Archiv der Kategorie: Drama

Roman J Israel

Diverse Ereignisse bringen das Leben von Roman Israel (Denzel Washington) aus dem Takt: sein Mentor stirbt und er muß in der Kanzlei von George Pierce (Colin Farrell) anfangen. Durch Gleichberechtigungsaktivistin Maya Alston (Carmen Ejogo) kommt Oman selbst auf den Gedanken das System gezielt auszunutzen …

Ein Blick aufs Cove reicht um festzustellen: dieser Film ist ein Spielplatz für Denzel Washington, ein Film bzw. eine Rolle in der er sich austioben kann. Das alleine reichte mir, da ich in die Handlung nicht richtig reingekommen bin; Denzel Washington gibt einfach einen komischen, nicht unsympathischen Kauz aus dessen Blickfeld wir seine Weltr sehen. Die führt von einer Anwaltskanzlei zur Tätigkeit in einer Firma, diversen Juristereien und viel Gemauschel – und dazwischen spaziert Denzel als lustige Hauptfigur herum. Das dürften manche recht mager finden, manche sehr einseitig weils außer einer kurzen Verfolgungsjagd auch actionarm bleibt und viele mögen es nicht wenn stundenlang nur geredet wird – wer sich aber mal versucht in die Thematik reinzuarbeiten kann vielleicht einen recht attratktiven Titel vorfinden. Für mich hats eben nicht geklappt – ich respektiere aber den Versuch.

Fazit: Redseliger Jurafilm, nicht für jedermann, aber genau das richtige für Denzel!

Rating: ★★★☆☆

I can only imagine

Der an sich grundgute Junge Bart Millard (Brody Rose) leidet schwer unter seinem bösartigen Vater Arthur (Dennis Quaid). Nach der Schule hält es Bart nicht mehr aus, verläßt seine Heimatstadt und versucht mit seiner Band Erfolg zu haben. Schon bald erkennt er aber daß ihm das nur gelingen kann wenn er sich mit seiner Vergangenheit versöhnt …

Eine wahre Geschichte die ich mal wieder nicht kannte, ich kannte nicht mal das titelgebende Lied oder die Person Bart Millard deren Geschichte hier erzählt wird. Aber ich kam damit sehr gut zurecht, vielleicht ja auch weil ich so völlig unbelastet und unvoreingenommen rangehen konnte. Der Film liefert eine ungemein positive und liebenswerte Hauptfigur und fährt dann zweigleisig: er ist einerseits ein Musikfilm, eine konventionelle Erfolgsstroy eben, auf der anderen Seite liegt ein fetter Schwerpunkt auf dem Vater Sohn Drama in dem Dennis Quaid eine der scheußlichsten Leinwandfiguren ever spielt. Diese beiden Ebenen kollidieren erfreulicherweise nicht miteinander sondern ergeben ein homogenes Ganzes – lediglich die letzten paar Sekunden in denen der Film auf einmal zu einem Kirchenwerbespot wird trüben das Gesamtererignis.

Fazit: kleiner, leiser, durchweg sympathischer Film mit starken Musikmomenten!

Rating: ★★★★☆

Vor uns das Meer

Im Jahr 1968 startet Donald Crowhurst (Colin Firth) bei einer Solo-Segelregatta und will einen Rekord für die schnellste Umsegelung der Erde aufstellen, außerdem hofft er auf einen Gewinn mit dem er seine Firma aus den Schulden helfen könnte. Allerdings sieht es schlecht aus für ihn da er nicht ausreichend Erfahrung und ein unzureichendes Bot besitzt …

Ich hatte von jemandem gehört der diesen Film in einer Sneak Preview zu sehen bekam und nach einer Stunde das Kino verließ da es so eine Qual war ihn zu schauen. Das konnte ich mir nicht vorstellen, die Länge von 97 Minuten erschien mir nicht zu lang, mit Colin Firth und Rachel Weisz hat man auch kompetente und taugliche Darsteller – daher versuchte ich mein Glück damit im Heimkino. Und konnte den Schritt meiner Bekannten restlos verstehen. Das Ganze ist die Verfilmung eines wahren und leider tragischen Falls von dem ich so aber nie gehört hatte, die Glaubwürdigkeit hört für mich nur schon an der Stelle auf daß man einen 55 jährigen nimmt um einen 35 jährigen darzustellen. Obendrein einen mit dessen Figur ich nicht warm werde: er läßt sich auf ein Segelabenteuer nicht aus Leidenschaft am Segeln ein sondern aus dem wirtschaftlichen Aspekt. Wenn er dann alleine und isoliert auf dem Meer festhängt kommt dieses Gefühl der Einsamkeit, Langeweile und des Verlorenseins auch optimal beim Zuschauer an – aber will man das denn? Ich glaube nicht. Schade eigentlich, da die Darsteller es etwas besser aussehen lassen als es ist.

Fazit: Laues Lüftchen mit unsympathischer Hauptfigur!

Rating: ★★☆☆☆

 

Rating: ★★★★☆

Land der Gewohnheit

Anders Hill (Ben Mendelsohn) lebt in einer reichen Gegend in Connecticut und ist von seinem Leben sehr gelangweilt. Daher bricht er aus seinem geplanten Dasein aus, verläßt seine Frau Helene (Edie Falco) und will sich eine neue Existenz ohne seine Privilegien aufzubauen …

An diesen Film bin ich wohl mit einer restlos anderen Erwartungshaltung ran gegangen. Da ich selber nach 15 Jahre eine berufliche Veränderung elrlebe dachte ich mir daß ein Film über einen Kerl der aus seinem gesicherten und gewohnten Leben ausbricht und dann mit den Veränderungen die er suchte auch klarkommen muß bestimmt interessant wird. Allerdings ist das nicht so recht der Schwerpunkt, zumindest konnte ich ihn so nicht auf mich beziehen. Ich habe aber bestätigt bekommen was ich schon immer geahnt habe: wenn man ihm mal keinen übersteigerten Superschurken wie in Rogue One oder Ready Player One gibt kann Ben Mendelson durchaus auch leise und angemessene Rollen spielen. Dies tut er hier, in einem sehr redseligen Film in dem viel gesagt wird und wenig passiert. Trotzdem wirken die Figuren und die Konflikte glaubhaft und Emotionen kommen durch, wenn auch nur auf TV Level. Heißt, fpr sich genommen als Netflix Streaming Titel geht der Film in Ordnung, überragendes soltle man aber nicht erwarten.

Fazit: Kleine und ruhige Netflix Produktion, emotional, aber ohne übertriebene Momente!

The Death of Stalin

Josef Stalin (Adrian McLoughlin) liegt 1953 nach einem Schlaganfall im Sterben. Seine Gefolgsleute ringen um die Nachfolge, darunter Sekretär Chruschtschow (Steve Buscemi), Geheimdienstchef Lawrenti Beria (Simon Russell Beale), Stalins Stellvertreter Georgi Malenkow (Jeffrey Tambor) und Außenminister Wjatscheslaw Molotow (Michael Palin). Die Intrigen gipfeln in einem Chaos …

Ich habs versucht, ich bin gescheitert: der Film hat mich interessiert wegen der bunten Besetzung, bzw. der ganzen Reihe Stars die auf dem Cover und vn der Besetzungsloste lachen. Leider machen mir diese bekannten Gesichter das verstehen des Filmes nicht leichter bei dem ich recht schnell den Faden verlor: Stalin stirbt zu Beginn durch ein paar lustige Umstände, danach tritt ein Heer überhastet sprechender, dicker Typen auf die fortan eifrig bemüht sind sich gegenseitig übers Ohr zu hauen und die sich bietende Situation zu nutzen. Da noch den Überblick zu behalten, vor allem mit dem realen historischen Hintergrund im Kopf, das war einfach zu viel für mich. Ich respektiere aber daß der Film gut gespielt ist und seine Geschichte bemüht witzig umsetzt – daher mögen Historiker esd gerne mal versuchen.

Fazit: Spaßige Geschichtsstunde, für Außenstehende aber recht schnell sehr kompliziert!

Cotton Club

Der „Cotton Club“ liegt in Harlem und ist einer der begehrtesten Jazz-Clubs New Yorks. Eines Abens retten der Jazztrompeter Dixie Dwyer (Richard Gere) und Dutch Schultz (James Remar) einem der großen Mafiabosse das Leben – und wird fortan mehr und mehr in die düstere Gangsterwelt verwickelt …

Ich habe mir vor einiger Zeit eine Liste geschrieben mit allen Filmen von Nicolas Cage die ich nie gesehen habe und wollte diese nachholen, nur aus diesem Grund habe ich mir diesen nun gegeben. Und unter dem Aspekt daß es ein „Cage“ Film ist braucht man ih garnicht zu sehen: er spielt zwar mit, aber nur eine markante Nebenrolle und durch die unfassbar unpassende Synchronstimme hat man ohnehin nicht das Gefühl ihn zu sehen. Aber das Problem zieht sich durch den ganzen Film: viele Darsteller die man kennt sprechen mit für sie untypischen Stimmen (z.B. Richard Gere), ebenso redet einer mit der Stimme Lt. Frank Drebin einst hatte und da kann man halt nicht ernst nehmen. Kann der Film aber ansonsten nichts für dessen größte Stärke die Atmosphäre ist: eine handvoll verwickelter Gangstergeschichten die blutig, vielseitig und größenteils spannend inszeniert werden, untermalt von permanenter Jazz-Musik … wenn einem dies liegt macht man damit nichts falsch. Ich selber konnte weder mit der Zeit in der es spielt noch mit der Zeit aus der dieser Filmstammt wirklich etwas anfangen – hatte aber stetigen Respekt.

Fazit: Atmosphärisch dichte Musik und Gangstersaga mit vielen bekannten Gesichtern!
Rating: ★★★★☆

Call me by your name

Familie Perlman verbringt den Sommer des Jahres 1983 in einer Villa. Dabei soll der Archäologie Oliver (Armie Hammer) den Professor (Michael Stuhlbarg) bei seiner Arbeit unterstützen. Allerding keimen unerwartet Gefühle auf zwischen Oliver und dem Sohn Elio (Thimotée Chalamet) …

Urlaub im Film, zumindest von der Atmosphäre her: der Film spielt im Sommer des Jahres 1983 auf einem Anwesen auf dem eine Familie mehrere Wochen verbringt und diese sommerliche Atmosphäre atmet der Film in jeder Szene, vor allem durch das dauerhafte Zirpen der Grillen im Hintergrund. In dieser Umgebung wird dezent die Geschichte einer traurigen Liebesbeziehung  geschildert – eine die nicht sein kann und nicht sein darf, dabei mit allen Höhen und Tiefen geschildert wird und plausibel und ehrlich endet. Hoch anzurechnen ist daß es dabei eigentlich egal ist dass es eine homosexuelle Bezeihung ist – natürlich wird das so hervorgekehrt, aber ich sehe es als nicht so wichtig,. Zwei  kreisen umeinander, möchten zusammen sein, können es aber nicht und dürfen es auf eine gewisse Weise auch nicht.  In diesen Stimmungen schwelgt der Film und es passiert im Grunde nicht wahnsinnig viel – aber eben der geschilderte Alltag der Figuren reicht auch schon.

Fazit: Sensibel geschilderte Liebesgeschichte mit bitteren und süßen Momenten in hitziger Urlaubsatmosphäre!

The Florida Project

Moonee (Brooklynn Prince) list sechs Jahre alt und ebt im „The Magic Castle Motel“ unweit von Disneyworld. Gesehen vom Motelmanager Bobby (Willem Dafoe) macht sie viel Unsinn mit ihren Freunden Scooty (Christopher Rivera) und Jancey (Valeria Cotto). Allerdings muß Monee auhc ihrer Mutter Halley (Bria Vinaite) beistehen um täglich das Wohngeld zusammen zu bekommen …

Das Lob und die Lobgesänge auf diesen Film waren fast garnicht greifbar, ich wollte ihn daher beim Start auch schauen, aber mein Kino hatte ihn nicht im Programm. Nun konnte ich ihn auf DVD nachholen und frage mich: wozu die ganzen Lobeshymnen? Denn man hat es hier durch aus mit einem interessanten Titel zu tun, aber einem ebenso langweiligen. Zumindest in meinem Empfinden. Es wird der Alltag einer Kindheit skiziert die an der Armutsgrenze stattfinden und der Film stellt da natürlich einige Symbole auf: die Hauptfiguren die im Schatten von Disneyland leben und auch noch von Laiendarstellern immens lebensnah verkörpert werden. Darüber thront Willem Dafoe als grundguter Hotelmanager der versucht alles zusammen zu halten und als gutmütiger Kerl das Herzstück des Films darstellt. Und Herz steckt in der Tat drin, insbesondere im tränenreichen letzten Akt, aber trotz toller Atmosphäre, einem überragenden Willem Dafoe und vielen Szenen in denen es wie aus dem Leben direkt abgefilmt wirkt: wirklich unterhaltend kam es mir nicht vor.

Fazit: Sehr herzlich und an manchen stellen sehr lebensnah!

Lucky

Der alte Lucky (Harry Dean Stanton) lebt allein in einem entlegenen Wüstenkaff und macht sich das Leben durch eingeübte Routinen erträglich. Nach einem Schwächeanfall beginnt er jedoch sich mit der Sterblichkeit auseinander zu setzen …

Es wäre übertrieben wenn ich sage daß ich ein großer Fan von Harry Dean Stanton war, ich mochte den Mann aber durchaus und fand es immer nett wenn er mal irgendwo in einer Nebenrolle auftauchte, egal in welchem Alter und zu welcher Zeit. Nun ist der Mann leider verstorben und dies ist sein letzter Film den er wohl selber garnicht mehr sehen konnte – und es ist eine tragische Ironie daß es ein Film über einen alten Mann ist der sich mit seiner eigenen Sterblichkeit befasst. Daraus entspringt ein leiser, kleiner Film der jede Menge kleine und sympathische Dialogszenen enthält, bei denenb man leisen Humor zwischen den Zeilen finden kann, es reicht mir mitunter aber auch einfach nur Szenen zu sehen in denen Stanton durch die Wüste läuft, mit entsprechender Musik. Und wenn er einmal die vierte Wand durchbricht und dem Zuschauer zuzwinkert ist das wirklich ein tragischer, richtiger Abschiedsmoment.

Fazit: Trauriger kleiner Film, leise uund ruhig, ebens aber mit entsprechendem Humor

The Disaster Artist

Auf der Schauspielschule lernen sich Tommy Wiseau (James Franco) und Greg Sestero (Dave Franco) kennen und werden beste Freunde, merken aber recht schnell daß sie keine Chance auf eine Karreire haben. Trotzdem versuchen sie sich an einem eigenen Film, trommeln alle Möglichkeiten zusammen die sich ihnen bieten und versuchen sich am eigenen Drehbuch „The Room“ …

Bei diesem Film bin ich außen vor: ich habe „The Room“ so nie geschaut, kenne aber natürlich Tommy Wiseau und wie absurd der Typ erscheint, sowohl in den Clips aus dem Film wie bei sonstigen Auftritten. Ich kann also keine Bezüge und Vergleiche zum Vorbild ableiten, aber der Film funktioniert auch bestens für sich: als Komödie überzwei Außenseiter die versuchen Erfolg zu haben und als Geschichte eines komischen Kauzes der Leidenschaft, aber kein Talent hat. Obendrein bringt der Film das Paradox daß man sich über anderthalb Filmstunden mit Wiseau beschäftigt, aber der Mann nachher immer noch ein großes Rätsel ist. Dank des brüllend komischen Spiels von James Franco der auch Regie geführt hat und zahlreichen Promis in kleinen Rollen ist „The Disaster Artist“ ein Heidenspaß und emotionales Drama in einem.

Fazit: Liebevolle Würdigung eines unergründlichen, schrägen Vogels