Archiv der Kategorie: Drama

The Wife – Die Frau des Nobelpreisträgers

Joe Castleman (Jonathan Pryce) feiert mit Frau Joan (Glenn Close) die baldige Überreichung seines Nobelpreises und wird auf der Reise nach Stockholm von ohn David (Max Irons) und dem Autor Nathaniel Bone (Christian Slater) begleitet. Schon bald zerstören Aussagen von Joe jedoch das Idyll …

Bei diesem Film war mir das Vergnügen bereits in den ersten paar Minuten genommen: ab der ersten Szene empfand ich einen bodenlosen Hass auf die Figur von Jonathan Pryce. Den kann ich nicht gezielt festmachen, aber irgendwie wirkte er auf mich wie ein unfassbarer Kotzbrocken Wenn dann die Handlung noch entsprechend enthüllt daß er sich lebenslang mit den Werken seiner Frau geschmückt hat hatte ich wirklich den Drang den Monitor einzuschlagen. Somit war es fast eine Genugtuung wenn im laufe des Films dieses Geheimnis mehr und mehr an die Oberfläche kommt. Das geschieht im Rahmen eines redseligen Dramas welches für Glenn Close eine optimale Bühne bietet. Ansonsten fand ich es schön Christian Slater in einer Nebenrolle zu sehen und hielt fest: ein kleiner, harmloser aber nicht unangenehmer Film der für ein etnsprechendes Zielpublikum sicherlich sehr gut funktioniert.

Fazit: Kleines und sehr dialoglastiges Drama bei dem die männliche Hauptfigur unglaublichen Groll auslösen kann!
Rating: ★★★☆☆

Edie – Für Träume ist es nie zu spät

Edie (Sheila Hancock), ist eine verbitterte Frau die stets ihre Bedürfnisse hinten angestellt hat. Nach dem Tod ihres Mannes, Streitigkeiten mit Tochter Nancy (Wendy Morgan) und der baldigen Aussicht auf Alterheim beschließt sie sich einen Traum zu erfüllen und eine vor langem geplante Reise ins schottische Hochland umzusetzen …

100 Minuten Film über eine alte Frau die plant einen Berg im schottischen Hochland zu besteigen … ist das der Alternativfilm für diejenigen die das übermächtige Superheldenkino satt haben? Könnte sein. Dabei arbeitet aber der kleine, sensible Film mit Elementen die man immer gerne sieht: eine alte Frau rafft sich auf, also wird das „es ist nie zu spät für deine Träume“ Thema ebenso bedient wie „Du kannst alles schaffen wenn du daran glaubst“. Dazu kommt eine Begegnung von alt und jung, in dem Falle die aufkeimende Freundschaft zwischen der rüstigen alten Dame und einem jungen Mann aus dem Dorf und wird ergänzt durch eine Vielzahl an aufwendigen Landschaftsaufnahmen die etwas zu oft mittels Drohne eingefangen und mit hämmernder Musik unterlegt werden. Trotzdem besitzt der Film Herz und Seele und trotz vielen vorhersehbaren Momenten stimmt die Richtung in die er geht zu jedem Moment, womit der Titel zu einem kleinen Geheimtipp wird, trotz dem stetigen Einsatz von Klischees.

Fazit: Kleiner Film mit zu wuchtigem Soundtrack, aber dem Herz am rechten Fleck.Rating: ★★★★☆

Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile

Ted Bundy (Zac Efron) ist nach außen hin ein netter Kerl; führt aber ein Doppelleben in dem er reihenweise Frauen ermordet. Seine Freundin Elizabeth Kloepfer bekommt zwar eine böse Ahnung, findet aber kein Gehört …

Ist es falsch einen Serienmörder menschlich darzustellen? Nein, finde ich nicht. Im Gegenteil: indem er „normal“ und menschlich präsentiert wird kommt für mich die Glaubwürdigkeit dazu. Und auch der Film mag Zac Efron in der Hauptrolle mögenswert zeigen – wahre Sympathie kommt dabei nicht auf. Eher ein glaubwürdiges Bild davon wie der Mann auf seine Umgebung gewirkt haben mag und warum keiner darauf kam was für ein bösartiges Monstrum er war. Im Film werden die Gewalttaten ausgespart; die Geschichte Bundys wird sprunghaft in wesentlichen Punkten zusammengefasst – aber auch ohne ausufernde Gewaltakte zu präsentieren funktioniert das Grauen bestens. Mir selber geht die Ernsthaftigkeit etwas verloren wenn ich Jim Parsons als Ankläger sehe, aber das ist wohl nur nebensächlich: diese Ausarbeitung des Themas ist einen Blick wert.

Fazit: Erschreckend freundliche Darstellung eines grausamen Täters!
8rating: 4]

Niemandsland – The Aftermath

1946 zieht der britische Colonel Lewis Morgan (Jason Clarke) mit seiner Frau Rachael (Keira Knightley) und seinem kleinen Sohn nach Hamburg um. Aus Mitleid läßt er den Vormieter Stefan Lubert (Alexander Skarsgård) und dessen traumatisierte Tochter ebenso dort wohnen. So kommen sich zwei Familien mit unterschiedlichem Kriegserleben langsam näher …

Mich stört es nur bedingt wenn ein Film keine sehr aufwendige Story hat. Dieser hier hat eigentlich nur eine Situation: kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges leben eine deutsche und eine britische Familie in einem Haus zusammen, beide von dem was passiert ist schwer getroffen und traumatisiert. Eigentlich wäre das schon spannend genug zu sehen wie diese Menschen Wege finden und beschreiten müssen um sich näher zu kommen, leider ergänzt der Film dies ab der Hälfte um einen altbekannten Plot der dem Film zwar nicht das Genick bricht, aber eben doch in eine sehr routinierte Richtung führt. Da sist schade weil die drei Hauptfiguren dabei wunderbar gezeichnet sind und man ein glaubhaftes Bild davon bekommt welche Vorgeschichten und welches Leid und Kummer diese mit sich rumschleppen. Dazu gibt’s noch diverse kleine Nebenplots die aber unerheblich für das Finale sind. Einziges Manko: Keira Knightley nehme ichs nicht ab daß sie eine Person ist die in der damaligen Zeit leben soll, dazu wirkt soe zu modern.

Fazit: Schmerzhaftes Drama dessen Twist nach 50 Minuten den Film in eine zu gewöhnliche Richtung zieht!
Rating: ★★★☆☆

 

Unicorn Store

Malerin Kit muß gegen ihren Willen einen Bürojob annehmen. Ein dort erteilter Job führt sie in einen merkwürdigen Job in dem ein in Pink gekleideter Verkäufer (Samuel L. Jackson) ihr anbietet einen Traum zu erfüllen und ihr ein Einhorn zu geben …

Der Film erscheint zwei Jahre nach seiner Herstellung auf Netflix: ich nehme an das kommt weil er von Brie Larsson ist und sie die Hauptrolle spielt – zusammen mit Samuel L. Jackson. Damit ist das Team aus „Kong Skull Island“ und „Captain Marvel“ wieder vereint und natürlich ein optimales Werbeaushängeschild. Der Film der dann dabei rumkommt fällt eben genau in die Netflixkategorie „ein kleiner, harmloser Film“ über eine Frau die mit ihrer verträumten Art nicht in diese sachliche Welt passt, dann aber durch mysteriöse Weise etwas unglaubliches geboten bekommt, nämlich die Aussicht auf ein eigenes Einhorn, und durch das was sie dafür tun muß langsam doch erwachsen wird. Das hätte man alls etwas lustiger und fröhlicher machen können, gerät aber hier zu einem Mischwesen aus Drama und Fantasy dem etwas die Leichtigkeit fehlt. Anständig gespielt und inszeniert ist das alles und man merkt eben auch daß es kein Titel für die große Leinwand war sondern eine kleine Fingerübung von Brie Larsson als Regisseurin. Und als Netflixtitel der Woche geht das in Ordnung.

Fazit: Unscheinbare kleine Regiearbeit der es etwas an Magie fehlt, die aber passabel ausfällt.

Rating: ★★★☆☆

Willkommen in Marwen

Mark Hogenkamp (Steve Carell) wird von fünf Teenagern verprügelt und liegt im Koma. Nach dem Zwischenfall hat er einen schweren Gedächtnisverlust und kann nicht mehr in sein normales Leben zurückkehren. Als Selbsttherapie baut er sich in seinem Garten ein Dorf und errichtet sich eine Phantasiewelt um darin zu genesen …

Bei diesem Film sah ich den Trailer ungefähr ein halbes Jahr im voraus und war unglaublich begeistert. Deswegen war es schade dass der deutsche Stare erstmal um 2 Monate verschoben wurde und jetzt erweist sich der Film in den USA als Kassengift und kommt auch hier nur klein und unscheinbar raus. Vielleicht liegt das daran dass der Film zwei Genres verbindet die vielleicht nicht jedem so in dieser Kombination gefallen: zum einen ist es ein Drama um einen verletzten Mann der sich von seiner traumatischen Erfahrung schrittweise erholt, auf der anderen Seite ist es ein Puppen Actionfilm der die Fantasiewelt des leidenden Mannes nachstellt. Fantasie lässt sich nicht in eine Filmdramaturgie packen deswegen ist es für mich nicht ungewöhnlich dass die Fantasie in Extreme gehen, auch mal Gewalt und sonstige Gags enthalten. Aber beim Zuschauer der ein Drama will dürften die Puppen Parts zu laut sein, wer allerdings auf Puppen Action steht könnte durch das dann recht langsam mit Drama ausgebremst werden. Obendrein geben die Figuren, so technisch perfekt sie auch sind keine wirklichen Emotionen ab weswegen sie einem gerade in der dramaturgischen Wirkung relativ unbeeindruckt lassen. Am Ende kann man mit dem Film aber denn noch viel anfangen da er gut gespielt ist und im Kern die richtige Botschaft trägt.

Fazit: Eigensinnige Mischung die nicht jedem passen dürfte aber wer einen Zugang findet kann einen sehr emotionalen Film sehen

Rating: ★★★★☆

Finish – Enspurt bis zum Sieg

Die unglaubliche Geschichte des Kanadiers Ned Hanlan (Nicolas Cage) der auf einem beschwerlichen Weg zum erfolgreichsten Ruderer der Welt im 19. Jahrhundert wird …

Nicolas Cage in gaaaanz jung … und ich finde es aus heutiger Sicht wieder faszinierend welche damalige Synchronstimme er hatte und wie viel diese zu seinem Image beiträgt, ebenso ob die Story ihm die Chance für seine typischen Austicker gibt. Im vorliegenden Fall: eher nicht. Hier spielt er die Lebens und Liebesgeschichte eines jungen Sportlers nach; auch wenn dies eine Biographie sein soll verläuft diese in jeder Hinsicht auf typischen und filmisch eingängigen Pfaden. Sportlicher Erfolg, Aufstieg und Misserfolg und eben einige menschliche Quereleien. Pech dabei daß es ein Sport ist den man filmisch nicht gut umsetzen kann – Rudern gibt optisch wenig her und man hat sich irgendwann dran sattgesehen wie Cage immer über schöne blaue Gewässer strampelt. Trotzdem kann man dem Film nicht so richtig böse sein: er ist auf sympathische Weise altmodisch und „miefig“ und meilenweit von heutigem geglättetem Hochglanz entfernt.

Fazit: Harmlose Biographie mit Nicolas Cage in bemerkenswerter körperlicher Bestform.

The Beach Bum

Der Poet Moondog (Matthew McConaughey) schlägt sich in Florida durcs Leben – bis seine Frau Minnie (Isla Fisher) tragisch umkommt. Leider stellt sie in hrem Testamen die Bedingung daß Moondog sein angefangenes Buch beendet. Doch er hat Probleme mit der Inspiration …

Der ganze Film baut auf ein Element: ein völlig weggetretener Matthew McConaughey torkelt durch die Gegend von Miami, hängt viel auf Booten rum und quasselt viel Mist. Das klingt nach einer launigen Kiffercomedy, aber die Ausrichtung ist schon anders. Der Film zeigt einen kleinen Mikrokosmos voller schräger Figuren, abgedrehten Gestalten und nimmt seine Hauptfigur war wie diese wohl ihr Leben wahrnimmt: abgehackt, ohne Dramaturgie, eine enzige, durchgehende Aneinanderreihung von Szenen, Momenten und überdrehten Augenblicken. Das in einen Film zu packen ist gleichermaßen dreist wie witzig und spannend und entzieht sich den konventionellen Filmmöglichkeiten. Als Experiment sicherlich guckbar, aber mit hohem Risiko der Enttäuschung.

Fazit: Handlungsfreier Nonsens auf einer merkwürdigen Grenze zwischen Spaß und Erst!

Zandalee – Das sechste Gebot

Zandalee(Erika Anderson) hat den Dichter Thierry (Judge Reinhold) geheiratet, führt aber mit ihm ein langweiliges Leben in New Orleans. Das ädnert sich als dessen aufregender Freund Johnny (Nicolas Cage) zu Besuch kommt und mit ihr eine gefährliche Affäre beginnt …

Auf meiner Reise durch alle alten Nicolas Cage Titel die ich bislang nicht gesehen habe stieß ich final nun auch mal auf diesen hier, den ich irgendwo mal als „Erotikfilm“ bezeichnet sah. Das es damit nicht wirklich was ist merkte ich nach wenigen Momenten. Die Outfits und Schnurrbärte alleine sind schon so absurd daß sie keine wirkliche erotische Stimmung aufkommen lassen, ebenso die Frisuren und die Lokalitäten. Das soll wohl schwül wirken, wirkt aber eher relativ schlicht. Ebenso die Story in der eine Frau sich zwischen ihren stabilen, treuen Ehemann und dem aufregenden Künstler hin und herbewegt: klar, Cage sieht hier jung und cool aus, die Frisur alleine ist aus heutiger Sicht aber schon ein Grund zum fremdschämen, des weiteren hat er hier wieder eine andere Synchronstimme wodurch er sich bei mir nicht in seiner markanten Art festsetzt obwohl ihm das Skript ein paar nette Ausraster beschert. Und die Erotik? Ein paar schnelle, unbedeutende Softsexszenen die hin zu einem sehr albernen Finale führen; dort kommt zwar kurzweilig Spannung auf, aber es wird auf absurde Weise gelöst. Bleibt nur noch ein nostalgisches Lächeln dabei wenn man Stars wie Steve Buscemi oder Joe Pantoliano in Nebenrollen entdecken kann.

Fazit: Restlos veralteter Mix aus Drama und Thriller mit derber Schlußpointe und scheußlichen zeitgemäßen Outfits!

Der Kandidat – Macht hat ihren Preis

Das Leben und die Karriere Kongressabgeordneten Colin Price (Nicholas Cage) gerät ins Visier der Öffentlichkeit als 2010 eine Bohrinsel Feuer fängt. Eigentlich will er aus dem Vorfall Profit schlagen, seine eigenen privaten Verfehlungen drohen aber alles zu ruinieren …

Gewisse Tatsachen sind nunmal unveränderlich: Politiker sind keine guten Menschen, sondern intrigante Machtmenschen die immer den eigenen Vorteil suchen und nebenbei jede sich bietende Affäre abgreifen. Ebenso ist Nicolas Cage ein Darsteller der garnicht aufhören kann einen Titel nach dem anderen rauszuhauen und runterzukurbeln, Hauptsache er deckt seine Schulden. Das bringt ihm in diesem Falle aber wieder nur einen Minuspunkt in die Filmografie. Ich weiß nicht was man hiermit bezwecken oder erreichen wollte. Irgendwie fällt der Film zwischen Intrigen, ein wenig Familie, ein wenig Drama, ein wenig Love Story zwischen alle Genres, bedient und erreicht nichs und zieht in knappen 85 Minuten völlig unbeeindruckend vobei. Es bleibt nur die Frage warum Sarah Paulson da mitmachen mußte.

Fazit: Völlig unbedeutender Mix aus diversen Genres, für Cage leicht verdientes Geld,