Alle Beiträge von Brodie79

Hot Dog

Die Polizisten Luke (Til Schweiger) und Theo (Matthias Schweighöfer) sind grundverschiedene Menschen und müssen widerwillig zusammen arbeiten als die entführte Präsidententochter Mascha (Lisa Tomaschewsky) befreit werden muss. Dabei wird die Hackerin Nicki (Anne Schäfer) eine entscheidende Hilfe die obendrein ein Auge auf Theo geworfen hat …

Das ist schon fast ein Selbstläufer: nach „Vier gegen die Bank“ ein knappes Jahr vorher hat man wieder einen Film der Til Schweiger und Matthias Schweighöfer vereint und die gleiche Sache exakt richtig angeht: der Film inszeniert sie so wie man sie am liebsten sieht bzw. wie es ihnen am besten liegt. Das heißt: Schweiger als aggressiver, obercooler Macho, Schweighöfer als weibisches, weinerliches Weichei. Diese Figuren bettet man dann relativ keinfrei in eine völlig banale, aber passable Buddy Actionkomödie. Daraus folgen ein paar Schußwechsel und Ballereien und jede Menge Wortfetzen in denen sich die beiden auf möglichst lustige Weise fetzen kann. Dabei wirkt das alles wie ein (zu) genau kalkuliertes Fertiggericht: es passt und funktioniert an den meisten Stellen, irgendwie erscheint es aber wie ein simples zusammenkleben von Szenen die ein lustiges und gut zu verkaufendes Gesamtresultat abliefern sollen, aber nicht wie eine Geschichte die irgendjemand erzählen wollte. Daher: wer Fan der beiden Hauptdarsteller ist bekommt eben jene in der Weise in der man sie am ehesten kennt und schätzt, für jeden anderen ist der Film nicht gleich furchtbar langweilig und schlecht, aber durchweg verzichtbar

Fazit: Solide geplante Actionkomödie mit übersteigerter Action und insgesamt seelenloser Geschichte!

Der wunderbare Garten der Bella Brown

Bella Brown (Jessica Brown Findlay) wuchs in einem Waisenhaus auf und wird als Erwachsene Bibliothekarin. Als ihr grantiger Nachbar Alfie Stephenson (Tom Wilkinson) ihr Ärger macht wegen ihrem vernachlässigten Garten muß sie wohl oder übel unter dessen Anleitung den Garten wieder herrichten …

Keine sonderlich neue Sache: kauzige, eigensinnige junge Frau die mit der ganzen Welt nicht klarkommt wird gezwungen etwas zu tun was sie nicht will oder kann, in diesem Falle eben das Instandsetzen eines Gartens, findet dabei einen väterlichen Mentor und auch irgendwo zu sich selbst. Ein kleiner, feiner britischer Film der eben denjenigen die genau sowas sehen wollen auch entsprechendes Material liefert, mit nettem Humor, liebenswerten und schrulligen Figuren und einer dosierten Mischung aus Herz, Humor und Tragik. Eigentlich also nichts dran zu beklagen, mir hats trotzdem nicht sonderlich gefallen oder zugesagt, vielleicht weil sich der Film auf diesen vertrauten Bahnen und Pfaden viel zu erzwungen angefühlt hat? Keine Ahnung, sollte jeder den es interessieren mag mal einen Blick drauf werden. Mit 88 Minuten ist er dabei auch angenehm kurz.

Fazit: Frau findet sich bei Gartenarbeit wieder – harmlos, gefühlvoll und irgendwie sehr bekannt!

Rating: ★★★☆☆

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Die stumme Elisa (Sally Hawkins) arbeitet in den sechziger Jahren mit Zelda (Octavia Spencer) als Putzfrau in einem Labor. Dort wird eines Tages ein ominöses Fischwesen eingesperrt und von dem kaltherzigen Agenten Strickland (Michael Shannon) gequält. Elisa fühl schon bald eine starke Verbindung zum Fischmenschen …

Die Story klingt als habe man einen alten Notizblock von Stephen Spielberg wiedergefunden: schöne, unschuldige Frau trifft auf mysteriöses Fabelwesen und es entwickelt sich was zwischen ihnen. Es gibt dabei zahlreiche Möglichkeiten in die Sicht so eine Handlung entwickeln kann: kommen die beiden zusammen oder bleiben sie nur freunde? Wird es zu einer großen Befreiungsaktion kommen? Wenn ja, stellt diese den Showdown dar oder passiert viel früher? Happy End oder Tränenzieher? Es gibt genug Möglichkeiten so etwas ansprechend zu zeigen, die Frage auf welchem Weg es geht macht den Unterschied aus. Aber das bewältigt der Streifen ganz wunderbar. Seine stärken ligen eh woanders: Sally Hawkins liefert hier eine Leistung ab die oscarwürdig ist, zeigt dabei vollen Körpereinsatz und scheut auch nicht mehrere Nackt und Masturbationsszenen. Das Zusammenspiel mit Octavia Spencer, Richard Jenkins und Michael Shannon ist adbei wunderbar, und sogar Doug Jones kann durch die Effekte die seine Figur umgeben eine wirklich lebhafte und glaubwürdige Figur abliefern. Obendrein ist der Film optisch unfassbar brilliant: wie ein Gemälde, mit einer ganz eigenen Bildersprache entführt der Film in eine ganz eigene Welt. Vielleicht nicht für jeden geeignetes Blockbusterkino, wohl aber emotionales, spannendes und begeisterndes Flmerlebnis das etwas sehr seltenes auf die Leinwand bringt: Magie!

Fazit: Überragend inszeniert und gespielt – eine gänzlich andere, nur etwas zu lange Liebesgeschichte!

Three Billboards outside Ebbing, Misouri

Es ist ein paar Monate her daß die Tochter von Mildred Hayes (Frances McDormand) vergewaltigt und ermordet wurde. Da sie den Eindruck hat die Polizei unternimmt in der Sache nichts beginnt vor ihrem Ort provozierende Texttafeln aufzustellen. Das löst eine Reihe Komplilationen aus, vor allem mit Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) …

Es gibt sicherlich eine ganze Menge Gründe diesen Film zu schätzen und zu mögen, aber der Plot ist sicherlich kein Grund: ich hab ihn kaum gefunden. Eine geschockte Mutter die Gerechtigkeit sucht und zu ungewöhnlichen Maßnahmen greift, das ist schon der ganze Handlungsansatz bei dem ich dachte es geht darum zum Ende hin einen Täter präsentieren zu können. Aber das ist garnicht das Ziel und die Absicht: hier wird ein filmischer Kleinstadt-Mikrokosmos erschaffen, voller schräger und ganz unterschiedlicher Figuren und der Film beobachtet einfach das Leben dieser Charaktere: da gibt es Handlungsstränge die verpuffen, Gags die ins Leere laufen, Figuren die sporadisch auftreten und dann wieder verschwinden … eben frei von Handlung, wie es wohl im wahren Leben auch wäre. Der Reiz dabei besteht aber in den kleinen Momenten: bestimmte Dialoge, ausgefeilte Figuren und emotionale Momente sowie funkensprühende Dialoge machen den Film aus. Selbst wenn einen die großen Zusammenhänge kalt lassen kann man sich insbesondere Frances McDormand und ihrer oscarwürdigen Performance kaum entziehen. Daber muß der Film zwar nicht haufenweise Awards abräumen – einen näheren Blick ist er aber definitiv wert.

Fazit: Eigensinnige Kleinstadtbetrachtung mit sehr starken Momenten.

Insidious – The Last Key

Die Parapsychologin Elise Rainier (Lin Shaye) betreibt mit den Geisterjägern Specs (Leigh Whannell) und Tucker (Angus Sampson) die Firma Spectral Sightings. Ein neuer Auftrag wird jedoch sehr persönlich als Elise in ihr Elternhaus zurückkehren muß und es mit dem Dämonen Key Face aufnehmen muß …

Hier wird es schon sperrig den Film überhaupt einzuordnen. Insidious 1 + 2 waren Film und Sequel, der dritte Teil dann ein Prequel der die Vorgeschichte von Elise beleuchtete – der vierte Film spielt nun nach Teil 3, aber vor Teil 1 und belegt damit schon wie unnötig er eigentlich war. Aber nicht schlimm: im Grunde fährt er das auf was die Insidious Filme schon immer ausgemacht haben, die sympathische Heldin, eine Geisterhausatmosphäre und eine relativ gewalt und blutfreie Story. Eigentlich ist es nur die Verlängerung bekannter Elemente und Motive und die noch zusätzliche Untermauerung von einigen Hauptfiguren – hätte es eben nicht gebraucht, macht im Rahmen der Umstände aber alles richtig und sollte zumindest für Fans der Serie ein passabler Titel sein.

Fazit: Solider Gruselfilm mit allen Stärken der Vorgänger, aber inhaltlich eigentlich komplett unnötig.

Born to be blue

Jazz-Musiker Chet Baker (Ethan Hawke) lehnt Angebote aus Hollywood ab um lieber als S Trompeter und Sänger Erfolg zu haben. Nach vielen Erfolgen stürzt er aber in die Bedeutungslosigkeit und die Drogenabhängigkeit …

Da hatte ich mir wohl was anderes drunter erhofft: ich hätte gedacht daß dies die Biographie von Chet Baker ist und ich nachher ein wenig darüber Bescheid weiß wer der Mann war und wie er vielleicht so getickt hat. Aber das ist nicht die Absicht: er zeigt einfach nur eine Schlüsselphase aus dem Leben des Mannes, eine Krise, einen Ausweg daraus und läßt sehr viel im Dunkeln. So bin ich nach dem Film immernoch unschlüssig wer der Mann so war, hab aber dafür anderthalb Stunden großartiger Schauspielkunst gesehen. Ich weiß nicht ob Ethan Hawke dem wahren Mann irgendwie nahe gekommen ist, aber ich nehm ihn einfach als für sich stehend: so zeigt Hawke eine großartige Vorstellung eines erschöpften, kaputten Mannes der sich mühsam wieder auf die Beine schwingt. Dazu kommt natürlich tonnenweise Musik, allerdings hab ich dem Trompetenspiel des Mannes wenig abzugewinnen. Darum: versuchen kann mans definitiv mal.

Fazit: Karges und reduziertes, aber überragend gespieltes Drama!

40 Tage in der Wüste

Jesus Christus (Ewan McGregor) wird nach seiner Taufe in die Wüste geschickt. Dort soll er 40 Tage lang fasten. In dieser Zeit findet er einen Mann (Ciaran Hinds), zusammen mit seiner Frau (Ayelet Zurer) und seinem Sohn (Tye Sheridan). Diese drohen aber Jesus Aufgabe ins Wanken zu bringen …

In der Bibel steht das Jesus 40 Tage in der Wüste verbrachte – weiter wird das nicht ausgeführt. Darum finde ich die reine Filmidee toll: sich mit der Frage zu beschäftigen was Jesus dort womöglich erlebt hat, ob er jemandem begegnet ist und in wieweit er dort seine „anstehenden“ Aufgaben überdacht hat. Mir ist auch klar daß ein Film mit dieser Thematik wohl kaum unter leichte, lockere Unterhaltung fallen würde – aber trotzdem hat mich dieser Film dann eiskalt erwischt und es geschafft mich runter zu ziehen. Anderthalb Stunden schaut man Ewan McGregor zu der in der Wüste sitzt, zwischendurch entweder mit dem Teufel oder einem Vater / Sohn Gespann redet auf das er trifft und an deren Konflikt er seinen eigenen mit Gott vor Augen geführt bekommt. Da mögen manche ein großes Interesse daran haben, ich selber empfand das Resultat als unfassbar bleischwer und geradezu Depressionen erzeugend. Ich rechne dem Film seine Grundidee hoch an; ebenso gebe ich zu daß ich mir McGregor nicht als Jesus hätte vorstellen können und er doch eine rundherum gelungene Darstellung abliefert. Trotzdem wird sich der Film letztlich nur einem eher kleinen Publikum erschließen.

Fazit: Jesus in der Wüste: die spannende Idee führt zu einem optisch ansprechenden, aber inhaltlich absolut zermürbendem Film!

Rating: ★★★☆☆

Greatest Showman

Die Lebensgeschichte von P.T. Barnum (Hugh Jackman) der in die Geschichte eingeht als Showmaster, Politiker, Unternehmer und Schwindler und seine Liebe zu der Opernsängerin Jenny Lind gehen wird. Größte Bekanntheit erlangt er dabei durch ein Kabniett aus Freaks für das er alelrdhand schräge Gestalten anwirbt …

Ein gutes Jahr nach „Lala Land“ gibt’s wieder ein großes, fettes, episches Musical auf den deutschen Leinwänden und im Grunde spaltet das die Zuschauer direkt: jeder der Musicals nicht abkann wird auch hier nicht dazu bekehrt. Wer dem Genre aber offen gegenüber steht kann hier das Kinojahr 2018 mit einem fetten Highlight beginnen. In Punkto Story erzählt der Film zwar nicht so sonderlich viel, aber das braucht es auch nicht: Hugh Jackman stampft sein Figurenkabinett aus dem Boden mit dem es dann die zu erwartenden Probleme, Quereleien und Hindernisse gibt, wie auch die emotionalen Tiefschläge. Die Figuren außer ihm werden auf ihre Äußerlichkeiten reduziert (der Zwerg, der Riese, die bärtige Lady) und erhalten keine tiefere Charakterbeschreibung, was vielleicht den einzigen Minuspunkt darstellt. Ansonsten bringt der Film was Musicalfans sehen wollen: eine gigantische, fette, optische und akustische Breitseite, eine endlose Serie an Lieder und riesig aufgezogenen Tanz und Gesangseinlagen welche die Leinwand bis zum äußersten „ausreizen“ und dn Zuschauer emotional vereinnahmen. Hier wird das Medium Film auf jede wünschenswerte Weise ausgereizt – und das vereint sich dann am Ende im Oberbegriff „Kinomagie“ wie man sie nur noch selten zu sehen bekommt.

Fazit: Inhaltlich gefühlvoll und eine komplette „Auslotung“ des Mediums Film. Gandios!

Die versunkene Stadt Z

Der britische Armee Offizier Percy Fawcett (Charlie Hunnam) soll unbekanntes Terrain in Südamerika bereisen und dort Karten erstellen. Dabei entdeckt er im Dschungel eine bislang unbekannte Zivilisation. Zurück in der Heimat glaubt man ihm seine Entdeckung jedoch nicht so daß er um Beweis ezu finden zurück reisen muß …

Bei den Darstellern und der wagen Storyangabe könnte man komplett auf die falsche Fährte geraten: King Artur, Edward Cullen und Spider Man gehen im Stil von Indiana Jones in den Wald … juhee. Aber nichts könnte weiter davon entfernt sein. Der Film verschwand relativ schnell und unbeachtet aus den Kinos, nachdem ich ihn nun daheim anchgeholt habe verstehe ich auch den Grund: er ist nicht mehr zeitgemäß. Mit den gezeigten Bildern und dem unfassbar langsamen Erzähltempo wirkt der Film als sei er in den 70er Jahren gedreht worden, ich hatte stellenweise das Gefühl einen alten Werner Herzogg Titel zu schauen. Also etwas was den heutigen Sehgewohnheiten nicht mehr entspricht und darum sehr leicht und sehr schnell als ziemlich langweilig abgestempelt werden kann … ging mir auch so. Da muß man ein entsprechender Kinoromantiker sein um sich wirklich für 135 Minuten auf die Geschichte einlassen zu können, mir was das leider nicht möglich. Daher kann ich nur raten: wer auf einen konventionellen Abenteuerfilm hofft hat hat eher Pech, wer mit diesem älteren Zeug klarkommt darfs gerne mal versuchen.

Fazit: Chronik eines Forschers, bewußt ohne Hochglanz und in immens langsamen Tempo berichtet!

The Commuter

Jeden Morgen fährt Versicherungsmakler Michael MacCauley (Liam Neeson) zu seinem Job in Manhattan. Eines Morgens spricht ihn Joanna (Vera Farmiga) an die nach zunächst freundlichen Worten eine unglaubliche Bedinung stellt: Michael muß anhand wager Hinweise eine Person im Zug aufspüren – oder seine Familie wird ermordet …

Das ist an sich ja ein Selsbtläufer: Liam neeson dreht seit Jahren fast nur noch auf ihn gerichtete Thriller die meist auch erfolgreich und populär sind – da seien Titel genannt wie die drei „Taken“ Teile, „Run All Night“, „Ruhet in Frieden“, „Unknown Identity“ und „Non Stop“ – die letzten beiden Titel unter der Regie von Jaume Collet-Sera. Mit diesem tut er sich nun für eine dritte Runde zusammen und an hat geradezu den Eindruck daß der Film das Skript zu „Non-Stop“ als Vorlage genommen und auf einen Zug umgemünzt hat – wenn man den Flugzeugfilm kennt erkennt man endlos viele entsprechende Verlagerungen. Dadurch sind zwar zahlreiche gute Wendungen dabei, aber eben jene die man kennt und Erahnen kann. Allerdings hat der Film ein paar Probleme, das ist vorrangig die Glaubwürdigkeit: es passieren an einigen Stellen Dinge die viel zu gut und zu perfekt arrangiert und geplant erscheinen, wa s dem Film jedwede Glaubwürdigkeit nimmt. Dazu kommt ein ganz mieses CGI, insbesondere der passierende Zugcrash wirkt als sei er komplett aus dem Compute rund siehst geradezu quälend künstlich aus. Trotzdem kann der Film liefern was man von ihm sehen will: Neeson als kantigem, charmanten Helden, eine geradöinige Täterkaht und ein paar passable Actionparts. Also ein gutes Standarfwerk.

Fazit: Solide Zusammenführung bekannter Klischees, nicht neu, aber passabel!