Alle Beiträge von Brodie79

Primal

Der Jäger Frank Walsh (Nicolas Jage) transportiert auf einem Frachter einige gefährliche Tiere und ebenso den Auftragskiller Richard Loffler (Kevin Durand). Dieser kann jedoch entkommen und lässt dabei die Tiere frei …

Die Story klang nach so wundervollem Trash: Nicolas Cage auf einem Schiff voller wilden Tiere auf dem sich obendrein ein Verrückter herumtreibt. Leider verschenkt der Film all sein Trashpotential und wird zu einem kleinen, trivialen Thriller. Cage wirkt für seinre Verhältnisse relativ ruhig und ohne seine Besonderheiten, die Tiere kommen wenig zum Einsatz, Famke Janssen gibt in einer Nebenrolle ur zum Besten wie weit bei ihr das Botox gewirkt hat und der Schurke ist ein uninteressanter Filmkiller von der Stange. Wirklich schade, aber kaum zu ändern: dieser Thriller ist nur ein handzahmes Kätzchen.

Fazit: Trivialer Thrillermurks mit gebremst agierendem Cage!

Rating: ★★☆☆☆

Der Schacht

Goreng (Ivan Massagué) landet in einem futuristischen Gefängnis bei dem er in einer Zelle sitzt durch die täglich eine Plattform mit Essen fährt – und je weiter er unten sit desto weniger wird er davon bekommen. Er sucht nach Möglichkeiten das unmenschliche System zu unterwandern …

Ein eigentlich sehr spezieller Film der sich zur Netflix-Sentsation entwickelt hat. Das mag damit zu tun haben daß dieser Festival-Titel bei „kinoplus“, einer namhaften deutschen Kinosendung besprochen wurde, zum zweiten daß er zu Zeiten der Coronakrise auf Netflix erschien und sich irgendwie zum Hit mauserte. Nach anschauen kann ich das zwar logisch verstehen, aber nicht so ganz teilen. Der Film hat eine hässliche Umgebung, unangenehme Figuren und ein komplett entmenschlichtes Szenario. Dies ist kein typischer Horrorfilm sondern immerhin eine Kopfnuss an der man als Zuschauer ein paar sehr spannende Denkansätze über gesellschaftliche Klassen bekommt und wie die Oberschicht mit der Unterschicht umgeht. Das führt zu langen, manchmal scharfzüngigen Dialogen die sioch dann in ein blutiges Szenario steigen. Durch die einfache Verfügbarkeit kann man es durchaus mal damit versuchen, das Risiko daß man den Film dann aber schnell ausmacht und nichts damit anfangen kann ist gegeben. Zumal die tiefergehenden Ansätze zum Ende hin recht strikt erklärt werden und damit einiges von der Faszination einbüßen.

Fazit: Ein kleines Festivalhighlight daß wohl ungewollt zum Mainstream Hit geworden ist!

Rating: ★★★☆☆

To all the Boys – PS: I still love you

Lara Jean Covey (Lana Condor) ist mit iher ersten große Liebe mit Peter Kavinsky (Noah Centineo) zusammen und durchsteht die Höhen und Tiefen die eine Beziung mit sich bringt. Dann aber taucht John Ambrose McClaren (Jordan Fisher) auf, jemand dem sie ebenfalls einst einen verliebten Brief geschrieben hat und bringt ihre Gefühlswelt erneut durcheinander …

Dieser Film macht mir mit Schrecken klar: es ist die Verfilmung einer Romantrilogie. D.h. Nach dem für mich unerträglichen Erstling folgt nun dieser  hier nach und es ist noch ein weiterer Teil zu erwarten. Wobei ich mit meiner Ablehnung wohl eher alleine stehe da sich diese Filme einer gewissen Beliebtheit erfreuen, vor allem beim jugendlichen Publikum. Zu dem zähle ich nun mal nicht, bei dem Versuch den Film sachlich zu schauen bin ich aber auf die gleichen Probleme gestossen die ich schon bei Teil 1 hatte. Das liegt vor allem an der Hauptfigur die zwar das verliebte, romantische Mädchen sein soll, aber für mich weiterhin keinerlei Profil bekommt und es irgendwie zu suchen schein, in selbst auferlegten Gedanken darben zu müssen. Dazu hat sie aber auch ausreichend Gelegenheit da ihr das zu vernachlässigende Drehbuch eine unwahrscheinliche Situation an die Hacken hängt von der aus sich erneut ein emotionales Hoch und Runter abspielt. Wer die Heldin mag kommt damit sicherlich ganz gut klar; jeder andere könnte ein geschöntes Kunstprodukt sehen für Zuschauer die gerad mal 10 geworden sind, hier und da was zum Schmunzeln finden und am Ende froh sein wenn diese filmische Kaugummiblase vorbei sit. Ich jedenfalls war es.

Fazit: Wenig zu erzählen, dafür viel herz Schmerz Gedanken einer langweiligen Heldin in den Mund gelegt!

Rating: ★★☆☆☆

Frozen II – Die Eiskönigin II

Elsa wird durch merkwürdige Stimmen in den Norden gelockt und hofft dort die Quelle iher magischen Kräfte zu finden. Anna, Kristoff und Olaf folgen ihr um sie vor einer großen Gefahr zu retten …

Das Thema Disney ist bei mir mit vielen pros und contras versehen. Contras sind z.B. die Übermacht welcher der Konzern mittlerweile erlangt hat, die Beharrlichkeit auf Familientauglichkeit und die ins Extrem gehende Marketingmaschine. Zu den Pros zählen mitunter aber wirklich die Werke selber, die eben bunt, kindgerecht, technisch ausgefeilt und eben so erscheinen daß sie Kinder glücklich machen. Und das dürfte auch das Fazit dieser Fortsetzung sein, die ich unter schlechten Bedingungen geschaut habe: auch wenn der Erstling der erfolgreichste Animationsfilm ever war, ich habe ihn damals einmal gesehen, mittlerweile im Kopf restlos gelöscht und keine besonderen Bedürfnisse die Figuren wiederzusehen, zumal sie mir nicht sonderlich im Kopf oder im Herzen geblieben sind. Trotzdem hat dieses Sequel bei mir gepunktet: mit einer Animation und gigantischen Bildern, mit einer epischen Fantasystory, sehr rührseligen und auch tragischen Momenten und einem großen Ganzen, welches mir zwar als zu kalkuliert erschien, aber bei dem ich verstehen kann wenn kleine Kinder danach verrückt sind. Vielleicht könnten (je nach Alter) die traurigen Momente zu sehr fordern, aber das heißt nicht daß man es nicht probieren sollte. Mir selber ist es wohl verbaut dieses mit dem kalkulierten Zauber und der Begeisterung zu schauen, es dürfte für sehr viele aber bestens klappen. Bleibt nur die Frage warum der Film die „Wasser hat ein Gedächtnis“ Botschaft so penetrant einbaut – soll dies vielleicht ein Wink in Richtung Homöopathie sein???

Fazit: Bildgewaltig, episch und kalkuliert kitschig – perfektes Marketingprodukt welches Kinder glücklich macht!

Rating: ★★★★☆

Measure of a Man – Ein fetter Sommer

Der Sommer 1976 fordert einiges ab vom übergewichtigen Teenager Bobby Marks (Blake Cooper): neben den Eheproblemen seiner Eltern Lenore (Judy Gree) und Marty (Luke Wilson) stresst ihn ein Ferienjob bei Dr. Kahn (Donald Sutherland) …

Ein ereignisreicher Sommer der aus einem schüchternen Jungen einen Mann macht – das ist eine Thematik aus der es etliche Filmversionen gibt. Diese hier ist wohl keine die besonders groß auffällt oder irgendwo herausragt, aber für sich doch einen Charme hat. Schon alleine weil der Subplot in dem der schüchterne Held bei einem alten Mann Gartenarbeit übernimmt und durch die Dialoge schrittweise etwas fürs Leben lernt wage an Karate Kid erinnert. Ansonsten fängt der Film das Flair in dem er spielt ganz gut ein: es ist ein Sommer in den 70er Jahren, es ist heißt und sonnig und dieses Gefühl verströmt der Film in fast jeder Minute. Ansonsten ist es eben eine typische Geschichte eines schüchternen Jungen der sich isoliert fühlt und einen Weg finden muß seine Konflikte irgendwie zu bewältigen. Viel bleibt hinterher nicht im Kopf, außer einem warmen, angenehmen Gefühl und ein wenig Freude darüber daß man etwas so warmherziges hat sehen können. Nicht zuletzt dank dem wie immer großartigen Donald Sutherland in einer markanten Nebenrolle

Fazit: Kleines Sommerdrama mit Herz, Gefühl und ganz viel Wärme.

Rating: ★★★☆☆

Submission

Der Universitätsdozent Ted Swenson (Stanley Tucci) könnte eigentlich mit allem zufrieden sein, wird aber von einer starken Midlife Crisis geplagt. So wird er auch Mentor der neuen Studentin Angela Argo (Addison Timlin) bei der das Verhältnis recht schnell sehr innig wird …

Ein Film der gewisse Dinge enthalten könnte; dieses aber nicht tut was zu seiner Stärke und Schwäche wird. Im Kern geht es um einen frustrierten Literaturprofessor der seine Träume durch die Werke seiner Studenten auslebt, dann mit einer auf unangemessene Distanz gerät. Das hätte man viel scheußlicher und ekelhafter machen können: den Professor als geilen Lüstling inszenieren, die Story mit seelischen Abgründen oder bitteren Momenten ergänzen. Aber das passiert hier nicht: die Hauptfigur ist ein sarkastischer, trauriger Kerl, der irgendwie emotionslos wirkt und eher müde in all das reinschlittert anstatt von Gelüsten gelenkt. Damit erreciht der Film an dieser Stelle keine krassen emotionalen Tiefen, behält sich dadurch aber ebenso eine gewisse Letargie und Ruhe vor die der Film ausstrahlt. Dadurch schwingt er sich nie zu nennenswerten Größen oder Höhen auf; bewahrt aber einen ruhigen, entspannten und angenehmen Grundton der ihn eben zu einem angenehmen, kleinen Streifen macht; den man aber wohl recht schnell vergisst.

Fazit: Irgendwie zwischen die Genres geratende Geschichte, die zwar keine krassen Szenen aus seiner Thematik holt, aber kurzweilig und angenehm ausfällt!

Coffee & Kareem

Cop James Coffee (Ed Helms) hat eine neue Freundin namens Vanessa (Taraji P. Henson), die allerdings den 12-jährigen Sohn Kareem (Terrence Little Gardenhigh) hat. Der will Coffee aber loswerden und schickt ihm Kriminelle auf den Hals. Dadurch gerät Coffee jedoch ungewollt auf eine heiße Spur …

Das Konzept ist für sich alleine genommen durchaus verwendbar: es geht um eine Buddy-Comedy, im weitesten Sinne eine Cop Komödie. Das Genre welches früher zahlreiche Vertreter hervorbrachte lebte davon daß zwei unterschiedliche Gestalten gemeinsame Sache machen mussten und in diesem Falle ist das ein tollpatschiger Polizist der notdürftig mit einem zwölf Jahre alten Jungen auskommen muß. Der Hintergrund bei dem es um korrupte Polizisten und einen Mordplot geht ist reine Standardware, das ist aber nicht schlimm. Das Problem des Films sind seine Hauptfiguren: Ed Helms ist toll wenn man ihn in lustigen Nebenrollen einsetzt, zum tragen eines ganzen Films taugt er nicht, zumal sein chaotischer Polizist zwar albern ist, aber keinerlei Herzenswärme ausstrahlt. Dagegen steht der Junge und der läuft Gefahr zum schlimmsten Filmkind ever zu mutieren:er schafft es keine drei Sätze ohne eine vulgäre Beigabe zu sagen, macht Scherze über sexuelle Belästigung und bringt Zoten in einer Intensität daß es hochgradig nervend und geradezu belasten wirkt. Das heißt: trotz einiger passabler Actionszenen und überraschender Splattermomente ist dies ein Film der nervt, aufregt und zumindest mir komplett keinen Spaß gemacht hat. Als kurzweiliger Netflixtitel ist es wohl ok … aber kaum mehr.

Fazit: Banale Komödie mit nervigen Figuren!
Rating: ★★☆☆☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=gzCYlcjVplo&t=12s

Official Secrets

Die britische Dolmetscherin Katharine Gun (Keira Knightley) kommt im Jahre 2003 an ein brisantes Dokument über den Irakkrieg. Als sie dieses an die Presse weiterleitet steht sie als Verräterin da …

Dies ist ein Film der in meinen Augen nicht fürs Kino, sondern für die Schule gedreht wurde. Auch wenn Stars wie Matt Smith, Kiera Knightley und Ralph Fiennes dabei sind, dies ist nicht wirklich großes Kino, aber ein großes „Vorführen“: der Film bereitet einen wahren Fall auf der zwar unspektakulär verläuft, aber inhaltlich kaum härter sein könnte. Es geht um eine Geheimdienstagentin die gegen einen geleisteten Eid verstößt, eine wichtige Information weiterreicht um einen Krieg zu unterbinden und die sich dafür zwischen Medien und der Justiz in einem furchtbaren Prozess wiederfindet. Vorrangig ist dies ein Dialogfilm in dem Menschen miteinander reden, inhaltlich ist es eine sehr harte Auseinandersetzung mit einem echten Fall. Einem mit dem man sich definitiv befassen sollte oder ihn zumindest Schülern zugänglich machen sollte.

Fazit: Einerseits unspektakulär, inhaltlich aber sehr bitter und brillant!

Dem Horizont so nahe

Jessica (Luna Wedler) findet in Danny (Jannik Schürmann) ihren Traummann und hofft auf eine gemeinsame Zukunft. Allerdings trägt dieser ein dunkles Geheimnis mit sich welches alles zunichte machen kann …

So simpel die Geschichte ist, so furchtbar ist sie: junges Mädchen trifft ihren Traummann, dieser ist ein von der Vergangenheit gezeichneter und mit einer schlimmen Krankheit infizierter Mensch. Zwar finden sie zueinander, zwar halten sie sich aneinander fest, dennoch ist es klar wie diese Geschichte enden muß, zumal es die Verfilmung eines Romans ist der seinerseits einen wahren Background hat. Eigentlich unangenehmer Stoff den man sich ungern anschaut, aber es ist eben auch Kino der Gefühle und das Recht der Macher, einen Zuschauer diesem furchtbaren Emotionszustand auszusetzen. Und dank der Darsteller klappt das auch gut, wenngleich mir Luna Wendlers Figur etwas zu aufmüpfig erschien, aber das mag nur mein Empfinden gewesen sein. Als kurzweilige Romanze taugt die Nummer jedenfalls nicht, ebensowenig als Herzschmerzsterbedrama. Letztlich findet sich der Film irgendwo in der Mitte ein wo er vielleicht nicht jeden Zuschauer begeistern kann, aber sicherlich manchen richtig hart erwischt!

Fazit: Zunächst überzuckert erscheinende, danach immer bitter werdende Romanze unter hartem, unausweichlich traurigem Stern!

Rating: ★★★☆☆

Ich war noch niemals in New York

Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch) setzt ihre ganze Energie auf ihren Job, Dann aber hat ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach) nach einem Unfall einen Gedächtnisverlust und will unbedingt nach New York reisen. Als sie sich auf ein Schiff schmuggelt und davonfährt muß Lisa notgedrungen auf die Suche gehen …

Manchmal kann ich Filme nicht wirklich angemessen sehen, kommentieren oder erfassen und hier ist ein Musterbeispiel dafür. Ich habe keine große Bindung an Lieder von Udo Jürgens, ich habe das zu Grunde liegende Musical nie gesehen und bin an einer Kitschfuhre die ausschaut wie eine übergroße ZDF Samstagabendshow nicht wirklich interessiert. Auf der anderen Seite zolle ich dem Film Respekt für den betriebenen Aufwand und die Größe: das ist wirklich großes Kino, im Rahmen der Möglichkeiten, laut, bunt und aufwendig und obendrein mit einem reichhaltigen deutschen Starensemble versehen. Daher ist es wohl auf seine Weise ein Fanfilm: wer die Materie, den Look und die Musik mag kann hier wohl ein ganz großes Filmerlebnis haben – man möge aber respektieren daß die bonbonbunte Gesangsnummer für andere die persönliche Hölle auf Erden darstellen mag!

Fazit: Vor Kitsch triefende Gesangsrevue mit riesigem Aufwand umgesetzt!