt …

Eigentlich finde ich die Entstehungsgeschichte viel spannender als den Film an sich. Der Film ist dreieinhalb Stunden lang und dokumentiert die Geschichte eines Ex-Soldaten der in die Mafiakreise gerät, dort ein Mann für alles wird und eben viele Jahrzehnte die Drecksarbeit verrichtet. Mich selber hats aber nach einiger Zeit aus dem Film rausgeworfen: zu viele Charaktere, zu viele Verstrickungen und zu viele Verbindungen zur amerikanischen Geschichte die ich so nicht aufzählen oder mitverfolgen konnte. Aber ich respektiere den Film für eine andere Sache: Martin Scorsese hat ihn durchgezogn. Einen Gangsterfilm von epischer Lauflänge zu produzieren in den er zehn Jahre Arbeit reingepackt hat und seine ganzen alten Darsteller in typische Rollen verbaut hat. Dies ist wie eine filmische Privatparty die sich an eine ganz bestimmte, kleine Klientel richtet die dann davon sehr beglückt sein dürfte. Obendrein setzt der Film Standards an die digitale Verjüngung der Darsteller. Deswegen lohnt sich ein Blicj definitiv, wie viel man daraus mitnehmen kann fällt aber vielleicht sehr unterschiedlich aus.

Fazit: Epische und überlange Gangstersaga!

Rating: ★★★★☆

Parasite

Familie Kim lebtin einem Keller unter ärmlichen Bedingungen haust. Dann aber schaffen Sie als Hausangestellte bei Mr. Park (Sun-kyun Lee) und seiner Frau Yeon-kyo (Yeo-Jeong Cho) anzukommen. Schon bald belegt die ganze Familie Plätze im Haus – mit schweren Folgen …

Ich habe mich noch nie wirklich mit dem koreanischen Kino beschäftigt, ich wurde auf diesen hier lediglich dadurch aufmerksam daß die Vorschussloorbeeren geradezu überirdisch waren. Und nach Anschauen des Films kann ich zumindest verstehen woher sie kommen. Der Film entzieht sich komplett einem Genre und vereint Aspekte einer Gesellschaftskritik mit einem Dramaplot, mit Thrillerelementen und vereinzelten lustigen Passagen zu einem ganz großen Ganzen. Dabei gibt es insbesondere in der Mitte einen unfassbaren Twist nach dem der Film wie ausgewechselt ist und man nicht mehr wirklich den gleichen Titel schaut wie vorher. Das Beste daran aber: nichts, wirklich garnichts daran ist vorhersehbar. Man schaut auf den Film zurück und erkennt daß man keine Wendung die hier passiert irgendwie auf dem Schirm hatte oder absehen konnte. Und das ist bei einem heutigen Film geradezu ein Geschenk.

Fazit: Irrer Genremix der in ein unglablich krasses Finish mündet – definitiv Kino in seiner kreativsten Form!

Rating: ★★★★★

Fractured

Nach einem angespannten Wochenende bei den Schwiegereltern steuert Familienvater Ray Monroe (Sam Worthington) mit seiner Frau Joanne (Lily Rabe) und Tochter Peri (Lucy Capri) einen Rastplatz an – dort kommt es zu einem Unfall. In der Notaufnahme werden die Dinge aber erst recht kompliziert als Joanne und Peri spurlos verschwinden …

Ein Vater bringt seine verletzte Familie in die Notaufnahme, diese verschwindet dort spurlos – ein bekanntes Filmszenario, das des braven Normalos dem aus unerklärlichen Gründen plötzlich echt übel mitgespielt wird. Und es gibt eine Handvoll gängiger Lösungen: liegt hier eine Entführung vor, liegt hier ein Bruch in der Wahrnehmung der Hauptfigur zu Grunde? Es ist eigentlich egal was es ist, aber wenn man sich festgeschaut hat möchte mans halt wissen. Dabei macht es sich der Film aber etas zu leicht: von der ersten Szene an wird etabliert daß Sam Worthingtons Figur gestresst, nicht sehr mögenswert und eventuell auch etwas geistig umnachtet ist, womit man die Dinge die man aus seiner Sicht wahr nimmt von Anfang an anzweifelt, außerdem sind sowohl er wie seine Filmfrau nicht nennenswert sympathisch und damit hat man nicht gerade angenehme Figuren mit denen man fiebern kann. Aber es reicht ja 100 Minuten auf die Auflösung zu werten die dann zwar das Rad nicht neu erfindet, aber solide überrascht.

Fazit: Standardthriller mit schlichtem Warten auf die Pointe, solide und spannend sowie sehr unangenehm in der Stimmung!
Rating: ★★★★☆

El Camino – Ein Breaking Bad Film

Nach dem Tod von Walter White (Bryan Cranston) ist Jesse Pinkman davongekommen und sucht nach einer Möglichkeit sich nach Alaska abzusetzen. Dazu muss er aber noch ein paar alte Bekannte aufsuchen und alte Dinge bereinigen …

Hier trennt sich die Zuschauerschaft in drei Lager. Es gibt diejenigen die och nie Breaking Bad geschaut haben – die haben dann aber auch keinen Anlass sich mit diesem Film zu beschäftigen. Es gibt diejenigen welche die Serie auswendig kennen und sich ausgiebig mit allen Fakten eingedeckt haben, die werden hier wohl ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis und Filmerlebnis haben. Und es gibt Menschen wie mich welche die Serie zwar geschaut haben, dies aber gut sechs Jahre her ist und ich weiß Gott nicht mehr alle Charaktere, Figuren und Beziehungen im Kopf hatte. Ich hatte Spaß daran Aaron Paul noch einmal in der Rolle zu sehen da er eine entsprechende Energie hat, ebenso freut es ich daß dieses Special von Vince Gilligan inszeniert wurde, also dem Macher der Serie der sich hiermit wohl einen Wunsch erfüllt hat. Aber ich gerate an zu vielen Stellen ins Trudeln weil ich nicht mehr im Auge habe wie die Zusammenhänge waren, außerdem fand ich es schade daß bei zwei Stunden Laufzeit sehr viel Zeit darauf verwendet wird in Rückblenden zu gehen. Das holt zwar bereits verstorbene Charaktere zurück, aber mir wärs dann doch lieder gewesen in der filmischen Gegenwart zu verweilen.

Fazit: Solides Serienspecial welches aber seine volle Wucht nur Fans der Serie enthüllen dürfte.

Rating: ★★★☆☆

Serenity – Im Netz der Versuchung

Fischerboot-Kapitän Baker Dill (Matthew McConaughey) lebt in Frieden auf einer einsamen Insel in Ruhe bis ihn seine Ex-Frau Karen (Anne Hathaway) aufsucht und um Hilfe bittet: er soll ihren brutalen Mann (Jason Clarke) umbringen. Damit verstickt sich Baker in einem Netz aus Lügen …

In der ersten Aufmachung und Wirkung erscheint der Film garnicht mal so schlimm, so schlecht oder so speziell: ein Fischer der von seiner Ex-Frau gebeten wird den gewalttätigen neuen Mann zu töten gibt sicherlich einen passablen Thriller her. Die Motivation der Darsteller kann man auch verstehen da der Streifen komplett auf Mauritius gedreht wurde und es sicherlich Spaß macht an solchen Orte zu drehen, alleine wenn McConaughey „Mal duschen“ gehen will und dazu von einer Klippe ins Meer springen kann. Aber es dauert gar nicht lange daß man hier merkt was man eigentlich schaut – bzw. was nicht. Es dauert nicht lange und es zeigen sich Signale die in einen solchen Film wohl nicht wirklich gehören; wenn man das akzeptiert hat kann man entweder den weiteren hanebüchenen Entwicklungen folgen oder aber eben genervt ausmachen. Ein guter Film ist das nicht, außer Top-Stars in schiker Umgebung bietet er nichts. Ob man zu schätzen weiß daß hier zumindest eine innovative Idee scheitert muß man selsbt entscheiden. Und sich frage: wie kann es sein daß so ein absurder Skriptwahnsinn in Produktion geht?

Fazit: Der vermeintliche Crime Hriller nimmt Enwicklungen die man nie erahnt hätte und das fasziniert – macht den Film aber nicht nennenswert gut.

The Kitchen – Queens of Crime

Nach der Inhafteirung einiger Gangster im Jahre 1978 bleiben deren Frauen auf den Schulden ihrter Männer sitzen. Also nehmen sie die Angelegenheiten in ihre eigenen Hände und setzten das Gangstertum um …

Eine DC Comicverfilung die auf einem Werk beruht daß ich nie in den Fingern hatte und welches mir auch sonst nie untergekommen ist. Bei der Handlung hatte ich zunächst das Gefühl der Film wiederholt das „Widows“ Szenario: ein paar Männer landen im Knast, deren Frauen beginnen aus Geldschulden mit der Kriminalität. Durch die Anwesenheit von Melissa MCCarthy könnte das sogar in eine Komödie ausgeformt werden, aber der Film geht hierbei ganz andere Wege. Der Grundton ist zwar harmlos und mitunter etwas flapsig, ist dabei aber nicht lustig sondern baut nach und nach ein immer blutigeres Szenario auf. Die Figuren werden immer bösartiger, die Intrigen immer krasser und der beiläufige Leichenberg wächst stetig. Trotzdem hat man nocht das Gefühl einen Thriller zu gucken, oder ein anderes Genre. Es ist einfach ein Film der Figuren zeigt und eine Geschichte erzöhlt, eine inder aber große Sprünge drin sindwas Tempo, Entwicklung und Stimmung entspricht. Am Ende einer der eigentlich wenig aussagt, zwar nicht langweilt, aber trotzdem außer kurzen spannenden Momenten eher enttäuscht.

Fazit: Wäre gerne ein düsterer Gangstethtiller, wirkt aber relativ neutral und liefert in keine Genrerichtung!
Rating: ★★☆☆☆

Spielmacher

Durch kriminelle Machenschaften hat sich Ivo den Traumeeiner Karriere als Fußballer (Frederick Lau) verdorben. Dann aber plant er Nachwuchskicker Lukas (Mateo Wansing Lorrio) zu fördern und landet obendrein bei dessen Mutter Vera (Antje Traue). Allerdings wird seine kriminelle Vergangenheit zum Problem …

Bei Filmen die ind er deutschen „Unterwelt“ spielen erlaube ich mir von Anfang an immer eine sehr hohe Skepsis, weil ich befürchte daß diese versuchen amerikanische Vorbilder abzubilden und dabei extrem überhöht geraten und dabei die Glaubwürdigkeit verloren geht. Dies stellt keinen solchen Fall da: Frederik Lau gibt mit bewusst gebremstem Spiel einen Ex-Fußballer der nach schlimmer Vergangenheit aus dem Gefängnis kommt, in die Glücksspielszene gerät und gleichzeitig sein dortiges Gangsterleben wie auch die Freundschaft zu einem jungen Spieler und die Beziehung zu dessen Mutter geregelt bekommen muß. Dabei fällt das Ergebnis bemerkenswert stimmig aus: der Strudel an Konsequenzen der hier losgetreten wird ist durchweg plausibel, wird in langsamem, aber nicht langweiligem Tempo berichtet und mit Oliver Massuci hat der Film einen wunderbaren Antagonisten der gleichzeitig grundböse wie hoch charismatisch erscheint. Deusches Kino wie es selten daher kommt: spannend, aufs Nötigste reduziert und auf eine gewisse Weise sogar sehr menschlich.

Fazit: Mag ein paar Klischees enthalten, ergibt aber einen stimmigen, spannenden und kraftvollen Film!

Rating: ★★★★☆

Das Spiel

Jessie (Carla Gugino) will mit ihrem Mann Gerald (Bruce Greenwood) übers Wochenende in ein abgelegenes Haus am See. Ein mißratenes Fesselspiel droht allerdings zur Gefahr zu werden …

Die gepolsterte Version von 127 Hours: eine Frau liegt angekettet auf einem Bett und muß einen Weg finden um am Leben zu bleiben. Ich habe aber den Eindruck daß man hier einfach alle theoretischen Szenarien aufgeschrieben hat auf die man hinausgehen könnte und hat diese alle in den Film gepackt ohne einen plausiblen Schwerpunkt zu setzen. Und so hat die betroffene Person einen Survival Plot in dem sie versuchen muß an das rettende Glas Wasser zu kommen und sich irgendwie vom Bett zu lösen, gleichzeitig befindet sie sich in einer nervigen Dauerdiskussion mit einer Halluzination des gerade gestorbenen Ehemanns sowie einem Abbild von sich selbst, ebenso schleicht ein Monster im Haus rum und es kommt ein Flashback in dem es lediglich um Kinderschändung geht … wtf? Ich will natürlich wissen ob die Frau überlebt, der Weg bis zur Antwort ist ein absurder Handlungswirrwarr, stellenweise zu glatt, stellenweise unfreiwillig komisch … und zu keienr Zeit in Gefahr witzig sein zu können.

Fazit: Katastrophaler Film der seine gute Grundidee in jeder Hinsicht verschenkt!
Rating: ★☆☆☆☆

Destroyer

Vor 17 Jahren traf FBI Ermittlerin Erin Bell (Nicole Kidman) auf Silas (Toby Kebbell) was in einem Drama endete – Als gebrochene Polizistin schiebt sie Dienst in Los Angeles – bis sie an einen Tatort kommt bei dem sie Spuren auf Silas wieder entdeckt …

Das gibt’s auch immer wieer: ein Film hat eine Idee, einen guten Gag, eine entscheidende Sache und dehnt diese auf volle Laufzeit aus. Im vorliegenden Falle ist es die altbekannte Kiste eines Ermittlers der sich in einer Mission verliert und sich körperlich, seelisch und in jeder sonstigen Weise aufreibt. Der genannte Gag hierbei: der Ermittler ist eine Frau, wird von Nicole Kidman gespielt und die bringt es auf fast schon exzessive Weise zum äußersten wenn es denn darum geht hier die „Kaputte“ zu spielen. Kidmans Spiel als völlig zerstörte Frau ist dann auch das faszinierende Element wodruch der Film ein wenig Aufmerksamkeit erfährt. Viel mehr als das gibt’s aber nicht zu betonen: ein völlig passabler, aber nicht weiter erwähnenswerter Krimiplot, ein wenig Mutter Tocher Drama am Rande und ein paar Actioneinlagen .. alles solide Ware. Trotzdem kommt sie hier ausgesprochen langsam und etwas gebremst daher.

Fazit: Recht gängiger Polizeifilm mit herausragender Performance von Nicole Kidman!