Archiv der Kategorie: Dokumentation

Electric Boogaloo

Die wahre Geschichte der israelischen Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus. In den 80er Jahren kommen sie in die USA und gründen die Cannon Studios. Unter diesem Namen produzieren sie eine lange Liste berühmter B-Movies für die sie trotzdem Stars aus gaz Hollywood begeistern können die sich fast alle auch in der Doku zu Wort melden …

Hier bin ich gleichermaßen außen vorstehender wie „Betroffener“: ich kenne Cannon Films von früher, hab aber eigentlich nur „Over the Top“ und einzelne andere von ihnen gesehen. Der Hintergrund der Macher, wie sie vorgingen und wie sie sich selbst platt gemacht haben war mir nicht bewußt. Als Filminteressierter war es darum eine schöne und interessante Geschichte und Doku; obendrein ist es natürlich sehr interessant wenn die ganzen alten Darsteller da nochmal zu Wort kommen und ihre Meinung kund tun dürfen wie es damals für sie war – und die beiden Macher da auch nicht immer nur gut wegkommen. Für jeden nicht Filminteressierten oder wer mit den genannten Titeln nichts anfangen kann könnte der Film leider dann sehr sehr langweilig ausfallen.  Aber so jemand  würde ihn auch kaum gucken – oder?

Fazit: Unterhaltsame Aufarbeitung eines Ausnahme-Filmstudions mit vielen schönen Filmausschnitten und Stars sowie hohem Nostalgiefaktor!
Rating: ★★★☆☆

Aroused – Erotische Geständnisse der Porno-Queens

Ein Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Pornoindustrie. Dabei erzählen prominente Darstellerinnen über ihr Leben, ihre Anfänge im Geschäft und was für sie den Reiz an ihrem Beruf ausmacht und weshalb ihnen ihre Arbeit Spaß macht. Ein Blick hinter die Kulisse der Pornoindustrie von Amerika.

Der Film heißt im Original „Aroused“ und bekommt durch den geradezu schwachsinnigen deutschen Titel ungewollt das Schmuddelimage daß er am wenigsten verdient hätte. Echt ehrlich: die Regisseurin hat jede Menge Pornodarstellerinnen zu einem Fotoshooting gebeten und eben bevor geknipst wurde ausgiebig interviewt. Allerdings: der Infogehalt über diese Frauen und das was sie tun und welche Motivation sie haben ist relativ gering was ich auch der gewollt kunstvollen Inszenierung vorwerfe: eigentlich ist das alles ein sehr sehr langer Interviewmarathon, die sprechenden Frauen werden aber immerzu in einer „kamera fährt vorbei“ Ansicht gezeigt, künstlerisch angeleuchtet und vielleicht wärs besser gewesen sie einfach sitzend und sprechend zu zeigen. Aber auch sonst ist es wie ein Blitzlichtgewitter: man kriegt einzelne Dinge, Ansichten und Details zu hören die durchweg „nett“ sind, hier und da mal zum schmunueln anregen, aber ich bin am Ende kaum schlauer als vorher – obwohl das Geschäft hier gleichermaßen gut wie negativ bezeichnet wird.

Fazit: Nicht uninteressante Sicht auf eine bestimmte Berufsgruppe deren Infogehalt aber sehr mangelhaft bleibt.
Rating: ★★★☆☆

Die Mannschaft

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nimmt an der Fußball WM in Brasilien im Sommer 2014 teil und siegt. Über die ganze Zeit begleitet sie ein Kamerateam daß neben den wichtigsten Spielsituationen auch zahlreiche Momente abseits der sonstigen Presse einfängt …

Deutschland, ein Sommermärchen Teil 2 ? Wohl eher nicht. Während 2006 schon während der WM mitgeteilt wurde daß Sönke Wortmann da bemüht ist die Ereignisse mitzufilmen und aufzuarbeiten hat man von den Arbeiten dieses Filmes kaum was gesagt. Nicht zuletzt deshalb habe ich hier eigentlich vorrangig den Eindruck daß man all das vorhandene ARD Material einfach nur versucht hat noch ein wenig im Kino auszuwerten. Es ist eine TV Doku, ein Zusammenschnippeln von diversem Momenten und Szenen mit ein wenig Backstage Material die auf einer Kinoleinwand so wenig verloren hat. Das alleine der Umstand warum Thomas Müller im Dirndl rumlief hier erst „enthüllt“ werden muß ist für mich ein kleiner, solcher Beleg daß man hier einfach aus einem relativ schlichten Material sonstwas herauskitzeln wollte. Generell ist dieser Film sachlich, aber irgendwie kaum emotional und wirkt wie eine Auftragsarbeit. Man erinnert sich aus deutscher Sicht natürlich gerne an die WM, aber so wie hier bleibt es dann doch sehr nüchtern.

Fazit: Netter Rückblick auf eine große sportliche Leistung die aber nie über TV Niveau hinaus kommt.
Rating: ★★★☆☆

My Date with Drew

Brian Herzlinger ist ein ziemlich durchschnittlicher, 27 Jahre alter Mann mit einer großen Liebe: er steht auf Drew Barrymore. Daher fasst er einen Plan: mit einer für 30 Tage geliehenen Videokamera und 1100 Dollar will er es schaffen ein Date mit Drew Barrymore zu ergattern. Seinen Weg will er dabei dokumentieren …

Hier ist einfach die eiserne Frage: was hiervon is echt, wie viel? Anscheinend ne Menge und wenn dem so ist kann die Botschaft am Ende nur lauten: total schön. Die Idee eines Spinners irgendwie an ein Date mit Drew Barrymore zu kommen und zu dokumentieren wie man bemüht ist dieses an den Start zu bringen ist so absurd dass sie eigentlich nur stimmen kann, oder? Und die Umsetzung, ein komplett mit Amteuermaterial gefilmtes Werk lässt ebenso den Schluß zu dass es sich hier um ein authentisches Werk handelt. Als solches hat diese Doku zwar nicht wirklich viel Informationsgehalt, aber sie lädt zu absurden Gedankenspielen und Träumen ein: dazu dass eine absurde Fantasie mit viel Hartnäckigkeit und viel Glück wahr werden kann. Das alleine ist schon mehr Optimismus den viele andere Filme zu bieten haben.

Fazit: Lustige Nachstellung einer dusseligen Idee mit herzlichem Abschluß!
Rating: ★★★★☆

Nightmares in Red White and Blue

Regisseur Andrew Monument dokumentiert den Verlauf des amerikanischen Horrorfilms. Dabei interviewt er zahlreiche Filmschaffende und zeigt Ausschnitte aus den Filmen der jeweiligen Jahrzehnte, zeigt dabei ebenso überraschend auf wie die Filmmonster mitunter als Abbildungen realer Ängste fungieren …

Hier wird nicht nur drüber geredet sondern auch gezeigt, was bei einer Doku dieser Art ganz gravierend ist. Es werden anderthalb Stunden lang Ausschnitte aus Horrorfilmen gezeigt die dann von einer ganzen Handvoll Horrorregisseure kommentiert werden – teils witzig, teils aber auch fast schon bitter. Man muß sich in der Thematik auskennen und dafür interessieren, dann machts Spaß und stellenweise ist man auch überrascht was die Filme mitunter für Bedeutungen haben sollen, etwa das ein Heer torkelnder Zombies als Ersatz für Kommunisten dient. Bei den Altwerken der frühen Filmgeschichte bin ich selbst nicht so bewandert, bin aber selbst fasziniert wie selbst Filme der jüngeren Zeit hier eigenartig bleich und ausgewaschen und eben dadurch noch mal etwas gruseliger anmuten. Vielleicht kann der Horrorfan aus dieser Doku auch ne tröstliche Botschaft mitnehmen: Horrorfilme haben einen tieferen Sinn. Auch wenn ihn nicht jeder sieht oder erkennt.

Fazit: Interessante Chronik des Horrorfilms mit vielen schönen Ausschnitten und von Fachmännern kommentiert.
Rating: ★★★★☆

Keep Surfing

In dieser Dokumentation geht es um einen ganz eigenartigen Trendsport der in München ausgeübt wird: das Eisbach Surfen. Direkt am Englischen Garten verläuft eines Stelle des Eisbach an dem ein paar sportliche Surfer im Fluß auf den Wellen reiten und dabei zahlreiche Zuschauer haben. Allerdings wollen diese Surferjungs vorrangig unter sich bleiben …

Ist das ein deutscher Versuch sowas wie eine große US Produktion hinzukriegen? Könnte ja glatt gehen wenn man bei alledem ein gutes Thema hat. Das präsentierte Ding reicht aber meiner Meinung nach lediglich für einen Extra-Beitrag, nicht für einen richtigen Dokumentarfilm von anderthalb Stunden. Und mir ? ?mag da die emotionale Bindung oder die Fähigkeit zur Begeisterung fehlen, aber: ein paar nicht unsympathische Jungs die sich auf einen Bach stellen und dabei Spaß haben haben meinen Segen, aber dieses Hoby als lebenseinschneidend oder überragend zu verkaufen ist mir doch zu hochgegriffen. Würde ich in München an der gezeigten Stelle vorbei kommen bliebe ich bestimmt ein paar Minuten stehen und schaue zu – aber eben mehr Interesse als dass könnte ich dafür nicht aufbringen und würde es gar nicht wollen.

Fazit: Interessant aufgemacht, aber das präsentierte Thema birgt für mich nicht genug Inhalt um so lange porträtiert zu werden!
Rating: ★★☆☆☆

Riding Giants

Big Wave Surfing ist eine Sportart die sich den meisten Menschen nicht erschließt – insbesondere weil es so verrückt anumtet sein Leben zu riskieren um auf riesigen Wellen zu reiten und weil die Betreibenden wie eine weltfremde, eigene Gruppe wirken. „Riding Giants“ porträtiert diese Menschen, ihre Leidenschaften und den Rausch des Wellenreitens …

Sollten Dokumentationen das gezeigte nicht eigentlich sachlich und nüchtern schildern? Geht hierbei wohl nicht: der Film ist ein blick in eine Welt in der sich die normalen Leute wohl kaum auskennen. Die Surfer Szene und den „Big Wave“ Surfern, die Menschen und die Umstände des Wellenreitens. All das wird dem Zuschauer nahegebracht, nur eben nicht objektiv, sondern begeisternd. Man kann diese Menschen schnell verstehen, ihren Reiz und den Antrieb und eben auch den Spaß den sie anscheinend haben wenn sie da ihr Ding machen. Hinzu kommt dass die ganze Geschichte fetzig und rasant geschnitten ist, mit Humor und tollem Soundtrack aufwartet und an einigen Stellen sogar wirklich spannend ist. Ich hab noch nie gesurft und werde es wohl auch nie – aber nach diesem Film weiß ich zumindest dass ich damit durchaus etwas verpasse.

Fazit: Fröhlicher und rasanter Blick auf einige Menschen die surfen zum Lebensmittelpunkt haben – echt klasse!
Rating: ★★★★☆

Lets make money

Geld ist die Grundlage des menschlichen Lebens – aber was meinen Banken damit wenn sie sagen dass „Geld arbeitet“? Im Grunde können nur Menschen mit dem Geld arbeiten, am ehesten indem es auf dem weltweiten Finanzmarkt eingesetzt wird. Was dann dort genau passiert beleuchtet dieser Film …

Wie schreibe ich einen Artikel über einen Film den ich im Grunde gar nicht gesehen habe? Keinen Schimmer. Ich hab diesen Film hier auf dem Lovefilm Online-Player eingeschaltet, aber sehr schnell den Anschluß verloren und ihn dann ab irgendwann nur noch total beiläufig laufen lassen. Insofern hab ich mich in die nicht uninteressante Thematik so gar nicht vertiefen können. Trotz aller Sachlichkeit hab ich bei Filmen wie diesem aber immer das Gefühl des „Miesmachens“: irgendwie sollen dies wohl „Aufrüttler“ Filme sein, aber ich hab immer das Gefühl dass das Thema gar nicht gebracht würde wenns nicht „ach so scheußlich“ wäre. Ich rate also mal keinem davon ab sich mit diesem Film zu befassen, kann aber selber keine wirkliche Meinung bringen. Nur anmerken dass die Thematik staubtrocken vermittelt wird.

Fazit: Sehr sachliche und nüchterne Schilderung des vorgegebenen Themas, ich persönlich bin zu früh ausgestiegen!
Rating: ★★☆☆☆

We feed the World – Essen global

Diese Dokumentation geht über Ernährung und Globalisierung, Bauern und Fischer, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüs. Es wird gezeigt wo das tägliche Essen herstammt, die Arbeit niedergelassener Bauern – und zeigt unfassbare Erkenntnisse zum Thema „Entsorgung“ ..

Dieser Film belegt ungewollt eine These von mir: Michael Moore und Morgan Spurlock haben nicht wirklich den Dokumentarfilm fürs Publikum neu belebt, sie haben lediglich einen eigenen Stil dessen etabliert. Der besteht aus der schlichten Taktik nicht einfach nur Fakten herunter zu beten sondern all jenes irgendwie vergnüglich und möglichst witzig zu verpacken. Selbst dann (oder gerade dann) wenn das Thema eher unerfreulicher Natur ist. Dies hätte dieser Film bitter nötig gehabt. Leider ist das pure und sture Aufzählen von Fakten und das beständig deprimierende Gerede involvierter Leute heute nicht mehr genug – und das nennen eines bestimmten Faktes gleich zu Beginn wirkt auf mich nicht wirklich informativ sondern reißerisch. Aber was solls: bei einer solchen Fülle Informationen schaltet jeder irgendwann ab, der eine früher, der andere später. Bei mir wars ziemlich früh – was aber nicht heißt dass ich einige der genannten Fakten nicht als wahr oder bedeutend werte.

Fazit: Ziemlich krasse Fakten, leider bierernst und schleppend aufgearbeitet!
Rating: ★★★☆☆

Robmania

Wer ist Robert Pattinson, wie kam er zur Schauspielerei und was sind seine Ursprünge? Diese Dokumentation, gedreht etwa zum Kinostart des zweiten „Twilight“ Films wirft einen ausführlichen Blick auf den britischen Darsteller und behandelt insbesondere die Gründe für seine Popularität und seinen Erfolg bei den Fans …

Kann eine Doku über ein uninteressantes Thema interessant sein? Mitunter schon. Mahl ehrlich, ich bin ein Mann, also was kann  schlimmer für mich sein als mich ausführlich mit der Blassbirne (im wahrsten Sinne des Wortes) aus den „Twilight“ Filmen zu beschäftigen, was interessiert es mich wo er her kommt und wie er angefangen hat? Eigentlich nichts. Aber doch ist dieser Zusammenschnitt alles in allem ganz passabel. Das liegt sicherlich mit daran dass der Film keine dieser Werbeveranstaltungen ist die einfach nur ein Hohelied auf den Kerl singen. Dies ist mehr ein Werk von einigen wenigen die sich selbst verdammt gerne reden hören – in Folge dessen sehen wir drei bis vier Typen zu die sich mitunter minutenlang den Mund fusselig quatschen. Trotzdem sind manche Aspekte gar nicht so uninteressant, scheint Rober Pattinson in echt gar nicht so unsympathisch zu sein wie in seiner Rolle als Vampir (KANN ICH NICHT LEIDEN!!!!) und ist diese deutlich ohne Pattinsons Mitarbeit entstandene Doku nach knapp einer Stunde schon durch. Nachher ist einem der Kerl zwar genauso egal wie vorher und wirklich was „gelernt“ über ihn hat man nicht, wohl aber ein paar Ansätze warum ein Kerl wie er so ansprechend ist.

Fazit: Geht weniger um den Menschen sondern mehr um seine Wirkung, ist dabei etwas zu redselig, hat aber durchaus ein paar interessante Aussagen parat!
Rating: ★★★☆☆