Archiv der Kategorie: Thriller

Abgeschnitten

Rechtsmediziner Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu) findet bei einer Leiche einen Zettel mit der Handynummer seiner Tochter Hannah (Barbara Prakopenka). Diese wurde von Jan Erik Sadler (Lars Eidinger) entführt und Paul muß nach Helgoland gelangen um Hannah zu retten. Dazu braucht er aber die Hilfe von Comiczeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) und Hausmeister Ender (Fahri Yard?m) …

Eigentlich großartige Voraussetzungen: der Trailer vermittelte eine immens gute und düstere Stimmung, die Besetzung mit Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer und Lars Eidinger ist hochkarätig und die Vorlage stammt vom populären Thrillerautor Sebastian Fitzek. Und man merkt am Film daß Potential vorhanden war, allerdings stammt dies aus einer 400 Seiten langen Vorlage die für den Film merklich zusammengekürzt werden mußte. Das resultiert in einer sehr spannenden ersten Hälfte in der insbesondere die krasse Situation in der ein Laie eine Leiche sezieren muß für großartige Spannung sorgt – aber wenn dann in der zweiten Hälfte die einzelnen Entwicklungen sieht, die Hintergründe und was dann wirklich als wichtig übrig bleibt verliert man schnell den Faden. Von merkwürdigen Schauplatzwechseln zu zahlreichen unglaubwürdigen Momenten und Plotpoints die nutzlos verpuffen – alles wird nur von den Darstellern und der Atmosphäre zusammengehalten. Dabei bleibt die Scheußlichkeit und die Anspannung bis zum Ende ungebremst erhalten, allerdings ohne daß einem die Figuren ernsthaft nahegehen und es fällt alles restlos auseinander wenn man anfängt das gezeigte zu hinterfragen.

Fazit: Effektive Spannung und Atmosphäre, aber eine unklare Handlung und ein schlecht aufgebautes Drehbuch!

Rating: ★★☆☆☆

The Guilty

Asger Holm (Jakob Cedergren) war früher Polizist, ist aber nun in einem Call Center. Dort empfängt er den Anruf von Iben (Jessica Dinnage) die gerade enführt wird – und er versucht ihr zu Hilfe zu kommen …

Weniger geht wirklich nicht: ein Mann sitzt in einem Raum und telefoniert, in diesem Fall ein Angestellter in einer Notrufhotline. Der ist eigentlich voller Polizist und voller Tatendrang und wird in einen Sachverhalt verwickelt in den er sich gerne mehr involvieren würde, lehnt sich dabei auch mitunter ganz schön weit aus dem Fenster. Ich fand es klasse weil man so sehr in die Lage der Hauptfigur versetzt ist: man hat nur was man aus dem Hörer hört, sieht nichts, hört nichts und kommt aufgrund der Indizien zu den gleichen Schlußfolgerungen wie die Hauptfigur – daß deren Ansichten mitunter falsch sind und später auch zu falschen Schlüssen führen wird dadurch absolut nachvollziehbar. Und dank dem zwar unsympathischen, aber greifbaren Helden entstehen 80 Minuten pures Spannungskino daß zwar keine optischen Schauwerte hat, aber eine durchgehende Spannungskurve.

Fazit: Thrill pur mit krassem Twist – minimalistisch, aber effektiv!

The Humanity Bureau

In naher Zukunft große Bereiche der USA durch die Folgen der globalen Erwärmung unbewohnbar geworden. Dabei regelt das „Humanity Bureau“ die Umsiedlung der Menschen in sichere Bereiche. Als aber Mutter Rachel Weller (Sarah Lind) und ihr kleiner Sohn Lucas (Jakob Davies) nach„New Eden“ abgeschoben werden sollen protestiert sie bei ihrem Sachbearbeiter Noah Kross (Nicolas Cage) ..

Das übliche Spiel: Nicolas Cage über nimmt die Rolle in einem kleinen, direkt fürs Heimkino produzierten Film. Diesmal einer der zumindest im Ansatz Potential hat: es spielt in der Zukunft und geht um Resourcenknappheit, Deportation – also Themen die eine gewisse Brisanz inne haben. Leider aber nicht das Budget um daraus wirklich was zu machen / formen. Statt dessen begnügt sich der Film damit leere Gegenden, Wüsten oder leerstehende Lagerhallen als Kulissen zu nehen und jagt Cage it Frau und Kind einmal durch diese Szenerie. Viel mehr gibt’s nicht, ebenso hat Cage hier wieder mal einen sterilen Part den er solide angeht, aber eigentlich keine Chance hat markante Punkte zu setzen. Daher: durchweg verzichtbar.

Fazit: Langweilig und aussagelos, dabei hat die Grundthematik durchaus Potential – und Cage ist die Erwähnung nicht wert.

Rating: ★☆☆☆☆

Bad Times at the El Royale

Ein langer Abend für den Concierge Mike Miller (Lewis Pullman) im Hotel El Royal. Seine Gäste sind der Priester Daniel Flynn (Jeff Bridges), Sängerin Darlene Sweet (Cynthia Erivo), Staubsaugervertreter Laramie Seymour Sullivan (Jon Hamm) und eine mysteriösen Unbekannten (Dakota Johnson). Schon bald ereignen sich selstsame Vorfälle und der Sektenführer Billy Lee (Chris Hemsworth) tauchst auf …

Bei dem Film wird ein permanenter Vergleich gezogen, nämlich mit den Werken von Quentin Tarantino. Man erkennt typische Merkmale: den Einsatz von meist kultiger Musik, ein gähnend langsames, mitunter fast schnarchendes Erzähltempo und das endlose Auswalzen von Szenen und ein haufen verwegener, kultiger Figuren. Das Problem ist daß der Film am Ende keinen Nährwert hat: es wird einfach ein großes Rätsel aufgebaut, schrittweise durch Rückblenden untermauert und enthüllt und am Ende liegt alles offen . Dann hat man zwar nichts gelernt, nimmt keine Moral mit, es bleiben einfach zwei einhalb Unterhaltsame Stunden. Man muß sich allerdings auf das komplett entschleunigte Erzähltempo einstellen und einlassen können, gelingt dies kann man an vielen tollen Twists, spannenden Methoden (etwa eine Szene die immer wieder aus anderen Blickwinkeln gezeigt werden) und coolen Figuren seine Freude haben. Nach hinten raus bleibt allerdings nicht viel, außer einfach einem lässigen Film mit Atmosphäre. Stars und Optik.

Fazit: Ein clever konstruierter Thriller mit immens gebremster Erzählweise!Rating: ★★★★☆

Ballon

Die Familien Strelzyk und Wetzel planen im Jahre 1979 die Flucht aus der DDR. Diese soll mittels einem selbst gebastelten Heißluftballon gelingen, scheitert aber kurz vor dem Ziel. Fortan müssen einerseits ihre Spuren verwischen und im Stillen einen neuen Ballon bauen …

Endlich: Michael Bully Herbig macht mal einen ernsthaften Film. Darauf habe ich mich sehr gefreut, einfach weil ich seine bisherigen Werke auch immer unter dem handwerklichen Aspekt gesehen habe und ihn für einen der fähigsten deutschen Regisseure halte. Einer der hier auch großartiges Material zur Verfügung hat: Die Story ist eigentlich recht schlicht, zwei Familien unternehmen zwei Fluchtversuche, aber daraus resultieren Unmengen an Spannungsmomenten: die Paranoia, die Belastung, die Bedrohung und die Angst der Familien davor entdeckt zu werden reicht alleine schon um trotz des bekannten Ausgangs die Spannung hochzujubeln. Negativ fallen ein paar schlechte Effekte auf (das Berlin der damaligen Zeit sieht mitunter etwas klobig aus) und eine sehr plump eingesetzte Traumsequenz, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Anonsten hat man eine bewegende Geschichte, sympathische und engageirte Darsteller und eben das Ausloten von Spannung überall wo es geht – und definitiv ganz großes deutsches Kino,

Fazit: Spannungskino vom Feinsten, dazu eine Würdigung des unglaublcihen Muts zweier Familien!

Rating: ★★★★★

The 15:14 to Paris

Am 21. August 2015 beginnt ein Terrorist im Thalys-Zug 9364 von Amsterdam nach Paris auf die Passagiere zu schießen. Durch Zufall sind die amerikanischen Soldaten Anthony Sadler, Alek Skarlatos und Spencer Stone im Zug und greifen engagiert ein …

Das muß auf dem Papier ein unglaublich tolles Konzept gewesen sein was aber in der umgesetzten filmischen Form nicht funktioniert: ein paar Soldaten treffen durch Zufall auf einen Terroristen und intervenieren als dieser ein Attentat begehen will – dieser Vorgang filmisch aufgearbeitet mit den echten Soldaten die sich selbst spielen, das auch noch unter der Regie von Clint Eastwood. Wie gesagt, tolles Konzept, aber eine Krücke in der Umsetzung: der Vorfall im Zug geht nur wenige Augenblicke lang, wie füllt man damit einen 90 Minuten Film? Indem man die Figuren bis auf den Grund beleuchtet und Rückblenden in ihre Kindheit, ihre Jugend und all diese Dinge einbaut die zwar nett sind, aber eigentlich total belanglos. Darstellerisch geht die Geschichte auch nicht auf (und das nicht nur weil jedwede Ernsthaftigkeit früh aus dem Film weicht wenn ein von Steve Urkel dargestellter Lehrer auftritt) da die Männer Soldaten sind und keine Schauspieler und das passierte sicherlich lebensnah wiedergeben können – aber kaum einen Film wirklich zu tragen vermögen. Gefilmt ist das alles zwar recht solide, aber auch so uninteressant daß trotz der tragioschen realen Hintergründe kaum Gefühl aufkommt.

Fazit: Heldenverehrung mit gutem Konzept, aber nicht passender Umsetzung.

Pakt der Rache

Laura (January Jones), die Frau desHighschool-Lehrers Will Gerard (Nicolas Cage) wird Opfer eines Überfalls. Deswegen geht will mit dem Ganster  Simon (Guy Pearce) einen Deal ein bei dem Simon für Rache an den Tätern sorgen soll. Doch der Preis den Will dafür zu zahlen hat ist hoch …

Gut, aktzeptiert hatte ichs schon lange: Cage ist kein Star mehr der in großen Filmen mitspielt sondern dürftigen Simpelquatsch auf Videothekenlevel raushaut. Aber in diesem Fall mußte ich dann doch gnädig sein: der Ansatz der Handlung ist griffig und plausibel, nämlich ein Mann der eine unmoralische, aber restlos verständliche Entscheidung trifft und sich danach mit den entsprechenden Folgen herumschlagen muß. Auf dem günstigen Produktionlevel heißt das eine lange Reihe an Lauf und Fluchtszenen und jede Menge Schießereien. Dabei hat Cage leider eine recht normale Figur und kaum Möglichkeiten in der für ihn doch so typischen Weise auszuticken, aber das stört nicht: der Film sieht fast aus wie eine TV Produktion, liefert kurzweilige Unterhaltung und tut nicht weh.

Fazit: Von Cages zahllosen Produktionen für das Heimkino einer der Besseren!
Rating: ★★☆☆☆

Tresspass

Die Ehe von Kyle (Nicolas Cage) und Sarah (Nicole Kidman) erscheint nach auße hin perfekt – bis die Familie von flüchtigen Gangster als Geisel genommen werden. Während Kyle nach einer Möglichkeit zur Gegenwehr sucht scheint Sarah die Gangster zu kennen …

Namen die ja doch ein wenig Hoffnung ins Produkt rechtfertigen: Nicolas Cage in der Hauptrolle, Nicole Kidman als seine Frau und auf dem Regiestuhl Joel Schumacher der durchaus einige große Blockbuster abgeliefert hat. Mit Kidman geht’s ja bis heute nich gut weiter während die beiden genannten Herren nicht mehr allzu präsent sind – woran dieser Film zwar sicherlich nicht schuld ist, aber auch nichts entscheidend an der Sachlage geändert haben dürfte. Ein kleiner, mit überschaubarem Budget abgedrehter Psychothriller, lokal begrenzt auf einen Schauplatz und dem einzigen originellen Nebenpart daß einer der Gangster eine psychische Macke besitzt und öfter mal Dinge aus dem Zusammenhang heraus falsch auffasst oder umsetzt – wow, wie spannend. Wenn man weiß worauf man sich einläßt kriegt man austauschbaren Thrill knapp über TV Niveau, wer bei den namhaften Darstellern einen richtig guten Film erhofft hat eben schlichtweg Pech.

Fazit: Nahezu überraschungsfreies Home Invasion Szenario mit populären Mitwirkenden, aber kaum nennenswertem Resultat!

Operation Olympus – White House Taken

Todd (Ray Liotta) arbeitet als Polizist in der Kleinstadt Suddenly, war aber früher Soldat und leidet unter seiner traumatischen Vergangenheit. Dann taucht der Agent Baron (Dominic Purcell) bei ihm auf der einen Besuch des Präsidenten vorbereitet. Todd kommen aber schnell Zweifel: er glaubt daß Baron ein Attentat auf den Präsidenten plant …

Der Film heißt im Original „Suddenly“, benannt nach der Stadt in der er spielt. Im deutschen Marketing versuchte man dann aber die Titel „Olympus has Fallen“ und „White House Down“ effektiv zu einem Marketing trächtigen Titel zu verarbeiten – man sollte aber keinen Film von solchen Ausmaßen erwarten. Statt dessen gibt es hier einen Uwe Boll Film zu sehen und wenn man sich ein wenig in seinen Werken auskennt kann man mit einem Grinsen abwarten wer denn so alles von seinen Stammdarstellern früher oder später ins Bild marschiert kommt. Darüber hinaus verweist der Film zwar auf große Actionfilme, ist selber aber kein solcher: es geht um ein Attentat auf den Präsidenten, aber damit verbunden ein fast Kammerspielartiges Setting in dem zur Vorbereitung ein Haus übernommen wird – und dort versuchen die eingeschlossenen Personen irgendwie durchzuhalten, gleichzeitig wird ein ausgemusterter Soldat zum Helden. Solider Grund, aber nicht nennenswert ereignisreich – von der Machart hingegen gibt’s nichts zu klagen.

Fazit: Kleiner Thriller mit Boll-typischer Besetzung!

Dog Eat Dog

Troy (Nicolas Cage),  Mad Dog (Willem Dafoe) und Mafia-Symphatisant Diesel (Christopher Matthew Cook) sind Ex-Häftlinge die wieder in der Freiheit sind. Schnell stellen sie fest daß ihre kriminelle Vergangenheit sie nicht loslassen wird …

Hier wußte ich bereits nach wenigen Sekunden daß ich den Film nicht würde leiden können – die Szene zu Beginn in der Willem Dafoe grundlos zwei junge Frauen ermordet und das dann auch noch cool dargestellt wird war einfach zu viel für mich. Aber Dafoe ist der einzige Darsteller bei dem ich verstehen kann daß er in diesem Rotz mitspielt: als durchgeknallter Psychopath hatte er bestimmt viel Spaß den völlig Irren zu geben. Schön für ihn, aber da hat man als sonstiger Zuschauer eben nix von. Ebensowenig von der xten Variante in der ein paar Ganoven einen Coup begehen bei dem alles schief geht, Nicolas Cage der mal wieder eine Rolle für den Scheck macht und der stellenweise recht eigenartigen Farbdarstellung. Seis drum: der Film war für mich unerträglich, langweilig und abstoßend – und scheint verdient in den tiefen der Streaming Welt zu verschwinden.

Fazit: Ultralahm, überzogen und dabei blutig und unsympathisch – hat einfach garnichts für sich!

Rating: ★☆☆☆☆