Archiv der Kategorie: Thriller

Das krumme Haus

Privatdetektiv Charles (Max Irons) kehrt aus dem Zweiten Weltkrieg zurück und hört von seiner Verlobten Sophia (Stefanie Martini) das deren Großvater umgekommen ist. Da Sphia erst heiraten mag wenn der Fall geklärt ist beginnt Charles mit den Ermittlungen …

Ich habe mich nie entscheidend mit den Werken von Agatha Christie befasst; ebenso wenig mit den Verfilmungen. Lediglich „Mord im Polarexpress“ ist mir untergekommen, aber wohl auch nur dadurch daß der Film zu einem entsprechenden Hit hochstilisiert wurde. Das mag der Grund sein warum dieser hier nun für die Leinwand verarbeitet wurde der mir wie eine sehr gebremste Version des Zugkrimis erscheint: ein freundlicher und aufrichtiger Detektiv ermittelt in einem Haus voller schräger Charaktere und sucht dort einen Mörder. Es werden in langen, ruhigen Dialogen mehr und mehr exzentrische Charaktere aufgebaut, Hinweise gestreut und so fügt sich nach und nach ein Gesamtbild. Das erschien mir oftmals eher langweilig weil mir die Figuren trotz populärer Darsteller eher unangenehm vorkamen, mag aber durchaus sein Publikum finden. Christies Geschichten scheinen zwar nicht nennenswert aktuell zu sein, kommen aber solide konstruiert und durchdacht daher.

Fazit: Passabler Krimi mit exzentrischen Figuren und krassem Ende.

Under the Silver Lake

Sam (Andrew Garfield) lernt die eigenartige Sarah (Riley Keough) kennen – nach einer gemeinsamen Nacht ist sie aber verschwunden. Doch sie hat ihm Hinweise hinterlassen so daß er auf eine merkwürdige Reise durch Los Angeles geht um sie zu finden …

Ein junger Mann sucht eine Frau, streicht durch die Gegend, sammelt Hinweise und kommt einem absurden Geheimnis auf die Spur. Das ist kein wirklicher Thriller, kein wirklicher Krimi, es ist eher eine Stimmung – und zwar eine die mich nicht wirklich erreicht hat. Ich war überrascht darüber wie viele Szenen draußen im sonnendurchfluteten hellen Setting spielen, das hätte ich mir dunkler erwartet, ansonsten hat mir Andrew Garfield sehr gut gefallen. Dies ist wieder ein Kunstfilm der nicht für die breite Masse taugt, aber ein eingeschränktes, spezielles Publikum. Ich gehöre nicht dazu.

Fazit: Eigensinniger Kunstfilm der sich nicht jedem auftut!

King of Thieves – Ein letzter Job

Altganove Brian Reader (Michael Caine) will noch einen letzten Raubzug begehen – und zwar den größten Diamantenraub aller Zeiten in England. Deswegen sammelt er sich ein Team aus anderen in die Jahre gekommenen Gangstern zusammen …

Basierend auf einem wahren Fall der im ersten Moment unwahrscheinlich spannend klingt: der Film stellt nach wie ein paar ältere Typen im Jahre 2015 den spektakulärsten Raub in Englands Geschichte begingen. Mit Darstellern wie Michael Caine, Michael Gambon, Jim Broadbent und Ray Winstone hat man sich auch einen sehr attraktiven Cast zusammengesucht – leider aber für einen Film der alle Chancen die er hat versemmelt. Er entscheidet sich leider nicht was er sein will: eine Nacherzählung, ein Krimi, ein Thriller, eine Komödie … und enthält somit Anteile von allem, bringt aber nichts davon zu einem homogenen Ganzen. Die Vorfälle selbst sind nicht wirklich ereignisreich und werden dann immer undurchsichtiger. Irgendwie betrügt hier jeder jeden und legt sich mit jedem der anderen an – da die Darsteller und die Figuren aber unwahrscheinlich unangenehm sind werden einem deren Belange auch relativ egal, besondere Ereignisse bleiben auch aus. Somit ist der Film am Ende nichts richtig.

Fazit: Tolle Vorgaben die aber in einen redseligen und steifen Redefilm münden ohne Herz oder Spannung!
Rating: ★★☆☆☆

Assassination Nation

Ein Hacker knackt die sozialen Medien des Städtchens Salem und bringt intime Geheimnisse der Leute raus, auch der Highschool-Schülerin Lily (Odessa Young). Der Verdacht fällt schnell auf Lily und ihre Freundinnen Sarah (Suki Waterhouse), Em (Abra) und Bex (Hari Nef). Schon bald müssen sie sich gegen die Bewohnernder Stadt zur Wehr setzen …

Ich gebe ja oft und gerne zu wenn mich Titel überfordern, das passiert besonders bei etwas ungewöhnlichen und speziellen Filmen – und ist hier wieder erfolgt. Das Kernthema ist einfach und trotzdem wichtig: sei vorsichtig mit dem was du online stellst. In den falschen Händen können deine Daten zu unfassbaren Katastrophen führen und furchtbare Folgen haben. In diesem Film entfesseln die freigeschalteten persönlichen Daten einer Kleinstadt eine unglaubliche Ereigniskette die auch schnell zu Gewalt, Mord und anderen Exzessen führt. Dabei ist der Film rasend schnell geschnitten und zappt dabei von Szenario und Szenario – so daß man bei eventueller Unaufmerksamkeit sehr schnell völlig den Faden verlieren kann. Dies ist mir leider passiert weswegen ich den Film nur sporadisch kommentieren mag: als ein wildes Bildergewitter, eine krasse Satire und eine filmische Warnung vor dem Mißbrauch sensibler Daten – allerdings in einer sehr speziellen Form präsentiert.

Fazit: Die im Kern wichtige Botschaft funktioniert, der Film selbst ist ein Flackerstakkato daß manchen überfordern könnte.

The Highwaymen

In den 1930er Jahren streifen Bonnie und Clyde durch die USA und hinterlassen eine blutige Spur. Um dies zu beenden werden die ehemaligen Texas-Ranger Frank Hamer (Kevin Costner) und Maney Gault (Woody Harrelson) wieder in den Dienst geholt und auf die Fährte des mordenden Gangsterpaar geschickt …

Trotz einer längeren Planungsphase kommt dieser Film, trotz der hochkarätigen Besetzung, direkt zu Netflix. Ich kanns verstehen aber in dem Falle auch sehr schätzen: das Ding könnte man einem jungen Publikum nicht verkaufen, aber ein älteres Semester wie mich spricht es sehr an da der Film so tut und so ausschaut als sei er vor 20 Jahren entstanden, also ein Costner Altwerk daß mir nur noch nicht untergekommen ist. Als solches, mit der Umgebung und Zeit in der er spielt lieferte er bei mirs chonmal großes Nostalgiegefühl. Das braucht es auch da die historisch belegte Jagd auf das Killerpärchen Bonnie und Clyde sehr erteignisarm bleibt: zwei Ermittler fahren durhc die Gegend, eigentlich nur über Landstraßen und Felder, dazu viel Gerede mit Anwohnern und Zeugen, zwischendurch ein wenig Gemeuchel und am Ende gibt’s das historisch bekannte Ende. Mir hats Gefallen, auch wenn dem Film ein paar Minuten weniger sicher gut getan haben, und sich nicht jeder an einem altmodischen Road Movie so erfreuen dürfte.

Fazit: bewußt altmodischer, sehr langsam und etwas überlagn erzählter Krimi!
Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Aj_rEnRAe8s

Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula

Lula Pace (Laura Dern) und Sailor Ripley (Nicolas Cage) liegeb sich von ganzem Herzen, aber ihre Mutter Marietta Fortune (Diane Ladd) möchte sie unbedingt trennen. Sailor und Lula brennen daraufhin durch und begehen einen absurden Trip bei dem sie auch auf den den dubiosen Bobby Peru (Willem Dafoe) treffen …

Ich sah den Film als Teenager einmal, allerdings bevor ich Nicolas Cage als meinen damaligen Lieblingsdarsteller entdeckte (das geschah erst mit „The Rock“). Vielleicht ist es auch die hier erfolgte Synchronisation mit der Stimme von Rolf Zacher durch die Cage damals nicht richtig cool wirkte. Dabei hat der Film doch einen ganz anderen Schwerpunkt: den Regisseur. David Lynch gilt bis heute als Meister des mysteriösen und des verstörenden Kinos und diese Einflüsse sind hier natürlich auh zugegen. Wobei der Film, verglichen mit anderen Lynch Werken, geradezu geradlinig ausfällt: ein junges Paar flieht und erlebt diverse Abenteuer auf der Flucht, einige populäre Darsteller tauchen in Nebenrollen auf und das wüste Spiel wird öfters mal durch märchenhafte Einspielungen ergänzt. Kein simples Spaßkino, kein leicht zugänglicher Film – sehr wohl ein kleiner Klassiker.

Fazit: Schräger Film mit teils verrückten Ideen!
Rating: ★★★★☆

Intrigo – Tod eines Autors

Übersetzer David Moerk (Benno Fürmann) läßt sich vom Kollegen Henderson (Sir Ben Kingsley) bei seinem Roman helfen als er beauftragt wird ein Manuskript des Schriftstellers Germund Rein zu übersetzen. In dessen Werk kommt David einer grausamen Geschichte auf die Spur …

Das klingt ja spannend: die Basis ist ein skandinavischer Roman der nun als Serie ins Kino kommen soll, dies kommt nun als internationale Verfilmung die ausschaut wie ein ZDF Fernsehfilm, in der aber Ben Kingsley mitspielt … und zahlreiche bekannte deutsche Nasen wie Veronica Ferres und inbesondere Benno Fürmann. Letzterer als Protagonist und derjenige der die verschachtelte Story tragen muß, das aber garnicht schlecht macht. Der Film selsbt baut ein großes Geheimnis auf um einen scheinbaren Mord, verschachtelt die Lösung noch mit Rahmenhandlungen und diversen Verwirrtatktiken. Keine neue Sache, aber solide konstruiert und rübergebracht. Bleibt dabei natürlich recht actionarm, aber auf dem Level eines guten TV Films gesehen geht der Film auf ganzer Linie in Ordnung.

Fazit: Spannender Thriller mit guter Besetzung und solider Pointe – nie besonders, aber immer solide!

Hard Powder

In einem Skigebiet in den Rocky Mountains bricht das Leben des Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) zusammen als sein Sohn ermordet wird. Nels kommt schnell dahinter daß DrogenkönigViking (Tom Bateman) dahinter steckt und beginnt einen blutigen, brutalen Rachefeldzug gegen dessen Leute der schon bald ganz andere Leute mit einschließt …

Der Film könnte im Grunde ein ganz normaler, weiterer Liam Neeson Titel sein; wobei dieser klarstellte daß es seine letzte Rolle im Actiongerne sein sollte. Die Handlung vom braven Vater der seinen Sohn verliert und daraufhin die Unterwelt aufmischt klingt typisch, der Trailer in seiner witzigen Darstellung läßt dann aber ahnen daß es nicht ganz so wird wie erwartet. Und so ist es auch – aber nicht unbedingt nur gut. Zu Begin ist alles wie erwartet: den schweigsamen Helden ereilt die Nachricht vom Tode seines Sohnes und daraufhin meuchelt er ein paar Schuldige – dann aber geht der Fokus weg von Neeson, zeigt diverse Gangstergestalten und Gangsterclans und dokumentiert wie alle diese nun reagieren und eine blutige Handlung die nächste nach sich zieht. Mich selber irritiert die Nummer sehr: ich nehme es Neeson nicht ab daß er einen trauernden Vater spielen soll, dazu ist seine Figur mir zu sachlich. Die Handlung hat in der Tat keine großen Actionmomente und der Runninggag daß jeder getötete Charakter eine Einblendung bekommt erschöpft sich schnell. Ebenso wird es zum Handicap daß der Antagonist zwar eine gute Rolle ist und netten Text hat, aber nur relativ bleich gespielt wird. Spaß macht der Film trotzdem wegen einiger Szenen und Momenten, nur eben einen konsequenten und geradlinigen Titel sieht man hier nicht.

Fazit: Überkonstruierter Film mit zu vielen Nebenhandlungen und wenig Fokus auf der Hauptfigur!

Stolen

Will Montgomery (Nicolas Cage) wird aus dem Gefängnis entlassen und von seiner Vergangenheit eingeholt als ein ehemaliger Kollege seine Tochter entführt und das Diebesgut eines alten Raubs einfordert. Zusammen mit seiner (Malin Akerman) muß Will das Geld auf kriminellem Wege besorgen …

Beim Vorspann ließen mich zwei Details kurz wehmütig werden: auch wenn Con Air nie ein guter Film war ist er bei mir mit einer persönlichen Nostalgie gesegnet und somit war es für mich durchaus eine schöne Sache zu sehen daß der dortige Regisseur Simon West und Nicolas Cage nochmal gemeinsam einen Film drehen. Aber natürlich muß man dann gleich die Erwartungshaltung runterdrehen: es ist einer der Cage Thriller die der Mann seit Jahren dreht um die Miete zu zahlen. Allerdings: auf einer langen Liste seiner miesen Titel ist dieser noch einer der klargeht. Ein kleiner, harmloser Thriller über einen Ganoven dessen Tochter entführt wird und die er dann recht aufwendig retten muß. Ein wenig Action, ein paar Sprüche und Cage als solidem Helden, ohne seine üblichen Ausraster – da ist nichts dran verkehrt, aber auch nichts besonders. Deswegen: versuchen kann mans, obs sich trägt … ist jedem selsbt überlassen.

Fazit: Typischer Cage Thriller von der Stange ohne besondere Eigenschaften, aber im Rahmen der Möglichkeiten ganz passabel.

Dying of the Light – Jede Sekunde zählt

Bei CIA-Agent Evan Lake (Nicolas Cage) wird Demenz diagnostiziert wird. Trotzdem versucht er seinem jungen Kollegen Milton Schultz (Anton Yelchin) im Kampf gegen den Terroristen Muhammad Banir (Alexander Karim) beizustehen …

As usual: irgendein günstiges, simples Drehbuch, in dem Falle der Versuch eines Agententhrillers und Nicolas Cage sagt schnell zu da er wieder ein paar Rechnungen zu begleichen hat. Allerdings ist es diesmal auch wirklich eine verbriefte „Altersrolle“ da Cage einen alternden Agenten spielt der an Demenz erkrankt ist und einen Terroristen noch rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen will. Die aufgrund der Krankheit auftretenden Ausraster passen dann dabei auch komplett und sehr gut in sein übliches Rollenschema. Dabei hat er einen jugendlichen Kollegen der ihn unterstützt, was man als Zuschauer aber mit einem traurigen Seufzen sieht: es ist der mittlerweile verstorbene Anton Yelchin. Von diesen menschlichen Parts wird man eher abgelenkt so daß man nicht groß auf die Story schaut. Das ist eine völlig austauschbare Agentenkiste vom Reißbrett bei der es schon fast nichts mehr macht daß es Streitigkeiten im Hintergrund gab und sich die Stars vom fertigen Werk distanzierten. Macht echt nichts, Leute: hat keiner gesehen.

Fazit: Bleicher, uninteressanter Thriller, ein typisches Cage Produkt!