Archiv der Kategorie: Action-Thriller

Die Stunde der Patrioten

Bei einem Urlaub in London gerät Jack Ryan (Harrison Ford) in ein Attentat der IRA und greift ein, wobei er einen jungen Mann tötet. Dessen Bruder Sean Miller (Sean Bean) landet zunächst im Gefängnis, befreit sich aber schnell und beginnt einen Rachefeldzug gegen Ryan und dessen Familie …

Auf den kleinsten Nenner runter gerechnet ist dies ein einfacher Rachethriller: Harrison Ford tötet zu Anfang den Bruder von Sean Bean der seinerseits dann auf Rache sinnt. Da es aber auf der Basis von Tom Clancy basiert und die Figur Jack Ryan im Zentrum steht liegt ein Schwerpunkt auf der Politik und den Verstrickungen die es seitens der CIA und der IRA gibt. Da kann es auch passieren daß man im redseligen Verlauf den Faden verliert. Macht aber nichts da es im Kern ein Duell von Mann gegen Mann ist welches bei einigen Actionpassagen zwischendurch in rabiate Schlägereien und Schießereien ausartet. Wer reine Action möcte ist hier falsch, als spannungsgeladenen Thriller mit ein wenig Niveau ist dieser hier als Evergreen auch heute noch einen Blick wert.

Fazit: Harrison Ford als optimale Jack Ryan Verkörperung in einem eigentlich recht einfachen Rachethriller!

Jagd auf roter Oktober

Das neuartige und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattete sowjetische U-Boot „Roter Oktober“nimmt Kurs auf NATO-Gewässer. Man vermutet daß Marko Ramius (Sean Connery) einen Angriff auf die USA plant – lediglich CIA-Agent Jack Ryan (Alec Baldwin) hat eine andere These …

Dieser Film ist für mich mit etwas unsachlicher Erinnerung verbunden: ich sah ihn im Kino als ich zehn war und es war wohl das erste Mal daß ich in dem jungen Alter in einen Film ab 12 kam obwohl ich eigentlich zu Jung war und es war das erste Mal daß ich nicht mit meinen Eltern sondern mit Freunden einen Film ansah. Allerdings muss man da im Nachhinein offen zugeben: in dem Alter hat er mich sicher überfordert. Auch nun würde ich es nach einem erneuten Anschauen nicht hinkriegen alles ins kleinste Detail zu aufzuzählen. Trotzdem stimmen sehr viele Sachen daran: es macht Spaß viele Darsteller zu sehen die man aus späteren Sachen in älter kennt, vor allem war es schön Sean Connery nochmal zu sehen. Ansonsten mag die Schlacht der U-Boote vielleicht Action erwarten lassen, der Schwerpunkt liegt aber eben bei den politischen Winkelzügen die damit verbunden sind; ebenso mit einem einfachen Analysten der ungewollt in die Misere verwickelt wird und dann mehr erleben und leisten muß als ihm selbst lieb ist, aus heutiger Sicht weiß man ja auch wie die Figur Jack Ryan im Kino und in Serienform weiter ausgebaut und genutzt wurde. Diese Form hier mag etwas altbacken wirken, ist aber auch heute noch spannend anzuschauen (auch wenn die Effekte wie z.B. Torpedos so richtig veraltet sind).

Fazit: Mehr Politfilm als Actionthriller, trotzdem ein spannender Streifen mit gute Besetzung!

Backdraft 2

Sean McCaffrey (Joe Anderson) ist zwar mittlwerweile als Brandermittler des Chicago Fire Departments tätig, glaubt aber dass sein Onkel Brian McCaffrey (William Baldwin) die Schuld am Tod seines Vaters Stephen (Kurt Russell) trägt. Hinzu kommt eine Gruppe Terroisten die ihre Taten mittels gezielter Großfeuer verschleiern wollen …

Die reine Existenz dieses Films ist für mich ein Aufreger: der Original „Backdraft“ Film ist für mich einer der besten Filme aller Zeiten, auch was Aufwand und Größe angeht, ebenso was die unfassbare Besetzung angeht. Nach fast 30 Jahren schiebt man nun doch ein Sequel nach, allerdings direkt für den Heimkinomarkt. Ich dachte zunächst daß das ein x-beliebiger Feuerwehrtfilm wird der sich nur den Namen klaut, aber es sind in der Tat Verbindungen drin: William Baldwin und Donald Sutherland kehren in ihre Rollen zurück. Das ist aber auch das einzige Aushängeschild welches der Film sich anhängen kann. Das Budget für epische Feuerszenen war nicht vorhanden, daher bleibts bei ein paar Alibi-Brandsequenzen, ansonsten wird der Schwerpunkt auf einen x-beliebigen Krimiplot gesetzt sowie das „Aufarbeiten“ der Familienprobleme innerhalb der Feuerwehrfamilie … kurz gesagt: schlichtes Home-Entertainment welches den Namen nicht wert ist.

Fazit: Verbrennt den guten Namen des Erstlings für einen völlig austauschbaren Billigtitel!

The Raid 2

Rama (Iko Uwais) hat den Hochhauseinsatz überlebt, wird aber in den nächsten geschickt. Dazu wird er ins Gefängnis eingeschleust um Kontakte zum Gangster-Sprössling Uco (Arifin Putra) zu knüpfen der zu dessen Vater Bangun (Tio Pakusodewo) führt …

Ähnlich wie beim Vorgänger geht hier bei mir die Schere zwischen Respekt und Begeisterung. Ich respektiere den Film in jeder erdenklichen Hinsicht und bin beeindruckt von den unzähligen Actionpassagen, von den krassen Nahkämpfen, der ausufernden Gewalt, der Kreativität bei der filmischen Umsetzung und der reinen „Wucht“. Ich verstehe auch warum einige dies für den besten Actionfilm aller Zeiten halten. Leider springt bei mir die pure Begeisterung nicht über. War Teil 1 noch fast ein Kammerspiel, ein krasses Actionszenario an einem Fleck ist Teil 2 eine ausufernde Gangstersaga in der diverse Oberbosse sich gegenseitig bekriegen und zahlreiche Fußsoldaten in blutige Gefechte geraten. Das ist ein Subgenre welches mir nicht liegt und gerade weil hier eine unfassbare Herzlosigkeit im Raume steht ist es nicht ganz meins sich damit 150 Minuten zu beschäftigen. Trotzdem: die epische Kampf und Gangstersaga hat ihre Fans und dies zurecht.

Fazit: Epische Gangstersaga die sich in unfassbare Kampfeinlagen begibt!

Sechs Milliardäre, angeführt von One (Ryan Reynolds) geben vor ermordet worden zu sein um als Untergrundtruppe effektiv gegen Terrorismus vorzugehen …

Bereits in der fast 15 Minuten langen Verfolgungsjagd am Anfang häufen sich all die Punkte wegen denen ich Michael Bay nicht mehr leiden kann: es gibt keine Story, nur Event, es wird blutig geschossen und ein Auge mit Sehnerv dran wie ein Spielzeug behandelt. Und das geht durch den ganzen Film: ein paar unsympathische Gestalten begehen Selbstjustiz erklären sich selber als über allem stehend und bekämpfen das ihrer Meinung nach Böse. Die Methoden zu denen sie dabei greifen sind ebenso fragwürdig wie sie selbst sind. Das wird aber dadurch legitimiert daß Ryan Reynolds die Hauptfigur spielt, dessen Charme macht einiges wett was die Personen an sich tun. Aber darüber muß man sich nicht auslassen. Es ist eben ein Bay Film, der ich endlich mal wieder ohne Roboter drin seine typischen Tropen austobt: ein stetiger Instagram Look, ein Schnitt wie im Videoclip. Megafette Actionpassagen und stellenweise extrem brutale Gewalt … für einen Netflix Titel undglaublich groß; und sicherlich etwas was im Streamingsektor sehr viele Menschen sehr zufrieden stellt.

Fazit: Technisch perfekt, inhaltlich fragwürdig: gigantische Hochglanz-Actionbreitseite!

Videoreview von mir: https://youtu.be/BqyK2_ou-oc

Terminator – Dark Fate

Der Krieg zwischen Menschen und Maschinen geht in eine neue Runde – und Dani Ramos (Natalia Reyes) gerät in die Schußlinie als ein neuartiger Terminator (Gabriel Luna) hinter ihr her ist. Doch sie wird verteidigt von e Grace (Mackenzie Davis) und Sarah Connor (Linda Hamilton) …

Das Terminator Franchise ist für mich geradezu heilig, darum ist jeder weitere Eintrag in die Serie interessant wie furchtbar. Auch die Idee den neuen Film „unabhängig“ zu gestalten, also als Sequel zu Teil 3 und mit dem Auslassen der Teile 3 bis 5 erfüllt mich mit Skepsis. Aber es ermöglicht eine solide Grundsituation: ein neues Opfer, eine neue Verteidigerin, Arnold in helfender Nebenrolle und Linda Hamilton die als Sarah Connor die ultimative Macho Sau rauskehren darf. Der neue Terminator ist zwar bedrohlich, aber irgendwie charismaarm und glatt, wie eben der ganze Film: ein paar Explosionen, ein paar Schießereien und das übliche Spiel bei dem sich die Story stets an Fabriken, Militärstützpunkte oder sonstige Umgebungen verlagert in denen man die Dinge gut zur Verteidigung nutzen kann. Das ganze Ding wird garniert mit einigen humoristischen Momenten die aber stellenweise zu witzig ausfallen und einer langen Durststrecke in der nicht so viel passiert. Letztlich hatte dieser Film an keiner Stelle eine Chance (oder die Absicht) irgendwie an die Vorläufer ran zu ragen, auf seinen eher kleinen Bahnen macht er aber eigentlich alles richtig. Über passablen Durchschnitt reichts aber trotzdem zu keiner Zeit wirklich hinaus.

Fazit: In jeder Hinsicht solide und zugleich redundant!

Rating: ★★★☆☆

Gemini Man

Henry Brogan (Will Smith) hat viele Jahre als Auftragsmörder gearbeitet und will sich nun in den Ruhestand verabschieden – dann aber jagen ihm seine Auftraggeber jemanden auf den Hals der ihn liquidieren soll. Henry stellt fest daß der Gegnerein 25 Jahre jüngerer Klon von ihm ist …

Diesen Film kann man wohl unter mehreren Aspekten sehen. Der schlichte Aufhänger ist ein Twist den es im Film erst nach einer Dreiviertelstunde gibt, nämlich daß ein Auftragskiller von seinem eigenen, 30 Jahre jüngeren Selbst gejagt wird und dazu Will Smith auch wirklich selbst digital verjüngt wurde. Das ist neu in dieser Umsetzung, in Punkto Story aber nicht so ungewöhnlich (mir kam es vor wie eine Mischung aus Looper und „The Sixth Day“). Was den digitalen Smith angeht, so funktioniert er je nach Szene anders: in manchen Einstellungen ist die Illusion perfekt, in anderen springt einen der digitalte Look geradezu an. Und der Film wird dadurch interessant daß er in einer anderen Framerate gedreht wurde mit 120 Bildern in der Sekunde, was aber wenig nützt da viele Kinos das nicht abspielen können. Dableibt letztlich ein passabler, aber sehr oberflächlicher Actionfilm der nie wirklich in die Tiefe geht (will Smith schafft es nicht die ausgebrannte Figur die er spielt auch glaubhaft ausgebrannt wirken zu lassen), hier und da mal ein paar gute Sprüche platziert und ein paar formelhafte Actionsequenzen die eben auch allzu oft durch CGI gestützt werden. Und für einen Bruckheimer Film ist die Nummer letztlich sogar ziemlich klein geraten.

Fazit: Solide Action mit ein paar marketingtechnischen Aufhängern die aber kaum ins Gewicht fallen!

Rating: ★★★☆☆

Angel has Fallen

Secret-Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) hat bereits mehrfach den US Präsidenten retten können – trotzdem gerät er selbst unter Verdacht. Nach einem Anschlag auf die Air Force One wird Mike zum Terroristen erklärt und muß fliehen um seine Unschuld zu belegen …

Der dritte Teil der „Mike Banning“ Trilogie, einer Serie der man so viel Saft und so viele Filme wohl nicht unbedingt zugetraut hätte Gerald Butler spielt erneut einen aufrechten Secret Service Agent der den Präsidenten beschützt, allerdings wird die Handlung diesmal nicht von einem „Stirb langsam“ Vorbild abgekupfert sondern von „Auf der Flucht“: dem Helden wird ein Vergehen in die Schuhe geschoben und fortan muß der fliehen und seine Unschuld beweisen. Allerdings ist dies kein Material um einen Actionthriller zu füllen: der Antagonist ist schnell bekannt und die Hintergründe komplett schlicht. Vor diesem Background feuert der Film eine Reihe Actionmomente ab die wie in den Vorgängern mit brutal hohem Bodycount daherkommen und wuchtig sind, aber ebenso wird mit Wackelkamera gearbeitet und oftmals sind die Actionszenen sehr unübersichtlich, sei es im nächtlichen Wald oder in einer Schuttruine. In der letzten halben Stunde verdichtet sich alles zu einem effektiven Showdown und Nick Nolte gbt den unpassenden Sidekick der aber trotzdem etwas Spaß vermittelt. Wer mit den vorherigen klarkam wird auch diesen hier mögen, alle anderen sehen einen banalen und lauten Actionfilm der dem Thema nichts neues gibt.

Fazit: Sehr laute Actionnummer, im Rahmen ok, aber meilenweit davon entfernt interesant oder originell zu sein!

Rating: ★★☆☆☆

John Wick 3 – Parabellum

Nachdem John Wick (Keanu Reeves) gegen die Regeln des Continentals verstoßen hat ist ein Preisgeld von 14 Millionen auf ihn ausgesetzt. So muß er sich aus New York heruaskämpfen und dann woanders sicher Unterschlupf finden …

Eine Fortsetzung kann wohl kaum lückenloser sein als diese hier: der Film beginnt wirklich in der Schlußsituation welche Teil 2 offen gelassen hat. Leider folgt dann ein Film von 130 Minuten Länge, was darum nicht funktionieren kann da die John Wick Thematik nicht durch tolle Storys so erfolgreich wurde. Es ist eher die Mischung aus verschiedenen Versatzstücken: die pure, rohe Gewalt die so kaum mehr auf eine Leidenschaft kommt, harte und meist körperliche Kämpfe, brutale Splatter und Mordszenen und diese in eine gewisse Ästhetik und einen ganz besonderen Look eingebaut. Dazu thront Keanu Reeves über allem als cooler Antiheld der trotzdem irgendwie eine gewisse Tiefe erreicht und es ist stets beliebt die ominöse Welt der Auftragsmörder und ihre stetigen Regeln und Gesetze weiter zu erforschen. All das findet sich hier, aber eben überlang und nicht wirklich von einer interessanten Geschichte zusammengehalten, statt dessen reiht der Film wieder videoclipartige Kampfszenen mit Dialogen aneinander. Als Fan der Reihe wird man damit sicherlich was anfangen können, spätestens beim miserablen Ende könnte sich aber eine starke Übersättigung einstellen.

Fazit: Wuchtig, heftig und ultrabrutal: zu überlang geratene weitere Metzelorgie

Rating: ★★★☆☆

Hunter Killer

U-Boot-Kapitän Joe Glass (Gerard Butler) leitet eine Rettungsmission die das Unterseeboot U.S.S. Tampa Bay finden soll. Dann aber wird er durch politische Umstürze in eine Mission verwickelt bei der es darum geht den Ausbruch des Dritten Weltkrieges zu verhindern …

Wer hat hier den längsten … ähm, Torpedoschacht? Das mußte ich relativ früh im Film denken als sich zwei Uboote begegnen und ein Duel gegeneinander führen. Ansonsten war ich recht beeindruckt von der effizienten Vorgehensweise von Michael Nyqvist: der spielt seine Standarddarstellung als Held in einem Actionfilm, indem er aber den Kommandanten eines U Bootes gibt verläßt er eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Brückenset und dürfte somit recht unkomplizierte Dreharbeiten gehabt haben. Abgesehen von ihm gibt’s eine an mehreren Stellen spielende Story über eine Art Putsch, einen Befreiungsversuch und eben diverse U Boot Szenen mit ein paar Politthriller-Aspekten. Eine bunte Mischung halt die für Fans des Genres sicherlich ganz ok ist, aber nicht zuletzt aufgrund der humorlosen Inszenierung bleischwer und schleppend ausfällt. Ebenso unterträglich: der oftmals in Außenszenen eingesetzte Green Screen Look.

Fazit: Humorfreier Männerfilm mit kalter Spannung!