Archiv der Kategorie: Drama

After Passion

Tessa Young beginnt ein Studium in Washington. Das wird von Anfang an in Frage gestellt als sie auf den Bad Boy Hardin Scott trifft. Der verändert Tessa als Wesen von Grund auf und vollständig …

Die ganze Aufmachung, der ganze Look, das ganze Konzept dieses Films zerplatzt wie eine Seifenblase wenn man nur auf die Blu-Ray Hülle schaut. Mal ehrlich: ein Film der vorgibt die Teenager Variante von Shades of Grey zu sein, mit einem nach Erotikfilm ausschauenden Cover auf dem der Flatschen „frei ab 0“ prangt? Was ist denn da schief gelaufen? Vermutlich alles. Zumindest all das was mal geplant war. Am Ende erscheint dieser Film wie die xte Variante einer College Romanze. Liebes Mädchen trifft finsteren Bad Boy mit weicher Seele, kommt mit ihm zusammen und dann geht’s durch ein paar Gefühlsebeben. Eigentlich ein typischer kleiner Schmachtfetzen für ein entsprechendes Publikum, es nervt aber daß die männliche Hauptfigur nur so ausschaut als sei er tiefsinnig, dabei aber kaum Charisma besitzt und ansonsten brav alle Klischees solcher Titel wie auf einer Strichliste abgehakt werden. Und man merkt wie die Zeit vergangen istwenn mal Selma Blair als Mutter sieht; bedenkt man das sie einst bei „Eiskalte Engel“ selsbt ein Mädchen was das sich in sündige Umfelder begab.

Fazit: Vollkommen redundante Klischeepackung mit Kitschfüllung!

Head Full of Honey

Amadeus (Nick Nolte) hat seine Frau verloren und ist an Alzheimer erkrankt – so fragt er ständig seinen Sohn Nick (Matt Dillon) nach dem Verbleib seiner Frau. Schließlich zieht Amadeus zu Nick und seiner Familie nach London. Dort brennt Amadeus mit der 11-jährigen Matilda (Sophie Lane Nolte) durch um nach Venedig zu reisen …

Sachlichkeit contra Gehässigkeit. Von letzterem bekam dieser Film und vor allem sein Macher Till Schweiger eine unfassbare Überdosis ab. Eigentlich sollte ich ich davon sachlich distanzieren und sagen: der gute Til hat einen Film gemacht und für den internationalen Markt ein Remake hergestellt. Wer das Original kennt braucht diesen hier nicht nochmal, da er 1:1 den gleichen Titel bekommt, mit der gleichen Handlung, den gleichen Wendungen, dem gleichen Look und der gleichen, völlig übertriebenen Schnittfolge. Wer in noch nicht kennt sieht einen soliden Alzheimerfilm dessen künstlicher Sepialook es alleine unmöglich macht, den Dramapart als solchen zu sehen. Darstellerisch ist das ok, aber es schwebt über allem Schweigers Ego und seine grenzenlose Überzeugung hier großes Kino geschaffen zu haben.

Fazit: So überflüssig wie Schweiger Kellnercameo – überlange filmische Qual!

Beale Street

Tish (KiKi Layne) und Fonny (Stephan James) wachsen im Harlem der Siebziger Jahre auf und werden zu einem Paar das sogar plant zu heiraten. Dann wird Fonny wegen dem Verdacht auf Vergewaltigung festgenommen – während Tish schwanger ist. Die Familien versuchen alles um Fonny bis zur Geburt des Kindes aus der Haft zu holen …

Es ist halt nicht immer so wichtig was dir ein Film erzählt, sondern wie er es abliefert. Für den vorliegenden Film bedeutet das: die Story eines jungen schwarzen Mannes der unschuldig ins Gefängnis kommt und seiner Familie die ihn natürlich raus und zurückholen will klingt natürlich wie ein Justizfilm, davon ist es aber dann doch meilenweit entfernt. Es ist mehr ein Titel der in seiner Stimmung schwelgt und schwimmt: wir erleben die beteiligten Menschen, ihre Lebensumstände und wie sie mit den furchtbaren Schicksalsschlägen umgehen, aber es reift für mich nicht zu einem lebensnahen echten Drama ran. Statt dessen aht der Film eine manchmal verträumt wirkende Stimmung die zu Lasten des Tempos geht. Ich kann jeden verstehen dem dieser Film zu langsam ist – aber ebenso können Leute in der Stimmung geradezu versinken.

Fazit: Nicht tadellos und manchmal sehr langsam, aber insgesamt wundervoll anzusehen und mit emotionaler Stimmug!

Rating: ★★★★☆

Der goldene Handschuh

Fritz Honka (Jonas Dassler) verbringt in den 70er Jahren die Abende in der Kiezkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ um seine Opfer zu finden – denn in Wahrheit ist Honka ein Serienmörder der zu unfassbaren Greueltaten fähig ist …

Hier wird mir nicht so ganz klar was der Sinn des Films war – ich ernenne nur worin er nicht besteht. Der Film ist nicht wirklich darauf aus eine dokumentarische Nacherzählung der wahren Ereignisse rund um Fritz Honka und seine Greueltaten zu sein, er setzt ihn zwar ins Zentrum und mag auch vieles authentisch wiedergeben, aber ich bin nachher nicht viel schlauer als vorher. Der Film ist ab 18, enthält auch einiges an Blut und Gewalt, ist aber trotzdem kein Horrorfilm oder gar dem Splattergerne zuzuordnen. Ich denke, es gerht hauptsächlich um die möglichst lebensnahe Milieuschilderung: ich bin nie zu der gezeigten Zeit an den gezeigten Orten gewesen, habe aber doch den Eindruck daß es sehr glaubhaft und authentisch gezeigt wird. Und das ist vor allem siffig, schmuddelig und scheußlich, stellenweise so abstoßend daß man glatt verstehen kann warum dieser Mann auf die Art und Weise wahnsinnig wurde. Und mit Jonas Dassel der hinter der entstellten Maske kaum zu erkennen ist hat man einen derart scheußlichen Charakter daß alleine seine Darstellung das pure Ekel forciert.

Fazit: Blutige und schmierige Nachstellunf des Honka Falls daß sich zwischen die Genres setzt, aber eine abartige Faszination innehat!
Rating: ★★★☆☆

On the Basis of Sex – Die Berufung

Ruth Bader Ginsberg (Felicity Jones) hat ihr Jurastudium in den fünfziger Jahren als Jahrgangsbeste abgeschlossen und bekommt lediglich einer Stelle als Professorin begnügen. Da wird ihr ein Fall zugespielt aus dem sie einen Präzedenzfall basteln möchte um auf die ungerechten Verhältnisse hinzuweisen …

Heldenverehrung in Fimform ist eine gute Sache, wenn es angemessen erscheint und wenn die entsprechende Person es „verdient“ hat. In diesem Falle ist es die Geschichte einer hoch angesehenen Juristin, wie sie sich erst selber in eine richtige Position hocharbeiten muß und dann einen spektakulären Fall der Grundsätze verändert übernehmen mu. Dabei geht’s eben um die Darstellung der Hauptfigur, das macht Felicity Jones solide und interessant, obendrein gefiel mir die Chemie mit ihrem Filmehemann der wirklich als ergänzende unt unterstützende Kraft erschien und nicht wie in vielen anderen Titeln irgendwann ur noch durch Streit und Konflikt ausfällt. In die juristischen Details konnte ich nicht so gut folgen da mir das zu explizit wurde mit der Dauer, am Endresultat ändert das aber nichts: ein starker, kraftvoller Film der seine Thematik anschaulich und kurzweilig verpackt

Fazit: Solide gespielt, kraftvoll inszeniert – genau die Art von Film welche für den Schulunterricht taugt!

Rating: ★★★★☆

1922

Wilfred James (Thomas Jane) lebt mit seiner Frau Arlette (Molly Parker) und seinem Sohn Henry (Dylan Schmid) ein zufriedenes Leben auf dem Land, bis seine Frau wegen einer Erbschaft in die große Stadt ziehen will. Diese Entscheidung führt bei Wilfred zu einer folgenschweren, blutigen Handlung …

Warum sollte man sich das denn anschauen? Dies war sicherlich einer der deprimierendsten Filme die ich je gesehen habe. Mit trister Stimmung und düsterer Aufmachung erzählt der Film von einem gewissenlosen Farmer der mit seinem Sohn ein unfassbares Verbrechen begeht und dann die Folgen an der Backe hat die sich ihrerseits sehr speziell auswirken. Man sieht aber: Stephen King kann nicht nur Horror sondern auch durch konsequente Erzählung: so plausibel wie sich hier die Figuren ihr eigenes Leben versauen empfindet man war kein Mitgefühl, aber kann eben verstehen warum so gehandelt wird und wie versucht wird mit Konsequenzen umzugehen. Mit Thomas Jane hat man auch eine optimale Hauptfigur. Trotzdem kann man beim hinschauen verstehen daß dieser Film nicht fürs Kino getaugt hat, im Streaming Angebt von Netflix aber ein Highlight darstellt.

Fazit: Deprimierendes Drama in dem es für die Hauptfigur plausibel und stetig bergab geht!

Gloria – Das Leben wartet nicht

Gloria (Julianne Moore) ist über fünfzig und geschieden und fühl sich alleine -auch weil ihre Kinder Anne (Caren Pistorius) und Peter (Michael Cera) sich komplett von ihr abgewandt haben. Hoffnung findet sie erst als sie Arnold (John Turturro) kennenlernt – doch auch der zeigt einige seltsame verhaltensweisen …

Es gibt halt manchmal Titel die keinen Plot haben, das ist wohl nicht so schlimm: wenn einem der Titel eine spannende und interessante Hauptfigur liefert kann es eben auch ausreichen wenn man filmisch Zeit mit ihr verbringt oder ihr einfach ein Weilchen folgt. Und mit Julianne Moore hat man eine Darstellerin die genau das kann. Im Film ist sie eine Endfünfzigerin deren Leben wir schrittweise gezeigt bekommen: das Leben nach der Scheidung, ihre Jobsituation, ihre Beziehung zu ihren Kindern … all diese Dinge eben. Dazu kommt eine kleine Lovestory zwischen ihr und einem Mann die recht chaotisch und nicht nur glücklich verläuft. Man merkt aber recht schnell: es ist glaubhaft daß sich die Erlebnisse der Figur nicht irgendwelchen Filmdramaturgien unterordnen, aber ebenso führen die lose zusammengewürfelten Szenen nirgendwo hin. Einfach nur einer Frau zuschauen die zwar toll gespielt ist und durchaus mögenswert, deren Dinge aber auf keinen Spannungsbogen o.ä. herauslaufen … wem das reicht und wer das mag, der solls gerne mal damit versuchen. Für mich war es ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Qual, unterstrichen dadurch daß der Film sich doppelt so lang anfühlte.

Fazit: Trotz sympathischer Hauptfigur komplett ins Nichts laufend!

Can you ever forgive me

Lee Israel (Melissa McCarthy) hat einen guten Ruf in ihrem Job als Biografin, steht aber vor dem finanziellen Ruin. Deswegen beginnt sie damit Briefe von Prominenten zu fälschen und als Enthüllungen zu verkaufen …

Bei Melissa McCarthy ist für mich nichts mehr zu retten: die Frau inszeniert sich stets selber bzw. läßt sich meist von ihrem Mann entsprechend darstellen und was immer sie macht, es ist ausschließlich auf sie ausgerichtet. Ich sehe sie auch immer als sie selber, nie als jemanden der eine Figur spielt. Deswegen überrascht dieser Film umso mehr: ein Drama, basierend auf wahren Fakten in dem McCarthy dann doch mal bemüht ist eine Rolle zu spielen. Und es funktioniert bestens: alle aufgedrehten Macken und Eigenheiten die sie sich sonst so anhängt sind weg, sie ordnet sich komplett der Geschichte unter. Diese ist dann auch mit leichtem Humor, aber auch viel Bitterkeit präsentiert. Sie erzählt von einer gescheiterten Frau die sich mit Betrügereien eine neue Chance erarbeitet, die aber ebenso schnell zu zerbröseln droht. Deswegen: falls jemand die gleichen Probleme mit Melissa McCarthy hat wie ich sollte man sich trotzdem nicht von diesem Film abhalten lassen.

Fazit: Spannende Geschichte, dezente Darstellerleistungen und eine gute McCarthy die hinter ihrer Rolle zurück tritt!

Rating: ★★★★☆

The Public – Ein ganz gewöhnlicher Held

Die Innenstadt von Cincinnati wird von einem ungewöhnlichen Kältesturm heimgesucht. Die Folge ist das viele Menschen in einer Bibliothek Zuflucht suchen – was für das Personal zur Belastungsprobe wird …

Der Film hat gleich auf ganzer Ebene Pech: kaum Markteting, nichtssagender Titel und obendrein startet er in einer Kinowoche bei der es rund 30 Grad hat, was der direkte Kontrast zum Inhalt ist bei dem es um Erfrieren geht. Trotzdem hat der Film das Herz am rechten Fleck: ein Haufen Obdachloser besetzt eine Bibliothek um so im Warmen zu sein, ein netter A unterstützt sie und das daraus entsehende Chaos treibt diverse Gestalten auf den Plan welche die Lage für ihre Zwecke nutzen wollen. Irgendwie schafft es Emilio Estevez nicht sich auf eine Richtung und ein Genre festzulegen: das geht alles als Drama, als Komödie und auch als Liebesfilm durch. Trotzdem hat der Film im Kern sehr viel Wärme und ach den ein oder anderen rührseligen Moment.

Fazit: Starbesetzung und ein warmherziges Skript – wundervoll menschlicher Film!
Rating: ☆☆☆☆☆

Boy Erased -Der verlorene Sohn

Garrard Conley (Lucas Hedges) ist der Sohn eines Baptistenpredigers in einer Kleinstadt, Für seine Umgebung bricht eine Welt zusammen als er im Alter von 19 als schwul geoutet wird – und durch den Druck wird Garrard in ein Programm zur Umerziehung gebracht …

Mir fällt es manchmal schwer wenn ich Darsteller die ich kenne und mag in unsympathischen Rollen sehe. Hier sind es Nicole Kidman und insbesondere Russel Crowe der als homophober Vater einen fiesen Kotzbrocken spielt, der Schwerpunkt liegt trotzdem auf Filmsohn Lucas Hedges. Nach „Ben is back“ gibt er hier erneut ein „Problemkind“, nur daß er hier nicht auf Drogen ist und sein Problem ihm eingeredet wird. Und so erleben wir wie sich ein normaler Junge durch furchtbare Prozesse winden muß die ihn zur Heterosexualität treiben sollen.Das klingt alles viel reißerischer als der Film letztlich ist. Eigentlich geht hier alles ruhig zu, aber unter der Oberfläche stecken viel Angst und Verdrängung … die aber dann nach und nach herauskommen.

Fazit: Kleines Drama mit großen Darstellern und der richtigen Botschaft!

Rating: ★★★★☆