Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht

Teenagerin Alice (Natalia Dyer) wächst in einem ländlichen Teil der USA auf in dem ihr beigebracht wird das Sex ausschließlich zur Fortpflanzung diene. Als sie gegen die dortigen Regeln verstößt landet sie in einem Footballcamp …

Ein junges Mädchen entdeckt Ender der 90er Jahre ihre Sexualität, leider in einem sehr gläubigen und „anstrengenden“ Umfeld … das ist ein Plot aus dem man vom Porno über Drama bis hin zur Komödie alles machen könnte. Dieser Film fällt dabei aber stark zwischen die Genres und hat mich vorrangig wütend gemacht. Wütend über die gezeigte Welt und den dort propagierten Glauben der den Personen mit Gewalt ins Gesicht gedrückt wird und den Folgen die es hat, wenn die Hauptfigur wegen trivialer Dinge stetig glaubt in die Hölle zu kommen. Obendrein wird dann entlarvt daß die vermeintlich „ehrbaren“ Gestalten keinen Deut besser sind. Das alles wird in knappen 77 Minuten erledigt in denen zwar nicht viel passiert, man aber einer liebenswerten Figur folgt in die man sich bestens reinversetzen kann. Kleiner, unscheinbarer und harmloser als dieser Film geht zwar kaum, aber wenn man es versucht kann man sicher was daran finden. Gerde als Kind der 90er wie ich, wenn man nochmal den AOL Messenger zu hören kriegt.

Fazit: Natalie Dyer empfielt sich für größere Rollen in einem herzlichen, kleinen Film!

Rating: ★★★★☆

Borat 2

14 Jahre nach seinem peinlichen Trip in die USA bricht Reporter Borat (Sacha Baron Cohen) ein weiteres Mal dorthin auf um die Schande für Kasachstan zu tilgen. In den USA ist allerdings ein Virus ausgebrochen …

Was diesen Film wohl so spannend macht ist vorrangig seine Existenz. Ohne großes Marketing, ohne große Vorankündigung erscheint er wie aus dem Nichts im Angebot von Amazon. Wobei ich damals schon mit dem Erstling nichts anfangen konnte und deswegen auch diesem nicht gerade entgegengefiebert habe. Ich respektiere daß der Film einen gewissen Kultstatus hat, ich akzeptiere auch daß darin so manches enttarnt und enthüllt wird, fand es aber nie wirklich lustig. Außerdem erscheint es mir unsinnig die gleiche Ausgangslage noch einmal abzufeuern, aber das fällt dann doch etwas anders aus. Borat reist mit seiner Tochter durch Amerika und statt ständigen Alltagsmomenten in denen Borat auf Amerikaner trifft geht es vorrangig um das sexistische Weltbild daß er seiner Tochter entgegen stellt. Eigentlich ist es nur diese einfache Running Gag der sich in etlichen Szenen entlädt, Sacha Baron Coen hat zwar wieder großen Spaß daran und zeigt eine unfassbare Schmerzfreiheit, aber trotzdem wirkt dies wie ein aneinander tackern von Szenen. Man weiß auch nicht wo die Szenen echt sind und wo mit Schauspielern nachgeholfen wurden, Allerdings gibt es immer ma wieder Highlights, so führt der Film z.B. eine Anti-Corona Demo vor. Letztlich hat dies alles keiner gebraucht, Fans des ersten Films werden aber sicher ein paar zufriedene Lacher herausbekommen.

Fazit: Interessant und speziell, aber ebenso günstig produziert und merkwürdig gehetzt.

Videoreview von mir: https://youtu.be/BwPURgeCDso

Greenland

Ein Kometenhagel droht auf der Erde  niederzuschlagen.  John Garrity (Gerard Butler) will seine Frau Frau Allison (Morena Baccarin) und Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) in Sicherheit bringen. Beim Aufbruch zur Rettung werden die Familienmitglieder aber voneinander getrennt

Da kann man an wenigen Daten festmachen welche Art von Film hier zu erwarten ist: es stürzt ein Komet auf die Erde, damit ist man schon im Armageddon Modus. Mit Gerad Butler und dem Regisseur von „Angel has fallen“ kann man sich dann sicher sein in seichtem Action-Umfeld unterwegs zu sein … also passt alles. Leider erweist sich der Film als etwas anderes. Es wird eine weltweiter Katastrophe geschildert, durch die Augen einer fliehenden Familie – man sieht nur was diese sehen und hat kein allgemeines Bild der weltweiten Lage. Butler spielt auch keinen lässigen Helden, sondern einen verzweifelten Vater der nichts anderes will als seine Familie in Sicherheit zu bringen, dabei aber wirklich verzweifelt ist und nicht für alles einen trockenen Spruch parat hat. Bei diesem Weltuntergangsszenario kommt es dann auch zu einigen großen Actionpassagen, diese sind aber nicht als Schaueffekt inszeniert und logisch in die Handlung eingebettet. Man hat zwar durchaus Spaß am Film, aber es ist einer der sein Thema ernst nimmt, d.h. es ist eher ein deprimierender und farbloser Film. Aber einer mit großartigen Momenten und bis zum Ende grandioser Hochspannung.

Fazit: Eigentlich alles bekannte aus gängigen Titeln auf originelle, neue Weise verpackt!

Videoreview von mir: https://youtu.be/pgDfoYo_sP8

Rebecca

Mrs. de Winter (Lily James) beginnt in Manderley ein neues Leben an der Seite von Witwer Maxim de Winter (Armie Hammer) – allerdings bieten die neue Umgebung und die finstere
Haushälterin Mrs. Danvers (Kristin Scott Thomas) einige Unsicherheiten …

Ich bin nicht grundlegend gegen Remakes (vor allem nicht in einem Falle wie hier bei dem 80 Jahre vergangen sind). Ich schätze es wenn ein guter Stoff s in eine zeitgemäße Umsetzung geformt wird und so einem neuen Publikum zugänglich gemacht wird welches sonst nie damit in Berührung gekommen wäre. Im Falle von Rebecca heißt dies: es ist eine Buchverfilmung die bereits im Jahre 1940 durch Alfred Hitchcock umgesetzt wurde, jetzt kann man die Geschichte mit populären Gesichtern wie Armie Hammer, Lilly James und Dame Kristin Scott Thomas neu anschauen. Allerdings ist der Film dabei wohl an der Vorlage orientiert, d.h. es passiert nicht viel und es wird sehr langsam vorgegangen. Inhaltlich setzt sich das Ganze dann zwischen die Genres, hat Anteile von Krimi, Psychothriller und Drama an sich und geht einfach um eine junge Frau die sich in einer feindseligen, unangenehmen Atmosphäre wiederfindet. Dies führt dann zu ein paar passablen Twists, vielen Landschaftsaufnahmen und einem soliden Ende. Einfach dein Film den es so nicht gebraucht hätte, der aber auf seinem Sektor nichts groß falsch macht.

Fazit: Solides Netflix-Füllprodukt, meilenweit vom Klassikerpotential entfernt!

Videoreview von mir: https://youtu.be/7_7UvdZpZog

The Trial of the Chicago 7

Im Chicago des Jahres 1968 kommt es zu zunächst friedlichen Demonstrationen die schlie0lich in Krawall ausarten. Sieben Beteiligte werden festgenommen, als Schuldige dargestellt und müssen durch einen monatelangen Gerichtsalptraum …

Man kann am Namen des Regisseurs  ableiten was man hier zu erwarten hat: der Film ist von Aaron Sorkin, von dem ach Serien wie „West Wing“ oder „Newsroom“ stammen und Filme wie „Mollys Game“. Sorkin hat ein Talent dafür komplexe Sachverhalte in unterhaltsame Filme zu packen und im weitersten Sinne auch sehr verständlich zu machen. Allerdings sind dabei die Schauwerte nicht hoch, sie bestehen eigentlich immer Aus Personen, meist Anzugträger, die in Räumen sitzen und reden. Da dies ein gerichtsfilm ist sieht das hier nicht anders aus. Der Film folgt einem aufwendigen Gerichtsprozess und beleuchtet mit Rückblenden die Ereignisse auf welche die Verhandlung sich bezieht. Man muß wohl der Typ für Gerichtsfilme sein da ich auch gut verstehen kann wenn man diese Sparte eher langweilig findet.  Beim vorliegenden hat man einige prominente Gesichter in langen Verhandlungsszenen sowie vereinzelte kleine Lacher die aber nicht wirklich komödiantisch gemeint sind, sondern durch das ungehobelte Auftreten von Sacha Baron Coen Figur kommt. Wenn man sich in die Thematik reinfinden kann dürften diese knapp zwei Stunden wie im Flug vergehen.

Fazit: Sperrige Geschichte in unverkrampfter Form präsentiert!

Rating: ★★★★☆

Mein Liebhaber, der Esel und Ich

Die Lehrerin Antoinette (Laure Calamy) hat ein Verhältnis mit Vladimir (Benjamin Lavernhe) der auch der Vater einer Schülerin ist. Als dieser ihr den gemeinsamen Sommerurlaub verweigert und statt dessen mit seiner Familie verreist folgt Antoinette einfach der Familie …

Ein Film der zahlreiche Möglichkeiten ha, aber sich zu jeder Zeit Genre und Richtung verweigert und nichts was er anfängt wirklich zu Ende bringt. Es geht um eine Frau die ihrm Liebhaber und dessen Familie in den Urlaub folgt – das könnte Stoff für einen Psychothriller sein. Dann hat man die Dame wie sie auf der Wiese steht und mit einem störrischen Esel nicht klarkommt – könnte Komödie sein. Dann trifft sie auf den Mann und ihre Familie – könnte eine Eifersuchtsklamotte werden. Aber letztlich spielt der Film damit alle Richtungen kurz anzudeuten und dann in andere fortzuschreiten. Das gilt insbesondere bei den zahlreichen Nebencharakteren die ihr im Wandertrubel begegnen. Manche kehren wieder, manche verschwinden ohne etwas zur Handlung beizusteuern. Aber letztlich ist das wohl die Stärke: es gibt viele, kleine Einzelmomente mit netten Begegnungen, sympathischen Dialogen und wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Ebenso verzichtet der Film auf eben jene Hysterie die in vielen anderen französischen Film mit Humor verwechselt wurde.

Fazit: Wanderfilm der quer durch Aspekte diverser Genres stapft, aber irgendwie Herz hat!
Rating: ★★★☆☆

I’m thinkinh of ending things

Jake (Jesse Plemons) und seine neue Freundin (Jessie Buckley) reisen nach sechswöchiger Beziehung einem kalten Wintertag zu Jakes Eltern (Toni Collette und David Thewlis). Während der Fahrt wächst plötzlich der Wunsch die Beziehung zu beenden …

Ich habe immer gerne zugegeben wenn mich ein Film überfordert hat oder mir nichts gegeben hat. Dies ist so ein Fall bei dem es auch noch besonders schade ist: vieles daran ist beeindruckend. Aber es war wohl klar daß ich mit einer Regiearbeit von Charlie Kaufmann nicht klarkomme. Und viele andere auch nicht da dies ein Titel ist der mit Verwirrung und ohne klare Linie arbeitet. Im Kern besucht ein paar die Eltern, in der Praxis mischen sich schnell absurde Wendungen, Wechsel, Ideen und Dialoge dazu und es dauert nicht lange bis es das erste Fantasy Element gibt. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich den Eindruck daß Kaufman sich hier ein filmisches Freiticket gelöst hat um einfach machen zu können was er will. So ist es wohl nicht, es ist eine Buchverfilmung und eigentlich hat alles was passiert einen Grund – ich sehe es nur nicht. SO eindrucksvoll und intensiv wie alles ausfällt, wie großartig atmosphärisch das alles ein mag – mich machte es nur wütend weil ich mich vorgeführt fühlte.

Fazit: Absurder Trip in absolut alles Mögliche!

Fantasy Island

Der Millionär Mr. Roarke (Michael Pena) hat abseits der Zivilisation das Fantasy Island errichtet in dem zahlende Kunden alle Wünsche erfüllt bekommen. Recht schnell wird einer dortigen Gruppe aber klar daß sie sich in Gefahr befinden und ihre Wünsche tödliche Folgen haben können …

Ich hatte keine Möglichkeit diesen Film unvoreingenommen zu sehen. Der Trailer sah sehr passabel aus, dann aber kamen die Kritiken die ihn restlos zerfetzten. Als ich ihn mir anschaute rechnete ich somit mit einer unfassbaren Vollkatastrophe. Und diese bekam ich einfach nicht. Ich akzeptiere daß dieser Film extrem dumm ist, schwachsinnig ist und keinen Sinn macht, ebenso verstehe ich es nur bedingt warum eine eher leicht angehauchte Fernsehserie hier zum Horrorfilm verarbeitet wird. Aber im Rahmen der Umstände, mit ausgeschaltetem Hirn vor allem, habe ich mich nicht gelangweilt. Ein paar Deppen die auf einer Insel Fantasien ausleben die dann in blanke Gewalt und ein Fantasy-Finish münden – eigentlich war dabei doch alles kurzweilig und ok?`DIe Darsteller, die Kills und auch das bunte Inselflair tun doch ihren Dienst.

Fazit: Kein wahres Highlight, aber all den Hass gegen diesen Film verstehe ich nicht.

Hubie Halloween

Hubie Dubois (Adam Sandler) ist zwar ein lieber Mensch, aber ein verlachter Außenseiter in seiner Heimatstadt Salem. Als es an Halloween zu merkwürdigen Vorfällen kommt kann Hubiue sich beweisen …

Einfach nur „der Nächste“: Adam Sandler haut weiterhin jährlich einen Film für Netflix raus in dem alle vertrauten Elemente enthalten sind, die Überraschung besteht wohl darin wie stark sie ausgeprägt sind. Vorrangig besteht das in Sandlers Figur der wieder mal der spleenige, komische Außenseiter mit dem Herzen aus Gold sit der in einer unheimlichen Halloween Nacht zum Helden für alle wird. Sandler kann durchaus Figuren geben die Warmherzigkeit besitzen oder aber absurde Chaoten die außer Slapstick nichts bringen – und dieser Hubie ist wieder mal die letzte Variante. Bereits in der Eröffnungsszene darf er übermenschliche Kräfte zeigen, beim Fahrradfahren aus seiner Suppe trinken und unmenschlich kotzen – und ebenso gibt es zahlreiche andere Sequenzen die jede Möglichkeit zum Klamauk bis aufs äußerste ausreizen. Wie so oft kommen ihm verbandelte Darsteller in Nebenrollen ins Bild (Kevin James, Steve Buscemi, Rob Schneider); wie immer darf er natürlich seine Traumfrau kriegen und natürlich kriegen all die bösen Leute die den armen Hubie triezen zum Ende hin eine Strafe. Der Grusel bleibt dabei auf familientauglichem Ghostbusters Niveau, leider äuft der Film die meiste Zeit über recht „zerfasert“ und liefert nebeneinander ablaufende Szenarien bevor sie immerhin in einer netten Schlußpointe enden. Aber auch dort wird eine eigentlich sehr schöne Szene direkt in den Gaga Modus verwandelt … Sandler Fans kriegen wohl was sie wollen, wer einen „guten Film erwartet macht wohl generell etwas falsch.

Fazit: Trotz ein paar passenden Witzen ist die chaotische Halloween Nummer insbesondere durch den übersteigerten Adam Sandler meist unlustig!

Rating: ★★☆☆☆

Tunnel Rats

1968 scheinen die USA keine Chancen mehr zu haben den Vietnamkrieg zu gewinnen. Einer Gründe sind die kilometerlangen Tunnelsysteme mit denen sie die Amerikaner aus dem Hinterhalt angreifen können. Daher soll Sergeant Vic Hollowborn (Michael Paré) diese Tunnel ausheben …

Hier fällt es natürlich wie so oft leicht zu urteilen da es ein Uwe Boll Film ist. Aber einer den er mit einigen Ambitionen und einer ehrlichen Absicht gedreht hat. Boll wollte hier seinen eigenen, großen Vietnam Film drehen, hatte aber wohl kaum die Möglichkeiten und das Budget um diversen großen Vorbildern nachzueifern. Aber es stimmen dennoch einige Parts, auch wenn man vieles selbst entscheiden muß. War es ratsam die Darsteller selbst ihre Figuren festlegen zu lassen oder war das faul? Ich finde daß dadurch die Szenen bevor das Gemetzel startet zwar authentisch, aber nicht besonders interessant wirken. Wenn die Soldaten dann in den Tunnel kriechen und auf klaustrophobischer Ebene gekämpft wird reihen sich zahlreiche extreme Gewaltakte aneinander und es kommt entsprechende Spannung auf, bis hin zum Boll-typischen Brutalo Ende. Die Action stimmt im Rahmen der Möglichkeiten und es gibt zahlreiche fiese Morde – zur reinen Bespaßung schaut man sowas nicht. Und stellt dabei fest: mit ernsthaften Absichten war Bol durchaus in der Lage solides Material zu erzeugen.

Fazit: Spannend und ultrabrutal, aber nur eingeschränkten Inszenierungsmöglichkeiten!