Archiv der Kategorie: Action-Thriller

John Wick 3 – Parabellum

Nachdem John Wick (Keanu Reeves) gegen die Regeln des Continentals verstoßen hat ist ein Preisgeld von 14 Millionen auf ihn ausgesetzt. So muß er sich aus New York heruaskämpfen und dann woanders sicher Unterschlupf finden …

Eine Fortsetzung kann wohl kaum lückenloser sein als diese hier: der Film beginnt wirklich in der Schlußsituation welche Teil 2 offen gelassen hat. Leider folgt dann ein Film von 130 Minuten Länge, was darum nicht funktionieren kann da die John Wick Thematik nicht durch tolle Storys so erfolgreich wurde. Es ist eher die Mischung aus verschiedenen Versatzstücken: die pure, rohe Gewalt die so kaum mehr auf eine Leidenschaft kommt, harte und meist körperliche Kämpfe, brutale Splatter und Mordszenen und diese in eine gewisse Ästhetik und einen ganz besonderen Look eingebaut. Dazu thront Keanu Reeves über allem als cooler Antiheld der trotzdem irgendwie eine gewisse Tiefe erreicht und es ist stets beliebt die ominöse Welt der Auftragsmörder und ihre stetigen Regeln und Gesetze weiter zu erforschen. All das findet sich hier, aber eben überlang und nicht wirklich von einer interessanten Geschichte zusammengehalten, statt dessen reiht der Film wieder videoclipartige Kampfszenen mit Dialogen aneinander. Als Fan der Reihe wird man damit sicherlich was anfangen können, spätestens beim miserablen Ende könnte sich aber eine starke Übersättigung einstellen.

Fazit: Wuchtig, heftig und ultrabrutal: zu überlang geratene weitere Metzelorgie

Rating: ★★★☆☆

Hunter Killer

U-Boot-Kapitän Joe Glass (Gerard Butler) leitet eine Rettungsmission die das Unterseeboot U.S.S. Tampa Bay finden soll. Dann aber wird er durch politische Umstürze in eine Mission verwickelt bei der es darum geht den Ausbruch des Dritten Weltkrieges zu verhindern …

Wer hat hier den längsten … ähm, Torpedoschacht? Das mußte ich relativ früh im Film denken als sich zwei Uboote begegnen und ein Duel gegeneinander führen. Ansonsten war ich recht beeindruckt von der effizienten Vorgehensweise von Michael Nyqvist: der spielt seine Standarddarstellung als Held in einem Actionfilm, indem er aber den Kommandanten eines U Bootes gibt verläßt er eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Brückenset und dürfte somit recht unkomplizierte Dreharbeiten gehabt haben. Abgesehen von ihm gibt’s eine an mehreren Stellen spielende Story über eine Art Putsch, einen Befreiungsversuch und eben diverse U Boot Szenen mit ein paar Politthriller-Aspekten. Eine bunte Mischung halt die für Fans des Genres sicherlich ganz ok ist, aber nicht zuletzt aufgrund der humorlosen Inszenierung bleischwer und schleppend ausfällt. Ebenso unterträglich: der oftmals in Außenszenen eingesetzte Green Screen Look.

Fazit: Humorfreier Männerfilm mit kalter Spannung!

Triple Frontier

Die Ex-Soldaten Tom „Redfly“ Davis (Ben Affleck), William „Ironhead“ Miller (Charlie Hunnam), Santiago „Pope“ Garcia (Oscar Isaac), Francisco „Catfish“ Morales (Pedro Pascal) und Ben Miller (Garrett Hedlund) finden wieder zusammen um eine eigene Mission durchzuziehen und von einem Drogenkartell Geld zu stehlen. Die Mission gerät jedoch aus den Fugen …

Als ich den Plot las dachte ich es wäre eine Neuverfilmung von „Three Kings“: ein paar Soldaten ziehen auf eigene Faust los um sich zu bereichern. Allerdings bleibt „Triple Frontier“ bei diesem Thema: die Figuren sind knallharte, geldgeile Säcke die rücksichtslos und ohne Gefühl vorgehen und das Letzte was man erwarten kann ist daß sie Anteil an dem nehmen was sie anrichten. Daß ist auch meine größte Schwäche am Film: uninteressante Figuren, auch wenn sie von populären und „attraktiven“ Gesichtern gespielt werden, das reicht zwar für passable Spannung, aber nicht für wirkliches Mitfiebern. Auf diesem Level, als knallharter Männerfilm ist aber sonst alles solide: Action und Aufwand sind immens, wohl weil dies mal fürs Kino gedacht war, ebenso gibt es manchen guten Twist. Trotzdem: gehobenes Streaminglevel, aber nicht zwangsläufig ein guter Film.

Fazit: Actionreich und aufwendig gemacht, aber mit herzlosen und teils unangenehmen Figuren!Rating: ★★★☆☆

Escape Plan 2 – Hades

Ray Breslin (Sylvester Stallone) sucht seinen besten Agent Shu Ren (Xiaoming Huang) der bei einem Auftrag entführt wurde. Die Spur führt zu einem modernen Knast der selbst für Breslin eine ganz neue Herausforderung darstellt …

Einer der dreistesten Fälle von Etikettenschwindel den ich je gesehen habe: auf dem Cover starren einen Sylvester Stallone und Dave Bautista an und das weckt ja dann eine gewisse Zuversicht: klar, das Gimmick am ersten Film war die Kombination der Herren Schwarzenegger und Stallone, das es ein Sequel dazu jetzt gerade mal auf den DVD Markt schafft ist schonmal ein echt schlechtes Zeichen, wobei Bautista ja auch was wert ist. Wenn mand en Film merkt man aber wie man veralbert wurde: es stehen andere, unbekannte und nichtssagende Darsteller im Fokus, Stallone und Bautista sind eine Art Metroen die im Hitnergrund agieren, hier und da mal kurz auftauchen und was weises beisteuern. Ansosnten ist der Film ein billig produzierter Actionklopper, lau, lahm und unspektakulär der das mit aufwendigen Kampfsequenzen versucht wettzumachen. Klappt aber nicht: es ist im Grunde die gleiche Qualität wie ein alter van Damme oder Lundgren Film – wer also nach hirnschonender Nonsensaction sucht kanns mal riskieren, jeder andere dürfte höchst enttäuscht werden.

Fazit: bewußt falsch verpacktes Sequel, lau, lahm und dem Erstling nicht würdig!

Rating: ★★☆☆☆

 

Peppermint – Angel of Vengeance

Riley North (Jennifer Garner) wird bei einem Überfall verletzt und fällt ins Koma. Als sie erwacht und feststellt daß ihre Familie getötet wurde sinnt sie auf Rache. Sie läßt sich zur Killerin ausbilden …

Eine totale Blaupauase: junge, brave Frau verliert durch furchtbare Umstände ihre Familie und rächt sich indem sie alle die irgendwie damit zu tun haben eiskalt massakriert. Das Besondere an dieser Version des Stoffes ist wie sehr auf jede Form einer originellen Wendung oder irgendeines Details verzichtet wird das neu sen könnte. Es ist eine völlig nach Schema F ablaufende Handlung die riesige Löcher hat oder unklar läßt (wo etwa ließ sich die Antiheldin eigentlich zur Killerin ausbilden?) und wie eine light Version von John Wick wirkt: es gibt zahlreiche Shootouts in denen Garner einfach nur durch die Gegend läuft und endlos viele Gegner rabiat über den Haufen ballert. Es beeindruckt aber wie fit Garner daherkommt und daß der Film trotz allem halbwegs kurzweilig erscheint, solange man die Logik außen vorlässt.

Fazit: Rabiat schlichte Mordorgie mit taffer Heldin und jedem erdenklichen Klischee!

Rating: ★★★☆☆

Mile 22

Elite-Agent James Silva (Mark Wahlberg) und sein Team agieren meist an der Grenze der Legalität – so auch als es um die Sicherstellung radioaktives Material geht. Dabei bietet der Spion Li Noor (Iko Uwais) einen Deal vor: Er soll im Austausch gegen seine Hilfe schnellstmöglich außer Landes gebracht werden. Das zieht aber dessen Feinde auf Silvas Team …

Wieder mal eine Zusammenarbeit von Mark Wahlberg und Peter Berg, die ja scheinbar bestens miteinander harmonieren, leider aber diese Produktivität nicht in einen ordentlichen Film kanalisiert bekommen. Die Story ist eine pure Actionblaupause, ein Zeuge muß in Sicherheit gebracht werden und eine tapfere Soldateneinheit tut was sie kann, die Figuren sind dabei absolut distanziert und unsympathisch und man kümmert sich garnicht um sie oder um ihr Schicksal. Handwerklich ist das alles solide, wobei der Film stellenweise nicht weiß ob er krasse und schockierende realistische Action haben will oder aber comichaft überzogenene, es sind von beidem Elemente drin. Am schlimmsten ist aber die Inszenierung die zwar wuchtig, aber vollkommen unübersichtlich ist so daß man oftmals gar nicht ableiten kann was eigentlich geschieht. Daher kann man diesen Film als effektiven Actionporno abtun – aber sicher nicht als eine gute Geschichte.

Fazit: Effektive, aber seelenlose Actionbreitseite!
Rating: ★★☆☆☆

The Equalizer 2

Der ehemalige Agent Robert McCall (Denzel Washington) rettete eine junge Prostituierte und gerät erneut in die Schußlinie als seine Freundin Susan Plummer (Melissa Leo) getötet wird. Mit einem Ex-Kollegen Hilfe eines Kollegen (Pedro Pascal) begibt er sich auf die Suche nach den Tätern und kommt einer größeren Sache auf die Spur …

Runde zwei für den schlagkräftigen Ex-Agenten, McCall, wieder gespielt von Denzel Washington und wieder unter der Regie von Antoine Fuqua. Da ich allerdings den ersten Film nicht leiden konnte ging ich hier mit absolut geringen Erwartungen ran und wurde auch in einem Punkt geradezu bestätigt: der Plotarmut. Im Ernst: der Film besteht über große Strecken aus einer Aneinanderreihung von Szenen in denen eben der wehrfähige McCAll Leuten hilft und Gegner eliminiert – und das wars schon. Nebenher laufen dann noch zwei Miniplots, zum einen die Ermordung einer Freundin und das Auflösen dieses Vorfalls was zu einer absoluten Krimi Blaupause wird, zum anderen noch die Story von der Freundschaft McCalls mit einem Nachbarsjungen. Obwohl es handlungstechnisch eigentlich nirgendwo hinführt ist man hinterher mit dem Film sehr zufrieden: die Kampfszenen sind hurtig, brutal und trotzdem ruhig gehalten, Washington spielt den Helden diskret und unaufdringlich und der Showdown in einem Sturm ist zwar nicht originell, aber so effektiv gehändelt daß es höchstes Spannungskino gewährleistet. Wie eben auch der ganze Film: wenig Story, aber effektiv im Rest.

Fazit: Plotarmes Sequel daß aber von Hauptfigur und Inszenierung leben kann!

Rating: ★★★★☆

Vengeance – Pfad der Vergeltung

Am Abend des 4. Juli wir die junge Mutter Teena (Anna Hutchison) von einer Gruppe Männern brutal vergewaltigen – vor den Augen ihrer Tochter Bethie. Trotzdem kommen die Täter ungeschorben davon – allerdings beschließt ein Polizist mit Gewalt für Gerechtigkeit zu sorgen …

Der „Pfad der Vergeltung“ ist ein filmisch ausgelatschter Weg den Leute aber scheinbar immer wieder gerne sehen. In diesem Falle sit es mal wieder ein anständiger Polizsit der die Ungerechtigkeit die eine junge Mutter trift nicht verwindet und dann eigenmächtig zur Wumme greift und Selbstjustiz ausführt. Aufgrund des wohl kleinen Budgets verlagert sich der Konflikt niemals auf große Actionmomente sondern auf einen soliden Standardthriller in dem viel geredet wird, öfters mal geprügelt und einige Male geschossen wird. Nicolas Cage hat hier wieder eine Rolle des puren Durchschnitts die auch jeder andere hätte spielen können, aber im Umkehrschluß macht er nichts entschieden falsch, ebenso macht Don Johnson in einer Nebenrolle als schmieriger Anwalt einen soliden Job Wie eben der ganze Film den Prototyp eines Streamingtitels dargestellt: einfach anklicken, anderthalb Stunden totschlagen, hinterher von der Liste und der geistigen Festplatte löschen.

Fazit: In jeder Hinsicht solider Standard ohne markante Punkte, aber ebensowenig langweilig!

Meg

Ein Tiefsee-U-Boot von einem Riesenhai attackiert und sinkt auf den Meeresgrund. Für die Rettung engagiert Meeresforscher Dr. Minway Zhang (Winston Chao) den erfahrenen Taucher Jonas Taylor (Jason Statham). Gemeinsam mit Dr. Zhangs Tochter Suyin (Bingbing Li) sucht er einen Weg zur Bergung wobei er allerdings seine eigene Angst vor dem Hai überwinden muss …

Jason Statham gegen einen Riesenhai – reicht das nicht schon als Skript? Theoretisch ja, aber der Film geht in eine andere Richtung. Der Trailer ließ es nach einem große Trash Fest aussehen in dem eben ein überdimensionaler Hai herumschwimmt und arme badende Gäste verspeist, so sieht es im fertigen Film dann aber nicht aus. Zum einen ist der Film ab zwölf, verzichtet also auf großartige Splattereinlagen und kommt fast familientauglich daher, zum anderen hat man zwar Statham als Held der sehr wohl hier und da mal einen bissigen Spruch rausbellen darf, aber alles in allem ist die Geschichte sehr humorfrei, ernsthaft und auf den Punkt: ein fettes Haimonster schwimmt herum, die sympathischen aber doch mitunter bleichen Figuren tun alles um das Tier irgendwie aus dem Verkehr zu ziehen. Daraus resultieren vergnügliche, aber zu keinem Zeitpunkt besondere Filmminuten die komplett in Ordnung sind, aber ebenso wenig zu irgendeinem Zeitpunkt außergewöhnlich. Bezeichnend dabei: das wahre Highlight sind die ungemein sympathischen Dialoge zwischen Statham und einem kleinen Mädchen.

Fazit: Solider und harmloser Hai Thriller und weniger das Trash Fest daß man vielleicht erwarten konnte.

Mission Impossible – Fallout

Nach einer missglückten Mission wird Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) mit den Folgen seiner Vergangenheit konfrontiert während zeitgleich eine weltweite nukelare Berdohung entsteht. Unterstützt von IMF-Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) muß Ethan mit Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames) sowie MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) die Bedrohung abwenden …

Sechste Runde für die Agentensaga rund um Tom Cruise – und noch immer weiß die Materie zu begeistern. Dabei bringt die Story einen merkwürdigen Mix aus schlciht und komplex: eigentlich könnte es im Kern kaum leichter sein, es geht um die Jagd auf ein paar Bomben und deren Entschärfung, gleichermaßen wird aber eine unfassbare verzwickte Intrigenstory drum herum gespannt bei der man leicht den Überblick verliert wer da wo mit wem zusammenarbeitet – aber selbst wenn man da nicht mehr durchblickt hält man sich einfach an Strahlemann Cruise. Der zeigt sich in unfassbarer Bestform, vor allem was die endlosen Action-Szenarien angeht: ob zu Fuß auf den Dächern von London, auf einem Motorrad durch Paris, bei einem waghalsigen Fallschirmsprung oder einem Duell bei dem zwei Hubschrauber miteinander kämpfen: die komplett real gefilmte Action haut aus dem Kinositz. Mit Witz und Ironie dazwischen bietet der Film so einend er beeindruckensten Sommerblockbuster des Jahres – und den Beweis was Kino alles kann wenn man den CGI Bombast weglässt.

Fazit: Etwas überlange, ansonsten in jeder Hinsicht mitreißende Episode einer großartigen Serie!