Archiv der Kategorie: Drama

Amoklauf

Ein Kellner lebt einsam und isoliert und von der Außenwelt abgeschottet. Im Laufe der Zeit hat er einen unglaubliche Hass auf seine Mitmenschen entwickelt – und so führt ein geringer Auslöser zu einer unglaublichen Bluttat …

Einer der ersten Filme von Uwe Boll an dem man wohl schon damals kein gutes Haar ließ. Ich kann es verstehen, will den Film aber nicht gleich in Grund und Boden reden weil ich zumindest eine Absicht erkennen konnte. Es geht um einen Mann in dem ein Hass auf seine Umwelt stetig wächst bevor sie sich in Gewalt entlädt, dabei wird nicht wirklich eine psychologische Analyse gezeigt, aber die Trostlosigkeit seiner Umgebung und die Isolation wenn er im stillen Zimmer hockt und fernsieht (was der Zuschauer auch minutenlang mitmacht) kommt schon entsprechend rüber. Zum Ende hin entlädt sich die Wut in ein furchtbares, blutiges Desaster daß irgendwo zwischen Splatterfilm und Kunststreifen fällt, das mag zwar vorrangig dem Schockeffekt dienen, hat aber einen ungemein surrealen Anstrich der ein Ansehen durchaus interessant macht. Obendrein ist es eben eine Basis: das Thema Amoklauf hat Boll noch in einigen andern Titeln aufgearbeitet, wie z.B. der „Rampage“ Trilogie.

Fazit: Bizarres Frühwerk von Uwe Boll dessen splatteriger Showdown geradezu künstlerisch wirkt!
2 Punkte

Just Mercy

Anwalt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) hat einen Abschluss von Harvard und verteidigt unschuldig Verurteilte in Alabama, zusammen mit Anwältin Eva Ansley (Brie Larson). So kommt er an den Fall von Walter McMillian (Jamie Foxx) dem ein Mord zur Last gelegt wird …

Der Film gibt vor auf wahren Fakten zu basieren, das glaube ich ihm auch, aber muß dann doch sagen: die Realität scheint manchmal sehr klischeehaft zu sein. Der grundgute und arme mann der zu Unrecht in den Knast kommt und tapfer die Kraft bewahrt, der steril-saubere und immer nur das gute wollende Held, der verschwitzte, böse Sherriff, der kakerlakenhafte und windige Staatsanwalt … in diesem Juristendrama scheint jede noch so kleine Klischeefigur enthalten zu sein. Und es ist ein Film der langen Dialoge und es extrem gebremsten Tempos. Das ist aber eine Eigenart des Genres, hier gibt es eben keine Action und keine Überspitzung, sondern das menschliche Drama daß in Gerichtssälen, in den Büros, in den Gefängniszellen oder den heimischen Wohnzimmern passiert. Mir hat es in dieser Form sehr gefallen, einen so entschleunigten Film zu sehen, auch wenn die Laufzeit von 137 Minuten dann doch viel zu lang dafür bemessen war. Die Botschaft ist gut, die Darsteller solide und Spannung bleibt auch erhalten wenn man den wahren Hintergrund nicht kennt. Und manche der gezeigten Dinge können einen geradezu wütend machen …

Fazit: Mag zwar auf realten Tatsachen fußen, liefert aber doch viele Klischees, dafür auch einen ruhigen, dialoglastigen und entschleunigten Film!

Rating: ★★★★☆

Sieben Jahre in Tibet

Im Jahre 1939 beteiligt sich Heinrich Harrer (Brad Pitt) an einer Himalaya-Expedition. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht landet Heimrich mit Expeditionsleiter Peter Aufschnaiter (David Thewlis) in einem Internierungslager. Von dort aus gelangt er nach Tibet wo er auf Tenzin Gyatso (Jamyang Jamtsho Wangchuk), dem 14. Dalai Lama, trifft …

Der Film kam ins Kino als ich ein Teenager war und ich verweigerte ihn im Kino, da es mir als eine ultimative Qual und Schnulze vorkam in welcher der von den Mädels so angehimmelte Brad Pitt einfach nur episch in Szene gesetzt werden sollte. Nun, viele Jahre später habe ich ihm dann doch mal eine Chance auf Netflix gegeben und kann mit dem Blick drauf werfen der mir damals gefehlt hat, nämlich dem Wissen darum welche Filme Pitt sonst noch so gemacht hat seitdem. Dies ist nicht der Versuch eines damals aufsteigenden Stars mal was episches zu machen, sondern ein gezielter und gut gewählter Film in dem er auch mal aus seinem damaligen Sunnyboy Image ausbrechen konnte: er verkörpert einen ziemlichen Widerling der aus purem Egoismus einen krassen Schritt geht. Dadurch ist der Film zunächst ein Abenteuerstreifen, wird dann später zu einem Politfilm bzw. ein wenig Betrachtung der Historie und mündet in ein sympathisches Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft. Ich will gar nicht so tun als würde ich allen historischen Kotext gänzlich kapieren oder könnte hinterher ein Referat darüber halten. Ebenso wenig weiß ich hier was historisch belegt ist und was dramaturgisch angepasst wurde (Pitts Figur wandelt sich schrittweise zum Sympathieträger was die wahre Person so wohl nicht tat), aber in seiner Gesamtheit ergibt der Film durchaus ein Werk daß einen gewissen Klassikerstatus verdient hat: Pitt mit seiner eindringlichen Darstellung,  einige sehr sensible Szenen und große Landschaftsaufnahmen die ohne Computer gemacht wurden liefern einen wirklich großen, epischen Film auf den man sich halt einlassen muß.

Fazit Episch, gigantisch aufgezogen und in manchen Momenten mit sehr viel Gefühl!

Rating: ★★★★☆

Fucking Berlin

Sonia (Svenja Jung) zieht für ein Mathematikstudium nach Berlin. Als sie in finanzielle Nöte gerät beginnt sie als Prostituierte zu arbeiten Fortan führt sie ein Doppelleben …

Hier treffen viele Dinge aufeinander die mir gefallen und die mir missfallen. Zunächst mal: ich war nie ein junger Mensch in Berlin, ich weiß nicht wo der Film mir wirklich vermitteln will wie es ist wenn man jung und frei in Berlin ist und wo der Film das unfassbar aufbläht und in künstliche Coolness hüllt. Hüllenlos erscheint dagegen die Hauptfigur in zahlreichen Szenen was nicht dem Voyeurismus dient, sondern durch einen einfach ehrlich wirkenden Blick zustande kommt. Der Verlauf der Handlung in der sie schrittweise in die Prostitution abrutscht ist plausibel und nachvollziehbar, auch wenn an manchen Stellen die gezeigten Szenen etwas überzogen wirken und wie eine spannende „Wir gucken mal hinter die Kulissen eines Puffs“ Doku anmuten. Am Ende finde ich die Mischung etwas unausgewogen wenn hinter diese doch realisten Aspekte der Versuch folgt einen „Beat“ in der Stadt zu finden und vieles in einen tieferen Sinn zu setzen. Aber das mag ein Problem sein – dies ist durchaus gewagtes, frisches Kino, freizügig, mutig und in manchen Momenten unglaublich lebensecht.

Fazit: Sehr glaubhafte und lebensnahe Betrachtung seines Themas!

Kursk

Das russische U-Boot Kursk läuft am 10. August 2000 zu einer Übung aus bei der es jedoch zu einem schlimmen Unfall kommt. Aus Angst vor Spionage wird den Seeleuten jedoch jede Hilfe zunächst verweigert …

Eine furchtbare Tragödie – und ein Versuch alle davon betroffenen Felder abzudecken. Der Film spielt in einem U-Boot welches in Gefahr ist, zeigt die Ängste und die Nöte der eingeschlossenen Männer, aber ebenso sieht man den dahinter steckenden Militärapparat und dessen Verstrickungen mit der Politik, ebenso das private Umfeld einiger Seeleute und was deren Verwandte durchmachen müssen. Eigentlich sit dies ein schlimmer, geradezu aufwühlender Stoff der aber bemerkenswert ruhig und sachlich geschildert wird. Klar, es gibt Spannungsmomente, kleine Momente der Menschlichkeit (etgwa eine an Hochzeit zu Beginn), aber im wesentlichen ist der Film bemüht die Ereignisse an allen Ecken und Enden sachlich zu zeigen. Daß dabei kein wirklicher Unterhaltungsfilm rauskommt ist klar, es ist mehr eine Chronik einer Tragödie die man sich mal anschauen sollte, auch wenn ein solcher Film natürlich nicht wirklich an das Erlebte ran kommt.

Fazit: Trauriger Film, trauriges Thema und ein relativ sachlicher Blick auf das Passierte!

Rating: ★★★★☆

Ein unmoralisches Angebot

Finanzielle Nöte treiben das Ehepaar Diana (Demi Moore) und David (Woody Harrelson) nach Las Vegas wo sie hoffen mit Glückspiel ihre Schulden tilgen zu können. Allerdings treffen sie dort auf den Milliardär Gage (Robert Redford) der ein Auge auf Diana wird und den beiden ein Angebot macht: er will eine Million Dollar zahlen wenn er dafür eine Nacht mit Diana verbringe kann …

Zu dem Film habe ich eine persönliche Beziehung: als ich gerade anfing mich mit Film zu beschäftigen kam dieser in die Kinos und ich sah in diversen TV Sendungen Berichte darüber die ihn sehr spannend und interessant erscheinen ließen, gleichzeitig war die Kritik insgesamt relativ verhalten. Ich sah ihn Jahre später im Fernsehen und nun nochmal auf amazon prime und muß trennen: ja, dies ist kein guter Film, aber ein perfekt designtes Produkt. Im Kern ist es eine sehr kitschige Lovestory und ein paar welches in eine Krise gerät, des weiteren ist es ein Film der eine Grundfrage aufwirft die man dann auf Partys diskutieren kann: würde man sich selbst für eine Million hergeben; oder den Partner? Darüber zu reden dürfte mehr Spaß machen als der Film der sich als glänzende, aber nicht sonderlich gut gefüllte Packung erweist. Edel gefilmt, super gespielt und episch ausgestattet entsteht so ein Date Film der es sich am Ende aber sehr leicht macht. Und mal ehrlich: würde Gage nicht von Rober Redford gespielt wäre er ein widerlicher, alter Lüstling.

Fazit: Schicke Verpackung mit interessanter Grundfrage, aber letztlich ein heftiges Stück Kitsch und nicht mehr!

Brittany runs a marathon

Das New Yorker Partygirl Brittany (Jillian Bell) führt zwar ein exzessives Leben, ist aber unglücklich. Als ihr Arzt sie darauf hinweist daß sie abnehmen muß gelangt sie an eine Lauftruppe. So setzt sich Brittany das ehrgeizige Ziel einen Marathon zu laufen …

Es ist ja mittlerweile ein ständig wiederholtes Prozedere: Streaminganbieter bringen manche Titel kurzzeitig ins Kino um dann später bei Preisverleihungen entsprechend mitsprechen zu können. Warum das bei diesem Hier passiert ist kann ich aber nicht verstehen. Das heißt nicht daß dieser Film schlecht ist, aber er rangiert nicht in solchen Dimensionen. Dafür weiß er zu überraschen: die Aufmachung und die Story sowie Jillian Bell lassen es wirken als habe man es hier mit einen seichten Komödie zu tun. Es gibt durchaus auch humorvolle Momente, aber der generelle Grundton ist merkwürdig traurig. Hier geht es um eine Frau die ihr Leben nicht geregelt bekommt und im Laufen einen Weg findet aus allem auszubrechen. Dabei gibt es Rückschläge, dabei gehen Dinge schief … und die Hauptfigur ist ohnehin jemand der sich selbst überhaupt nicht leiden kann. Diese Dinge werden nicht immer angenehm, aber eben durchgehend sehr ehrlich an den Zuschauer vermittelt. Das liegt wohl daran daß der Film eine wahre Geschichte erzählt. Und auch wenn das alles nicht nennenswert aufregend erscheint: jeder der schonmal versucht hat sich zu sportlicher Aktivität aufzuraffen weiß wie schwer das ist und was für einen Kampf die Hauptfigur alleine damit durchstehen muß.

Fazit: Bemerkenswert ehrlich und irgendwie traurig, ebenso aber mit Optimismus und Kraft!

Border

Tina (Eva Melander) arbeitet als Grenzbeamtin und besitzt übermenschliche Geruchsfähigkeiten, ebenso wie die Gabe Emotionen zu erfassen. Dann trifft sie auf Vore (Eero Milonoff) mit dem sie einiges gemeinsam zu haben scheint …

Dies ist wohl der Prototp eines Festivalfilms und ich werde garnicht erst so tun als sei ich der richtig Typ für so einen Stoff. Ich kann aber respektieren da0 hier eine unscheinbare geschichte entfaltet wird mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur – und damit eine sehr eigene Mischung aus Fantasy, Krimi, Thriller und Drama ausgebaut wird. Mit der entstellten Hauptfigur hat man schon eine ganz markante Heldin, die Teilung zwischen deren beruflichen und privaten Problemen macht fast schon zwei Filme draus. Der Look ist manchmal gezielt trist, in manchen Momenten ist aber auch eine fast märchenhaft anmutende Stimmung im Raum … und mehr sollte man schlichtweg nicht sagen. Ich selber habe mehr Respekt als Begeisterung für diesen Genremix über, aber es gibt sicherlich so einige die ihn restlos zu feiern wissen.

Fazit: Spezieller Genremix der sicher nicht für jeden Zsuchauer klappt!

King of Comedy

Rupert Pupkin (Robert DeNiro) hält sich für einen großen Komiker und sehnt sich nach einer Chance in der Show des berühmten Jerry Langford (jerry Lewis). Als ihm dieser Hoffnung macht, aber letztzlich doch enttäuscht greift Rupert zu verzweifelten Maßnahmen: er enführt Larry um einen Auftritt in der Show zu erpressen …

Ich hatte mich mit diesem Film eigentlich nie nennenswert befasst, im Rahmen von „Joker“ fiel dann aber immer wieder der Verweis auf. Und es liegt auf der Hand: beide Geschichten halten von psychisch labilen Gestalten die nach Ruhm und Aufmerksamkeit lechzen und als sie das Ersehnte nicht erhalten greifen sie zu drastischen Maßnahmen. Allerdings ist dieser hier eher ein Drama als ein Thriller, hat auch ein paar lustige Momente und geht zu keinem Zeitpunkt zu weit oder wird zu krass. Und obwohl (oder gerade weil) Robert deNiro die Rolle so gut spielt: ich fand es furchtbar unangenehm seinen Pupkin zu sehen und die Momente in denen er es extra übersieht daß er auf Ablehnung und Zurückweisung stößt. Ich hoffe sehr daß durch die Erwähnung im Rahmen von Joker noch andere dazu kommen sich diesen mal in Ruhe anzuschauen.

Fazit: Irgendwo zwischen Drama und Komödie angesiedelt mit stellenweise unangenehmen Momenten!

THe House that Jack built

Serienmörder Jack (Matt Dillon) hat über viele Jahe grausame Taten begangen, ist nun aber selber zu Tode gekommen. Er wird von Verger (Bruno Ganz) in die Hölle geführt und erzählt auf dem Weg seine Taten …

Die Story einzig und alleine für sich wäre reine Horrorkost und könnte auch in einen puren Horrorspaß umgewandelt werden. Da es aber ein Film von Lars von Trier ist sollte man das so nicht erwarten, hier hat man es wohl it einer Art Kunstfilm zu tun. Wer Leichen, Gewalt und diese Dinge will wird zwar fündig, aber lohnt es sch 150 Minuten für einen Splatterfilm abzusitzen? Wohl nicht. Es sind aber andere Dinge die faszinieren. Die eiskalte Vorgehensweise des dennoch charismatischen Matt Dillons ist faszinierend, auch der ruhig gehaltene Grundton ist interessant. Ich denke zwar nicht daß ich in die volle Tiefe dessen gelange was von Trier hier beabsichtigt hatte, fand ihn aber durchweg spannend und eben aufgrund der hohen Dialogdichte sehr interessant.

Fazit: Brutalste Morde gepaart mit ewig langen Dialogpasagen – spezielle Kost!