Alle Beiträge von Brodie79

Der schlimmste Mensch der Welt

Comic-Zeichner Aksel (Anders Danielsen Lie) möchte mit seiner Freundin Julie (Renate Reinsve) Kinder haben, die übraus launische Frau möchte dies aber nicht. Sie stürzt sch statt dessen in eine chaotische Beziehung mit Eivind (Herbert Nordrum) …

Eine Frau um die 30 die in Oslo lebt und nicht weiß was sie im Leben will – das reicht hier schon um zwei Stunden Film zu füllen. Man verfolgt diese Figur, sei es bei Parties, bei langen Gesprächen, bei diversen Jobs und unsbesondere bei Beziehungen. Dort reibt sie sich auf zwischen einem konservativem, netten Mann der aber Familie wünscht, und einem jungen, unbedarftn der ihr sehr ähnelt. Eigentlich geht es nur darum aus dem vollten Angebot aus Möglichkeiten ja keines auszulassen. Mit diesem Gefühl kann ich mich selber nicht identifizieren, kann aber schätzen was der Fil dabei und damit macht: sehr lebensnahe, echt wirkende Dialoge und eine schwer fassbare Hauptfigur die man aber dennoch irgendwie mögen kann. So entwickelt sich ein dialoglastiger nd langer Film, der aber aus dem unscheinbaren eine gewisse Faszination gewinnt.

Fazit: Redselig, aber sehr nah an glaubhaften, wahr wirkenden Situationen!

Rating: ★★★★☆

Chip & Chap – DIe Ritter des Rechts

Chip und Chap waren eins die HEldene iner TV Serie, haben sich aber aus den Augen verloren. Nach Jahren finden Sie wieder zusammen um das VErschwinden eines Freundes zu untersuchen …

Es fällt leicht, die Serie als Kult zu bezeichnen, bei mir ist das leicht anders: ich habe sie als Kind geschaut und sehr gemocht, sie ist aber nicht für sich in mein Herz gebrannt. Lediglich der Titelsong ist mir präsent, da ein Freund ihn oft bei allerhand Gelegenheiten gesungen hat. Deswegen habe ich auf diese filmische Aufarbeitung nicht wirklich gewartet, aber ich wehre mich auch nicht dagegen. Zumal er mit einem genialen Konzept daherkommt: er spielt in einer Welt in der reale Menschen und alle Arten von Zeichentrickcharakteren nebeneinander leben und die alte Fernsehserie war demnach auch eine echt gefilmte Show. Diese ward dann irgendwann beendet und nun kommen die alten Figuren nochmal zusammen da es einen Fall zu lösen gibt. Das ding ist dabei technisch brilliant und mit einer endlosen Fülle an MEtagags durchsetzt. Dabei wird der gängige Spagat gewählt daß Dinge gleichermaßen angewandt und parodiert werden. So entsteht eine bunte, mitunter alberne Wundertüte mit zahlreichen großartigen Gas und einer Menge Kurzweil, aber auch keiner allzu großen Nachwirkung. Als das was es sein möchte funktioniert es allerdings bestens.

Fazit: Irgendwo zwischen Sequel und Parodie angelegt mit einer endlosen Fülle an sitzenden Metagags
Rating: ★★★☆☆

Top Gun – Maverick

Elitepilot Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) wird an eine Flugschule berufen und soll ein paar Piloten für eine nahezu unmögliche Mission ausbilden. Zu den Piloten gehört auch Rooster (Miles Teller), der Sohn von Mavericks einstigem Partner Goose …

Der „Highway zur Danger Zone“ war in diesem falle aber ganz schön lang: der Film wurde bereits 2018 gedreht, durch etliche Verschiebungen kommt er aber erst 2022 ins Kino. Und hat sich gut gehalten, wie auch die Hauptfigur. Es ist selten eine so exakte und genaue Fortführung eines Originals erzeugt worden – allerdings war das Original eigentlich auch nicht gut. Tom Cruise gibt den tumben Obermacho, der Film ist ein Hohelied aufs Militär und der Angriff für den Cruise hier eine Truppe junger Piloten fit machen soll wird kein Stück hinterfragt. Es wird sogar verschwiegen wo dies stattfindet, sondern einfach nur von einem Schurkenstaat gesprochen. Die zwischenmenschlichen Szenen, wie Cutscenes eines Videospiels, sind zwar schick geflimt, ahben aber keinerlei Tiefe noch wirklichen Dramaanteil 8außer einer sehr rührenden Szene zwischen Cruise und Val Kilmer). Aber dafür liefert der Film ab in dem was er nun mal am besten kann: den Actionszenen. Mit einem Sound der einen in den Kinositz drückt und atemberaubenden, zum größten Teil echt gefilmten Flugsequenzen liefert der Film ein Feuerwerk an audiovisuellen Effekten ab was man schlichtweg im Kino erlebt haben muß. Dafür hat sich das warten gelohnt.

Fazit: Inhaltliche Schwächen liegen offen, die werden aber von krassen Actionpassagen wahrlich weggepustet!

Rating: ★★★★☆

One of these days

Bei der Werbekampagne eines Autohauses wird ein Truck verlost an denjenigen der am längsten seine Hand darauf lässt. Auch der Familienvater Kyle (Joe Cole) nimmt an der tagelangen Strapaze teil …

Das ist wohl die Grauzone zwischen faszinierend und spannend sowie lächerlich und absurd: zwanzig Menschen stehen bei sengender Hitze an einem Auto, halten die Hand dran und dürfen nicht aufgeben. Jeder hat seine eigenen Gründe, seine eigenen Motive und so sehr das auch als Spaß gedacht ist, desto mehr wird es zur psychischen und körperlichen Dauerbelastung. Das alles wird sehr anschaulich dargestellt, der Film geht dabei aber auch auf ein paar Nebenschauplätze und verliert dadurch den Fokus. Es rückt die Managerin der Veranstaltung ins Zentrum die man schnell erfasst hat: sie gibt der Welt ein Lächeln vor und ist im Keim eine traurige, unglückliche und einsame Person, daher sind Szenen die sie bei einem vergeigten Date zeigen eigentlich nicht nötig um das Klargemachte nochmal zu untermauern. Ebenso gipfelt der Film in einem ultrakrassen Finale das man so nicht kommen sieht, hängt dann aber nochmal quälende zwanzig Minuten hintendran in denen der Hintergrund und mache Umstände einer Figur nochmal etwas ausgeleuchtet werden. Dies ist dramaturgisch sehr merkwürdig konstruiert und echt schade, da der Film an sich vieles richtig macht und einen definitiv nicht kalt lässt.

Fazit: Hitzig wie das Umfeld in dem er spielt und schockierend in seinem Ende, verliert sich aber mehrfach in unnötig aufwendig präsentierten Nebenschauplätzen.
Rating: ★★★☆☆

Ammonite

Paläontologin Mary Anning (Kate Winslet) sucht im Jahre 1840 nach Fossilien um diese gewinnbringend zu verkaufen. In ihrer Geldnot läßt sie sich obendrein von, Roderick Murchison (James McArdle) engagieren um auf dessen Frau Charlotte (Saoirse Ronan) aufzupassen …

Saoirse Ronan und Kate Winslett sind Darstellerinnen die ich unabhängig voneinander schon in vielen sehr guten Filmen gesehen habe, wenn sie so wie hier aufeinander treffen hast das direkt mein Interesse. Die Story klingt dabei sehr schlicht: eine in sich gekehrte Fossiliensammlerin und ein juenge Frau die als Anhängsels ihres Ehegatten verdörrt kommen sich zu ungünstigen Zeiten und zu unpassenden Umständen näher. Dabei ist es der klassiche Verlauf daß die Beziehung stetig durch Blicke und Kleinigkeiten aufgebaut wird bevor sie sich in einer ausladenden Sexszene entlädt. Dazu gibt es eine menge Bilder wie die Frauen bei tristem Wetter an einem lauten Strand herumsitzen und Steine suchen – doch eigenartigerweise funktioniert das alles Bestens. Es ist insbesondere die spröde Figur von Winslett die einen fasziniert, die hinter ihrer gehärteten Fassade langsam anfängt Gefühle zu entwickeln. Ebenso ist die triste Inszenierung und die Trosstlosigkeit auf seine Weise sehr einvernehmend. Lediglich das Ende hätte aus meiner Sicht anders ausfallen können.

Fazit: Spröde, trist und mit zwei überragenden Darstellerinnen!

Rating: ★★★☆☆

The Many Saints of Newark

In Newark in den 1960er Jahren toben Rassenunruhen. Dabei geraten Schwarze und Italiener in den Konflikt. Als dann die Gangsterfamilien beider Seiten eingreifen wird die Lage blutig …

So was schaut man wenn man ein „Vervollständiger“ ist . Ich habe die Sopranos vorüber zehn Jahren einmal durchgeschau und mich danach nie wieder damit befasst, daher sind mir auch alle genauen Bezüge nach und anch entfallen. Auf einen Film der die Jugend von Tony Soprano und der andern Charaktere zeigt habe ich nicht gewartet, aber ich schaue mir auch sowas gerne an. Und kann aus zwei Blickwinkeln drauf schauen: als Ergänzung zur Serie habe ich ihn nicht gebraucht. Es sind ein paar Ergänzungen zu Figuren die man halt kennt, einige Querverweise und Anspielungen auf die Serie welche bei Fans sicherlich eine gewisse Begeisterung auslösen können. Auf der anderen Seite ist es eben ein typischer Mafia Gangsterfilm, was ein Blick in eine Zeit und in ein Leben ist an dem ich niemals irgendeinen Anteil hatte oder zu dem ich irgendeinen Bezug hinkriege. Daher geht der Film klar, da er kurzweilig ist und ein paar spannende Momente hat, als großees Reviewal des Sopranos Thema habe ich ihn allerdings nicht erlebt,

Fazit: Solider Nachklapp einer populären Show ohne Highlights oder Durchhänger!

Rating: ★★★☆☆

Lamb

Die Schafzüchter Maria (Noomi Rapace) und Ingvar (Hilmir Snær Guðnason) wünschen sich Nachwuchs – und finden plötzlich ein Kind auf ihrem Hof. Dieses ist aber halb Mensch, halb Schaf …

Der erfolgreichste Film den es bislang aus Island gab und hier lief er nur beiläufig. Ich hatte keine Chance ihn auf dem Fantasy Film fest zu schauen, aber kann sehr gut verstehen daß er da hingehört. Ich glaube, für die breite Masse die gerne einen Horrorfilm sehen möchte ist der Titel zu trist und zu langsam. Wenn msn sich auf die absurde Grundlage einlassen kann entfacht der Film dann aber doch einen Sog und eine sich zuziehende Atmosphäre des Unwohlseins. Entscheidend ist dabei wohl ob man den Trailer kennt, da ein einziger Shot aus dem Film den Trailer spoilern kann. Am Ende ist dies kein „schöner“ Film, aber ein faszinierender mit unvorhersehbarem Verlauf Wenn man den Ansatz aber als Blödsinn empfindet kann man halt nich viel daraus mitnehmen.

Fazit: Faszinierende Horrorfabel, etwas eigent und gewollt trist inszeniert.

Rating: ★★★☆☆

Snake Eyes – G.I Joe Origins

Snake Eyes (Henry Golding) wird in den Arashikage Clan aufgenommen nachdem er einem Mitglied das Leben gerettet hat. Dort findet er Familie und seinen Lehrer Hard Master (Iko Uwais). Dann aber gerät seine problematische Vergangenheit ans Licht …

Hier bin ich absolut fachfremd unterwegs :ich habe zwar die beiden alten Filme einst gesehen, aber bereits restlos im Kopf gelöscht. Mit der Spielzeug Serie habe ich nie gespielt und auch sonst hatte ich keinerlei Berührungspunkte damit . Das Konzept ist hier allerdings klar zu erkennen: man will hier ein weiteres filmisches Universum aufmachen, ob dieses an die beiden bisherigen Filme anschließt oder Neubeginn ist spielt eigentlich keine Rolle und man nimmt eine populäre Figur deren Hintergründe für mich egal sind da da ich selber keinerlei Kenntnis oder Interesse daran habe. Es reduziert es sich für mich auf einen generischen Actionfilm in den viel geklopft und gekämpft wird Aam Ende hat man hier ein bisschen vergessbare Action, ein paar gute Kampf Sequenzen und ein Franchise dem hoffentlich keine weiteren Teile folgen da dieser hier so austauschbar ist dass es sich nicht lohnt weitere Zeit hinein zu verschenken.

Fazuit: familiengerechte Action Nummer mit ein paar guten Kampf Sequenzen aber ohne nennenswerte Anteile

Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Der mächtige Zauberer Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) muss sich einem gefährlichen Gegner stellen, der Gottheit Shuma-Gorath. Dabei stehen ihm sein Gefährte Wong (Benedict Wong) und Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) zur Seite …

Der Film macht in zwei Stunden was diverse Disney + Filme in sechs veranstaltet haben: sie nehmen die vertraute Hauptfigur, isolieren sie und bringen sie in ein vollkommen eigenständiges Universium, eine eigene Geschichte die it der Haupstory des MCU kaum etwas zu tun hat. Dabei wird hier auf die optische Brillianz des Regisseurs zurückgegriffen der für Marvelverhältnisse echt freidrehen darf: Sam Raimi tobt sich hier in einem optischen Feuerwerk aus in dem auch mal die ein oder andere Kamerafahr a la Tanz der Teufel vorkommen darf. Allerdings ist Magie wieder mal zu allmächtig so daß immer im entscheidenden Moment die Lösung herbeigeholt werden kann. Die Figuren sind allesamt solide, emotionale Momente sind aber rar gesät und neben der Optik bleibt kaum etwas entscheidend hängen. Immerhin gibt’s keinen Horrorfilm, aber wenige echte Sequenzen die aus einem solchen stammen können, keine unfassbare Überlänge und eben die Besonderheit daß ein spezieller Regisseur auch mal seine Markenzeichen unterbringen kann – weckt glatt Hoffnung für die Zukunft.

Fazit: Optisch brilliant, inhaltlich dünn ud ohne emotionale Bindung an die Figuren!

Rating: ★★☆☆☆

Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona

Moha (Mohamed Mellali), Valero (Valero Escolar) und Pep (Pep Sarrá) arbeiten Barcelona für einen Installateursbetrieb. Pep steht allerdings kurz vor der Rente und soll von Moha abgelöst werden – allerdings erweist sich diese Übergabe als problematisch …

Ein Film über drei Handwerker in Barcelona. Ich habe den Eindruck dass man hier mit echten Handwerkern gesprochen hat und deren Erlebnisse und Geschichten einfach in ein Skript verfrachtet hat. Das lässt sich daraus schließen dass diese Sachen lebensecht wirken, nicht over-the-top und irgendwie unaufgeregt und doch für die Figuren ärgerlich sind. Ansonsten ist es das Aufeinandertreffen von drei Generationen: einem jungen Mann der sich im Job bewähren will, einem alten der in Rente gehen will und einem gestressten Mann in den mittleren Jahren der mit Körperproblemen und anderen Sachen kämpft. Man beobachtet diese 3 6 Tage lang, kommt aber irgendwie nicht von der Stelle. Die drei machen zwar Spaß, aber hinterlassen keinen unfassbaren Eindruck, es gibt keine fortlaufende Handlung sondern nur Szenen die auf von irgendwelchen Einsätzen handeln und die eine oder andere private Misere. Alles in allem frei von Highlights, die Spannungskurve schlägt zu keinem Zeitpunkt in die eine oder andere Richtung aus und außer ein paar Schmunzler bleibt wirklich nicht viel.

Fazit: Vollkommen ereignislos, wenngleich ein paar kurze Schmunzel Momente gegeben sind

Rating: ★★☆☆☆