Archiv der Kategorie: Drama

Camgirl – Wahnsinnige Begierde

Der einsame und Internetsüchtge Jack (Peter Vack) findet das Cam-Girl und Dominatrix Scarlet (Julia Fox). Aus der anfänglichen Begeisterung wird besessenheit …

Sehr minimalistisch geregelt: der Film spielt außer wenigen Stadtaufnahmen ausschließlich in Wohnungen, vorrangig der Wohnug der Hauptfigur der von dort aus sein Leben komplett online gestaltet. So trist und abwechslungsarm das auf den Zuschauer wirken mag, so authentisch kommt es daher – dies ist ein sozial isolierter Mensch dessen eintöniges Leben nur durch seine Internetaktivitäten aufgewertet wird. Ihn dabei zu beobachten mag manchmal langweilig sein, manchmal hässlich, aber es spiegelt sicher das Dasein eines solchen Menschen wieder. Dies verläßt der Film aber später wenn sich die Internetfantasie in die Realität verlagert, ebenso wenn dem Camgirl welches hier begafft wird ebenso ein Background verschafft wird. Im letzten Drittel verwandelt sich der Film dann in eine recht filmgemäße Drama / Thrillerhandlung die ihn dann etwas aus dem nüchernen, realistischen Rahmen rausreißt, aber ein passendes Finale liefert. Mit Nacktheit und expliziten Momenten wird nicht gespart, wodurch das Werk radilaker wird, aber sicherlich nicht für jeden zugänglich. Wer aber eben diese schmutzigen, kleinen Filme am Rande der Sehrgewohnheiten mag sollte es mal verscuhen – als den typischen, klienen Thrill am Feierabend taugt der Film nicht.

Fazit: Stellenweise sehr detailliertes, hässliches Bild eines vereinsamten Menschens welches im letzten Drittel in einen gängigen Thrillerplot mündet!

Gott, du kannst ein Arsch sein

Steffi (Sinje Irslinger) erfährt im Alter von 16 Jahre daß sie Krebs und kaum Heilungschancen hat. Während sie jedoch unbedingt auf eine Klassenfahrt mitt ihrem Freund Fabi (Jonas Holdenrieder)  gehen will wollen ihre Eltern Eva (Heike Makatsch) und Frank (Til Schweiger) sie zu einer Chemotherapie bewegen …

Der Film kann leicht und schnell als „Til Schweiger“ Film abgetan werden, dabei spielt dieser nur eine Nebenrolle und war auch nicht der Regisseur. Im Kern ist dies sogar eine wahre Geschichte, zumindest davon inspiriert, handelnd von einem Mädchen welches nach der tödlichen Krebsdiagnose ausbricht. Die Tragik der Geschichte ist da und könnte ja eigentlich kaum krasser sein, der Film legt den Fokus aber auf die Tage nach der Diagnose und einen gefälligen, normalen Road Trip bei dem die Hauptfigur ausbricht und sich aufmacht nach Paris zu reisen. Verfolgt wird sie von den Eltern und auf dem Weg passieren diverse, filmgerechte Zwischenfälle. Tragik kommt dabei nicht auf, es bewegt sich in einer nicht definierten Grauzone zwischen Drama und Komödie. Wenn dies im Sinne der (wahren) Hauptfigur ist werde ich das nicht beklagen, ich selber konnte aber die präsentierte Leichtigkeit nicht abnehmen bei dem Wissen was denn der Hintergrund ist. Auch wenn der Film mit mögenswerten Darstellern aufwartet.

Fazit: Eigentlich eine Dramastory die ihren Fokus auf den Comedypart legt!

Rating: ★★★☆☆

Und morgen die ganze Welt

Luisa (Mala Emde) stammt aus einer wohlhabenden Umgebung und beginnt ihr Jurastudium. So gerät sie an den charismatischen Alfa (Noah Saavedra) und dessen besten Freund Lenor (Tonio Schneider) durch den Luias in gefährliche Kreise vorrückt …

Etwas daß ich immer am Medium Film geschätzt habe ist der Umstand daß es mir einen Eindruck von einer fremden Welt vermitteln kann in die ich in der Wirklichkeit keinen Einblick habe. Das trifft dann wohl auch voll und ganz auf die Antifa Szenerie zu die hier präsentiert wird. Gezeitgt wird der (plausible) wWeg den eine junge Frau nimmt, wie sie an die richtigen Kreise gerät und so langsam, aber sicher hemmungsloser wird und auch bei der Wahl von gewaltsamen Mitteln mehr und mehr die Scheu verliert. Ob man die Darstellung zu simpel oder zu plakativ findet entscheidet natürlich jeder selber, mir hat es wohl schon gereicht die Hauptdarstellerin zu sehen die einen unglaublich guten Job macht. Ansonsten ist es wohl kein Wohlfühlfilm und nicht für jeden gedacht – sehr wohl aber um ihn als Einleitung einer Diskussion zu schauen

Fazit: Unbequem und an manchen Stellen sehr bitter!

Rating: ★★★☆☆

After Truth

Hardin (Hero Fiennes-Tiffin) hat Tessa (Josephine Langford) schwer verletzt, weswegen sie die Beziehung beendet. Allerdings wird sie von stetigen Erinnerungen an ihn verfolgt und sie beginnt zu überlegen ob sie der Beziehung noch eine Chance geben soll …

Der erste Film verkaufte sich als eine Art Teenagerversion von „Shades of Grey“ und besaß eine Alterfreigabe ab 0, da konnte irgendwas nicht stimmen. Ich würde gerne sagen was, aber ich habe den Film so derartig im Kopg gelöscht daß mir dazu die Worte fehle. Hat mich aber für diese Runde zwei kaum beeinflußt. Ich sehe wieder die gleichen Gesichter, schick aber ohne jedes Charisma die anderthalb Stunden lang umeinander herumeiern, sich mal näherkommen, dann wieder alles verwerfen. Immerhin gibt’s kleine Sexszenen dazwischen und sit der schicke Ausstattungslook einen Blick wert. Da merkt man daß der Macher von „Eiskalte Engel“ auf dem Registuhl saß. Ansonsten tut das Ding nocht weh, richtet sich aber sicherlich an eine kleine, eher jugendliche Zielgruppe.

Fazit: Teenager-Liebessoap mit schicker Optik, aber charismaarmen Figuren!

Rating: ★★☆☆☆

Malcolm & Marie

Nach einer erfolgreichen Filmpremiere kommt Regisseur Malcolm (John David Washington) mit Marie (Zendaya) nach Hause. Aus einer Diskussion über den Film entspringt schnell ein Streit über die ganze Beziehung …

Liebe mich, ich bin ein Kunstfilm! Ich bin in schwarz weiß! Und ich habe Isajah Washington drin, den Tenet Star, der quasi das zweite Kinohalbjahr 2020 dominiert hat, weil nichts anderes, nennenswertes gezeigt wurde! Jay! Gut; ein Film sollte mehr als das zu bieten haben, aber dies sind die Aushängeschilder mit denen er sich präsentiert. Im Kerne ist es ein in Film verfrachtetes Theaterstück. Ein Paar kommt nach einem wichtigen Abend nach Hause und fängt an zu streiten – thats all. In schicker Optik, künstlerisch angehaucht durch den schwarz weiß Look. Alelrdings bleibt man als Zuschauer von Anfang an außen vor weil man hier einen arroganten Sack und eine biestige, verschlossene Zicke hat die sich anblaffen und man dadurch eigentlich kein Interesse am Gefühlsleben zweier Oberschichtler hat. Zugegebenermaßen ist dies toll gespielt, zwei begabte darsteller dürften sich gut 100 Minuten den Marsch blasen und man kann nicht bei jedem Dialog absehen in welche Richtung er gehen wird – aber trotzdem schaut man nur ein schickes etwas ohne emotionale Anteilnahme.

Fazit: Schicke und edle Menschen die einen endlosen Dialog führen – toll gespielt aber ohne große Nachwirkung!

Rating: ★★★☆☆

Vergiftete Wahrheit

Der Anwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) übernimmt eine Stelle in einer Kanzlei in Cincinnati und stößt auf eine Anklage bei dem das DuPont-Werk in Verdacht steht giftige Abfälle auf der Mülldeponie zu lagern und die angrenzende Landwirtschaft zu verschmutzen. Die eingereichte Beschwerde löst einen riesigen Fall aus …

Kurfristige und langfristige Wirkung. Mit einem kurzfristigen Blick ist dies ein typischer Gerichtsfilm ohne auffällige Dinge bei denen David gegen Goliath kämpft, mit dem Recht auf seiner Seite und dem Herz am rechten Fleck. Dies wird aber durch keine Ironie oder „erleichternde Dinge abgemildert, sondern sehr nüchtern geschildert: Stars wie Mark Ruffalo und Anne Hathaway sind bewußt unscheinbar zurecht gemacht, der Look mit dem grünlichen und entsättigten Bild läßt es ebenso deprimierend erscheinen und eigentlich geht es nur um Menschen die in Räumen sitzen und reden. Im langfristigen Blick entfaltet der Film aber seine Schockwirkung da er auf wahren Tatsachen beruht und eine Sache offenbart die bis zum Zuschauer persönlich durchdringt. Deswegen: dies ist ein Film an dessen Ende die Laune hin ist, daher sollte er definitiv als Standardtitel an Schulen angeführt werden.

Fazit: Eigentlich ein kleiner Juristenfilm mit heftigem Background und Wirkung!

Niemals selten manchmal immer

Autumn (Sidney Flanigan) ist 17 Jahre alt und wächst in Pennsylvania auf. Ihr ruhiges Leben gerät aber völlig aus dem Ruder als sie ungewollt schwanger wird …

Weniger ist mehr und das Reduzierte ist das Besondere. Die Handlung des Films klingt simpel und ist es auch: ein junges Mädchen wird schwanger und will eine Abtreibung durchführen lassen. Der Film begleitet sie auf diesem schlimmen Weg, allerdings fast dokumentarisch und bleibt durchgehend dabei. Dazu zählen auch endlos lange Gespräche mit Ärzte und all jener Verwaltungsaufwand der damit einher geht. Spaß macht das zwar nicht, aber durch den lebensnahen Look und das ungeschönte Draufschauen fasziniert es auch auf seine Weise. Auch durch die unaufdringliche, zurückhaltende Hauptfigur. Hier wird das Thema nicht wie in „Juno“ mit Humor genommen sondern ernst, bitter und lebensnah. Und das macht es sehr wertvoll.

Fazit: Kleiner, aber sehr ungeschönter Film!

Christiane F – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

In den 70er Jahren gelangt die 13 jährige Christiane  (Natja Brunkhorst) an eine Drogenclique am Berliner Bahnhof. Langsam wird auch sie abhängig und versinkt mehr und mehr im Drogensumpf.

Ich habe hiermit eine kleine Bildungslücke geschlossen: der Film lag stets in meiner Videothek in der Erwachsenenabteilung, da habe ich ihn aber stetig liegen lassen, meine Frau hat das Thema in der Schule besprochen und mir davon erzählt, aber erst der Start der „geschönten“ Amazon Serie veranlasste mich nun dazu der Thematik mal etwas Zeit zu widmen. Und ich bin erschreckend abgestumpft: ich kann mir denkend aß der Schock dieses Themas im Jahre 1981 vorrangig darin bestand daß Menschen erkannten daß Kinder Drogen nehmen und daß die Existenz dieser kaputten Szene somit erstmals bewußt wurde. Das schockt mich zwar auch, aber ich kann mir vorstellen und akzeptieren daß diesse Szene existiert hat. Obendrein geht mir filmisches selten nahe und das Thema Drogen ist etwas was in meinem Leben keine große Rolle gespielt hat, daher hatte ich keinen „Wiedererkennungswert“ dabei. Trotzdem läßt mich nicht alles kalt und es sind besonders die Szenen von Elend beim Entzug ect. Die auch mich erreichen. Ansonsten ist der Film schmutzig, kompromisslos und lebensnah gespielt, leider und weckt in mir Dakbakreit diese Zeit und diese Szene nie erlebt zu haben. Als Dokument seiner Zeit und als filmische Abschreckung funktioniert dies extrem gut und die überragende Natja Brunkhort bringen einen so nahe es geht daran den körperlichen Verfall der Hauptfigur zu erleben. Daher: auch wenn es angestaubt wirken mag ist dies ein Film der als Pflichtprogramm an Schulen gezeigt werden sollte.

Fazit: Dreckiger Blick auf eine hässliche Szene, intensiv vermittelt und ohne „Wegblenden“.
Rating: ★★★★☆

Eight Grade

Nur noch eine Woche hat Kayla in der achten Klasse zu verbringen und hofft daß danach die DInge bessr für sie werden. Mit ihrer introvertieren Art und dem Drang über Social Media Anschluss zu finden kommt sie bei ihrem Umfeld kaum an …

Ich hab da so meine Vorbehalte wenn „A24“ auf einem Film steht – eifnach weil ales was aus dem Studio kommt mit begeisterten Stimmen überhäuft wird, ich selber damit aber bislang wenig anfangen konnte. Dieser hier fällt dann aber mal in eine ganz andere Richtung statt Horror, nämlich in den Dramabereich. Da einige Filmkritiker die ich sehr schätze diesen Film endlos in den Himmel gelobt haben habe ichs damit versucht – und obwohl er bei mir nicht diese überragende Begeisterung ausgeöst hat verstehe ich voll woher sie kommt. Dies wirkt wirklich wie ein Blick auf das wahre Leben und vermdeitet es Szenen filmisch zu überhöhen. Wenn die Hauptfigur an zwei arrogante Mädchen mal rabiat die Meinung aussprechen darf weiß man als Zuschauer daß sie recht hst und findet es cool, trotzdem ist die Szene eher peinlich und komisch. Ebenso sind Szenen in denen ihr Vater ihr durch ein Einkaufszentrum folgt zw ar verständlich, aber unangenehm zu schauen. Zwischendrin erwarten dann aber emotionale und bewegende Momente die eben jene unangenehmen völlig legitimieren. Am Ende bleibt ein ungewöhnlicher, ungeschönter Blick – und als Vater einer Tochterfür mich ein komischer Beigeschmack.

Fazit: Sensibel und absolut lebensecht!
Rating: ★★★★☆

Blackbird

Lily (Susan Sarandon) und Paul (Sam Neill) wollen am Meer Zeit mit ihrem Nachwuchs Jennifer (Kate Winslet) und Anna (Mia Wasikowska) verbringen. Die nostalgische Umgebung erweckt jedoch schnell alte Konflikte welche die gemeinsame Zeit zeichnen …

Eine ganze Familie mit allen Mitgliedern und Partnern trifft sich an einem Wochenende in einem großen Haus – das ist der Ansatz vieler Filme die meistens im Bereich Komödie liegen, mitunter Drama. Hier ist der letzte Fall zutreffend da bei der Begegnung eine Sache über allem steht: die Mutter wird an diesem Wochenende Suizid begehen und alle wissen es. Das macht diese starbesetzte Zusammenkunft schon von Anfang anders, am meisten überrascht aber wohl die Stimmung. Der Film bleibt trotz seines Themas anschaubar, wird nicht schmerzlich belastend oder bleischwer, sondern hat einen traurigen, wehütigen Ton. Damit ist es das redselige Drama was wohl manchen abschrecken mag, wer sich aber bewußt drauf einläßt bekommt wohl was er erhofft.

Fazit: Sensible und traurige Abschiedsgeschichte die trotzdem nicht bleischwer ausfällt.

Rating: ★★★★☆