Archiv der Kategorie: Thriller

Spielmacher

Durch kriminelle Machenschaften hat sich Ivo den Traumeeiner Karriere als Fußballer (Frederick Lau) verdorben. Dann aber plant er Nachwuchskicker Lukas (Mateo Wansing Lorrio) zu fördern und landet obendrein bei dessen Mutter Vera (Antje Traue). Allerdings wird seine kriminelle Vergangenheit zum Problem …

Bei Filmen die ind er deutschen „Unterwelt“ spielen erlaube ich mir von Anfang an immer eine sehr hohe Skepsis, weil ich befürchte daß diese versuchen amerikanische Vorbilder abzubilden und dabei extrem überhöht geraten und dabei die Glaubwürdigkeit verloren geht. Dies stellt keinen solchen Fall da: Frederik Lau gibt mit bewusst gebremstem Spiel einen Ex-Fußballer der nach schlimmer Vergangenheit aus dem Gefängnis kommt, in die Glücksspielszene gerät und gleichzeitig sein dortiges Gangsterleben wie auch die Freundschaft zu einem jungen Spieler und die Beziehung zu dessen Mutter geregelt bekommen muß. Dabei fällt das Ergebnis bemerkenswert stimmig aus: der Strudel an Konsequenzen der hier losgetreten wird ist durchweg plausibel, wird in langsamem, aber nicht langweiligem Tempo berichtet und mit Oliver Massuci hat der Film einen wunderbaren Antagonisten der gleichzeitig grundböse wie hoch charismatisch erscheint. Deusches Kino wie es selten daher kommt: spannend, aufs Nötigste reduziert und auf eine gewisse Weise sogar sehr menschlich.

Fazit: Mag ein paar Klischees enthalten, ergibt aber einen stimmigen, spannenden und kraftvollen Film!

Rating: ★★★★☆

Das Spiel

Jessie (Carla Gugino) will mit ihrem Mann Gerald (Bruce Greenwood) übers Wochenende in ein abgelegenes Haus am See. Ein mißratenes Fesselspiel droht allerdings zur Gefahr zu werden …

Die gepolsterte Version von 127 Hours: eine Frau liegt angekettet auf einem Bett und muß einen Weg finden um am Leben zu bleiben. Ich habe aber den Eindruck daß man hier einfach alle theoretischen Szenarien aufgeschrieben hat auf die man hinausgehen könnte und hat diese alle in den Film gepackt ohne einen plausiblen Schwerpunkt zu setzen. Und so hat die betroffene Person einen Survival Plot in dem sie versuchen muß an das rettende Glas Wasser zu kommen und sich irgendwie vom Bett zu lösen, gleichzeitig befindet sie sich in einer nervigen Dauerdiskussion mit einer Halluzination des gerade gestorbenen Ehemanns sowie einem Abbild von sich selbst, ebenso schleicht ein Monster im Haus rum und es kommt ein Flashback in dem es lediglich um Kinderschändung geht … wtf? Ich will natürlich wissen ob die Frau überlebt, der Weg bis zur Antwort ist ein absurder Handlungswirrwarr, stellenweise zu glatt, stellenweise unfreiwillig komisch … und zu keienr Zeit in Gefahr witzig sein zu können.

Fazit: Katastrophaler Film der seine gute Grundidee in jeder Hinsicht verschenkt!
Rating: ★☆☆☆☆

Destroyer

Vor 17 Jahren traf FBI Ermittlerin Erin Bell (Nicole Kidman) auf Silas (Toby Kebbell) was in einem Drama endete – Als gebrochene Polizistin schiebt sie Dienst in Los Angeles – bis sie an einen Tatort kommt bei dem sie Spuren auf Silas wieder entdeckt …

Das gibt’s auch immer wieer: ein Film hat eine Idee, einen guten Gag, eine entscheidende Sache und dehnt diese auf volle Laufzeit aus. Im vorliegenden Falle ist es die altbekannte Kiste eines Ermittlers der sich in einer Mission verliert und sich körperlich, seelisch und in jeder sonstigen Weise aufreibt. Der genannte Gag hierbei: der Ermittler ist eine Frau, wird von Nicole Kidman gespielt und die bringt es auf fast schon exzessive Weise zum äußersten wenn es denn darum geht hier die „Kaputte“ zu spielen. Kidmans Spiel als völlig zerstörte Frau ist dann auch das faszinierende Element wodruch der Film ein wenig Aufmerksamkeit erfährt. Viel mehr als das gibt’s aber nicht zu betonen: ein völlig passabler, aber nicht weiter erwähnenswerter Krimiplot, ein wenig Mutter Tocher Drama am Rande und ein paar Actioneinlagen .. alles solide Ware. Trotzdem kommt sie hier ausgesprochen langsam und etwas gebremst daher.

Fazit: Recht gängiger Polizeifilm mit herausragender Performance von Nicole Kidman!

Killerman

Moe Diamond (Liam Hemsworth) arbeitet mit seinem Freund Skunk (Emory Cohen) als Geldwäscher für den Drogen-Paten Perico (Zlatko Buric). Als er jedoch unerlaubt ein eigentständiges Ding mit Skunk dreht und dieses schief geht findet er sich in einem gefährlichen Chaos wieder …

Es passiert mir manchmal in Sneakpreviews daß ich einen Film schaue von dem ich niemals vorher gehört habe. Der Vorteil ist sich auf den Film völlig unbelastet eilassen zu können, obendrein kennt man keine Storyelemente und Twists. Leider ist genau dies mir hier zum Verhängnis geworden: die Hauptfigur arbeitet als Geldwäscher, im Anfang wird kurz erklärt as er da wie tut und ich habe selber diesen Part nicht kapiert. Dadurch fühlte ich mich direkt außen vor und etwas unwohl, auch wenn dieser Part relativ schnell unwichtig wird. Leider wurde mir auch icht klar was denn nun wichtig sein soll: es wird die New Yorker Unterwelt gezeigt in der eine Figur ihr Gedächtnis verliert und sich in einem Konflikt zwischen zahllosen Gestalten wiederfindet, wobei man als Zuschauer ebenso schnell die Übersicht und den Blick verliert wer jetzt mit wem paktiert. Die wackelige Handkamera und das körnige, häßliche Bild helfen dabei auch nicht weiter, ebenso wenig wie die uninteressanten Darsteller die kaum begeistern. Lediglich der Schlußtwist versöhnt etwas, aber wie so oft bei solchen Titeln: dafür lohnt es sich eigentlich nicht einen ganzen Film durchzuhalten.

Fazit: Holpriger Thrilelr mit scheußlicher Inszenierung und hoher Verwirrungsgefahr!

Rating: ★★☆☆☆

Anna

Anna Poliatovas (Sasha Luss) ist nach außen hin ein angesagtes Pariser Model – doch in Wahrheit ist sie eine perfekt ausgebildete Auftragsmörderin des KGB. Als die CIA sie ins Visier nimmt droht alles aufzufliegen …

Bei Ansicht des Trailers und dem Zusammenzählen einiger Fakten kann man man sich recht schnell zusammenreimen was dies für ein Film ist: nach „Red Sparrow“ und „Atomic Blonde“ gibt’s erneut einen Agententhriller mit weiblicher, tougher Hauptfigur und ebenso ist der Film von Luc Besson der genau in diesem Genre mit „Nikita“, „Leon“ und Lucy bereits vorarbeit geleistet hat. Allerdings fällt der fertige Film dann doch irgendwie anders aus: klar, im Agentengenre sind alle dramaturgischen Formen von Intrigen schon genutzt worden, da kann man einfach nichts neues, frisches oder originelles anbringen, dennoch zieht Anna die richtige Entwicklung an der richtigen Stelle aus dem Hut ohne daß es unverständlich wird. Ebenso ist die verschachtelt erzählte Story komplex, wirft einen aber nicht raus. Die Actionszenen sind drin und dann eben auch etwas over the top, aber nicht so zahlrreich wie der Trailer es suggeriert. Und bei der Besetzung werden mit Saha Luss,, Helen Mirren, Luke Evans und einem wunderbar sakrastischen Cilian Murphy großartige Darsteller ins Feld geschickt. Deswegen: der eher unscheinbar erscheinende Thriller erweist sich als wendungsreich und ultraspannend.

Fazit: Großartiger Thriller der viele altbekannte Versatzstücke bestens neu aufbereitet!

Rating: ★★★★☆

Deadfall

Joe und sein Vater Mike begehen kleine Betrügereien bis eine Aktion furchtbar schief geht und Mike umkommt. Daher flieht Joe zu Mikes  Zwillings-bruder nach Santa Monica der ihn in seine eigenen kriminellen Machenschaften einspannt …

Mich hat an diesem Film sehr verwundert daß er mir nie untergekommen ist. Eigentlich war er aus vielen Gründen interessant: 1993 fing ich schon an mich für Film zu interessieren, Hauptdarsteller Michael Biehn war eh mein Held (durch die Rolle des Kyle Reese aus „Terminator“) und mit Stars wie Nicolas Cage, Charlie Sheen , Peter Fonda und James Coburn sind auch einige ppuläre Gesichter dabei. Inhaltlich ist das Ding auch nicht so unfassbar schlecht: eigentlich ist es ein humoriger Film Noir, der zwar bleischwer aus dem Off kommentiert wird, aber nie die entsprechende Tiefe hat. Dazu gibt’s eine völlig austauschbare Thriller Story mit ein paar Krimianteilen und für Nicolas Cage die Gelegenheit mal wieder den Irren zu geben (auch wenn durch die miese Synchro viel verloren geht). Als Klassiker muß man den nicht sehen, wenn man mal reinzappt lohnt sich aber durchaus ein Blick.

Fazit: Gut besetzter und leicht verstaubter Thriller!

Rating: ★★★☆☆

Looking Glas – The Watcher

Ray (Nicolas Cage) und Maggie (Robin Tunney) können den Unfalltod ihrer Tochter nicht verwinden und beginnen einen Neuanfang mit einem abgelegenen Hotel in der Wüste. Dort merken Sie schnell daß das Hotel eine gefährliche, düstere Vorgeschichte hat …

Ein einsames Motel, ein Gang hinter den Zimmern durch die man in die Räume starren kann … ich glaube dem Film wurde es zum Verhängnis daß es „Bad Times at the El Royale“ gab der im ersten Moment den gleichen Ansatz hatte. Hier geht’s aber klein und zeitsparender zur Sache indem einfach die Geschichte eines Mannes gebracht wird der eben in seinem Hotel die Gäste stalkt. Für Nicolas Cage ist das Routinearbeit die ihm keine Chance für seine typischen, irren Momente einräumt. Obendrein bekommt er als unkorrekt handelnde Hauptfigur nicht gerade die Sympathie des Zuschauers. Aber die bekommt der Film im ganzen kaum: die Geschichte ist nicht mehr als ein kleiner, harmloser Psychothriller auf TV-Niveau. Ein paar spannende Momente sind drin, das Ende ist passabel – allerdings bleibt nichts davon wirklich im Gedächtnis.

Fazit: Von Cages viele Nieten noch eine der besseren … aber trotzdem ein banaler Film ohne jede Nachwirkung!

Rememory

Star Wissenschaftler Gordon Dunn (Martin Donovan) hat eine Maschine entwickelt die Erinnerungen ungefiltert wiedergeben kann – wird dann aber tot aufgefunden. Seine Witwe Carolyn (Julia Ormond) trifft auf den merkwürdigen Sam (Peter Dinklage) der beginnt die Hintergründe aufzudecken …

Genau die Form von kleinem, unscheinbarem Film den man normalerweise in Sneak Previews zu sehen bekommt und die danach unscheinbar verschwinden um dann beiläufig in einem Streaming Portal zu erscheinen. In manchen Fällen ist das verständlich, in manchen sehr schade. Dieser hier fällt da irgendwo zwischen. Die Story besteht für mich aus zwei interessanten Parts: zum einen ist es ein klassischer Krimi bzw. Thriller mit der obligatorischen „wer wars“ Frage, zum anderen befasst sich der Film mit Erinnerungen und dem „Filter“ den man selebr drüberlegt und was wäre wenn wir Dinge in ihrer reinsten Form im Kopf behalten würden. Spannende Dinge also die in einen kleinen,harmlosen Film münden mit ein paar Wendungen, wenig Action und deutlich überschaubarer Austattung. Schön ist natürlich Anton Yelchin nochmal zu sehen, ebenso ist mit Peter Dinklage ein bekanntes „Game of Thrones“ Gesicht in der Hauptrolle – trotzdem dürfte der Film nur ein kleines Publikum erreichen.

Fazit: Solider kleiner Thriller mit spannenden Hintergrundgedanken und leichtem SciFI Flair.

Red Rock West

Michael Williams (Nicolas Cage) ist zwar grundehrlich, aber arbeitslos und am Ende. So landet er im kleinen Kaff Red Rock wo ihn Kneipenbesitzer Wayne (J. T. Walsh) fälschlicherweise für einen bestellten Profikiller hält der seine Frau Suzanne (Lara Flynn Boyle) töten soll. Michael nimmt das Geld und will die Stadt verlassen . trifft dann aber auf den wahren Killer (Dennis Hopper) …

Ich gucke ja mit einer gewissen Begeisterung alte Nicolas Cage Filme die mir nichts mehr sagen oder noch nie untergekommen ist. Dabei ist sehr oft daß Problem daß der Mann in jungen Jahren einfach keine feste Synchronstimme hatte und dadurch jedesmal völlig anders wirkt, so ist auch die hier gegebene sanfte Stimme kaum passend. Ansonsten aber stimmt hier nahezu alles: Cage spielt einen ehrlichen, guten Kerl der unschuldig in eine große Misere gerät und bei dem sich schrittweise die Katastrophe verschlimmrt. Die Coolness eines Tarantinos erreicht der Film zwar nicht, aber er entwickelt ein großartiges Thrillerszenario das sich mehr und mehr zuspitzt. Action gibt’s dabei kaum, das wird durch den lässigen Cage und die coole Umgebung total aufgefangen. Und mit den leider verstorbenen JT Walsh und Dennis Hopper in Nebenrollen mit wunderbaren Schurkendarstellern.

Fazit: Großartig-altmodischer Thriller!

rating: 4]

Verachtung

Die Ermittler Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Hafez el-Assad (Fares Fares) bearbeiten einen Fall in dem drei mumifizierte Leichen an einem gedeckten Tisch sitzen mit einem freien vierten Platz …

Der Film fußt auf einer Romanreihe von Jussi Adler-Olsen und diese bringt bald ihr achtes Buch heraus. Im Kino gabs bereits drei Romane zu sehen („Erbarmen“, „Schändung“ und „Erlösung“) und nun hat man eine nahtlose vierte Folge die im Grunde auf sicherem Terrain unterwegs ist: es werden ein paar sehr bizarr zugerichtete Leichen gefunden und die altbekannten Ermittler gehen der Sache nach. Ebenso baut der Film eine zweite Erzählebene ein in der es in die Vergangenheit geht und die tragische Geschichte eines jungen Mädchens berichtet wird deren Erlebnisse auf die Gegenwart Einfluß nehmen. Dabei ist der Film bemerkenswert unspektakulär: wir haben bekannte und sympathische Figuren die sich untereinander kabbeln, daneben aber total sachlich ermitteln und schrittweise einer grausamen Wahrheit auf die Spur kommen. Dabei ist es imposant zu was sich der Hintergrund aufbaut und wie klein dies alles beginnt. Action gibt’s zwar nahezu keine, wenn man aber die billige Umsetzung einer fetten Actionszene sieht ist man froh nicht noch mehr davon drin zu haben. Hochspannung erzeugt der Film auf ganz andere Weise – auch wenn man ein paar etwas überkonstruierte Momente dabei hat. Trotzdem: wer die bisherigen Filme kennt wird auch sicherlich an diesem viel Spaß haben; wer diesen als einzelnen Titel anschaut kann sich einfach an einem durchweg guten Thriller begeistern.

Fazit: Spannende Thrillerstory mit sympathischen Helden!