Archiv der Kategorie: Psycho-Thriller

Split

Casey (Anya Taylor-Joy) und ihre zwei Freundinnen Claire (Haley Lu Richardson) und Marcia (Jessica Sula) werden vom wahnsinnigen Kevin (James McAvoy) entführt und eingesperrt. Dabei zeigt sich recht schnell Kevins Problem: er hat eine multiple Persönlichkeitsstörung und besitzt 23 verschiedene Identitäten. Während die Wesen versuchen zu entkommen entwickelt Kevin langsam eine noch gefährlichere Identität …

M. Night Shyamalan tut mir schon ein wenig leid: mit „Sixth Sense“ hat er einst in der Tat einen bemerkenswerten Film geschaffen an dem er unfairerweise bis heute gemessen wird – klar daß im Verhältnis dazu jeder weitere Film deutlich schwächer ausgefallen ist. Split gilt nun als erster Film mit dem er wieder richtige Qualität aufbringt; das stimmt zwar, macht aber trotzdem keinen herausragenden Titel aus. Ich dachte zunächst es wird ein klaustrophobischer Geiselthriller, ein verrückter Kerl der 23 Persönlichkeiten im Körper hat entführt drei Mädchen und hockt mit ihnen auf engem Raum; da sah ich schon ne Menge Potential. Allerdings zerfleddert der Film dann stark: er packt eine weitere Handlung über die Psychaterin die die Hauptfigur behandelt und leuchtet obendrein die Vergangenheit einer der Geiseln episch aus. Das ist zwar nicht uninteressant, aber hätte spannender gewirkt wenn man sich nur auf die Geiselnahme beschränkt hätte. Über James MacAvys Spiel kann man geteilter Meinung sein: sicher, er bringt das sehr gut rüber daß er 23 Gestalten in seinem Körper hat, aber diese kommen ja nicht alle voll raus. Die Gestalten die er dann verkörpert tanzen oftmals auf dem schmalen Grad zwischen bedrohlich und schwarzer Komödie. So fällt auch der ganze Film aus der für mich zumindest einfach Spannung, aber wenig mehr ist. Dafür platziert Shyamalan im Abspann einen Clou mit dem man nicht gerechnet hätte – aber auch das konnte er immer gut.

Fazit: Gut gedachter Thriller der sich in zahlreichen Nebenschauplätzen verliert.
Rating: ★★★☆☆

The Gift

Das Ehepaar Simon (Jason Bateman) und Robyn (Rebecca Hall) trifft  Simons alten Schulkameraden Gordo (Joel Edgerton) wieder. Die zunächst nette Begegnung erweist sich immer mehr als Alptraum da Gordo das Paar nicht mehr in Ruhe läßt – und schon bald ein dunkeles Geheimnis aus der Vergangenheit zutage fördert

Der Film beginnt wie eine altbekannte Nummer, eben das nette Ehepaar bei dem alles gut zu sein scheint und dann kommt der böse Psychopath der die beiden lieben quält und terrorisiert – aber dann ist die Nummer eben doch ein wenig anders. Im Hinteren Drittel gibt’s ein paar Wechsel der Schwerpunkte die zu überraschen wissen und eine Neuausrichtung der Sympathie – das sind alles in allem garnichtmal so schlechte Twists. Schade das der Film bis dahin gut 80 Minuten relativ dürfig war, mit wenig interessanten Figuren und kaum wirklichem Interesse an ihnen, obendrein ist der Film in einem merkwürdigen, farbarmen Look gehalten an den man sich so auch erstmal gewöhnen muß. Wer auf solche Psychothriller steht kann ja mal einen Blick riskieren, sollte die Erwartungen aber angemessen halten.

Fazit: Unangenehmer Film der erst zum Ende hin ein paar Überraschungen auffährt!
Rating: ★★☆☆☆

Before I go to sleep – Ich.darf.nicht.schlafen

Die 40-jährige Schriftstellerin Christine Lucas (Nicole Kidman) hat nach einem Unfall eine furchtbare Verletzung erlitten: jede Nacht wenn sie schläft verliert ihr Gedächtnis restlos alle Erinnerungen an den Vergangenen Tag so daß sie sich jeden Tag aufs neue orientieren muß. Dabei sind ihr ihr liebevoller Ehemann Ben (Colin Firth) und ein Videotagebuch wertvolle Hilfen. Durch eine Therapie beim Psychologen Dr. Nash (Mark Strong) entdeckt sie aber große Widersprüche in ihrer Welt …

Das ganze ist die Verfilmung eines Buches welches einmal als „Bahnhofsthriller“ bezeichnet wurde: eben jene Art von kurzweiligem Spannungsroman den man sich am Bahnhof schnell zulegt um die anstehende Fahrt kurzweilig zu gestalten. Und genau dies ist dann auch der Film: eine spannende Nummer an der unterm Strich nichts neu ist, aber hier wurden altbekannte Elemente und Motive neu, clever und passend zusammengeschraubt. Alle Bestandteile wie die verwirrte Frau, die undurchsichtigen Männergestalten und aufblitzende Erinnerungsfetzen sind bekannt, man weiß aber eben nicht wo die falschen Fährten gesetzt sind – und so bleibt die Spannung bis zur guten Schlußpointe erhalten. Auch darstellerisch ist das die Nummer solide, wobei Nicole Kidman vorrangig einen guten Job macht und sicherlich viele andere den gleichen Film ähnlich dargestellt hätten. Fürs Kino ist das zwar brauchbar, aber kein Muß – spätestens im Heimkino lohnt sich ein Blick aber allemal.

Fazit: Solider Thrill der den Zuschauer gekonnt mehrfach auf falsche Fährten schickt!
Rating: ★★★★☆

Enemy

Adam (Jake Gyllenhall) ist Professor für Geschichte und führt ein sehr armseliges, langweiliges Leben bei dem ihm auch Freundin Mary (Mélanie Laurent) wenig Halt gibt. Dann jedoch sieht er in einem Film einen Mann der ihm gleicht. Adam versucht Kontakt mit seinem scheinbaren Doppelgänger aufzunehmen …

Wenn ein Film nicht wirklich den gängigen Normen entspricht oder extrem merkwürdig und eigensinnig ausfällt kann man das in die eine oder die andere Richtung auslegen – wo ist es totaler Quatsch, Schwachsinn und Murks und solches und wo ist es hochtrabende Kunst? Ich weiß es nich. Das Dumme ist: ich will es nicht wissen. Mir ist der Film von Anfang bis Ende verschlossen geblieben, die Spinnenszenarien die auf ein ominöses Ende hindeuten sind mir ebenso unklar wie der Sinn des Ganzen. Ich lasse es gelten daß Jake Gylenhaal hier wieder mal eine Meisterleistung abliefert und daß da so manches symbolträchtig erscheint – aber ich hab eben keinen Einstieg in die Symbolwelt bekommen und fand den Film dann am Ende vor allem ausgesprochen langweilig und ausgesprochen sinnlos …

Fazit: Mir hats nichts gegeben – andere mögen in diesem verstörenden Film sicherlich eine Menge entdecken …
Rating: ★★☆☆☆

Stoker – Die Unschuld endet

Der emotional eher unterkühlte Teenager India (Mia Wasikowska) muß erleben dass ihr Vater bei eiem Autounfall stirbt. Bei seiner Beerdigung taucht ihr Onkel Charlie (Matthew Goode) auf der sich schon bald bei India und ihrer Mutter (Nicole Kidman) leinnistet und sie mit seinem Charme umgarnt. India ist untentschlossen da sie neben der Sorge auch fasziniert von Charlie ist …

Ähm … ja. Es wäre wohl ziemlich uncool diesen Film an dieser Stelle zu zerfetzen oder ihn runterzuputzen. Mach ich auch nicht, hat er auch garnich verdient. Aber ich bin ebenso der Typ der einerseits offen zugibt wenn er einen Film halt schlichtweg nicht kapiert hat oder sich damit nicht abfinden oder anfreunden konnte. Genau das war hier nun mal leider der Fall, wobei ich dem Film selber daran keine „Schuld“ gebe. Einerseits hab ich ihn in schlechter Laune und ohne die rechte Konzentration gesehen, zum anderen hatte ich nicht wirklich vor Augen und in Sicht was hier auf einen zukommt. Heißt in diesem Falle: ein Psycho-Thriller mit konventioneller Story und unkonventioneller Sicht. Die Story eines Mädchens das mit dem Tode des Vaers kämpft und den merkwürdigen Onkel mit einer Mischung aus Angst, Ekel, Abscheu und Begeisterung betrachet baut weniger auf hintergründige Storylines sondern fängt ein total absurdes, teilweise Verstörendes Gefühl ein und trägt dies durch brilliante Hauptdarsteller. Diese führen diese Sache dann zu einem Finale dass einem die Schuhe auszieht. Es ist nur fraglich ob man so lange durchhält: an sich ist der Film eine sehr spezielle Sache auf die sich nicht jeder unbedingt einlassen kann, wer es kann und Thriller mit psychologischer Tiefe wirklich zu schätzen weiß wird ihn mögen. Restlos daneben liegt aber wer auf Splatter oder Action hofft.

Fazit: Restlos verstörender Thrill, unkonventionell und ruhig, aber einem Finale dass in die vollen geht.

Rating: ★★★☆☆

Trance – Gefährliche Erinnerung

Der Kunst-Auktionator Simon (James McAvoy) wird engagiert vom Sammler Franck (Vincent Cassel): für diesen soll Simon ein wertvolles Goya-Gemälde stehlen. Da er sich aber nicht wie verabredet an den Plan hält geht alles schief und er wird niedergeschlagen ohne sich daran zu erinnern was eigentlich passiert ist. Da Franck aber das Gemälde haben will soll eine Psychologin in Simons Gehirn vordringen und die wichtige Information herausholen …

Danny Boyle ist einer der Regisseure mit denen ich nicht so richtig klarkomme. Seine Filme sind meist visuell sehr anstrengend, von permanenter Wummermusik unterlegt und haben oft eine eigene, fiebrige Atmosphäre. Er ist für mich keiner derjenigen die immer auf einen sinnleeren Bilderrausch aus sind, aber trotzdem fallen seine Werke für mich unter den Oberbegriff: mitunter etwas anstrengend. In diesem Werk ist dann wenigstens kein angepeilter Anspruch zu finden sondern einfaches Spannungsentertainment. Trotzdem sollte man möglichst aufmerksam dabei bleiben weil man den roten Faden schnell verlieren kann (ist mir leider irgendwann mittendrin passiert und ab da wars dann auch nur noch doof). Auch wenns ne unprominente Haltung ist, ich bleib dabei: Filme wie Inception brachten es auch fertig den Zsuchauer irgendwo zwischen Wirklichkeit und Fiktion, Wahn und und Wirklichkeit verloren gehen zu lassen aber trotzdem zugänglicher und spannender zu sein. Atmosphärisch ist diese Geschichte zwar astrein, aber trotzdem: wer Danny Boyle magg und auch so was wie (tieferen) Sinn in seinen Filmen erkennen kann der wird auch hier zufrieden sein. Ich selber wars nicht, aber ich machs mal keinem madig.

Fazit: Anstrengender Psychotrip der hohe Aufmerksamkeit verlangt (ich selber hatte sie nicht!)
Rating: ★★☆☆☆

Das Haus am Ende der Straße

Sarah (Elisabeth Shue) hat sich scheiden lassen und will mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) ein neues Leben beginnen. Daher ziehen sie in einen abgelegenen Ort und in ein vermeintliches Traumhaus dort. Dies stellt sich aber recht schnell als Fehler hinaus: der Ort birgt ein dunkles Geheimnis. Dies begann mit einem grausamen Mord und die Folgen wirken sich auch auf Sarah und Elissa aus indem zwischen ihnen unerträgliche Spannungen entstehen …

Nicht gerade die unfassbare, klassische Jugendsünde einer jungen Schauspielerin, aber trotzdem ein Film den Jennifer Lawrence nach ihrem Erfolg in „Die Tribute von Panem“ und dem Oscar für „Silver Linings“ sicherlich nicht als ihr Aushängeschild nehmen würde. Braucht sie aber vermutlich auch nicht allzu sehr zu befürchten da den Film kaum jemand wahrgenommen hat – zu Recht. Ein klassischer Psychothriller vom braven Normalo-Mutter Tochter Gespann das mit einem Psychopathen aneinander gerät in unheimlichem Umfeld – gut, daraus kann solide TV Unterhaltung gebastelt werden, im Kino reiß man damit aber eigentlich keinen mehr vom Hocker. Auch wenns darstellerisch natürlich top ist und die Atmosphäre ordentlich eingefangen und aufgebaut wird bleiben unterm Strich nur ein paar Schreie, ein paar nette Buhh Effekte und ein wenig Blut. Absolute Standardware also die keinem wehtut, aber letztlich auch keiner braucht.

Fazit: Solider Thrill auf ausgelatschten Pfaden – nicht weniger, aber keinen Deut mehr.
Rating: ★★☆☆☆

Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen

Durch Zufall lernen sich Schriftsteller Jeff Marle (Paolo Giusti) und Julie Wormser (Romy Schneider) kennen – Julie nimmt ihn sogar mit nach Hause und stellt ihn ihrem 18 Jahre älteren Mann Louis (Rod Steiger) vor. Allerdings merkt Louis nicht da0 sich zwischen Jeff und Julie etwas entwickelt. Schon bald hegen die beiden Pläne wie sie am Besten Louis ermorden können …

Eine Frau die mit einem älteren Mann verheiratet ist findet einen jugendlichen Liebhaber und beschließt zusammen mit ihm den reichen Geldsack zu melken und umzubringen … sorry, aber eine solche Story kann nichtmal 1974 besonders originell gewesen sein. Der einzige Grund warum der Film übrhaupt noch ein wenig präsent ist dürfte die Hauptrolle rein: dies ist die unvergessene (von mir eigentlich nie so richtig gekannte) Romy Schneider. Die ist natürlich eine Frau die der ganzen Thematik ein gutes Gesicht gibt, aber trotzdem: die Frau ist ein solches Herzchen dass ich ihr die eiskalte Mörderin nur schwerlich abkaufe. Ansonsten passiert um sie rum dass was in Filmen wie diesem üblich ist, mehrere Parteien mit eigenen Interessen schleichen umeinander, jeder will jeden irgendwie in die Pfanne hauen und am Ende entlädt sich alles in Gewalt. Was mir bei allem aber am meisten fehlt ist der Einsatz von Musik, der ganze Film ist geradezu komplett schweigsam auf der musikalischen Ebene – aber gehört vielleicht zur Inszenierungsart dieser Zeit. Freunde von Klassikern werden den schätzen, jeder andere ihn als verstaubten Oldie abtun.

Fazit: Mix aus Krimi und Psychothriller, aufgrund altmodischer Inszenierung heue kaum mehr zeitgemäß!
Rating: ★★★☆☆

Biester

Die steinreiche vierköpfige Fabrikanten-Familie Lelièvre lebt edel in einem Landhaus bei Saint-Malo. Eine Haushälterin fehlt allerdings noch. Mutter Catherine engagiert die junge und etwas in sich gekehrte Sophie als Hausmädchen die sich zunächst als totaler Glücksgriff erweist. Dann aber lernt Sophie die aufgedrehte Postangestellte Jeanne kennen – und die zunächst harmlose Frauenfreundschaft setzt eine unfassbar grausame Kette von Ereignissen in Gang …

Der Wahnsinn kommt auf leisten Pfoten und in der Tat dort wo man ihn nicht erwartet – nur eben dann umso heftiger und krasser. So kann ich es dem Film gar nicht vorwerfen das im Vordergrund über 90 Minuten eigentlich rein garnichts passiert – es ist die eben die lohnende Taktik das hier alles schlicht vor sich herplätschert und man gar nicht merkt was für eine unfassbare Tragödie hier aufzuziehen droht. Umso entsetzlicherist es eben dann am Ende wenn das furchtbare passiert. Da ist es sogar hilfreich das die Hauptfiguren betont steif und nüchtern und mitunter sogar Dröge wirken – das ist dann hier einfach nur eine perfekte Maskerade des Bösen. Der Film selber ist sicherlich alles andere als perfekt – sehr wohl aber ein bemerkenswertes Beispiel für unerwartete Wendungen und der Beleg wo die wahre Bedrohung sich verstecken mag.

Fazit: Psychoschocker der gar nicht wie ein solcher aussieht und bewusst das große Schocken am Ende aus dem Hut zieht!
Rating: ★★★☆☆

The Resident

Die junge Ärztin  Juliet Dermer (Hilary Swank) hat sich von ihrem Mann getrennt und zieht in ein neues Appartement in Brooklyn – mit dem Ziel ein neues Leben anzufangen. Allerdings beschleicht sie in ihrer Wohnung recht schnell ein unangenehmes Gefühl dass sie dort nicht alleine ist – obendrein lernt sie den Eigentümer Max (Jeffrey Dean Morgan) kennen der recht schnell eine Obsession nach ihr entwickelt …

Da stellt sich mir mal wieder die Frage: mußte Hillary Swank ein paar Rechnungen bezahlen? Was bewegt eine Frau die bereits 2mal den Oscar als beste Darstellerin kassiert hat sich ein solches Drehbuch aus dem sicherlich nicht geringen Stapel an Angeboten herauszufischen? Ist mir echt ein Rätsel … denn es gibt nichts was für den Film spricht. Ohne es großartig zu spoilern: es ist nix anderes als die altbekannte „netter Normalo wird von fiesem Psychopathen“ gequält“ Variante die es schon unzählige Male gab – das Einzige was an diesem Konzept natürlich ansprechend ist wie glaubhaft es erscheint, mit diesem „Das könnte mir auch passieren“ Touch. Was nützt das aber wenn die Grundlage stimmig ist, auf dieser Basis aber doch nur ein banaler Psycho-Thriller auf Fernsehniveau abgezogen wird? Nix. Und Jeffrey Dean Morgan kann nun den „Schurken“ Part in seinem Rollenspektrum ebenso abhaken – in Erinnerung bleiben wird er damit nicht. Das hätte er vielleicht von Co-Star Christopher Lee lernen müssen.

Fazit: Klischeetriefender Psychothriller mit starker Heldin, aber in sonst jeder Hinsicht mau und austauschbar!
Rating: ★★☆☆☆