Archiv der Kategorie: Thriller

21 Bridges

Ein furchtbarer Tag für as New Yorker Polizidepartment: es werden acht Gesetzeshüter getötet. Der ermittelnde Detective Andre Davis (Chadwick Boseman) läßt alle 21 von New York zum Festland schließen um so die Täter in der Stadt einzuschließen …

Ein knallharter Copfilm der die tragischen Ereignisse einer New Yorker Nacht wiedergibt … eigentlich nichts besonderes, aber das muß es ja auch nicht. An sehr vielen Stellen liefert der Film Momente in denen Entscheidungen anstehen, etwa ob der Polizist die Bösen jetzt in diesem Moment oder erst später kriegt – und welcher Weg eingeschlagen wird ist soweit unerheblich, man weiß eben nur nicht welcher Weg nun genommen wird. Und so setzt sich der Film ein Baukastenszenario zusammen in dem man zwar nie etwas entdeckt was nicht andere Filme wie Copland, Verhandlungssache oder Dark Blue schon vorbereitet haben, was aber dennoch spannend ausfällt. Zumal der Film recht schnell ein zu erwartendes Szenario entwirft das dann aber doch durchbrochen wird. Solide gespielt, mit soliden Actionmomenten und ohne falsche Schaueffekte entsteht hier ein Film der das Wort solide nie verlässt, aber auf seinem Sektor gut funktioniert.

Fazit: Harter Copthriller mit schönen New York Aufnahmen und ohne neue Aspekte!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=8JxET3gCy2s

Casino

Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro) und Nicky Santoro (Joe Pesci) leben und arbeiten in Las Vegas im Jahre 1973 in der die Casinowelt eine glitzernde Fassade hat hinter der eiskalte Verbrechen geschehen. Durch die Prostituierte Ginger McKenna (Sharon Stone) verliert Ace die Kontrolle …

Nach „The Irishman“ habe ich auch diesen hier auf Netflix wiedergefunden und zum ersten Mal seit bestimmt 20 Jahren nochmal angeschaut. Es war wie ichs erwartet habe: ein großartiger, vielschichtiger Film der mich persönlich wohl etwas überfordert. Zu viele Personen, zu viele Handlungsstränge … und zu viele Dinge die mir wie selbstverständlich vorkommen sollten, mich aber eher irritieren. Damit meine ich Gebräuche, Vorgehensweisen und all die anderen Dinge die in dieser gezeigte Gangsterwelt wohl normal sind. Darstellerisch ist das alles erstklassig, ich respektiere auch wie ein Film eine solche epische Breite an Geschichten und Figuren aufbaut un es ist natürlich toll bekannte Gesichter wie Joe Pesci und Robert DeNiro in entsprechenden Rollen zu sehen. Ebenso ist es ein simpler, aber überaus effektiver Kniff daß die Hauptfigur in der Anfangsszene in die Bredouille gerät und man fast drei Filmstunden warten muss um zu wissen ob er dabei überlebt. Gerade nach dem positiven Erlebnis von „Irishman“ kann manhier nochmal einen (nostalgischen) Blick drauf werfen.

Fazit Groß angelegter Blick in eine fremde Welt!

A Score to Settle

Frank (Nicolas Cage) saß 20 Jahre im Gefängnis und ist tödlich erkrankt. Als er freigelaassen wir dwill er die Dinge mit Sohn Joey (Noah Le Gros) ins Reine bringen. Obendrein will er sich für seine nicht gerechtfertigte Inhaftierung rächen …

Bei seiner endlosen Suche nach Billigskripts hat sich Cage hier glatt mal ein taugliches ausgeguckt. Als Gangster der fast sein ganzes Leben im Knast verbracht hat und nun sterbenskrank entlassen wird spielt er eine Figur die sogar so etwas wie Tiefe und Tragik hat. Und auch wenn das Skript vorrangig darauf aus ist ihm Rache an alten Weggefährten zu ermöglichen nimmt der Dramapart hier einen großen Teil ein. Dabei geht es eben um einen Kerl der sein Leben vergeudet hat und halbwegs versucht noch Bande mit seinem drogensüchtigen Sohn zu knüpfen. Auch wenn das abgesehen von Cage relativ schlicht gespielt ist funktioniert das in vielen Szenen, ebenso dominiert Cage den Film als ein Mann der zwar nicht wirklich sympathisch ist, dabei aber plausibel handelt. Dazu gibt’s hier und da ein paar blutige Momente, auch wenn der Mischmasch dann nicht so ganz stimmig ist: für einen Thriller ists zu wenig spannend, für ein Drama mitunter zu gewaltreich, für einen Actionfilm zu ruhig … für einen Cagefilm aber schon gehobene Klasse.

Fazit: Thrillerdrama in dem Cage nochmal richtig darstellen darf als ein kaputter Mann mit Tragik!

Rating: ★★★☆☆

Kill Chain

Der Ganove Arana (Nicolas Cage) betreibt ein kleines Hotel. Eines Abends tauchen dort mehre gefährliche Gestalten auf. Arana erzählt diesen eine blutige Geschichte die direkt zu ihm führt …

Hier macht es sich Cage dann aber doch etwas (zu) einfach: bei einem 90 Minuten Film erscheint er in den ersten Minuten, verschwindet dann aus der Handlung und ist dann erst ab der Hälfte wieder dabei. Der Rest ist eine lange Rückblende in der sich ein paar fiese Gestalten nach und nach abschlachten, dabei springt auch mehrfach der Fokus von der einen vermeintlichen Hauptfigur zur nächsten – nur daß jede dieser Figuren relativ uninteressant und unspannend gerät. Wenn dann Cage dazu stößt geht es behäbig weiter, immerhin gibt’s im Showdown ein paar Szenen in denen er den bewährten, irren Spinner geben darf, das ist doch wohl was man von ihm will. Mehr als das gibt’s hier nicht: in trister Umgebung gehen ein paar fiese Schmutzfüße aufeinander los, es gibt ein paar Schießereien und einiges an Kunstblut … aber keine Spannung und keine wirklich nennenswerten Aspekte.

Fazit: Cage-Killer Thriller in dem Cage nur die halbe Zeit auftritt!

Flucht von Alcatraz

Frank Morris (Clint Eastwood) wird auf Alcatraz eingekerkert. Er erträgt mühsam die Schikanen und den schlimmen Knastalltag – und entdeckt bald eine Möglichkeit eine Flucht anzugehen …

Das ist wohl auch ein Klassiker den man mal gesehen haben sollte – ich habe es bislang nie und ihn deshalb auf Prime mal nachgeholt. Ich war positiv überrascht, mußte aber auch etwas Geduld aufbringen: das Pacing, das Tempo und alles andere ist unheimlich langsam, zumindest nach den heutigen Maßstäben. In der ersten Stunde ist das Thema Flucht garnicht so präsent, es ist einfach ein harter Gefängnisfilm der den Alltag in diesem Gefängnis zeigt, wie sehr der an der Realität dran ist weiß ich nicht. Ich war überrascht wie viele Details ich gefunden habe die mir aus typischen Knastfilmen bekannt sind, aber dieser Film ist ja quasi ein „Original“ aus dem sich viele andere bedient haben. Action gibt’s dabei nicht so viel, dafür Clint Eastwood in einer seiner besten Rollen und eine sehr spannende zweite Hälfte. Wenn man in der Lage ist sich für so einen Film interessiert zu öffnen sollte man diesen definitiv mal versuchen (wenn man ihn nicht ohnehin schon kennt).

Fazit: Sehr langsam erzählter Klassiker, mit Härte und Spannung!

Unter Verdacht

Detektiv Tony Aaron (Liam Neeson) lebt davon Männern einen Ehebruch nachzuweisen – bis bei einem seiner Jobs seine Frau (Maggie O’Neill) und eine andere Person getötet werden. Tony gerät unter Mordverdacht und entdeckt daß er Opfer eines miesen Spiels ist – und das Angeline (Laura San Giacomo) drin verwickelt ist …

Es gab Zeiten, da hatte Liam Neeson zwar schon viel gemacht, war aber trotzdem noch keine Name mit dem Mann einen Film effektiv verkaufen konnte. Obendrein war ein „Liam Neeson“ Thriller damals noch keine effektive Marke. Dieser hier schonmal garnicht, der bereits damals wie aus der Zeit gefallen wirkte: er spielt in den 50er Jahren, verströmt aber kein Feeling dieser Zeit. Als Film noir der wirklich in den 50er Jahren gedreht worden wäre hätte dieser sicherlich Potential zum Klassiker gehabt, zu seiner Erscheinungszeit Anfang der 90er war er nur ein ungewöhnlich aufgemachter Film. Einer der mich eigentlich sehr langweilig war, es war ein typer „Wer wars Thriller“ ohne Action, mit ein paar falschen Fährten und ein paar überraschend freizügigen Sexszenen. Was dann aber doch absolut überraschend war ist das Ende – da gibt’s eine knifflige Situation die ihre Spannung bis zum Limit ausreizt und eben diese Szene hat für mich den Film nachträglich nochmal aufgewertet. Wer den Film (so wie ich) auf Prime angezeigt bekommt kann mal draufschauen – auch wenn er enttäuscht, man weiß ja zu welchen Leistungen Liam Neeson später noch in der Lage war.

Fazit: Völlig austauschbarer Krimi der in seinem Schlußakt schweißtreibend spannend wird!
3 Punkte

Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses

In den 60er Jahren verschwinden in Mississippi drei Bürgerrechtler spurlos. Die FBI Agenten Anderson (Gene Hackman) und Ward (Willem Dafoe) untersuchen dies – und geraten vor Ort in eine unfassbare Atmosphäre des Hasses …

Auch dies ist einer der Titel die schon hunderte Male im Fernsehen liefen, aber mir nie richtig untergekommen sind und die ich nun mittels Prime mal nachholen konnte … und obwohl die Thematik schockierend und schlimm ist hatte ich ein leichtes Lächeln dabei im Gesicht, was aber aus dem Effekt kommt daß man in solchen alten Titeln viele Darsteller in Jung findet die man anderswo her kennt. Aber der Schwerpunkt liegt bei einer anderen Sache: einem furchtbaren Verbrechen gegen drei Bürgerrechtler und den damit verbundenen Ermittlungen. Dabei ist dem Zuschauer von Anfang an die Wahrheit bekannt, die Spannung und Wut entsteht daraus daß man sieht welche krassen Form des Hasses dort regiert. Ich war nach dem Film nur froh daß ich nicht zur besagten Zeit an dem besagten Ort gelebt habe … das ist wohl das Wertvollste was der Film einem geben kann. Einen Krimi mit dem jugnen Willem Dafoe und Gene Hackman zusehen, mit Frances McDormand in einer Nebenrolle kann aber ja auch nicht verkehrt sein.

Fazit: Kein wirklicher Krimi, mehr eine krasse Bestandsaufnahme einer katastrophalen Zeit!

Presidio

Auf einem Armeestützpunkt in San Francisco wird eine Soldatin getötet. Der Polizist Jay Austin (Mark Harmon) untersucht den Fall und gerät dabei mit dem Colonel Caldwell (SeaN Connery) aneinander mit dem er eh eine gemeinsame Vergangenheit hat. Obendrein beginnt Austin eine Beziehung mit Caldwells Tochter Donna (Meg Ryan) …

Dies ist einer der zahlreichen Titel die gefühlt ein paar hundert Mal im Fernsehen ausgestrahlt wurden, die mir aber trotzdem nie wirklich untergekommen sind und die ich nun mittels Streaming mal nachholen kann. Diesen hier konnte ich mit einem Lächeln durchschauen weil er einfach ein wundervolles Produkt seiner Zeit war: im Kern geht es um den Mord an einer Soldatin, die Schwerpunkte liegen dann aber doch woanders. Vorrangig beim Ermittler den Mark Harmon spielt (schöne Irone daß der Mensch der später mit NCIS viele Jahre lang einen Armeeermittler spielt hier als Polizist erschent der beim Militär nachforscht), dessen Vergangenheit und Liebesprobleme. Ebenso nimmt das Zusammenspiel mit Sean Connery einen großen Bereich ein, wobei das ganze zwar niemals einen Buddy Film ergibt, aus dem humorigen und verbalen Schlagabtausch aber doch einiges mitnimmt. Irgendwie ist der Film auf ganzer Linie überflüssig, ein einfacher Krimi mit typischen 80er Klischees und einer jungen, lustigen Meg Ryan … insofern: ein eigentlich nostalgisches Filmerlebnis.

Fazit: Sympathischer Standardkrimi mit leicht humorigem Grundton!

The Report

Nach den Anschlägen vom 11. September ermittelt die CIA und erreicht nicht schnell genug die gewünschten Ergebnisse. Daher gehen Daniel Jones (Adam Driver) und Senatorin Dianne Feinstein (Annette Benning) soweit und greifen auf extreme Verhörtechniken zurück …

Ich habe zwei Punkte nach denen ich einen Film gerne erfasse bzw. einteile: der Spaß bzw. Utnerhaltungswert ist eine Sache, aber ebenso kann der Inhalt oder die Brisanz entscheidend sein. Dieser Film hat den Schwerpunkt in der zweiten Sache, er zeigt eben wie Ermittler die Foltergefängnisse der USA untersuchen, deren Entstehung und Methoden offenlegen und dabei selber in die Schußlinie geraten. Setzt man voraus daß dies alles so passiert ist wie der Film es nahelegt ist seine Existenz wohl sehr wichtig, aber unfassbar viel Spaß macht der Film nicht. Driver gibt einen soliden Helden, aber auch er kann nicht verhindern daß dies eine Art Bürofilm ist bei dem man eigentlich nur Menschen im schicken Zwirn sieht die in Büros diskutieren und hier und da mal in einen Gerichtssaal wechseln. Darum könnte dieser Film wohl mehr als Titel für den Schulunterricht herhalten denn als Titel den man zur Unterhaltung schaut.

Fazit: Anschauliche Aufarbeitung eines krassen Skandals!

Rating: ★★★☆☆

Knives Out – Mord ist Familiensache

Der reiche Schriftsteller Thrombey (Christopher Plummer) wird tot auf seinem Landsitz gefunden. Als eine Woche später die Testamentverkündung ansteht rückt die gesamt, verdächtige Verwandtschaft an sowie der Detektiv Blanc (Daniel Craig) der hinter der Fassade einige Geheimnisse enthüllt …

Vor gut zwei Jahren brachte „Mord im Orient-Express“ den klassichen Agatha Christie Thriller erfolgreich auf die Leinwand zurück, während wir noch auf das Sequel „Tod auf dem Nil“ warten gibt’s mit „Knives Out“ neue Ware. Das ist zwar ein komplett neuer Film, nicht basierend auf einer Buchvorlage o.ä.; aber er arbeitet mit den klassischen Elementen: es ist ein rätselhafter Tod auf einem Landsitz passiert, es stehen eine Handvoll schräger Figuren da die allesamt Motive und Verdachtsmomente haben und ein cleverer Detektiv versucht die Fakten zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen. Dabei hat man eine sehr erlesene Auswahl an Figuren und Darsteller, trotzdem geht es hier nicht ganz auf: einige der Figuren kommen kaum richtig zur Geltung oder Entfaltung, andere bleiben am Ende recht überflüssig für die Handlung. Emotional knüpft man auch nicht wirklich mit jemandem an, sie sind halt alle effektiv fürs Puzzle, aber nicht zur emotionalen Anknüpfung tauglich. Obendrein gibt der Film fast die ganze Auflösung recht früh preis so daß es lange nichts Neues zu entdecken gibt bevor erst in den letzten Mnuten die ganze Pointe enthüllt und dabei richtig Gas gegeben wird. Schade daß man sich durch diese Durststrecke hangeln muss, trotzdem ist dies mal ein netter, cleverer und amüsanter Film ohne falsche Schauwerte von denen es gerne mehr geben darf.

Fazit: Effektives Puzzle daß zum Ende hin richtig Gas gibt, leider keine emotionale Anbindung a die Figuren ermöglicht!