Archiv der Kategorie: Drama

Zwischen zwei Welten – The Mountain between us

Die Fotojournalistin Alex (Kate Winslet) und der Neurochirurg Ben (Idris Elba) stecken am Flughafen fest als ihre Flüge wegen schlechtem Wetter nicht starten können. Daher nehmen sie das Angebot eines Frachtpiloten (Beau Bridges) an mit dessen unregistriertem Flug mitzufliegen. Leider stürzt dieses Flugzeug ab und landet auf einem Bergmassiv. Fortan beginnt für sie, fernab der Zivilisation, ein furchtbarer Überlebenskampf …

Wenn man bedenkt daß Kate Winslets größte rHit ein Film war in dem sie ganz schön ins frieren gekommen sit ist es ja nur konsequent eine solche Tortur nochmal zu machen, zumal Titanic Partner Leonardo DiCaprio sich vor zwei Jahren effektiv zum Oscar fror. Aber leider geht das Konzept nicht auf: der Film kombiniert zwei Details, zum einen eben ein Survial Drama bei dem zwei Stadtmenschen irgendwie in der Wildnis überleben müssen, zum anderne eine Art Liebesfilm als die beiden aufgrund der Extremsituation anfangen Gefühle füreinander zu entwickeln. Aber auf beiden Ebenen scheitert es: die Figuren sind irgendwie stets zu ruhig um wirklich Sorge, Angst oder Panik zu vermitteln, die erlitternen Wunden die sie hindern sind inkonsequent so da0 Kate Winslet in einem Moment kaum gehen kann und kurz darauf regelrecht los läuft. Und die emotionale Komponente ist ok, aber vollkommen austauschbar und mitunter geradezu klinisch. Das eizige was bleibt ist eine sehr schöne Optik, gut eingefangene Landschaftsaufnahmen. Der Rest bleibt trotzdem ziemlich bleich und kalt.

Fazit: Schicke Landschaft, große Stars, aber weder auf der emotionalen noch der spannenden Ebene erwähnenswert!

Lieber leben

Sportler Benjamin (Pablo Pauly) nach einem Unfall gelähmt und kommt in eine Einrichtungfür die nötigen Reha Maßnahmen. Ein JAhr verbringt er dort und erlebt dort Freundschaft und Zusammenhalt mit anderen Betroffenen, aber ebenso die wechselhaften Probleme und Momente des Krankenalltags … bewegend oder schleppend?

Dieser Titel traf mich mal wieder völlig unerwartet in einer Sneak Preview, ohne zu wissen was es ist und worum es geht. Megaspoiler hatte der Film dann zwar wirklich nicht, aber eine Überraschung war er schon: insbesondere weil ein Film mit dieser Thematik am Ende eine so positive Austrahlung hat. Man kriegt nicht nennenswert aufwendig protokolliert wie der Gesundheitsverlauf der Hauptfigur ist, sieht eben nur daß er stets immer weiter und weiter in den Therapien weitermacht, drumherum ist ein stetes Wechselbad der Emotionen, wo Fröhlichkeit und Hoffnung ebenso mit Trauer und Verzweilflung wechseln. Außerdem können zu jederzeit klare und plausible Momente um die Ecke kommen, etwa wenn Ben mit dem Rollstuhl herumfährt, die Batterie leer ist und er in dem Moment hilflos feststeckt. Dazu gibt’s stellenweise bitteren und doch befreienden Humor – und am Ende eben einen Film der nicht sehr viel erzählt, aber immens viel gezeigt hat. Vor alem den Kampf den Rohlstuhlfahrer durchstehen.

Fazit: Von der Handlung her tieftraurig und bitter und in seiner Art doch optimistisch und humorig!

Rating: ★★★★☆

Battle of the Sexes – Gegen jede Regel

Profi-Tennisspielerin Billie Jean King (Emma Stone) hat im Jahre 1973 den ersten Platz der Weltrangliste erreicht – ist aber unglücklich weil sie ihre Vertraute Marilyn Barnett (Andrea Riseborough) heimlich liebt. Als sie mit dem Ex-Champion und Macho Bobby Riggs (Steve Carell) aneinander gerät kommt es zum großen Duell auf dem Platz …

Ob Emma Stine manchmal Sorgen hat daß eine Oscar Party ohne sie steigen könnte? Womöglich, daher sorgt sie lieber vor und reicht einen Film ein der ihr zumindest die Chance auf einen Goldjungen einräumt. Allerdings: einen Guten. Wobei der Film mehrere Bereiche abdeckt: er lädt der sympathischen Hauptfigur drei Problembereiche auf in denen sie sich bewähren muß: das Duell gegen einen Machogegner, die Sorgen und Nöte eine eigene Tennisliga zu gründen und in Fahrt zu halten sowie die privaten Probleme bei denen sie lesbische Ambitionen an sich endteckt und diese mit ihr und ihrem Umfeld vereinen muß. Dabei passiert in der ersten Stunde relativ wenig außer eben daß diese drei Bereiche wechselhaft auftreten, im letzten Drittel gehts dann auf den Platz zur großen Tennisschlacht. Hier ist es allerdings PEch daß der Film so kurz nach „Borg McEnroe“ herauskommt – gegen dessen Psychothriller Spiel kommt das Duell zwischen Stone und Carrell nicht an. Aber er punktet auf vielen Ebenen: mit einer angenehmen Hauptfigur, ruhiger Erzählweise und einer durchweg glaubhaften Nachstellung der 70er Jahre. Das reicht definitiv für einen entsprechenden Blick – obs für einen Oscar reicht weiß ich nicht.

Fazit: Vielschichtiger und ruhiger Film, von Emma Stone grandios getragen!

Simpel

Die Brüder Ben (Frederick Lau) und sein Bruder Barnabas (David Kross) sind stets ein Herz und eine Seele geblieben, allerdings ist Barnabas auch auf Ben angewiesen da er durch eine geistige Behinderung auf dem Stande eines Kleinkindes stehen geblieben ist. Als die Mutter der beiden stirbt soll Barnabas in ein Plegeheim. Ben kann das aber nicht zulassen und entführt seinen Bruder …

Dramen über Behinderte haben oft ein Problem welches bei diesem hier auch auftritt: die Darsteller und ihre Leistungen sind besser als der Film in dem sie erfolgen. In diesem Fall sind es Frederick Lau als problemgeplagte, arme Sau und eben David Kross als geistig behinderter Junge die sich in die Herzen der Zuschauer spielen und geradezu in ihren Rollen versinken. Das Problem ist allesdings daß das Drehbuch den beiden für ihre Reise keine richtige Richtung vorgibt. Die beiden müssen aus ihrer Umgebung raus, laufen ziellos durch die Gegend und treffen dabei auf diverse Menschen. Lustig dabei: irgendwie ist (außer einer Person) jeder auf den sie treffen herzallerliebst und grundgut, was der Laune und dem Gefühl zwar zu Gute kommt, aber nicht wirklich dem Unterhaltungswert. Deswegen: dies ist wieder mal eine bessere TV Produktion die sich irgendwie ins Kino getragen hat und deren exzellente Darsteller einen Blick rechtfertigen. Es reicht aber auch ihm Mal später im Heimkino genauer zu inspizieren.

Fazit: Zwei überragende Hauptdarsteller in einem ansonsten eher gängigen Film!

Live by Night

Joe Coughlin (Ben Affleck) ist der Sohn eines ehrlichen Polizisten, hat sich aber in den zwanziger Jahren einem Gansterdasein zugewandt und schmuggelt Alkohol während der Prohibition. Dann interressert er sch für Emma Gould (Sienna Miller) die aber mit einem anderen Gangsterboss liiert ist. Nach einem Haftaufenthalt krubelt Joe jedoch sein Geschäft so richtig an, nicht zuletzt durch die Kubanerin Graciella Suarez (Zoe Saldana) …

Bei Ben Affleck wird öfters über seine darstellerischen Fähigkeiten gespottet, wobei ich selber da nie drüber geklagt habe. Einen Oscar als bester Darsteller wird er wohl eher nicht gewinnen, liefert aber in meinen Augen stets solide Leistungen ab die den jeweiligen Titel nicht nachhaltig schädigen. Auf der anderen Seitre hat er nun aber schon mehrfach überragende Leistungen als Drehbuchautor und Regisseur gebracht so daß ein Titel bei dem er Hauptrolle, Regie und Drehbuch übernommen hat definitiv einen Blick wert ist. Und man erblickt: keinen schlechten Film. Aber eben auch keinen auffälligen oder gar einen Blockbuster. Man sieht ein Gangsterdrama, über einen Mann der vom Ganoven zum Gangster wird und in diesem Sumpf aus Intrigen und Gewalt eigentlich ein ganz normales Rachemotiv verfolgt. Interessant sind die Kommentare von Afflecks Figur aus dem Off die den Verlauf überraschend gut verfolgbar lassen. Ansonsten hat man nette Kulissen und Kostüme, ein paar Schießereien und auch inhaltlich ein paar Wendungen – man muß bei 130 Minuten Laufzeit jedoch einiges an Geduld aufbringen. Wenn man sich für diese Sparte erwärmen kann.

Fazit: Mitunter etwas zähe Crime Saga, aber trotzdem solide inszeniert und gespielt!

Borg McEnroe

Im Jahr 1980 hat der Schwede Björn Borg (Sverrir Gudnason) die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste erreicht, ist allerdings entkräftet und erschöpft. Alelrdings steht ein Event noch an: das Wimbledon Finale gegen den lautstarken John McEnroe (Shia LaBeouf). Bei den Vobereitungen des Spiels erkennen die Männer daß durchaus Ähnlichkeiten zwischen ihnen bestehen …

Hier kam es mir wohl absolut zu Gute daß ich im Verlauf des Films keine Ahnung hatte wer das große Match in Wirklichkeit gewonnen hat, auf die Art konnte ich das dramatische Spiel wie einen Thriller empfinden und mitfiebern. Bis es zum großen Schlagabtausch dauert muß man aber durch ein sehr langwieriges Drama durch in dem es darum geht die beiden Kontrahenten vorzustellen. Dabei zappt der Film zwischen den beiden Figuren hin und her und springt dabei auch wild in der Vergangenheit herum – da kommt zwar am Ende das gewünschte Resultat bei raus, nämlich daß man die beiden Tennismaschinen sehr wohl als vielschichtige Charaktere kennenlernt, es kann aber passieren daß man diesen Teil als zu lang, zu zäh und zu ereignisfrei erlebt. Aber all das ist weg wenn es denn dann zum großen, fast quälend spannenden Match kommt – da entfaltet sich dann ein spannendes Drama. Man muß eben ein wenig Geduld aufbringen und sich für die Thematik etwas interessieren.

Fazit: Sportlerdrama mit dem Fokus auf den Figuren!

Fences

Ex-Baseballspieler Troy Maxson (Denzel Washington) lebt in den 50er Jahren und trägt schwer an seiner erfolglosen Karries und veruscht seine Familie als Müllmann durchzubringen. Während seine Ehefrau Rose (Viola Davis) ihn so gut sie kann unterstützt kommt es zu stetigen Konflikten mit Sohn Cory (Jovan Adepo) der selbst eine Football Karriere anstrebt, seinem anderen Sohn Lyons (Russell Hornsby) und seinem Bruder Gabriel (Mykelti Williamson) …

Hier wurde einfach nur das Medium ausgetauscht: es handelt sich um ein Theaterstück welches auf einer Filmleinwand aufgeführt wird. Das bedeutet daß man zwar mit ein par Kamerafahten und ein paar weitläufigen Kulissen etwas mehr an Umgebung liefern kann als so eine ordinäre Bühne hat, aber das ist im Grunde schon der einzige Unterschied zu einem Abend im Theater, außer vielleicht daß man hier den Darstellern nachher nicht applaudieren muß. Was man bekommt ist eben ein actionloses Dialogfeuerwerk, 135 Minuten straff gesprochene Worte und Dauerreden. Denzel Washington als eine Art sensibler Familientyrann spielt die Hauptrolle und führte auch Regie und hatte vermutlich richtig viel Spaß und Freude daran einmal so „auszuspielen“. Auch die anderen werfen sich volle Lotte in die geschriebenen Worte und so entsteht ein bitteres, hartes Familiendrama daß zwar keine optischen Schauwerte, wohl aber emotionale Höhepunkte liefert. Ich kann mir zwar vorstellen daß es Leute gibt die das eher langweilig finden, aber ebenso dürften Leute die so etwas mögen den Film durchaus abfeiern.

Fazit: Eigentlich nur ein Dauergerede, aber voller Schliff und Emotionen!

[rating; 4]

Bleed for this

Der Boxer Vinny Pazienza (Miles Teller) verliert einen wichtigen Kampf und bekommt den Rat vom Promoter Lou Duva (Ted Levine) aufzuhören. Daher legt er sichmit Kevin Rooney (Aaron Eckhart) einen neuen Trainer der radikale Wege vorschlägt. All das gerät aber nach einem schlimmen Unfall in den Hintergrund …

Wieder mal schreibt die Realität eine Geschichte vor, die eines Boxers der nach einem Unfall fast gelähmt erscheint und sich auf unmögliche Weise zurück in den Ring kämpft. Das bedeutet daß der Film kaum mit einer mitreißenden Geschichte punkten kann da die Eckdaten ja feststehen: Boxer stürzt, kämpft und wird am Ende wieder stehen. Aber es gibt zwei andere Dinge die doch sehr solide präsentiert werden: zum einen das Milieu in dem er spielt, das wird wirklich lebensecht und glaubhaft präsentiert; zum anderen hat man mit Miles Teller genau den richtigen Darsteller ausgewählt: der geht in der Rolle richtig auf und ab. Neben dessen beeindruckender Darstellung hat man dann einen soliden Boxfilm nach Schema F der Freunde von Sportfilmen restlos zufrieden stellen könnte.

Fazit: Konventioneller Verlauf; baer auf wahren Dingen fußend und eindringlich gespielt!

Silence

Der Prieser Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und sein Bruder Francisco Garrpe (Adam Driver) reisen 1638 nach Japan um nach Pater Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) zu suchen der angeblich seinen Glauben verlorgen hat. Vor Ort finden die Brüder eine grausame Situation vor …

Im Falle von Martin Scorsese bin ich wohl weniger ein Kenner, mehr ein Sympathisant: ich habe nur wenig von ihm gesehen und das Meiste ist aktuell; aber insbesondere Titel wie „The Departed“ und „Bringing out the Dead“ sind hängengeblieben. Daher gebe ich jedem Werk von dem Mann gerne eine Chance, auch wenn abzusehen ist daß es eigentlich nichts für mich ist. So auch hier: die Geschichte zweier Priester die nach Japan reisen um dort nach einem verschwundenen Priester zu suchen und vor Ort eine unfassbare Höllentour durchmachen klingt zwar im ersten Moment wie ein Thriller, ist aber langsam erzähltes und episches Kino. Von den Ausstattungen, Darstellern und Inszenierung ist alles top, es bleibt eben nur die Frage ob man sich diesem bleischweren und zweieinahlb Stunden Brocken aussetzen will. Als nette Unterhaltung taugts nicht, als anspruchsvolle Kinoerfahrung mit schockierenden Momenten dürfte derjenige der genau danach sucht sehr gut fündig werden.

Fazit: War eben nicht mein Titel, könnte aber einem geduldigen Zuschauer als sehr ergiebig erscheinen!

Rating: ★★★☆☆

Barry Seal

In denr 80er Jahren verdient Linienpilot Barry Seal (Tom Cruise) nicht genug, daher beginnt er als Pilot für Drogen- und Waffenschmuggel zu arbeiten. Mit seinen besonderen Fähigkeiten fällt er aber auch der CIA auf so daß er für diese auch aktiv tätig wird. Sein Doppelleben wächst ihm aber schnell über den Kopf … hohles Tom Cruise Starvehikel oder lohnende Biographie? neue Probleme nach sich…

Es ist ein Tom Cruise Film und mit dem Namen des Hauptdarstellers kann es natürlich schnell passieren daß der FIlm abgeurteilt wird. Meine Meinung zu Tom Cruise ist unverändert: ich mag ihn menschlich nicht so besonders, respektiere aber seinen stetigen Eifer und seinen Volleinsatz den er in jedem Film bringt – so auch in diesem hier. Allerdings nimmt er mir auch die Glaubwürdigkeit aus dem FIlm heraus: TOm Cruise spielt Barry Seal, einen Piloten der zunächst als Pilot für den Geheimdienst angeworben wird und danach kontinuierlich und immer mehr in den Drogenschmuggel einsteigt und sein eigenes Imperium errichtet. Ich glaube sehr wohl daß dies eine wahre Geschichte ist die in den wesentlichsten Punkten auch wahr berichtet wird, ich glaube aber der Hauptfigur nicht so richtig: ich kann mir einfach nicht vorstellen daß der echte Barry Seal in den zahlreichen brenzligen Momenten in die er so geriet stetig so ein lässiges Lächeln drauf hatte und so elegant alle Sorgen und Probleme löste. Das eben ist mein Problem: die Larger than Life Präsenz die Cruise in seinen Heldenrollen hat soll hier nun einen realen Fall glaubhaft und griffig nachstellen. Wer damit kein Problem hat dürfte mit dem restlichen Film auch keine haben: der Film erzählt eine Geschichte, einen Verlauf, hat einen Anfang und ein Ende. Berichtet wird durchgehend mit einem humorigen Grundton und vielen bunten Bildern so daß es in der Tat Spaß macht den Film zu schauen, allerdings wird es ab einem bestimmten Punkt so verzwickt und so durcheinander wer hier eigentlich mit wem paktiert und wer hier wen bescheißt daß man leicht die Übersicht verlieren kann. Aber letztens: in einer Zeit in der alles zum Franchise werden soll und alles auf Action und Effekte ausgelegt ist tut so ein Film fast schon wieder gut.

Fazit: Etwas zu cool für eine glaubwürdige Nacherzählung realer Ereignisse, sehr wohl aber unterhaltsam und lustig!

Rating: ★★★★☆