Archiv der Kategorie: Thriller

The Infiltrator

Robert Mazur ist Agent bei der Drogenfahndung (Bryan Cranston) und arbeitet in den 80er Jahren undercover als Geldwäscher, untersützt von s Kathy Ertz (Diane Kruger) und Emir Ebreu (John Leguizamo). Die dabei gesammelten Erkenntisse sollen helfen den Drogenbaron Escobar aus dem Verkehr zu ziehen …

Dies ist so ein Titel den ich nur oberflächlich wahrnehme – das heißt daß er nicht etwa volle Aufmerksamkeit verdient, aber ich steige mitunter in so einen Film nicht richtig ein. Es ist klar: dies ist die Geschichte eines Undercover Agenten und wie es diesem und seinem Team gelang einen riesigen Erfolg zu verbuchen und ein riesiges Drogenkartell zu zerschlagen. Dabei geht es natürlich mit James Bon Romantik oder ähnlichem zu sondern finster, nüchtern und todernst. Bryan Cranston gibt den Helden der sich zwischen Pflichterfüllung und sich selbst als Privatmensch aufreibt und natürlichist Cranston genau der Darsteller den man für so einen Part braucht. Action und Ballerei drum herum gibt’s nicht. Irgendwie gelingt es mir aber nicht in die Story und die Probleme der Figuren restlos einzutauchen und wenn ich hinterher ein Referat halten sollte wie und mit welchen Kniffen und Trick die Drogendealer abgezogen werden fiele das ziemlich schlicht aus. Auf solche zeitgetreuen und etwas anspruchsvolleren Thriller muß man sich einlassen können, tut man das gibt einem der Film sicherlich ansprechende und und spannende zwei Stunden. Wer auf schnellen Zeitvertreib hofft dürfte eher enttäuscht sein.

Fazit: Anspruchsvoller und komplexer, in der Realität verankerter Thriller!
Rating: ★★★★☆

Sleepless – Eine tödliche Nacht

Vincent (Jamie Foxx) und Sean (Tip „T.I.“ Harris) sind Polizisten in Las Vegas und nutzen auch die Möglichkeiten um selbst Geld abzuzweigen. Dann aber stehlen sie eine Ladung Kokain woraufhin Vincents Sohn Thomas (Octavius J. Johnson) entführt wird. Vincent muß eine Möglichkeit finden seinen Sohn zu retten ohne daß seine Geschäfte auffliegen …

Ich hab erst im Nachhinein gelesen daß dies ein Remake eines französisch belgioschen Films aus dem Jahre 2011 ist und kann ihn dann halbwegs verstehen. Das hat es schon öfters gegegben, daß die USA Remakes drehen von kleinen, passablen Thrillern die sich in den USA spielend und mit Stars besetzt einfach besser vermarkten lassen. In diesem Falle hab ich das Original zwar nicht gesehen, denke aber daß es kaum einen Grund außer dem finanziellen gab … aber gut. Im Grunde tut der Film nichts, bringt aber auch nichts, vor allem kaschiert er in seinem Trailer daß er eigentlich zu 85 Prozent an einem Ort spielt, nämlich einem Spielkasino wo sich diverse Parteien um eine Tasche Drogen klopfen und (er)schießen. Dumm nur daß die eingefügten Figuren allesamt unsympathisch sind, auch Jamie Foxx schmierige Hauptfigur, so daß es einem eigentlich relativ egal ist was gerade wo mit wem passiert. Des weiteren schleppen sich unüberlegte Logikfehler durch den ganzen Film (etwa das eine Figur zu Beginn eine Stichverletzung erleidet, die erste Hälfte des Films darunter leidet und dann auf einmal wieder restlos fit ist) und sind die meisten Figuren nicht ausgefleischt, etwa wenn ein aalglater Gangsterboss als ultracool eingeführt und später zum jammernden Weichei degradiert wird. Langweilig ist der Film zwar nicht, aber in seiner ohnehin kurzen Laufzeit bringt er eigentlich nichts was man nicht schon in vergleichbarer Weise aus anderen Titeln kennt.

Fazit: Kurz geratener Thriller auf ausgelatschten Pfaden, actionarm und ohne charismatische Figuren!

Patriots Day – Boston

Als am 15. April 2013 ein Marathon durch Boston läuft explodieren zwei Bomben. Für die Ermittler Tommy Saunders (Mark Wahlberg), Jeffrey Pugliese (J.K. Simmons)  Richard DesLauriers (Kevin Bacon) und Polizeichef Ed Davis (John Goodman) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit da sie die flüchtigen Täter so schnell wie möglich aufhalten müssen …

Es klingt verstörend wenn man einen Film sieht der einen Terroranaschlag hat und dann dazu sagt: der Film ist schön anzuschauen. Genau das ist Boston allerdings, zumindest in seiner ersten halben Stunde: das schildert der Film einen Feiertagsmorgen in dieser Stadt, zeigt die Menschen was sie so machen und liefert jede Menge unabhängiger Einzelfiguren die alle später irgendwann wichtig werden. Hier besteht zwar der Nachteil daß sich dieser Teil etwas streckt und sogar leicht langweilig wird, aber es zahlt sich aus: dadurch daß einem die Figuren wenn sie später in eine Krisensituation geraten wage bekannt sind und mitunter sogar Tiefe haben nimmt man das was mit ihnen geschieht viel krasser und härter wahr. Ansonsten springt der Film von idyllischen Anfang zum totalen Chaos eines Terroranschlags und dann eben in den Thrillerpart der Ermittlungen. Mark Wahlberg ist dabei in alles involviert, spielt aber eine fiktive Figur die nur den Zuschauer an die entsprechenden Orte bringen soll – macht seinen Part dabei auch in solidem Automodus. Die restlichen Darsteller sind ebenso vorzüglich. Mein größter Pluspunkt am Film war eigentlich ein Minuspunkt: dadurch daß ich von den realen Abläufen rein garnichts im Kopf hatte waren die einzelnen Momente hochspannend, etwa in einer Geiselsituation wußte ich nicht ob der arme Kerl auch im wahren Leben davongekommen ist. Aber auch mit dem Wissen der realen Vorgänge dürfte Boston als ultraspannender Film funktionieren, als Heldengesang sowieso und überhaupt als ganz großes Kino.

Fazit: Spannend, bewegend und als Unterhaltungsfilm ebenso funktionierend: hier hat mal erfreulicherweise alles geklappt!

Erlösung – Flaschenpost von P

Eine Flaschenpost landet auf dem Schreibtisch der Ermittler Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) landet die einen Hilferuf zweier verschwundener Jungen enthält. Als kurz darauf eine Entführung passiert die bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem vorliegenden Fall aufweißt kommen Carl und Assad auf die Spur eines brutalen Serientäters …

Mir sind die ersten Filme dieser beiden Ermittler jeweils durch Zufall untergekommen und haben mir sehr gut gefallen, daher hab ich mich auch bereitwillig auf diese dritte Episode eingelassen. Muß aber zugeben daß ich relativ schnell aus der tieferen Story geflogen bin und es letztlich als schlichtes „Polizei jagt Psychopathen“ Stoff vereinfacht habe. Ungewöhnlich für da es kein amerikanischer Film ist und mit Ermittlern die Kanten und Ecken haben. Als „Sympatisant“ der ersten Filme gefiel mir dann dieser nicht mehr ganz so gut, ging aber am Ende als kurzweiliger Krimi mit einem düsteren Grundton und einem sehr spannenden Finale durchweg in Ordnung. Aber an so ein Werk dürften sich eh nur die rangeben die damit was anfangen können. Es liegt definitiv qualitativ über dem meisten Krimi Einheitsbrei.

Fazit: Muß man der Typ für sein: spannender Fall der für mich nicht ganz zugänglich war!

Nocturnal Animals

Galeristin Susan (Amy Adams), die mit Hutton (Armie Hammer) verheiratet ist erhält Post von ihrem Ex Edward (Jake Gyllenhall) der seit 20 Jahren verschwunden war. Er sendet ihr ein Mauskript mit einer brutalen Geschichte die jedoch mehr und mehr Ähnlichkeiten mit Susans eigenem Leben aufweist …

Ich unterscheide immer wann ein Film etwas ist und wann er einfach nur etwas sein möchte. Iin diesem Fall ist von letzterem viel gegeben, es sei genannt der Vorspann der für den restlichen Film völlig unerheblich ist und wohl gezielt Stimmung und Ekel aufbaut, aber nur des Effektes halber da er inhaltlich nichts zu sagen hat. Des weiteren dürfte dies wahrscheinlich der zeitsparendste Film des Jahres sein da man hier drei Handlungen hat die jeweils für einen eigenen Film gereicht hätten wenn man sie ausgeführt hätte, so aber in jeweils komprimierter Form in eins zusammengedrückt wurden: da ist die Heldin die liest, deren Vergangenheit die durchleuchtet wird so wie das Gelesene Buch das als Film präsentiert wird. Letzterer hätte bei voller Ausfertigung vermutlich einen Psycho-Thriller im Sinne von Kurt Russells „Breakdown“ ergeben und wäre für mich sicherlich der spannendste Film der drei. So ist es aber ein stetiges zappen zwischen verschiedenen Ebenen wobei der Film sehr wohl Spannung aufbaut und ein paar faszinierende Momente hat, aber eben vieles dem Selbstzweck dient. Immerhin gibt es mit Michael Shannon und Aaron Taylor-Johnson zwei sehr gute Nebendarsteller wobei insbesondere letzterer mich unglaublich überzeugt als Verrückter den ich ihn nicht zugetraut hätte. Ob man den Film wirklich gut findet muss man selbst entscheiden so verrückt wie er gerne gewesen wäre ist er sicherlich nicht.

Fazit: Sehr merkwürdiger Film auf eigenartige Weise konstruiert!

Rating: ★★★☆☆

Allied – Vertraute Fremde

Max Vatan (Brad Pitt) ist Offizier im Geheimdienst im Jahre 1942 in Casablanca. Dort verliebt er sich in die französische Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour (Marion Cotillard). Als sie Jahre später als Ehepaar zusammen leben erhält Max die Information daß Marianne vermutlich eine Doppelagentin ist …

Bei der Grundkonstellation mußte ich zunächst an „Mr. & Mrs Smith“ denken bzw. an den Afang von „Brangelina“: das kam dabei rum als Brad Pitt zum letzten Mal als filmischer Teil eines Agentenehepaares zu sehen war. Aber das hat man dann hier nicht mehr: bei der Vorschau dachte ich es geht in Richtung Kriegsfilm, das stimmt so aber auch nicht. Der Film erweist sich als eine Kombination aus Thriller und ein wenig Romanze die zufällig zum Zeitpunkt des zweiten Weltkrieges spielt, es gibt ein paar Kriegsszenarien wie Schießereien oder einen Bombenangriff, aber das läuft so eigentlich nur nebenbei ab. Hauptsächlich ist es eine Sache bzw. eine Frage die den ganzen Film bestimmt und dominiert: ist sie eine Spionin oder nicht? Die Frage wird nach der etwas gedehnten ersten Hälfte aufgeworfen, da macht dann auch Brad Pitts Figur eine für mich etwas zu heftige Wendung durch, aus dem stahlharten Kerl wird plötzlich ein unsicheres Nervenbündel. Trotzdem weiß der Film zu fesseln und bewegt sich auf ein spannendes Finale hin. Man merkt nur daß gerade in der ersten Hälfte deutlich knapper etwas besser gewesen wäre.

Fazit: Spannend, dehnt seine Story aber nur auf die Lösung der einen Frage hinaus und ist insbesondere in der ersten Hälfte stark gebremst!

Rating: ★★★☆☆

Hell and High Water

Aus einem finanziellen Notfall heraus reisen die Brüder Tanner (Ben Foster) und Toby Howard (Chris Pine) durch Mexiko und rauben Banken raus. Damit erregen sie das Interesse das Texas Rangers Marcus Hamilton (Jeff Bridges) der sich mit seinem Parter Alberto (Gil Birmingham) auf die Jagd des Duos macht …

Ich sah diesen Film in einer Sneak Preview ohne je davon gehört zu haben und war somit auch relativ unschlüssig in welche Richtung das Ganze gehen sollte – lustig, spannend oder dramatisch. Ohne dieses Wissen merkte ich recht schnell daß ich einen Film sehe der sich in diesem Punkten nicht ganz sicher zu sein scheint: die Handlung hat im Grunde einen Drama Unterbau, tendiert oftmals in Richtung Thriller, bringt aber insbesondere mit Jeff Bridges Figur einen hohen Humorfaktor rein. Wirkt auf mich etwas unentschlossen, hat mir aber trotzdem gefallen: der Film ist nicht auf Action, laue Gags oder Gewalt raus, sondern etabliert ausgebaute Figuren die aus nachvollziehbaren Motiven ihre Tagen vollbringen – und Filme die einem einfach nur was erzählen wollen haben mittlerweile auch einen gewissen Seltenheitswert. Ebenso könnte man es kritisieren daß etwa Ben Foster als durchgeknallter Waffenschwinger oder Jeff Bridges als kauziger Marshall etwas fantasiearm genau nach ihren typischen Rollenbildern besetzt wurden, aber auch das ist eigentlich kein Klagegrund. Letztlich ist dies ein brauchbarer Film der nicht unbedingt im Kino zu schauen ist, als kurzweiliges und abendfüllendes Machwerk aber restlos in Ordnung geht.

Fazit: Solider Thriller mit Dramaanteil, von guten Darstellern sehr gut getragen!
Rating: ★★★☆☆

High-Rise

Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) zieht frisch geschieden in die oberen Stockwerke eines Hochauses ein in dem nach niederer Klasse, Mittelklasse und Oberschicht strikt getrennt wird. Diese Gesellschaftsform führt allerdings zu straken Konflikten die bei einem Stromausfall restlos eskalieren …

Filme wie dieser begegnen mir mittlerweile immer öfter: Titel die von der Presse unfassbar hoch in den Himmel gehoben werden, von niveauvollen Kritiken mir Lobeshymnen überschüttet werden – und ich sitz davor und denke mir: hähhh? Im Falle von „High-Rise“ kann ich mir wenigstens noch einen Rettungsanker greifen und sagen: joa, das was angekündigt wurde, eine Gesellschaftssatire die in einem Hochhaus passiert, ist alles restlos zugegen – nur ich kapiere nicht ein Stück davon und habe auch keine Lust mir den Film jetzt wieder und wieder anzuschauen um vielleicht Zugang zu erlangen. Ich finde Tom Hiddelston toll, als Darsteller generell sowie in diesem Film, aber ich kapiere weder seine Funktion noch die Richtung in die es hier gehen soll so wie ich den ganzen Film schlußendlich als ein bizarres Figurenkabinett auffasse die zwar allesamt ihren Grund und ihre Herleitung haben mögen, mich aber recht schnell außen vor ließen und ich zurückblieb. Deswegen: wer sich in so einen sperrigen Titel „reinarbeiten“ kann soll es gerne tun, mache ich keinem schlecht. Ich selber konnte damit von oben bis unten und von Anfang bis Ende rein garnichts anfangen.

Fazit: Schräges Gesellschaftsbild in Form eines krassen, aber nur schwer zugänglichen Titels!
Rating: ★★☆☆☆

True Story – Spiel um Macht

Der Journalist Michael Finkel (Jonah Hill) begeht einen fatalen Fehler als er bei einem Artikel statt Fakten eigene Überlegungen anbringt Trotzdem bekommt er die Chance über den inhaftierten Christian Longo (James Franco) zu berichten der seine Familie umgebracht haben soll. In den Gesprächen zwischen den beiden entwickelt sich eine eigenartige Beziehung …

Relativ braver Normalo geht auf Tuchfühlung mit einem vermutlichen Psychopathen – ein Thema das es schon öfters gab und das in verschiedener Weise ausgeführt wurde. Es mag einen hier stark an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnern, doch dieser hier ist ganz anders inszeniert: die Verhöre geschehen bei viel hellerer Beleuchtung; in viel ruhigerer Tonlage. Des weiteren fußt dieser Film auf einem wahren Fall und hat noch im Nebensatz das Thema Medien, was ist wahr, was ist falsch und wie wird es dargestellt? Der Film macht aus diesen Themen nicht besonders viel; aber eben auch nicht nichts: es ist ein passabler, brauchbarer Titel, interessant besetzt und gespielt und auch sehr spannend wenn man den wahren Verlauf nicht kennt. Aber ebenso wenig bleibt er wirklich im Kopf haften und ist am Ende ein solider Durchschnittsthriller. Nicht mehr oder weniger.

Fazit: Kleiner Thriller mit gut agierenden Hauptfiguren und beiläufiger Medienkritik!
Rating: ★★★☆☆

Jack Reacher – Kein Weg zurück

Der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher (Tom Cruise) besucht seine Nachfolgerin Major Susan Turner (Cobie Smulders) in Washington und stellt überrascht fest daß diese wegen Verrat inhaftiert wurde. Reacher befreit Turner und beginnt mit ihr die Hintergründe des scheinbaren Komplotts zu ergründen …

Da ist Tom Cruise wieder mal in seinem wirtschaftlichen Element: er etabliert eine Buchreihe als Kinoserie von der er stets neue Teile raus hauen kann und könnte, ausreichend Material ist wohl schon vorgeschrieben und die Rolle bzw. die Hauptfigur kann man bestens auf ihn anpassen.  Und inhaltlich ist das ganze ohnehin die pure Blaupause: er spielt einen Ermittler der eine Verschwörung im Militärbereich aufklärt, unterstützt von einer Frau die ebenfalls betroffen ist, gleichzeitig gibt’s noch eine familiäre Story dran da eine bislang ungeahnte Tochter auftaucht und eben ein böser Schurke im Nacken sitzt. Was dann folgt ist geradlinige Thrillerkost von der Stange, ein wenig Ballern, ein wenig Action, ein paar Wendungen, dann läuft der Abspann. Langweilen tut der Film nicht; aber er setzt auch zu einem Zeitpunkt irgendeinen markanten und nennenswerten Schwerpunkt. Auf zum nächsten Teil? Kann man ebenso machen wie seinlassen …

Fazit: Völlig austauschbarer und geradezu keimfreier Film der keinem nutzt und keinem schadet!
Rating: ★★☆☆☆