Archiv der Kategorie: Drama

No Way Out – Gegen die Flammen

Feuerwehrmann Eric Marsh (Josh Brolin) ist zwar ein Profi im Job, im Privatleben hat ert aber ständig Konfrontationen mit seiner Frau Amanda (Jennifer Connelly). Eric plant mit seinem Kollegen Steinbrink (Jeff Bridges) eine Crew die auf Waldbrände spezialisiert ist und nimmt auch Brendan McDonough (Miles Teller) dazu. Ein Einsatz auf dem Yarnell Hill wird zu einem tödlichen Desaster …

Die Verfilmung eines Vorfalls der in der Realität komplett an mir vorbeigezogen ist, nämlich das tragische Eingreifen einer Feuerwehrtruppe bei einem spektakulären Waldbrand im Jahre 2013. Aber der Film geht erst im letzten Stück darauf ein und erzählt vorher aufwendig die Betroffenen. er zeigt wie ein engagierter Feuerwehrmann aus seiner Mannschaft ein Eliteteam formt, charakterisiert dabei die einzelnen Figuren und bleibt dabei durchweg glaubwürdig. Das kommt auch durch kleine Zwischenfälle die in der Realität denkbar, in einer Fillmdramaturgie aber eher störend sind, z.B. ein beiläufiger Unfall einer Nebenfigur der für die Haupthandlung eher unbedeutend erscheint. Aber der Effekt funktioniert: wenn man den Leuten anch anderthalb Stunden auf den scheußlichen Einsatz folgt hat man das Gefühl sie gut zu kennen, empfindet wirklich Mitgefühl und Anteilnahme für das was ihnen blüt- Und wenn die Action passiert wird es auf der Leinwand geradezu siedend heiß. Man kann dem Film vorwerfen daß er einen Tick zu lang sei, aber die emotionale Wucht, insbesondere beim Finale, bleibt ungebremst.

Fazit: Hartes Action-Drama das in der ersten Hälfte mehr portraitiert.
Rating: ★★★☆☆

Their Finest – Ihre beste Stunde

Im Zweiten Weltkrieg wird Catrin Cole (Gemma Arterton) beauftragt dem Drehbuchs eines Propagandafilms eine weibliche Note zu verpassen. Damit fällt sie dem Filmemacher Tom Buckley (Sam Claflin) auf mit dem sie recht bald engagiert am Filmprojekt arbeitet während drumherum der Krieg tobt …

Dieser Film fällt anders aus als der Trailer ihn mir versprochen hat: teilweise eine liebe, britische Komödie mit kauzigen Figuren, teilweise ein scheußliches Kriegsdrama. All das ist zwar letztlich drin, aber eigentlich ist der Film weder richtige Komödie noch Kriegsdrama sondern ein recht eigensinniger Titel der am ehesten als Mediensatire funktioniert. Grundlegend hat er einen sehr warmen, angenehmen Ton, mit den tollen Darstellern auch ein paar markante Gesichtern und kauzige Rollen, ebenso bringt er in etlichen Momenten sehr bittere und schmerzhafte Augenblicke. Daher kann ich ihn nicht gut erfassen, sehr wohl aber sagen daß die Mischung soweit stimmt und man sehr wohl mal einen Blick riskieren kann und sollte.

Fazit: Merkwürdiger Mix zweier Grundtöne, am Ende aber sehr warmherzig und anschaubar und auch emotional!

Rating: ★★★★☆

Fifty Shades of Grey – Befreite Lust

Anastasia Steele (Dakota Johnson) und der besitzergreifende Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) heiraten – doch die Liebe der beiden wird auf schwere Proben gestellt. Dazu zählt eine ungeplante Schwangerschaft und unerfreuliche Namen aus der Vergangenheit; so wie Elena Lincoln (Kim Basinger) und Anastasiasehemaligem Vorgesetzten Jack Hyde (Eric Johnson) der Christians Schwester Mia Grey (Rita Ora) entführt…

Das große Finale? Wovon? Man hatte noch einen dritten Buch und macht daraus einen Film, der Kohle halber. Allerdings hatte schon Teil zwei klar belegt daß man hier eigentlich nicht viel zu erzählen hat und das Herzstück der Buchvorlagen, eben seitenlange , endlos ausgewalzte Sexszenen nicht so in die Filmvariante übernommen werden konnten. Und ebenso wie Teil 2 dümpelt der dritte relativ zahnlos vor sich hin, packt eine Groschenroman taugliche Thrillerstory an den Rand und dazwischen wahlose Szene von schicken Menschen in schicken Klamotten die in schicken Umgebungen rumsitzen oder laufen, schön in Urlaub fahren und viel belangloses Zeug quatschen. Die Sexszenen, mit der entsprechenden Musikunterlegung haben so eigentlich garkeine Wirkung und sind nur zum Lächeln, ebenso wie der restliche Film. Kann man als Abschluß der Serie zwar schauen, merkt aber daß es nur ein belangloser Schwall heiße Luft ist.

Fazit: Schick bebildert, aber inhaltlich komplett verzichtbare Beendung des Franchises

Gifted – Begabt – Die Gleichung eines Lebens

Frank Adler (Chris Evans) hat seine Nichte Mary (Mckenna Grace) großgezogen und wird von ihrer Lehrerin Bonnie (Jenny Slate) angesprochen daß Mary hochbegabt ist. Frank möchte ihr den damit verbundenen Streß ersparen und lehnt weitere Schritte ab, wodurch er aber Ärger bekommt mit seiner eigenen Mutter Evelyn (Lindsay Duncan) …

Das muß Chris Evans vorsichtig sein: seine markante Rolle als Captain America köntne dazu führen da er nur noch damit assoziiert wird und er dann keine anderen Parts mehr erfüllen kann. Titel wie dieser hier sind dabei aber ein guter Weg: ein sanftes, kleines Drama bei dem er als grundanständiger Kerl auftritt der ein kleines Mädchen verteidigt. Nicht mit Gewalt, aber eben indem er einem hochbegabten Kind von dem ehrgeizige Menschen zu viel verlangen beisteht. Ich fand es etwas schade weil der Film für mich zwei Themen gleichzeitig abhandelt: auf der einen Seite eben die Geschichte eines hochbegabten Kindes daß nur eine normale Kindheit will, auf der anderen Seite eine Storyline um eine wissenschaftliche Entdeckung die mit Gewalt gemacht werden muß. Und auch wenns zusammengehört finde ich das erste Thema toll und das zweite zu erzwungen. Trotzdem funktioniert der Film, mit netten Figuren und einer recht absehbaren Dramaturgie, dabei aber viel Herz. Ich seh zwar immernoch vorrangig Captain America in der Hauptfigur, aber noch Potential sich davon zu lösen.

Fazit: Kleines Drama mit nicht so stimmigem Nebenplot, aber solide und mit Herz aufbereitet!
Rating: ★★★☆☆

I, Tonya

Tonya Harding (Margot Robbie) wächst unter ärmsten Umständen und der Fuchtel ihrer bösartigen Mutter LaVona Golden (Allison Janney) auf. Ihr einziger Halt ist ihre fanatische Leidenschaft fürs Schlittschulaufen, wo sie aber mit ihrem ungehobelten Auftreten stets aneckt, ebenso gerätdie mit ihrem Mann Jeff (Sebastian Stra) zum totalen Alptraum. Obendrein wird ihre größte Konkurrentin bei einem Turnier attackiert …

Eikunstlauf ist nicht wirklich ein Thema das mich interessiert, und die Biographie einer Läuferin deren Schwerpunkt in den 80er Jahren liegt ist erst recht nicht fpr mich. Der Fall von Tonya Harding ist dann aber doch etwas spezieller wegen eben einer Sache die im Film den Titel „Der Vorfall“ erhält: kurz vor einem Wettkampf wurde ihrer Kontrahentin das Knie zertrümmert und vermutlich wurde der Täter von Hardings Mann bezahlt und das mit ihrem Wissen. Um eben jenes, ob die Frau den Titel „Die Eishexe“ zu Recht bekam und wer sie eigentlich ist geht der Film und geht dabei merkwürdig vor. Hauptsächlich wird anhand von nachgespielten Interviews alles gezeigt und dann eben zwei Drittel lang gezeigt wer Tonya war und wie sie zum Eisläuferstar wurde bevor es im letzten Drittel dann eben um den „Vorfall“ geht und wer dort wie mit drin verheddert war. Leider kann der Film die Energie die er am Anfang aufgebaut hat nicht weiter transportieren, interessant bleibt der Film dennoch. Insbesondere ist es ein Darstellerfilm bei dem die Mitwirkenden auf Oscarkurs sind und der einen merkwürdig witzigen und humorigen Grundton bei allem anschlägt. Kann man mal versuchen, muß man aber nicht …

Fazit: Verliert im letzten Drittel leider an Drive, kann sich soweit aber denoch sehen lassen!

Jahrhundertfrauen

Dorothea Fields (Annette Bening) macht sich große Sorgen um ihren noch jungen Sohn Jamie (Lucas Jade Zumann), der sich fragt was für ihn wahre Männlichkeit ausmacht. Dorothe bittet Fotografin Abbie (Greta Gerwig) und Julie (Elle Fanning) die den jungen Mann mit ihren Weltbildern sehr verwirren …

Dies stellt einen Fall dar wo ichs zwar versucht habe, aber zu keinem Zeitpunkt wirklich Einstieg in die Story gefunden habe: ich habe eine sehr glaubhafte Darstellung der 70er Jahre gesehen, ein paar Frauenfiguren die irgendwie versuchen das Richtige zu tun und eben reihenweise bekannte Dramadarstellerinnen die sich echt Mühe geben. Ich las obendrein in einer anderen Kritik daß der Regisseur in diesem Film quasi ein Denkmal für seine Mutter setzt und das der Film die damalige Zeit sehr authentisch nachstellt und der Film daher einen besonderen Reiz hat für Leute die eben damals dabei waren. Das mag sein, aebr schließ mich völlig aus 🙂 Darum denke ich daß man durchaus viel an diesem Titel entdecken kann, ich selber konnte es leider nicht. Rate aber jedem mal einen Blick zu riskieren.

Fazit: Soweit ichs bemerkt habe: ein Frauenfilm 🙂

Rating: ★★★☆☆

Der wunderbare Garten der Bella Brown

Bella Brown (Jessica Brown Findlay) wuchs in einem Waisenhaus auf und wird als Erwachsene Bibliothekarin. Als ihr grantiger Nachbar Alfie Stephenson (Tom Wilkinson) ihr Ärger macht wegen ihrem vernachlässigten Garten muß sie wohl oder übel unter dessen Anleitung den Garten wieder herrichten …

Keine sonderlich neue Sache: kauzige, eigensinnige junge Frau die mit der ganzen Welt nicht klarkommt wird gezwungen etwas zu tun was sie nicht will oder kann, in diesem Falle eben das Instandsetzen eines Gartens, findet dabei einen väterlichen Mentor und auch irgendwo zu sich selbst. Ein kleiner, feiner britischer Film der eben denjenigen die genau sowas sehen wollen auch entsprechendes Material liefert, mit nettem Humor, liebenswerten und schrulligen Figuren und einer dosierten Mischung aus Herz, Humor und Tragik. Eigentlich also nichts dran zu beklagen, mir hats trotzdem nicht sonderlich gefallen oder zugesagt, vielleicht weil sich der Film auf diesen vertrauten Bahnen und Pfaden viel zu erzwungen angefühlt hat? Keine Ahnung, sollte jeder den es interessieren mag mal einen Blick drauf werden. Mit 88 Minuten ist er dabei auch angenehm kurz.

Fazit: Frau findet sich bei Gartenarbeit wieder – harmlos, gefühlvoll und irgendwie sehr bekannt!

Rating: ★★★☆☆

Three Billboards outside Ebbing, Misouri

Es ist ein paar Monate her daß die Tochter von Mildred Hayes (Frances McDormand) vergewaltigt und ermordet wurde. Da sie den Eindruck hat die Polizei unternimmt in der Sache nichts beginnt vor ihrem Ort provozierende Texttafeln aufzustellen. Das löst eine Reihe Komplilationen aus, vor allem mit Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) …

Es gibt sicherlich eine ganze Menge Gründe diesen Film zu schätzen und zu mögen, aber der Plot ist sicherlich kein Grund: ich hab ihn kaum gefunden. Eine geschockte Mutter die Gerechtigkeit sucht und zu ungewöhnlichen Maßnahmen greift, das ist schon der ganze Handlungsansatz bei dem ich dachte es geht darum zum Ende hin einen Täter präsentieren zu können. Aber das ist garnicht das Ziel und die Absicht: hier wird ein filmischer Kleinstadt-Mikrokosmos erschaffen, voller schräger und ganz unterschiedlicher Figuren und der Film beobachtet einfach das Leben dieser Charaktere: da gibt es Handlungsstränge die verpuffen, Gags die ins Leere laufen, Figuren die sporadisch auftreten und dann wieder verschwinden … eben frei von Handlung, wie es wohl im wahren Leben auch wäre. Der Reiz dabei besteht aber in den kleinen Momenten: bestimmte Dialoge, ausgefeilte Figuren und emotionale Momente sowie funkensprühende Dialoge machen den Film aus. Selbst wenn einen die großen Zusammenhänge kalt lassen kann man sich insbesondere Frances McDormand und ihrer oscarwürdigen Performance kaum entziehen. Daber muß der Film zwar nicht haufenweise Awards abräumen – einen näheren Blick ist er aber definitiv wert.

Fazit: Eigensinnige Kleinstadtbetrachtung mit sehr starken Momenten.

Born to be blue

Jazz-Musiker Chet Baker (Ethan Hawke) lehnt Angebote aus Hollywood ab um lieber als S Trompeter und Sänger Erfolg zu haben. Nach vielen Erfolgen stürzt er aber in die Bedeutungslosigkeit und die Drogenabhängigkeit …

Da hatte ich mir wohl was anderes drunter erhofft: ich hätte gedacht daß dies die Biographie von Chet Baker ist und ich nachher ein wenig darüber Bescheid weiß wer der Mann war und wie er vielleicht so getickt hat. Aber das ist nicht die Absicht: er zeigt einfach nur eine Schlüsselphase aus dem Leben des Mannes, eine Krise, einen Ausweg daraus und läßt sehr viel im Dunkeln. So bin ich nach dem Film immernoch unschlüssig wer der Mann so war, hab aber dafür anderthalb Stunden großartiger Schauspielkunst gesehen. Ich weiß nicht ob Ethan Hawke dem wahren Mann irgendwie nahe gekommen ist, aber ich nehm ihn einfach als für sich stehend: so zeigt Hawke eine großartige Vorstellung eines erschöpften, kaputten Mannes der sich mühsam wieder auf die Beine schwingt. Dazu kommt natürlich tonnenweise Musik, allerdings hab ich dem Trompetenspiel des Mannes wenig abzugewinnen. Darum: versuchen kann mans definitiv mal.

Fazit: Karges und reduziertes, aber überragend gespieltes Drama!

40 Tage in der Wüste

Jesus Christus (Ewan McGregor) wird nach seiner Taufe in die Wüste geschickt. Dort soll er 40 Tage lang fasten. In dieser Zeit findet er einen Mann (Ciaran Hinds), zusammen mit seiner Frau (Ayelet Zurer) und seinem Sohn (Tye Sheridan). Diese drohen aber Jesus Aufgabe ins Wanken zu bringen …

In der Bibel steht das Jesus 40 Tage in der Wüste verbrachte – weiter wird das nicht ausgeführt. Darum finde ich die reine Filmidee toll: sich mit der Frage zu beschäftigen was Jesus dort womöglich erlebt hat, ob er jemandem begegnet ist und in wieweit er dort seine „anstehenden“ Aufgaben überdacht hat. Mir ist auch klar daß ein Film mit dieser Thematik wohl kaum unter leichte, lockere Unterhaltung fallen würde – aber trotzdem hat mich dieser Film dann eiskalt erwischt und es geschafft mich runter zu ziehen. Anderthalb Stunden schaut man Ewan McGregor zu der in der Wüste sitzt, zwischendurch entweder mit dem Teufel oder einem Vater / Sohn Gespann redet auf das er trifft und an deren Konflikt er seinen eigenen mit Gott vor Augen geführt bekommt. Da mögen manche ein großes Interesse daran haben, ich selber empfand das Resultat als unfassbar bleischwer und geradezu Depressionen erzeugend. Ich rechne dem Film seine Grundidee hoch an; ebenso gebe ich zu daß ich mir McGregor nicht als Jesus hätte vorstellen können und er doch eine rundherum gelungene Darstellung abliefert. Trotzdem wird sich der Film letztlich nur einem eher kleinen Publikum erschließen.

Fazit: Jesus in der Wüste: die spannende Idee führt zu einem optisch ansprechenden, aber inhaltlich absolut zermürbendem Film!

Rating: ★★★☆☆