Alle Beiträge von Brodie79

The Public – Ein ganz gewöhnlicher Held

Die Innenstadt von Cincinnati wird von einem ungewöhnlichen Kältesturm heimgesucht. Die Folge ist das viele Menschen in einer Bibliothek Zuflucht suchen – was für das Personal zur Belastungsprobe wird …

Der Film hat gleich auf ganzer Ebene Pech: kaum Markteting, nichtssagender Titel und obendrein startet er in einer Kinowoche bei der es rund 30 Grad hat, was der direkte Kontrast zum Inhalt ist bei dem es um Erfrieren geht. Trotzdem hat der Film das Herz am rechten Fleck: ein Haufen Obdachloser besetzt eine Bibliothek um so im Warmen zu sein, ein netter A unterstützt sie und das daraus entsehende Chaos treibt diverse Gestalten auf den Plan welche die Lage für ihre Zwecke nutzen wollen. Irgendwie schafft es Emilio Estevez nicht sich auf eine Richtung und ein Genre festzulegen: das geht alles als Drama, als Komödie und auch als Liebesfilm durch. Trotzdem hat der Film im Kern sehr viel Wärme und ach den ein oder anderen rührseligen Moment.

Fazit: Starbesetzung und ein warmherziges Skript – wundervoll menschlicher Film!
Rating: ☆☆☆☆☆

The Shining

Jack Torrance (Jack Nicholson) übernimmt die Stelle des Hausverwalters in einem abgelegenen Hotel in Colorado und hofft in der Ruhe ein Buch zu beenden. Für seine Frau Wendy (Shelley Duvall) und den sechsjährigen Sohn Danny (Danny Llloyd) häufen sich schnell die Anzeichen daß im Hotel etwas nicht stimmt – und in der Tat scheint Jack mehr und mehr den Verstand zu verlieren …

Ich schaute diesen Film einmal im Teenageralter und war damals nicht nenneswert beeindruckt. Nun, über 20 Jahre später habe ich es mit einem Reatch probiert und bin zumindest ein Stück weiter: ich kann verstehen warum dieser Film mich damals kalt ließ, das sind die kaum vorhandenen inhaltlichen Geschehnisse: eine Familie überwintert in einem Hotel, der Vater wird irre und attackiert seine Familie – mehr ist es nicht. Aber der Film ist natürlich ein Meisterwerk der Inszenierung: wie hier mit langen, ausgiebigen Kamerafahrten und großen Sets das Hotel zum Leben ereckt und abgefilmt wird und wie insbesondere durch die Musik eine unglaubliche Hochspannung erzeugt wird ist atemberaubend. Nicht zuletzt sei das sagenhafte Spiel von Jack Nicholson erwähnt. Trotzdem könnte ich mir vorstellen: wenn nun jemand versucht diesen Film nue zu entdecken könnte er sich mit heutigen Sehgewohnheiten beißen.

Fazit: Atmosphärisch dicht und von den Darstellungen her absolut an die Substanz gehend.

Rating: ★★★★☆

Rhea M – Es begann ohne Warnung

Der Komet „Rhea M“ passiert die Erde und löst ein Eigenleben in elektronischen Geräten aus. So werden Bill Robinson (Emilio Estevez) und diverse andere in einem Raststätte durch brutale LKWs bedroht …

Stephen King ist ein Gott des Schreibens und hat das Horrorgenre nachhaltig geprägt. Hier wollte er wohl seine Vielseitigkeit erweitern und probiert sich als Regisseur bei einer seiner Umsetzungen. Daß das nicht unbedingt ein Hit wird war zu befürchten, aber wie katastrophal der Film ausgefallen ist überrascht dann doch. Langweilige Figuren die miserabel gespielt sind hängen in einem Diner rum während draußen LKWs im Kreis fahren – damit kann man dann schonmal ne Filmlänge absitzen. Wobei man nicht weiß was ulkier ist: die grottigen und schlechten Bluteffekte oder der Umstand daß der Schrott glatt ne Freigabe ab 18 hat …

Fazit: Unerträglich öde und in jeder Hinsicht lächerlich!
Rating: ★☆☆☆☆

Boy Erased -Der verlorene Sohn

Garrard Conley (Lucas Hedges) ist der Sohn eines Baptistenpredigers in einer Kleinstadt, Für seine Umgebung bricht eine Welt zusammen als er im Alter von 19 als schwul geoutet wird – und durch den Druck wird Garrard in ein Programm zur Umerziehung gebracht …

Mir fällt es manchmal schwer wenn ich Darsteller die ich kenne und mag in unsympathischen Rollen sehe. Hier sind es Nicole Kidman und insbesondere Russel Crowe der als homophober Vater einen fiesen Kotzbrocken spielt, der Schwerpunkt liegt trotzdem auf Filmsohn Lucas Hedges. Nach „Ben is back“ gibt er hier erneut ein „Problemkind“, nur daß er hier nicht auf Drogen ist und sein Problem ihm eingeredet wird. Und so erleben wir wie sich ein normaler Junge durch furchtbare Prozesse winden muß die ihn zur Heterosexualität treiben sollen.Das klingt alles viel reißerischer als der Film letztlich ist. Eigentlich geht hier alles ruhig zu, aber unter der Oberfläche stecken viel Angst und Verdrängung … die aber dann nach und nach herauskommen.

Fazit: Kleines Drama mit großen Darstellern und der richtigen Botschaft!

Rating: ★★★★☆

Der König der Löwen

Die Löwen Mufasa und Sarabi herrschen weise über ohr Königreich und bekommen mit Simba einen Thronfolger geboren, Jahre später stirbt Mufasa – durch eine Intrige des bösen Onkels Scar. Simba läuft davon, im Glauben daß dies seine Schuld war und findet mit Erdmännchen Timon und Warzenschwein Pumbaa neue Freunde …

Transfer geglückt? Je nach Auslegungssache: Disney bringt nach „Aladdin“ und „Dumbo“ den nächsten Titel auf die Leinwand bei dem sie sich aus ihrem eigenen Fundus von Zeichentrickfilmen bedienen und diese in Realverfilmung neu auflegen. Inhaltlich werden lediglich manche Szenen etwas ausgedehnt, hier und da mal etwas länger, aber ansonsten bleibt alles gleich, d.h. von seiner Story her ist das Ding schonmal großartig. Der Transfer von Zeichentrick zur Realität ist ebenfalls atemberaubend: das was hier an Animation und Darstellung geboten wird ist bislang einmalig undwird auf diesem Sektor sicherlich neue Maßstäbe setzen. Aber leider trifft auch das zu was viele befürchtet haben: so perfekt die technische Komponente auch sein mag, die ausdruckslosen Gesichter der Figuren vermitteln keinerlei Gefühl. SO bleibt Kino von technischer Perfektion und absolut epischer Größe daß einen aber an keiner Stelle emotional bewegen kann. Egal ob man es mit dem Original vergleicht oder nicht.

Fazit: Emotional unterkühltes Remake voller technischer Brillianz!

Rating: ★★☆☆☆

White Boy Rick

Die unglaubliche Richard Wershe Jr. (Richie Merritt) der im Jahre 1984 zum Undercover-Informant für die Drogenermittler wird – obwohl Rick gerade mal 14 Jahre alt ist. Dabei sammelt er sich so viel Wissen an daß er irgendwann die Seiten wechselt – und gegen seine ehemaligen Arbeitgeber vorgeht …

Die wohl wahre Geschichte die dahinter steckt ist in der Tat kaum zu glauben: ein Teenager gerät ins Visier des FBI und wird als Spitzel undercover geschickt. Die Story würde wohl auch gut klappen wenn sie erfunden wäre, aber es geht einen Schritt weiter: der Spitzel wird selber zum Thema und baut sich ein mächtiges Drogennetzwerk auf. Wie man es schafft eine eigentlich so spannende Story dann doch in einen banalen Film zu verfrachten? Das geht wohl vorrangig über den Hauptdarsteller. Damit meine ich nicht Matthew McConaughey der den schmierigen Vater soweit solide gibt, der großte Schwachpunkt des Films liegt aber in Rick Darsteller Riche Merrit: als leer dreinblickender Betonklotz läuft er hier durch die Szenerie und macht es eigentlich unmöglich irgendwas mit ihm zu empfinden. Schade weil der Rest soweit klar geht: das Milieu ist soweit ganz gut geezeigt und es gibt ein paar passable Twists und Momente. Trotzdem: nach dem eigentlich tollen Trailer kommt hier bemerkenswert wenig bei rum.

Fazit: Spannende Story, unspektakulär inszeniert und mit absolut kreidebleichen Hauptdarsteller!

Killerman

Moe Diamond (Liam Hemsworth) arbeitet mit seinem Freund Skunk (Emory Cohen) als Geldwäscher für den Drogen-Paten Perico (Zlatko Buric). Als er jedoch unerlaubt ein eigentständiges Ding mit Skunk dreht und dieses schief geht findet er sich in einem gefährlichen Chaos wieder …

Es passiert mir manchmal in Sneakpreviews daß ich einen Film schaue von dem ich niemals vorher gehört habe. Der Vorteil ist sich auf den Film völlig unbelastet eilassen zu können, obendrein kennt man keine Storyelemente und Twists. Leider ist genau dies mir hier zum Verhängnis geworden: die Hauptfigur arbeitet als Geldwäscher, im Anfang wird kurz erklärt as er da wie tut und ich habe selber diesen Part nicht kapiert. Dadurch fühlte ich mich direkt außen vor und etwas unwohl, auch wenn dieser Part relativ schnell unwichtig wird. Leider wurde mir auch icht klar was denn nun wichtig sein soll: es wird die New Yorker Unterwelt gezeigt in der eine Figur ihr Gedächtnis verliert und sich in einem Konflikt zwischen zahllosen Gestalten wiederfindet, wobei man als Zuschauer ebenso schnell die Übersicht und den Blick verliert wer jetzt mit wem paktiert. Die wackelige Handkamera und das körnige, häßliche Bild helfen dabei auch nicht weiter, ebenso wenig wie die uninteressanten Darsteller die kaum begeistern. Lediglich der Schlußtwist versöhnt etwas, aber wie so oft bei solchen Titeln: dafür lohnt es sich eigentlich nicht einen ganzen Film durchzuhalten.

Fazit: Holpriger Thrilelr mit scheußlicher Inszenierung und hoher Verwirrungsgefahr!

Rating: ★★☆☆☆

Child’s Play

Karen (Aubrey Plaza) schenkt ihrem Sohn Andy (Gabriel Bateman) eine „Buddi doll“ zum Geburtstag – Andy stellt aber schnell fest daß mit der Puppe etwas nicht stimmt. Schon bald passieren unheimliche Morde hinter denen anscheinend die Puppe selbst steckt …

Hier muß man sich die Frage stellen: will ich bei eienr Neuauflage einfach nur das altbekannte in variierter Form oder möchte ich einen komplett neuen, eigenständigen Film? Im Falle von Child’s Play trifft letzteres zu: außer dem Namen der Hauptfigur und der Puppe und deren Design gibt’s nicht was mit dem Original überein kommt. Der Film müßte nichtmal ein Chucky Film sein, er würde auch unter anderem Namen restlos funktionieren: im Kern geht esum ein Spielzeug mit einer KI die sich mit einem Smarthome verbinden kann und was passieren würde wenn deren Sicehrheitsvorkehrungen ausgeklickt würden. Kein Voodoo, kein Serienkillergeist wie in den Vorgängern, sondern einfach nur eine technische Fehlfunktion. Daraus entsteht kein wirklich origineller, aber in Maßen passabler Plot. Mein größtes Problem ist das Verhalten der Hauptfigur die zwar toll gespielt ist, aber sich furchtbar verhält: unheimliches Verhalten der Puppe wird ignoriert, Gewalttaten werden nicht weiter beachtet und ein begangener Mord mit Eigenverschulden wird einfach mal so ignoriert … ne, damit komme ich soweit nicht klar. Ebenso wenig wie mit dem Puppendesing daß es schafft mit einer Mischung aus Puppen und CGI einen Uncanney Valley Effekt bei einer Puppe zu kreieren. Und trotz der holprigen Dramaturgiemd er geringen Spannung und dem stetigen Einsatz von Jumpscares hat der Film dann doch eine Sache welche die Fans restlos begeistert: einige sehr makabere und hammerharte Splattermomente.

Fazit: Inhaltlich ein Graus, der manchmal sprunghaft wachsende Gewaltfaktor könnte aber entsprechende Fans begeistern.

Rating: ★★☆☆☆

Holmes and Watson

Der Detektiv Sherlock Holmes (Will Ferrell) löst mit seinem Partner Dr. Watson (John C. Reilly) die kompliziertesten Fälle. Als sein Erzfeind Moriarty (Ralph Fiennes) das Leben von Königin Victoria (Pam Ferris) bedroht hat Homes nur vier Tage Zeit um einzugreifen …

Hier waren alle Zeichen auf Mißtrauen gesetzt – aber s war nicht zu erwarten wie furchtbar das Resultat dann ausfallen würde. Mit John C. Reilly und Will Ferrell als Sherlock Holmes und Dr. Watson hat man die altbekannten Figuren populär besetzt, mit Ralph Fiennes in einer Nebenrolle ist sogar noch ein prominentes Gesicht dabei. Allerdings sind gerade die ersten beiden Darsteller mit zwei Gesichtern: sie können ebenso schmerzhafte Gaga Komödien wie ernsthafte Charakterrollen. Und dieser fällt natürlich in die erste Sparte – und dort in die niedrigste Kategorie. Es war schon ein deutliches Signal daß man den Film Netflix angeboten hat und diese ihn nicht raus bringen sollen. Das warum ist einem als Zuschauer bereits in den ersten Minuten beim strunzdummen Intro schon klar uns es geht unentwegt weiter: als arrogant überzeichnete Cartoon Figuren hetzten die zwei von einem Szenario zum anderen, blödeln herum wie kleine Kinder und sind ebenso weit von einer passablen Story wie einem guten Gag entfernt. Dabei wird das Anschauen zur ultimativen Tortur, trotz einer geringen Lauflänge.

Fazit: Überdrehte Klamotte, an Peinlichkeit und Strapaze kaum zu toppen – höchst unsympathisch!

The Mule

Leo Sharp (Clint Eastwood) hat einst im zweiten Weltkrieg gekämpft und ist mittlerweile über 80 Jahre alt. Dennoch geht er das Risiko ein für ein mexikanisches Kartell Kokain über die Grenze zu schmuggeln …

Was ist denn da passiert? Clint Eastwood hatte sich eigentlich mit „Gran Torino“ eindrucksvoll vom Kino vor der Kamera verabschiedet (ein kleiner, unbedeutender Baseballfilm zählt wohl nicht), nun kehrt er aber nochmal zurück. Allerdings sollte man dort die Erwartungen enorm zurück halten: ja, Eastwood spielt die Hauptrolle, man merkt aber eben daß der Mann älter und müder geworden ist. Damit nicht zwangsweise schlechter, aber das eingefallene Gesicht zeugt schon davon daß viel Zeit vergangen ist. Und daß dies ein Film ist den er auch vor einiger Zeit hätte machen können, der aber auch da nicht wirklich zu seinen besseren gezählt hätte. Als alter, grantiger Kerl fährt er durch die Gegend, interagiert mit diversen Leuten entlang der Straße und daneben läuft noch ein Plot rund um ein Drogenkartell. Das ist jederzeit ok und gerade dadurch das Eastwood die Hauptrolle spielt lohn sich immer ein Blick. Bei der Hoffnung auf einstige Qualität wird man aber eher enttäuscht.

Fazit: Etwas steifes Thrillerdrama in dem selbst die zahlreichen Stars bleich wirken!
Rating: ★★☆☆☆