Archiv der Kategorie: Drama

The Trial of the Chicago 7

Im Chicago des Jahres 1968 kommt es zu zunächst friedlichen Demonstrationen die schlie0lich in Krawall ausarten. Sieben Beteiligte werden festgenommen, als Schuldige dargestellt und müssen durch einen monatelangen Gerichtsalptraum …

Man kann am Namen des Regisseurs  ableiten was man hier zu erwarten hat: der Film ist von Aaron Sorkin, von dem ach Serien wie „West Wing“ oder „Newsroom“ stammen und Filme wie „Mollys Game“. Sorkin hat ein Talent dafür komplexe Sachverhalte in unterhaltsame Filme zu packen und im weitersten Sinne auch sehr verständlich zu machen. Allerdings sind dabei die Schauwerte nicht hoch, sie bestehen eigentlich immer Aus Personen, meist Anzugträger, die in Räumen sitzen und reden. Da dies ein gerichtsfilm ist sieht das hier nicht anders aus. Der Film folgt einem aufwendigen Gerichtsprozess und beleuchtet mit Rückblenden die Ereignisse auf welche die Verhandlung sich bezieht. Man muß wohl der Typ für Gerichtsfilme sein da ich auch gut verstehen kann wenn man diese Sparte eher langweilig findet.  Beim vorliegenden hat man einige prominente Gesichter in langen Verhandlungsszenen sowie vereinzelte kleine Lacher die aber nicht wirklich komödiantisch gemeint sind, sondern durch das ungehobelte Auftreten von Sacha Baron Coen Figur kommt. Wenn man sich in die Thematik reinfinden kann dürften diese knapp zwei Stunden wie im Flug vergehen.

Fazit: Sperrige Geschichte in unverkrampfter Form präsentiert!

Rating: ★★★★☆

Adaptation

Drehbuchschreiber Charlie Kaufmann (Nicolas Cage) hat zwar mit „Being John Malkovich“ einen Hit geschaffen, leidet aber unter einer Schreibblockade und mangelhaftem Selbstvertrauen. Als er ein Buch namens „Der Orchideendieb“ adaptieren soll beginnt er mit seinem Bruder Donald (Nicolas Cage) der Autorin nachzuspionieren …

Ich bin vor 18 Jahren mit großer Neugier und Vorfreude an diesen Film herangegangen, was wohl in erster Linie an Nicolas Cage in einer Doppelrolle gelegen hat. Damals war ich vom Film vollkommen enttäuscht, nun habe ich es mit einer zweiten Runde versucht und mein Urteil fällt zwar milder aus, aber immer noch nicht wirklich gut. Es werden hier interessante Themen verarbeitet: eine bizarre Lebensgeschichte eines Rauhbeins, eine im Leben verlorene Journalistin die aus ihrer Welt ausbrechen soll und ein verklemmter Mann der versucht etwas in Drehbuchform zu pressen was nicht funktioniert. Klar, Cage kann sowas spielen, erst Recht in einer Doppelrolle, ebenso ist es ein Vergnügen Meryll Streep und Chris Cooper in ihren Parts zu sehen. Leider findet der Film für mich keinen guten Schwerpunkt sondern verliert sich restlos in seinen vielen Rückblenden und Handlungsverläufen de einen schnell raus werfen können. Das ist immernoch hoch interessant und nimmt zum Ende hin einen krassen Verlauf, aber irgendwie hat man hier sehr viele Parts, von Comedy bis Thriller, die einen bleischweren Unterton haben.

Fazit: Überragend gespielt, aber sehr verschachtelt ohne richtigen Schwerpunkt!

Rating: ★★★☆☆

Das Rosenbett

Der introvertierte Florist Lewis Farrell (Christian Slater) sieht die Geschäftsfrau Lisa Walker (Mary Stuart Masterson) weinend in ihrem Fenster stehen und schickt ihr einen Korb mit Blumen – dadurch kommen sich zwei verletzte Seelen zögerlich näher …

In Listen mit romantischen Filmen der 90er ist dieser hier nie zu finden – warum eigentlich? Vielleicht weil er zwar eine ultimative Schmacht und Kitschpackung ist, im Gegensatz zu vielen Genrevertretern aber nicht lustig gemeint ist. Hier treffen zwei geschundene Seelen aufeinander, unter unspektakulären, aber süßen Umständen und friemeln sich langsam zusammen. Überraschungen gibt es nicht und die Hindernisse die der Film aufwirft sind kaum erwähnenswert. Trotzdem erreicht er vielleicht auch heute noch das ein oder andere Herz: eine junge Frau die nicht glaubt daß sie es wert ist geliebt zu werden, ein junger Mann voller Wärme und Unsicherheiten die sich im Leben den richtigen Halt geben, dazu der wundervolle Look auf New York in den 90er Jahren und ganz viele Blumenmetaphern … gibt’s keinerlei Klagen.

Fazit: Unspektakulär und schmalzig, aber dank Musik, Darstellern und Look ein emotionales Highlight!

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Anna (Riva Krymalowski) ist neun Jahre alt als sie im Jahr 1933 nach Zürich flüchten muß wegen Hitlers Machtergreifung. Allerdings ist dies erst der Anfang einer Reise die über Paris bis London führt …

Zu meiner Schulzeit habe ich öfters vom Buch gehört,es aber nie in die Finger bekommen. Ebenso wenig wußte ich daß dies der auftrakt eier Trilogie ist und daß die wahre Hauptfigur erst 2019 verstorben ist. Hier hat sich das Team welches „Der Junge muß an die frische Luft“ umgesetzt hat dran gegeben die Buchvorlage auf die Leinwand zu wuchten und zeigt ähnliche Qualitäten wie die Hape Kerkeling Biographie. Für mich war es das absurde Ding daß man hier eine Form des Kriegsgrauens sieht ohne jemals den Krieg zu sehen. Man sieht eine sehr mögenswerte Famile die aufgrund des Erstarkens der Nazis aus Deutschland fliehen muß – den Druck unter dem diese Leute stehen sieht man zwar, aber man kann ihn nicht so exakt spüren Statt dessen hakt man diverse Schauplätze ab an denen die Familie ankommt, sich einlebt und dann doch weiter ziehen muß. Aber bei all dem liegt eine kindliche Naivität über dem Ganzen, eben weil es aus der sicht des Kindes geschildert wird – damit wird der Film, trotz des furchtbaren Backgrounds, irgendwie optimistisch und in manchen Momenten gar fröhlich. Auf jeden Fall ist das die Materie die sich eignet um dies in Schulen an die Kinder heranzutragen.

Fazit: Kriegsdrama aus der Sicht eines kleien Mädchens.

[rating 4]

Cuties

Amy (Fathia Youssouf) ist elf Jahre alt und kommt aus dem Senegal, lebt aber mittlerweile in Paris. Dort findet sie Anschluß an eine Tänzergruppe aus gleichaltrigen Mädchen – der Schwerpunkt allerdings das Twerken ist …

Es kommt vor daß ein Film auf Netflix ins Gespräch gerät und ungewollt viel Aufmerksamkeit produziert, hier ist es auch geschehen. Dabei ist er das eigentlich nicht wert, er streift halt nur eine Thematik in der es nichts zu diskutieren gibt: eine sexualisierte Sicht auf 11 jährige Mädchen hgeht nun mal nicht. Und er ergeht sich leide rin dem Fehler daß er eine Sache kritisiert, die Einflüsse denen Jugendliche ausgesetzt sind, vor alle aus Medien, und wie sie selbst damit umgehen – aber gleichzeitig nimmt er manchmal einen voyeuristischen Blick ein und zeigt zum Selbstzweck. Das ist schade weil der Kern gut gemeint ist, von einem Mädchen erzählt wird das aus strengen häuslichen Verhälltnissens tammt, sich abe durch tanzen mit einer Mädelstruppe daraus befreut und erwachsener wird. Leider ist die Hauptaktion der Mädels das Twerken was dann im Film auch optisch in Szene gesetzt wird – aallerdings verkommt das manchmal zum Selbstzweck und liefert geradezu unangenehm detaillierte Momente von Kinderkörpern. Das ist sicherlich nicht so böse gemeint gewesen wie es mitunter rüberkommt, aber macht für mich fast schon nichts weil der Film auf der Dramaebene kaum was reißt und die Figuren einem recht egal sein können.

Fazit: Im Kern gut gemeint, in der Ausführung allerdings stark verheddert!

{rating: 2]

The Devil all the time

Die Geschichten einiger Menschen über einen Zeitraum von 20 Jahren bei dem einige tragische Dinge passieren die meistens auf Religion zurück zu führen sind …

Dies ist die Verfilmung eines Buches welches mir nie untergekommen ist, daher kann ich über die Werktreue nur vermuten. Abgeglichen mit dem Wikipedia Eintrag dazu scheint dies aber schon die Schwerpunkte der üppigen Vorlage zu transportieren. Dabei mu man sich aber viel Zeit lassen und einiges in Kauf nehmen: der Film ist beilschwer, deprimierend und mit einer Lauflänge von 138 Minuten auch nicht eben „weggeguckt“. Des Marketing halber sind einige Darsteller etwas größer genannt, etwa „Spider-Man“ Tom Holland, „Batman“ Robert Pattinson oder „Winter Soldier“ Sebastian Shaw, aber die gut 20 Jahre umfassende Handlung hat eigentlich keine konkrete Hauptfigur. Es geht eben um diesen Zeitraum in einem Kleinstädtchen und dem stetigen Blickpunkt auf eine Handvoll Figuren die mitunter unabhängig voneinander agieren, aber doch Einfluß aufeinander haben. Das verbindende Element ist zumeist die Religion, welcher bei all den Katastrophen eine Rolle spielt. Außerdem erleben wir zwei Generationen bei der die „Nachrückenden“ das ausbaden was die Generation vor ihnen verbockt hat. Wenn man sich auf dieses langsam erzählte Drama einlässt braucht man zwar Geduld, aber es zahlt sich aus: die Konflikte sind emotional, erschreckend und es gibt reihenweise überraschende „Tode“ da eben jede Figur zu jeder Zeit verschwinden kann. Der Umstand daß es halt keine Hauptfigur gibt kann es mitunter schwer machen emotional Anteil zu nehmen, vielleicht funktioniert es aber auch umso besser weil man die Dramen breitgefächert  erlebt und mit mehr Überblick als die handelnden Figuren.

Fazit: Bittere Betrachtung eines langen Zeitraums ohne zentrale Figur, aber mit vielen bitteren Tragödien und interessanter Sicht auf Religion!

Rating: ★★★★☆

The High Note – L.A. Love Sings – Der Song meines Lebens

Sängerin Grace Davis (Tracee Ellis Ross) ist eine Pop-Diva die ihrer Assistentin Maggie (Dakota Johnson) die Hölle auf Erden bereitet mit ihren Launen. Als aber ein Manager (Ice Cube) mit einem Angebot um die Ecke kommt geraten beide Frauen an ihre Limits …

Im Grunde greift der Film einige altbekannte Thematiken auf die man in der einen oder anderen Gewichtung schon mal geschaut hat. Im Zentrum steht eine junger Frau die als Assistentin für einen Star arbeitet, gleichzeitig aber eigene Karrierewünsche und ziele hat und damit versucht in dieser Medienwelt klar zu kommen, dazu kommt noch der Part daß sie selber bemüht ist einen künftigen Star „aufzubauen“. Ebenso steht es im Zentrum seine Träume zu verfolgen, Abstriche zu machen und die Karriere mit dem privaten zu vereinen, außerdem nimmt das zwar enge, aber eben dienstliche Verhältnis zwischen Angestellter und Chefin viel Raum ein, als Bonus gibt’s die Ängste und Sorgen des Stars. All dies ist relativ ereignislos, aber trotzdem entspannt gefilmt mit schönen Sets schönen Menschen und angenehmer, warmer Beleuchtung. Und mit Dakota Johnson in der Hauptrolle hat man eine mögenswerte Figur die zwar keine Ecken und Kanten hat, aber für die seichte Handlung absolut ausreicht. So ist der ganze Film wie ein Lied das man beim Autofahren im Radio hört – beiläufig, harmlos und hinterher schnell vergessen.

Fazit: Schick aufgemacht, aber inhaltlich kaum erwähnenswert!

Rating: ★★★☆☆

David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

Die Lebensgeschichte des gutmütigen David Copperfield (Dev Patel) der im viktorianischen England aufwächst. Sein ereignisreiches Leben gibt ihm viel Inspiration auf seinem Weg zum Schriftsteller …

Dies ist die Verfilmung eines Literaturklassikers von Charles Dickens welchen ich nie gelesen habe, daher kann ich (wie so oft) wenig Referenz ziehen wie sehr das Werk erfasst wurde. Aber es war wohl nicht die Absicht die schriftliche Vorlage so getreu wie möglich auf die Leinwand zu wuchten, da das Buch insgesamt eher schweren Gemüts und „belastend“ ist und dieser Film wohl mehr in den Bereich eines fantasievollen Lustspiels geht. Die Hauptfigur erzählt einfach ihren Lebensweg der kapitelhafte Szenen aneinander reiht und das treibende Element ist der stetige Wechsel zwischen wohlhabenden und ärmlichen Umfeldern. Einen wirklichen Plot habe ich dabei nicht festgestellt, sehr wohl aber eine lange Reihe an Szenen in denen komisch geredet wird und sich reihenweise Darsteller die Klinke in die Hand zu geben um in abgedrehten, exzentrischen Szenen zu spielen. Man könnte zwar klagen daß der Film über einen langen Zeitraum spielt und manche Figuren nicht altern aber das geht wohl zu weit. Irgendwie ordnet sich der Film zwischen Ernst und Fantasie ein und dank des energiegeladenen Dev Patel in der Hauptrolle folgt man dem Titelcharakter einfach gerne.

Fazit: Trotz ernster Themen durchaus im humorigen Sektor einzuordnen!
Videoreview von mir: https://youtu.be/14LdBaIjklI

The Photograph

Fotografin Christina Eames (Chanté Adams) stirbt unerwartet – ihre von ihr distanzierte Tochter t Mae (Issa Rae) findet in ihrem Nachlass eine merkwürdige Photographie. So enthüllt sie langsam die Geheimnisse ihrer Vergangenheit …

Eigentlich gibt es nichts im Film was man nicht kennt: es werden zwei Liebesgeschichten auf zwei Zeitebenen erzählt, bei der die Protagonistin der einen Story die Tochter der Protagonistin der anderen ist. Im Schwerpunkt verfolgt man wie ein Reporter und eine Kuratorin sich kennenlernen, näherkommen und im wesentlichen eine Beziehung an den Start kriegen, auf der anderen Seite erfährt man durch stetige Rückblenden das Chaos und emotionale Geflecht aus dem sich die Mutter einst freikämpfen mußte. Dabei wird klar daß sich die Geschichte nicht direkt wiederholt, sehr wohl aber gleiche Momente aufbringt. Trotzdem: nichts davon ist irre, spektakulär oder sonst wie erwähnenswert, aber es funktioniert mehr als gut. Liebe und Beziehungen sind zwar etwas was man filmisch aufpeppen kann, wenn es aber realistisch bleibt mag es nicht sehr aufregend daherkommen, aber für die handelnden Figuren ist es eben die ganze Welt. Und so passiert es hier: die beiden Protagonisten wachsen einem ans Herz und ihre Probleme berühren den Zuschauer sehr, ebenso die bitteren Entscheidungen welche die Mutter in ihrer Jugend treffen muß. Mit dem jazzigen New Orleans Sound unterlegt ist der Film eine ganz ruhige Kugel – und eine der angenehmsten Lovestorys die es lange gab, zumal auf den Zuckerstreuer verzichtet wurde.

Fazit: Harmlose und ereignisarme Story, aber liebenswerte Figuren und ganz viel Gefühl. Top!

Videoreview von mir: https://youtu.be/Sc8u2mIpQQA

Queen & Slim

Ein Tinder-Date führt Slim (Daniel Kaluuya) und Queen (Jodie Turner Smith) zusammen. Als sie in Notwehr einen Polizisten töten fliehen sie und sind fortan auf der Flucht. Leider bekommen sie ungeahnte Medienpräsenz …

Es  bedarf nur eines schlechten Tages, in diesem Falle eine Verkehrskontrolle, damit dein Leben wie es war endet. Das ist für mich die größte Stärke des Films: wie die beiden Hauptfigur ohne jede Schuld und eigenes Zutun in die Bredouille geraten, aus dem Nichts kommend und unverdient. Das packt und macht entsetzt, selbst wenn die weibliche Hauptfigur mir recht unsympathisch war, im Gegenzug ist mir Daniel Kaluuya aus „Widows“ noch als der Satan in Menschengestalt in Erinnerung und überrascht mich damit wie nett und gutherzig er hier daher kommt. Dabei erlangt der Film durch die George Floyd Proteste im Sommer 2020 ungewollte Aktualität, wobei sein Thema ja auch in Filmen wie „The Hate you give“ bearbeitet wurde. Hier beginnt der Film allerdings sehr stark und fährt dann einen Gang runter – bei einer Lauflänge von 130 Minuten mit diesem Thema sind wir doch recht lange einfach nur mit den beiden Protagonisten unterwegs die eine ungewollte Zwangsgemeinschaft bilden müssen und auf der Flucht irgendwie versuchen einen „ruhigen“ und halbwegs sicheren Hafen zu erreichen. Das ist durch gute Dialoge und ein unverkrampftes Erzählen zwar nicht spektakulär, aber gefühlvoll und liefert einige emotionale Momente. Alles was man aber an „Langeweile“ empfinden könnte wird durch das Finale wieder ausgeglichen – es ist nicht so sehr was passiert, sondern wie heftig es gezeigt, präsentiert  und dargeboten wird und wie gefühlvoll der Film dies dann in den Abspann bringt. Auch wenn ich an manchen Stellen nicht weiß wie stark das Treiben der Polizisten filmisch übertrieben sein könnte.

Fazit: Etwas überlanges Roadmovie mit brisantem Hintergrund und emotionalem Finish!