Archiv der Kategorie: Thriller

Eine Frau mit berauschenden Talenten

Patience Portefeux (Isabelle Huppert) arbeitet als Dolmetscherin für die Polizei. Bei einem Einsatz in dem ein Drogenlieferant festgenommen werden soll übersetzt sie bewußt falsch um die Ware selbst in die Finger zu bekommen. Fortan beginnt sie in der Pariser Drogenszene ihren Stoff zu verbreiten und dabei ihr eingeschlafenes Privatleben aufzupäppeln …

Die Geschichte von der einfachen, braven Person welche plötzlich in den Drogenhandel gerät – das hats schon einige Male gegeben wobei „Breaking Bad“ und „How to sell drugs online (fast)“ wohl die Referenzwerke sind. Hier ist eine französische Variante die sich aber etwas ungalant zwischen die Genres setzt: der Film hat leichte Krimianteile, ein wenig Komödie und ganz selten verstreut liegen auch Dramamomente. Eigentlich ist es aber eine Isabelle Huppert Film, der die Kamera einfach folgt und die gefühlt einfach über allem steht. Das hat aber oftmals dem Nachteil daß man ihre Figur nicht versteht: ist sie cool und steht über allem? Oder hat sie mal wirklich Angst? Immerhin macht es zwar nicht immer Sinn, sehr wohl aber durchgehend Spaß ihr bei ihrer Odysee durch die Unterwelt zuzuschauen.

Fazit: Irgendwo zwischen den Genres verortet macht der Film bemerkenswert viel Kurzweil, ist aber nicht stimmig in seinen Emotionswechseln!

Rating: ★★★☆☆

Motherless Brooklyn

Detektiv Lionel Essrog (Edward Norton) erhält im Jahre 1954 die unerfreuliche Aufgabe den Mord am Gangsterboss Frank Minna (Bruce Willis) aufzuklären, wobei nicht nur der Umstand daß er selbst für Minna gearbeitet hat zum Problem wird sondern auch seine Tourette Erkrankung …

Edward Norton mag im wahren Leben nicht wirklich der angenehmste Mensch sein, auf seinem filmischen Sektor macht ihm aber kaum jemand etwas vor. Darstellerisch hat er sich schon einige Male sehr hervorgetan, als Regisseur war er auch solide – nun kombiniert er dies und gibt gleichermaßen Regisseur und Hauptdarsteller., sowie den Drehbuchschreuber Und dies bei einem sehr speziellen Film: Bruce Willis, der zwar dick auf dem Plakat angekündigt ist, scheidet nach sehr kurzer Zeit aus dem Film und Edward Norton gibt den ermittelnden Protagonisten. Das besondere Markenzeichen ist dessen Behinderung die sich im ständigen Fluchen zeigt, was aber etwas unpassend zur restlichen Umgebung wirkt: der Film wirkt alt, altmodisch und ist unglaublich ruhig erzählt – und dann brüllt die Hauptfigur ständig Schimpfworte rein. Trotzdem paßt das alles irgendwie: es ist eine Kriminalgeschichte die lang, langsam und sehr ruhig erzählt wird, viele Stars in den Nebenrollen hat und durchaus ein gewisses Maß an Konzentration erfordert. Forderndes Kino für diejenigen die auch ein weilchen „Durchhalten“ können – das mag nicht ür jeden passen, aber das richtige Publikum weiß es zu schätzen.

Fazit: Etwas lang, aber atmosphärisch dicht und ruhig erzählt!

Primal

Der Jäger Frank Walsh (Nicolas Jage) transportiert auf einem Frachter einige gefährliche Tiere und ebenso den Auftragskiller Richard Loffler (Kevin Durand). Dieser kann jedoch entkommen und lässt dabei die Tiere frei …

Die Story klang nach so wundervollem Trash: Nicolas Cage auf einem Schiff voller wilden Tiere auf dem sich obendrein ein Verrückter herumtreibt. Leider verschenkt der Film all sein Trashpotential und wird zu einem kleinen, trivialen Thriller. Cage wirkt für seinre Verhältnisse relativ ruhig und ohne seine Besonderheiten, die Tiere kommen wenig zum Einsatz, Famke Janssen gibt in einer Nebenrolle ur zum Besten wie weit bei ihr das Botox gewirkt hat und der Schurke ist ein uninteressanter Filmkiller von der Stange. Wirklich schade, aber kaum zu ändern: dieser Thriller ist nur ein handzahmes Kätzchen.

Fazit: Trivialer Thrillermurks mit gebremst agierendem Cage!

Rating: ★★☆☆☆

The Gentlemen

Der amerikanische Drogenbaron Mickey Pearson (Matthew McConaughey hat sich eine gut laufende Marihuana Sparte in Lonon errichtet – will aber künftig nur noch fpr seine Frau Rosalind (Michelle Dockery) da sein. Die Suche nach einem Käufer für seine Plantagen gestaltet sich als schwierig …

Guy Ritchie kehrt zurück auf das „Niveau“ und das Level seiner frühesten Filme, eben diesen kleinen, pfiffigen und flotten Gangsterstreifen. Gemessen an seinen alten Filmen ist dieser hier eine Art light Version, aber durchaus in zufriedenstellender Form. Es wird sehr ausführlich eine sehr verschachtelte Gangsterstory erzählt, es treten überraschende Wendungen auf, ein paar sehr gute Gags und ebenso einige Twists. Einen Haken sehe ich in der Besetzung: der Film zeigt zwar eine ganze Handvoll Stars in extrem coolen Rollen, im Grunde hat man aber keine rechte Hauptfigur und so ist bei manchen der Anteil am Film überschaubar (z.B. Colin Farrell). Wer sich hiermit aber eine Art Retrofeeling und Erinnerung an alte Titel des Machers zurückholen mag dürfte dies hinbekommen, als harmloser Unterhaltungsfilm geht dieser wohl soweit klar. Es könnte nur stören daß dieser Film außer einigen Twists nichts zu erzählen hat.

Fazit: Solider Film mit coolen Figuren und verschachtelter Erzählweise!

Rating: ★★★☆☆

Sanctimony – Auf mörderischem Kurs

Tom Turner(Casper van Dien) scheint alles zu besitzen: gutes Aussehen, einen Schlag bei Frauen und einen einträglichen Job an der Wall Street. Doch unter der Oberfläche ist er ein eiskalter, brutaler Mörde rund begeht furchtbare Bluttaten – wobei er mehr und mehr ein Spiel mit der Polizei spielt …

Die Absicht hinter diesem Film ist wohl klar: Boll versuchte im Kinomarkt mit seiner eigenen Produktionsfirma einen Fuß in die Tür zu kriegen. Dazu kratzte er ein Budget zusammen sowie eine ganze Handvoll solider B-Filmstars (die er teilweise eh in jedem Film weiter verwendete) und schrieb ein Skript welches sich diverse Anleihen aus anderen Teilen zusammensucht: da sind ein paar Referenzen zu „American Psycho“ drin, ein wenig „Sieben“ und sogar etwas von „Eyes Wide Shut“. Das montiert er zu einem Großstadtthriller zusammen in dem es im Kern wiedermal um den Polizisten geht der einen Serienmörder jagt. Dabei funktionieren einige Dinge aber ganz gut: gerade Michael Pare gibt einen stabilen Helden ab (auch wenn er zu Beginn in einer Szene in der er sich entblößen muß geradezu demontiert); Casper van Dien als brutaler Killer ist zwar nur ein Schmierlappen, aber eben einer der funktioniert. Wie auch der ganze restliche Film der zwar auf dem Niveau einer durchschnittlichen TV Produktion passiert, aberwenn man die Nummer  eben ohne gesteigerte Ansprüche angeht könnte es (gerade bei der knappen Laufzeit) schlimmer kommen.

Fazit: Kleiner Thriller auf TV Niveau der hohen Vorbildern nacheifert!

Der Unsichtbare

Cecilia (Elisabeth Moss) lebte mit einem Mann zusammen der sie drangsaliert und unterdrückt – dann aber Selbstmord begeht. Die vermeintliche Ruhe danach wird für Cecilia schnell zur Bedrohung als um sie rum merkwürdige Dinge passieren. Sie bemerkt dass ihr ehemaliger Partner sich hat unsichtbar machen können und ihr so nachstellt …

Der Film hat seinen Spoiler im Titel, da es um einen Mann geht der seine Ex-Freundin stalkt, nur eben daß er Verfolger die Möglichkeit hat sich unsichtbar zu machen. Aus einem anderen Blickwinkel hätte man den Film wohl mit diesem Umstand als Pointe aufbauen können, hier weiß der Zuschauer von Anfang an worum es gehen wird und auch der Hauptfigur wird das schnell klar. Daher schiebt der Film seinen Fokus auf seine Stärken: zum einen ist das Elisabeth Moss die eine unkonventionelle Heldin gibt, eine geschundene Frau der man das Leid welches sie erlebt hat ansieht, auf der anderen Seite ist es die Hilflosigkeit der Lage ausgeliefert zu sein: isoliert, mit einem übermächtigen Gegner und keinem der einem glaubt. Aus diesen simplen Versatzstücken zieht der Film eine unglaublich effektive Spannungskurve, baut auch zu Beginn innerhalb weniger Schnitte und Momente eine unglaublich spannende Situation auf. Zusammen mit soliden Effekten und einer insgesamt tristen, Stimmung bekommt man hier zwar nichts worüber man dann groß nachdenken müßte, aber sehr wohl ungemein effektives Spannungskino.

Fazit: Effektreich, humorbefreit und auf simpelste Weise überaus effektiv!
Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir; https://www.youtube.com/watch?v=U7FmkUhSgrE&t=2s

Nachtfalken

Deke DaSilva (Sylvester Stallone) und Matthew Fox (Billy Dee Williams) sind erfahrene Polizisten auf den Straßen von New Xok und wrden gebeten, beim Kampf gegen den Top-Terroristen Wulfgar (Rutger Hauer) zu unterstützen. Dies ist der Auftrakt zu einer unglaublichen Jagd …

Das ist wohl ein Film aus einer Zeit in der man Sylvester Stallone nicht gleich mit allen Actionrollen in Verbindung brachte. Dies ist ein Krimi bzw. ein Thriller in der er einen normalen Helden spielt, einen Polizisten der sich sogar hier und da von der Gewalt distanziert und sie nicht anwenden möchte. Auf der anderen Seite haben wir Rutger Hauer als Satan in Menschengestalt, der einen aalglaten Schurken spielt der einfach nur böse des böse seins halber ist. Das mag aus heutiger Sicht etwas eindimensional wirken, zu meckern gibt’s aber am Film trotzdem wenig. Natürlich ist er ein Relikt seiner Zeit, d.h. die Musik und die Outfits wirken natürlich etwas altmodisch und mitunter befremdlich, aber es macht Spaß diese bewährten Darsteller (auch Billy Dee Williams) in jünger und vital zu sehen.

Fazit: Geradliniger Thriller mit Stallone in eher ungewohnter Rolle!

21 Bridges

Ein furchtbarer Tag für as New Yorker Polizidepartment: es werden acht Gesetzeshüter getötet. Der ermittelnde Detective Andre Davis (Chadwick Boseman) läßt alle 21 von New York zum Festland schließen um so die Täter in der Stadt einzuschließen …

Ein knallharter Copfilm der die tragischen Ereignisse einer New Yorker Nacht wiedergibt … eigentlich nichts besonderes, aber das muß es ja auch nicht. An sehr vielen Stellen liefert der Film Momente in denen Entscheidungen anstehen, etwa ob der Polizist die Bösen jetzt in diesem Moment oder erst später kriegt – und welcher Weg eingeschlagen wird ist soweit unerheblich, man weiß eben nur nicht welcher Weg nun genommen wird. Und so setzt sich der Film ein Baukastenszenario zusammen in dem man zwar nie etwas entdeckt was nicht andere Filme wie Copland, Verhandlungssache oder Dark Blue schon vorbereitet haben, was aber dennoch spannend ausfällt. Zumal der Film recht schnell ein zu erwartendes Szenario entwirft das dann aber doch durchbrochen wird. Solide gespielt, mit soliden Actionmomenten und ohne falsche Schaueffekte entsteht hier ein Film der das Wort solide nie verlässt, aber auf seinem Sektor gut funktioniert.

Fazit: Harter Copthriller mit schönen New York Aufnahmen und ohne neue Aspekte!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=8JxET3gCy2s

Casino

Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro) und Nicky Santoro (Joe Pesci) leben und arbeiten in Las Vegas im Jahre 1973 in der die Casinowelt eine glitzernde Fassade hat hinter der eiskalte Verbrechen geschehen. Durch die Prostituierte Ginger McKenna (Sharon Stone) verliert Ace die Kontrolle …

Nach „The Irishman“ habe ich auch diesen hier auf Netflix wiedergefunden und zum ersten Mal seit bestimmt 20 Jahren nochmal angeschaut. Es war wie ichs erwartet habe: ein großartiger, vielschichtiger Film der mich persönlich wohl etwas überfordert. Zu viele Personen, zu viele Handlungsstränge … und zu viele Dinge die mir wie selbstverständlich vorkommen sollten, mich aber eher irritieren. Damit meine ich Gebräuche, Vorgehensweisen und all die anderen Dinge die in dieser gezeigte Gangsterwelt wohl normal sind. Darstellerisch ist das alles erstklassig, ich respektiere auch wie ein Film eine solche epische Breite an Geschichten und Figuren aufbaut un es ist natürlich toll bekannte Gesichter wie Joe Pesci und Robert DeNiro in entsprechenden Rollen zu sehen. Ebenso ist es ein simpler, aber überaus effektiver Kniff daß die Hauptfigur in der Anfangsszene in die Bredouille gerät und man fast drei Filmstunden warten muss um zu wissen ob er dabei überlebt. Gerade nach dem positiven Erlebnis von „Irishman“ kann manhier nochmal einen (nostalgischen) Blick drauf werfen.

Fazit Groß angelegter Blick in eine fremde Welt!

A Score to Settle

Frank (Nicolas Cage) saß 20 Jahre im Gefängnis und ist tödlich erkrankt. Als er freigelaassen wir dwill er die Dinge mit Sohn Joey (Noah Le Gros) ins Reine bringen. Obendrein will er sich für seine nicht gerechtfertigte Inhaftierung rächen …

Bei seiner endlosen Suche nach Billigskripts hat sich Cage hier glatt mal ein taugliches ausgeguckt. Als Gangster der fast sein ganzes Leben im Knast verbracht hat und nun sterbenskrank entlassen wird spielt er eine Figur die sogar so etwas wie Tiefe und Tragik hat. Und auch wenn das Skript vorrangig darauf aus ist ihm Rache an alten Weggefährten zu ermöglichen nimmt der Dramapart hier einen großen Teil ein. Dabei geht es eben um einen Kerl der sein Leben vergeudet hat und halbwegs versucht noch Bande mit seinem drogensüchtigen Sohn zu knüpfen. Auch wenn das abgesehen von Cage relativ schlicht gespielt ist funktioniert das in vielen Szenen, ebenso dominiert Cage den Film als ein Mann der zwar nicht wirklich sympathisch ist, dabei aber plausibel handelt. Dazu gibt’s hier und da ein paar blutige Momente, auch wenn der Mischmasch dann nicht so ganz stimmig ist: für einen Thriller ists zu wenig spannend, für ein Drama mitunter zu gewaltreich, für einen Actionfilm zu ruhig … für einen Cagefilm aber schon gehobene Klasse.

Fazit: Thrillerdrama in dem Cage nochmal richtig darstellen darf als ein kaputter Mann mit Tragik!

Rating: ★★★☆☆