Archiv der Kategorie: Drama

Finish – Enspurt bis zum Sieg

Die unglaubliche Geschichte des Kanadiers Ned Hanlan (Nicolas Cage) der auf einem beschwerlichen Weg zum erfolgreichsten Ruderer der Welt im 19. Jahrhundert wird …

Nicolas Cage in gaaaanz jung … und ich finde es aus heutiger Sicht wieder faszinierend welche damalige Synchronstimme er hatte und wie viel diese zu seinem Image beiträgt, ebenso ob die Story ihm die Chance für seine typischen Austicker gibt. Im vorliegenden Fall: eher nicht. Hier spielt er die Lebens und Liebesgeschichte eines jungen Sportlers nach; auch wenn dies eine Biographie sein soll verläuft diese in jeder Hinsicht auf typischen und filmisch eingängigen Pfaden. Sportlicher Erfolg, Aufstieg und Misserfolg und eben einige menschliche Quereleien. Pech dabei daß es ein Sport ist den man filmisch nicht gut umsetzen kann – Rudern gibt optisch wenig her und man hat sich irgendwann dran sattgesehen wie Cage immer über schöne blaue Gewässer strampelt. Trotzdem kann man dem Film nicht so richtig böse sein: er ist auf sympathische Weise altmodisch und „miefig“ und meilenweit von heutigem geglättetem Hochglanz entfernt.

Fazit: Harmlose Biographie mit Nicolas Cage in bemerkenswerter körperlicher Bestform.

The Beach Bum

Der Poet Moondog (Matthew McConaughey) schlägt sich in Florida durcs Leben – bis seine Frau Minnie (Isla Fisher) tragisch umkommt. Leider stellt sie in hrem Testamen die Bedingung daß Moondog sein angefangenes Buch beendet. Doch er hat Probleme mit der Inspiration …

Der ganze Film baut auf ein Element: ein völlig weggetretener Matthew McConaughey torkelt durch die Gegend von Miami, hängt viel auf Booten rum und quasselt viel Mist. Das klingt nach einer launigen Kiffercomedy, aber die Ausrichtung ist schon anders. Der Film zeigt einen kleinen Mikrokosmos voller schräger Figuren, abgedrehten Gestalten und nimmt seine Hauptfigur war wie diese wohl ihr Leben wahrnimmt: abgehackt, ohne Dramaturgie, eine enzige, durchgehende Aneinanderreihung von Szenen, Momenten und überdrehten Augenblicken. Das in einen Film zu packen ist gleichermaßen dreist wie witzig und spannend und entzieht sich den konventionellen Filmmöglichkeiten. Als Experiment sicherlich guckbar, aber mit hohem Risiko der Enttäuschung.

Fazit: Handlungsfreier Nonsens auf einer merkwürdigen Grenze zwischen Spaß und Erst!

Zandalee – Das sechste Gebot

Zandalee(Erika Anderson) hat den Dichter Thierry (Judge Reinhold) geheiratet, führt aber mit ihm ein langweiliges Leben in New Orleans. Das ädnert sich als dessen aufregender Freund Johnny (Nicolas Cage) zu Besuch kommt und mit ihr eine gefährliche Affäre beginnt …

Auf meiner Reise durch alle alten Nicolas Cage Titel die ich bislang nicht gesehen habe stieß ich final nun auch mal auf diesen hier, den ich irgendwo mal als „Erotikfilm“ bezeichnet sah. Das es damit nicht wirklich was ist merkte ich nach wenigen Momenten. Die Outfits und Schnurrbärte alleine sind schon so absurd daß sie keine wirkliche erotische Stimmung aufkommen lassen, ebenso die Frisuren und die Lokalitäten. Das soll wohl schwül wirken, wirkt aber eher relativ schlicht. Ebenso die Story in der eine Frau sich zwischen ihren stabilen, treuen Ehemann und dem aufregenden Künstler hin und herbewegt: klar, Cage sieht hier jung und cool aus, die Frisur alleine ist aus heutiger Sicht aber schon ein Grund zum fremdschämen, des weiteren hat er hier wieder eine andere Synchronstimme wodurch er sich bei mir nicht in seiner markanten Art festsetzt obwohl ihm das Skript ein paar nette Ausraster beschert. Und die Erotik? Ein paar schnelle, unbedeutende Softsexszenen die hin zu einem sehr albernen Finale führen; dort kommt zwar kurzweilig Spannung auf, aber es wird auf absurde Weise gelöst. Bleibt nur noch ein nostalgisches Lächeln dabei wenn man Stars wie Steve Buscemi oder Joe Pantoliano in Nebenrollen entdecken kann.

Fazit: Restlos veralteter Mix aus Drama und Thriller mit derber Schlußpointe und scheußlichen zeitgemäßen Outfits!

Der Kandidat – Macht hat ihren Preis

Das Leben und die Karriere Kongressabgeordneten Colin Price (Nicholas Cage) gerät ins Visier der Öffentlichkeit als 2010 eine Bohrinsel Feuer fängt. Eigentlich will er aus dem Vorfall Profit schlagen, seine eigenen privaten Verfehlungen drohen aber alles zu ruinieren …

Gewisse Tatsachen sind nunmal unveränderlich: Politiker sind keine guten Menschen, sondern intrigante Machtmenschen die immer den eigenen Vorteil suchen und nebenbei jede sich bietende Affäre abgreifen. Ebenso ist Nicolas Cage ein Darsteller der garnicht aufhören kann einen Titel nach dem anderen rauszuhauen und runterzukurbeln, Hauptsache er deckt seine Schulden. Das bringt ihm in diesem Falle aber wieder nur einen Minuspunkt in die Filmografie. Ich weiß nicht was man hiermit bezwecken oder erreichen wollte. Irgendwie fällt der Film zwischen Intrigen, ein wenig Familie, ein wenig Drama, ein wenig Love Story zwischen alle Genres, bedient und erreicht nichs und zieht in knappen 85 Minuten völlig unbeeindruckend vobei. Es bleibt nur die Frage warum Sarah Paulson da mitmachen mußte.

Fazit: Völlig unbedeutender Mix aus diversen Genres, für Cage leicht verdientes Geld,

Trautmann

Mit 17 wird Bernd Trautmann (David Kross) eingezogen und in den Zweiten Weltkrieg geschickt wo er letztlich in britischer Kriegsgefangenschaft landet. Als er an einem Fußballspiel teilnimmt entdeckt ihn der Trainer Jack Friar (John Henshaw) und sieht Trautmanns unglaubliches Talent. Entgegen dem Druck von einigen Seiten beginnt Trautmann eine unglaubliche Karriere …

Auch wenn die im Film gezeigte Story vom Aufstieg des Bert Trautmann spektakulär und unglaublich erscheint so habe ich sie bislang nie gehört. Aber muß man ja auch nicht getan haben: das gibt einem die Möglichkeit die Geschichte ohne wissen auf das worauf sie hinausläuft zu schauen. Es sind eigentlich zwei Filme in einem vereint. In den ersten 90 Minuten ist der Film eine Mischung aus optimistischem Sport film und ein wenig Drama rund um einen Soldaten dem ein furchtbares Kriegserlebnis nachhängt und das Leben schwer macht. Das hat man eigentlich so auch im Trailer gesehen und es bleibt von vorne bis hinten überraschungsfrei, funktioniert aber dennoch bestens. Man kan bei der Hauptfigur verschiedener Meinung sein da Davif Kross den Trautman als einerseits keimfreie, aufrechte Person spielt, aber ebenso vieles über ihn um Unklaren gelassen wird. Auch werden viele Nebenfiguren nur angerissen oder verschwinden abrupt und gänzlich aus den Filmen. In der letzten halben Stunde schlägt das Schicksal jedoch wie mit Fäusten auf Trautman ein und in Folge dessen nimmt der Filme ine andere Wendung, einen anderen Schwerpunkt – und entlässt dann wenn man das Kino verlässt mit einer gaz anderen, viel emotionaleren Stimmung als vorher. Das hätte so nicht sein müssen, aber wenn es dem wahren Mann so ergangen ist muß man es wohl so einbauen. Das Gefühl dabei stimmt jedenfalls.

Fazit: Optimistischer Mix aus Sportfilm und Kriegsdrama der zum Ende hin rabiat in eine andere Richtung geht!

Utoya

Die 18-jährige Kaja (Andrea Berntzen) und ihre jüngere Schwester Emilie (Elli Rhiannon Müller Osbourne) verbringen ein paar Ferientage auf der norwegischen Insel Utøya. Als Kaja eines Tages in Diskussionen mit einigen anderen vertieft ist fallen Schüsse – ein wahnsinniger Massenmörder geht auf dem Gelände herum und erschießt jeden der ihm begegnet. Kaja versucht verzweifelt Emilie zu finden …

Hier ist natürlich ganz besondere Vorsicht geboten: ein Ereignis wie den Anschlag auf Utoya in einen Film zu verfrachten beinhaltet sehr viele Risiken. Es darf nicht passieren daß man das ganze als Thriller oder sonstigen Unterhaltungsfilm verfrachtet, ein dokumentarisches Abbilden eines Gemetzels macht ebenso wenig Sinn und Material für denjenigen der Spaß an einem Gemetzel hat sollte man soweit auch nicht liefern. Der Film findet im Ansatz den richtigen Weg, wenngleich ich es diskutabel finde die Thematik überhaupt filmisch zu verarbeiten. Im Film bekommen wir eine junge Frau als Hauptfigur und erleben die Vorfälle aus ihrer Sicht: d.h. man bekommt keinen umfassenden Blick, keine Hintergründe und keine Übersicht, sondern eben ein junges Mädchen daß am Anfang unbedarft mit ihren Freunden zusammen ist und dann geht das Gemetzel los. Allerdings wird es aus der sehr eingeschränkten Sicht der Hauptfigur geschildert: man sieht die Leichen und Opfer die sie sieht, ohne zu wissen wen es dort jeweils erwischt hat; man hört permanent die Schüsse und Schreie ohne zu sehen was dort vorgeht. Die Kamera klebt in langen Einstellungen an der Hauptfigur und wackelt mitunter daß einem schwindelig wird. Aufgrund der flüchtigen und bleichen Darsteller entwickelt man mit keiner Figur eine persönliche Bindung, gewinnt aber dennoch einen wagen Eindruck der aussichtslosen und verzweifelten Lage in die hier die besagten Jugendlichen gerieten (wenngleich ein Film so einen Vorfall natürlich nur wage erfassen kann). Am Ende bleibt ein Zwiespältiger Eindruck. Eigentlich ist das alles solide und ordentlich gefilmt und hält des öfteren auch die nötige Distanz – trotzdem erfüllt es eigentlich keinen Sinn.

Fazit: Ein furchtbarer Anschlag wie ein Thriller aus den Augen einer Betroffenen inszeniert – läßt nicht kalt, erfüllt aber auch keinen Zweck!

Vice – Der zweite Mann

Dick Cheney (Christian Bale)ist die rechte von US-Präsident George W. Bush (Sam Rockwell) und fast genauso mächtig und populär. Über 8 Jahre begleitet er Bush durch zwei Amtszeiten und greift entscheidens in dessen handeln ein …

Ich gebe oft und gerne zu wenn ein Film zu anspruchsvoll für mich ist, das hier sit in manchen Teilen eben ein solcher: damit meine ich daß ich nicht alle Intrigen die Cheney und die Verwicklungen und Folgen so kapiere wie der Film sie darlegt. Aber es gibt auch andere Gründe den Film zu mögen: das ist zum einen sein rotzfrecher Inszenierungsstil der zwar mit stäöndigen Zeitsprüngen und Betrachtungsweisen einiges abverlang, aber ebenso einen grundlegend witzigen Ton anschlägt. Zum anderen ist es Schauspielerkino vom Feinsten: Bale als abgebrühtes Drecksschwein trägt alleine den Film, aber mit Amy Adams, Steve Carrell und insbesondere Sam Rockwell als George W Bsh hat man eine Riege Akteure die gleichermaßen faszinieren wie auch scheinbar Spaß an ihren Rollen haben. Und obwohl der Film eigentlich eine furchtbare Thematik behandelt bringt er höchsten Unterhaltungswert und beste Laune zustande.

Fazit: Bittere und grundböse Betrachtung eines raffinierten Mannes mit unglaublich guten Darstellern!
Rating: ★★★★★

Mein Bester und Ich

Durch einen Paragliding-Unfall, verlor der New Yorker Großunternehmer Philip Lacasse (Bryan Cranston) seine Frau und sitzt gelähmt im Rollstuhl. Als ihm ein Assistent zur Seite gestellt werden soll entscheidet er sich für den Kriminellen Dell Scott (Kevin Hart) da dieser mit seiner unwissenden und rüden Art genau richtig mit ihm umgeht …

Ein Remake von „Ziemlich beste Freunde“ hat in den europäischen Bereichen wohl niemand gebraucht, aus amerikanischer Hinsicht macht der Film aber durchweg Sinn: natürlich ist der Originalfilm großartig, hat genug „Wucht“ und Potential und natürlich schauen sich viele Amerikaner das Ding nicht an weil sie keine ausländischen Titel mögen. Deswegen macht es Sinn den Film mit seinen Stärken 1:1 neu aufzulegen, nur eben an leinwandvertraute Orte zu verlagern und mit populären Darstellern zu versehen. Cranston bringt das ganze dann auch nicht ins Schwitzen, im Gegenteil, er spielt seinen Part liebenswert und mit Augenzwinkern. Kevin Hart spielt zum ersten Mal nicht Kevin Hart sondern eine Rolle die auch schon jemand anders gespielt aht: zu Harts Glück sind in dem Part keine seiner typischen Macken und Eigenheiten vertreten, dadurch geht auch seine Figur in Ordnung. Der Rest ist harmloses Dramakino mit Augenzwinkern das sich seine am besten Funktionierenden Parts sicherlich aus dem Original zusammenklaut. Nichts verkehrt daran, aber auch nichts neu.

Fazit: Sehr solide Neuauflage – genau das eben!

Rating: ★★★☆☆

Green Book – Eine besondere Freundschaft

1962 geht Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) auf Tournee durch die USA und engagiert als Fahrer Tony Lip (Viggo Mortensen). So beginnt eine gemeinsame und lange Reise in der die beiden unterschiedlichen Männer sich langsam anfreunden …

Die Rahmenbedingung läßt eben den typischen Oscarfilm erwarten: eine auf einem wahren Fall beruhende Geschichte über einen hemdsärmeligen italienischen Türsteher der im Amerika der sechziger Jahre einen dunkelhäutigen Pianisten durch die Gegend fährt. Dabei läßt der Film gekonnt die Klischees und Gegensätze aufeinanderprallen: Prolet gegen Gebildeten, Weißer gegen Farbigen, Arbeiter gegen Reichen, Familienvater gegen Alleinstehenden. Ebenso ist der Film eine schlichte Abfolge von kleinen Episoden die eben auf einer solchen Reise entstehen und passieren können, vorrangig Momente von damals wohl üblichem Alltagsrassismus. Aber trotzdem: der Film hat keine sonderliche dramatische Fallhöhe sondern wird geradezu zu einem „Feel Good“ Movie. Das liegt vorrangig am Spiel der Hauptdarsteller und insbesondere an Viggo Mortensen, der seine prolige Figur mit Spaß und Witz verkörpert und obendrein vom Drehbuch reihenweise witzige Momente und regelrechte Comedyszenen serviert bekommt. Das führt dazu daß man hier kein furchtbares Drama sondern einen unverkrampften, entspannten Film sehen kann in den man sich geradezu einigelt: sympathisch, harmlos und niemals unfassbar ins bodenlos dramatische Segment.

Fazit: Mehr Spaßfilm als oscarträchtiges Drama – dennoch mögenswert und wohltuend unverkrampt!

Rating: ★★★★☆

Eleonore und Colette

Eleanor Riese (Helena Bonham Carter) leidet zwar an paranoider Schizophrenie, kann aber dank Medikamenten ein halbswegs normales Leben führen. Allderings haben diese Medikamente Nebenwirkungen und Eleanor möchte ihre Dosierung selbst bestimmen. Da dies jedoch verweigert ist zieht sie mit Anwältin Colette Hughes (Hilary Swank) vor Gericht …

Das ist schon auf dem Papier perfekt geplant: ein Drama in dem es um die korrekte Behandlung von psychisch beeinträchtigten Patienten geht, basierend auf einem wahren Fall und mit Darstellern wie Jeffrey Tambor, Helena Bonham Carter und Hilary Swank besetzt .. Selbstläufer. Sollte man meinen, aber so ganz von alleine gings dann am Ende doch nicht. Zumindest im Zuge der Oscars tauchte dieser Titel garnicht auf; und auch ansonsten lief er die meiste Zeit unter dem Radar. Das dann aber schon etwas zu Unrecht: es ist ein engagiertes Drama daß auf sein Thema hinwist, dabei mit entsprechenden Darstellerleistungen aufwartet und im Grunde darauf setzt das Swank gerne die eifrige Verteidigerin spielt und Bonham Carter gerne die etwas exzentrischen Parts macht. Macht nichts verkehrt, erreicht aber wohl nur ein kleinesres Publikum.

Fazit: Engagiertes Thema und eifriges, aber wohl nicht massentaugliches Schauspiel!

Rating: ★★★☆☆