Alle Beiträge von Brodie79

Catch Me!

Jerry (Jeremy Renner), Callahan (Jon Hamm), Chilli (Jake Johnson), Hoagie (Ed Helms) und Sable (Hannibal Buress) sind Freunde seit Kindertagen und spielen seit 30 Jahren stets im Mai das Spiel fangen – allerdings zum vermutlich letzten Mal da der ungeschlagene Jerry das Spiel bald verlassen will. Also setzen seine Kumpels alles daran ihn doch noch zu schlagen …

Erwachsene die fangen spielen in einem Film der vorgibt auf einer wahren Begebenheit zu fußen – das ist schon etwas wo ich zunächst ungläubig ranging. Aber die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen: es gibt in der Tat eine handvoll Freunde die seit vielen Jahren regelmäßig fangen miteinander spielen, aber das dürfte wohl kaum so absurd ausarten wie hier gezeigt, d.h. die Figuren klettern aus Häusern, schießen mit Baumstämmen aufeinande roder praktizieren Waterboarding um an Informationen zu kommen. Abseits davon kann man aber kaum meckern: eine flotte Komödie die nicht gezielt unter die Gürtellinie geht , gut gelaunte Darsteller die scheinbar ichtig Spaß haben und ein hohes Tempo sowie Gags die eben gut funktionieren. Einziges Manko: ein Plotpunkt bleibt für mich etwas unerwartet, außerdem schmälert eine finale Wendung ein wenig die Leichtigkeit. Aber ruiniert nichts.

Fazit: Temporeiche Komödie, nicht ganz ernst zu nehmen, aber sehr wohl großer Spaß!

How it ends

Eine Reihe mysteriöses Ereignisse lösen weltweites Chaos aus. Inmitten dieser Notlage versucht Will (Theo James) durch das Land zu reisen um zu seiner schwangeren Frau Samantha (Kat Graham) auf der anderen Seite des Landes zu gelangen – zusammen mit seinem Schwiegervater, dem Ex-Soldaten Tom (Forest Whitaker) …

Der Netflix Film der Woche der mit seinen eingeschränkten Möglichkeiten sogar alles richtig macht: es werden diverse altbekannte Versatzstück genomme und funktionierend zusammengepappt. Heißt: der Film liefert ein dem Zuschauer ungewisses Endzeitszenario und erzählt daraus ein Einzelschicksal, nämlich wie ein Vater und sein Schwiegersohn durch diese Welt reisen. Da die beiden einen Konflikt miteinander haben wird diesem eifrig nachgegangen, ansonsten ist es eben so ein „Episodes of the Road“ Film: es werden nach und nach Momente und Begegnungen geschildert die man ertragen muß bis es zur finalen Auflösung kommt, nämlich der Frage was aus der Frau des Hauptdarstellers geworden ist. In den letzten 30 Sekunden fährt der Film dabei auch kinoreife Bilder auf, davor ist es ein solide gefilmtes RoadMovie mit eher deprimierender Atmosphäre. Im Kino braucht das keiner, als Streaming Veröffentlichung der Woche geht es soweit in Ordnung,

Fazit: Solider Film mit bekannten Versatzstücken.!

Tremors 6 – A Cold Day in Hell

Burt Gummer (Michael Gross) und sein Sohn Travis Welker (Jamie Kennedy) reisen nach Kanada um angebliche dortige Wurmangriffe zu überprüfen. In einer arktischen Forschungsstation werden sie fündig und stehen schnell einer totalen Übermacht entegangen. Obendrein werden Sie vergiftet und müssen innerhalb von zwei Tagen ein Gegengift finden …

Das Konzept ist eben endlos fortsetzbar: in jedem weiteren Film der Reihe kommt wieder Michael Gross als Waffenfreak Burt Gummer vor, die mutierten Monster entwickeln sich nochmal eine Stufe weiter und es wird ein neues Umfeld gesucht, in diesem hier geht’s eben ab in die Arktis. Ansonsten bleibt alles identisch: furchtbar digital animierte Riesenmonster attackieren Gesichtslose Gestalten, diese klettern irgendwo hoch, reißen dumme Sprüche und finden irgendwelche absurden Möglichkeiten der Gegenwehr. Als besonderes Gimmick: da Kevin Bacon nicht mehr zur Serie zurückkehrt wird wenigstens dessen Filmtochter aufgefahren die der kämpfenden Mannschaft zur Seite steht. Allerdings in einem filmischen Stück Banalität daß man restlos vergessen kann: alles was die Serie ausmacht wird in keimfreier Form nochmal aufgefahren, kein Stück neue Ideen ergänzt und der Gedanke daß man dort noch weitere Titel raus pressen könnte schaudert total.

Fazit: Totmüde neue Ausgabe der Serie dessen digitale Billigtricks einen unfassbaren künstlichen Look erzeugen!

Ein Lied in Gottes Ohr

Musikproduzent Nicolas (Fabrice Eboué) hat seine Ehe in den Sand gesetzt und gerät auch noch mit seiner Chefin aneinander: ihm bleibt ein halbes Jahr Zeit um eine erfolgreiche Band auf die Bühne zu bekommen. Mit Kollegin Sabrina (Audrey Lamy) ersinnt er einen Plan: er will eine Band bestehend aus einem Rabbi, einem Iman und einem Priester bilden …

Französische Filme sind wie eh und je ein Thema für sich – ich habe immer den Eindruck wenn sie in Sneak Previews laufen daß die meisten Leute genervt sind und eher vorhaben das Kino zeitnahe zu verlassen, auf der anderen Seite würden diese Filme ja nicht immer wieder hier veröffentlicht wenn nicht doch ein Markt dafür da wäre. Im vorliegenden Fall denke ich aber daß der Film vor eher spärlich bestückten Reihen laufen könnte: ein gescheiterter Musikproduzent bastelt aus drei Geistlichen eine Band die aber natürlich recht chaotische Folgen hat. Ich halte es dem Film zu Gute daß er nicht so gehetzt komisch daherkommt wie die meisten Christian Clavier Filme und auch nicht unangenehm unter die Gürtellinie wandert, aber im Gegenzug sein gesamtes Potential ungenutzt liegen läßt. Die Materie hätte einiges an Religionsatire hergegeben, ebenso wäre ein Musikfilm möglich gewesen, doch das bleibt alles ungenutzt liegen. Was man bekommt ist ein schnell durchlaufendes, unspektakuläres Lustspiel mit ein paar vereinzelten guten Momenten – aber eben zu keinem Zeitpunkt ein lohnendes Ganzes!

Fazit: Nette Idee und ein paar harmlose Scherze, ansonsten alles brav und unbedeutend!

Wonder Wheel

Der Rettungsschwimmer Mickey (Justin Timberlake) arbeitet in den Fünfziger Jahren am Strand von Coney Island. Dort erlebt er mit wie die Gelegenheitsarbeiter Ginny (Kate Winslet) und Humpty (Jim Belushi) Besuch von Carolina (Juno Temple) erhalten die behauptet deren Tochter zu sein. Obendrein ist Carolina auf der Flucht vor Ganoven mit denen sie sich eingelassen hat …

Es ist ein Woody Allen Film – reicht das nicht? Der Mann klopft einmal pro Jahr einen neuen Titel raus, sie sind nie wirklich schlecht, aber eben auch schon lange nicht mehr so gut wie manche Werke von früher. Für mich unterscheiden sich die Titel zwar von Darstellern, Personen und Orten, sind aber sehr wohl identisch in der Farbgebung und der Stimmung. Daher ging ich an dieses Drama mit leichtem Comedyeinschlag nicht mit Vorfreude, sondern mit Wissen ran: ich wußte was kommt und bekam auch wirklich das. Ein paar nette Darsteller, viele Szenen in denen viel geredet und geschauspielert wird und mit der Kombi aus Gangsterelementen und Liebesverwirrungen gibt’s ein paar Schmunzler, aber gleichzeitig kam mir die Nummer unfassbar träge, langsam und gebremst vor. Mal ehrlich: Allens beste Zeit ist durch. Mit Titeln wie diesen wird er sein Lebenswerk nicht runinieren, aber auch nicht entscheidend verbessern.

Fazit: Der jährliche Woody Allen Streifen der in keinem Zusammenhang erwähnenswert ausfällt!

Das Vermächtnis des Weißwedelhirschjägers

Jäger Buck Ferguson (Josh Brolin) wurde durch seine Jagd auf einen Weißwedelhirsch bekannt und hat nun eine eigene TV Show. Für seine Sendung will er mit seinem Sohn Jaden (Montana Jordan) und Kameramann Don (Danny McBride) ein Special drehen und gerät in ein unfassbares Chaos …

Josh Brolin kommt irgendwie nicht zur Ruhe: im Kino war er 218 bereits in „Avengers: Infinity War“, in „Deadpool 2“, in „Gegen die Flammen“ und „Sicario 2“, nun taucht er auch in einer Netrflix Produktion auf – einer ungewöhnlich kleinen. Der Film besteht einfach aus zwei Männern und einem Jungen die durch den Wald stapfen. Vielleicht war es genau das was Brolin so gereizt hat: ein kleiner Film, abseits von Bombast mit ständigem Filmen an der frischen Luft. Hoffentlich hatte er Spaß dran – der Zuschauer dürfte ihn zumindest haben. Die Komponenten die der Film auffährt sind zwar nicht neu, funktionieren aber besser: die Hauptfigur wird als ultimatives Alphatier eingeführt und über den Film schrittweise demontiert, sei es mit der Scheidung die ihn immer noch belastet, dem freundlichen Verhältnis zum Kameramann das im Grunde garnicht so gut ist und dem verkorksten Verhältnis zum Sohn den er an die Natur ranführen will, der aber lieber am Handy hängt. Mit Kompakten 83 Minuten gibt’s einen kleinen Abenteuerfilm, eine Mänenrkomödie und ein wenig Drama – von Brolin mit Leichtigkeit getragen. Als kleine Streamingproduktion höchst vergnüglich!

Fazit: Spaßiger kleiner Film!

The First Purge

Die Vorgeschichte wie es einst zur ersten Purge kam: die Partei Neue Gründerväter von Amerika will mit einem Experiment die Verbrechensrate im Land auf unter ein Prozent zu drücken. Dies sieht vor daß für 12 Stunden alle Formen von Gewwalt und Verbrechen legalisiert sind. Zunächst weigern sich die Leute jedoch aufeinander loszugehen so daß die Regierung nachhilft …

„The First Purge“ die auch „The Fourth Purge“ heißen könnte, schließlich haben wir hier Folge 4 des erfolgreichen Franchises. Da man sich aber von vorherigem inhaltlichen Balast lösen wollte und am Ende des letzten Teils angedeutet wurde daß die böse „Purgerei“ bald endet setzt man hier alles auf Null und bringt die Geschichte der alleresten geschehenden Purge. Dabei ist es wohl eine Frage der Betrachtungsweise: das reine Grundthema ist weiterhin spannend und sicherlich ein gutes Diskussionsthema für den Stammtisch, allerdings machen es einem die farblosen Rollen und die unauffälligen Darsteller nahezu unmöglich irgendeinen emotionalen Bezug zu dem was hier vorgeht zu knüpfen. In Punkto Action und Gewalt gibt’s nichts zu vermissen, allerdings verschiebt sich der Schwerpunkt etwas: da wo in den vorherigen Filmen oftmals darum ging das schräge Figuren in schrägen Masken metzeln ist es hier relativ geradlinige Action in der eigentlich nur geschossen wird, obendrein wird nochmal mit Ausrufezeichen betont wie im Grunde die Reichen die Armen ausrotten wollen. Das mag zwar nicht der beste Film sein, aber sehr wohl spannend und eine nette Diskussion. Obendrein dürfte der Teil erfolgreich genug werden um einen weiteren zu generieren.

Fazit: Solide weitere Purge Episode die leider total an ihren bleichen Figuren krankt …

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=-nSU-Iivaco

It comes at Night

Paul (Joel Edgerton) hat sich mit Frau Sarah (Carmen Ejogo) und Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) in den Wald zurück gezogen nachdem eine bösartige Krankheit ausgebrochen ist. In diese Abgeschiedenheit platzen eines Tages Will (Christopher Abbott) Kim (Riley Keough) und Andrew (Griffin Robert Faulkner) – und schon bald tun sich unerträgliche Spannungen auf …

Da stand ich ja geradezu unter Druck als ich den Film sah, einfach weil ich mich genötigt fühlte diese Nummer als die unglaublichste Horrornummer seit langem zu empfinden. Allerdings war es ein Film wie ich ihn kaum mag: mit simplem Budgert und wenigen Darstellern und Schauplätzen realisiert, mit einer soliden, aber nicht wirklich ausufernden Story und passablen Darstellerleistungen. Das Problem ist daß es oftmals Leute gibt die solche kleinen Filme zu ultimativen Kultstreifen aufjubeln, ihn toll finden weil es anscheinend cool ist ihn toll zu finden – und wenn ich dann jetzt ankomme und sage „War ok, mehr nicht“ laufe ich Gefahr als Spinner abgeurteilt zu ewrden. Aber muß ich wohl riskieren: mir hat der Film leider wirklich nichts gegeben. Langweilig wars nicht, auch in gewissem Masse spannend, aber eben keinen Deut mehr und auch trotz der guten Kritik war das Einzige was mich am Ball gehalten hat das krasse Ende. Insofern: wer auf dreckige, kleine Independentfilme steht kanns mal versuchen, wer Horror oder generell unbequeme Filme nicht mag sollte lieber Abstand halten.

Fazit: Für Fans spezieller Filme sicherlich ein Highlight, für den normalen Horrorkonsumenten etwas zu speziell!

Sicario 2

Vor zwei Jahren machten FBI-Agent Matt Graver (Josh Brolin) und Auftragskiller Alejandro (Benicio Del Toro) bei einem Einsatz gemeinsame Sache und sind nun erneut an der amerikanisch-mexikanischen Grenze unterwegs. Alejandro soll dort mit gezielten Anschlägen einen Krieg der Kartelle auslösen …

Ich kann da manchmal schon unterscheiden: es gibt Filme die ich nicht mag, aber sehr wohl respektieren kann, dazu zählt ach der erste „Sicario“ Film. Mit der herzlosen Geschichte und der Jagd auf Drogenkartelle und dem krassen Schluß konnte ich nicht so viel anfangen, konnte aber die ruppige Inszenierung und die Schonungslosigkeit wertschätzen. Trotzdem war ich nicht wirklich scharf auf einen zweiten Teil – aber gut, hier ist er nun. Dabei müssen zwei Verluste in Kauf genommen werden: Emily Blunt ist nicht mehr dabei, womit dem Film wirklich keine moralische Figur mehr zur Seite steht, außerdem hat Regiewunderkind Denis Villeneuve Platz gemacht (Eigentlich war er wohl noch an Blade Runner 2049 beschäftigt). Aber trotzdem kommt ein Film raus der wie aus einem Guss ist und ein nahtloses Squel von Teil 1 ergibt, wobei er weniger die Story aufgreift sondern nur die Figuren. Heißt, im vertrauen Look geht es um den Krieg der Amerikaner gegen die Drogenkartelle und eine brutale Mission die furchtbar schief läuft und diverse Konsequenzen nach sich zieht. Auch wenn vieles dabei auf vertrauten Storypfaden läuft funktioniert die Geschichte erstklassig: die Gewalt ist hoch, die Stimmung ist deprimierend und alles läuft auf eine fette Schlußpointe raus die sich der Film dann selber ruiniert. Aber größtes Lob für die Action: die ist nicht laut, unterhaltsam und fröhlich, sondern häßlich, scheußlich und abschreckend!

Fazit: Der Schlußtwist wertet den Film stark ab, ansonsten ist es eine krasse Adrenalinbombe und depressives Thrillerkino in Reinkultur!

 

Die dunkelste Stunde

Winston Churchill (Gary Oldman) übernimmt 1040 das Amt des britische Premierministers als Nachfolger von Neville Chamberlain (Ronald Pickup) und stgeht gleich vor der Mission, Verhandlungen mit Adolf Hitler zu führen. Schon bald muß er den Einzug der Nazis unterbinden und sich obendrein mit politischen Intrigen herumschlagen …

Hier mußte ich recht schnell feststellen daß mich der Film in seiner Gesamtheit stark überfordert: vor allem der historische Kontext ist für ein schlichtes Gemüt wie das meine deutlich zuviel. Immerhin kam der Film relativ knapp nach „Dunkirk“; wodurch die dort erwähnten Punkte und die Lage in Dünnkirchen einigermaßen präsent war, aber trotzdem ist mir der Gesamtzusammenhang nicht so zugegangen wie es sollte. Also mußte ich den Film auf andere Stärken in betrachten, und das kann ja am Ende nur eine sein: Gary Oldman. Als kauziger, oftmals lustiger Kerl rennt er durch den Film und schnattert sich den Mund fusselig, meist in Szenen wo in fast schwarzweißer Beleuchtung viele gewichtige Männer stehen die er mit seinen feurigen Reden in seinen Bann zieht, wobei ich das wahre Highlight in der Szene sehe in der Churchhill sich in eine normale Bahn setzt und das Volk um seine Meinung bittet. Alleine das, aber vorrangig die energiegeladene Vorstellung Oldmans machen den Film vergnüglich, interessant und selbst wenn man nicht alle Zusammenhänge soweit hinkriegt spannend. Wann kriegt man schonmal einen Kriegsfilm in dem nur geredet wird?

Fazit: Mag für Nicht Historiker etwas anstrengend sein, unterhält aber bestens mit Gary Oldman in redseliger Bestform!

Rating: ★★★★☆