Archiv der Kategorie: Action-Thriller

The Old Guard

Andy (Charlize Theron)ist unsterblich und leitet ein Team von unsterblichen Killern – doch nach einigen Jahrhunderten hat sie keine Lust mehr und möchte endlich sterben. Bei einem Einsatz der schief läuft wird ihre Kraft obendrein in die Öffentlichkeit getragen …

Der Film basiert auf einer Graphic Novel Vorlage die ich nicht kenne, daher weiß ich nicht ob die Probleme welche ich mit dem Film hatte in der Vorlage oder der Umsetzung basieren. Für mich ergibt das Werk kein stimmiges Ganzes. Die Story um eine unsterbliche Soldatin ist pures Fantasymaterial, der Film spielt aber im hier und jetzt und läßt diese Figuren in modernem High-Tech Setting agieren, das ist ok, aber verströmt eben kein Stück Fantasyatmosphäre. Die Handlung vermengt diverse Schwerpunkte von denen aber keiner wirklich auserzählt wird: es wird berichtet wie diese Figuren unter ihrer Gabe leiden, wie eine Person in diese Welt eingeführt wird und wie ein Pharmakonzern versucht die Gabe der Unsterblichkeit auszunutzen – jede von diesen Plotlines hätte einen ganzen Film gefüllt, in diesen abgespeckten Dosierungen kommt nicht viel durch. Und letztlich ist der Film für mich extrem kritisch bei den Darstellern: Charlize Theron spielt einfach nur eine müde Soldatin, man nimmt ihr keine Sekunde lang ab daß sie Jahrhunderte alt sein soll. Die weiteren Figuren haben durchaus interessante Aspekte, aber sie wirken nicht da sie von extrem bleichen Darstellern verkörpert werden. Wer den Film nur für ein paar gute Actionszenen sehen mag kann das tun, allerdings sind diese über den Film verteilt und fallen auch nicht so sehr ins Gewicht.

Fazit: Viele Aspekte und Richtungen sind drin, letztlich ist das Resultat aber bleich, unemotional und langweilig!

Rating: ★★☆☆☆

Tyler Rake: Extraction

Der emotionslose Söldber Tyler Rake (Chris Hemsworth) soll den entführten Sohn eines inhaftierten internationalen Gangsterbosses befreien. Der Einsatz bringt ihn an die Grenzen der Belastbarkeit …

Hier kommen einige Dinge zusammen die bekannt klingen: der Film wurde von einem der Russo Brüder geschrieben; liegt also nahe daß man sich Thor Held Chris Hemsworth als Hauptdarsteller holt. Der kann ja einerseits den witzigen Helden geben, aber ebenso den knochentrockenen Ballermann 8wie er es bei „12 Strong“ tat; dieser Tyler Rake ist dann wohl aus der zweiten Kategorie, bekommt lediglich ein paar markante Sprüche. Ansonsten arbeitet der Film eben mit bekannten Versatzstücken: ein Held wird auf eine unmögliche Mission geschickt. In dem Spiel aus Intrigen, wer fällt wem in den Rücken, wann erreicht er sein Ziel, wie ist die Chemie zwischen der Geisel und dem Helden kann man inhaltlich schrauben, das hat man hier sehr solide und zufriedenstellend gemacht. Der Film überrascht aber in zwei anderen Punkten: zum einen kommt der grün / rötliche Look so daher als würde der Film im gleichen Universum wie „Black Hawk Down“ daher, zum anderen erreicht er ein ungeahntes Maß an Härte. Das gilt alleine für eine Szene in welcher der Schurke Kinder ermordet, aber auch die körperliche Härte die in manchen Kampfszenen passiert. Dazu kommen heftige, laute und rabiate Actionszenen wie aus einem Kriegsfilm bis hin zu einer langen Plansequenz die richtig krasse Actionmomente enthält. Leider schwächelt der Film in vielen Nebenfiguren, bzw. den Darstellern: alleine der Scharfschütze der im Showdown eine Rolle spielt ist in seinen Taten ultrakrass, in seiner Wirkung total bleich, ähnliches gilt für die zu rettende Geisel. Trotzdem: wenn schon Streaming, dann eben gerne Titel von dieser Größe und diesem Härtegrad.

Fazit: Fette Kriegsaction mit rabiater Härte und krasser Kameraarbeit, der Rest ist solide und zufriedenstellend – absolut höheres Level auf Streamingniveau.

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=-Dm6LdCfYuc

Black and Blue

Alicia West (Naomie Harris) beginnt ihre Job als Polizistin in New Orleans und hat es wegen Ihrer Hautfarbe nicht sehr leicht. Dann wird sie auch noch Zeugin der Taten einiger korrupter Kollegen und steht sowohl im Visier einiger Verbrecher wie auch den eigenen Leuten …

Faszinierend: eine gute Idee und fertig ist das Thrillergerüst. Hier reicht es daß eine mögenswerte, aufrichtige Hauptfigut eine schlimme Tat beobachtet und ab da niemandem mehr vertrauen kann. Ich hätte nicht gedacht daß diese schlichten Komponenten einen derartig gradlinigen, strammen Film ergeben. Aber es funktioniert. Naomi Harris gibt eine sympathische, vernünftige Heldin ab die gleichermaßen tapfer wie auch verletzlich wirkt. Das Heer aus brutalen Polizisten welches gegen sie ins Feld zieht besteht zwar nur aus brutalen Revolverschwingern, aber dort sticht der routinierte Frank Grillo als Brutalobulle hervor. Ansonsten sind einige gängige Klischees zugegen (rabiat sprechende Ghettofiguren) aber trotzdem funktioniert die Nummer in ihrer Gesamtheit um ein vielfaches besser als der einfache Thrillerplot erahnen läßt.

Fazit: Harter Thriller mit wohl dosierter Action und spannender Grundkonstellation!

Rating: ★★★★☆

Die Stunde der Patrioten

Bei einem Urlaub in London gerät Jack Ryan (Harrison Ford) in ein Attentat der IRA und greift ein, wobei er einen jungen Mann tötet. Dessen Bruder Sean Miller (Sean Bean) landet zunächst im Gefängnis, befreit sich aber schnell und beginnt einen Rachefeldzug gegen Ryan und dessen Familie …

Auf den kleinsten Nenner runter gerechnet ist dies ein einfacher Rachethriller: Harrison Ford tötet zu Anfang den Bruder von Sean Bean der seinerseits dann auf Rache sinnt. Da es aber auf der Basis von Tom Clancy basiert und die Figur Jack Ryan im Zentrum steht liegt ein Schwerpunkt auf der Politik und den Verstrickungen die es seitens der CIA und der IRA gibt. Da kann es auch passieren daß man im redseligen Verlauf den Faden verliert. Macht aber nichts da es im Kern ein Duell von Mann gegen Mann ist welches bei einigen Actionpassagen zwischendurch in rabiate Schlägereien und Schießereien ausartet. Wer reine Action möcte ist hier falsch, als spannungsgeladenen Thriller mit ein wenig Niveau ist dieser hier als Evergreen auch heute noch einen Blick wert.

Fazit: Harrison Ford als optimale Jack Ryan Verkörperung in einem eigentlich recht einfachen Rachethriller!

Jagd auf roter Oktober

Das neuartige und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattete sowjetische U-Boot „Roter Oktober“nimmt Kurs auf NATO-Gewässer. Man vermutet daß Marko Ramius (Sean Connery) einen Angriff auf die USA plant – lediglich CIA-Agent Jack Ryan (Alec Baldwin) hat eine andere These …

Dieser Film ist für mich mit etwas unsachlicher Erinnerung verbunden: ich sah ihn im Kino als ich zehn war und es war wohl das erste Mal daß ich in dem jungen Alter in einen Film ab 12 kam obwohl ich eigentlich zu Jung war und es war das erste Mal daß ich nicht mit meinen Eltern sondern mit Freunden einen Film ansah. Allerdings muss man da im Nachhinein offen zugeben: in dem Alter hat er mich sicher überfordert. Auch nun würde ich es nach einem erneuten Anschauen nicht hinkriegen alles ins kleinste Detail zu aufzuzählen. Trotzdem stimmen sehr viele Sachen daran: es macht Spaß viele Darsteller zu sehen die man aus späteren Sachen in älter kennt, vor allem war es schön Sean Connery nochmal zu sehen. Ansonsten mag die Schlacht der U-Boote vielleicht Action erwarten lassen, der Schwerpunkt liegt aber eben bei den politischen Winkelzügen die damit verbunden sind; ebenso mit einem einfachen Analysten der ungewollt in die Misere verwickelt wird und dann mehr erleben und leisten muß als ihm selbst lieb ist, aus heutiger Sicht weiß man ja auch wie die Figur Jack Ryan im Kino und in Serienform weiter ausgebaut und genutzt wurde. Diese Form hier mag etwas altbacken wirken, ist aber auch heute noch spannend anzuschauen (auch wenn die Effekte wie z.B. Torpedos so richtig veraltet sind).

Fazit: Mehr Politfilm als Actionthriller, trotzdem ein spannender Streifen mit gute Besetzung!

Backdraft 2

Sean McCaffrey (Joe Anderson) ist zwar mittlwerweile als Brandermittler des Chicago Fire Departments tätig, glaubt aber dass sein Onkel Brian McCaffrey (William Baldwin) die Schuld am Tod seines Vaters Stephen (Kurt Russell) trägt. Hinzu kommt eine Gruppe Terroisten die ihre Taten mittels gezielter Großfeuer verschleiern wollen …

Die reine Existenz dieses Films ist für mich ein Aufreger: der Original „Backdraft“ Film ist für mich einer der besten Filme aller Zeiten, auch was Aufwand und Größe angeht, ebenso was die unfassbare Besetzung angeht. Nach fast 30 Jahren schiebt man nun doch ein Sequel nach, allerdings direkt für den Heimkinomarkt. Ich dachte zunächst daß das ein x-beliebiger Feuerwehrtfilm wird der sich nur den Namen klaut, aber es sind in der Tat Verbindungen drin: William Baldwin und Donald Sutherland kehren in ihre Rollen zurück. Das ist aber auch das einzige Aushängeschild welches der Film sich anhängen kann. Das Budget für epische Feuerszenen war nicht vorhanden, daher bleibts bei ein paar Alibi-Brandsequenzen, ansonsten wird der Schwerpunkt auf einen x-beliebigen Krimiplot gesetzt sowie das „Aufarbeiten“ der Familienprobleme innerhalb der Feuerwehrfamilie … kurz gesagt: schlichtes Home-Entertainment welches den Namen nicht wert ist.

Fazit: Verbrennt den guten Namen des Erstlings für einen völlig austauschbaren Billigtitel!

The Raid 2

Rama (Iko Uwais) hat den Hochhauseinsatz überlebt, wird aber in den nächsten geschickt. Dazu wird er ins Gefängnis eingeschleust um Kontakte zum Gangster-Sprössling Uco (Arifin Putra) zu knüpfen der zu dessen Vater Bangun (Tio Pakusodewo) führt …

Ähnlich wie beim Vorgänger geht hier bei mir die Schere zwischen Respekt und Begeisterung. Ich respektiere den Film in jeder erdenklichen Hinsicht und bin beeindruckt von den unzähligen Actionpassagen, von den krassen Nahkämpfen, der ausufernden Gewalt, der Kreativität bei der filmischen Umsetzung und der reinen „Wucht“. Ich verstehe auch warum einige dies für den besten Actionfilm aller Zeiten halten. Leider springt bei mir die pure Begeisterung nicht über. War Teil 1 noch fast ein Kammerspiel, ein krasses Actionszenario an einem Fleck ist Teil 2 eine ausufernde Gangstersaga in der diverse Oberbosse sich gegenseitig bekriegen und zahlreiche Fußsoldaten in blutige Gefechte geraten. Das ist ein Subgenre welches mir nicht liegt und gerade weil hier eine unfassbare Herzlosigkeit im Raume steht ist es nicht ganz meins sich damit 150 Minuten zu beschäftigen. Trotzdem: die epische Kampf und Gangstersaga hat ihre Fans und dies zurecht.

Fazit: Epische Gangstersaga die sich in unfassbare Kampfeinlagen begibt!

Sechs Milliardäre, angeführt von One (Ryan Reynolds) geben vor ermordet worden zu sein um als Untergrundtruppe effektiv gegen Terrorismus vorzugehen …

Bereits in der fast 15 Minuten langen Verfolgungsjagd am Anfang häufen sich all die Punkte wegen denen ich Michael Bay nicht mehr leiden kann: es gibt keine Story, nur Event, es wird blutig geschossen und ein Auge mit Sehnerv dran wie ein Spielzeug behandelt. Und das geht durch den ganzen Film: ein paar unsympathische Gestalten begehen Selbstjustiz erklären sich selber als über allem stehend und bekämpfen das ihrer Meinung nach Böse. Die Methoden zu denen sie dabei greifen sind ebenso fragwürdig wie sie selbst sind. Das wird aber dadurch legitimiert daß Ryan Reynolds die Hauptfigur spielt, dessen Charme macht einiges wett was die Personen an sich tun. Aber darüber muß man sich nicht auslassen. Es ist eben ein Bay Film, der ich endlich mal wieder ohne Roboter drin seine typischen Tropen austobt: ein stetiger Instagram Look, ein Schnitt wie im Videoclip. Megafette Actionpassagen und stellenweise extrem brutale Gewalt … für einen Netflix Titel undglaublich groß; und sicherlich etwas was im Streamingsektor sehr viele Menschen sehr zufrieden stellt.

Fazit: Technisch perfekt, inhaltlich fragwürdig: gigantische Hochglanz-Actionbreitseite!

Videoreview von mir: https://youtu.be/BqyK2_ou-oc

Terminator – Dark Fate

Der Krieg zwischen Menschen und Maschinen geht in eine neue Runde – und Dani Ramos (Natalia Reyes) gerät in die Schußlinie als ein neuartiger Terminator (Gabriel Luna) hinter ihr her ist. Doch sie wird verteidigt von e Grace (Mackenzie Davis) und Sarah Connor (Linda Hamilton) …

Das Terminator Franchise ist für mich geradezu heilig, darum ist jeder weitere Eintrag in die Serie interessant wie furchtbar. Auch die Idee den neuen Film „unabhängig“ zu gestalten, also als Sequel zu Teil 3 und mit dem Auslassen der Teile 3 bis 5 erfüllt mich mit Skepsis. Aber es ermöglicht eine solide Grundsituation: ein neues Opfer, eine neue Verteidigerin, Arnold in helfender Nebenrolle und Linda Hamilton die als Sarah Connor die ultimative Macho Sau rauskehren darf. Der neue Terminator ist zwar bedrohlich, aber irgendwie charismaarm und glatt, wie eben der ganze Film: ein paar Explosionen, ein paar Schießereien und das übliche Spiel bei dem sich die Story stets an Fabriken, Militärstützpunkte oder sonstige Umgebungen verlagert in denen man die Dinge gut zur Verteidigung nutzen kann. Das ganze Ding wird garniert mit einigen humoristischen Momenten die aber stellenweise zu witzig ausfallen und einer langen Durststrecke in der nicht so viel passiert. Letztlich hatte dieser Film an keiner Stelle eine Chance (oder die Absicht) irgendwie an die Vorläufer ran zu ragen, auf seinen eher kleinen Bahnen macht er aber eigentlich alles richtig. Über passablen Durchschnitt reichts aber trotzdem zu keiner Zeit wirklich hinaus.

Fazit: In jeder Hinsicht solide und zugleich redundant!

Rating: ★★★☆☆

Gemini Man

Henry Brogan (Will Smith) hat viele Jahre als Auftragsmörder gearbeitet und will sich nun in den Ruhestand verabschieden – dann aber jagen ihm seine Auftraggeber jemanden auf den Hals der ihn liquidieren soll. Henry stellt fest daß der Gegnerein 25 Jahre jüngerer Klon von ihm ist …

Diesen Film kann man wohl unter mehreren Aspekten sehen. Der schlichte Aufhänger ist ein Twist den es im Film erst nach einer Dreiviertelstunde gibt, nämlich daß ein Auftragskiller von seinem eigenen, 30 Jahre jüngeren Selbst gejagt wird und dazu Will Smith auch wirklich selbst digital verjüngt wurde. Das ist neu in dieser Umsetzung, in Punkto Story aber nicht so ungewöhnlich (mir kam es vor wie eine Mischung aus Looper und „The Sixth Day“). Was den digitalen Smith angeht, so funktioniert er je nach Szene anders: in manchen Einstellungen ist die Illusion perfekt, in anderen springt einen der digitalte Look geradezu an. Und der Film wird dadurch interessant daß er in einer anderen Framerate gedreht wurde mit 120 Bildern in der Sekunde, was aber wenig nützt da viele Kinos das nicht abspielen können. Dableibt letztlich ein passabler, aber sehr oberflächlicher Actionfilm der nie wirklich in die Tiefe geht (will Smith schafft es nicht die ausgebrannte Figur die er spielt auch glaubhaft ausgebrannt wirken zu lassen), hier und da mal ein paar gute Sprüche platziert und ein paar formelhafte Actionsequenzen die eben auch allzu oft durch CGI gestützt werden. Und für einen Bruckheimer Film ist die Nummer letztlich sogar ziemlich klein geraten.

Fazit: Solide Action mit ein paar marketingtechnischen Aufhängern die aber kaum ins Gewicht fallen!

Rating: ★★★☆☆