Archiv der Kategorie: TBFG

Die Thomas Breuer Film Production

Im Zweifel glücklich

Brad Sloan (Ben Stiller) sieht sich mit seinem Sohn Troy (Austin Abrams) Colleges an und wird von Erinnerungen heimgesucht. Vor allem hat er das Gefühl in seinem Leben nicht genug erreicht zu haben. Deswegen ist er auch sehr gehemmt mit seiner alten Clique Kontakt aufzunehmen …

Die zwei Seiten des Ben Stillers: der Mann kann Komödie und hat dieses Image ja über viele Jahre sehr eifrig bedient, ebenso hat es aber immer mal wieder Dramen und ernsthaftere Filme gegeben in denen er nicht unbedingt die sympathischsten Zeitgenossen spielte. Dieser hier fällt wohl auch darunter, wobei er kein wirkliches Arschloch spielt, sondern einfach einen unzufriedenen Mann der nichts anders macht als sich mit anderen zu vergleichen. An dieser von Unzufriedenheit und Neid geplagten Weltsicht hat man als Zuschauer teil und kann entscheiden wie viel man davon mitnimmt: heißt, man kann jeden einzelnen Gedanken nachvollziehen, mu0 aber für sich entscheiden ob man sie teilt oder gar bei sich selbst entdeckt oder ob man das alles restlos ablehnt. Ansonsten ist der Film in ruhigem Braunton gefilmt, ohne spektakuläre Aspekte, aber ebenso wenig mit Dingen die man großartig beklagen könnte. Auf dem Streamingdienst Amazon ist er definitiv richtig aufgehoben da er auch eine Eigenproduktion ist, ins Kino hätte er nicht gemußt.

Fazit: Kleiner, sympathischer Film mit stellenweise unangenehmen Momenten!

Rating: ★★★☆☆

The Hate U give

Die 16-jährige Starr Carter (Amandla Stenberg) stammt aus einer ärmlichen Wohngegend und besucht eine Privatschule für privilegierte Schüler. Dann muß sie sehen wie ihr bester Freund Khalil (Algee Smith) von einem Polizisten erschossen wird – und ihre Welt gerät aus dem Gleichgewicht …

Ich konnte den Film vier Monate vor Kinostart im Rahmen einer Aktion gegen Fremdenhass schauen und dafür hätte er kaum passender sein können; obendrein basiert er auf einem Buch das ich aber nicht gelesen habe. Deswegen konnte ich mich recht unvorbelastet darauf einlassen und wußte eigentlich nichts, außer eben der Wendung mit der die Handlung in Gang setzt. Und war mehr als geflasht: gut, das Ding ist 132 Minuten an und fühlte sich stellenweise wie ein fünf Stunden Streifen an, nicht wegen Langeweile sondern weil einfach jedes Zeitgefühl verloren ging. Nach dieser Zeit nahm ich aber einiges an Diskussionsmaterial mit und einiges an Gedanken, vor allem aber ein Fazit: es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern jede Menge verschiedene und plausible Standpunkte. D.h. jede der Figuren hat nachvollziehbare Gründe und Sichtweisen die in fast unerträglicher Weise auf die Hauptfigur zustürzen die sich zwischen allen Fronten wiederfindet. Das emotionale und redereiche Drama wird dann zum Ende relativ actionlastig und laut, findet aber zum Ende eine großartige Szene in der eine Krisensiatuation unglaublich gut gelöst wird – das alleine hängt lange nach. Wie auch die großartigen Darsteller die ungemein lebenswecht daherkommen. Ob der Film zum Start die entsprechende Aufmerksamkeit bekommt weiß ich nicht – es ist aber definitiv zu hoffen.

Fazit: Emotional, vielschichtig und stellenweise wirklich krass – läßt einen nicht kalt!

Rating: ★★★★★

Book Club – Das Beste kommt noch

Vivian (Jane Fonda), Diane (Diane Keaton), Carol (Mary Steenburgen) und Sharon (Candice Bergen) sind bis ins hohe Alter engste Freundinnen und treffen sich regelmäßig zusammen in einem Buchclub. So kommen sie eines Tages dazu „Fifty Shades of Grey“ zu lesen – und das deftige Buch hat auf die Damen ungeahnte Auswirkungen …

Vier ältere Damen lesen Shades of Grey – aus diesem schlichten Konzept macht der Film einen Trailer der befürchten läßt daß die Nummer echt peinlich wird, daß diese Ideen die sie aus dem Sadomaso Buch gewinnen umgesetzt werden und peinlich enden. Allerdings tut man damit dem Film unrecht, da gibt’s kaum was zu klagen: vier reife Damen, allesamt von echten Charakterdarstellerinnen gespielt lesen Shades of Grey und nehmen dies als Auslöser um in ihrem jeweiligen Leben etwas zu ändern – man kann sich zwar fragen warum der Film Shades of Grey als die ultimative Bibel des sexuellen Erwachens feiert, muß das aber nicht. Denn es entwickeln sich diverse kleine Handlungstränge die zwar nicht wirklich tolle neue Geschichten erzählen, aber sehr wohl Herz und Charme besitzen. Ergänzt wird dies durch eine herzliche Männerriege die ihrerseits eine fette Charmeoffensive abfeuern. Heißt, der Film ist sicher für ein weibliches Publikum ausgelegt, wer sich aber dazu zählt und es mal versucht könnte einen besseren und kurzweiligeren Film bekommen als es der railer vermuten lässt

Fazit: Herzig und nicht zotig mit großem Staraufgebot!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=SRW7DtdgutU

Maudie

Maud Lewis (Sally Hawkins) leidet seit ihrer Kindheit an rheumatoider Arthritis und ist daher körperlich sehr eingeschränkt. Sie lebt bei ihrer Tante Ida (Gabrielle Rose) und wird von dieser eher als Last empfunden. Torztdem schafft sie es einen Job als Haushälterin beim unwirschen Fischhändlers Everett Lewis (Ethan Hawke) zu bekommen. Die Zeit die sie in Lewis Haus verbringt nutzt Maud zum Malen – und wird dabei entdeckt …

Schauspiel auf Oscarniveau und ganz großes Taschentuchkino. Der Film ist eigentlich keine Liebesgeschichte sondern die Biographie der von Sally Hawkins gespielten Malerin, hat aber eben auch deren sehr komplizierte Beziehung und Ehe mit einem Fischer als Thema. Dabei ist der Film in tristen Farben und mit einer sehr traurigen Stimmung inszeniert und aufgemacht, das mag zwar angemessen seib, aber die traurige Stimmung kann sich auch auf den Zuseher weitergeben und es sehr anstrengend machen ihn zu gucken, auf der anderen Seite dürften sensible Menschen die Geschichte sehr abfeiern da Herz und Seele gegeben sind. Ich denke aber eh daß dieses Kleinod nur von wenigen gefunden wird, diese aber wenn sie der Typ dafür sind sehr zufrieden sind.

Fazit: Schmerzlicher Film, großartig gespielt und zum mitheulen!

Rating: ★★★★☆

Good Time

Kleinganove Connie Nikas (Robert Pattinson) überfällt mit seinem geistig behginderten Bruder Nick (Ben Safdie)eine Bank – leider wird Nick bei der FLucht festgenommen und landet in einem Krankenhaus. Cooie versucht ihn aus demGewahrsam zu befreien was jedoch der Auftakt zu einer chaotischen schlimmen Nacht wird…

Im Vorfeld las ich zu diesem Titel eigentlich nur wohlwollende Worte, nachdem ich ihn geschaut hatte kann ich diese nicht so ganz teilen oder gar nachvollziehen. Pluspunkte sind durchaus vorhanden: Robert Pattinson streift hier endgültig die letzten Twilight Merkmale und agiert als eine restlos eigenständige Figur, des weiteren funktioniert der Inszenierungsstil des Films der mittels ständig wackelnder Kamera, elektronischer Musik und manchen optischen Mätzchen sehr viel Atmosphäre erzeugt. Schade ist dabei nur daß es keine echte Handlung gibt, sondern eine Hauptfigur die von einer kniffligen Lage in die Nächste wankt und dabei irgendwie das finale Ziel im Hintergrund immer mehr aus den Augen verliert. Trotzdem wird es sicherlich spezielle Filmgourmets geben die sich auf solche Werke einlassen und einen Nährwert finden können – ich fand es vorrangig anstrengend, nervend und nicht stringent.

Fazit: Atmosphärisch top und mit toller Hauptfigur, aber eben auch voller Längen und plätschernder Handlung!

Rating: ★★☆☆☆

Die Hölle – Inferno

Die Wiener Taxifahrerin Özge (Violetta Schurawlow) wird Zeugin eines Mordes und gerät soit ins Visier des Täters der bei ihr einbricht und ihre Cousine Ranya (Verena Altenberger) erwischt. Özge muß sich ab da um Ranyas kleine Tochter Ada (Elif Nisa Uyar) kümmern. Und auch der ErmittlerChristian Steiner (Tobias Moretti), der zwar versucht Özge zu helfen, kann nicht verhindern daß der Mörder wieder angreift …

Das ist natürlich ein Film bei dem man im ersten Moment nicht wirklich ernst bleiben kann: der Film spielt in Wien und wenn dann alle dortigen Figuren mit Dialekt sprechen animiert das einen Außenstehenden eher zum Schmunzeln. Man merkt aber relativ schnell daß dies ein Film des Regisseurs von „Anatomie 2“ ist, denn es dauert nicht lange bis der Film einen gefangen nimmt: mit dem einfachen Konzept eines relativ normalen Bürgers, in dem Falle eine Taxifahrerin, die ins Visier eines bösartigen Mörders gerät. Und daraus lotet der Film knapp 85 Minuten schweißtreibender Hochspannung heraus, wobei für mich die Faszination in zwei Punkten lag: zum einen der des Mörders, der auf einfache aber effektive Weise zum ultimativen Bösen gestempelt wird, zum anderen mit der ruppigen, heftigen Hauptfigur die sich mit Sturheit durchschlägt und zu keinem Zeitpunkt um die Gunst des Zuschauers buhlt. Daß der Film sich großartig verbreitet bezweifle ich zwar, aber wer der Nummer eine Chance gibt bekommt wesentlich mehr als zu erwarten war.

Fazit: Schweißtreibender Thriller mit begeisternder Hauptfigur!

Rating: ★★★★☆

Donnie Darko

Teenager Donnie Darko (Jake Gylenhaal) leidet unter Visionen und Wahnvorstellungen in denen ihm ein Mann in einem Hasenkostüm das Ende der Welt prophezeit in einer Zeitspanne von 28 Tagen. Tatsächlich ereignen sich im Leben des Teenagers fortan merkwürdige Ereignisse, angefangen mit einer Flugzeugturbine die in sein Schlafzimmer einschlägt …

Ich sah den Film 2002 zum ersten Mal und fand ihn einfach nur doof, bekam dann über die Jahre mit daß es immer wieder Leute gaben die über ihn schrieben, sich über ihn austauschten und war immer ratlos ob die eigentlich über den gleichen Titel sprechen. Am Ende gab ich ihn dann doch mal eine zweite Chance und stellte fest: ja, es ist ein hervorragendes Werk; aber eins das man nicht schauen kann . Man muß es sich erarbeiten, Ich finde ja ein Film sollte für sich selber stehen können; dieser hier verlangt es aber geradezu daß man sich ergänzende Literatur und andere Quellen zu Gemüte führt um ansatzweise die Hintergründe was eigentlich passiert ist anzueignen. Wenn man das tut, dem Film eine Chance gibt und sich entsprechend herein arbeitet kann man aber sehr wohl erkennen was hier für ein großartiges Werk vorliegt: man hat hier Elemente aus Horror, Science-Fiction, Mystery und Fantasy mit den Aspekten eines Teeangerdrams, sehr komplex, sehr spannend und stellenweise auch sehr lustig – aber man muß sich drauf einlassen können. Tut man das wird man nicht zuletzt durch grandiose Darsteller belohnt.

Fazit: Extrem komplexe Geschichte die man sich erarbeiten muß – die sich dann aber voll lohnt!
Rating: ★★★★☆

Valerian – Die Stadt der Tausen Planeten

Im 28. Jahrhundert kämpfen Spezialagent Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) gegen das Unrecht in der Galaxis. Eine neue MIssion führt sie nach Alpha wo LAureline recht schnell entführt wird. Daher versucht Valerian mit der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna) sie zu befreien …

Das originellste an dieser Comicverfilmung ist wohl daß sie NICHT aus dem Hause Marvels tammt, sondern statt dessen eine ältere Comicserie ist die Luc Besson schon lange mal verfilmen wollte. Nun erfüllt er sich diesen Wunsch, wohl weil er der Meinung war daß es jetzt endlich technisch umsetzbar ist – solche Geschichten mag ich. Ich bin zwar nicht gerade der größte Luc Besson Fan, respektiere den Mann aber durchweg und gebe ihm daher auch gerne eine Chance. Daß der Film mir nicht bringt liegt dann auch nicht an ihm und seiner Art Regie zu führen, im Gegenteil: aus der Sicht gibt’s icht zu tadeln an Valerian. Technisch ist dies ein Meisterwerk, eine optische Breitseite die natürlich gerade in 3D bestechend gut aussieht. Dabei spielt der Film in einer abgedrehten futuristischen Welt die randvoll von Details und kreativen kleinen Dingen ist. Und die beiden Helden sind unkonventionell, insbesondere Laureline die so eine kantigen und eigenen Charakter darstellt daß es eine wahre Freude ist ihr zuzusehen. Trotzdem liegt mir der Film am Ende nicht: ich kam einfach nicht in die Story rein und fühle mich in einer Welt die so abgedreht daherkommt nicht in der Lage eine ernsthafte Story zu verfolgen. Andere mögen das können und können dem Film dann auch einiges abgewinnen – geht bei mir halt nicht.

Fazit: Optische Breitseite, inhaltlich wohl eher an ein Nerdpublikum gerichtet!
Rating: ★★★☆☆

Monster Trucks

Tripp (Lucas Till) lebt in North DAkota und möchte sein Heimatstädtchen so bald wie möglich verlassen, benötigt dazu aber einen fahrbaren Untersatz. Dann begegnet ihm ein außerirdisches Wesen welches in seinen alten Truck klettert und es zu unfassbaren Fahrleistungen bringt. Dann aber tauchen Feinde des Aliens bei ihnen auf …

Filme wie diesen braucht es sehr, allerdings nur in einem bestimmten Alter. Dies ist so ein Titel den man als Grundschüler sehen kann und unwahrscheinlich cool findet: Aliens die in Autos kriechen, jugendliche Helden die mit aufgemotzten Karren dann durch die Gegend brettern und eben jede Menge gewaltfreier Action. Gut, als Mensch in etwas höherem Alter schaut man dann drauf und kratzt sich am Kopf was dieser Stuß soll. Nun, vermutlich die jüngeren Semester erfreuen und begeistern und nicht mehr. Dabei sei gesagt daß die technische Umsetzung solide ist, der Held mögenswert und die Aliens zwar schleimig, aber lieblich und kuschelig; ebenso daß Jane Levy im Film ist was auch immer einen Pluspunkt darstellt. Am Ende ein Titel den man so nicht ernst nehmen kann, es aber auch nicht muß sondern wohl nur schaut wenn man es mit jüngeren Familienmitgliedern muß.

Fazit: Kindergerechter Actionfilm den man als Erwachsener wohl eher ertragen als schauen muß!

Rating: ★★★☆☆

Underworld – Blood Wars

Die Vampirkriegerin Selene (Kate Beckinsale) erwacht aus einem Koma und stellt fest daß sich die Welt gewandelt hat: mittlerweile wissen die Menschen von der Existenz der Lykaner und Vampire und bekämpfen sie. Trotzdem plant Werwolf Marius (Tobias Menzies) eine Attacke auf die Vampire weswegen Selene wieder eifrig ins Kampfgeschehen eingreift …

Zu meinem Glück begann der Film mit einer Art „was bisher geschah“ Rückblende und darüber war ich froh; da ich zwar alle vier Vorgänger irgendwann man gesehen habe, aber restlos im KJopf gelöscht hatte. Vampire gegen Werwölfe und Kate Beckinsale in engeln Klamotten – mehr war eigentlich nicht hängengeblieben. MEhr ist aber auch für diesen hier an sich nicht nötig wenn man an der Oberfläche bleibt. Beckinsale läuft wieder als Selen durch die Szenerie, jeder will ih rBlut und eigentlich sind alle anderen Figuren Arschlöcher die miteinander, gegeneinander ect. paktieren, intrigieren oder sonstwas machen. Ich wünschte ich könnte sagen daß das ja alles nur dazu dient im die geilen Actionszenen aneinander zu reihen, aber auch da enttäuscht er Film. 3D ist zwar da, wird aber kaum genutzt; bei 90 Minuten Lauflänge sind auch die krachenden Passagen sehr sprälich gesät und kaum wirklich aufregend; ich hatte auch nicht das Gefühl einen Kinofilm zu schauen; mehr einen großen TV Streifen. Plus: Backinsale verschwindet immer mal wieder aus dem Film so als habe sie eigentlich keine echte Lust auf den Kram. Kurzum: für Fans der Serie sind vielleicht ein paar gute Aspekte drin, aber als Action-Horror Film oder einfach nur als visuelle Breitseite ist die Nummer geradezu … blutleer

Fazit: Gebremstes Sequel das nur für Fans funktionieren dürfte und selbst da größere Enttäuschung auslösen könnte!
Rating: ★★☆☆☆