Archiv der Kategorie: Drama

Bis wir tot sind oder frei

In Zürich am Anfang der 80er Jahre setzt sich Anwätlin Barbara Hug (Marie Leuenberger) eifrig gegen die Justiz und veraltete Bestrafungen ein. So gerät sie an Walter Stürm (Joel Basman) der sich stetig inhaftieren lässt um dann spektakulär zu fliehen …

Der Film berichtet wahre Fakten von denen ich nie etwas gehört habe, daher kann ich (wie so oft) nicht allzuviel über die Realitätsnähe sagen. Generell wirkt es glaubhaft, vor allem weil ich keine wahre Dramaturgie finde, sondern eine endlose Aneinanderreihung von Szenen in denen sich zwei Figuren begegnen: einerseits der charismatische Dauerausbrecher, auf der anderen Seite die engagierte Anwältin. Leider bekomme ich keine klare Linie hier rein, da manchmal ein gewisser Humor und eine Leichtigkeit obsiegt, auf der anderen Seite gibt’s viele Szenen die in spießigem, dreckigen und unschönen Umfeld sspielen. Und jJella Haase macht ihren Part zwar gut, spielt aber kaum eine große Rolle. Am Ende gerät der Film etwas lang und hat keinen rechten Fokus,a ber großartige Hauptdarsteller.

Fazit: Der Fokus auf eine Figur wäre lohnender gewesenm dennoch überzeugt der Film mit tollem Spiel und ramatischen Momenten!Rating: ★★★☆☆

The Secrets we keep – Schatten der Vergangenheit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich Maja (Noomi Rapace) mit ihrem Mann (Chris Messina) eine neue Existenz in Amerika aufgebaut. Dort trifft sie jedoch auf einen Mann (Joel Kinnaman) von dem sie glaubt daß er sie einst gefoltert hat. Maja will Rache …

Ein Thema welches schon öfters filmisch aufgearbeitet wurde: eine Frau die im Krieg gefoltert wurde trifft unter normalen Umständen auf ihren einstigen Peiniger. Dies löst gängige Fragen auas die aber doch unerträglich sind: wird das Opfer nun zum Täter? Ist die Rache gerechtfertigt? Wie weit kann sie gehen? Und was ist mit der Familie des Täters? All dies wird sehr ruhig verhandelt und da der Film in einer ganz anderen Zeit spielt wirkt alles etwas fremder. Auf spektakuläre Folterszenen oder krassen Thrill wird verzichtet, es stehen die dramatischen Umstände im Vordergrund. Die werden nie zu hysterischen Höhepunkten geführt, sondern lassen auch den Zuschauer mit der Frage zurück: was würde man da wohl selber tun? All das hats schon krasser und spektakulärer gegeben, ist in dieser Form trotzdem einen Blick werd.

Fazit: Opfer konfrontiert Täter – alte Geschichte in spannender, neuer Form!

Rating: ★★★☆☆

Nomadland

Fern (Frances McDormand) trifft die Großen Rezession schwer und sie verliert fast ihren gesamten Besitz. So begibt sie sich auf eine Reise durch Amerika und lebt in ihrem Van …

Ein Film der nichts zu erzählen, aber ganz viel zu zeigen hat. Wir sehen Frances McDormand die ein Nomadendasein in der Wüste führt und beobachten sie einfach. Wie lebt sie, wie interagiert sie mit diversen Menschen, was für Jobs führt sie aus. Ihre Figur ist bescheiden, bittet um nichts und will nur über die freudlosen Runden kommen.. Dabei sieht man ihr ungeschminkt und sehr „lebensecht“ zu, auch wenn das gezeigte Leben manchmal leicht „romantisiert“ erscheint. Absurderweise nimmt einen das mit und ist interessant, obwohl zu keiner Zeit etwas besonderes passiert,

Fazit: Ungeschönter Blick auf eine trostlose, aber ehrliche Esistenz!

Waves

Eine afroamerikanische Familie sucht nach einem schlimmen Schicksalsschlag einen Neuanfang in einer Vorstadt …

Wenn im Vorspann eines Fils das Logo von A24 erscheint kann man schon ahnen daß das Folgende speziell wird. Das können entsprechende Filmschauer auch verstehen, umsetzen und die volle Wucht daraus entnehmen, es gibt aber auch Leute die diese Filme langweilig, sperrig oder nicht wirklich angenehm zum schauen finden. Ich selber finde mich irgendwo in der Mitte wieder: ich respektiere die meisten Werke für Machart, Vorgehen und Kreativität, werde aber nicht immer voll davon abgeholt. Hier ebenso, auch wenn das eigentlich unmöglich ist. Erzählt wird ein sehr trafgischer Verlauf, die Leidensgeschichte einer Familie die durch mehrere Schicksalsschläge und insbesondere einen fatalen Twist nach zwei Dritteln sehr belastet wird. Während in der ersten Phase der Bruder im Zentrum steht verlagert sich der Rest danach komplett auf die Schwester. Eigentlich könnte man nun alle Vorgänge knapp erzählen, aber es geht weniger um das was passiert sondern die Inszenierung. Mit dicht an den Figuren klebenden Wackelkamerabildern (wie die eine drehende Kamera beim Autofahren zwischen Fahrer und Beifahrer hingekriegt haben ist mir ein Rätsel) oder langen und musikalischen Sequenzen in denen Gefühle nur eingefangen werden. Wenn man dafür empfänglich ist dürfte einen die Tragik und die Emotion geradezu wie ein Faustschlag treffen. Ich kann aber auch jeden verstehen der daß Ding nach kurzer Zeit entnervt beendet.

Fazit: Krasse Dramastory in ungewöhnlicher Inszenierung!

Astronaut

Witwer Angus (Richard Dreyfuss) ist 70 Jahre alt und träumte sein Leben lang von einem Flug ins All.- Die Chance erhält er als der Geschäftsmann Marcus Brown (Colm Feore) ein Gewinnspiel veranstaltet und eine Reise ins All verlost. Allerdings ist Angus zu alt …

Hier kann man sich anhand der Inhaltsangabe relativ schnell ausmalen, was einen erwartet. Ein Milliardär verlost einen Freiflug ins Weltall, ein alter Mann, der schon immer einmal dorthin wollte aber für das Prozedere nicht infrage kommt versucht es denoch und kämpft sich durch das Auswahlverfahren sowie die körperlichen und seelischen Strapazen des Weltraumflugs. Stimmt, aber nicht so richtig: der Film setzt einen Schwerpunkt auf eine Sache die zunächst absurd klingt. Es geht nämlich um eine Startbahn. Richard Dreyfuss Figur entdeckt einen Mangel an der geplanten Start Bahn und weißt darauf hin, allerdings will sich dies niemand weiter anhören und so beginnt ein recht langwieriger Prozess bei dem mal wieder der kleine versucht Gehör von Großen zu erhalten. Den Weltraumflug gibt’s zwar dennoch, aber er nachgeschoben am Ende. Vorher gibt es viele lange Gesprächsszenen und obendrein einiges an Familiendrama und die übliche Botschaft dass man ja auch immer nur seinen Träumen glauben und folgen soll. Nichts was es nicht schon gegeben hat, aber so was sieht man halt immer wieder gern und mit Richard Dreyfuss hat man auch eine mögen’swerte Figur und einen markanten Darsteller der das entsprechend rüberbringen kann. Deswegen für Liebhaber kleinerer und leiserer Filme könnte dies durchaus taugen, für viele andere könnte das Teil höllisch langweilig ausfallen.

Fazit: Glaube an deine Träume und hör nie auf wenn du vorhast wahrgenommen zu werden – alte Botschaften in neuem Gewand

Es ist nur eine Phase Hase

Nach einigen Jahren Ehe mit Paul (Christoph Maria Herbst) geht Emilia (Christiane Paul) mit dem jüngeren Ruben (Nicola Perot) fremd. Sie möchte eine Pause in der Ehe woraufhin Paul in eine Krise stürzt …

Gute Komödien haben meist einen tragischen Kern, ebenso diese: im Grunde egeht es um zwei Menschen die nicht gemerkt haben wie die Zeit vergeht, daß sie älter geworden sind und in einer Lebensphase sind bei der nicht mehr alles aus ewiger Jugend ensteht. Das führt dann zu einer Trennung auf Probe und zwei verlorenen Seelen die das hier und jetzt geregelt bekommen müssen und ihre Vergangenheit aufarbeiten. Daraus hätte man ein schmerzhaftes Drama ohne jeden Comedyanteil machen können, aber der Film wählt diesen Weg. Leider sind die genutzten Mittel etwas unausgewogen. Viele Szenen die im Grunde sehr tragisch sind werden humoristisch gebrochen, leider funktioniert das für mich ur bedingt weil es eben lebensnahe und tragische Szenen sind die man mir nicht ins witzige umdrehen kann (etwa wenn der Familienvater mitansehen muß wie der neue Freund der Mutter in seiner Wohnung ist). Gleichzeitig gibt es totale Entgleisungen, etwa wen bei der Hauptfigur eine Protstatauntersuchung gemacht wird und Cordula Stratmann ihm den Finger mit witzigen Sprüchen in den Hintern rammt. Generell überschattet das den Film: teilweise ist es zu alben für die doch ernste Geschichte. Allerdings gibt es starke Darsteller und einzelne, extrem gute Momente (etwa den Austicker auf einer Party).

Fazit: Guckt zu oft durch eine alberne Sicht auf eigentlich sehr tragische Geschichte!
Rating: ★★★☆☆

Made in Italy

Der Künstler Robert (Liam Neeson) lebt in London als er erfährt daß seine Frau verstorben ist. Da er ein Haus in Italien geerbt hat reist er dorthin um dieses zu verkaufen – dabei begleitet ihn sein Sohn Jack (Micheál Richardson) zu dem er kein gutes Verhältnis hat …

Da gibt’s wohl nicht viel zu sagen: manchmal machen Darsteller Filme die ihnen beim Drehen wohl mehr Spaß bringen als dem Zuschauer beim Ansehen. Liam Neeson ist so jemand wenngleich ihm das auch gegönnt sei. Nach endlos vielen Actionfilmen gibt er hier den Maler mit trauriger Vergangenheit der mit seinem Sohn die kaputte Familiengeschichte in einem italienischen Anwesen aufarbeitet. Die routinierten Vater Sohn Konflikte, ein leichter Einfluß des Themas Kunst und ein wenig Romanze am Rande kommen alle aus dem Fertigbausatz, im Kern ist es wohl ein Film der die italienische Landschaft wunderbar in Szene setzen möchte. Wem das reicht und wer einfach nur ein paar schöne Landschaften sehen mag der wird hier zufrieden sein.

Fazit: Trivialer Mix aus Landschaften und kleinem Familiendrama ohne entscheidende Ups oder Downs.

Rating: ★★★☆☆

The Sun is also a Star – Ein Tag für die Liebe

Natasha (Yara Shahidi) und Musterschüler Daniel (Charles Melton) treffen sich auf dem Weg ins College und es funkt umgehend bei ihnen. Leider steht einem potentiellen Glück der Umstand im Weg daß Natasha mit ihrer Familie abgeschoben werden soll …

Der Film hat mich in einem Punkt angesprochen und begeistert der eigentlich nebensächlich sein soltle: dies ist ein New York Film. Seit ich selbst einmal da war liebe ich die Stadt und mag es sehr dort filmisch herumzulaufen. Das ist dann auch der Schwerpunkt dieses Films: ein paar läuft einen ganzen Tag lang durch die Stadt. Dazu gibt’s ein recht kitschiges Herz Schmerz Szenario drumherum, bei dem zwar der Kitsch übermässig ausgekratzt wird, aber trotzdem Herz und Chemie der Darsteller stimmen. Zu erzählen gibt’s zwar nicht viel, aber es reicht wenn der Film einfach in einer entsprechenden Stimmung schwelgt.

Fazit: Seichtes Liebesdrama mit vertrauten Aspekten, aber chönem Blick auf New York!

Rating: ★★★☆☆

The United States vs. Billie Holiday

Die dunkelhäutige Billie Holiday (Andra Day) steigt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert zum Star aus. Als ein Lied von ihr zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung wird gerät Bilie in die Mühlen der Justiz …

Hier ist doch das geballte Oscarpotential vorhanden: es steht eine starke Frauenfigur im Vordergrund die sich für eine wichtige Sache eingesetzt hat, Musik spielt eine wichtige Rolle und ist entsprechend in Szene gesetzt, die Hauptfigur hat ebenso Drogenprobleme so daß die Darstellerin entsprechende Leidensszenen bekommt und es ist eine wahre Geschichte mit historischem Gehalt. Was alles auf dem papier toll klngt erweist sich dann ich Filmform nicht als schelcht, aber wohl auch nicht als selsbtlaufender Hit. Gute Darsteller und eine galante Inszenierung, aber inhaltlich bleibts meistens and er Oberfläche und bleibt bei seiner Lauflänge eher schleppend und ermüdend. Wenn man sich mit dem geschichtlichen Hintergrund auskennt oder besonders viel Freude an der Musik hat kann mans ja mal versuchen, so unfassbar nennenswert fällt das Resultat aber nicht aus.

Fazit: Für Musikfans sicherlich ein Fest, ansonsten eben einer dieser überlangen und bleischweren Dramakandidaten mit tollen Schauspiel

Rating: ★★★☆☆

Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution

Sally (Keira Knightley) will in den 70er Jahren das vorherrschende Frauenbild ändern welches insbesondere bei einem „Miss World“ Wettbewerb durchscheint. Daher plant sie mit einigen Mitstreiterinnen eine aussagekräftige Aktion …

Ein Heldengesang auf ein paar eher unscheinbare Heldinnen: dies schildert einen wahren Fall in dem ein paar Frauen mit dem Protest gegen eine Misswahl die Frauenbewegung nach vorne brachten. Auch wenn dies optisch oder in dem was geschieht nicht spektakulär ausfällt ist die Botschaft ja doch wichtig und die Darstellung mag auf heutige Sichtweisen nicht allzu krass wirken. Immerhin verzichtet der Film auf schlichtes „Frauen sind gut, Männer sind böse“ Denken und liefert auf vergnügliche, unverkrampfte Weise ein Portrait einiger mutiger Frauen die sich gegen nicht haltbare Zustände wehren. Darstellerisch ok, kurzwweilig und unterhaltsam und mit guter Botschaft – also kleines, aber passendes britisches Kino.

Fazit: Starkes Portrait einiger mutiger Frauen in kurzweiliger, vergnüglicher Form!
Rating: ★★★★☆